Ausgabe 
28.7.1938
 
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schweißtriefenden Stirn. Und Banjos sah einen blutig schmutzigen Verband an der linken Hand. Ich bin fortgelaufen!"Deserteur!" knirschte der Alte. -Ruhig!" kam es über die Lippen des Sohnes.Es ist Krieg, und du, Vater, bist hier Posten!" Und die Pistole auf den Vater gerichtet: Du fährst mich im Kahn hinüber!" Und der Sohn wies mit der verbundenen Hand zum Feind! Zum Feind!" heulte bey Alte auf.Still! Ich habe gute Freunde drüben und ein Mädel, und noch was zu tun. Hier steckt es!" Und Arpad Banjos wies auf eine Ledertasche.Spion und Ver­räter!" sagte jetzt ganz leise der Alte und spuckte aus, in den Strom hinein. Drohend erhob der Sohn die Pistole. Lautlos wie ein Schatten geisterte eine Eule über dem Schilf. Und irgenwo knallte ein Schuß, weitab.

Komm, holen wir den Kahn!" sagte Banjos Bela plötzlich ganz ruhig geworden.Es ist gar keine Gefahr, Vater!" wandte sich Arpad freund­licher an den Alten.Wenn wir auf dem Wässer sind, blitzt hier mein grünes Licht auf!"So, du hast ein grünes Licht!" murmelte der Alte und blickte auf die Taschenlampe.Sie wissen drüben genau, daß ich komme."So, sie wissen es!" Und pfeif du auf Ungarn und Oesterreich. Bleib mit mir drüben, morgen schon haben wir alle Taschen voll Geld und ein kleines Haus und Essen und Trinken!"Soso! Das haben wir!" lachte der Alte. Und er mußte an seine zerrissene Tasche denken und daran, daß er ja schon ein kleines Haus besitzt, da hinter dem Sumpf, wo die Wiesen be­gannen und die Obstbäume. Und daß er ja nie­mals ein Strolch war und Essen und Trinken hatte. Manchmal viel. Und sie schoben den kleinen Kahn über den Damm.Hast du dein grünes Licht zur Hand?" fragte der Alte den Sohn, als er die Ruder ergriff.Ja, Vater!" Und Banjos stieß ab, leise, ganz leise.

Als sie einige Ruderfchläge vom Ufer weg waren, warf Banjos seine alte Tabakspfeife ins Wasser und zog seine Streichholzschachtel heraus. Zwanzig Hölzer entflammten, wo doch Banjos Bela sonst so sparsam war, auch mit Streichhölzern und dazu jetzt im Krieg.Vater!" schrie Arpad.

Aber es war zu spät. Schon schossen die Serben am Ufer mit Maschinengewhren auf das Boot mit den zwei Männern im weißen Licht. Und die Oesterreicher schossen auch auf das Boot. Und sie trafen alle gut---

Am nächsten Morgen fand man weiter unten das Boot am Ufer. Der alte Banjos Bela lag darin. Dann noch eine halbe Schachtel Streich­hölzer, durchnäßt, nicht mehr zu gebrauchen. Der Feldwebel Ungvar Lavos meinte, daß der alte Banjos wohl eine Spazierfahrt gemacht habe und sich die Pfeife angezündet habe, was man dem alten Soldaten doch eigentlich nicht zutrauen konnte. So die Donau zu beleuchten! Wie an Kaisers Ge- i

burtstag! Und er putzte mit seinem Taschentuch die Tapferkeitsmedaille blank, die dem alten Banjos an der Brust hing.

Manuel."

Ein Film nach R. Kipling im Gloria-Palast

Im Gloria-Palast wird seit Mittwoch ein Film von besonderem Werte gezeigt. Die Programmfolge des hohen Sommers pflegt zwar sonst der heiteren Muse gewidmet zu sein es gilt jedoch keine Regel ohne Ausnahme! Der Film, der gegenwärtig läuft, rührt an ernste Dinge und wird vor allem die­jenigen, die mit Kindern und deren Erziehung zu tun haben, interessieren. So verdient der Film so ernst genommen zu werden, wie er gemeint ist. Dem Werk liegt der unter dem gleichen Titel er­schienene Roman Rudyard Kiplings zugrunde. Die Filmschaffenden fanden damit ein dankbares Thema, das sie in überaus eindrucksvoller Weise nach ihren Gesetzen in Bilder brachten.

