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Ein merkwürdiges Museum. — Allerhand Kuriositäten.
nik (als eine anerkannte Wissenschaft) lehrt, daß die Tabakpftanze zu den Nachtschattengewächsen gezählt wird und eingereiht werden muß zwischen Kartoffel und Tomate. Warum soll also gerade der Tabak
'ein „Teufelskraut" sein? H. S.
garre, die zwar erst'ein Vierteljahrhundert all ist, die aber eine sehr interessante Geschichte, dazu noch eine Kriegsgeschichte, hat. Sie stamntt aus den Beständen einer holländischen Prise, die das Marine-Korps im Weltkrieg an der Küste Manderns , aufbrachte. Die Zigarren waren Eigentum der eng-'ein „Teufelskraut" sein?
Der Feind im eigenen Land
Jüdische Literaturpäpste und Intriganten.
Mit der wehleidigen Entschuldigung, daß, was der einzelne Jude verbrochen habe, nicht der ganzen Mischpoche aufgehängt werden könne, ist nicht weit zu kommen. Was immer der einzelne Jude verbricht, ist von so besonderer Art, daß fid) das nur aus der rassischen Anlage erklären läßt. Da haben wir den Fall des Inden Alfted K e r r, der bis Ende 1932 im külturbolschwrstischen Bereich der November-Republik eine sehr große Rolle gespielt hat. Er galt jahrelang als der Literaturpapst der Reichshauptstadt, als der Krittler, von dessen Urteil das Schicksal eines jeden Bühnenstückes abhing. Diese Rolle verdankte er der Tatsache, daß das Judentum die Berliner Bühnen und auch andere große Bühnen im Reiche beherrschte. Die Presse jüdisch, das Theater jüdisch, was blieb da anders Übrig, als daß der jüdische Kritiker Einfluß hatte, zumal dann, wenn er sich eine Schreibweise zurechtgelegt hatte, die an das Wort des Deutschballen Viktor Hehns erinnert, daß es ein Jude wohl fertig bringe, die deutsche Grammattk zu beherrschen, daß er aber außerstande sei, sich in Wesen und Geist der deutschen Sprache einzufinden. Dieser Alfred Kerr hatte noch die zweifelhafte Gabe, Verse zu machen.
Die Dichteritis des Alfred Kerr wurde während des Krieges gemeingefährlich. Kerr war es, der unablässig in Versen die Feinde Deutschlands beschimpfte, wobei als Kostprobe dienen mag, daß er zu Beginn des Krieges den Franzosen und allen Führern der Deutschlandhetze Bandwürmer, Hühneraugen, Krätze und Rheumatismus an den Hals wünschte, ebenso schimmelfeuchtes Stroh zu Ernährung. Heber Russen und Italiener äußerte sich Kerr
Die größte Zigarre -er"
Das einzige öffentliche Zigarrenmuseum befindet sich in der westfälischen Zigarrenstadt B ü n d e. Hier kann man die größte Zigarre der Welt sehen! Sie hat die respektable Länge von 1,70 Meter und einen Umfang von 68 Zentimeter. Ein Meister und drei Arbeiter aus der Bänder Zigarrenindustrie haben viele Arbeitsstunden und zehn Pfund guten Tabaks drangeben müssen, um dieses Wunderwerk von Zigarre fertigzustellen. Aber damit haben sie die kuriose Welt ja auch um ein neues Kuriosum bereichert und der kleinen Zigarrenstadt Bünde so etwas wie einen Weltruf (sofern sie den noch nicht hatte) verschafft.
Die Riesenzigarre ist säuberlich in einer Glaskiste verpackt, und die hohe Zollbehörde hat einen Siegel auf die Kiste gedrückt, damit nicht einer eines Tages auf den Gedanken komme, diese zehn Pfund unverzollten Tabak als Schmuggelware zu betrachten. Ein Mann — das hat man ausgerechnet — der täglich nur eine Stunde an der Riefenzigarre rauchen wollte, würde ein Jahr und 247 Tage zu tun haben, um den Riefen unter allen Zigarren der Welt in Asche zu verwandeln.
..Wie kommt das Museum gerade nach Bünde? Dafür gibt es gute Gründe: Jede achte Zigarre, die in Deutschland geraucht wird, stammt aus Bünde, und jeder neunte Arbeiter der deutschen Zigarrenindustrie ist in Bünde ansässig. Von den acht Milliarden Zigarren, die jährlich in Deutschland gekauft und in blauen Dunst und Asche verwandelt werden, kommt also eine volle Milliarde aus dieser kleinen Stcckll.
