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Erreichten, so groß und bewunderungswürdig es für die kurze Spanne eines Jahrfünfts auch fein mag, stehen zu bleiben. Ein Blick über die deutschen Grenzen nach Frankreich oder Amerika zeigt am klarsten und eindrucksvollsten den gewal­tigen Schritt, den die deutsche Sozialpolitik im na­tionalsozialistischen Reich hat tun können. Kein Un­befangener wird sich der Ueberzeugungskraft einer Gegenüberstellung des fünf Jahre hindurch aesicher- ten Arbeitsfriedens und der von schwersten sozialen Kämpfen geschüttelten Nationalwirtschaften Frank­reichs oder Amerikas entziehen können.

Dieser Wandel in der inneren Haltung des deutschen Menschen, dieses Werden der Volks­gemeinschaft aus Stämmen, Klassen, Ständen, Parteien und Konfessionen im Schmelztiegel der nationalsozialistischen Revolution findet sein Gegen­stück in der durch den Führer geschaffenen und sich int Führer verkörpernden Einheit von Volk und Staat, von Volkswillen und Staatsführung. Nach jahrhundertelanger Zer­rissenheit gibt es zwischen beiden in Deutschland keine Gegensätze mehr. Aus der Ueberwindung partikularen Denkens, aus der geistigen und see­lischen Umstellung des Deutschen vom Teil aufs Ganze erwächst der nationale Einheitsstaat, den die Besten unseres Volkes sich in Jahrhunderten ersehnt haben. Mit äußerster Vorsicht, aber überlegen und zielbewußt immer den Schlußstein der Entwicklung und die endgültige Gestalt vor Augen ist die Reichs­regierung, nachdem der Einheit des Dolkswillens die Einheit 'der Staatsführung gefolgt war, den Weg gegangen, der zum Neubau des Rei­ch e s führt.Die Verfassung des Dritten Reiches", so hat Reichsinnenminister Dr. Frick diesen Weg erläutert,ist im Gegensatz zur Verfassung von Wei­mar nicht am grünen Tisch von volksfremden Ge­lehrten entstanden, sie hat sich vielmehr organisch nach den praktischen Bedürfnissen von Volk und Staat entwickelt und « geht aus dem Gestaltungs­willen der nationalsozialistischen Weltanschauung hervor. Die Verwirklichung der nationalsozialistischen Reichsidee, geboren aus dem schicksalsmäßigen Zu­sammengehörigkeitsgefühl der deutschen Volksgemeln- schaft, erforderte den völligen Neubau des Reiches nicht durch Erlaß einer theoretischen Verfassung, sondern durch eine durchgreifende Neuge- staltung und Neuordnung aller öffentlichen Einrichtungen und der gesamten Verwaltung."

Nacy diesen Worten leuchtet es ein, daß der Weg ZUM Neubau des Reiches nur Schritt für Schritt vorwärts führen kauft und für die Öffentlichkeit oft kaum spürbar sich ein Stein auf den anderen fügt. Der Sicherstellung der Zentralgewalt des Reiches durch das vor einem Jahr erneuerte Er­mächtigungsgesetz vom 24. März 1933 und die Ein­setzung der Reichsstatthalter folgten die Schaffung eines einheitlichen Beamtenkörpers und die Erklä­rung der Partei zur gesetzmäßigen Trägerin des deutschen Staatsgedankens. Der Uebergang der Hoheitsrechte der Länder auf das Reich am 30. Ja­nuar 1934, die bis auf das Finanzministerium all­gemein durchgeführte Personalunion zwischen Reichs- und preußischen Ministerien, die Erklärung des Führers und Reichskanzlers zum Staatsober­haupt nach dem Ableben des Reichspräsidenten von Hindenburg am 2. August 1934; die Deutsche Ge­meindeordnung vom 30. Januar 1935, die aus dem Nürnberger Reichstag vom 15. September 1935 beschlossenen Gesetze: das Reichsstaggengesetz, das Reichsbürgergesetz und das Gesetz zum Schutz des Men Blutetz und der deutschen Ehre, schließlich