Es geht um den Knaben Harvey, dessen Vater, einflußreicher Großindustrieller, dem Sohne wenig Zeit schenken kann. Dabei gestattet er dem Zwölf­jährigen, dem die Mutter fehlt, mit Geld zu schal­ten und zu walten und den Herren zu spielen, wie es ihm beliebt. So tyrannisiert der Knabe die Die­nerschaft, Mitschüler, bringt Lehrer in Verlegenheit, benimmt sich altklug, handelt sogar unehrenhaft, so daß ihm wenig Sympathie entgegengebracht werden kann. Auf einer Schiffsreise markiert er vor ande­ren Jungen auch den großen Mann, verdrückt, um zu imponieren, mehrere Becher Eiskrem, wovonühm ganz simpel schlecht wird. Er fällt über Bord, un­bemerkt, denn es war sehr neblich, und wird von einem Fischer (von Manuel) gerettet. Da gerät er nun auf einen Fischkutter, der. monatelang auf See bleibt und hier glaubt man ihm den Vater, der Mil­lionär ist, nicht. Man gibt nichts auf seine große Worte, der Kapitänschraubt" ihm beizeiten eine, und unter Manuels Anleitung muß er arbeiten lernen, wenn er nicht hungern will. Manuel, der rauhe Fischer mit dem goldenen Herzen, wird sein Freund, und nach mancherlei Prüfung wird Harvey ein anderer Mensch. Wie das im einzelnen geschieht, das erzählt der Film in Bildfolgen von unerhörter Eindruckskraft. Es fällt dabei schwer, als Zuschauer kühlen Herzens zu bleiben und Fassung zu bewah­ren. Der Film rüttelt wohl heftig an allen, die seinen Bildern aufmerksam folgen.

Die hochdramatischen Geschehnisse, die sich auf kleinem Raum abspielen, sind mit großer Künstler­schaft gestaltet. Der Rührseligkeit ist dabei kein Raum geblieben. Daß das Filmwerk zutiefst aufwühlt, ist der meisterhaften Regie und einer ebensolchen Dar­stellung zu danken. Zwar ist im ersten Teil der ver­zogene Millionärssohn reichlich stark, aber doch im

Rahmen einer Menschenmöglichkeit gezeichnet. Um so lebhafter empfindet man dann den Wandel im Knaben Harvey. Ein glücklicher Umstand darf es genannt werden, daß der Schauplatz der hauptsäch­lichen Ereignisse der kleine Fischkutter ist. So ent­fällt fast jeglicher äußerer Aufwand, der vom We­sentlichen ablenken könnte. Es gibt viele Szenen, in denen eben nur Manuel und Harvey erscheinen und ganz unmittelbar in Anspruch nehmen. Da ist es also ausschließlich die Ausdruckskraft der Darsteller, die sich zu bewähren hat. Das gleiche wird aber auch von allen denen verlangt, die sich in Rollen zweiter Ordnung zu bewegen haben. Es sind ihrer nicht viele. Dieser Umstand verhilft dem Film zu seiner Geschlossenheit. Hinzu kommt die reale Darstellung des Lebens auf dem Fischkutter, in das der Millio­närssohn seine Existenz einfügen muß. Hier ließ sich nichts beschönigen. Man sieht denn auch prächtige Gestalten jener Art, wie sie ehrlich und hart von der schweren Arbeit auf hoher See geprägt werden. Da­bei wird die Romantik der Segel-Schiffahrt ganz lebendig, man erlebt auch den Kampf des Schiffes gegen die Gewalten des Sturmes und schließlich den Ehrgeiz der Kapitäne, besser zu segeln als b^r anbere. Jener Ehrgeiz, burch ben Harvey zum Schluß bie härteste Prüfung erfährt: ben Tod seines Freundes Manuel!

*

Der Film ist amerikanischen Ursprungs (Metro- Golbwyn-Mayer). Es verbient erwähnt zu werben, baß er auch aus beutschem Filmschaffen in bieser Form herausgewachsen sein formte. Regie führte Victor Fleming, souverän unb mit nur bem We­sentlichen zugewanbten Blick. Man hat ben Eindruck, baß keine Szene zu viel unb keine zu wenig gezeigt wirb. Die Musik (Franz W a x m a n n) maßt sich keine Dominante an. Sehr schön sind die Lieber, bie Manuel im Volkston singt! Die Photographie (Ha- rolb Losson) hatte sich in ber Großaufnahme zu bewähren.

