Ausgabe 
28.6.1938
 
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Großer Siraßenpreis von Gießen 1938."

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Augenblicksbild vom Großen Straßenpreis von Gießen". Die Fah­rer auf der Marburqer Straße, unweit der Wel­lersburg. Häufig wäh­rend des Rennens bot sich das Bild dieser Staf- sclung. Die Fahrer sind immer bemüht, im Wind­schatten des anderen Ksast zu sparen. Der vorderste Fahrer drückt sich gerade von der Führung. (Aufnahme: Neuner, Gie­ßener Anzeiger.)

klasse A und B: 1. Willi Müller (Elberfeld), 6,35 Stunden; 2 eine halbe Radlänge zurück: Willi Neumann (Gießen)', 3. Willy Meurer (Tilsit); dicht aufgeschlossen: 4. Hermann Lück (Duisburg); 5. Adolf Karner (1890 Frankfurt a. M.); 6. August Breuer (Liga Köln), 7. Hans Heller (1892 Schweinfurt); 8. Peter Tabat (Köln).

1. P r ä m i e : 1. W. Flesch (Stuttgart); 2. Theo Renz (Offenbach-Bürgel). 2. P r ä m i e: 1. Kropp (Aachen); 2. Schellhorn (Schweinfurt). Wander­preis der Stadt Gießen: (Berteidiger: Anker Rot-Weiß" Bielefeld und RV.Staubwolke" Köln) RV. 1892 Schweinfurt.

Klasse C: 1. Walter Kohl (1890 Frankfurt a.M), 5,03 Stunden; 2. Emil Schmidt (Wiesbaden); 3. W. Spahn (1890 Frankfurt a.M.); 4. P. Trinks (Westerburg); 5. Lindemann (Hanau); 6. Ernst Schuster (Wiesbaden); 7. H. Grobeckcr (Reichsbahn Kassel); 8. Otto Schlegel (Adler Frankfurt a.M.).

Jugend-Klasse:

1. Heini Noß (Frankfurt-Sossenheim), 1,39 Std.; 2. H. Sgoff (1883 Frankfurt a. M.); 3. K. Berg

(Frankfurt-Sossenheim); 4. H. Wilhelm (1883 Frankfurt a. M.); 5. Alex Schulz (Worms);

6 K. Schröder (Hanau); 7. Paul Götz (Wies­baden); 8. R. Kaiser (Adler Frankfurt a.M.).

Die Sieger erhielten wertvolle Ehrenpreise, u. a. auch ein Bild des Führers, das der Gießener Fremdenverkehrsverein gestiftet hatte.

Henner Henkel in der Vorschlußrunde

Henner Henkel erreichte bei den Englischen Tennismeisterschaften in Wimbledon durch einen sicheren 7:5, 6:1, 6:2-Sieg über den Tschechoslowaken Hecht die Vorschlußrunde des Männereinzels. Er trifft hier auf den Engländer A u st i n, der den Schweizer Ellmer ausschalt?te. Weiter kamen in die Vorschlußrunde Rudge und Puneo. Die letzten Acht des Fraueneinzels sind: Moody, Jacobs, Marble, Fabyan (alle USA.), Stammers (England), Mathieu (Frankreich), Jedrzejowska (Polen) und Sperling (Dänemark).

Hellas - gewann den Adolf-Hitler-Vierer

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Bei der Internationalen Ruderregatta in Berlin-Grünau gewann der Vierer des Berliner Ruderclubs mit drei Längen Vorsprung vor Triton Stettin den Adolf-Hitler-Preis. Hier sieht m8n die siegreiche Mannschaft nach ihrem schönen Siege. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Deutsche pelzjäger am Rande der

Welt

Wikingerfahrten unserer Zeit. Robbenfang auf 70Grab7" ...