eutsche Beamtengesetz vom 26. Januar 1937 und die Vereinheitlichung der deutschen Polizei durch das Gesetz vom 23. Juni 1937, das olles sind wichtige und unentbehrliche Steine zum Neubau ves Reiches. Weitere Aufgaben, die in der gleichen Linie liegen, befinden sich in Vorbereitung, wie die Schaf­fung eines einheitlichen, übersichtlichen und billigen Derwaltungsapparats, von dem Staatssekretär Pfundtner, vorgestern in Königsberg sprach, und die Neuordnung der Staatsfinanzen, ein Problem, mit dem sich vor allem der preußische Finanzminister Professor Popitz zu befassen hat und das infolge der großen Verschiedenartigkeit der .bisherigen Lasten-

Unsere geschichtliche Aufgabe.

(Zl'n Wort zum 30. Januar von Or. Wilhelm Irick, Reichsminister des Innern.

Die wichtigste Aufgabe unserer Zeit ist es. der inneren geistigen und willen- mäßigen Verschmelzung des deutschen Volkes zur Nation immer mehr und mehr auch die äußere staatliche und politische Prägung zu geben. Die vom Führer geschaffene nationale Einheit des Denkens und Wollens aller Deutschen muß auch ihren entsprechenden staatlichen Aus­druck finden. Die deutsche Staatssührung hat damit eine, der größten geschicht­lichen Aufgaben zu lösen, die ihr jemals gestellt waren.

An Stelle der politischen Zerrissenheit der Länder und des Vernichtungskampfes der klaffen, Stände und Interessentenhausen, an Stelle des Kampfes aller gegen olle, ist der härteste Wille zur nationalen Einheit und staatlichen Geschlossenheit getreten.

Es ist der höchste und unverlierbare Gewinn der nationalsozialistischen Revo­lution. daß der Wille des Führers zur alleinigen Kraftquelle der Ration und damit zum Garanten der Einheit des deutschen Volkes wurde. Diesen Willen des Führers gilt es für alle Zeiten organisch im deutschen Volke zu verankern.

Rur.aus diesem Willen, der das ganze deutsche Volk mit elementarer Gewalt erfaßte, ist der Reubau des Reiches möglich geworden. Dieser Wille allein hat den ersten Vierjahresplan, den erfolgreichen Kamps gegen die Erwerbs­losigkeit und die Rot der deutschen Dauern erfüllt und nunmehr den Zweiten Vierjahresplan mit dem Ziel der Unabhängigkeit des Reiches von äußeren und inneren Wirtschaftsdiktaten mit mächtigem Schwung in Angriff genommen. Er allein hat die Fessel von Versailles zerbrochen, die Weh r- s r e i h e i t dem Reiche wiedergegeben und das deutsche Volk zu einer Groß­macht ersten Ranges im Herzen Europas erhoben.

Der aus Vlut und Voden geborene Geist des Rationalsozialismus hat das Wunder der poli Li scheu Erneuerung vollbracht und den Einheits- willen des deutschen Volkes erweckt. Es bleibt für alle Zukunft die wichtigste Aufgabe der Bewegung, diesen Geist der deutschen Einheit, der die Grundlage für die Größe. Wacht und Wohlfahrt des deutschen Volkes ist. wach­zuhalten und die innere Verschmelzung des deutschen Volkes zu einer Kraft werden zu lassen, die alle Zeiten überdauert. Die ewige Grundlage der Einheit des Reiches ist die Einheit des deutschen Volkes und des deutschen Willens.

Verteilung zwischen Reich, Ländern und Gemeinden zu den schwierigsten Problemen der Reichsreform überhaupt gehört. Aber das alles sind wesentliche Voraussetzungen für die nach außen hin sichtbarste Maßnahme am Neubau des Reiches, die terri­toriale Neugliederung, die jedoch mit dem am 26. Januar 1937 erlassenen Gesetz über Groß- Hamburg und andere Gebietsbereinigungen in' Nordwestdeutschland bereits sich abzuzeichnen begon­nen hat.

