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Familie Rothschild zur Verfügung gestellten Sum­men tür Reisen der Hintermänner des Hilfskomitees aufgebraucht worden sind, die offenbar mit ihrer eigentlichen Zweckbestimmung nicht zu vereinbaren sind. Die Vertreter des Komitees hätten zunächst teure Autos angeschafft und in den luxuriösesten Hotels einen guten Tag gelebt, während bie mit Versprechungen über die Grenze gelockten kleinen Angestellten und ehemaligen Amtswalter der Vater­ländischen Front im Obdachlosenasyl woh­nen und sich von Almosen nähren müßten.

Es herrschte dann völlige Uebereinstimmung dar­über, daß mit einer groß angelegten Aktion nochmals durch Erregung von Mit­leid die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit a u f Oesterreich gelenkt werden müsse. Zu die- .sem Zweck wurde ein Komitee eingesetzt, dem u. a. fünf aus Wien geflüchtete Mische Redakteure an­gehören. Die Mittel hoffte man zum Teil von der S o w j e t b o t s cha f t in Paris zu er­halten. Der Jude Bondy aus Wien, früher Berlin, erhielt den Auftrag, auf die tschechische Presse einzmvirken und dabei das Argument Zu verwenden, daß Aussicht bestehe, mit einem Trommelfeuer von Meldungen über Gegensätze, Not, Hunger und Niedergang in Oesterreich die Sudetendeut«- schen abzuschrecken. Es wurde festgesetzt, daß die Lancierung von Meldungen am 16. und 17.6. gleichzeitig in Paris, London, Präg und Warschau beginnen soll. Besonderer Wert solle auf die Be­arbeitung der nachrichtenhungrigen Korrespondenten französischer, englischer und amerikanischer Blätter in Prag gelegt werden, die auf alles herein­fielen, wenn es nur gegen Deutschland gerichtet sei und ihnen mit dem Schein der Wahr­heit übergeben werde.

Deutschland

lebt in unseren Enkeln.

Der Reichsführer ff auf der Arbeitstagung des NSD.-Dozentenbundes.

A l t - R e h s e (Mecklenburg), 28. Juni. (DNB.) Auf der Reichsarbeitetaguna des NSD.-Dozenten­bundes sprach Reichsführer ff Himmler. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte er den Ge­danken, daß unser Volk nicht zu ewigem Leben gelangt über den Verstand, sondern nur über das Herz und das Gefühl. Aus dem Herzen komme die innere Erfüllung der Gesetze der Natur, kämen die schöpferischen Kräfte, die unser Tun und Lassen über den Alltag hinaushöben und den tieferen Sinn unseres Daseins erfühlen ließen. Auch die Wissen­schaft werde nur dann bestehen, wenn sie nicht allein aus der Vernunft komme, sondern ausderTiefedesHerzens. Wenn wir heute so großen Wert auf die Erforschung und Feststellung der Ahnen legten, so täten wir das nicht aus äußeren Gründen, sondern um den Menschen wieder in den Kreislauf der Natur: Ahne Lebender Enkel einzufügen. Die einzelnen Felder auf der Ahnentafel sollten lebendig wer­den, sie sollten zeigen, woher wir kommen, und jeder solle in den verschiedenen Feldern ein Stück seiner selbst wiedererkennen. Achtung vor den Ahnen werde so zu einer wesentlichen Voraussetzung für die innere Neugestaltung unseres Lebens und zeige uns: Jeder einzelne ist an feinem Platz verpflichtet, weil er das Leben seines Geschlechts weiterführt, und weil mit feinem Versagen eine Ahnenreihe erlischt. Und doch sind wir wieder unwichtig vor dem Blick der Jahrhunderte, weil wir ja nur ein kleines Glied in der langen Kette der Geschlechterfolge sind.

