Ausgabe 
28.5.1938
 
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Nr. |23 Erstes Statt

188. Jahrgang

Samstag, 28./§onntag, 29. Mai 1938

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Eichener Anzeiger

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Geboi -er Stunde.

Im Mittelpunkt der politischen Aufmerksamkeit steht nach wie vor die tschechische Frage. Sie hat ein doppeltes Gesicht, ein innerstaatliches und ein europäisches. Die tschechoslowakische Republik, die sich von "jeher auf ihre demokratischen Grundprin­zipien nicht wenig zugute tat, hatte sich unter dem wachsenden Druck innerpolitischer Schwierigkeiten gezwungen gesehen, drei Jahre nach dem verfassungs­mäßigen Zeitpunkt Gemeindewahlen auszu­schreiben. Um den Eindruck der Geschlossenheit der sudetendeutschen Volksgruppe nach Möglichkeit ab­zuschwächen und der Sudetendeutschen Partei mit Hilfe der Marxisten im Wahlkampf die denkbar größten Schwierigkeiten zu machen, wurde der Wahlakt in drei Etappen zerlegt, ein in Zeiten tiefster innerpolitischer Erregung geradezu unver­antwortliches Unterfangen, das nur dank der bei­spiellosen Disziplin der sudetendeutschen Bevölke­rung trotz aller tschechischen Provokationen bislang noch nicht zum völligen Chaos geführt hat. Der erste Wahlgang in nahezu einem Drittel der Ge­meinden hat am 22. Mai der Sudetendeutschen Par­tei mehr als 90 v. H. aller abgegebenen deutschen Stimmen gebracht und damit schon im ersten An­hieb den tschechischen Plan zunichte gemacht, auf Grund des Wahlergebnisses die Legitimation der Sudetendeutschen Partei als der einzigen berechtigten Vertretung der sudetendeutschen Volksgruppe an­zweifeln zu können. Von Sozialdemokraten und Kommunisten sind nur noch kümmerliche Splitter übrig geblieben, die man in Prag als Verhand­lungspartner nicht mehr gebrauchen kann. Der zweite und dritte Wahlgang am kommenden Sonn­tag und am 12. Juni werden dies Ergebnis nur bestätigen. Die Prager Regierung sieht sich darauf angewiesen, mit der Sudetendeutschen Partei zu verhandeln, wenn sie der innerpolitischen Schwie­rigkeiten Herr werden will. Die Aussprache, die Konrad Henlein bereits am Tage nach dem ersten Wahlgang mit dem Ministerpräsidenten Hodza auf dessen Ansuchen hatte, zeigt, daß man in Prag endlich die unausweichliche Notwendigkeit begriffen hat, mit dem Führer der Sudetendeut­schen Partei in Verhandlungen zu kommen.

Wenn es sich dabei noch nicht um das Kern­problem des tschechoslowakischen Staates, das von der tschechischen Regierung in Aussicht gestellte Na- tionalitätenftatut einerseits und die im Karlsbader Programm festgelegten acht Punkte der Sudeten­deutschen Partei andererseits handeln konnte, son­dern die Aussprache zwischen Henlein und Hodza erst einerinformativen Besprechung zur Klärung und Beruhigung der politischen Lage" diente, so sind daran die unerhörten Vorgänge schuld, die am Vortage des ersten Wahlganges die gesamte sudeten­deutsche Bevölkerung'in die größte Erregung versetzt haben und darüber hinaus ganz Europa den Atem anhalten ließen. Ohne jeden plausiblen Grund hatte die Prager Regierung einen Jahrgang Reservisten unter die Waffen gerufen und Truppenzusammen- ziehungen im sudetendeutschen Grenzgebiet ange­ordnet unter Umständen, die im einzelnen entweder von einer heillosen Nervosität der Prager Regie­rungsstellen oder von geradezu zynischer Verant­wortungslosigkeit gegenüber dem europäischen Frie­den zeugten. Reisende haben berichtet, daß das tschechoslowakische Staatsgebiet in diesen Tagen einem Herlager glich, daß überall Reservisten von der Feldarbeit, aus der Werkstatt, aus dem Amts­zimmer weg in die Kasernen beordert wurden, daß motorisierte Truppen^ die Straßen versperrten, die Eisenbahnen verstopft waren. Gleichzeitig mußte die reichsdeutsche Grenzbevölke'rung in Schlesien, in Sachsen, in Oesterreich mit Staunen beobachten, wie tschechoslowakische Militärflieger trotz klaren Wetters und durchaus übersichtlicher Grenzverhalt- nisie weit über die Grenze hinaus vorstießen und von deutschen Grenzorten Aufnahmen zu machen suchten. Diese jedem Völkerrecht hohnsprechenden Erkundungsflüge haben bis in die letzten Tage an- aehalten, so daß die Reichsregierung sich gezwungen sah durch ihren Gesandten in Prag mehrmals schar­fen' Protest gegen die fortgesetzten Grenzverletzun­gen einzulegen.