Es war nur ein Weniges, was wir hier aus der Fülle des Geschehens dieser ersten fünf Jahre natio­nalsozialistischer Neugestaltung deutscher Zukunft herausheben konnten. Das außenpolitische Be­freiungswerk, das wir nur kurz gestreift haben, ist allen Deutschen gegenwärtig. Die Ausrichtung deut­scher Kultur an einem neuen Ideal nationalsoziali­stischer Weltanschauung wird an anderer Stelle von berufener Seite behandelt. Die bereits in Angriff genommene grandiose bauliche Umgestaltung deut­scher Großstädte, von der die Modelle in der so­eben vom Führer eröffneten Deutschen Architektur- Ausstellung in München ebenso Zeugnis ablegen wie der gestern bekannt gegebene Bebauungsplan für die Reichshauptstadt Berlin ist ebenso ein Denk­mal nationalsozialistischen Kulturwillens wie deut­scher Friedensliebe, die allen in mißgünstigen Krei­sen des Auslands immer wieder geäußerten Zwei­feln zum Trotz richtunggebend bleiben werden für die Bewältigung der gewaltigen Aufgaben, die uns gestellt worden find. Fast übermenschlich war die Schwere der Verantwortung, die der Führer ^über­nahm, als er vor nunmehr fünf Jahren das

Steuerruder des Reiches aus der Hand des ehr­würdigen Reichspräsidenten von Hindenburg emp­fing. Sein Glaube an die Zukunft des deutschen Volkes, sein Vertrauen auf den guten Kern in die­sem Volke gaben ihm die Kraft, das Schicksal Deutschlands in seine Hand zu nehmen. Das deutsche Volk hat es ihm gedankt mit dem gleichen inbrünsti­gen Glauben und Vertrauen. Es hat sich in wieder- aeroonnenem Lebensmut entflammen und begeistern lassen für die genialen und kühnen Pläne, die ge­waltigen Aufgaben, die die schöpferische Initiative des Führer vor den Augen des deutschen Volkes ausbreitete. Es hat die starke zielbewußte Hand des Führers gespürt und hat sich roilFig und freudig eingesetzt, wo auch immer sein Einsatz gefordert wurde. Der immer wieder aufklärenden, befruch­tenden und anspornenden Arbeit der Nationalsozia­listischen Partei ist es zu danken, daß das deutsche Volk in so beispielloser Geschlossenheit hinter die Staatsführung getreten ist, daß Führer und Volk heute eine Einheit sind, ein Wille aus- gerichtet einzig und allein auf Größe und Glück der Nation. Und diese Einheit von Volk und Führer, geboren aus gegenseitigem Glauben und Vertrauen, erneuert sich wieder an diesem Tage der national­sozialistischen Revolution, an dem wir in berech­tigtem Stolz auf die aus eigener gewaltiger Kraft- anftrengung vollbrachten Leistungen des ersten Jahrfünfts nationalsozialistischer Arbeit für Deutsch­land dem Führer geloben, ihm durch unser Ver­trauen Kraft zu geben für feinen Weg und selbst unser alles einzusetzen für unseres Volkes Zukunft.

Dr. Fr. W. Lange.

Ein Berliner SA -Mann erlebt den 30. Januar.

Im roten Neukölln war wieder einmaldicke Luft". Auch in den frühen Morgenstunden des 30. Januar saßen mehrere Kameraden alarmbereit im Sturmlokal des Sturmes 21. Man konnte der Kommune, die in den letzten Tagen wieder besonders rührig war, im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr über den Weg trauen. Irgend etwas, es mußte diesmal etwas Ungeheuer­liches sein, bereitete sich vor. Wir wußten nicht, woher es kam, ob es Glück oder Unglück märe, aber jeder von uns fühlte es auf sich zukommen. Bis zum Aeußersten waren die Nerven angespannt, die letzte Zigarette, die einer von uns noch hatte, ging zwölfmal im Kreise herum. Jeder durfte einen Zug tun. Kein Mensch sprach ein Wort.