Dieses Gefühl für den Kreislauf der Natur führe zum zentralsten Problem der Gegenwart: Wird unser Volk weiterleben ober geht es unter? Unser Dasein werde skhnlos, wenn wir nicht die Möglichkeit hätten, das weiterzubauen, was unsere Vorfahren schufen, und wenn wir nicht wüßten, daß durch uns das Volk weiterleben wird. Nicht materielle Mittel allein schüfen hier Wandel. Die Voraussetzung für das ewige Bestehen des Reiches fei die seelische Neuformung des deutschen Menschen. Es gelte, zu den Gesetzen des Lebens zurückzukehren und das Volk zu lehren, daß Kinder keine Last, sondern die Pestäti- gung und die Erfüllung unseres Daseins find. In unseren Enkeln lebe Deutschland weiter. Dadurch kämen wir zum selbstverständlichen Glauben an Gott und zur Achtung vor seinen weisen Gesetzen, und von hier aus werde uns auch das Wunder gelingen, aus einem sterbenden Volk ein ewig lebendes zu machen.

Im Kampf

um die Volksgesundheit.

Bochum, 28. Juni. (DNB.) In diesen Tagen sind in Bochum die Leiter der Abteilungen Volks­gesundheit der Aemter für Volkswohlfahrt zu einer Arbeitstagung versammelt. Der Dirigent des 'Amtes für Volkswohlfahrt, Dr. med. Walter, erklärte, die Aufgabe für die Zukunft liege vor allem in Verhütungs- und Vorbeugungs­maßnahmen, um das Volk vor gesundheitlichen Schäden zu hewahren und es in allen feinen Glie­dern gesund zu erhalten. Wichtigste Sonderausgaben seien die Bekämpfung der Tuberkulose und der Säuglingssterblichkeit. Der ziel- bewußten Aufklärungsarbeit des Amtes für. Volks­gesundheit fei es gelungen, die Sänalingssterdlichkeit in Deutschland von-7,9 v. H. auf 6.8 v. H. herab­zudrücken, das bedeute, daß in einem Jahr 3 00000 Kinder mehr am Leben er­halten blieben. Die NSV. habe bisher rund 23 Millionen RM. für Kinderwagen, Säuglings­körbe und Säuglingsausstattunaen ausgegeben. Deutschland besitze heute 150 000 Kindergärten und 120 000 Ernte-Kindergärten, die von der NSV. be­treut werden. Auch der R e i ch s m ü t t e r d i e n st sei fortgesetzt ausgebaut worden.

Die ersten Ausbürgerungen in Rumänien.

Bukarest, 28. Juni. (Europapreß.) Das Amts blatt veröffentlicht die ersten auf Grund des neuer Gesetzes über den Verlust der rumänischen Staats bürgerschaft wegen staatsfeindlicher Be t ä t i g u n g .erfolgten Ausbürgerungen. Es handelt sich um den früheren Gesandten Rumäniens in Washington, Carol Davila, der trotz mehrfacher Aufforderung der rumänischen Regierung nicht nach Rumänien zurückgekehrt ist und in Amerika ein« gegen den rumänischen Staat gerichtete Tätigkeit entfaltet haben soll: weiter um den früheren Presse Attache in Paris, Schachmann, der zuletzt Ver­treter mehrerer Bukarester Zeitungen in Paris, dar-

Wer bezahlt den Abtransport der Freiwilligen?

Nur Moskau macht neue Einwände im Nichteinmischungsausschuß.

