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Hundert Lahre Amtsgericht Ulrichstein

Am Mittwochabend hatten sich die BDM.-Mädel zu ihrem ersten Gemeinschaftsabend im Studenten­heim zusammenyefunden.

Himmel und Erde müsien vergehn, aber die Musizi bleibet bestehn!" Dieses ßieb leitete den Musikabend ein. Die Untergauführerin Käthe Pfeffer sprach dann über den Sinn der Ge­meinschaftsabende, die der BDM. in diesem Winter erstmalig durchführt. Die Mädel wollen keine Tren­nung zwischen BDM.-Werk- und Mädelgruppen, sondern in gemeinsamer Arbeit das Ziel erreichen. Jede Arbeitsgemeinschaft des BDM.-Werkes wird im Laufe des Winterhalbjahres einen Abend aus­gestalten.

Das Orchester spielte dann zuerst ein Menuett von Beethoven. Darauf folgte ein Bouree von Bach und ein Menuett von Händel, zwei mehrstimmige Stücke für Flöten. Die Singschar brachte zwei Lieder in niederdeutscher Mundart: ,Lck wull wi wärn noch kleen, Jehann" undDat du min Leeosten büst". Gemeinsam wurde dann ein schwe­disches Volkslied gelernt. Wiederum spielte das

Als vor nunmehr hundert Jahren, am 31. Ok­tober 1838, die hessische Regierung die Bekannt­machung über die Errichtung eines Landge­richts zu Ulrich st ein erließ, wurde das Vo­gelsberg-Städtchen nicht zum erstenmal Gerichts­sitz. Schon viele hundert Jahre bis Anno 1820 war Ulrichstein Gerichtsstätte gewesen. Diese Bedeutung mag dem Städtchen durch seine zentrale Lage im oberen Vogelsberg, sowie durch das Ulrichsteiner Schloß zugekommen sein.

Als im Jahre 1820 das damalige Gericht und Amt in Ulrichstein aufgehoben wurden, wurde das Land­städtchen von einem Schlage betroffen, 1 der noch schwerer war, als der große Brand vor 175 Jah­ren. Das alte Ulrichsteiner Gericht hatte nämlich seinen Sitz auf dem damals noch völlig erhaltenen Schloß zu Ulrichstein. Nachdem das Gericht aufge- hohen war, stand das Schloß leer. Den staatlichen Vertretern und der Bevölkerung fehtte damals offenbar jeder historische Sinn. Infolgedessen kam es zum Verkauf des Schlosses um einige hundert Gulden an einen Privatmann, der nichts anderes mit den mächttgen Gebäuden anzufangen wußte, als sie auf Abbruch km veräußern. So verfiel das Schloß völlig, in dessen Gebäuden das Recht und auch die Freude einst jahrhundertlang eine erhabene Stätte hatten. Während nämlich in einem Teile des Schlosses das Gericht seinen Sitz hatte, feierte Ulrichstein im Rittersaal seine frohen Feste.

Der Abbruch des Schlosses rächte sich bitter. Nicht allein ein prächtiges Bauwerk war zerstört, sondern auch die Unterkunft für das Gericht. Was Fleiß, Macht und Kunstsinn in Jahrhunderten geschaffen, hatte der Unverstand in 18 Jahren vernichtet. Von dem Schlosse waren 1838 im wesentlichen nur noch die Grundmauern übrig. Der hessische Staat mußte sich daher zu einem Neubau für das Gericht ent­schließen. Dieser Neubau wurde dann im Jahre 1838 auf dem zum Schlosse gehörigen früheren Her­rengarten erstellt, der am Fuße der Burg mitten in der Stadt liegt. Mit welcher Schnelligkeit man schon vor hundert Jahren arbeiten konnte, sei bei­läufig verzeichnet. Nach einem Bericht des ersten Ul­richsteiner Richters hat er am 17. Oktober 1838 das neue Landgerichtsgebäude inspiziert und gemeldet, daß es in allen seinen Teilen vollständig hergerich­tet sei. Die Erstellung des Gebäudes war also danach 14 Tage vor dem Erlaß der Bekanntmachung über bie Errichtung bes Gerichtes vollendet.