Im Bänder Zigarrenmuseum finden sich auch allerlei andere Merkwürdigkeiten, z. B. ein paar Zigarren, die schon ehrwürdige Sechziger sind. Ein Liebhaber sammelte sie und vermachte sie dem Museum. Eine feine, teure Sorte, die heute noch frisch und einladend aussieht. Ferner liegt da eine Zi-
lischen Heeresverwaltung und von ihr, wie der Kistenaufdruck auswies, „ihren an der Front kämpfenden Offizieren und Mannschaften gewidmet". Die englischen Offiziere und Mannschaften hatten aber Pech. Sie wurden gefangen genommen, und auch die Zigarren kamen in deutschen Besitz. Dabei zeigte sich, daß die Bauchbinden mit dem Bilde Bismarcks und den schwarz-weiß-roten Farben geschmückt waren. Wohl die letzte dieser englisch-deutschen Weltkriegszigarren wurde von einem Arzt aus Eberswalde dem Museum geschenkt.
Für die Kulturgeschichte des Tabaks aufschlußreich ist die kleine Schriftensammlung im Museum. Die Bucher sind zum Teil altersgrau und vergilbt, aber sie sind voll vom Lob und Preis des edlen Krautes Tabak. Da schreibt einer, daß man „in Aegypten einige am» Pfahl gespießete Hebel» thäter gesehn hat, welche bis an den dritten Tag gelebet und inzwischen continierlich bis auf den letzten Tag ihres Lebens gerauchet haben". Dann tritt auch hier wieder Bismarck als Kronzeuge auf, Es steht in einem Bächlein zu lesen, daß der Reichskanzler bei den Waffenstillstandsverhandlungen zu Versailles folgenden Ausspruch tat: „Wenn man in eine Verhandlung eintritt, die möglicherweise Streitfragen berührt und zu heftiger Meinunasäuhe- rung führt, ist das Rauchen von großem Vorteil. Die Zigarre, die man in der Hand hat, zum Munde fährt und nicht fallen lassen mag, unterdrückt ein wenig die körperliche Unraft. Ohne unser Denkvermögen zu trüben, bietet sie immer eine leichte seelische Beruhigung."
Es hat, das fei zugegeben, auch an (Stimmen nicht gefehlt, die den Tabak als Teufelskraut verdammten und nicht genug schaurige Geschichten von ihm erzählen konnten. So die von dem Londoner Erzbischof, „der den Qualm allzu lange im Munde behielt, so daß der Rauch in die Luftröhre drang und den Herrn Erzbischof erstickte". Aber die Bota-
shevsky. Capablanca hat sich 6 Punkte er» spielt und Flor 414 Punkte.
Der lob in den Bergen.
Dieser Tage stürzte ein Unteroffizier in den französischen Seealpen unweit der llalienischen Grenze in eine Felsspalte. Ein Leutnant, der dem Verunglückten zu Hilfe eilen wollte, stürzte ebenfalls ab. Ein Bergsteier, der aus einiger Entfernung den Absturz des Leutnants beobachtet hatte, beeilte sich, den Verunglückten zu Hilfe zu kommen: aber auch er stürzte in den Abgrund. Alle drei kamen ums Leben.
Burg Katzenelnbogen wirb Jugendherberge.
Auf Bitten des Gebietsfährers Geisler, des Leiters des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverbanb für deutsche Jugendherbergen e. V. hat Regierungspräsident von Pfeffer (Wiesbaden) die Burg Katzenelnbogen dem Ju- gendherdergsverbond ab 1. Dezember zur Verfügung gestellt. Der die Burg umgebende große Garten und die dazugehörigen Ländereien gehen mit in die Verwaltung des Jugendherbergsverbandes über. Mit den Umbauarbeiten soll umgehend begonnen werden, so daß die Burg für die Zwecke der Jugendwanderung spätestens im kommenden Frühjahr zur Verfügung steht. Die neue Jugendherberge wird dann in der Lage sein, 150 bis 200 Wanderer aufzunehmen. Die Burg Katzenelnbogen wird in~ der Geschichte zum ersten Male im Jahre 1102 erwähnt. Diese und der in der Nähe liegende Ort gehörten damals zum Kloster Bleidenstadt, von dem die Grafen von Katzenelnbogen Burg und Ort als Lehen erhielten. Im Dreißigjährigen Kriege wurde die Burg zum größten Teil in Asche gelegt. Seit ihrem Wiederaufbau zählt sie zu den schönsten Burgen unseres Heimatgebietes. Ihrer neuen Aufgabe, der wandernden Jugend als Heimstätte zu dienen, wird die Burg in idealer Weise gerecht werden können.