Tschechischerseits hat man versucht, eine Gegen­rechnung aufzumachen, die jedoch denkbar kläglich ausgefallen ist. Ihre ganze Haltlosigkeit beweist schon die Aufführung der regelmäßig verkehrenden linb den tschechischen Luftbehörden nach Fahrplan und Kennzeichen wohl bekannten deutschen Der- lehrsflugzeug als Militärapparate. Diese Beschuldi­gungen brechen also in sich ebenso zusammen wie die sinnlosen und durch nichts bewiesenen Behaup­tungen von deutschen Truppenbewegungen an der deutsch-tschechischen Grenze, mit denen man von Prag aus am vergangenen Samstag die Weltöffent­lichkeit mobil gemacht hat, um die eigenen bereits geschilderten militärischen Maßnahmen, die sich schon auf die Anlage von Maschinengewehrnestern und Straßensperren und die Vorbereitung von Brücken­sprengungen längs der Grenze erstreckten, zu recht- fertigen sowie in Paris und London vorzu­fühlen, welches Echo wohl dort ein tschechischer Alarmruf finden würde. Es hat nicht nur eine gewisse Presse, die wir in dem letzten Jahrfünft aus unzähligen deutschfeindlichen Hetzkampagnen zur Genüge kennengelermhaben, prompt reagiert. Auch die britische Regierung hat sich sofort be­müßigt gefühlt, aus ihrer besonderen Neigung zu ^Vermittlerrollen in schulmeisterlichem Ton den Zeigefinger des approbierten Friedensfreundes zu Heden, nicht etwa, um auf die auch durch englische Augenzeugen bestätigten Mobilmachungsmaßnah­men und Grenzverletzungen der tschechoslowakischen Armee hinzuweisen als ein den Frieden auf das | äußerste gefährdendes Element, sondern um in Ber­lin Jnsormätionen einzuholen über die Richtigkeit

der böswillig zum alleinigen Zweck internationaler Brunnenvergistung von Prag ausgestreuten und vom größten Teil der englischen und französischen Presse nur allzu gern und entsprechend aufgebauscht weitergegebenen Gerüchte von deutschen Truppen­bewegungen an der deutsch-tschechischen Grenze. Als der britischen Regierung wiederholt die völlige Halt­losigkeit dieser Gerüchte dargelegt wird und bri­tische Berichterstatter eingeladen werden, sich davon im deutschen Grenzgebiet durch persönlichen Augen­schein zu überzeugen, hat man in London nicht etwa die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen, son­dern sich selbstgefällig als Retter des Friedens feiern lassen, der schließlich durch die eigenartige britischeVermittlungsaktion" am stärksten bedroht worden war.

Es soll nicht verschwiegen werden, daß die bri­tische Regierung in Prag den dringenden Ratschlag erteilt hat, alles zu tun, um Zwischenfalle zu ver­hindern und mit der Sudetendeutschen Partei zu einer Lösung der grundsätzlichen Fragen zu kommen. Aber es kann keinem Zweifel unterliegen, daß man in Prag dafür empfänglicher gewesen wäre, wenn nicht die Bereitwilligkeit, mit der Londoner Regie­rungskreise den von Prag in die Welt gestreuten und von der englischen und französischen Presse auf­gegriffenen phantastischen Verleumdungen über deutsche Truppenbewegungen Glauben zu schenken geneigt mären, in Prag die Zuversicht geweckt hätte, in einem unverantwortlich vom Zaune gebrochenen Streit mit dem deutschen Nachbarn nicht allein zu stehen. Wenn auch in der Prager Regierung gewiß Leute sitzen mögen, die einer solchen verbrecherischen Politik widerstreben, so wird auch ihre Stellung nicht dadurch erleichtert, daß eine zumindest ein­seitige und darum wenig noble politische Taktik Londons den Prager Politikern den Rücken stärkt, die geneigt sind, lieber in verbrecherischem Dabanque- Spiel alles auf eine Karte zu setzen, als mutig und verantwortungsbewußt den gewiß schwierigen und opfervollen Weg einer inneren Reorganisation des Staates zu beschreiten. Daß dieser Weg nur

