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Nr. HO Erstes Blatt

188. Jahrgang

Mittwoch, 29. Juni 1938

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die neue Lügenkampagne.

Von unserer Berliner Schristleiiung.

Wer Schmutz anfaßt, besudelt sich'. Die Befol­gung dieses schonen alten Sprichwortes ist jedem anzuraten, der Hirn und Hand frei haben will für die höheren Aufgaben des Lebens. Die deutsche Presse hat sich deshalb auch immer bemüht, von der ausländischen Lügenhetze möglichst wenig Notiz zu nehmen, dafür aber ihre Spalten der posi­tiven Erörterung internationaler Probleme und deutscher .Aufbauwerke zur Verfügung zu stellen. Diese Zurückhaltung erscheint uns auch deshalb be­rechtigt, weil es erfahrungsgemäß völlig zwecklos ist, die Demokratischen" Kritiker unserer Weltanschau- una und unseres Staatsaufbaues irgendwie durch aufklärende Artikel oder Diskussionen belehren und überzeugen zu wollen. Wenn wir heute trotzdem uns diese gewisse Sorte von Wahrheitsforschern wie der Führer sie einmal mit beißender Ironie ge­nannt hat einmal vorknöpfen, dann nicht zu dem Zweck, um mit ihnen die journalistischen Klingen zu kreuzen, sondern nur aus dem-Grunde, daß unseren Lesern einmal die ganze Erbärmlichkeit, aber auch die Lächerlichkeit der demokratisch - marxistischen Journaille vor Augen geführt wird. Und vielleicht hat diese Herausstellung in der deutschen Presse auch die Folge, daß gewisse verantwortliche Staatsmän­ner des Auslandes, deren guten Willen zur ehr­lichen und vernünftigen Äuseirranüerfetzung mir nicht bestreiten wollen, nicht etwa glauben, unser Schweigen bedeute Gleichgültigkeit oder gar ein schlechtes Gewissen.

Seit vierzehn Tagen tobt sich in dem größten Teil der sogenanntenWeltpresse" eine Verleum- dungssucht aus, die kaum ihresgleichen hat. Der Inhalt dieser Hetzartikel und Lügennachrichten be­traf Oesterreich. Zn den verschiedensten Varia­tionen konnte man immer wieder lesen, daß in Wien alles bunter und drüber ginge, daß dort Re­volten ausgebrochen wären, daß dort Parteistellen und Führercliquen sich gegenseitig bekämpften, daß die Bevölkerung Oesterreichs insgesamt mit dem Anschluß unzufrieden sei und daß der Führer sich gezwungen sähe, persönlich nach Wien zu reisen und dort Frieden zu stiften. Den Beginn dieser Greuel- Kampagne, an der naturgemäß kein wahres Wort ist, machte der marxistischeDaily Her alb", der am 16. Juni meldete, der Führer müsse am 17. Juni nach Wien fahren,um ernste Schwierig­keiten in der österreichischen NS.-Partei beizulegen." Als Begründung gab das englische Blatt an, die Wiener Parteimitglieder beklagten sich in erster Linie darüber, daß Reichsdeutsche in Oesterreich die besten Posten bekommen hätten. Dieses Argument kehrt in allen späteren Auslassungen der Hetzjour­naille wieder. Wie blödsinnia diese Lüge ist, geht schon allein aus der allen Deutschen, wenn auch nicht allen Ausländern bekannten Tatsache hervor, daß die gesamte österreichische Landesregierung aus gebürtigen Oe st erreichern besteht, daß von sämtlichen sieben Gauleitern und sieben stellvertretenden Gauleitern der NSDAP, im Lande Oesterreich nur ein einziger stelloe'rtretender Gau­leiter aus dem Altreich stammt, daß ferner die Führer der SA., ff und sonstigen Parteigliederun­gen fast ausschließlichOesterreicher sind. Auch die vielberufene Gestapo in Oesterreich wird von einem Ostmärker, nämlich dem ff-Brigade.füh- rer Kaltenbrunner geleitet. Lediglich den Kreis- leitern der NSDAP, in Oesterreich sind reichs­deutsche Berater beigegeben, die ihnen beim Auf­bau ihrer Dienststellen zu helfen chaben, um nach vollzogenem Auftrag natürlich wieder ins Altreich zurückzukehren. Daß im übrigen die Reichsdienst­stellen im Lande Oesterreich, welche den Einbau der staatlichen Verwaltungen in das großdeutsche Staatsgefüge zu besorgen haben, nicht nur von Oesterreichern besetzt sind, ist eine Selbstverständ­lichkeit, die kaüm erwähnt und erörtert zu werden braucht.

