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Grad. — Erdtemperaturen 28. Juli: abends 23,8 Grad; 19,6 Grad. — Niederschläge scheindauer 11,6 Stunden.
in 10 cm Tiefe am am 29. Juli: morgens 0,2 mm. — Sonnen-
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Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (in Urlaub, i. V.: Dr. Fr. W. Lange); für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 38: 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Jllu- strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
— Handbuch der deutschen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Wilhelm Peßler, Direktor des Vaterländischen Museums Hannover, in Verbindung mit namhaften deutschen Volkskundlern. 305 Kunstdruck-Textbilder, Bilderbeilagen und zahlreiche Vierfarbentafeln. Preis pro Lieferung 1,80 RM. Akademische Verlagsgesellschaft Achenaion, Potsdam. —(210)— Mit Beiträgen von grundlegender Bedeutung erweitern die neuerschienenen Lieferungen 31—33 den reichen Inhalt des „Handbuchs der deutschen Volkskunde". Der „Tanz im deutschen Volke" ist ein Thema, das über das wissenschaftliche Interesse hinaus Beachtung bei einer großen Leserschaft finden dürfte. Die gestaltenden Grundkräfte beim Tanz, die Geschichte der Tanzform, Tanz und Brauchtum sind einige der wesentlichsten Gesichtspunkte der Darstellung. Dann behandelt Professor Dr. Lutz Mackensen (Riga) „Das Volksmärchen", eine reiche, zaubervolle Welt. Das Thema führt Dr. Paul Zaunert in feiner Arbeit „Sage und Legende" fort. Auch hier schaffen wissenschaftliche Sachlichkeit, Allgemeinverständlichkeit und die Unmittelbarkeit der Schilderung einen starken Gesamteindruck. Zwei Beiträge endlich über das Volkslied, das Dr. Franz Gotting von der sprachlich-textlichen, Professor Dr. Josef Müller-Mattau von der musikalischen Seite her darstellt, runden dies Gebiet der Volkskunde ab.
— Friedrich Lorenz: Sokrates, Roman. F. Sveidelsche Verlagsbuchhandlung, Wien IX. Preis in Leinen gebunden 7 RM. — (96) — Das Buch führt uns "in der Zeit der Blüte und des Unterganges Athens. Wir erleben Krieg unö Nachkriegszeit," den Sieg überlegener Führerbegabung über Parteienhader und den geistig-sittlichen Verfall einer einzigartigen Kulturepoche. Diesen Rahmen spannt der Autor um Sokrates, der seinen Mitbürgern den Weg aus der seelenlosen Wirrnis der Zeit weist und für seine Ueberzeugung in den
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Wetterbericht
lieber England ist durch die Verstärkung der atlantischen Wirbeltätigkeit eine lebhafte West- strömung in Gang gekommen, die sich bis nach Mittelepropa bemerkbar macht. Kühlere Luftmassen, die dabei zeitweilig bis nach Mitteleuropa gelangen, führen Gewitterstörungen mit sich. Doch wird im ganzen freundliches Wetter erhalten bleiben.
Vorhersage für Samstag: Heiter bis wolkig und im allgemeinen trocken, mäßig warm.
,£ob gehen muß. Nicht so sehr der Denker ms der Mensch Sokrates ersteht vor unseren Augen, der nie verzagende Kämpfer, der seine Erkenntnis dem Alltag einer leidenden Menschheit praktisch dienstbar zu machen suchte. Das Werk gipfelt in der Geschichte der Ehe eines weltabgewandten Denker; und der Xanthippe, der lebenshungrigen Frau, die, auf dem Boden der Wirklichkeit fußend, um ihr Lebensrecht als Weib und Mutter kämpft. Ein alter Geschichtsirrtum wird damit berichtigt. Auch die Liebesgeschichte des Perikles und der Aspasia, die dem Mannesdünkel im alten Athen die seelische und soziale Befreiung der Frau abtrotzen wollte, spielt in den Gang des" Romans hinein.