Im Hinblick auf bie Darstellung muß ber Knabe Frebbie Bartholomew als Harvey zuerst ge­nannt werben. Es ist erstaunlich, zu sehen, über welche außerordentliche Ausdruckskraft ber Knabe verfügt. Spencer Tracy, als portugiesischer Fischer Manuel, sichert sich von Anfang an burch seine feine unb einfache Darstellung alle Sympathie. Immer wieber läßt er unter ber rauhen Schale des See­mannes fein ebles Herz, feine reife Menschlichkeit unb feine Religiosität erkennen. Disko, ber Kavitän, wirb von Lionel Barrymore in allen Spiel­arten bes alten Seebären unb bes erfahrenen Men­schen wiedergegeben. Melvin Douglas als Mr. Cheyne, Harveys Vater, überzeugt als business- man. Den Fischern um Kapitän Disko werben von Mickey Rooney, John Carrabine, Sam McDaniels unb Billie Burrub starke per­sönliche Züge verliehen.

Heinrich Ludwig Neuner«

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Donnerstag, 28.Zuli 1958

er Führer bei den Festspielen in Bayreuth

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Neues für den Büchertisch

D 'ürzere Wellenlänge und schnellere Schwin-

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ben Wänden altägyptischer Tempel hat man tungen ber Sonne gefunden, auf denen ihre

Schatten die Lebensstrahlen, wie man dürfte, genießen, wenn ein größeres freien Himmels sich über uns ausbreitet.

sie nennen Stück des Mey.

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Gastspiel

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fc Denken unserer Tage immer mehr beherr- Quantentheorie unterstützt, bie dieser Stroh­ig »in stärkeres Lichtguantum zuspricht.

der Nachmittag nach bezüglichen Messungen meistens etwas ungünstigere Werte ergibt als der Vormittag.

Auch der Staub der Landstraßen, die viel Ver­kehr haben, vermindert die Ll.V.-Strahlung. Die reine Luft auf bem Meer ober am Meeresftranbe aber gibt ihr besseren Durchlaß. Natürlich bietet bas Gebirge, wo bie Strahlen einen kürzeren Weg durch bie Atmosphäre haben, noch günstigere Bebingun- gen. Als anregenber Faktor für ben Organismus kommt bort noch etwas Ozon hinzu; feine Ent­stehung aus dem Sauerstoff ber Luft ist auch eine Folge ber chemischen Wirkung ber kräftigen U.V.= Strahlung.

Ferner hat man gefunben, baß bie Lufttempera­tur von Einfluß auf die biologische Wirkung dieser Strahlung ist, indem höhere 'Wärmegrade ungün­stiger sind. Das Ideal ist daher Sonnenstrah­lung bei kühler Luft. Die Hitze der Mit­tagsstunden wirkt dem höheren Sonnenstände ent­gegen. Am Strande und auf der See schafft der kühlende Wind ein besseres Verhältnis. Das Gebirge ist besonders günstig daran; neben ber niedrigen Temperatur, die mit der Höhenlage verbunden ist, läßt die dünnere Luft viel mehr Ll.V.-Strahlen hindurch, selbst bei niedrigem Sonnenstände. Die Höhensonne des Winters wird besonders gepriesen, aber man muß das Glück haben, klare Tage zu treffen.

Doch nicht jeder kann das Gebirgsklima mit seinen starken Reizen gut vertragen. Auch sonst

zunichte. Zwar gelang es den Engländern, Sturm­truppen zu landen unb zwei ihrer Blockschiffe zu versenken, aber bie Aktionsfähigkeit ber U-Boot- Basis blieb erhalten. Bartz schilbert bie Aus­gangslage in Zeebrügge, bie Entwicklung unb bann ben Verlauf ber Kampfhanblung mit großer An­schaulichkeit in packender Sprache. Er spricht dabei besonders die einstigen Frontkämpfer an; sein Buch hat aber auch und nicht zuletzt unserer kämp­fenden deutschen Jugend viel zu sagen. Das hohe Lied des heldenhaften deutschen Frontsoldaten, aber ebenso die tapfere, soldatische Einsatzwilligkeit des englischen Feindes erklingen in diesem Buche, zur

Unser Bild zeigt während einer Aufführungspause ben Führer mit Frau Winnifred Wagner vor dem Portal zum Festspielhaus. Etwas im Hintergrund sieht man Reichs­minister Dr. Goebbels. (Scherl-Bilderdienst-M.)

mittags 23,0 M

28. Juli: morgen;

-ad, Minimum

10 an Tiefe am8$c i 28. Juli: morgens£®a r 8,8 Stunden.

