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Nr.24 Drittes Blatt
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Aus der Stadt Gießen.
Winterschlußverkauf.
Für die Männer ist der Winterschlußverkauf keine besondere Sache. Aber die Männer sind keineswegs zuständig in der Beurteilung dieser Angelegenheit. Und sie sollten es getrost ihren Ehefrauen überlassen, in dieser Sache das maßgebende Wort zu sprechen. (Kluge Männer tun das sowieso, nicht nur bei solcher Gelegenheit.) Im übrigen bleibt da- neben ja auch nur noch eine Handlung, um sich die Gunst besagter Frauen zu sichern: der bereitwillige Griff in den Geldbeutel, die Uebertraaung der Verfügungsgewalt über eine nicht zu kleine Summe.
Es wäre allerdings anmaßend und vollkommen verfehlt, den Winterschlußverkauf lediglich unter dieser rein männlichen Perspektive zu betrachten Geld ist zweifellos sehr nützlich für viele Dinge des Lebens. In der Hand der Hausfrau aber gewinnt es zur Zeit des Winterschlußverkaufes eine erstaunliche Trieb- und Verwandlungskraft. Es wird zu einem regelrechten Zaubermittel, mit dem sich die begehrenswertesten Dinge auf fabelhaft günstige Weise erreichen lassen. Angesichts dieser verlockenden Aussicht werden auch solche Nebensächlichkeiten wie das Schlangenstehen oder gelegentliche Drängeleien ohne mit der Wimper zu zucken in Kauf genommen.
Was den wackeren Frauen übrigens hoch anzu- rechnen ist. Für wen nehmen sie diese Dinge in Kauf? Für wen verzichten sie darauf, in der Frühe des Wintertages noch einmal ins Bett zu schlüpfen, für wen nehmen sie das Frühstück in aller Hast ein, um sich dann sofort auf den Weg zu machen? Schließlich doch nur für die Familie, in der auch der -Ehemann seinen angestammten Platz hat. Darum sollten in diefen Tagen die Ehemänner hübsch bescheiden sein, an ihre Brust schlagen und sich freuen, Daß es noch Frauen gibt, die heroisch von bannen Ziehen, wenn es gilt, für das Wohl ber Familie Die Großkampftage des Winterschlußverkaufes auf sich zu nehmen. H. W. Sch.
Dornoiizen.
Tageskalender für Samstag.
Marine-Gefolgschaft 116 Gießen: 20 Uhr im CafL Leib „Volksgemeinschaftsabend". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Boheme". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Gewitter im Mai". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wenn Frauen schweigen" — Turnverein 1846: 20.30 Uhr im „Frankfurter Hof" Kameradschaftsabend. — Verein ehemaliger 116er Gießen: 20 Uhr „Zum Auerhahn", Kameradschaftsabend. — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brand: „Frankfurter Künstler der Gegenwart": Besuchszeit 17 bis 18 Uhr.
Tageskalender für Sonntag.
Feier des 30. Januar: Näheres in der heutigen amtlichen Bekanntmachung der Kreisleitung. — Stadttheater: 19 bis 21.45 Uhr „Der Troubadour". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Gewitter im Mai". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Wenn Frauen schweigen". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: „Frankfurter Künstler der Gegenwart"; Besuchszeit 11 bis 13 Uhr.
Sladllhealer Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet zum letztenmal eine Aufführung der Oper „Die Boheme" von Puccini statt. Musikalische Leitung Paul Walter, Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet für die KdF.-Miete, Gruppe II (8. Vorstellung) statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr.
Am Sonntag, 30. Januar, findet um 19 Uhr die Erstaufführung von „Der Troubadour", Oper in 4 Akten von G. Verdi statt. Verdis „Troubadour" ist eine der meistgespielten Opern des klassischen Repertoires. Dank seiner Melodienfülle zählt der „Troubadour" zu den Werken, die den Hörer stets von neuem in ihren Bann ziehen. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang
Die Pferde.
Von Bruno Brehm.