Plötzlich klingelte in die Stille hinein schrill das Telephon. Die Wache sauste zum Apparat, riß den Hörer von der Gabel, und während unsere Augen gespannt an den Lippen des Kameraden hingen, hörten wir ihn exakt die Meldung sagen:Hier Sturmlokal 21, Wache mit 12 Mann in Alarm­bereitschaft". Im nächsten Augenblick läßt der Kamerad den Hörer fallen, stürzt auf uns zu und ruft:Adolf Hitler i ft R e.i ch s k a n z l e r geworden". Für Sekunden lag Stille in dem kleinen verräucherten Lokal, bis einer von uns auf die Straße hinausstürzte und schrie:Adolf Hitler ist Reichskanzler geworden".

In der nächsten halben Stunde füllte sich das Sturmlokal mit allen Kameraden, die nur erreich­bar waren. Dieser hatte die Nachricht am Rund­funk erfahren, jener war auf dem Dienstwege alar­miert, ja, heute müssen alle dabei sein, um das sieg­reiche Feldzeichen am Führer vorüberzuführen. Abends sollte der Fackelzug sein. Während in der sechsten Abendstunde die Kommandos der verschiede­nen Formationsführer, die sturmweise heran- marschiert waren, durch die dunkle kalte Straße hallten, versammeln sich im Nu Tausende von Volksgenossen um uns. Jeder versuchte auf feine Art, uns feinen Dank abzustatten. Wie oft hatten wir bei diesem Volksgenossen Hauswache gehalten. Hatten jenen nach Hause gebracht und diesem di« Familie geschützt, nur weil er Nazi war! Jetzt aber dursten wir gemeinsam unser Bekenntnis noch lauter hinausrufen als bisher.

Dann marschierten wir ab. Der Tiergarten ist in das Licht von Tausenden von Fackeln getaucht. Wie ungezählte Irrlichter geistern die Flammen an den alten Stämmen der Bäume empor. Hier und da erkennt man einen Kameraden von der anderen Formation. Alle sind außer Rand und Band. Nur schwer gelingt es den Sturmführern, die Kolonnen zu formieren, die schon stundenlang auf das Kom­mando zum Abmarsch nach der Wilhelmstraße warten. Von ungesehenen und ungezählten Händen werden uns große Stullenpakete, Zigaretten oder Geld für eine Molle" 'gereicht. Wir können das alles um uns herum nicht fassen.

Dann aber heißt es plötzlich:SA. stillgestanden, die Fahnen hoch, im Gleichschritt marsch S Es geht auf das Brandenburger Tor zu, dessen massige Silhouette sich uns mächtig entgegenstemmt. Wir marschieren hindurch, die Mittelpromenade Unter den Linden entlang, schwenken rechts ein zur Wilhelmstraße und hören und sehen weiter nichts als das unendliche, immer wieder neu aufbrausende Heilrufen um uns. Sämtliche Verkehrsmittel sind angehalten worden, auf den Dächern und den Tritt­brettern stehen die Menschen und jubeln uns zu. Immer wieder steht wie eine lange Mauer links und rechts des Weges der Ruf:Heil Hitler? Heil SA.!"

Da kommen die ersten KonimandosDer Reichspräsident, Achtung, Augen rechts, Fahnen hoch!" In hartem Schritt ziehen wir über das Pflaster, die Nerven sind bis auf das Aeußerste angespannt und das Kinn drückt gegen den Sturm­riemen der Mütze, als wollte es ihn zerreißen. Dann sehen wir die greise Gestalt des Feld-

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Fünf Jahre

deutsche Kulturpolitik.

Von Gauleiter A E. Zrauenseld, Geschäftsführer der Reichsluliurkammer.