Recht amüsant ist es, daß sich die demokratischen Pressebanditen in chrem Uebereifer oft widerspre­chen und sich damit selbst die Ohrfeigen geben, die ihnen gebühren. .Am 19. Juni nämlich meldete die französische Presse ganz positiv:Der Führer be­findet sich inkognito in Wien und wird am Sonntag­abend der Lohengrin-Aufführung in der Oper bei­wohnen." Der .Illustrierte Krakauer Kurier", eines der Übelsten polnischen Hetzblätter der Opposition, wußte es am'folgenden Tage noch genauer. Danach befand sich der Führer seit Samstag in der Villa Hermes bei Schönbrunn in Begleitung von Reichs­führer ff Himmler, Reichsminister Dr. Goebbels, General Brauchitsch, Generaladmiral Raeder und Dr. Ley. Das Krakauer Blatt wußte auch von Un­terschlagungen in der Polizei, von Gehorsamsver­weigerungen der Offiziere der ehemaligen öster­reichischen Armee und Massenaustritten aus der NSDAP, zu erzählen. Als daraufhin, um die Lu- genflut etwas abzustoppen, von Berlin aus ein De­menti erfolgte, taten sämtliche Blätter, die bis da­hin den Greuelmeldungen Raum gegeben hatten, ganz unschuldig. Das heißt/ sie unterschlugen entweder einfach die Berliner Richtigstellung ober entschulbig- fen ihre Lügen vor ben Lesern bamit, baß Aböls Hitler sich entgegen seinen ursprünglichen Absichten angeblich boch nicht entschlossen hätte, die geplante Reise nach Wien anzutreten.

Aber biese politische Sensationsmache, die so lächer­lich krampfhaft und so unsagbar gemein ist, hat einen sehr ernsten Hintergrund Sie vergiftet nicht nur die öffentliche Meinung und reizt die Völker zum Kriege, sondern sie wirb offenbar auch von man­chen Regierungen als ein erlaubtes Mittel ange­sehen, um legitime politische Ziele zu ereichen. Ware es sonst möglich gewesen, baß bie jübischen Schauer­geschichten über Wien unb bie niemals stattgefun- bene Führerreise auch burch bie amtlichen

Vezeichliender Auftakt zum Altslawischen Sokolkongreß in Prag.

Kongreß des Haffes.

Derallflawifche" Sokolkongreß in Prag hat mit einem grellen Mißklang begonnen. Die Sl 0 wa - fen haben bie Parole ausgegeben:Heraus aus ben Sokoln", bie Polen, ehebem eifrige Anhän­ger biefer altslawischen Bewegung, sind mit ihren Sokoln nicht vertreten, unb nur einige Bulgaren unb Sübslawen sowie bie Wiener Jungsokoln, sollen biefem rein tschechischen Haßfest so etwas wie einen alle Slawen urnfassenben Anschein geben. In Wirk­lichkeit sinb die Tschechen unter sich, unb in ben vierzehn Tagen ber .Kongreßbauer wirb sich eine Flut von beutschfeinblichen Rebensarten er­gießen, benen Juben unb Bolschewisten zujubeln. Statt bem subetendeutschen Volkstum in bem tsche­chischen Gemengselstaat das Recht zuzubilligen, das man für sich selbst in Anspruch nahm, ist der Kampf gegen das Deutsche Parole, unb die alte These von 1862 des tschechischen , Sokolgründers Tyr sch der übrigens als Halbdeutscher namens Thiersch in Nordböhmen geboren und erst durch die Schule zum Volltschechen gewandelt wurde.Eine Waffe in jeder Faust! Kriegsrüstung! Hundertmal, tausend­mal soll es gesagt werden!" richtet sich gegen bie Deutschen, bie seit ber Hussitenzeit von ben Tschechen inbrünstig gehaßt werben.