Nach der Bekanntmachung der hessischen Regie­rung vom 31. Oktober 1838 über die Errichtung der damals als Landgericht bezeichneten Gerichtsbehörde wurde der Bezirk aus den Orten des Land­gerichts Schotten, nämlich Ulrichstein, Ba­benhausen II, Wohnfeld, Sellnrod mit Schmitten, Altenhain, Höckersdorf (das in der Bekanntmachung noch als Heckersdorf bezeichnet ist), Ober-Seiberten­rod, Feldkrücken und Kölzenhain, sowie aus den bisherigen Orten des Landgerichts Alsfeld: Felda mit Klein-Felda und Schelln­hausen, Stumvertenrod, Windhausen, Köddingen, Helpershain, Meiches und Kestrich gebildet.

Diese Einteilung des Gerichtssprengels hat wieder- hotte Abänderungen erfahren. Das Landgericht trat dann mit Wirkung vom 1. Dezember 1838 in Funk­tion. Der erste Richter war der Landrichter Cat- trein, der von Nidda nach Ulrichstein versetzt wurde. Die würdigen ersten Beamten waren der Hofgerichtssecretariatsaccestist Müller aus Gie­ßen, der Aktuar Stockmann aus Offenbach und der Grenzaufseher Georg Scharmann aus Gie­ßen. Andere Beamten kamen bald hinzu.

Im Jahre 1850 beantragte die Gemeinde Rebges- bam ihre Zuteilung zu dem Landgericht Ulrichstein. Zuvor war für Rebgeshain das Landgericht Lauter­bach zuständig gewesen. Durch Bekanntmachung der hessischen Regierung wurde 1853 diesem Gesuch ent» sorochen. Ferner wurden die Gemeinden Unter- Seibertenrod und Zeilbach aus der Zuständigkeit des Landgerichts Grünberg herausgenommen und dem Landgericht Mrichstein zugeteilt. Eine nachmalige Aenderunq des Bezirks erfolgte im Jahre 1908. als die Gemeinde Altenhain auf ihr Gesuch dem Amts­gericht Laubach zugeteilt wurde. Erwähnt fei noch, daß verschiedene andere Gemeinden im Laufe der vergangenm hundert Jahre Gesuche einqebracht

Schöner Abend im BDM.

Erster Gemeinschastsabend der BOM.-Werk- und Mädelgruppen in Sieben.

Orchester, und zwar eine Gavotte und einen Marsch von Bach, einen niederösterreichischen Marsch und einen Ländler, die mit großer Begeisterung ausge­nommen wurden.

Dann wurde das Wettsingen der vier Mädel­gruppen ausgetragen. Jede Gruppe mußte sogar noch ein Lied aus dem Stegreif fingen, da die Ent­scheidung schwer zu treffen war. Mit großer Span­nung warteten alle auf die Bewertung.

1. Sieger wurde die Mädelgruppe 4/116 Gießen- Ost; sie erhält als Preis das Buch des Führers.

2. Sieger würde die Mädelgruppe 1/116 Gießen- Süd; sie erhätt als PreisDas Lied der Getreuen".

3. Sieger wurden die beiden Mädelgruppen 2/116 und 3/116 Gießen-Nord und Gießen-Mitte. Als Preis bekommen sie je ein Heft vom Rügenlager.

Gemeinsam wurde nun das LiedHinterm Lusen funkelt der Wald" von Hans Baumann gelernt. Als Abschluß hörte man dann, von dem Orchester oorgettagen, dieDeutschen Tänze" von Schubert.

Es war ein sehr netter Abend, an dem alle viel Freude hatten.

WiederholungLin Sommernachlslraum".