Ich lag in Südtirol in einer schattigen Schlucht fn Laue^tellung: Ohne Pferde, ohne Feind, ohne Sonne, ohne Schuß. Als im November die ganze Front in Bewegung kam, vergaß man mich dort in diesem Winkel nicht; man holte mich, der ich in- Feigen, Weintrauben und Kastanien erfunden und Feigen, Wientrauben und Kastanien erfunden und damit so manchem Gast die gleichen Magenbeschwerden verschafft hatte, die auch mich nach ihrem Genüsse geplagt, aus diesem Schattenloch und übergab mir eine frisch aufgestellte Batterie, bei der ich Ordnung machen sollte. Mit viel Gebrüll und wilden Flüchen trat ich am Rande des Gletschers vor sie hin und versprach hoch und heilig, daß ich schon Zwirn in diese verschlampte Bande bringen werde. Ich hätte ein wenig oernünftiaer sein können, aber Das lag mir damals nach diesem Stillsitzen in der Lauerftellung nicht, ich dürstete nach Taten. Nun, wir staben einander später ganz gut verstanden, aber es war nicht leicht mit diesen jungen, aus den Munitionsfabriken kommenden Burschen, die mir nach meinem Antrittslied nicht über den Weg trauten. .
Mit dieser jungen, neu aufgestellten Batterie nun trat ich den Marsch hinauf in die Sieben Gemeinden an. Wir hatten für die Gebirgskanonen lauter kleine, frisch aus der Ukraine bezogene Pferdchen als Tragtiere. Ach, was waren das doch für muntere, frisch von der Weide weggeholte Pferdchen, welche Freude war es, zwischen ihnen herumzugehen und die runden, tief geteilten Kruppen zu tätscheln und die langen steifhaarigen Mahnen zu streicheln. Mit diesen kleinen Pferdchen und den jungen Kanonieren also rumpelten wir bei Rächt und unter dem Heulen und Blitzen der Granaten in einen zerschossenen Wald. Wir blieben gleich drinnen, ließen die kleinen Kanonen gegen die Italiener bellen, die drüben auf den kahlen Hangen auftauchten und verschwanden und hatten nicht allzuviel Zeit, uns um die jungen Tiere in diesem grabendurchfurchten, gramzerwühlten Wald zu kümmern; wir muhten sie vorne bei den Geschützen lassen, weil es ja jeden Tag weitergehen konnte. Es war wenig Futter oben auf der Hochfläche. Zu essen gab es auch für die Menschen nicht viel. Die alten bosnischen Tragtierführer, mit Denen niemand sprechen konnte, hatten Hunger, sie streßen auf dem Marsch und beim Munitionsführen die Pferde vom Pfad und zerrissen dann mit ihren Messern die abgestürzten Tiere,
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
29./3Ü.Zanuar 1938
noch bin ich zurückgegangen. Aber nun fort, nun fort! Auf der Gasse klang einem das Fluchen und Schimpfen der Menge nach.
Auch heute kann ich an keinem Pferd, dessen liebes Gesicht mir im Gewühle ber Straße entgegen» leuchtet, vorübergehen, ohne daß es mir warm ums Herz würde, ohne das Lebendige und Tröstende zu fühlen, das mir so oft Liebe und Freude geschenkt hatte.
Vom Münchner Schäfflertanz.
