Ausgabe 
29.10.1938
 
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9J.-fpori

Wieder Trockenschikurse des Gchcklubs Gießen.

Der Schillub Gießen nimmt am Freitag der nächsten Woche wieder di« praktische Ausbildungs- arbeit für feine Mitglieder auf. Es werden wieder Trockenschikurse abgeyalten, die sich bisher in ihrer Auswirkung als sehr wertvoll erwiesen haben. Für die Anfänger sind diese Kurse von besonderem Nutzen, well dadurch die Erklärungen im Schnee und im Freien, wenn man laufen und nicht herumstehen will, vorweggenommen werden. Für die Fortge­schrittenen wird Schigymnastik gepflegt. Außerdem werden die Schiläufer, die schon längere Zeit laufen, mit der modernen Schilauftechnik vertraut gemacht. Die Trockenschikurse finden wieder in der Reichalle am Brandplatz statt.

Abschießen

im Gchühenverein Launsbach.

In den vergangenen Wochen fand das Abfchie- ßen des Schützenvereins Launsbach bei guter Be­teiligung statt. Geschossen wurden je fünf Schuß lie-

genb, kniend und stehend frechändig. Die Leistungen der Iugendschützen waren besonders gut.

Die Ergebnisse.

Schützenkönig und 1. Sieger Rudolf Müller 161 Ringe; 2. Franz Dechchold 146 R.; 3. Albert Klinke! 136 R.; 4. Ernst Müller 134 R.; 5. Franz Mandler 130 R.; 6. Hans Hartmann 129 R.; 7. Willi Bitten- darf 125 R.; 8. Heinrich Müller 125 R.; 9. Otto Debus 125 R.; 10. Albert Müller 117 R.

Ehrenpreise, Altschützen (liegend frei­händig): 1. Franz Bechthold 36 R.; 2. Otto Debus 35 R.; 3. Franz Mandler 35 R.; 4. Heinrich Mül- ter 34 R.; 5. Rudolf Müller 34 R.; 6. Karl Becht- hold 34 R.; 7. Heinrich Bittendorf 33 R.; 8. Ernst Müller 33 R.

Altschützen (stehend freihändig): 1. Franz Bechthold 32 R.; 2. Rudolf Müller 32 R.; 3. Hein­rich Müller 29 R.; 4. Franz Mandler 28 R.; 5. Karl Bechthold 27 R.

Jugend (liegend freihändig): 1. Willi Bitten­dorf 35 R.; 2. Heinrich Müller 35 R.; 3. Franz Mandler 34 R.

Jugend (stehend freihändig): 1. Franz Mand­ler 31 R.; 2. Heinrich Müller 27 R.

Fußball der Vezirkssiaffel Gießen.

Nachdem die Vereine durch die Rückkehr der Soldaten chre größte Sorge um die Mannschafts­aufstellungen los geworden sind, wird man für die Folge bei den Spielen der Bezirksstaffel wieder ausgeglichenere Kämpfe erwarten dürfen.

1900 Frohnhausen Steinberg Bissenberg Ehringshausen DfB.-R. Burg Wetzlar Sinn Naunheim

Zu welcher Leistung die Dränier fähig sind, haben sie am Sonntag in Burg bewiesen, und da von jetzt ab den Frohnhäusern wieder alle Mannen zur Verfügung stehen, muß die Spielvereinigung 1900 recht aufmerksam sein.

Die Teutonen sind abermals Platzherren. Dies läßt gegen Bissenberg erneut einen Sieg erwarten.

In Ehringshausen sollte es dem VfB.-R. nun doch möglich fein, die ersten Punkte zu erringen.

Nachdem die Burger über die Frohnhöuser nicht Herr geworden sind, dürfte ihnen dies auch gegen Wetzlar nicht gelingen, da sich dieselben derzeit in allerbester Verfassung befinden.

Sinn, das seinem Anhang die größte Enttäuschung bereitet, hat auch gegen Naunheim wenig Aussicht auf Erfolg, denn die Naunheimer haben in Bissen­berg bewiesen, daß sie auch auswärts erfolgreich fein können.

