Berlin
mobil-
Trägern des Fremdenverkehrs,
begrüßte die l--------
Goebbels für das große Interesse, das er öic|cr Tagung entgegenbringe. Nach ihm nahm der Vorsitzende des Fremdenoerkehrsoerbandes, Staatsminister a. 2). Esser das Wort. Von den Anwesenden herzlich begrüßt betrat daraus Neichsminister Dr. Goebbels das Rednerpult.
vielleicht sind Sie schon über eine unserer neuen Reichsautobahnen gefahren und können sich eine Vorstellung davon machen, welche ungeheuere Bedeutung diese Straßen für den internationalen Reiseverkehr haben. Denn ihm sollen sie in erster Linie dienen. Für ihn werden sie gebaut. Ich denke dabei ganz besonders auch an den von Ihrem Verband seit langem erstrebten Ausbau der Transkontinental st reckeLondon — S t a m- bul. die ja auch in einer Länge von etwa tausend Kilometern über deutsches Gebiet führt. Deutschland wird seine Ehre darein sehen, diesen Teil der Straße zu einem besonders schönen auf der ganzen Strecke zu gestalten.
Die Reichsautobahnen haben herrliche landschaftliche Schönheiten, die bisher abseits der großen Straßen lagen und schwer zu erreichen waren, dem Reisenden erst zugänglich gemacht. Ich denke da vor allem an die Reichsautobahn v o n Stuttgart nach Ulm über die Schwäbische Alb oder von München nach Salzburg, die zu den schönsten der bisher fertiggestellten Straßen zählen. Hinzu kommt noch der Dau der deutschen Alpen- straße, die — von Salzburg bis zum Bodensee führend — einen bisher noch ganz unerschlossenen Teil des Alpengebietes für den Reiseverkehr öffnen und nach ihrer Fertigstellung eine der begehrtesten Gebirgsstraßen der Welt sein wird. Ein weiterer wichtiger Punkt unseres Arbeitsprogramms ist die Stiftung staubfreier Straßen. Jetzt schon sind Tausende von Arbeitern damit beschäftigt, die Straßen in den Alpenländern staubfrei zu machen. Der Schönheit der deutschen alten Städtebilder fügen wir heute die Bauten ein, die Dokumente unserer Gesinnung und unserer Weltanschauung sind. Auch dieser Sommer bringt wieder Höhepunkte des kulturellen Lebens in Deutschland: die Jubiläumsfestspiele in Bayreuth, die Heidelberger Reichsfestspiele, die Reichsmusikfestwoche in Düsseldorf, die ReichStheater- sestwoche in Wien, die Salzburger Festspiele, die in diesem Jahre' größer und schöner als je zur Durchführung gelangen, die „Tage der deutschen Kunst" in München.
Dr. Goebbels spricht.
Deutschland ist durch seine geographische Lage im Herzen Europas von jeher ein klassisches Durchgangs- und Reiseland gewesen. Das neue Deutschland hat seine Grenzen weit geöffnet für alle, die es aufsuchen wollen. Deutschland hat zu allen Zeiten seine tatkräftige Mitarbeit in allen internationalen Verkehrsfragen zur Verfügung gestellt und ist auf manchen Gebieten beispielgebend vorangegangen. Durch das großzügige Motori- sierüngs Programm des Führers hat es den Rückstand, der noch im Jahre 1933 in der deutschen Motorisierung zu verzeichnen war, zu einem großen Teil bereits überwunden. Die Konstruktion des Volks wagens wird breiten Massen unserer Nation den Besitz eines Automobils möglich machen und den Kraftwagenbestand in Deutschland um viele Hunderttausende von Wagen vermehren. Der Wegfall der Kraftwagensteuer hat die Automovil- haltung in Deutschland wesentlich verbilligt. Weitere Marksteine dieser Entwicklung der deutschen Motorisierung sind die Intensivierung der Forschung, die planmäßige Förderung des' Automobilrennsportes, die Internationalen Automobil-Ausstellungen in Berlin und nicht zuletzt die Schaffung der Reichsautobahnen, der Straßen des Führers. Aber auch für Öen ausländischen Automobilisten sind zahlreiche Maßnahmen durchgeführt worden, darunter die Aufhebung der Aufenthaltssteuer, die Erleichterung der Zollformalitäten und die Abschaffung des internationalen Führerscheins und der internationalen Zulassung. Der Erfolg ist dabei eine Verdoppelung des Fremdenverkehrs in Deutschland seit 19-^2. Im Zuge dieser Entwicklung liegt es auch, daß Deutschland in zunehmendem Maße Kongreßland geworden ist. Im Jahre 1938 finden im gesamten Reichsgebiet83 internationaleKongrelse statt. Die nationalsozialistische Reichsregierung halben festen Willen, in Gemeinschaft mit den Verkehrsver-