,^Sokol" bebeutet im SlawischenFalke". Jeber Sokol trägt bie Falkenfeber unb eine rotgraue ver­schnürte Uniform. Die Frauentracht ist entsprechenb. Ursprünglich war bie Bewegung aufgebaut auf ben Jbeen bes beutschen Turnvaters Jahn. Der erste allslawische Kongreß bes Jahres 1848 hatte, ba kein Mensch auf ihm bie slawischen Jbiome verstand, i n beut} dj er Sprache chauvinistische Entschlie­ßungen gefaßt, in ben folgenben Jahren haben ber Slowake Kollar, bie Jungtschechen Palacky, Schaf- frik, Hanka u. a. in beutscher Sprache, von ihren Stellungen an beutschen Universitäten unb Büche­reien aus, bie Haßsaat gesät, ber verstorbene Staatspräsibent Masaryk, ber bie Fälschungen bes Hanka entlarvte, hat zugegeben, baß bie Jbeen eines Herber über bas Recht jeber Nationalität auf Lebens- unb Kulturraum biese Slawisten beein­flußt, ja angeregt bat, daß sich aber halb ber aus Deutschlanb stammende Gedanke in eine schroffe Ablehnung älles deutschen Kultureinflusses ver­wandelte.

Als im Jahre 1862 die Sokoln in Prag gegründet wurden, stand die volksdeutsche Turnerschaft der Bewegung sympathisch gegenüber,' aber durch den Halbtschechen Tyrsch und den anderen Haupthetzer Fügner waren die Sokoln sehr bald keine Turnge­meinde mehr, sondern eine Organisation des all sla­wischen Hasses gegen das Deutschtum. Die Sokoln im Tschechenlande wurden schon in der Habsburger Zeit dienationale Armee derTschechen" genannt, die k. und k. Bürokratie sah ruhig zu, wie sich ber Hochverrat ber Sokoln ganz offen gebärdete. 1870 befunbeten bie Sokoln ben Franzosen ihre Sympathie wegenbes brutalen beutschen Ueber- falls" obgleich Frankreich ben Krieg erklärt hatte, um bie Einigung Deutschlanbs zu verhinbern unb bie Rheingrenze zu gewinnen! unb bie tschechi­schen Sokolleiter, bie von Moskau aus im Wider­stand) gegen Wien unb alles Deutsche ftänbig er­muntert wurbey, knüpften ihrerseits bie Danbe zu Frankreich immer enger. Im Jahre 1914, unmittel­

bar nach ber Ermorbung bes Thronfolgers in Sera- jewo, schrieb eine Sokolzeitung, Frankreich habe im tschechischen Volke eineu nschätzbare Stütze" seiner Politik gegen Deutschlanb. Der letzte Vorkriegskongreß ber Sokoln im Jahre 1912 sah nicht nur bie polnischen unb serbischen, russischen Unb slowakischen, kroatischen unb ruthenischen Sokoln, sonbern auch bie Regierungen von Rußlanb, Serbien unb Montenegro waren in Prag offiziell vertreten, unb England, Frankreich unb Amerika hatten Ab­ordnungen entfanbt. Die Habsburgische Schlaffheit ließ zu, baß biefer allflawifche'Sokolkongreß in ben Reben auch ber Vertreter auslänbischer Regierun­gen wie in seinen Beschlüssen eine unverhohlene Tenbenz zur Auflösung ber Doppelmonarchie zeigte unb jene Richtlinien angab, an denen ber Habsbur­ger Staat schließlich im Weltkrieg zerbrach.