Landsleute trifft man überall... Selbst in den Einöden der Arktis haben sich deutsche Auswande­rer angesiedelt. In winzigen Fanghütten, fern jeder menschlichen Gesellschaft, führen sie ein entbehrungs­reiches Leben während der langen, düsteren Polar­nacht. Auf Spitzbergen ernähren sich mehrere deutsche Pelzjäger vom Weißfuchsfang oder machen Jagd auf Robben und Eisbären. Da ist der alte Abenteurer Eduard S ch m u tz l e r. Seit zwei Jahr­zehnten legt er jenseits des Polarkreises seine Fallen aus und dabei ist er eigentlich Schuhmacher von Berufs Heute zählt er zu den besten Fängern des Nördlichen Eismeeres. Nur alle paar Jahre kommt er zu Besuch nach T r o m s ö und versorgt sich dort mit deutschen Zeitungen und Büchern. Schon nach wenigen Wochen kehrt er wieder in die Einsamkeit zurück. Das Nordland hat ihn ganz in seinen Bann gezogen.

Auf der äußersten Landzunge Spitzbergens lebte Kapitän Ritter mit seiner tapferen jungen Frau. Diese beiden Deutschen waren lange Zeit die nörd­lichsten Menschen der Welt. Sie wohnten in nächster Nachbarschaft des Nordpols.

Ein anderer Deutscher fährt seit 22 Jahren als Robbenfänger auf dem Eismeer. Zuweilen wohnt er auch in einer kleinen Hütte auf Spitzbergen. Sein Fangzug 'läuft nie ohne Abenteuer ab. Ein­mal war er verschollen, und zwar zu jener Zeit, als Byrd gerade nach dem Nordpol flog. Der Amerikaner hörte von der Not des Deutschen und stieg sofort mit seinem Flugzeug auf. Er fand den Vermißten auch wirklich und konnte ihm rechtzeitig Hilfe bringen.

Deutsche«- Eismeerfang.

In früheren Jahren wurden die Einöden der Arktis oft von deutschen Schiffen besucht. Zahlreiche kleine Eismeerschuten trieben dort oben Robben­fang, und Deutschland stand mit an der ersten Stelle. Im 18. Jahrhundert waren 54 Hamburger Schiffe am Eismeerfang beteiligt, und vor gar nicht so langer Zeit im Jahre 1868 fuhren fünf deutsche Robbenschläger regelmäßig ins Westereis, wie das ergiebige, aber gefährliche Fanggebiet nördlich vom 70. Breitengrad, zwischen Grönland und Spitzbergen, genannt wird.

Der kleine RobbenschlägerSachsen", der gegen­wärtig mit nördlichem Kurs durch das Polarmeer schaukelt, ist nach vielen Jahren das erste deutsche Schiff, das zwischen den Eisfeldern der Grönland­see die Hakenkreuzfahne zeigen kann. Seine Männer sind tapfere Pioniere im Dienste für Deutschlands Eigenoersorgung mit Rohstoffen.

Die Robbenfänger.führen kein behagliches Leben. Oft sind die speckigen Fangschiffe so klein, daß sich zwei Mann den Schlafplatz teilen müssen. Außer härtester Arbeit in Sturm und Eis gibt es nicht viel Abwechslung auf solcher Fahrt. Wenn das erste Treibeis gesichtet wird, klettert der Kapitän in die weiße Ausgucktonne am Mast und erteilt von oben her seine Befehle. Schließlich ruft er alle Mann zu­sammen. Jetzt gilt^ es, sich bereitzuhalten... die erste Robbenherde ist gesichtet worden!

Leben in Sturm und Eis.

Die Schützen greifen schnell nach ihren Flinten, und die andern bewaffnen sich mit langen Hacken und Flensmessern. In den kleinen Fangbooten rudert die Besatzung vorsichtig auf die Eisschollen zu. Der Kapitän zeigt aus der Tonne die Richtung an. Vorsichtig wird am Eisrand festgemacht. Die Robben sind überaus scheu und wachsam; sobald sie etwas Verdächtiges bemerken, gleiten sie kopf­über ins Wasser hinein. Deshalb werden stets die nächstgelegenen Tiere aufs Korn genommen. Ein guter Kopfschuß wirft sie lautlos um. Meist bleiben dann die andern Robben auf dem Eis. Sie sehen ja die ersten Tiere ruhig und teilnahmslos am Boden liegen. Keine Gefahr scheint ihnen zu drohen...

Die Fänger nützen diese Sorglosigkeit aus. Un­unterbrochen hallen jetzt die Schüsse übers Eis. Kaum ist dem Seehund die Kugel in den Kopf ge­jagt, da wird er auch schonabgeflenst". Nur die

dicke Haut und Speckschicht wird zum Schiff ge­schleift, der blutige Kadaver bleibt zurück und lockt zahllose Möwen herbei.