Heute abend Wiederholung des großen Erfolges Ein Sommernachtstraum" von Shakespeare, nach der Uebersetzung von Schlegel textlich neubearbeitet und inszeniert von Herckann Schultze-Griesheim. Musik von Waaner-Mgeny. Musikalische Leitung: Paul Walter. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vor­stellung findet gleichzeitig als 2. Vorstellung für den KdF.-Feierabendring statt.

Spielplan des Sladllhealers Gießen vom 30. Oktober bis 6. November.

Am Sonntag, 30. Oktober, findet die 3. Morgen- Veranstaltung in Verbindung mit der Hitler-Jugend und der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" statt:Rufe und Lieder Sudetendeutscker". Der su­detendeutsche Dichter Hans Christoph Kaergel spricht über die Heimkehr der Sudeterrdeutschen ins Reich und lieft aus eigenen Werken. Es wirken fer­ner mit: Erwin Dugge, Willi Weber, Günter Win­kel, die HJ.-Singfchar und das HJ.-Orchefter unter Leitung von Joachim Popelta. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. Am Abend findet die Wieder­holung des großen OperettenerfolgesWiener Blut" von Johann Strauß statt. Musikalische Lei­tung: Joachim Popelka. Spielleitung: Gert Buch­heim. Tänze: Thea Maaß. Bühnenbild: Karl Löftler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr.

Dienstag, 1. November, Anfang.20 Uhr, Ende 22.45 Uhr:ErstaufführungRigoletto", Oper von ©uifeppe Verdi. Musikalische Leitung: Paul Walter. Inszenierung: Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete, 5. Vorstellung.

Mittwoch, 2. November, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr:Dantons Tod", Drama von Georg Büchner. Spielleitung: Dr. Hannes Razum. Mitt­woch-Miete, 6. Vorstellung.

Freitag, 4. November, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr:Wiener Blut", Operette in drei Akten von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Spielleitung: Gert Buchheim. Freitag- Miete, 6. Vorstellung.

Samstag, 5. November, Anfang 20 Uhr, End« 22.30 Uhr: Einmaliges Gastspiel Staatsschauspie­lerin Hermine Körner inFrau Warrens Ge­werbe", Drama in vier Akten von Bernard Shaw. Spielleitung: Helmut Kollek. Außer Miete!

Sonntag, 6. November, Anfang 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr: 4. Morgenveranstaltung. Uraufführung Der Narr mit der Hacke", ein Spiel von Eduard Reinacher. Spielleitung: Hermann Schultze-Gries­heim. Anfang 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr: Zum letztenmal:Der süßeste Schwindel der Welt", Luttspiel-Operette von Robert Stolz. Musikalische Leitung: Joachim Popelka. Spielleitung: Gert Buch­heim. Außer Miete!

Gesellschaft für Lrd- und Völkerkunde.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde tritt am kommenden Donnerstag in der Neuen Aula mit einem Vortrag an die Oeffentlichkeit. Professor Dr. Lauten fach (Greifswald), von feiner früheren Tätigkeit m Gießen hier gut bekannt, spricht über das ThemaRaum und Volk in der politischen Ent- Wicklung des Fernen Ostens".

Bann und Untergau 116 Weiterau.

Theaterring der Hitler-Jugend.

Alle Mitglieder des HJ.-Theaterringes, die für die Montaavorstellung keine Karten mehr erhalten konnten, besuchen die Mittwoch-Vorstellung am 2. November. Zur Aufführung gelangtDan­tons Tod". Die Karten können ab sofort auf der Danndienststelle abgeholt werden.

Kolonialabend in Gießen.