In ben Reihen ber tschechischen Legionen, bie im Verbanbe ber Feinbmächte gegen Deutschland unb Oesterreich kämpften, hatten bie Sokoln eigene Abteilungen. Die tschechischen Legionäre, beren Kern bie Sokoln waren, haben in Sibirien bie weiß­russische Armee an bie Bolschewisten verraten. 1918 würben in den tschechischen Gebieten vier sog.Frei­heitsregimenter" gebildet, bie hauptsächlich aus So­koln bestauben. Sie unb bie Legionäre bilbeten ben Kern ber tschechischen Solbateska, bie sofort gegen

präg, 28. 3uni. (DBB.) Zu dem augenblicklich in präg stattfindenden Allslawischeu Sokolkongreß kamen auch aus Wien 1 4 0 0 tschechische Iungsokoln auf dem TNasaryk-Bahuhof in präg an. Die Reise der tschechischen Iungsokoln ist von den deutschen Behörden in Wien in keiner Weise behindert, sondern sogar durch Gestellung eines Zu­ges unterstützt worden. Ein besonderer Beweis für die Großzügigkeit der deutschen Behörden ist die Tatsache, daß im Gegensatz zu den Sokolabord­nungen aus allen anderen Ländern, die in Zivil erschienen waren, die 1400 Sokoln aus Wien in Uniform oder in tschechischer Sokol- tracht mit Fahnen erschienen. Bei der Begrü­ßung auf dem Bahnhof wurden immer wieder von der Masse Rufe ausgebracht:Es lebe das tschechische Wien!" Diese Ruse fanden bei den 1400 Sokoln aus Dien lebhafte Erwiderung.

Trotzdem während des Sokolkongresses die prä­get öffentlichen und privaten Gebäude die Staatsflagge aller Staaten zeigen, auf bdpen Sokoln am Kongreß leilnehmen, fehlt die reichsdeutsche Flagge völlig. Während ferner die Sokolabordnungen aus den anderen Län­dern neben der tschechischen Flagge an hervorragen­der Stelle ihre Landesflagge mitführten, er­schien die Sokolabordnung aus Dien nur mit der tschechischen Flagge.

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Der Vorfall in Prag zeigt wieder einmal deut­lich, wie deutsche Großzügigkeit von den zu blindem Deutschenhaß gedrillten Tschechen gelohnt wird. Die

die Subetendeutschen unb ihr Selbstbestimmungsrecht mit Pulver und Blei vorging. Diese Sokoln und Legionäre zeigten gegenüber ben wehr- unb waffen­losen Subetendeutschen ihrenMut": 57 Tote, dar­unter 15 Frauen unb 17 Kinber, über 100 Schwer- unb mehrere 100 Leichtverletzte besiegelten in Karls­bad, Leitmeritz, Aussig, Eger, Kaaden, Ties und Sternberg am 4. März 1919 ihre Treue zum sube- tenbeutfdjen Heimatdooen mit ihrem Märtyrerblut.

Seit bem Ereignis ist die Verbindung ber So­koln zur Prager Regierung offenkundig. Aber die tschechischen Sokoln haben bie Mehrzahl ihrer sla­wischen Mitdrüber burch ihren Nationalisierungs­zwang, ber selbst vor slawischen Brübern nicht Halt macht, verprellt. Nur Moskau schickt eine bolschewi­stische Aborbnung zum Zeichen dafür, welche Hoff­nungen es auf biese an unb für sich kleinbäuerliche und kleinbürgerliche Bewegung setzt, Hoffnungen, bie ber Vormarsch der Kommunisten bei den letzten Gemeinbewahlen in ber Tscheche! glänzenb beftä= tigte. ' So sinb bie tschechischen Sokoln heute ein Faben im Spinnetz Moskaus, und ihre chauvini­stische Derranntheit wird sich demgemäß auf diesem Kongreß gebärden, der sicherlich nicht die Rechte ber anbersnationalen Gruppen im Tschechenstaat schützen, sonbern ihre brutale Knebelung forbern wirb. rt.