— Die langePeitsche. Von Jane B. Walden und Stuart Paine. (Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Gebd. 6.— Mark.) — 132. — Ein fesselndes Buch aus der Welt der Arktis am Südpol. Aber keines der üblichen Polarfahrtenbücher, sondern ein ganz eigenes Buch. Hier steht nicht der Mensch im Mittelpunkt des interessanten Berichts, auch nicht die wissenschaftliche Forschung, sondern die Hunde, die Polarhunde. Und mit welcher schönen Liebe zum Tier wird hier berichtet! Der Weg, die Schicksale und die Leistungen der Schlittenhunde werden hier mit viel Liebe und Humor von zwei Teilnehmern der Südpolexpedition des Adrnirsls Byrd erzählt. Es find wilde und starke Tiere, mit wolfshaften Instinkten, die aus ihrer kanadischen Heimat die weite Seereise antreten, die vor Einbruch der Winternacht über die Eisbrüche der Roßbarre die Schiffsladung nach der Station Klein-Amerika verbringen, in ihrer unterirdischen Hundestadt die dunkle Einsamkeit bis zum Trübsinn oder zur Raserei kennenlernen, dis endlich die Freiheit wieder winkt, das Licht und die unendliche Weite des ewigen Eises. Der beste von ihnen, der Leithund Jack, führt unbeirrt 1163 Kilometer die schwerbepackten Schlitten schnurgerade nach Süden
Fernruf Nr. 2145 — 2146
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Unsere Mitglieder, deren Angehörige, Freunde und Bekannte werden hiermit nochm. erinnert an ben Tana- und
Unterhaltungs- Abend am Sams* tao, dem 30. Juli, 20.30 Uhr, au! der Karlsruhe. 6oooD
Deutsche
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Ortsv. Gießen.
Südwestliche Winde.
Vorhersage für Sonntag: Meist aufgeheitert und mäßig warm, nicht beständig.
Lufttemperaturen am 28. Just: mittags 27 Grad Celsius, abends 19,2 Grad; am 29. Juli: morgens 14,3 Grad. Maximum 27,4 "" c
Aus der Natur (Oer Naturforscher)
Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgegeben von
Oberstudienrat Dr.R. Rein und prof.Or.W.Schoenichen.
.Aus der Natur" unterrichte« fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Gebieten der Naturwissenschaften und Technik. Es ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondem auf Gehalt eingestellt ist.
Vierteljährlicher Bezugspreis: O. 230. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. — Oer Äezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen.
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Am 27. Juli entschlief nach einem arbeitsreichen Leben unsere liebe Mutter und Großmutter
Elisabeth Müller
5 im Alter von 77 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Fatfiilie Wilhelm Müller.
Gießen (Dammstraße 48), den 29. Juli 1938.
Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30. Juli, vormittags 11.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
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bis an die großen Berge. Und die Krönung ist der Aufstieg der Wissenschaftler auf den Thorne-Gletscher. Ein ungekünstelter Tatsachenbericht, ohne romanhafte oder fabulierende Züge. Ein Buch der Freundschaft und des Dankes für den edlen Leühund Jack, der auch einmal, wie alle anderen, „die lange Peitsche" hat spüren müssen, ehe er dem Gesetz der Meute untertan war. Das Buch fesselt den Leser vom An- fang bis zum Ende in hohen Maße.