Am 5. November veranstaltet der Reichskolonial, bund, Kreisoerband Reichsbahn, unter Mitwirkung des Ortsverbandes Gießen im Gesellschaftshaus ,Llub" in der Sonnenstraße einen Kolonialabend. Dieser soll baw bienen, bie kolonialen Bestrebun­gen im deutschen Volke wackzurufen und zu för- dern. Die Rückerwerbung unserer Kolonien ist für uns eine der brennendsten Lebensfragen geworden. Es muß daher mit allen Mitteln für das Interesse um unseren Kolonialbesitz im deutschen Volke ge­worben werden. Der Deutsche Kolonialbund als Träger des Kolonialgedankens hat es sich zur Auf­gabe gemacht, hier die Führung zu übernehmen.

haben, zum Teil, um aus anderen Gerichtsbezirken dem Ulrichsteiner Sprengel zugeteilt, zum Tell auch, um aus dem Ulrichsteiner Bezirk einem anderen Gericht überwiesen zu werden. Diese Anträge wur­den jedoch abgelehnt.

Nicht uninteressant ist auch die Tatsache, daß sich die Gemeinde Groß-Felda ian Laufe der vergange­nen hundert Jahre zweimal um eine Verlegung des Gerichtsfitzes von Ulrichstein nach Groß-Felda be­müht hat. Das erste Gesuch wurde im Jahre 1860, das zwette Gesuch kurz nach der Jahrhundertwende eingebracht. Wohl mit Recht wurden die Anträge abschlägig beschieden, da die zentrale Lage von Ul­richstein bie Beibehaltung des Gerichtssitzes recht- fertigt.

Bemerkt sei auch, daß das Gerichtsgebäude im Jahre 1878 durch einen Anbau erweitert wurde, in dem der Aktenraum und der jetzige Sitzungssaal mit dem Beratungszimmer untergebracht sind.

E'm Jahr später, und zwar mit dem Jnkraft- treten der Reichsiustizgesetze am 1. Oktober 1879, erfolgte im Zuge der Vereinheitlichung des deutschen Rechts die Umbenennung des Landgerichts in A m t s a e r i ch t". Im Jahre 1935 rouroen schließ­lich die Justizbehörden aus der Länderverwaltung in die Reichsjustizverwaltuna übergeleitet. Diese Ueberleitung mag für den Außenstehenden nicht erkennbar jein, sie bedeutet aber für die einheit­liche Ausrichtung der Verwaltung im Deutschen Reich einen erfreulichen Fortschritt.

Erwähnenswert ist noch die Tatsache, daß bis zum Jahre 1930 an dem Amtsgericht Mrichstein zwei und zeitweise auch drei Richter tätig waren, während heute nur noch ein Richter mit dem üb­lichen Personal dort amtiert. Viele noch heute lebende hessische Richter haben in Ulrichstein segens­reich gewirkt. Alle ehemalige Beamten und Ange­stellten des Gerichts denken gern an die Zeit, in der sie in Ulrichstein gearbeitet und gelebt haben. Mag das Städtchen auch nicht an der Schlagader des Verkehrs liegen, so liegt es dock lieblich und schmiegsam an den Schloßberg angelehnt und bietet mit seinem landschaftlichen Reiz dem Fremden Ruhe und Erholung. Insbesondere gestattet der Schloßberg einen herrlichen Fernblick, wie man ihn nirgends sonst im Vogelsberg haben kann.

Die Geschichte des Städtchens ist einst reich an Ereignissen gewesen. Manchmal erschallte vor seinen Toren Waffenlärm und Kriegsgeschrei, und in seinen Mauern ist manche Fehde ausgetragen wor­den. Auch bedeutende Gäste hat Ulrichstein in feinen Mauern beherbergt. So find u. a. der Reformator Luther und später der Marschall Blücher bei der Verfolgung Napoleons am 2 8. Oktober 1813 in Ulrichstein Gäste gewesen. Für Gießen ist es nicht uninteressant, daß Blücher am anderen Tage seinen Weg von hier nach Gießen fort­gesetzt hat.