1900 Frohnhausen.

Bei der Begegnung der Spielvereinigung 1900 gegen Frohnhausen ist man im Lager der Blau- weißen insofern zuversichtlich gestimmt, da man nach langer Zeit wieder einmal auf den größten Stand der Ligaspieler zurückgreifen kann. Und ge­rade im Spiel gegen Fronhaufen ist dies von größ­ter Wichtigkeit. Gehören doch die Dränier zu lenen , Mannschaften, mit denen die Blauweißen spielerisch

die meisten Schwierigkeiten haben, da sich auf deren Svielanlaqe nur schwer einzustellen ist. Mit der Mannschaft Herbst, Zeiler, Lippert, Pankot, Ren* sing, Koch, Schellhaas, Krömer, Hormel, Sack, Kociok hofft man jedoch den bis jetzt erfolgreichen Beginn fortzusetzen.

1900 II Frohnhausen IL

Die Reserve der Blauweißen hat ebenfalls den Vorteil, mit kompletter Mannschaft anzutreten. Hierdurch dürften sich für die Gäste wenig Erfolgs­möglichkeiten eröffnen.

Teutonia I Bissenberg L

Am Sonntag trägt die Teutonen-Mannschaft wiederum ein Heimspjel aus. Bis jetzt konnte sich die Mannschaft in den Punktenkämpfen immer er- folgreich durchsetzen und mit 8:0 Punkten die Tabellenführung behaupten. Man sollte annehmen,

daß die Teutonen in der Lage wären, diese Führung morgen weiter auszubauen. Auf keinen Fall dürfen sie jedoch den Gegner unterschätzen. In den bisher ausgetragenen Spielen siegten nur einmal die Stemberger, und di« Gäste werden auch morgen wieder alles daransetzen, um ehrenvoll ahzuschnei- den. Die Mannschaft spielt einen vollkommen auf Erfolg eingestellten Fußball. Also ist äußerste Dor-, sicht am Platze, wenn die Teutonen ihren zahl­reichen Anhängern nicht eine Ueberraschung bieten wollen. Die Mannschaft fpielt wiederum in stärkster Aufstellung. Hoffentlich ist das Verständnis unter- einander wieder bester, wie am letzten Sonntag. Mit einem Sieg der Gastgeber ist zu rechnen, wenn er auch wohl hart erkämpft werden muß.

Teutonia II Bissenberg IL

Die Gegner sind sich unbekannt; di« Teutonen werden aber sicherlich alles aufbieten, um zusam­men mit der ersten Mannschaft die Tabellenspitze weiterhin zu behaupten.

Ehringshausen I DsB.-Beichsbahn L

Das vierte Pflichtspiel führt die I. Mannschaft des VfB.-Reichsbahn nach Ehringshausen. Noch stehen die Grünweißen am Schwanz der Tabelle, aber morgen kann die Mannschaft wieder vollzählig an­treten und damit ist wieder Hoffnung vorhanden. Die Gastgeber haben bis jetzt ebenfalls sehr schlecht abgeschnitten und werden versuchen, wenigstens dieses Spiel für sich zu entscheiden. Nach den am Sonntag gezeigten Leistungen sollten die Grün- Weißen dieses Mal zum ersten Punktsieg kommen.

Ehringshausen II VfB.-Reichsbahn II.

Im Spiel der Reserven dürften wohl die Grün- Weißen die größeren Siegesaussichten haben, da die Mannschaft wieder in stärkster Besetzung antritt

Oie Spiele in ten Preisklassen.

L Kreisklasse.

Wieseck Lollar.

Wißmar Großen-Buseck. Rüdd-ingshausen Heuchelheim. Rddheim Klein-Linden. Hungen Großen-Linden.

Lich Garbenteich. Steinbach Lollar II. Leihgestern SA.-Kampfgemeinschast.

II. Kreisklasse.

Geilshausen Grünberg. Flensungen Oueckborn. Saasen Ettingshausen. Krofdorf Heuchelheim II. Staufenberg Grüningen. SA. II. Treis.

Londorf Großen-Linden.