— Hitler in der Karikatur der Welt. Tat gegen Tinte. Ein Bildsammelwerk. Verlag Braune Bücher, Berlin, Karl R-entsch, Vertrieb Gustav Weise G-m. b. H., Berlin SW 68. - (218) — Der Wert dieses Sammelbandes von Karikaturen des Führers liegt darin, daß diese Karikaturen mehr als alle anderen gegnerischen Stimmen für den Führer zeugen. Denn jedes Bild beweist, wie falsch die Welt Adolf Hitler gesehen und beurteilt hat. Seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe, die hier seinerzeit ausführlich besprochen wurde, sind vier Jahre verstrichen, in denen die nationalsozialistische Bewegung zur Genüge bewiesen hat, zu welchen Leistungen sie fähig ist. Trotzdem ist der Text dieser jetzt vorliegenden Volksausgabe der gleiche geblieben. Denn jeder weiß heute aus eigener Anschauung, die Argumente der Gegner zu entkräften. So wirken diese Karikaturen ganz aus sich als die schlagkräftigste Widerlegung all der hami» schen Kritik und all der törichten Prophezeiungen, mit denen die Feinde des Nationalsozialismus das deutsche Volk vor der nationalsozialistischen Erhebung bange zu machen versucht haben.
MIMnMIoLllgtsJ am Sonntag, 31. Juli, ab 4 Uhr, in Kinzenbach bei Gastwirt Georg Bepler (früher Peusch).03440
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Der Gegen des Ackers.
Drei lange Jahre donnerten nun bereits die Geschähe in Ost und West. Immer mehr Kränze mui'jen an die alte Kirchenmauer geschlagen. Jedes dieser Trauerzeichen war einem Sohne des Dorfes geweiht. Nicht ferne davon aber — hart an der Straße — wuchsen kleine Gräber auf. Was dort der Kranz kündete, meldete hier ein kleines Kreuz: Opfer des Krieges! Sinnend schritt der alte Lehrer des Dorfes, um dessen Haupt schon das Weiß des Alters flatterte, über die Ruhstatt der Toten. Er hatte sie alle wachsen und nun sterben sehen, deren Erinnerungszeichen man an diesen stillen Ort brachte. Und wie er so still dahinschritt und über den Sinn des großen Mordens nach- ' dachte, blieb fein Blick an einem Kindergrabe haften. Blieb haften eine kurze Spanne nur und strich dann fast zärtlich über einen großen Kranz, gewunden aus den Blumen des Feldes, hin. Die gleichen Namen las er. Hier und dort wurden Vater und Sohn Opfer der Schlacht, einer weit draußen im Osten durch eine feindliche Kugel; das Kind hier ein Opfer der Hungerblockade.
Wie war es doch damals gewesen 1914, als der Vater auszog? Er, der stille Arbeiter von der nahen Zementfabrik, hatte Tag für Tag feinen Dienst ohne Murren getan. Ein Stiller im Lande war er gewesen. Still auch zog er dann hinaus, als der Krieg kam. Nur mit wehen Augen sah er noch einmal über sein Kind und die alte Mutter hin. Seme Frau ruhte längst auf dem Friedhof. Und dann stand er plötzlich draußen im Toben der Schlachten. Karge kurze Urlaubstage verbrachte er im ersten Kriegsjahr noch voll innerer Freude. Wenig Briefe nur schrieb danach die alte Mutter. Sie erzählte ihm von den Sorgen des Dorfes, von dem Wachsen des Buden, und nur hin und wieder einmal klang ganz zart etwas von der großen äußeren Not durch, die nun begann, auch nach ihrem alten Leben zu greifen. „Nur gut", so schrieb sie, „daß es dem Kinde noch wohl geht. Aber wann ist dieser Krieg zu Ende, der sich nun schon gegen uns Frauen und Kinder wendet?"