Auch diesmal werden, wie in den vergangenen Iahren. viele Tausende von Ausländern nach Deutschland kommen, um mit eigenen Augen ‘ unser Land des Friedens und der . Arbeit zu sehen, ein Land, über das leider in den letzten Jahren von großen Teilen der internationalen Weltpresse ein Bild verbreitet worden ist. das bei der ersten sachlichen Nachprüfung sich als absolute Fälschung enthüllen muß. Die neue Volkssührung hat ein wirtschaftliches. soziales und kulturelles Aufbauwerk durchgeführt, das ohnegleichen ist. Wer das Deutschland von 1932 kannte und damit das Deutschland von heute vergleicht, wird überrascht sein von dem Wandel der Dinge, der sich auf allen Gebieten unseres öffentlichen Lebens vollzogen hat. Der Führer hat in diesen Jahren beispielhafte Beiträge zur Festigung des Weltfriedens geleistet. Alle diese Maßnahmen aber sollen dazu dienen. Deutschland den Frieden zu sichern, den es so dringend braucht, um das begonnene Aufbauwerk vollenden zu können. Nur in einer langen Periode des Friedens sind die Schäden der Nachkriegszeit zu überwinden und unser Volk zu Glück und Wohlstand zu führen. Das Recht allerdings, diesen Frieden bewaffnet zu beschützen und alles für unsere nationale Sicherheit zu tun. was nötig ist, wird in dieser chaotischen Zeit niemand dem deutschen Volk verwehren können.
Gerade in der gegenwärtigen weltpolitischen Situation stellt das gegenseitige Kennenlernen der Völker und die wechselseitige Achtung vor den nationalen Eigenarten eines der bedeutsamsten Momente der Entspannung und Befriedung dar. Gemeinsam mit allen ihnen angeschlossenen Verbänden wollen wir füt die großen Ziele der Menschheit kämpfen unö arbeiten: für d i e Verständigung der Völker und für den Frieden der Welt!
Der Präsident, Dr. Henneberg (Genf) gab nun einen Rückblick auf die Arbeit des Verbandes und würdigte dabei die bedeutenden Beiträge, die von deutscher Seite zur Behebung internationaler Mißverständnisse auf dem Gebiete der Touristik geleistet worden sind. Nach einem herzlichen Dank für die gastfreundliche Aufnahme in Deutschland bat Dr. Henneberg Reichsminister Dr. Goebbels, dem Führer die Ehrerbietung der AIT zum Ausdruck zu bringen. Die Generalversammlung wird u. a. juristische, Zoll- und Dersicherungsfragen sowie Probleme des Rad-Tourismus erörtern. Ferner steht das Problem der transkontinentalen Autobahnen zur Diskussion.
Oeuischland hat seine Grenzen weit geöffnet.
Reichsminister Dr. Goebbels spricht aus der Berliner Generalversammlung der Alliance Internationale de Tounsme
Berlin, 27. Mai. (DNB.) Die seit 40 Jahren bänden, dem Deutschen Automobil-Club und dem bestehende Alliance Internationale de Tourisme Reichsausschuß für Fremdenverkehr Deutschland mit (AIT), die internationale Vereinigung von Auto- seinen herrlichen Naturschönhelten zu einem ve- und Tourina-Clubs und den behördlichen a e h r t e n R e i s e l a n d zu machen. Die Heimkehr des Fremdenverkehrs, hält in der Reichs- Oesterreichs ins Reich ermöglicht es auch die Hauptstadt ihre Generalversammlung ab. Die Er- Alpenlander und die herrliche Kunststadt Öffnung fand im Hause der Flieger statt Man sah W i e n in stärkerem Maße als bisher dem Reifen- neben 125 Vertretern pus 45 Staaten die Gesund- !den und Naturfreund zu erschließen. Die N^.-Gc- ten von Belgien, Ungarn und dem Iran, den mexi- > meinschaft „Kraft durch Freude bat per konischen Geschäftsträger. Korpsführer Hühnlein^ Fremdenverkehrswirtschaft m Deutschland .jährlich begrüßte die ausländischen Gäste und dankte Dr.!mehrere Millionen Reisende zusätzlich zugesuhrt.