L o n d o n, 29. Juni. (DNB.) Die heutige Sitzung des Hauptunterausschusses des Nichteinrnischungs- ausfchusfes hat das Ergebnis gebracht, daß Eng­land, Frankreich, Deutschland und Italien sich über die Frage der Finanzie­rung der Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien vollkommen geeinigt haben und s i ch in bie Hauptkosten teilen wollen. Die Sowjetunion, deren Vertreter auf ber Sitzung saft bei jebem Punkte Einwendungen machte, hat es abgelehnt, einen Beitrag für bie Unter­bringung unb Verpflegung ber Freiwilligen in ben Evakuierungslagern in Spanien zu leisten. Die Sowjetunion hat sich lebiglich bereiterklärt, e i n Fünftel ber Kosten zu tragen, bie burch Einsetzung en ne sInternationalen Mechanismus" entstehen. Die wenigsten Schwie­rigkeiten hat im Nichteinmischungsausschuß die Frage des Rücktransportes der Frei­willigen auf dem Seewege gemacht. Hier hat sich jede Regierung bereiterklärt, die Rück-, transportkosten ihrer eigenen Staats­angehörigen zu tragen.

Die konservative Presse beschäftigt sich in scharfen Worten mit ber sowjetrussischen Obstruktionspolitik. Daily Telegraph" spricht von einem Wort- duell, das sich in ber Sitzung zwischen dem sow­jetrussischen Geschäftsträger Kagan und dem Sekre­tär des Ausschusses, Hemming, ereignet habe und bedauert, daß die Sowjetunion bisher nichts zu einer beschleunigten Lösung dieser Frage beigetra­gen habe, sondern nach wie vor bemüht sei, Schwierigkeiten zu machen.

Der Ausschuß zur Luiersuchuug der Luftangriffe.

Paris, 28.Juni. (Europapreß.) In Toulouse wird am Dienstagabend der Ausschuß zur Unter- uchung ber Luftangriffe auf offene panische <51 ä b t e eintreffen. Er wirb aus einem Englänber, einem Schweben unb einem Nor­weger bestehen, deren Namen noch nicht bekannt ind. Ueber bie Teilnahme Hollanbs an dem Ausschuß schweben noch Verhanblungen. Toulouse liegt etwa 140 Kilometer von der Pyrenäengrenze entfernt, die Mitglieber bes'Ausschusses werben aber unter Umftänben zu ihren Besuchen in ben ange­griffenen spanischen Stäbten sehr große Umwege machen müssen. WieParis Soir" mitteilt, wird ber Ausschuß jeweils auf Verlangen ber einen ober anberen spanischen Partei zur Un-

Hongkong, 28. Juni. (Europapreß.) Die ge­rüchtweise umlaufende Meldung von einer Landung japanischer Truppen an ber Norbo st grenze von Kwantung wirb in Kanton von ben chine­sischen Behörben amtlich zugegeben. Danach finb am Sonntag sieben japanische Kriegsschiffe an ber Küste des an bie Provinz Fukien angren-

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zenden Bezirks der Provinz Kwantung, I i u p i n g, erschienen unb haben nach vorhergehenber Beschie­ßung ber Küstenorte zunächst 600 Mann japanischer Truppen gelandet. Kurze Zeit später liefen bie Kriegsschiffe noch einmal bie Küste an und lan­deten weitere Truppen, so daß nunmehr 2000 Japaner bie Provinz Kwantung betreten haben. Den Chinesen ist es bisher.nicht gelungen, die Japaner zurückzuwerfen. Die Anzahl ber japa­nischen Kriegsschiffe in ber Nähe von Sm a tau wurde vermindert, bagegen in ber Umgegend der Insel Hainan vermehrt.

Der Kampf um Sie Zlußsperren bei den Madang-IortS.

S ch a n g h a i, 29. Juni. (Europapreß.) Von chine­sischer Seite wirb bie Besetzung wichtiger militärisches Stützpunkte an ber Jangtse-Flußsperre bei Mabang zugegeben. Die japanischen Truppen befinben sich bereits innerhalb ber ersten ber zwölf Flußsperren, währenb japanische Kriegsschiffe bie bie Sperren schützenben Mabang-Forts unter ftänbigem Feuer halten. Augenscheinlich werfen beide Seiten alle ver­fügbaren Verstärkungen in ben Kampf um bie Fluß- fperren, dessen Ausgang für den weiteren Verlaus ber Offensive gegen Hankau entscheibenb fein bürste.