Mögen die letzten hundert Jahre an unmittel­baren Ereignissen in Ulrichstein nicht so reich und mannigfaltig gewesen sein als die frühere Zeit, so bedeutet doch gerade diese Epoche für das deutsche Volk einen Aufschwung von ungeahnten Ausmaßen. 1838 herrschte in Deutschland kleinstaatliche Zer­rissenheit. 1938 vollendete der Führer Adolf Hiller das einzigartige Werk der gesamtdeutschen Volk- werdung und Schaffung des Großdeutschen Reiches. Anfang und Ende der hundert Jahre mahnen uns zur Einheit im Glauben an die deutsche Sendung und Deutschlands Führer. Mögen die kommenden Jahrhunderte uns immer in diesem Glauben stark und unerschütterlich finden.

Mit diesem Wunsche verbinden wir auch die Hoffnung, daß das Amtsgericht Ulrichstein in kom­menden Zeiten au seinem bescheidenen Teile seine Aufgabe im Rahmen des großen deutschen Volkes erfüllt. Das soll das Gelöbnis aller Beamten und Angestellten des Amtsgerichts Ulrichstein sein.

Am Jubiläumstag Montag, 31. Oktober findet um 11 Uhr im Sitzungssaal des Amtsge- richts zu Ulrichstein ein Festakt statt. Am Abend, von 18 Uhr ab, wird ein Feuerwerk abgebrannt, dann ein Kamerad schaftsabend unter Be­teiligung der gesamten Bevölkerung von Ulrichstein abgehalten.

Wir sind ein großes Volk ohne Raum. Der Raum, den wir in unseren Kolonien besaßen, ist uns durch das Versailler Diktat genommen worden. Es gilt nun dafür zu kämpfen, daß dieses Unrecht roieoer gutgemacht wird. Es darf keinen deutschen Volks­genossen geben, der bei diesen Besttebungen noch absetts steht.

Der Kreisverband Reichsbahn, Ortsverband Gie­ßen des Deutschen Kolonialbundes, hat dafür ge­sorgt, daß die Veranstaltung einen dem Zweck ent­sprechenden würdigen und unterhaltenden Derlau nimmt. U. a. wirken mit Künstler vom hiesigen Stadttheater und dem Ballett. Es werden ferner eine ganze Reihe von Ueberraschungen, natürlich auch Tanz, geboten. Näheres wird noch bekannt- gegeben.

Treudienst-Ehrenzeichen in Gold.

Steuersekretär Fritz W oll gast beim Finanz­amt Gießen erhielt für 40jährige treue Dienste das Treudienst-Ehrenzeichen in Gold. Die Uederr ichung des Ehrenzeichens erfolgte durch den Amtsvorsteher in feierlicher Form.

Aus der Stadt Gießen.

Das Bilderbuch.

Kaum ein« Beschäftigung rft bei unseren Kindern so beliebt wie Bilderbücher bettachten. Immer und immer wieder können sie es tun: mit Andacht wird die bunte Kuh beguckt, bi« bie süß« Milch gibt, unb der kleine Finger tippt vorsichtig auf ben bösen Wolf, ob er auch nicht beißt. Brigitte pflegte, ganz rm Tone ber Mutter, babei zu sagen:oosichtig um« bättern!" Jeweils war ein bestimmtes Bild ihr liebstes: einmal war es ein Kind, dessen Puppe ka­putt gegangen war und das getröstet wurde, ein andermal wurde ein Fuchs, ber aus einem Busch heraussprang, um ein Häslein zu erwischen, mit angenehmem Gruseln immer roieber betrachtet.

Nun ist nicht für jede Mutter das gekaufte Bilderbuch befriedigend. Was tun? Weihnachten ist nickt mehr allzu fern, unb ein neues Biloerbuch soll doch auf bem Gabentisch liegen. Wir kleben also selber eins!