Als Alfsen diesen Brief erhielt, schaute er eine Weile vor sich hin und dann mit hartem Blick durch die Schießscharte über das Niemandsland zum Graden des Feindes. Man hätte in dieser Stunde den stillen Mann von einst wohl kaum wiedererkannt. „D g s i st M 0 r d", schrie es in ihm, „was die dort drüben gegen die Unschuldigen daheim vollbringen. Block a b e nennen sie ihr Vorhaben. Blockade, weil sie wohl nicht Mord jagen mögen. Sie finden nicht die Kraft, den deutschen Soldaten zu besiegen, wohl aber den traurigen Mut, gegen Kinder und Frauen den Hunger zu stellen!" Ein paarmal riß er den Abzugsbügel hart durch, drei Schüsse petschten zum Feinde hin.'Da legte sich eine Hand auf feine Schulter. Sein Leutnant war es — fast ein Knabe noch; aber nicht mehr zu jung, um nicht in der Seele dieses Mannes zu lesen. „Schlechte Nachricht von zu Haus?" fragte er, „lassen Sie den Kopf nicht hängen, Alfsen! Wir, Sie und ich, können nichts tun als nur den Ring sprengen zu helfen. Sehen Sie, wenn unser Volk einmal wieder berufen sein sollte, sein Geschick auf die Spitze des Schwertes zu legen, dann muß es so frei und unabhängig sein, daß keine Blockade ausreicht, den Hunger in das Land zu tragen. Niemand auch darf uns so in der Gewalt
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wie immer seinen Dienst weiter gemacht. Als sem nächster Urlaub fällig war, fuhr er nur heim, um sein Kind zu begraben. Die Dorfbewohner sind ihm scheu ausgewichen, wenn er durch das Dorf fchritt zu feinem leeren Haufe hin. Er ist auch nur wenige Tage daheim geblieben. Als er fortging, legte er dem Jungen feines Kameraden, der feinem Kinde die letzten Stunden des Lebens verschönte, die Hand auf den Kopf und sprach: „Denk an den Segen der A e ck e r !" Niemand hat ihn verstanden, das Kind nicht und auch nicht der Kamerad! Wir aber wissen, daß in dieser Stunde in dem einfachen Manne das große Erkenneck wach war: Ein Volk kann nur leben, wenn es unabhängig ist vom Ausland in den entscheidenden Gaben des Lebens. Sie heißen: Brot und Eisen!
Was damals einige wenige erkannten, ist heute dem gesamten Volke zum Bewußtsein ^etommen. Unsere Jungen und Allerjüngsten sind sich bereits dessen bewußt, daß nur ein wehrhaftes, unabhängiges Volk auch ein starkes Volk fein kann. In den Schülerarbeiten des großen „Hilf-mit!"- Wettbewerbes „Volksgemeinschaft — Schicksalsgemeinschaft kommt dieses Erkennen sichtbar zum Ausdruck.
1 Henrich Hansen.
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haben, daß wir keine Munition und keine Geschütze mehr bauen können. Unsere Generation wird das wohl nicht mehr schaffen, aber ich glaube h i e nadjuns kommen, werden es zwingen." Langsam, mit schweren, hängenden Schultern war der Arbeiter daraus von dem Auftritt nach unten gestiegen. Nun schaute er rückwärts über das Land hin, goldene Saat wuchs auf den Aeckern. Da begriff der einfache Mann, daß jeder dort drüben den Sieg fchon in der Tasche trug, denn unabhängig von der Sorge um ein Stückchen Brot und um jede Patrone braucht man nur den Mut, um siegen zu können. .,
Immer eiserner schloß sich der Ring der Feinde nun in den nächsten Jahren um Deutschland, und immer enger schnürte man in Deutschland den Riemen. Die Friedhöfe draußen und daheim wuchsen und wuchsen. Um diese Zeit war es, als den Soldaten ein Brief erreichte, in dem zu lesen stand von dem Tod der Mutter. „Dein Junge", so schrieb sein kriegsverletzter Kamerad, „ist nun zu uns gekommen. Wenig zwar können wir ihm geben! Wolle Gott, daß sein schwacher Körper weiter diese Zeit erträgt, damit Du vor neuem Leid bewahrt bleibst." Als Alfsen diesen Brief gelesen, hat er nur ein paarmal trocken aufgeschluchzt, dann aber still
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