Auch die Provinz Kiangsu

von lleberschwemniungen bedroht.

S ch a n g h a i, 28. Juni. (DNB.) Nach japanischen Melbungen finb jetzt auch in ber Kiangsu°

unter bes vom Kabinett Goga verbotenenAbe- verul", war. Der Dritte ist ein Journalist namens Gravulenescu.

Lohn- und Arbeitszeitgesetz in USA.

Washington, 28. Juni. (DNB.) Präsibcnt Roosevelt hat bie auf ber letzten Tagung bes Kon­gresses angenommene Gesetzesvorlage unterzeichnet, bie eine bunbesamtliche Regelung ber Lohnsätze wie ber Arbeitszeit für alle zwifchenbunbes staatlichen Hanbel trei- benben Jnbustriezweige trifft. Die viel umstrittene Vorlage tritt in vier Monaten in Kraft. Sie sieht bie gleiche Regelung vor wie bas vom Obersten Bunbesgericht seinerzeit als verfassungs­widrig bezeichnete New Deal-Nira-Gesetz, es ist daher anzunehmen, daß auch ihre Gültigkeit aus dem gleichen Grunde angefochten wird. Das Gesetz sieht einen anfänglichen Minbeststunbenlohn

tersuchuna künftiger Luftangriffe in Tätigkeit treten, Luftangriffe der vergangenen Woche aber nicht mehr aufrollen.

Die hollänbische Regierung hat nach einer Europapreß-Meldung aus^ Amsterdam der eng­lischen Regierung die Antwort auf - bie Einlabung zugeleitet, sich an bem Untersuchungsausschuß für bie Luftangriffe gegen bie spanische Zivilbevölkerung zu beteiligen. Der Inhalt ber Antwort wirb geheim­gehalten. Unterrichtete Kreise glauben jedoch, baß bie hollänbische Regierung gegen bie Ernennung eines Hollänbers als Privatmann im Prinzip keine Bebenken habe, sie erkläre jeboch ausbrücklich, baß sie mit seiner Haltung in feinem Falle identi­fiziert zu werden wünsche.

Lloyd will das Spaniengeschäst nicht mehr versichern

London, 29. Juni. (Europapreß.) In Londoner Citykreisen macht sich ber Wunsch immer mehr be­merkbar, bie Schiffe, dj§ in spanischen Gewässern verkehren, von ber Versicherung aus- znschließen. Zu Beginn bes spanischen Bürger­krieges glaubte man, burch Erhöhung ber Versicheriungsraten ben Hanbelsverkehr und damit das Risiko einschränken zu können, doch wur­den die erhöhten Prämien von den in (frage kom­menden Reedereien an st and s los bezahlt, ba bie Handelsschiffahrt mit Spanien zu einem immer einträglicheren Geschäft würbe. Die große Versicherungsgesellschaft L l o y b läßt nun, wieDaily Mail" berichtet, burchblicken, sie beabsichtige nicht, weiterhin Risiken, wie in ben letzten beiben Jahren, auf sich zu nehmen, ba es sich immer beutlicher zeige, daß ber Personen- unb Sachschaben burch Entsendung ausländischer Schiffe in spanische Gewässer nur n o ch ver­größert würde, wenn, die Handelsschiffahrt auch noch durch die Versicherungsgesellschaften einen Anreiz erhalte.

Schutz der französischen Grenze.

Perpignan, 28.Juni. (Europapreß.) In dem französischen Grenzstädtchen Port Vendres an der franzäsisch-sowjetspanischen Grenze traf am Dienstag eine schwere Flugzeugabwehr- Batterie neuester Bauart ein. Die Batterie, die von Cherbourg kam, umfaßt vier 90-mm-Geschütze. Sie ist mit Scheinwerfern und Raupenschleppern ausgestattet unb bazu bestimmt, ben Grenzschutz an ber französischen Mittelmeerküsts zu verstärken.