Großeparteiveransiallungen.
Die Gautage. — Fahrt der Alten Garde.
Berlin, 27. Mai. (DNB.) Nachdem mit dem Sachsentag in Leipzig die Reihe der Gautage dieses Sommers eingeleitet worden ist, findet am nächsten Sonntag in Dessau ein großer Gautag des Gaues Magdeburg-Anhalt statt, mit. dem die Einweihung des neuen „Dessauer Theaters" verbunden sein wird. Ebenfalls an diesem Sonntag begeht der Gau Westfalen-Vüd in Bochum sein zehnjähriges Bestehen. Außer- dem hält die S 21. in Kiel ein großes Nordmark-Treffen ab. Am Sonntag nach Pfingsten begehen die Gaue Pommern, Schlesien und Süd- Hannover-Braunschweig in Stettin, Bres- l a u unöx Hannover ihren Gautag. Der Gautag des Gaues Ostpreußen findet unter dem Leit- wort „Zehn Jahre Gau Ostpreußen" vom 17. bis 19.Ium in Königsberg, sowie der Gautag des Gaues Westfalen-Nord in Gelsenkirchen vom 24. bis 26. Juni statt. Gleichfalls in den Monat Juni fällt die Fahrt der Alten Garde, voraussichtlich in den Tagen vom 22. bis 24. Ium durch den Gau Koblenz-Trier.
Oer Oeuffchiandstug des NGHK.
Die Deutschlandflieger haben den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit nun nach dem Süden des Reiches verlegt. Man war bestrebt, unter den Wertungsplätzen diejenigen auszuwählen, die ein möglichst günstiges „Sprungbrett" für den Flug nach Wien barfteUten. Am Freitagmorgen starteten in Nürnberg 169 Maschinen, in Erfurt 96 und in Karlsruhe 31, darunter auch das Flugzeug des Korpsführers Christiansen. Die Wertungsplätze konnten einzeln oder in Verbänden ange- rlogen werden, doch mußten sich die einzelnen Ketten zum Schluß gemeinsam auf einem gemeinsamen Flughafen treffen. Der vorletzte Wettbe- werbstag, der Samstag, verlangt im Nerbandsflug Kilometerleistungen von mindestens 700 bis 1200 Kilometer in den verschiedenen Gruppen. Schon am Freitagabend hatten sich alle Teilnehmer auf den bayrischen Uebernachtungshäfen eingefunden. Korps- rührer Christiansen landete in München. Beim Start in Hannover am 26. Mai berührte das Wettbewerbsflugzeug R 4b ein Hindernis und wurde dabei vollständig zerstört. Die Besahungs-Mit- glieder NSFK.-Sturmbannsührer S ch r u b b a und NSFK.-Männ B a n f a st e der NSFK.-Gruppe 10, Westfalen, kamen dabei ums Leben Nach dem 5. Wettbewerbslage hat sich die Führung ver- ’ ändert. An de; Spitze liegt die bisher an 1 dritter Stelle liegende Kette des Kommandos der ■ Fliegerschule Dresden (Führer Friedrich) ' mit 1303 Punkten vor der bisher ersten DVL.-Kefte > (Führer Fach), die 1274 Punkte erreichte, und der ' vom ''chsten Platz aufgerückten NSFK.-Kette * Königsberg (Staf. Berger), die 1249 Punkte hat.
Staatssekretär Taffinari im Gau Heffen-Naffau.
Oie künstliche Panik im tschechischen Grenzgebiet.
Oie militärischen Borbereitungen werden fortgesetzt-Schwerste Behinderung des gesamten fudetendeutschen Wirtschaftslebens.
Was Reisende erzählen.