Woher stammt der Münchner Humor? Wahrscheinlich, so schreibt Karl Borro Schwerla in einer heiteren Plauderei des Februarheftes von Velhagen & Klasings Monatsheften, liegt er in der Luft. In der würzigen, fröhlichen Luft, die vom Süden her über die Berge kommt. Denn beschwingt und lebenslustig wie die Südländer, so sind die Münchener von jeher gewesen. Und wenn der Münchner Fasching und die Münchner Künstlerfeste in der ganzen Welt berühmt sind, so kommt das nicht von ungefähr. Auch Lebenslust und Heiterkeit können Tradition haben, und wenn es eine Stadt gibt, in der solche Tradition immer wieder zum Vorschein kommt, so ist das vor allem die alte, fröhliche Münchnerstadt Sogar die Pest haben sich die Münchner im Dreißigjährigen Krieg mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem Humor, den sie demnach also schon im Jahre 1640 gehabt haben, vom Leibe gejagt Das war ein großes Sterben damals, und als es immer ärger wurde, hat sich fast keiner mehr auf die Straße getraut. Da ist auch den^ lustigsten Herzen das Lachen vergangen, so schwer es ihnen gefallen sein mag. Aber dann haben sich ein paar darauf besonnen, daß man mit dem Lachen doch immer noch weiterkommt als mit dem Traurigsein. Und mit Musik und bunten Gewändern sind die Münchner Schäffler durch die aus- gestorbenen Straßen gezogen, haben mit Girlanden aus Immergrün und farbigen Bändern auf den leeren Plätzen getanzt und gelacht, und ihr „Hans- wurschtl" hat Purzelbäume geschlagen von einem Haus zum andern Was Wunder, daß einer nach dem andern von den verstörten Münchnern an die Fenster tarnen, erst erschrocken und zögernd, dann immer froher und immer mehr daran glaubend, daß es nicht mehr gar so schrecklich sein könne, wenn diese Schäffler da drunten der bösen Pest so luftig trotzten. So haben es die Schäffler damals geschafft, und so kann es sich jeder von den Münchnern erzählen lassen, wenn er den Schäftlertanz sieht, der seitdem alle sieben Jahre die Münchner an jene Zeit erinnert, - »
Ein zwölfjähriges Mädchen als Schachgenie.
In Londoner Schachkreisen erregt erhebliches Aufsehen ein zwölfjähriges Mädchen, Elaine Saunders, die von dem Schachweltmeister Dr. A l j e ch i n selbst als ein „Schachgenie" bezeichnet wird. Der große Schachspieler war aus Frankreich gekommen, um dreißig Simultanpartien gegen Engländer zu spielen. Die Spiele begannen um 7.15 Uhr. Alle männlichen Spieler waren längst besiegt, als die kleine braunäugige Elaine sich immer noch ernsthaft gegen Aljechin zur Wehr setzte, der sehr konzentriert über dem Schachbrett saß. Endlich um 12.15 Uhr gab Elaine auf. Als der Kleinen dann gesagt wurde, daß der Weltmeister im Schach sie ein Genie genannt hätte, sagte sie ruhig: „Ja, er schien zu glauben, daß ich es ganz gut gemacht habe. Es war schon ziemlich schwer, mit Dr. Aljechin zu spielen, aber ich war nicht im geringsten aufgeregt... Ich habe angefangen Schach zu spielen, als ich sechs Jahre alt war. Mein Vater spielt etwas, aber sehr viel versteht er nicht davon. Ich spiele zu Hause in der Mannschaft gegen andere Mannschaften, und manchmal auch abends. Aber das Schachspiel ist durchaus nicht mein einziges Interesse. Ich liebe den Sport im Freien, Reiten, Schlittschuhlaufen und Fliegen..." Als man sie fragte, wo sie denn fliegen könnte, meinte sie: ,,2lch, in Flugzeugen von Freunden. Ich will auch in der Luft Schach spielen, wenn ich nächstens einen langen Flug mache". Als man Elaine nun fragte, ob sie gern eines Tages Weltmeisterin im Schach werden wollte, erklärte sie: „Ich nehme nicht an, daß ich dazu je genug kann — aber würde es nicht hübsch sein, wenn eine Frau Weltmeisterin würde?" Aljechin sagte dem Veranstalter des Kampfes, daß Elaine eine wirklich außerordentliche Spielerin sei.
Zeitschriften.