Vier Monate Nacht.

Jetzt geht es schnell von einer Scholle zur andern. Das ganze Denken dreht sich nur um Eis und Robben. Für andere Dinge ist jetzt keine Zeit. Körperpflege wird in diesen Wochen klein geschrie­ben, die Bärte wuchern wild und üppig. Robben- blut klebt am Körper. Die Männer haben andere Sorgen, nur selten kommen sie zur Ruhe. Dann sitzen sie müde in den Kojen und zählen an speckigen Fingern den Tagesfang zusammen.

Aber nicht immer machen die Robbenschläger reichen Fang. Oft müssen sie weit ins Eis hinein, um gute Beute zu finden. Zuweilen kommen sie in völlig unbekannten Gegenden, besuchen Länder und Inseln, die keines Menschen Fuß zuvor betreten hat. Echte Wikingerfahrten sind das, niemand weiß, wie sie ausgehen werden. Der Kompaß ist in diesen hohen Breiten unverläßlich, Seekarten gibt es nicht, und eine Funkanlage haben nur die größten Schifie. Monatelang treiben die Kutter im Packeis herum, völlig von der Umwelt abgeschlossen. Manche Tra- aödie hat sich unbemerkt in diesen Einöden abge­spielt... Oft kommen die kleinen Schiffe ans der eisigen Umklammerung nicht mehr frei, und die Fangleute müssen an irgendeinem weltverlassenen Gestade überwintern. Nicht alle Abenteuer laufen glimpflich ab. Die arktische Natur ist hart und fordert immer neue Opfer. Die Einsamkeit wirkt oft erdrückend. Nirgends ein Arzt, ein helfender Nachbar... Dazu die lange Winternacht! Vier Monate kein Schimmer Tageslicht, die Fenster­scheiben glänzen ewig schwarz ...

Und doch! Das Nordland reizt. Im weiten Um­kreis wohnt kein Mensch, hier ist der Pelzjäger ein kleiner König. Deshalb sehnen sich diese harten und schweigsamen Männer immer wieder nach dem wilden Nordland zurück, das ihnen zur zweiten Heimat geworden ist. Ruddlf Jacobs.

Fünf Lastzüge aufeinandergerannt.

In wenigen Minuten großer Sachschaden entstanden.

LPD. D a r m st a d t, 27. Juni. Auf der Reichs­autobahnstrecke Frankfurt o. 21LMannheim stieße« zwischen Kilometer 48,0 und 50 fünf Lastzüge auf­einander. Ein Teil der Fahrzeuge wurde voll'- kommen zertrümmert; auch der Schaden am Ladegut ist sehr erheblich. Glücklicher­weise wurde bei dem Unfall nur ein Fahrer leicht verletzt.

*

lieber den Hergang des Unfalles erfährt der LPD.: Ein von Frankfurt kommender Lastzug hatte Unterwegs gehalten, angeblich um einen Fahrerwechsel vorzunehmen. Kurz nachdem die Wagen zum Stehen gekommen waren, fuhr ein anderer Lastzug, der mit schweren Stückgütern be­laden war, auf den Anhänger des haltenden Last­zuges auf. Bei dem Zusammenstoß wurde der Fahrer des zweiten Lastzuges durch die Scheiben der Führerkabine geschleudert; er kam jedoch ohne Verletzungen davon. Der Motorwagen wurde schwer beschädigt und der Anhänger des ersten Lastzuges einige Meter weit zur Seite geworfen und voll­kommen zertrümmert.

Wenige Minuten später kam aus Richtung Mann­heim ein Lastzug, dessen Fahrer an der Unfallstelle anhielt, um Hilfe zu leisten. Auf dieses Fahrzeug rannte nun wieder ein Lastzug auf, wobei ein Fahrer verletzt wurde, der in das Krankenhaus ein- geliefert werden mußte. Auch bei diesem Zusammen­stoß wurden die Fahrzeuge schwer beschädigt.

Nach kurzer Zeit rannte noch ein fünfter Lastzug gegen die bereits verunglückten Wagen. Wie hoch sich der G^samtschaden beläuft, ist ziffernmäßig noch nicht festgestellt.

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