Provinz größere Ueberschwemmungen eingetre­ten. Chinesische Artillerie soll bie Deiche bes Talin- flusses, eines Nebenflusses bes Großen Kanals, zer­stört haben. Auch sollen Truppen, bes chinesischen Ge­nerals Sunlientschung, bie währenb ber Schlacht yon Hsutschau burchbrachen, etwa 10 0 Kilometer norböstlich von Nanking bie" Dämme des Kaiserkanals durch st ochen haben. Weite Gebiete des fruchtbarsten Landes der Provinz Kiangsu sind damit überflutet.

Wachsende Senchenaefahr.

Schanghai, 28. Juni. (Europapreß.) Inner­halb ber letzten zehn Tage ist bie Bevölkerung von Schanghai um mehr als 40 000 Personen an gewach­sen, bie alle aus bem überschwemmten Kriegsgebiet nach Schanghai geflohen find. Bisher würben täglich etwa 15 000 Personen ge­impft. Von 1500 000 Einwohnern der internatio­nalen Niederlassung wurden bereits 400 000 einer Schutzimpfung unterzogen. Auch die japgnischen Gesundheitsbehörden verlangen von jedem, der in ihrem Hoheitsbereich Aufenthalt nehmen will, die Beibringung eines Impfscheines. Nach einer Meldung aus Honkong breitet sich die Cholera- Epidemie in China von Tag zu Tag mehr aus. Zu ber Ausbreitung tragen besonders die Flücht­linge bei. In Swatau würben in einer Woche über 750 neue Cholerafälle festgestellk

politisches Attentat in Schanghai.

Schanghai, 29/ Juni. (DNB. Funkspruch.) Die politischen Morbe, bte von einer unsichtbar ge­leiteten Zentralstelle aus inspiriert unb von fana­tischen chinesischen Nationalisten ausgeführt wer­den, reißen nicht ab. So wurde heute früh in Schanghai an einer Ecke der belebten Peking- Straße' in ber internationalen Nieberlassüng ber Chinese Chendehming, Mitglied der von ben Ja­panern begünstigten Regierung, bei seiner Fahrt in einer Rikscha von Attentätern ange- schossen. Blutüberströmt sprang er aus ber Rikscha unb' versuchte zu fliehen. Nach ein paar Schritten brach er tot 3uf am men. Die Atten­täter, bie Schnellfeuerpistolen benutzten, sind unge­hindert entkommen. Der Anschlag hat um so größe­res Aufsehen, als gestern in ben von ben Japanern kontrollierten Stabtgebieten eine Razzia stattgefun- ben hatte unb babei 100 Personen festgenommen worden waren.

von 25 Cents vor, ber sich im Laufe von sieben Jahren nach unb nach auf 40 Cents erhöht. Es fetzt ferner für bas erste Arbeitsjahr eine 44ftünbige, für bas zweite eine 42ftünbige und vom dritten Jahre ab die 40ftünbige Arbeitswoche fest. Zur Durchfüh- rung des Gesetzes, das übrigens auch den zwischen- staatlichen Austausch von Erzeugnissen ber Kinder­arbeit verbietet, wird eine besonbere Bunbesbehörbe mit Unterabteilungen für bie einzelnen Jnbustrie­zweige eingesetzt.

Sandys Informationen.