Man sammelt erst eine Zeitlang Bilder. Man sollte gar nicht denken, wieviel da zusammenkommt: Posttarten, bunte Werbesachen, Bilder aus Ka­lendern und Zeitschriften »sw. Dann besorgt man sich beim Buchbinder ein Tube Klebstoff unb bünne, helle Pappblätter (falls man nicht etwas geeignetes zuhause hat), bie man zusammenheftet. Als Deckel nehme man eine etwas stärkere Pappe, die Vorder- feite beklebt man mit buntem Glanzpapier in Vier­ecken ober Streifen. Das Buch, dessen Dicke und Größe wir nach unserem Bildervorrat bestimmen, ist nun fertig.

Hieraus geht es ans Einkleben der Bilder. Aus die erste Seite etwa kommen bunte Albumbilder: Blumen unb Kinber. Auf die zweite Seite kleben wir Tiere, das ist ber Zoo. Die dritte Seite heißt: die Küche. Mutter steht am dampfenden Herd, um sie herum sind lauter Küchengeräte oder alle Ge­müsearten (Schild einer Konservenbüchse), oder auch olle Obstsorten. Das Kind lernt bann spielend alle Namen, wenn man sie ihm ein paarmal dazu ge­sagt hat. Eine andere Sette heißt: Geburtstag! Ein Kuchen unb ein Pudding, Lichtchen, Spielsachen und allerlei Nützliches sind um das lachende Kind herum geklebt. Natürlich gibt es auch ein« Seite Oftenv: ein Osterhase, Eier, Küken, ein Sttauß Kätzchen (aus Postkarten).Weihnachten" ist ein Bi'd aus einem Kalender.

Selbstverständlich kann man auch allerlei auf eine Seite kleben, und wer Zeit und Lust dazu hat, schreibt gleich Verse darunter.

Also, liebe Mütter, macht euch diese kleine Mühe, Unb ihr werdet die große Freude erleben, daß euer Kind lange mit solch einem Bilderbuch be­schäftigt ist! E.L. St

Dornoiiren.

Tageskalender für Samstag.

Stadttheater: 20 bis 22.45 UhrEin Somrner- nachtsttaum". Gloria-Palast, Seltersweg: ,Llrn seidenen Faden". Lichtspielhaus, Bahnhofftraße: Melden in Spanien". Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.

Tageskalendec für Sonntag.

Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr Morgenveran- ftaltung in Verbindung mit ber Hiller-Jugend unb ber NS.-Gemeinschaft ,Kraft burch Freude", Rufe unb Lieber Sudetendeutscher, Hans Christoph Kaergel liest aus eigenen Werken. 19 bis 22 UhrWiener Blut". Gloria-Palast, Seltersweg:Am jeibenen Faden". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Helden in Spanien". Oberhessifcher Kunstverein: 11 bis 13 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.

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Wechsel in der Leitung desReichsbahn-Berkehrsamtes Gießen

Der Vorstand des Reichsbahn-Verkehrsamtes Gie­ren, Reichsbahn-Oberrat N i e r m a n n, ist zum 1. November 1938 nach Koblenz versetzt worden, um dort die Leitung des Reichsbahn-Verkehrsamtes 1 zu übernehmen.

Reichsbahn-Oberrat Niermann übernahm am 1. Oktober 1933 die Leitung des hiesigen Reichsbahn- Verkehrsamtes. Während ber verhältnismäßig kurzen Tätigkeit auf bem hiesigen Amte hat es Reichsbahn- Oberrat Niermann verstanden, sich die Sympathien weiter Verkehrskreise zu erwerben; so konnte er Wünsche auf eine bessere Fahrplangestaltung auf ben oberhefsischen Bahnlinien, auf ber Main-Weser-Bahn unb auf ber Sieg-Bahn erfolgreich vertreten. Mit befonberem Eifer widmete^er sich ben Aufgaben einer neuzeitlichen Verkehrswerbung unb ber Schulung bes Personals zu verkehrsgewanbten Eisenbahnern. Be- onbers ließ er sich auch bie sorgfältige Pflege der Verkehrsbeziehungen zu den in feinem Amtsbezirk liegenden großen und kleinen Jnduftriewerken, wie der Hütten- und Bergbetriebe, der Ofen- und Herd- inbuftrie an der Lahn, Dill unb Sieg, der Stein­brüche im Westerwald, der Werke in der Wetterau und im Taunus u. a. m. angelegen fein.