Erstmalig spielen alle Mannschaften der I. Kreis­klaste, die Spiele versprechen guten Sport und span­nende Kämpfe. Wieseck erwartet Lollar und dürste selbst bei größter Aufopferung nicht um eine Nieder- läge herumkommen. Die Wißmarer werden den Großen-Bißeckern kaum Punkte abnehmen können. Heuchelheim reist nach Rüddingshausen und wird sich sehr strecken müsten, sonst wäre es leicht mög­lich, daß die Platzherren das bestere Ende für sich behielten. Großen-Linden fährt nach Hungen. Wenn auch di« Platzherren einen Sieg gegen Lich erzielen konnten, so dürsten diesmal doch die Gäste die Punkte mit nach Hause nehmen. Zwei gleichwertige Gegner stehen sich in Rodheim gegenüber. Bei dem Lokalkampf in Lich gibt man den Gästen auf Grund der gezeigten Leistungen ein Plus. Lollars Reserve trägt das erste Spiel in Steinbach aus. Da man

nicht weiß, wie stark Lollar antritt, ist über den Ausgang des Spieles nichts zu sagen. Leihgestern erwartet die SA. und sollte sicherer Sieger werden. (Brünberg fährt nach Geilshausen. Die Gäste haben !die größeren Siegesaussichten. Flensungen hat wie- | der die Spieler, die lange gefehlt haben, und sollte das Spiel für sich entscheiden können. Ettingshausen | spielt in Saasen, die Platzherren werden sich vor- ! sehen müssen. Krofdorf empfängt Heuchelheims Re- 1 ferne und dürfte voraussichtlich den Kampf gewin- I nen. Dffen ist das Spiel in Staufenberg, wo Grü­ningen anzutreten hat. Die Reserve der SA. sollte stark genug sein, den Gästen aus Treis das Nach­sehen zu geben. Schwer wird der Gang, den die Reserve von Großen-Linden geht, denn in Londorf ist schwer zu gewinnen.

SandbaMmpse des Sonntags.

Es ist zu erwarten, daß nunmehr auch die Spiele der Staffel IV der Bezirksklasse mehr als seither Dorroärtsgetrieben werden können, nachdem inzwi­schen alle Mannschaften vollzählig sind. Die Mann­schaften müssen nun erst einmal Proben ihres Kön­nens ablegen. Ganz iim Gegensatz dazu hat sich in der Staffel V bereits eine Spitzengruppe gebildet, die von dem Neuling Tv. Kätzenfurt angeführt wird. Diese Spitzengruppe, der ferner Tv. Lützellinden und Tv. Hörnsheim angehören, dürste die Sache unter sich ab machen.

vezlrksklasse.

MTV. I To. Heuchelheim L

Am morgigen Sonntag steht den Handballfreun­den auf dem Sportplatz des Männerturnvereins ein spannendes Spiel bevor. Zwei alte Kämpen treffen sich zum Punktspiel. Beide Mannschaften werden versuchen, in ihrer stärksten Besetzung an- zutreten. Der MTV. stützt sich auf feine bewährten Spieler, zu denen noch einige junge Kräfte hinzu- genommen werden, um der Mannschaft etwas mehr Schwung zu verleihen. Es spielen: Strack; Krausch, Seipp; Pfeiffer, Menges, Singel; Mehler, Döpfer, Wagner, Brenner, Winter. Ersatz: Lübke, Klein, Weigand.

Strack im Tor verfügt über ein solides Können, das schon oft seine Mannschaft vor einer Niederlage bewahrte. In der Verteidiguna ist man ebenfalls auf beste gerüstet. In Menges dürste wahrscheinlich endlich der Mittelläufer gefunden sein, der neben Ausdauer und Härte die nötige Uebersicht über bas Spiel behält und den Sturm richtig einzusetzen ver­mag. Die beiden Außenläufer Bingel und Pfeiffer werden wohl schwer zu überwinden sein. Im Sturm stehen fünf Spieler, die alle über einen gesunden Schuß und den nötigen Drang zum Tor verfügen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Sturm zu einer schönen Zusammenarbeit findet, bei der vor allem die Außenstürmer eingesetzt werden müßen. So darf man auf das Abschneiden gegen die Heuchelheimer, die mit ihrer stärksten Besetzung kommen werden, gespannt sein..