L o n b o n , 28. Juni. (DNB.) Premierminister Chamberlain teilte mit, baß die Regierung einen Untersuchungsausschuß einsetzen werbe, um bie Frage zu prüfen, wieweit Slbgeorbnete militärische Informationen erhalten dürften. Wie vom Kriegs­ministerium mitgeteilt wurde, hat der Heeresrat ben Oberfommanbierenben bes östlichen Heeresabschnitts,

General Aronsibe, beauftragt, sofort ein Unter« suchungsgericht einzusetzen, bas bie Umstände prüfen soll, unter denen eine ganz geheime Infor­mation über bie Luftabwehr bekannt geworben ist. Der Evening Stanbarb meßet, baß bem Kriegs­ministerium' b e kannt sei, wer Sanbys bas ge­heime Material über ben Mangel an Flakgeschützen zugeleitet habe. Das Material Sanbys stamme aus einem völlig geheimen Dokument, bas nicht nur Einzelheiten über Flakgeschütze enthalten habe, fonbern auch Probuktions pläne unb Anweisungen für bie Derteibigung. Nur füyf Personen hätten bieses Material gekannt. Glück­licherweise habe bie Regierung trotz ber Weigerung Sanbys, bie Person feststellen können, bie bas ge­heime Material geliefert habe.

Englands Luttabwehr.

London, 28. Juni. (Europapreß.) Die Der« boppehmg ber englischen Luftabwehrformationen, oerbunben mit einer Zusammenfassung unter ein- heitlicher Leitung, würbe von Kriegsminister Hore- Belisha im Unterhaus yngekünbigt. Der Kriegs­minister erklärte, bie englische Luftabwehr werde seit bem Jahre 1936 fast ausschließlich von ber Territorialen Reservearmee gestellt. In diesem Jahre hätten die gesamten Luftabwehr- formationen nur 2000 Offiziere und Mannschaften umfaßt. Anfang 1936 sei bann bie Bilbung der er ft en LuftabrpehrdivifiOn mit 5200 Mann, zu Beginn bes Jahres 1937' bie einer zweiten Luftabwehr divifion erfolgt. Beide Divisionen hätten zur Zeit einen Bestand von 43 000 Offizieren unb Mannschaften. Diese Zahlen sollen nun auf nahezu 100 000 Offiziere unb Mann­schaften erhöht n>erben. Dabei fei bie Einteilung der Luftabwehr-Formationen in fünf Divisionen unter ber Führung eines Generalleutnants vor­gesehen. Im Generalstab werbe bas Luftabwehr­korps burch einenStellvertretenden Chef des Gene- ralstabes" vertreten fein. Weiter werde im General- ftab eine besondere Abteilung für bie Ausbildung und Organisation ber Luftabwehr unter Leitung eines Generalmajors geschaffen. Auch das stehende Heer verfüge über Luftabwehrabteilungen; diese fielen aber nicht in ben Rahmen ber eigentlichen Luftabwehr-Formationen. Die fünf Divisionen ber Luftabwehr seien lediglich für ben Hei- m a t 'b i e n ft b e ft i m m t und würben über ganz Englanb und Schottland verteilt werden. Die An­werbung würde voraussichtlich keine Schwierigkeiten machen. Die Herstellung ber neuen Luftabwehr- geschütze mache gute Fortschritte.

Kleine politische Nachrichten'.

Anläßlich ihrer Zehnjahresfeier veranstaltete die türkische Hanbelskammer für Denlsch- lanb einen Empsangsabenb. Der türkische Böt- -schafter Hambi Arpag hieß den Reichswirtschafte­minister willkommen. Währenb 1933 ber Wert bes beutsch-türkischen Warenaustausches runb 75 Millio­nen RM. betrug, ist er nach fünf Jahren auf rund 209 Mill. RM. gestiegen. Die Regierungen beider ßänber wünschten aufrichtig, biefe wirtschaftlichen Beziehungen in noch höherem Maße zu entwickeln. Reichswirtfchaftsminister Funk erwiberte, daß hier­zu alle Doraussetzungen gegeben feien.