gemeinsam mit der Sudetendeutschen Partei erfolg­reich sein kann, muß nach dem ersten Akt der Gemeindewahlen auch den letzten bis dahin noch Zweifelnden klar geworden sein. Um mif den Sudetendeutschen und natürlich auch mit den an­deren Volksgruppen, Slowaken, Polen, Ungarn, Ukrainern, die sich in diesen Wochen sämtlich sehr energisch zu Wort gemeldet haben, über einen staatsrechtlichen Umbau, der dem tatsächlichen Cha­rakter der tschechoslowakischen Republik als eines Nationalitätenstaates gerecht wird, überhaupt ernst­lich und ungestört ins Gespräch zu kommen, müssen erst die wesentlichsten Voraussetzungen ge­schaffen werden.

Die entsetzliche Bluttat von Eger, wo zwei harm­los ihres Weges kommende sudetendeutsche Land­leute der blinden Schießwut zu fanatischem Haß aufgestachelter tschechischer Gendarmen zum Opfer gefallen sind, ist ja leider nur ein besonders krasses Symptom eines ganzen bis ins kleinste ausge­klügelten lückenlosen Systems von Drangsalierun­gen, mit dem man bisher geglaubt hat, die sude­tendeutsche Volksgruppe niederhalten zu können und mit dessen Hilfe nun noch sozusagen in letzter Slunde tschechische Beamte, Gendarmen und Militärs, die im sudetendeutschen Siedlungsgebiet die Fronvögte spielen sollten, nun aber für ihre bequemen Posten fürchten, an der wehrlosen aber eiserne Disziplin hal­tenden sudetendeutschen Bevölkerung ihr Mütchen kühlen. Wie die Sudetendeutsche Partei in diesen kritischen Tagen, zuletzt noch bei der ergreifenden Trauerfeier für die Blutopfer von Eger, bewiesen hat, daß sie trotz beispielloser frecher Provokationen ihre Leute fest in der Hand hat, so muß nun auch die Prager Regierung zeigen, daß sie nicht nur den Willen, sondern auch die Macht hat, durch ein Re­gime absoluter und gleichmäßiger Gerechtigkeit gegenüber allen Staatsbürgern der Republik ohne Ansehen ihres Volkstums Ruhe und Ordnung im ganzen Staatsgebiet zu gewährleisten. Aber um das so schmählich getäuschte Vertrauen zur sudetendeut­schen Bevölkerung wieder herzustellen, bedarf es

KeldmarschaN Göring eröffnet heute die Weltausstellung des Handwerks.

lieber 1000 Pressevertreter aus dem In- und Aus­land besichtigten am Freitagnachmittag die Inter­nationale Handwerksausstellung, die heute von Ge­neralfeldmarschall Göring, dem Ehrenmeister des deutschen Handwerks, eröffnet werden wird. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF., Paul Walter, betonte, daß diese Ausstellung die erste sei, die ebnen umfassenden Einblick in die handwerk­liche Tätigkeit aller Länder gebe. Sie solle den Be­weis erbringen, daß das Handwerk keine über­lebte Institution ist und solle dem Handwerk wieder den Boden im Volk gewinnen, den es durch die liberaliftische Einstellung in den letzten Jahrzehnten verloren hatte. Sie solle ferner ein fruchtbarer Ausgangspunkt für die gemeinsame Arbeit der Handwerker der Welt bilden und einen wertvollen Beitrag zur Verständigung zwischen den Völkern liefern.

Die historische Schau.