00, 2.50, 3.00

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iters: Ernst und für die BilherM

®n Licht über der Donau.

Von Peter Prior.

and kannte die Gegend zwischen Temes, und Donau so genau wie der Kahnführer Wischer Banjos Bela. Und als im Jahre 1914 O»fje Krieg begann, als die Donaubrücke nach gesprengt war, da konnten bie Oesterreicher öe« Banjos Bela gar gut gebrauchen im Sumpf inui Morast unten an ber Donau, wo der alte Wr Weg unb Steg wußte wie sonst keiner.

Gesundheit, die vom Himmel strahlt.

m Segen des Sonnenscheins. Das Ideal der Sommerreise: Blauer Himmel bei kühler Lust.

8il früherer Zeit hob man bie chemische Wirkung beö1 l, V.-Strahlung, wie man sie ber Kürze halber nennt, besonders hervor. Inzwischen aber hat man

wirb man die Erfahrung machen können, baß bie Erfrischung burch reichliches Sonnenlicht inbi- vibuell verschieben ist. Nicht bei allen Menschen reagiert bie Haut in genügenbem Maße burch gesunde Bräunung, bie ben barunter liegen» ben Körperzellen eine gewisse Absch'rmung bietet. Mit Recht warnen baher bie Aerzte zur Vorsicht bei Sonnenbäbern. Daß bie O.V.-Strahlen wie jebes andere Reizmittel auch Schaben stiften kön­nen, hat wohl mancher erfahren, ber von seinem ausgedehnten Sonnenbad einen Sonnenbrand mit nach Hause brachte. Auch wird nicht immer be­rücksichtigt, daß bie mit Seewasser benetzte Haut bei längerem Liegen am Straube stärker leidet. Beim Aufenthalt im Freien ist es übrigens nicht nur bas birefte Sonnenlicht, welches uns bie Ll.V.-Strahlen spenden kann Schon die blaue Farbe des wolkenfreien Himmels beutet darauf hin, baß aus ben oberen Schichten ber Atmosphäre Strahlen von geringer Wellenlänge kommen In ber Tat haben spezielle Meßapparate feftgestellt, baß bei genüaenb hohem Sonnenstanbe ber blaue Himmel bie O.V.-Slrahlung in mäßiger Dosis ge­währt, wie sie einem geschwächten Organismus be­sonders dienlich sein könnte. Also können wir an einem Sommertage auch bei behaglicher Ruhe im ,

in der Haut enthaltenes Provitamin durch diese Strahlung aktiv wird, wie es dann auch sicher ist, daß in manchen Pflanzen durch Besonnung Vita­mine entstehen.

Es fragt sich nun, unter welchen U m - ständen uns die Sonne"ein genügendes Maß der wertvollen O.V.-Strahlung zu spenden vermag. Dabei sind zwei Umstände von Bedeutung. Zunächst ist die Strahlung vom Sonnenstände abhängig. Wir wissen, daß beim Aufgang und Untergang bie Sonne rötlich erscheint, weil ihre roten Strah - len am besten ben langen Weg burch bie untere Atmosphäre finben. Die blauen Strahlen mit ihren kürzeren Wellen finden auch bei höherem Sonnenstanbe nicht alle ben geraden Weg zu uns, sondern werden zum Teil durch die Lustmoleküle aufgehalten unb zerstreut, weshalb ja auch ber Himmel ohne Wolken eine blaue Farbe hat. Eine solche Zerstreuung findet bei ben ultravioletten Strahlen in noch viel höherem Maße statt, wobei ein größerer Teil ganz gehemmt wird. So erklärt sich, daß die Sonne nur bei ziemlich hoher Stel­lung über dem Horizont ein reichlicheres Maß ber Ll.V.-Strahlung ber Erdoberfläche fenben kann.