Man ist geneigt, insbesondere, wenn man mitten in Geschehnissen hineingestellt ist, sie als etwas Gegebenes, Selbstverständliches hinzunehmen, das fo und nicht anders werden und fein mußte. Ist es wirklich so selbstverständlich, daß der National­sozialismus in seinem Führer zugleich einen der größten, unbestritten aber den universellsten Künstler unserer Zeit hat? Es gab zu allen Zeiten große Menschen und mächtige Volksbewegungen, Die Völkerschicksale gestalteten und in die Welt­geschichte eingegangen sind, ohne daß sie für das kulturelle Geschehen besonderes Interesse zeigten, geschweige ihm besondere Aufmerksamkeit schenkten oder eine Förderung angedeihen ließen, oftmals waren sie sogar kulturfeindlich bis zum sinnlos er­scheinenden Zerstörungstrieb.

Hier Bilderstürmer, dort Puritaner, bald mucke­risch, bald jesuitisch, paßten sie ihre Zeitgenossen in die Zwangsjacken der Askese, der Abtötung des Fleisches und der Sinne. Ganze Geschlechter fristeten ein ft endloses Dasein unter dem Alpdruck solcher Bewegungen und ihrer Führer, deren Wege oft nur zu erkennen sind an den Trümmern ihrer Zer­störungswut, die sie bedecken. Oft waren sie darin so gründlich^ daß sie nichts von dem der Nachwelt zurückließen, was vor ihnen war, als die Legende von der Schönheit dessen, was ihrem finsteren Treiben zum Opfer fiel, und doch sind sie in die Weltgeschichte eingeganaen, und bei manchen ist das politische, militärische oder wirtschaftliche Wir­ken so stark und positiv gewesen, daß die Nach­kommen sie als die Großen der Geschichte preisen

Ohne Zweifel hat der Nationalsozialismus in fünf Jahren fo viel auf wehrpolitischem, sozialem, wirtschaftlichem und innen- wie außenpolitischen Gebiet getan, daß er es sich leisten könnte, den kulturellen Fragen verständnislos, ja sogar ableh­nend und feindselig gegenüberzustehen. Es würde dies feiner Größe und Bedeutung keinen Abbruch tun können. Wir müssen es daher doppelt freudig als ein in der Geschichte seltenes Geschenk hin­nehmen, daß die kulturellen Probleme nicht ausgenommen sind, sondern in hohem Maße teilhaben an dem allgemeinen Aufblühen der deut­schen Lande.

Ost wurde vom Führer und seinen Paladinen, in deren Häkckte er die kulturelle Betreuung des deutschen Volkes legte, betont, daß man Genies nicht herbeizaubem könne und auch nicht gleich Tomaten in geheizten Glashäusern züchten kann was man aber kann und was das nationalsozia­

listische Deutschland in einmaliger Weise tut, ist, ihnen den Weg bereiten, die Voraussetzungen für ihr Wirken schaffen. Die Kultur bedarf aber nicht nur der schöpferischen Geister, sie bedarf auch, und dies ist nicht weniger wichtig, erlebnisfähiger Menschen, die der Kultur Sinn und Bestand geben. Und da man keine Genies züchten kann, kann man aber erfreulicherweise das Verständnis für die Werte der Kultur tvecken, schulen und vertiefen.

Kann es etwas Kläglicheres geben, als den Fellachen, der in Unwissenheit und geistigem Tief­stand seinem eintönigen Tagewerk im Schatten der gigantischen Werke seiner Ahnen nachgeht, ohne um ihren Sinn zu wissen, ohne chre Sprache deuten zu können, ja oft überhaupt ohne Notiz davon zu nehmen. Wir erschrecken, wenn wir erkennen, wie nähe wir diesem Zusttand gekommen waren. Einst schufen die großen Meister ihre Werke aus dem Volke kommend für das Volk. Mit dem Humanis­mus beginnt die Trennung von Volk und Kultur, man mußte über die Hürden fremder Sprachen klettern und durch das Dickicht artfremden Denkens brechen, um dann endlich da und dort zwischen Unverständlichem auch einmal uns Ansprechendes aufblühen zu sehen. Zwar findet immer wieder da und dort ein Titan des Geistes triebhaft den Weg zu feinem Volk. Manches Mal finden sie sogar wieder zueinander: Volk und Kultur, aber es ist dies immer nur für eine kurze Spanne Zeit, bann reißt die Verbindung wieder ab, und Kultur ist wieder höfisch, pfäffisch, welsch, lateinisch, französisch oder spanisch in Sprache und Art, um schließlich in jüngster Zeit ein negatives Vorzeichen zu er­halten und jüdisch zu werden.