Ein anschließender Rundgang zeigte die ge­waltige Fülle des Materials, das die Ausstellung in 14 Hallen und vier Umgängen bietet. Der Mittel­trakt des Mafurenbaues umschließt den turmhohen Raum der E h r e n h a l l e , die die handwerklichen Spitzenlei st ungen umschließt. Von Heimat und Volksgebundenheit sprechen die zahlreichen Ehrenpreise, die von den Regierungen, Hauptstäd­ten oder Handwerksorganisationen der beteiligten Länder gestiftet wurden. Die kunsthistorische Halle ist der eindringliche Beweis für jene künstlerische handwerkliche Schöpferkraft, die sich nun schon über 5000 Jahre spannt. Der Reichsbund für deutsche Vor­geschichte zeigt hier handwerkliche Leistungen der früheuropäischen Zeit. Die nächsten Abteilunaen sind den ThemenDie edle Form, im Handwerk ,Das Handwerk im Märchen" gewidmet. Eine Riesenkarte gibt einen geschlossenen Ueberblick über die Städte­gründungen des alten deutschen Handwerks im Ost- t raum Europas. Die große Lebensuhr des Hand­werks schildert in Gestalt einer alten astronomischen. Uhr sinnfällig den Ablauf eines Handwerkerdaseins vor fünf oder sechs Jahrhunderten.

Und wieder eine neue überraschende Sonderschau: Das Handwerk als Erfinder, als Weg­bereiter unserer modernen Technik) Hier sieht man u. -a. dasNürnbergisch Ei", die erste Taschenuhr, das ersteAuto", ein anno 1649 von "bem Nürn­berger Zirkelschmied Hans Hautsch genial ersonne­nes Fahrzeug. Dann ein qferung zurück über rund 2000 Jahre. Hellas und Rom zeigen die handwerk­lichen Höchstleistungen des klassischen Altertums. In dem japanischen Raum sind Kostbarkeiten ausge­stellt, aus dem Prioatdesitz des Kaisers von Japan und aus dem kaiserlichen Museum. Wir sehen wei­ter die indianischen Hochkulturen Amerikas. Die Handwerksgeschichte des Islam wird lebendig. Baby­lon zeigt seine uralten Wunder vollendeter Töpfer­kultur. Den Hauptanziehungspunkt der ägyptischen Abteilung bildet das älteste Bett der Welt, das schätzungsweise 4500 Jahre alt ist. Im Mittel­teil der Halle sind die edelsten Meisterarbeiten des alten deutschen Handwerks zur Schau gestellt.

Die internationale Länderschau.

Der Besucher wendet sich nun vom Einst zum Heute, zur schöpferischen Gegenwart des Handwerks. Es

beginnt die Wanderung durch die internatio­nale Länderschau der Handwerksausstellung. Als erste Nation grüßt Ungarn die Besucher. Die Tschechoslowakei zeigt kulturhistorisches Gut ihrer berühmtesten Handwerkszweige. Das sude­tendeutsche Handwerk ist mit wundervoll geschliffenen Gläsern und hervorragenden Steingut­erzeugnissen auf dem Plan erschienen. Die Polen haben ihren Ausstellungsraum ganz be­sonders reich ausgeftattct. Iastan wartet mit Bildern seines Handwerkerlebens auf, die man in Europa noch nie gesehen hat. Belgien hat Werkstätten aufgebaut, in denen Buchbinder, Spitzenklöppler aus Brügge, Kupferschmiede aus Dinant und die berühmten Pfeifenmacher aus Gent am Werk sind. Griechenland hat eine Bauernstube eingerichtet. Rund zehn Werkstätten geben Bericht von dem handwerklichen Schaffen des faschistischen Italien, das an die Traditionen einer mehr als 2000jährigen Handwerkskunst und vor allem auch an das unvergängliche Kunsthand- werk der Renaissance anknüpft. Tausende von Kilo­meter hat das bolivianische Handwerk zurückgelegt, um sich an der Handwerkschau der Welt zu beteiligen. Frankreich hat Schau­objekte von mehr als 50 Handwerkszweigen auf- gebaut. Den Rundbau der Halle 3 hat das eng­lische Handwerk mit Beschlag belegt.

Das deutsche Handwerk.