Als zweites kommt die Beschaffenheit der Luft in Betracht. Ungünstig wirkt ihre Durch­mischung mit Dunst, d. h. kondensiertem Wasser- dampf, so wie mit Staub und Rußteilchen. Das Plankton der Luft", wie man diese Verunreini­gungen in letzter Zeit manchmal genannt hat, macht

P a t Müllen: Die Männer von Aran. Roman. Aus bem Englischen übertragen von Karl unb Annelise Lerbs. 469 Seiten. Rütten & Loening Verlag, Potsbam 1938. (158) Wenn man bas Bilb bes irischen Dichters betrach­tet, kann man sich gut vorstellen, baß gerabe bieser Mann ein solches Buch geschrieben hat. Manche Leser werben vielleicht auch ben Film gesehen haben, ber unter bem gleichen Namen erschien unb in bie gleiche, uns frembe, oft wilb unb abenteuer­lich anmutenbe Welt führt: an bie Westküste Jr- lanbs, wo bie Männer von Aran zu Hause finb unb als Torfhänbler, Alkoholschmuggler unb Fischer ein hartes, vielfältig debrvhtes Leben führen. Das ist fein Jbyll,- jonb'ern ein beftänbiger Kampf mit irbischen unb Naturgewalten; Kampf ist bas eigent­liche Daseinselement unb ber Lebensmotor bieser Menschen, Kampf um die Existenz, um das tägliche Brot, gegen bie stürmische See, gegen bie Nachstel­lungen ber Küstenpolizei, Mann gegen Mann aus Freube am Kampf unb an ber eigenen Kör­perhaft. Es ist eine lange, breite, hanblungsreiche Geschichte, zuweilen von grimmigem Humor gebeizt, ein ganz unb gar männliches Buch, bei besfen Schilberungen man sich zuweilen in bie Wifingerzeit zurückversetzt fühlt, bie man seit vielen Jahrhun­derten abgeschlossen unb begraben wähnte. Die Übersetzung ist gut. Hans Thyriot.

Zeebrügge. Der englische Angriff auf bie deutsche U-Boot-Basis. Vor Karl Bartz. Deutscher Verlag, Berlin. Kart. 2 Mf Geb. 2,85 Mf. (90) Karl Bartz, der Dichter des viel gelesenen RomansVier Kameraden", bringt in diesem neuen Buch einen ber wichtigsten Kämpfe an der Flan­der n^ront des Weltkrieges den Lesern in Erinne­rung. In der Nacht vom 22. zum 23. April 1918 versuchten die Engländer den belgischen Hafen Zeebrügge, den Stützpunkt der so erfolgreich gegen sie eingesetzten deutschen U-Boote, durch Blockierung unschädlich zu machen. Der Vorstoß war in aller Heimlichkeit und mit größter Sorgfalt vorbereitet worben. Im Schutze der nächtlichen Dunkelheit und künstlich eingenebelt näherte sich das Angriffs- geschwader ber Mole von Zeebrügge. Die Wach­samkeit unb bie Tapferkeit ber beutschen Besatzung machten den von den Engländern erhofften Erfolg

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er fühlen trotz aller UeberEultur ganz instink- ittß unsere Mußestunden gesegnet werden, wenn i: Dr.fjans ThyriitM F i m Sonnenschein zubringen. Licht ge); für ben übriger.gP Lärme, die das Tagesgestirn uns im Sommer enleiter: Hans TtikMeMch spendet, treiben nicht nur die Pflanzen­den Inhalt ber WM buntem Blühen, fondern bedeuten auch eine VI. 38:9035. D^Äftniermacht für Leib unb Seele bes Menschen, tsbrueferei RSm den letzten Jahren hat die Wissenschaft uns atsbemqspreis M Mauere Aufklärung darüber geben können, wes - iphühr mit der.v^u die Sonnenstrahlen so viel zur Erholung und auisvreis10Ps M!.AMschung des Menschen beitragen. Dabei hat iri-rt-n Z mehr 011111 )ie bedeutende Rolle erkannt, welche die über 1 L-nf-mbör mdckil Achtbaren Teil des Sonnenspektrums hinaus- ' p garten ultravioletten Strahlen spielen. Im Ver- Mich mit den sichtbaren Strahlen Huben sie eine

mchr und mehr ihre große Bedeutung für alles | sich natürlich über großen Städten und Fabrikorten orsiaiifche Leben und namentlich auch für die Ge- als Hemmungsfaktor besonders bemerkbar. Schwan- funibfjiit des Menschen erkannt. Haben doch gewisse hingen im Tagesgange treten auch bei vertikalen Umeruchungen zu dem Ergebnis geführt, daß ein Luftbewegungen hervor und führen es mit sich, daß

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Ehre des ritterlich kämpfenden, für fein Vaterland sich opfernden Soldaten. Ein Buch der Front, dem mir viele Leser mit warmem Herzen wünschen.