-7 Die letzte Nummer der „Jllustrirten Zeitung Leipzig" steht ganz im Zeichen des 30. Januar. Hervorhebung verdient vor allem der Auftatz „Jm Deutschland Adolf Hitlers soll der schaffende Mensch glücklich sein!" von Reichsorgani- sattonsleiter Dr. Ley. Außerordentlich aufschluß- reich ist ein Beitrag, der in Bild und Wort die Erfolge der Außenpolitik des Dritten Reiches würdigt. Sinnvoll schließt sich an diese Veröffentlichung ein Charakterbild des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath an, der am 2. Februar seinen 65. Geburtstag feiert, . . v ,
Hilf dir selbst! hatte die Antwort des Kommandos auf meine Klage gelautet, schau zu, wie du zurecht kommst. Dann waren sechs von den Bosniaken zusammengebrochen, an allen Gliedern zuckend, mit Schaum vor den Lippen. Ich weiß nicht, ob sie das ständige Brechen der schweren Minen nicht ausgehalten oder ob sie aus Hunger und Unverstand Tollkirschen gegessen hatten. Die Burschen schlichen matt umher, man mußte scharf zupacken, wollte man die Batterie in der Hand behalten. Gab es für die Menschen wenig, so gab es für die Pferdchen fast nichts nach vorne. Die Seilbahnen waren mit Munition Überlastet. Die Pferdchen ließen die großen Köpfe hängen, sie hatten vor Hunger die Nadelstreu der Fichtenbäume gefressen. Ihre Augen wurden immer matter, die Flanken fielen ein, die Hüftknochen standen heraus, die zottigen Haare wurden spröde, die Tiere brachen zusammen, und die Bosniaken zerlegten sie in große, blutige Stücke. In der Nacht hatten mir die Ratten die langen erbeuteten italienischen Wollstrümpfe gefressen. Sogar dieses Geziefer schien Hunger zu leiden.
Als ich fiebernd auf der Tragbahre lag, kam der türkische Koch und wollte sich von meiner Zigarette ein Feuer nehmen. Ich schlug nach seiner Hand, er grinste, stand stramm und half mir auf den Wagen. Asiago war vergast, die Pferde, die heugefullte Futtersäcke als Schutz um hatten, kamen kaum weiter. Es fiel mir schwer, die Batterie zu verlassen. Die Hälfte der Pferde vorne in der Stellung war schon gestorben.
Als ich im Juni 1918 endlich wieder zu meinem Regiment kam, hatte man Großes vor. Man wollte den letzten Durchbruch wagen, wollte aus den Sieben Gemeinden, aus den räudigen Wäldern und den splitternden Steinen hinaus und hinunter in die weite, fruchtbare Ebene vorstoßen. Aber es waren nur wenig Pferde mehr da, wir hatten em Geschütz nach dem anderen bespannen und Vorbringen müssen. Nun, es kam nicht dazu, wir zogen, nachdem der große Angriff vor der italiemfchen Stellung liegen geblieben war, durch das Sugana- tal in kleinen Märschen zur Piave.
Jm November 1918, draußen tn der grauen Vorstadt von Wien, umlagert von hungernden Menschen, nahmen wir Abschied von den Pferden, die wir heimgebracht hatten. Da standen wir und wußten nicht ein noch aus, dort standen die Pferde, deren Rippen man durch die Haut zählen konnte. Ihr Hufschlag verhallte auf dem Pflaster, und die Blicke der Menschen, die den mageren Pferden folgten, schätzten das Fleisch ab, das noch an den Knochen war. Es war kein leichter Abschied. Immer wieder und wieder habe ich die weichen Nüstern meines großen Wallachen gestreichelt. Ein paarmal
Deutsches Jungvolk.
Stamm V/116.
Die Jungzugführerbesprechung am Sonntag, 30. Januar, findet nicht, wie vorgesehen, in Mainzlar, sondern um 9.30 Uhr in Daubringen (Schule) statt. Wenn keine Uebertragung anläßlich des 30. Januar am Morgen stattfindet, ist die Besprechung zur Zeit des Mittagessens beendet. Andernfalls wird sie etwas länger dauern.