Hat der Besucher die Handwerksstrqße der Län­der durchwandert, so steht er vor dem Leistungs­

panorama des deutschen Handwerks, Das Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Reiches, der Leitspruch des deutschen HandwerksBlut, Werk und Ehre", das DAF.-Abzeichen, das Gemein­schaftssinnbild des deutschen Handwerks und die ein­zelnen handwerklichen Symbole schirmen die schlichte Weihestätte. Der westliche Teil ist architektonisch zu einem Raum des deutschen Handwerks schlechthin geworden. Hier findet der Besucher die Höchstleistun­gen der Möbeltischlerei, der handwerklichen Web- und Spitzenkunst, der Keramik, des Glas- und Be­kleidungsgewerbes. Im Funkturmgarten find vier neue Hallen und Umgänge errichtet worden, die der deutschen Werkstättenschau ein vorbildliches Quartier geben. Halle 7 gibt in einer Sonderschau, des Museums für deutsche Volkskunde in Berlin Aufschluß über die deutsche bäuerliche Handwerks­kunst. Auf der Galerie findet man die Reichssieger- arbeiten aus hem Handwerkerwettkampf und aus dem Reichsberufswettkampf 1938. Die Sonderabtei- lungRohstoffe und Hilfsmaschinen" zeigt eine ein­drucksvolle Reihe neuer Roh- und Werkstoffe, die deutscher Crfindungsgeist auch dem Handwerk zur Verfügung gestellt hat, und die sich fast alle Hand­werkszweige bereits zunütze gemacht haben.

Reichskommissar Gauleiter B ü r ck e l hat ungeord­net, daß mit dem Aufbau der Arb e itsf ront in der Ostmark sofort zu beginnen ist. Der Aufbau muß bis zum 1. August beendet sein. Die NSG. Kraft durch Freude" ist ebenfalls im gleichen Zeit­raum zu errichten.

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Am Tage der Eröffnung der ersten internationalen Handwerksausstellung wird in der Deutschlandhalle in Berlin das große Festspiel des deutschen HandwerksWerk und Ehre" aufgeführt. 10 000 Personen wirken mit, darunter ein Chor von 1000 Sängern. Unser Bild 'aus den Proben zeigt die Teilnehmer bei der Bildung des Zeichens der DAF.

(Associated-Preß-M.)

auch der ernsthaftesten und aufrichtigsten Be­mühungen aller Prager Regierungsstellen, das leichtfertig und sinnlos gestörte Verhältnis zum großen deutschen Nachbarn, dem sich die Sudeten­deutschen durch Bande des gemeinsamen Bluts, der gemeinsamen Kultur und der gemeinsamen Welt­anschauung auf das engste verbunden fühlen, wie­der normal zu gestalten. Daß auch gestern noch Grenzverletzungen tschechischer Militärflieger und die Fortsetzung der Befestigungsarbeiten längs der Grenze gemeldet wurden, spricht nicht für die zu einer Politik des vernünftigen Ausgleichs notwen­dige Einsicht in Prag.

Die tschechischen Gesandten in Paris und Prag, O s u s k y und M a s a r y k, beides besondere Ver­trauensleute des Präsidenten Benesch, sind zur Be­richterstattung nach. Prag gekommen. Wir möchten annehmen, daß sie, trotz der seltsamen diplomatischen Manöver, die am letzten Wochenende ohne Not eine künstliche Krisis herbeigezaubert haben, den Eindruck mitbrachten, auch in Paris und London erwarte man nun von der tschechschen Regierung endlich ein­deutige Taten, die den entschlossenen Willen zum Ausgleich und zur Entspannung sowohl nach außen wie im Innern kundtun. Osusky und Mafaryk täten gut daran, in Prag mit gewissen Illusionen aufzu­räumen, die sich eines Tages als verhängnisvolle Trugschlüsse entpuppen könnten. Die Tschechoslo­wakei muß den Entschluß finden, in ihrem Hause selbst Ordnung zu schaffen. Daß dies nur in engster und aufrichtigster Zusammenarbeit mit den Sude­tendeutschen als der stärksten und wertvollsten Volks­gruppe der Republik geschehen kann, ist eine Selbst­verständlichkeit, ohne deren vorbehaltlose Anerkennt­nis man in Prag nicht einen Schritt vorankoin- men wird. Der Sprung über den Graben muß ge­macht werden, je eher und je unbedingter, um so größer sind die Möglichkeiten für eine Verständi­gung, jedes weitere Zögern öffnet neuen,bic Lage verschärfenden Zwischenfällen Tür und Tor.

Dr. Fr. W. Lange.