beutschen Behörben gewähren ben in Wien an­sässigen schechischen Sokoln alle Erleichterungen für ihre Reise nach Prag, obwohl bie Sokolnkon- gresse seit jeher berüchtigt sinb als Schauplätze fa­natischsten Deutschenhasses unb. wüstester Deutschen­hetze. Unb bie Wiener Tschechen sowohl wie ber auf antibeutsche Demonstrationen.ja besonbers ge­eichte tschechische Pöbel Prags wissen biese beutsche Geste nicht besser zu beantworten als mit einer frechen Heraussorberung bes Deutschen Reiches. Die RufeEs lebe bas tschechische Wien", ist eine breifte Verhöhnung bes reinbeutschen Charakters ber Hauptstabt ber beutschen Ostmark wie bes gesamten Deutschtums unb nebenbei auch ein Schulbeispiel für ben tschechischen Größenwahn, ber an seinen Sorgen mit ben fast 40 v. H. ber Gesamtbevölkerung betra- genben fremben Volksgruppen im eigenen Staat anscheinenb noch nicht genug hat unb nun die Fänge nach dem beutschen Oesterreich ausstreckt, wo insgesamt ganze 0,7 v. H. ber Bevölkerung, also runb 50 000 Tschechen wohnen. Unb bamit ber Wille zur Beleibigung des Deutschtums auch ja einbeutig wirb,vergißt" man in Prag unter ben Staatsflaggen aller teilnehmenben Abordnungen bes Sokolkongresses ausgerechnet nur bie beutsche Reichsflagge, um nur ja beutlich zu machen, baß bie aus Wien nach Prag gekommenen Tschechen es nicht nötig haben, ihrem beutschen Gastlanbe bie Achtung zu erweisen, bie nun einmal selbstoerstänb- licher Brauch unter ben Völkern ist. Wir kennen biese propokatorische Einstellung ber Tschechen zur Genüge, fie, bokumentiert nur erneut, baß bie Tsche­chen ein erträgliches Verhältnis zu ihrem großen beutschen Nachbarn gar nicht wollen.

Es lebe das tschechische Wien."

Dreiste Herausforderung des Deutschtums durch tschechische Demonstranten

Nachrichtenbüros Frankreichs unb Englanbs burch Havas unb Reuter verbreitet mürben Wir erinnern uns in biefem Zusammenhang wieder ber verhängnisvollen Rolle bes Intelligence Service, jenes im amtlichen Auftrage arbeiten« ben britischen Geheimbienstes, ber am 21. Mai b. I. bie Falschchmelbung über beutsche Truppenbewe­gungen gegen bie tschechoslowakische Grenze nach Prag gab unb bamit erst bie Mobilisierung bes tschechischen Heeres veranlaßte. Auch in ben ver­gangenen vierzehn Tagen hat gerabe bie englische Presse wieber von beutschen Truppenbewegungen berichtet, bie angeblich burch Aufstanbsgelüste ber österreichischen Bevölkerung heroorgerusen wären. Das ist bezeichnenb für gewisse britische Methoden, wie es auch charakteristisch ist, baß es ausgerechnet englische Presseorgane nichtmarxistischen Charakter-s waren, bie ungewollt ben tieferen Sinn unb Zweck bieses letzten internationalen Hetzfelbzuges ver­rieten.

Nach ausführlicher Schilberung jener Greuel, welche phantasiebegabte Schreibtischstrategen in ben Lvnboner unb Pariser Rebaktivnsstuben über Oesterreich zusammengelogen haben, schrieb nämlich derDaily Telegraph", ber sich seiner in­timen Beziehungen zum britischen Auswärtigen Amt rühmt:Die Subetenbeutschen kommen immer mehr zu ber Ueberzeugung, baß eine Lösung ihrer Schwierigkeiten i m Rahmen, ber Tschecho­slowakei für sie klare Vorteile hat." Unb ber Scotsman", bie führenbe schottische Zeitung in Edinburgh, hieb am 27. Juni in die gleiche Kerbe: Während so' die österreichischen Nazis die Opfer ihrer eigenen Illusionen geworden sind, möge cs für bie Subetenbeutschen noch Zeit sein, aus chrem Schicksal zu lernen, unb es möge so sein, baß sie auf biese Weise mehr geneigt sein wür­ben, in ihren Forberungen Vernunft walten zu lassen, bie sie an bie ^Tschechoslowakei richten." Hier also ist bie Katze aus bem Sack gelassen! Um ben Subetenbeutschen bie tschechische Knute schmack­haft zu machen, zeigt man ihnen bie Erfahrungen, die Oesterreich mit bem Anschluß gemacht hat. Nur immer zu, es soll uns recht sein. Denn bie-

betenbeutschen wissen in Oesterreich beffer Bescheib als bie Politikaster am englischen Kamin.