Programm für -en 30. Januar in Gießen
8 Uhr: Großes Wecken.
Ls wird ausgeführt im Bereich der Ortsgruppe Giehen-Süd und Gieften-Mille von der kreis- fapelle der R5DAP.» im Bereich der Ortsgruppe Giehen-Nord und Gieften-Ost von der Musikkapelle der SA.-Standarte 116.
9 Uhr: Uebertragung der Rede des Reichs- miniffets Dr. Goebbels an die Jugend.
19.30 Uhr: Aacketzug der Partei mit ihren sämtlichen Gliederungen.
Aufstellung: Ludwigstrahe.
Marschweg: Ludwigstrahe, Bleichstrahe, hinden- burgroall, Frankfurter Strafte, Ciebigftrafte, Bahn- hofstrafte, kaplansgasfe, Seltersweg, Horst-Wessel- Wall, Osroalbsgarten.
Rede des Kreisleiters Pg. Backhaus.
Ehrung für den ermordeten Sturmführer Mal- kowfki durch Standartenführer pg. Lutter.
Sieg-Heil auf den Führer.
Rationalhymnen.
Gegen 21 Uhr: Kameradfchaftsabend der vier Gieftener Ortsgruppen.
1. Ortsgruppe Gießen-Süd, Studentenheim.
2. Ortsgruppe Giehen-Ost, Schühenhans.
3. Ortsgruppe Giehen-Rord, (Safe Leib.
4. Ortsgruppe Giehen-Mitte, Württemberger Hof. Kreisleitung Wetterau der RSDAP.
Backhaus, Kreisleiter.
NSDAP., Ortsgruppe Gießen-Nord.
Am Abend des 30. Januar, nach Beendigung des Fackelzuges, um 21 Uhr, findet im Saale des Caf6 Leib, Walltorstraße 38, ein Kameradschaftsabend statt. Alle Parteigenossen, Parteianwärter, Mitglieder der Gliederungen sind dazu emgeladen.
Hitler-Zugend, Unterbann 1/116.
Lilbefehl!
Am Sonntag, 30. Januar, hören die Gefolgschaften und Sondereinheiten die Rede des Reichspropa- ganbaminifters Dr. Goebbels in ihren Heimen. Dazu Antreten 8.45 Uhr.
Am Sonntagabend tritt der gesamte Unterbann 1/116 um 19 Uhr in der Gartenstraße zum Fackelzug an. Fackeln werden dort ausgegeben.
Die Feier bei der Wehrmacht.
Wie in allen Standorten unserer Wehrmacht, so wird auch in den Kasernen unserer Gießener Garnison am morgigen 30 Januar der Gedenktag der nationalen Revolution würdig begangen. Die Truppen werden zu feierlichen Appellen antreten, bei denen die Bataillons-Kommandeure in Ansprachen auf die Bedeutung des Tages Hinwelsen werden.
Kühne, Bühnenbild Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Ende 21.45 Uhr.
Dienstag, 1. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr: erste Wiederholung „Der Troubadour", Oper von Verdi. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung Wolfgang Kühne. Dienstag- Miete, 18. Vorstellung.
Mittwoch, 2. Februar, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr: erste Wiederholung „Anna Maria", Drama von Müller-Scheld. Spielleitung Dr. Erich Schumacher. Mittwoch-Miete, 18. Vorstellung.
Freitag, 4. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: zum letztenmal „Enoch Arden", Oper von Ottmar Gerster. Musikalische Leitung Paul Walter. Spielleitung Wolfgang Kühne. Freitag-Miete 18. Vorstellung.
Samstag, 5. Februar, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: KdF.-Miete, Gruppe I (9. Vorstellung) „Die Geisha", Operette von Jones. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freier Kartenverkauf
Sonntag, 6. Februar, Anfang 19 Uhr, Ende 21.15 Uhr, zum letztenmal: „Die Geisha", Operette von Jones. Außer Miete.
„50 Jahre... und doch jung!“
Ueber dieses Thema hält, auf Einladung des Naturheilvereins Gießen, die Gymnastiklehrerin Frau Lisa Mar aus Baden-Baden am Montagabend im Katholischen Vereinshaus einen öffentlichen Vortrag.