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Stabschef L u tz e hat bie Flugzeuggbwehrfchule unb Küstenartilleriemiliz in Anzio, ferner bie Hasen- milizschule in Sadaubia besichtigt unb anschließend ßittoria einen Besuch abgestattet. Der Stabschef sand bei der Miliz unb ber Bevölkerung die herz­lichste Ausnahme. Nach der Rückkehr nach Rom hat Stabschef ßutze ber Aufführung ber Oper Aibä beigewvhnt, bie im Rahmen bes Dritten Weltkon­gresses für Freizeitbewegung vor bem Colosseum unb Dor bem Constantindogen unter freiem Himmel ftattfanb.

In Köln weilen über 200 englische Eisenbahningenieure unb Eisenbahn- techniker, Mitglieber ber Permanent Way. In­stitution. Die englischen Gäste lernten ben Ber- schiebebahnhof in Hamm, bas Empfangsgebäude in Oberhausen unb bie Reichsautobahn Oberhäuten- DüsselborfKöln kennen. Die Reichsbahnbirektion Köln gab ein Essen, an bem Reichsoerkehrs- minister Dr. Dorpmüller und Ministerialdirek­tor Rudolfi, Direktor ber Reichsautobahnen, teil« nahmen.

Kunst und Wissenschaft.

Musikschulen für Jugend und Volk.

Für bie musikalische Erziehung bes deutschen Volkes wird jetzt eine neue Grundlage geschaffen. Durch gemeinsame Richtlinien bes Reichserziehungs- minifteriums unb bes Reichsinnenministeriums, bes Kulturamtes ber Reichsjugenbführung, bes beutschen Dolksbilbungswerkes, bes Deutschen Gemeinbetages unb bes Hauptamtes für Kommunalpolitik ist die Bildung von Musikschulen für Jugenb unb Volk vereinbart worben. In den städtischen Jugendmusikschulen werden die 8- bis 21jährigen bie musikalische Grunberziehung in einem stufenweisen Ausbildungsgang erfahren, wäh- renb bie Musikschulen bes beutschen Dolksbißungs- wertes bie Musikschulung ber Erwachse­nen durchführen. Zu den ßehrgängen in ben ftäb» tischen Jugenbmusikschulen find vom 10. ßebensjahr ab nur Angehörige bes Jungvolks unb ber Jung» möbel zugelassen. Das Programm ber Jugenb­musikschulen beginnt mit ber Pflege bes Dolksliebes. In ber zweiten Stufe, vom 10. Lebensjahr ab, ist bas Erlernen ejnes Musikinstrumentes vorgesehen. Die nächsten Stufen bringen bann einen Ausbau bes Erlernten, eine Ausweitung bes ßieberschatzes unb anberes. Der Jnstrumentalunterricht wirb bie Möglichkeit bieten, besonders Begabte zu fördern; hierfür werden Stipendien von Staat' und Ge­meinde bereitgefteUt.

AusstellungStrahlen und Heilkunde" München 1938.

Die AusstellungStrahlen und Heilkunde" Mün­chen 1938, vom 2. Juli bis 17. August, vermittelt in fünf großen Gruppen 1. das.ßicht, 2. die Radio­aktivität, 3. der elektrische Strom und bie elektri­schen Wellen, 4. bie Röntgenstrahlen, 5. Strahlen unb Wehrmacht einen Ueberblick über bas Ge­samtgebiet ber neuzeitlichen Strahlenforschung und ber neuzeitlichen Strahlenkunde. Die Ausstellung zeigt bas Wesen, bie Wirkung unb bie Anwenbung ber ßichtstrahlen, ber rabioaftioen Strahlen, ber elektrischen Wellen und der Röntgenstrahlen.

Internationale Filmschau in Venedig.

Die 4. Internationale Filmschau in Venedig wird im neuen ßichtspieltheater am ßido am 8. August feierlich eröffnet werden. Bei ber großen Anzahl ber gemeldeten Staaten und der sorgfältig ausgewählten Filme begegnet dis Aus­stellung auch dieses Jahr wieder großem Interesse.

Japaner in der südchinesischen Provinz Kwantung gelandet.