Eine Gefolgschaft von etwa 750 Derkehrsbedienste- ten auf den 175 Dienststellen des Amtsbezirks, der sich über die Strecken von Vilbel über Friedberg bis Siegburg (vor Köln) und die zahlreichen Neben­strecken auf etwa 675 km erstreckt, sieht ihren bei aller Wahrung ber dienstlichen Belange sozial und gerecht denkenden Amtsvorstand ungern scheiden, denn er hatte für jeden, mochte er Beamter oder Arbeiter sein, ein offenes Ohr unb Herz. Es wird deshalb allgemein bedauert, daß Reichsbahn-Oberrat Niermann von seinem Gießener Posten scheidet; es war jedoch sein Wunsch, wieder nach dem Rheinlande zu kommen, in dem er lange Jahre tätig war.

Als Nachfolger ist Reichsbahnrat Dr. jur. Nölle von ber Reichsbahnbirektion Königsberg (Pr.) nach hier versetzt worben.

Ausgabe der Volksgasmasken

nur gegen Anweisungsscheine.

Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird noch­mals ausdrücklich darauf hingewiefen, daß die Der- paffung und Ausgabe der Dolksgasrnasken nur nach Abgabe der Z u w e i su n g s s ch e i n e erfolgen kann, die ausschließlich von den Blockwal- tern der NSV. verkauft werden. Die Ausgabe der Zuweisungsscheine obliegt den zuständigen NSV.- Ortsgruppen.

In den Verpasiungsstellen sind Zuweisungsscheinr nicht erhältlich. Diese Maßnahmen sind aus or- gamsatorischen Gründen notwendig.

Wer noch keine Zuweisungsscheine für sich und seine Familie besitzt, wend« sich umgehend an seinen NSV.-Blockwalter, oder an bie zustünbige NSD.» Ortsgruppe und komme bann mit den Zuweisungs- scheinen zum Aufproben ber Volksgasmasken in r 2 nächste Derpassungsstelle: NSD.-LagerEinhorn", Lindenplatz 1, Eingang Kirchenplatz, ober Geschäfts- stelle der NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord, Walltor- straße 38 (Vorderhaus), di« täglich von 15 bis 20 Uhr geöffnet sind.

Zweite Standort-Keitjagd.

mit 110 Teilnehmern.

Für den gestrigen Freitag nachmittag war die zweite diesjährige Standort-Reitjagd unserer Gar­nison von der 13. (IG.) Kompanie unserer 116er angelegt worden. Das Stelldichein war auf den Wiesen neben dem Militärschwimmbad an der Grünberger Straße. 110 Teilnehmer waren zu die­ser zweiten Standort-Rettjagd erschienen, davon 47 Offiziere, ferner Kameraden aus den Forma­tionen ber ff, der Reiterstandarte der SA., sowie Anaehörige bes Reit- unb Fahrvereins Gießen; auch brei Damen im schmücken Reitbreß nahmen an der Jagd teil. Generalleutnant Oßwald war als Jagdherr auch diesmal wieder dabei.

Die Jagd war sehr abwechslungsreich angelegt Es ging über weite Wiesenflächen, es gab Graben­sprünge, Kletterstellen im Wald, es war durch eirt dichtes Waldstück zu reiten, über gefällte Däumq zu springen usw.» so daß an bas Können der Retter allerlei Anforderungen gestellt wurden. Außerdem war die Strecke, gegenüber der ersten fReitjagb, ver­längert worden; sie betrug etwa 3,5 Kilometer. Für die Zuschauer war es schr unterhaltsam, von et*