Winterschlußverkauf für 14 Tage.
Fwd. Am Montag, 31. Januar, beginnen die Winterschlutzverkäufe. Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel mitteilt, sind an ihr die Fachgruppen Bekleidung, Textil und Leder beteiligt. Die Liste der vom Winterschlußverkauf ausgenommenen Waren erstreckt sich, wie bislang, lediglich auf solche Artikel, die keinem Wechsel der Mode ausgesetzt sind. Dementsprechend unterliegen die Waren der Fachgruppen Bekleidung und Textil zum weitaus größten Teil dem Winterschlußverkauf, da sie fast ausschließlich modisch bedingt sind.
Küpreß 1938
Was Sie hier sehen, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den farbenfrohen und heiteren Dekorationen für das Gießener Künstler- und Pressefest dieses Faschings: das Werk einer hiesigen Malerei. Sie müssen sich das Ganze in einem monumentalen Maßstab denken, als ein stimmungsvoll anregendes Motiv des Festes, geboren aus der Devise „Eine Nacht in Venedig". Regt sich nicht Ihre geheimste Reisesehnsucht, beflügelt sich nicht Ihre Phantasie beim Anblick der Masken in der Gondola auf dem Canale grande? Hören Sie die Klänge einer zarten und zärtlichen Serenade unter dem gestirnten Himmel, leise
Hauswirtschaft als Beruf zu ergreifen. Dann kann sich im selben Haushalt eine zweijährige Lehrzeit anschließen.
Es ist erwünscht, daß ein Anlernmädel ganz zum Haushalt gehört, also auch dort schläft. In Ausnahmefällen, wenn die Eltern am selben Orte wohnen, kann es auch abends nach Hause zum Schlafen gehen. Der Anlernhaushalt kann ländlich und soll möglichst kinderreich sein. Gerade bei Kindern wird sich ein flinkes, anstelliges Mädel, das selbst erst den Kinderschuhen zu entwachsen beginnt, gut gebrauchen lassen.
Für alle Hausfrauen, die in ihrem Haushalt selbst mitarbeiten, bedeutet es eine schöne Aufgabe, eine junge frische Kraft anzulernen und den Nachwuchs der weiblichen Hausgehilfinnen zu schulen. Mögen sich viele Frauen finden, die sich dieser schönen, verantwortungsvollen Pflicht unterwerfen und ihr
widerhallend von der großartigen Front der ehr- Nacht, die festliche Krönung des Gießener Faschings, wurdlaen Palazzi der Lagunenstadt? Haben Sie findet in der Sonnenstraße statt. Es wird ein nicht Lust, mitzufahren, mitzutanzen, mitzufeiern? schönes, ein buntes, ein heiteres Fest. — (Aufn • Es bedarf keiner weiten Reise: die venezianische Neuner, Gießener Anzeiger.)
Hausfrau, nimm ein Anlernmädel!
Wie oft hört man von arbeitsüberlasteten Hausfrauen die Klage über Zeitmangel. Die zahlreiche Familie will betreut sein, der Mann braucht eine Gehilfin, und außer dem Hause gibt es auch noch Pflichten zu erledigen. Für diese Frauen und Mütter ist das Anlernmädel di» richtige Hilfe.
Solch ein frisches, junges Sing, das mit Eifer und Freude bei jeder Arbeit zur Hand geht, bedeutet für die Hausmutter eine Entlastung und Entspannung. Das 14jährige, schulentlassene Mädchen soll sich im Haushalt betätigen, sich körperlich dadurch kräftigen und ausarbeiten und sich Kenntnisse und Geschicklichkeiten im eigensten Beruf der Frau aneignen, ehe es sich in der Lehre für einen anderen Beruf ausbildet.
Oft gewinnt gerade in diesem Anlernjahr ein Mädel Lust zur hauswirtschaftlichen Tättgkeit, so daß es sich entschließt, dabei zu bleiben und die