Diesem Treffen geht ein Spiel der 2. Mann­schaft des MTV. gegen Krofdorf voraus. Der MTV. hat eine kampfkräftige Mannschaft zur Stelle, die den eifrigen Krofdorfern hart zusetzen wird.

Luftwaffensportverein Gießen gegen Spielvgg. 1900 Gießen: Das Heuchelheimer Spiel am Sonntag, das die Flieger eindeutig ge­winnen konnten, läßt ohne weiteres den Schluß zu, daß die Mannschaft berufen ist, mit tn di« Ent­scheidung einzugreifen. Daran wird sicherlich auch 1900, über dessen endgültige Zusammensetzung noch nichts bekannt ist, nichts ändern.

MSV.Barbara" Gießen 1860 Mar­burg: Der Marburger Mannschatt geht ein guter Ruf voraus. Sie bat stets, vor allen den Gießener Vereinen, schwere Spiele geliefert und>manchen Sieg mit nach Hause genommen. Man muß deshalb auch diesmal mit ihr rechnen. Wie allerdings die Ar- ttlleristen mit ihr fertig werden, bleibt abzuwarten.

Tv. Lützellinden Tv. Garbenheim: Wenn sich auch Garbenheim alle Mühe gelten wird, das Spiel einigermaßen ausgeglichen zu gestalten, so glauben wir doch kaum, daß es zu einem Sieg reichen wird. Allerdings muß Lützellinden auf paffen und entgegen seiner letzten Leistung schon von vom-

herein Wert auf die Entscheidung legen.

Tuspo W. -Niedergirmes Tv. Horns- heim; To. Münchholzhausen Tv. Wetz­lar : Wenn auch Niedergirmes auf eigenem Platz schwer zu schlagen ist, so muß man trotzdem mit einem knappen Sieg der Gäste rechnen. Wenn auch Wetzlar diesmal verstärkt antreten sollte, so ist trotz- dem mit einer Niederlage zu rechnen, weil Münch­holzhausen komplett zweifellos eine gute Partie lie­fern wird.

1. fireisflaffe.

Tv. Atzbach Tv. Grüningen: Die Grü- ninger wollen natürlich auch dieses Treffen geroin» nen, nachdem sie bereits einen sehr guten Start hat­ten. Atzbach, das letztmalig auf seine alle Mann­schaft zurückgreifen kann, wird allerdings ebenfalls auf der Hut fein und nichts unversucht lassen, um als Sieger hervorzugehen.

Tv. Nauborn Tv. Holzheim: Selbst wenn Holzheim die Form des Dorsonntags nicht er«

ISteinljaqer- s

Urquell Jlfe

würzig mild - mit dem bekannten Schinkenbild !

reichen sollte, wird Nauborn verlieren, nachdem dir Mannschaft erst ant letzten Sonntag bewiesen hat, wie schwach sie im Gegensatz zu den anderen Ver­einen ist.

Tv. Dillenburg Tv. Dutenhofen: Es ist zwar schwer, in Dillenburg zu gewinnen. Trotz­dem schätzt man Dutenhofen einen Sieg zu, nach­dem sich die Mannschaft erst im letzten Spiel so überzeugend geschlagen hat.

2. Lreisklasse.

Mtv. Gi e ßen II To. Krofdorf Luftwaffe II Tv. Li ch DfB.-R. Gießen Tv. Londorf Tv. Hochelheim Tv. Lützellinden II Krofdorf hat seine Feuertaufe gegen die Luftwaffe bestanden und geht mit guten Aussichten in den Kampf. Die Flieger können, das hat sich her- ausgestellt, eine so gute zweite Garnitur stellen, daß es keine Schande ist, wenn die eifrigen Sicher eine Niederlage einstecken müssen. Der DfB.-R. wird auch auf eigenem Platz schwer zu kämvfen haben, um gegen die bekannte Elf des Dv. Londorf zu bestehen. Hochelheim sollte keine Mühe haben, die Reserve des Tv. Lützellinden niederzuringen.