Hof, 27. Mai. (DNB.) Ein Engländer, der einige Wochen in Karlsbad zur Kur zugebracht hat, trat in diesen Tagen mit seinem Wagen von Karlsbad über Eger und durch Deutschland seine Rückreise nach England an. Bei seinem Aufenthalt in Hof schilderte er seine Erlebnisse auf seiner Fahrt zur Grenze. — Er erklärte, daß er sich vorgekommen sei wie mitten im Kriegsgebiet, zwischen kämpfenden Truppen. Auf der kurzen Strecke zwischen Karlsbad und Eger sei sein Wagen mehr als 20mal umgeleitet worden. Er sei dann durch lauter Sperren, die durch Ackergeräte und Ackerwagen gebildet worden waren, auf dürftigen holprigen Straßen, über Notbrücken und durch Wälder nach einiger Zeit wieder auf die Straße zurückgeleitet worden. Offenbar habe man an der Staatsstraße die Brücken gesprengt. Die deutschen Bauern hätten ihm erklärt, daß d i e ganze Feldarbeit seit 14 Tagen ruhe. Sie konnten sich ohne Lebensgefahr nicht mehr auf ihre Felder begeben, da sich zwischen den Acker st ücken Maschinengewehrnest er und Betonunterstände befänden. Ihr Ackergerät und ihre Ackerwagen hätte man ihnen zur Herstellung von Barrikaden fortgenonzrnen. Wer versuche, sie zurückzuholen, werde mit Erschießen bedroht. Vielen Bauern seien auch die Pferde für militärische Zwecke fortgenommen worden. An sämtlichen Brücken, die er auf der ganzen Strecke passiert habe, hätten überall militärische Feldwachen gelegen. Die Brücken seien sämtlich angebohrt und die Bohrlöcher mit Ekrasit geladen. Die Sprengvorbereitungen seien deutlich zu erkennen. In Neusattel und anderen Orten, die er habe passieren müssen, habe man in den öffentlichen Gebäuden, insbesondere den Schulen, Brandvorbereitungen getroffen, Zahlreiche Zimmer seien mit Stroh gefüllt worden, daneben ständen Petroleumkannen, so daß einige Handgriffe genügten, um die Gebäude in brennende Fackeln zu verwandeln. Die Züge blieben nachts unbeleuchtet. Reisende, die es wagten, in den Abteilen Licht zu machen, würden vom Zugpersonal bedroht. Unter diesen Umständen hätten es zahlreiche Kurgäste in Marienbad und Karlsbad vorge- zogen, schnellstens abzureisen, da sie sich, angesichts dieser umfangreichen Kriegsvorbereitungen fürchteten. In der Nähe von Eger sei eine Reihe von Hügeln, von denen man eine gute Aussicht auf die Ebene habe, unterminiert und mit Sprengladungen versehen worden, um ihre militärische Benutzung durch einen möglichen Gegner zu verhindern.
Dem „Berliner Tageblatt" schreibt ein Leser: Ueberlandfahrten durch die Tschechoslowakei sind nach wie vor eine aufregende Angelegenheit. Eine Kontrolle durch die nervösen Beamten jagt die andere. Das bloße Mitführen eines Photoapparates genügt, um rücksichtslos verhaftet zu werden. Auf der Karlsbader Straße müssen Barrikaden aus zu- sammengefahrenen Leiterwagen mühselig umfahren werden. Auf vielen Hügeln rechts und links der Straße sind Maschinengewehrpostierungen angelegt,
deren „Tarnung" sie erst richtig auffällig macht. Bei Sollmus nahe Karlsbad ist schwere Artillerie aufgefahren, deren Langrohre auf die Erzgebirgsgegend weisen. Fast alle Brücken der sogenannten Reichsstraßen sind angebohrt und mit Dynamit „gesicher t". Zurufe tschechischer Wachtposten, die offenbar Angst haben, sie könnten sonst mitsamt ihrer gesicherten Brücke in die Luft fliegen, verbieten schnelle Fahrt. In Nordwest- whrnen, von Kaaden und Brummersdorf ange- angen, sind bis in die Nähe von Teplitz auf der steichsstraße nach KOmotau, Brüx bis nach Dux alle Straßenüberführungen etwa ein bis zwei Meter unterbrochen, so daß der Durchgangsverkehr hier völlig gesperrt ist. Bei Zinnwald, dicht an der Grenze, sind ganze Alleen gefällt, die Bäume sperren die Straße. Wieder andere Straßen sind in bestimmten Abständen aufgerissen. Begreiflicherweise wächst die Unruhe in der Bevölkerung angesichts dieser Zustände. Don glaubwürdiger Seite wird versichert, daß an einem der letzten Tage 7 6 Millionen Kronen Sparguthaben abgehoben worden sind, so daß der Finanzminister sich genötigt sah, einen Appell an die Oeffentlichkeit zu erlassen.