3rod Todesopfer bei einem Schiffsunglück in Finnland.
Ein schwerer U n g l ä ck s f a I I, der zwei Tod e s° opfer forderte, hat sich im Hafen von Vilajoki in Sädsinnland ereignet. Ein Schlepper war mit dem Einschleppen des deutschen Dampfers .Königsberg L Pr." beschäftigt. Plötzlich legte sich der Schlepper aus bisher unbekannter Ursache quer, und das Schleppseil spannte sich so hefttg, daß der Schlepper sich immer mehr auf die Seite legte. Die Besatzung bemühte sich vergeblich, das Schleppseil loszuwerfen, worauf die an Bord befindlichen Personen ins Wasser sprangen, um sich zu retten. Die Köchin und ein Küchenmadchen, die sich in der Kombüse befanden, versuchten vergeblich, die Tür zu öffnen, die von den inzwischen in das Innere des Schiffes ein- gebrungenen Wassermassen festgepreßt wurde. Wenige Minuten später s a n k der Schlepper, ohne daß es möglich war, die beiden Frauen zu retten.
Speiseeis in die Deichsel geschüttet.
Die größte polnische Speiseeisfabrik in Warschau hat ihren Heberschuß an Fruchteis vor einigen Tagen in die Weichsel ge schicktet. Ein großer Rollwagen, hochbeladen mit Pappkästchen voll Sahne-- und Schokoladeneis, kam in der Dorstadt Bielany an den Fluß gefahren; Arbeiter warfen unter Aufsicht eines Pvlizerbeamten und in Anwesenheit zahlreicher Neugieriger, denen das Wasser im Munde zusammenlief, seinen säßen Inhalt ins Wasser. Die Firma hatte im vorigen Jahr ihren Heberschuß am Ende der Sommerzeit Wohltättgkettsveranstallungen geschenkt, wurde aber dafür von der Steuerbehörde, die darin eine Reklame sah, mit erhöhter Umsatzsteuer bedacht. Das veranlaßte die Fabrik in diesem Jahr, ihre überschüssige Ware zu vernichten.
Zahnziehen von zarter Hand.
Die Finnen lassen sich anscheinend ihre Zähne lieber von zarter Hand ziehen. Insgesamt hat Finnland 746 Zahnärzte, von denen nur 204 Männer sind. Also wird der zahnärztliche Beruf zu 72 v. H. durch Frauen ausgeübt. Daß die Entwicklung in dieser Richtung weitergeht, zeigt der Umstand, daß sämtliche 30 Studierende, die in diesem Herbst in Helsinki das zahnärztliche Studium ergriffen haben, Frauen sind.
noch massiver. Dieser Alfred Kerr lebt heute in Paris, tut so, als fei er immer ein Friedenstäuberich gewesen, lägt die Franzosen an, er hätte während des Krieges als einziger gegen den Krieg feine Stimme erhoben, hätte sich für Frankreich und französische Kultur eingesetzt. In den Vereinigten Staaten, wo jeder Judenschwindel . geglaubt wird, gilt Kerr, der so viel zur Dölkervethetzung beigetragen hat, als Märtyrer seiner Heberzeugung, wobei nur vergessen wird, daß Kerr sich für alle diese Sudeleien in Vers und Prosa schwer bezahlen ließ. Auch Deutsche haben sejne Bücher gekauft, ohne zu ahnen, daß dieser Kriegsgewinnler im übelsten Sinne des Wortes ttotz seines sehr hohen Einkommens die November-Republik grundsätzlich um die Einkommensteuer betrog. Che er im Januar 1933 flüchtig ging, leistete er sich noch den Streich, alle Briefe und Widmungen, die ihm in den Zeiten seines Ruhmes zugegangen waren, an ein Berliner Antiquariat zu verhökern, das sie dann an Auto- graphenscrmmler weiterverkaufte.