Kurze Sportnotizen.

Unsere Eislaufmeister Herber-Baier werden bei der Eröffnungsveranstaltung des Ber­liner Eisstadions Friedrichshain am 3. November im Mittelpunkt des vielseitigen Programms stehen. Dom 4. bis 7. November bringt dann der Berliner Sportpalast eine viertägige Eissport-Veranstaltung unter Mitwirkung von Wiener Kunstläufern und Eishockeyspielern.

Die Eishockey Weltmeisterschaft 19 3 9 findet in der Schweiz statt.

Geschichten ans aller Welt

neben kleinen Privatwünschlein wie

daß Fred mich nicht untcrfrieaf!"

Auch die Wünsche um

fter im zweiten Stock in ein Auto, das gerade dar- wer, und ein anderer:Ich wünsche, mein Porte- > vor dem Richter m Bordeaux ei unter stehen sollte, springen würde, ohne sich Scha- monnaie wieder zu finden mit 7 Pfund 12 Schil« zu sechs Wochen Haft verurteilte.

Hunde retten rhrenHerrn auf derLöwenjagd

C. K. Ä a p ft a b t.

nach der Linken der Dame, mit der anderen nach der Rechten, und indem er einen Jiu-Jitsu-Griff anwandte, gelang es ihm, die aeheimnisvolle Rei­sende zu entwaftnen, aber in seiner Wut bra<6 er ihr dabei den Arm. Die Dame rief um Hilfe,

zu erheben, die die Wetten nicht halten wollen. So wettete ein junger Mann, daß er aus einem Fen-

und der Zugführer und eine Anzahl Reisende stürz« ' ' Diese Dame, Herr Zugführer", fante

kleine Momme leuchtete auf! Es war 1 zum Ziaarettenanzünden. Die Dam«

niedergeworfenen Mannes stand, so, daß er von fei­nem Opfer abließ and wütend die beiden anderen Männer angriff. Aber in dem Augenblick, in dem der Farmer sich frei fühlte, griff er nach feinem Gewehr und feuerte. Diesmal versagte die Waffe nicht, und der Löwe brach tot zusammen.

Amazonenschlacht im Schönheitssalon.

AS. Neuyork.

Mit dem RufeHönde hoch, ihr Schönen!" und mit drohend vorgehaltenem Revolver drangen drei Banditen kurz vor Geschästsschluß in ein in der vornehmen 5. Avenue in Neuyork gelegenes Schön­heitsinstitut ein, um sich der Kasse zu bemächttgen. Sie stießen jedoch bei der Ausführung ihres Hand­streichs auf den unerwarteten Widerstand der zu­fällig anwesenden Kundinnen und der nur aus weiblichem Personal bestehenden Angestellten, die sich, mit Lockenscheren, Nagelfeilen und Cremetöpfen bewaffnet, löwenmutig auf die Eindringlinge war­fen. Nach einem kurzen Handgemenge, an dem sich auch einige im Adamskostüm alis ihren Massier- fabtnen hervorstürzende Damen beteiligten, mußten die Banditen mit zerfetzten Kleidern und jämrner- lich zugerichtet, einen überstürzten Rückzug antre­ten. D?r einzige bei dem Ueberfall anwesende Ver­treter des starken Geschlechts, der Direktor des Schonheitssolons, hatte sich als Angsthase benom­men. Er hielt sich nämlich während des Hand­gemenges hinter feinem Ladentisch versteckt.

der beiden waren Landleute, und sie waren ihre einzigen Söhne, sie hatten eine gleiche Schule durch- gemacht und hatten sehr ähnliche Berufe gewählt. Sie hatten sich am gleichen Tage verheiratet, und jeder hatte zwei Kinder, der eine allerdings zwei blühende Töchter, der andere zwei kräftige Kna­ben; sie rechneten schon damit, daß ihre Kinder untereinander heiraten und zwei schöne junge Paare bilden würden; denn der Avotheker hat ein beträcht­liches Vermögen hinterlassen, während der Arzt in bescheidenen Verhältnissen gelebt hat.

Spaziergang mit einem Sack voll Bienen.