Bis bann mit einem Male einer kommt, ber mit feinen Beinen fest im Heimatboden steht, dessen Haupt aber in Wolken ragt, und ber die Kraft hat, alles Trennende niederzureißen, der das Fremde verscheucht, zertritt und jene wundersam traumhafte Zeit erstehen läßt, in ber die Mäler der Vergangenheit in Bild, in Ton und Schrift, in Stein und Erz wieder zu reden anheben in den Zungen ber Menschen, die zwischen ihnen leben, und biefe ihrer plötzlich wieder gewähr werben wie aus langen schweren Träümen erwacht.

Wenn die Zaghaften bann sagen, was kann in wenigen Jahren geschehen, Kultur muß langsam wachsen und kann nur allmählich werben, dann haben wir dem entgegenzusetzen, daß auch Bäume langsam wachsen, ihre Knospen brechen aber über Nacht auf und werden strahlende Blüten. Der Stamm des deutschen Lebensbaumes ist tausend- jähria, seine Blüten aber können sich rasch er­schließen. Die Geschichte lehrt uns, daß Hochzeiten einer Kultur oft nicht länger dauern als die Jahre der vollen Schöpfungskraft einer Geschlechterfolge, und was hier wenige Jahrzehnte, ja oft nur wenige Jahre an Werken erstehen lassen, findet für

ebenfoviel Jahrhunderte, ja oft Jahrtaufende Epi­gonen, die sich darin erschöpfen, es nachzuahmen.

Wenn in vergangenen Zeiten der gotische Dom bas Sinnbild des Zusammengehörigkeitsgefühles der Menschen ist, die hinter den Mauern einer Stadt eine Schicksalsgemeinschaft bilden und sich als Wahrzeichen dieser Gemeinsamkeit bas steinerne Wunder des gotischen Baumales schufen, fo erwach­sen in dem Augenblick, ba an Stelle adeliger, höfischer ober kapitalistischer Mäzene die Volks­gemeinschaft als Förderer der Kul­tur tritt, daraus Werke des Gemeinsamkeitssinnes. So verstehen wir auch die Kolosialbauten, die über­all als Sinnbilder ber Volksgemeinschaft erstehen allen voran das Reichsparteitagsgelänbe in Nürn­berg. Diese Sinngebung ber Bauwerke spiegelt sich bereits hundertfach in ber (Erneuerung des Städte- bilbes, und das Abendland hat diesen wachsendeii und werdenden steinernen Symbolen des Nationalsozialismus an Monumentalität nichts zur Seite zu stellen. Hat das deutsche Volk solcherart von feinem Kulturerbe auf dem Gebiet ber Architektur zuerst Besitz ergriffen, so schreitet es von dort aus vordringenb auf das Gebiet der anderen Künste fort.

Schon gesellt sich zur Baukunst eine machtvolle Bildniskunst, und als nächstes wird die Malerei in den Bannkreis dieses Kräftespiels gezogen. Aller­dings müssen wir uns klar machen, daß es nie eine Zeit gab, ba alle Kunstzweige gleichmäßig in Blüte standen. Wir finden im Gegenteil, daß bald die eine, bald die andere Form im steten Wechsel führend ist. Einer Blüte der Baükunst folgt so ein Höhepunkt auf dem Gebiet ber Dichtung, dann ist es wieder die Malerei, die vorherrschend ist, um nach einiger Zeit den ersten Platz ber Musik ein­zuräumen. Neben biefem Wechsel, ber höheren Gesetzen gehorcht, sind es auch Gründe, die in der Umwelt liegen und die dies bedingen. Wir können, um uns einer alten Terminologie zu bedienen, sozusagen kapitalistische und proletarische Künste unterscheiden. Der hungrige und frierende Poet in seiner löchrigen Dachbodenkammer braucht für seine. Kunst nur ein Blatt Papier und eine Schreib feder. (Er ist dadurch van den Unbilden der Zeitläufte und dem Wohlwollen seiner Mitmenschen mehr oder weniger abhängig, denn für die Geschichte seines Volkes ist es nicht von besonderer Wichtigkeit, ob seine Werke zur Zeit seines Lebens in ihrer Be­deutung erkannt werden ober ob erst spätere Ge­schlechter sein Genie erkennen unb ihm den ver­dienten Platz unter ben Großen des Volkes ein­räumen. Der Architekt hingegen beb ar f ber größten Dttttel und Helfer, um fein Können entfalten zu können. Er ist daher am stärksten an die Umwelt gebunden, unb nur ber Baukünstler, ber bas Glück hat, in einer Zeit zu leben, bie feinen schöpferischen Kräften ebenbürtig ist, kann fern. Können unter