' Heinrich Evers.

Rapider RiWang des Reiseverkehrs.

Folgen des tschechischen Willkürregiments.

Prag, 28. Juni. (DRV.) WieDie Zeit" meldet, hat ber Reiseverkehr im Mai einen R e k 0 r b! i e f st a n b erreicht. Der - ausländische Besuch in ber Tschechoslowakei ist im Vergleich mit bem Mai 1937 11 m f a ft 5 0 v. $). zurück- gegangen. Auch bie ReiseN tschechischer Staats­bürger ins Auslanb nahmen um ungefähr 20 0. H. ab. Der Besuch ber tschechoslowakischen Babe- unb Kurorte weist im Mai 1938 41 800 (1937: 74 000) Gäste auf. Der Besuch von Ausländern ist um 40 d. H. bis 80 v. H. zurückgegangen. Bei ben inlänbischen ständigen Besuchern verzeichnen bie

Bäber in Böhmen, namentlich im beut­schen Gebiet, einen Rückgang von 20 bis 35 0. H., in Mähren unb ber Slowakei einen Rück­gang von 2 bis 3 0. H. Die Zahl ber vorüber­gehenden inländischen Gäste hat überall um 40 bis 65 v. H. abgenommen.

1300000 Mitglieder

der Sudetendeutschen Partei.

Sägernborf, 28. Juni. (Europapreß.) Bei einer Kreisratstagung ber Subetenbeutschen Partei in Neubetschein gab, wie bieZeit" berichtet, Or­ganisationsleiter Dr. Fritz Kölln er in einer Rebe bekannt, bie Subetenbeutsche Partei habe E n b e M a i bereits 1 300 000 Mitglieber ge­zählt. Sie sei bamit schlechthin zurVolks- Organisation geworben. Diese Umschichtung verstehe man erst richtig, wenn man bebenfe, baß es vor bem Jahre 1933 .im ganzen Sudetenbeutsch- tum nür 500 000 bis 600 000 politisch organisierter Menschen gegeben habe.

pariser Emigranten beschlossen den neuesten Hehfeldzug.

Brünn, 28. Juni. (DNB.) Ueber bie Hinter- grünbe ber neuen Pressehetze gegen Deutschland würben aus österreichischen Emigrantenkreisen inter­essante Einzelheiten bekannt. Der Plan zu ber neuen großangelegten Hetzaktion geht aus eine Konferenz zurück, bie am 17. unb 18. Juni i n Paris von österreichischen Emigranten abgehalten wurde. Außer in Paris lebenden österreichischen Emigranten, darunter Angehörige ber ehemaligen österreichischen Gesanbtschaften in Paris und Lon- bon, nahmen auch jübische Emigranten aus bem alten Reich teil, so der kommunistische Landesver­räter Walther Mehring, der Jude Georg

Bernhard und der ehemalige Millionär und Dorwärts"-Redakteur Stampfer, der kürzlich seinen Wohnsitz von Karlsbad nach Paris verlegt hat. Auf dieser Konferenz ist es zu heftigen An­griffen der Vertreter ber Vaterlänbischen Front gegen bie Marxisten gekommen, bie angeblich am Zusammenbruch ber Vaterlänbischen Front schuld sein sollen. So würbe ein Brief bes Generalsekretärs ber Vaterlänbischen Front, Z e r n a 11 0. Schwieger­sohn eines Rabbiners, verlesen, ber heftige Angriffe gegen die Leiter bes ehemaligen Sozialdemokra­tischen Schutzbunbes enthielt. Es ergab sich, baß die großen ber österreichischen Emigration von ber