B. Reval.

In Estland ist eine wahre Epidemie der Wett- wut ausgebrochen. Eine ist immer törichter als die andere, aber trotzdem werden diese Wetten so ernst genommen, daß sehr häufig Männer zum Gericht kommen, um Klage gegen Freunde ober Bekannte

Doppelschicksal.

B. Chikago.

Türen, Decken vollgekritzelt, so daß man sich fragt, wie die Wünsche von weiteren vier Jahren hier noch Platz finden sollen. Ihre tiefste Sehnsucht ver­traue n die Manschen diesen Mauern an. Da kann man die edelsten, selbstlosesten und umfassendsten ten herbei. .

Wünsche lesen wie etwaFrieden auf der Welt" Railleur,hat mich zu morden versucht, um mich neben kleinen Privatwünschlein wieIch wünsche, zu beruhen, aber", fünfe er triumvhierend himu, daß Fred mich nicht unterfrieat!" Sehr oft findet1man beraubt einen Railleur nicht so leicht." Emer man die Worte:Glück und Gesundheit", ein flei- der Herren, die Herbeigeeilt waren, hatte inzwischen ner Schul'unge ab»r wünschte sich das G^aenteil den Revolver" aufgenommen, der bei dem Kampf von GesundHett. Er schrieb: ,Zch wünsche mir m Boden gefallen war, freit ihn dem taoferen Windpocken, wenn die Schule wieder anfängt!" Manne hin, brückte auf einen kleinen Knopf baran Auch bie Wünsche um Sieg im Fußball kehren unb - eine ---***n ---

ziemlich häufig wieder, ebenso um eine Stelluna,' ein Feuerzeug besonders von Frauen für ihre MännerIch hatte sich g-rat'e eine Zigarette g-mnmmen, als her wünsche mir, meine Familie wieder vereint zu Zua den Stoß erhielt, der Railleur so unsanft sehen!" ist ein Herzensaufschrei aus diesem Som», weckte ... Der allzuleicht erregte Herr aber mußte mer, unb ein anberer:Ich wünsche, mein Porte» vor dem Richter in Bordeaux erscheinen, der ihn

In Chikago starb infolge eines Autounfalls der Apotheker Armstrong. Am gleichen Tage, fast zu derselben Stunde geriet in dem ziemlich entfernten Littletown ein Arzt, Dr. Barry, unter einen Kraft- wagen unb würbe gleichfalls getötet. Beide hatten einen Schädelbruch baoongetragen. Diese Nachrich­ten, bie an sich kein außergewöhnliches Interesse zu bieten schienen, erregten bie höchste Aufmerksam­keit burch eine Reihe von besonderen Umständen. Dr. Barry und ber Apotheker Armstrong, bie mit-

Wassertropfen. Sie hatten sich während des Krieges in einem Feldlazarett, in das sie geschickt worden waren, fennengetemt. Jeder der beiden erzähtte, daß er bei der ersten Begegnung die Empfindung gehabt habe, fein Spiegelbild vor sich zu sehen.

Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft, die erst durch den Tod gelöst werden sollte. Als sie einander ihre Schicksale mitteilten, stellten sie fest, daß sie nicht nur körperlich einander rätselhaft ähnlich waren, daß sie auch auf den Milli­meter genau gleich groß waren, sondern daß auch ihr Lebenslauf völlig gleichartig gewesen war. Beide waren am 28. September 1884 geboren. Die Väter

den zu tun. Es gelang dem Mann in der Tat, bei seinem verwegenen Sprung in dem Kraftwagen zu landen, aber sein Gegner weigerte sich doch, bie vereinbarte Summe zu zahlen, da er behauptete, daß ber Spinger sich eine Schramme an einer Hanb zugezogen hätte. Nun soll das Gericht entscheiden, ob dadurch die Bedingungen der Wette nicht er­füllt waren. Ein Arbeiter aing eine Wette ein, daß er im Ablauf von zwei Stunden.oier Kilogramm Brot essen konnte, aber als er drei Kilogramm ver­schlungen hatte, mußte er ins Krankenhaus ge­schafft werden. Schließlich wettete ein Mann, er könne fünf Kilometer zu Fuß zurückleaen, während er einen Sack voll Bienen auf der Schulter trüge. Er hat die Wette sogar gewonnen, aber er hat bann geschworen, sich nie wieder auf ähnliche Wet­ten einzulassen, well er von den Stichen der Bienen in einen erbarmungswürdigen Zustand versetzt wor­den war.