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Beweis stellen. Auch ber Bühnenkünstler bedarf des. Publikums; mit sich allein kann er sein Können: nicht zur vollen (Entfaltung bringen.

Der Nationalsozialismus hat bei feiner Förde» rung an die erste Stelle jenen Teil unseres Kultur» lebens gestellt, der des Volkes sowie feiner Kräfte, Mittel und Interessen bedarf, und daher kann, aus dem Geiste der Gemeinschaft genährt, die Bau-- k u n ft sich in einmaliger Weise entfalten. Daneben: ist es die Bühnenkunst, die Aufmerksamkeit: bei der Gesamtheit des Volkes findet unb es im einem Ausmaß wie kaum je vorher beschäftigt. Das Primäre ist ber geniale, der schöpferische Mensch. Die Zett, in ber er lebt, ihre Herrem und Mäzene, die Lebensform der Zeit Zwingern seinem Schaffen die Gestalt auf. Daher ist es dec Zufall der Zeit unb des Ortes der Geburt eines Genies, der es zwingt, das Aeußere feines Schaf» fens christlich, katholisch, klassisch, barock ober exo» tisch zu gestalten. Daher war der Künstter nie so frei in seinem Schaffen wie zur Zeit ben Nattanalsozialismus, ber aus bem Volke kommen!» nur eines von ihm verlangt, baß er so schafft, wie er selbst kraft feines Blutes unb seiner Väter ist beutsch.

Eine Tatsache darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Neben der Gestaltung des Neuen unb dem Erblühen ber Kultur steht di« Achtung unb bie Pflege der Güter ber Der» gangenheit, und mit Stolz können wir sagen:: nie noch pilgerten so viele Menschen zu bett WerkM ber Maler, Bildhauer und Baumeister ber Vorzeit! UeberaU werben alte Schätze gehoben und frei' aelegt. Don den Straßenzügen alter Städte, bereu hundertjährige übertünchten Fachwerkbauten i® buntem Anstrich leuchten, bis zu den vorgeschW lichen Ausgrabungen unb ber (Erneuerung älteste k Baumaler. UeberaU tauchen wir in bie Vergangen* beit. Nicht wie vor wenigen Jahren noch, wo es die einzige Flucht aus der verzweifelten Gegenwart war, sondern vielmehr um dem Worte unserer Dichters Franz Grillparzer gerecht zu wer­ben, der da sagt:Die Zukunft ist das Tor, durch bas bie Vergangenheit roieber Einzug hält". Wit steigen in bie Vergangenheit hinab, um bie Funda­mente freizulegen, auf benen wir bie Kultur dH morgen aufbauen.

Noch scheint alles ein Anfang zu fein, vergleicht man es mit ben Zielen, bie ber Führer für b<H nächste Jahrfünft gesteckt hat, und boch gäbe a; in der beutschen Geschichte nur biefe ersten fünf Jahre Nationalsozialismus, die hinter uns liegen sie würden genügen, um späteren Geschlechtern biet Zeit als eine der glückhaftesten und schöpferischste" ber deutschen Geschichte erscheinen zu lassen. In bei Schatten gestellt wird sie nur van dem werbe U was bie nächsten fünf Jahre der Kulturpolitik Ad®-! j H.itlers bringen.

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