Dieser Kerr treibt heute in Paris Hochverrat, gerade so wie die anderen Emigranten aus dem Romanischen Cafe. Sie sind alle gelehrige Schäler des inzwischen schon fast vergessenen Maximilian Harden, der von Haus aus Isidor Witkowski hieß und aus einem polnischen Getto stammte. Sein leiblicher Bruder, der sich Richard W i 11 i n g nannte, brachte es sogar zum Hofjuden, zum Oberbürgermeister von Posen und später zum Direktor der Nationalbank. Als solcher hat er ttotz seiner Vergangenheit als Hofjude während des Krieges Hoch- und Landesverrat getrieben ohne jede Rücksicht darauf, daß sein Söhn in verwandtschaftliche
Beziehungen zu allen preußischen Adelsfamillen getreten war. Isidor Harden-Witkowski gründete 1892 „Die Zukunft", wobei der sogenannte Hauptschriftleiter des „Berliner Tageblatts', Arthur L e v i s o h n , Pate stand. Harden hatte die Witte, rung, daß mit dem grollenden Alten im Sachsen- wald'e, daß mit dem Fürsten Bismarck ein gutes publizistisches Geschäft zu machen sei, weshalb er in jeder Nummer der „Zukunft" einen ellenlangen Artikel für Bismarck schrieb. Harden war selbst weder für noch gegen Bismarck, sondern nur ein Gesinnungslump ersten Ranges, dem es nur darauf an kam, in der Oeffenttichkeit eine Rolle zu spielen sowie ' gleichzeittg viel Geld zu verdienen. Als Schauspieler ging das nicht, denn das war er Ursprünglich, aber er hatte gar kein Talent, eo wurde er Literat, schuf sich einen besonderen Stil, der darin bestand, möglichst viel zu zitieren, um so zu verdecken, daß er selbst gar feine Einfälle hatte. Hnd die dummen Deutschen fielen darauf herein, kauften und lasen „Die Zukunft", zumal es in ihren Aufsätzen manchmal pikante Histörchen gab. Der Hofadel und manch anderer Klüngel benutzten nämlich Harden dazu, ihre Intrigen gegeneinander und gegen den Kaiser in den Spalten der „Zukunft" auszutragen. Auf diese Weise hatte Harden auch Kenntnis davon erhalten, daß im Hofadel und in der allernächsten Umgebung des Kaisers sich Dinge zuttugen, die den Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches angingen.
In diesem Sumps fühlte sich Harden wohl. Hochverräter und Kriegshetzer wurde er vor allem im Jahre 1911, als er den Kaiser an griff, nicht wegen Marokkos Frankreich den Krieg erklärt zu haben. Zu Beginn des Großen Krieges gebärdete er sich dann auch als Imperialist übelster Sorte, um bald umzufallen, weil er, wie nicht ohne Grund behaup» tet wird, von den Gegnern Deutschlands gekauft worden war. So begann er schon 1915 sich als Defaitist zu betätigen, ohne daß die Reichsregierung ober gar das Oberkommando in den Marken den Mut fand, diesen gemeinsten und niederträchtigsten aller Hochverräter auf den Sandhaufen zu stellen. In England wäre er schon 1915 gehenkt worden, in Frankreich hätte ihn sicher 1916 die Kugel ereilt. Aber in Deutschland war damals alles möglich, denn Inda, war allmächtig, weil in Regierungs- f reif en gefürchtet wurde, ohne Juda ließe sich der Krieg nicht länger finanzieren. Wie mächtig der Einfluß des Judentums im Kriege war, geht auch daraus hervor, daß in keiner Zeitung, in keinem Theater und in keinem Film irgend etwas gegen die Juden gesagt ober geschrieben werden Durfte.
Wetterbericht
Nachdem es am Sonntag auch in unserem Gebiet bei wechselnoer Bewölkung zu vereinzelten leichten Regenfällen gekommen war, brachte die Nacht zum Montag meist Aufklaren. Die Folge war stärkere Abkühlung, die vereinzelt bis zu leichtem Frost und verbreiteter Frühnebelbildung führte. Vom Westen zieht eine Störungsfront heran, die auch Bei uns . wieher unbeständiges Wetter bringen wird.
Vorhersage färDienst ag: Vielfach dunstig, sonst meist bewölkt und Neigung zu leichten Regenfällen, ausgeglichenere Temperaturen und nachts wieder milder. Lebhafte südliche bis westliche Winde.
Lufttemperaturen am 27. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 2,3 Grad; am 28. November: morgens 1,7 Grad. Maximum 8,6 Grad, Minimum heute nacht 0,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. November: abends 5,6 Grad; am 28. November: morgens 4,5 Grad. — Sonnenschein- dauer 0,2 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Siellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 flültig
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