Ernst Blumschein.

Jürgen Jürgensen: Weiße Män­ner unb Schwarze Leut. Afrikanische Er­zählungen. Preis in Seinen 4,80 RM. Verlag Rüt­ten & Loening in Potsbam. (160) Jürgensen, ber vor bem Kriege Hauptmann im belgischen Kongo gewesen ist, erzählt in biesem Buch span- nenbe Begebnisse aus ber Kolonialwelt. Er zeigt zugleich ein gutes Stück Kultur- unb Kolonial- ges'chichte. Auf bie verschiebenste Art versteht er es, unser höchstes Interesse zu wecken, ob er von bem helbenmütigen Kampf ber Weißen unb Schwarzen gegen eine starke, elementarische Natur unb ihre Gefahren erzählt ober von ber Behauptung ber Weißen gegen Aufstänbe ber Eingeborenen ober von bem Gegensatz zwischen ben ersten Pionieren unb Kämpfern unb ihren auf wirtschaftlichen Ge­winn bebachten kaufmännischen Erben. Immer geben bie Erzählungen ein buntes Bild ber exoti­schen Welt. Was immer er barstellt, zeugt von ber Liebe zu allem Starken unb Geraben.

inigen Strahlen in segnenbe Hänbe ausgehen. Künstler hat bat)ei natürlich an den Segen - ' ^aeoacrt, ben der Erdboden empfängt unb der bem Wilhelm Lange, ßoto tiann zugute kommt. Aber auch die heutigen

istliner schwülen Augustnacht lag Banjos Bela ire Gtunbe unterhalb Belgrads an der Donau unHjMhte umher. Träg floß der breite Strom an deÄ ß-eiben vorbei, es war unheimlich ruhig. Als vdk:o- kein Krieg wäre. In ber Stadt Belgrad ' 1Q 4 nzm kein Lichtlein. Und Banjos Bela kaute ! oraler Tabakspfeife unb fluchte auf den ganzen 1 KM, ber gerade lange genug schon dauerte. Drei I-öotn ober gar vier! Da war der Krieg gegen .Lisniaken, den Banjos als junger Bursche ^ltia.^M^ acht hatte, doch lustig gewesen. "Trotzdem iiamQls nachts Licht machen unb rauchen Nistel, hatte sich Banjos die Tapferkeitsmedaille

kmoss- Aber jetzt? Kaum flammte irgendwo ein

i Gitt-^KHken auf, da schossen sie hinüber und herüber, VraUB.(ft"le* Lc»arfschützen.

horchte auf. In der Ferne erklang ein ijl^riairp tenftgnaL Unb hinter ihm auf dem Damm klebb"',, kilk Jnfanteriepatrouille vorbei. Kurze Wellen ^r Strom klatschend an das seichte Ufer, leist p j>er Wind in ben Zweigen der Weiden unitl n hohen Schilf hinter dem Damm, wo der , SuÄws begann, sich weithin dehnte unb die Donau

), von Belgrad her hatte Banjos Mitter- BDn ben Kirchen schlagen hören, vernahm er r--.-iteres Geräusch als bas bes Winbes. Stein- chech -ölten am Damm. Unb eine hohe Gestalt kam 9eWi?n. Gerade auf ihn zu.Halt! Wer da?' rier knjos und dachte, es sei vielleicht ein Soldat M Lager. Aber schon war der Mann neben Unb mit grenzenlosem Erstaunen erkannte @5 Bela seinen Sohn, ben Arpad. Einen ' Kerl, der immer auf der Walze war,

sie schon aus andern Ländern per Schub ,, ?Muse schickten.Ich denke, du bist eingezogen n 'üßien beim Regiment! Seid ihr schon hier uak- ampft ihr schon? Wolltest mich wohl be- lu* > Na ja!" Aber Entsetzen krampfte das Herz aes ttirn Mannes^zusammen, als er in der Hand

» nes eine Pistole bemerkte. Eine ganz neue if'n-ol, mid)t von ber Art, wie sie Banjos oft gegen -s niafen abgefchofsen hatte.Was willst du dler i bem Schießeisen?" fragte Banjos.Wir ttolit tuns nicht lange unterhalten!" antwortete Oer unb schab sich die Sowatenmütze aus der

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