Der Turm der Wünsche.

B. London.

In dem englischen Seebad Eastbourne steht ein alter Wach türm, von dem die abergläubische lieber- lieferung behauptet, daß er die magische Kraft be­sitze, Wünsche, die an seine Mauern geschrieben werden, in Erfüllung gehen zu lassen. Das Ver­trauen in die Macht des Turmes scheint groß zu sein und scheint im Laufe der Zeit eher noch zu wachsen als abzunehmen. In der Regel werden uQe fünf Jahre die Wünsch? abgewaschen, aber als­bald bedecken die Mauern sich mit neuen Wünschen. Ende vorigen Jahres wurden die Mauern zum letzten Male gesäubert, dieses Jahr aber brachte einen Rekord an Wünschen. Schon sind Wände,

lingen darin!" Ein Student wünscht sich, sein Exa­men zu bestehen, ein junges Mädchen, Schmispiele» rin zu werden, ein anderesRobert wieder zu sehen." Und so geht es weiter, der alte Turm wird zum Zeugen der tiefften Herzensregungen. Recht­fertigt er dieses Vertrauen? Die Aussichtsbeamten erzählen, daß oft Besucher wiederkomNien. um dankbar zu berichten, baß ber Wunsch in Erfüllung gegangen ist!

Nächtliches Abenteuer im Schnellzug.

B. C. K. Bordeaux.

In einem Abteil 1. Klasse des Schnellzuges Paris Bordeaux saß vor einigen Tagen ein Herr, M. Railleur, und las einen Detektivroman, in dem ein Raubüberfall in einem Zuge mit allen Einzel­heiten geschildert wurde. Der Eindruck war so grausig, daß der Reisende ein starkes Angstgefühl bekam, zumal er selbst auch eine große Summe Geldes bei sich hatte. In einer Station kam eine sehr schöne Dame in den Zug und in sein Abteil, aber M. Railleur war durchaus nicht entzückt, sie erschien ihm zu schön, zu gut gekteidet und auch aus ihren blanken Augen glaubte er zu lesen, daß sie keineswegs ungefährlich war. Inzwischen war es tiefe Nacht geworden, und chn überfiel eine große Müdigkeit, so daß er trotz aller Aengste ein- schlief. Plötzlich gab es eine Erschütterung im Zuge, Railleur fuhr jäh aus dem Schlafe, riß die Augen aus und sah die schöne Fremde vor sich, die den Blick fest auf ihn gerichtet hatte und einen winzigen Revolver in der Hand hielt. Mit einem Sprung war er auf den Beinen, griff mit ber einen Hand

Die tapferen Hunde eines Farmers in Pieters- burg in Transvaal retteten ihren Herrn davor, von einem verwundeten, durch den Schmerz rasend ge­machten Löwen zerrißen zu werden. Der verwun­dete Löwe hatte in einem Busch Zuflucht gesucht, und der Farmer benutzte seine Hunde, um chn von dorcher aufzujagen. In Bealettung des Farmers befanden sich noch ein Magistratsbeamter und ein Arzt aus Johannisburg, aber beide unbewaffnet. Der von den Hunden aufgeftöberte Lowe stürzte ÖUllv ullu uct -.......

aus dem Busch und griff die Männer an. Der Far- einander befreundet waren, ähnelten sich wie zwei mer riß fein Gewehr hoch und drückte ab, aber das "---*v

Gewehr versagte. Während er verzweifelt an dem Hahn rüttelte, um ihn frei zu bekommen, stürzte ber Löwe sich auf ihn unb warf ihn zu Boben. Der unglückliche Mann gab sich schon verloren, boch er hatte nicht mit seinen Hunben gerechnet. Diese reiz­ten den Löwen, der aufrecht über dem Körper des