Reue Grenzverletzung durch tschechische Militärflieger.
Wien, 27. Mai. (DNB.) Am 27. Mai erschien um 8.15 Uhr über der Stadt und dem Grenzbahnhof G m u e n d im Gau Niederdonau in etwa 150 Meter Höhe ein einmotoriger tschechischer Militärdoppeldecker mit dem Zeichen B 92, der offenbar mit zwei Personen, einem Flugzeugführer und einem Beobachter, besetzt war. »Der Doppeldecker kreiste ganz niedrig um den Grenzbahnhof Gmuend, wobei sich von den beiden Insassen des Flugzeuges der vorne sitzende weit aus dem Flugzeug herausbeugte und einen Photographenapparat oder eine Filmkamera in den Händen hielt. Das Flugzeug beschrieb dann einen Bogen um die Kirche und flog der Eisenbahnlinie entlang nach Ceske ßelenice zurück. Es ist von Hunderten von Personen gesehen worden. Da das Wetter völlig klar war, ist ein Verfliegen ausgeschlossen. Es kann sich also nur um eine beabsichtigte Grenzverletzung zu militärischen Zwecken handeln.
Das Scho in England.
London, 28. Mai. (Europapreß.) Dem zweiten Abschnitt der Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei sieht man hier mit sehr viel größerer Ruhe entgegen, als dem ersten. Die Blätter sind der Ueberzeugung, daß die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Verhandlungen zwischen Konrad Henlein und der tschechoslowakischen Regierung großer geworden sei. Von der Entsenduna englischer Beo- bachter in die sudetendeutschen Gebiete ist nicht
mehr die Rede. Anscheinend haben sich innerhalb des Kabinetts Bedenken gegen einen solchen Schritt geltend gemacht, daß England mit der Entsendung von Beobachtern auch gW>isse Verpflichtungen übernehmen würde, die über den Rahmen einer Vermittlung hi na us geh en würden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der nach Prag abgereifte Leiter der Abt. Mitteleuropa im Foreign Office Strang und der ihn in das sudetendeutsche Gebiet begleitende englische Militärattache in Prag die einzigen englischen „Beobachter" bleiben werden. Im Gegensatz hierzu legt sich die englische Arbeiterpartei, wie immer, sehr viel weniger Zurückhaltung auf. Drei Mitglieder ihrer Unterhausfraktion, darunter der Vorsitzende Attlee und sein Stellvertreter D a 11 o n , werden dem Kongreß der tschechischen Sozialdemokratischen Partei in Prag beiwohnen.
Weitere deutsche Proteste in Prag.
Prag, 27. Mai. (DRV.) Der deutsche Gesandte in Prag hat auch gestern und heute erneut in Roten bei der tschechoslowakischen Regierung gegen die andauernden durch tschechoslowakische Flugzeuge erfolgten Grenzverletzungen p r o l e st i e r t.
Italiens Intereffe.
Rom, 27. Mai. (Europapreß.) Die italienische Presse bringt lange Berichte über die Lage in der Tschechoslowakei. Der Prager Vertreter des „G i o r- nale d 'Italia" schreibt, die gegenwärtig im sudetendeutschen Gebiet herrschende Ruhe und die erste Unterredung zwischen Ministerpräsident Hodza und Henlein bedeuteten keineswegs, daß sich an der Frage selbst etwas geändert habe, soweit sie die Staatsform der Tschechoslowakei angehe. Eine übermäßig zuversichtliche Auffassung erscheine daher nicht angebracht.
Wenn bei einem Teil der Tschechoslowaken offensichtlich der Wunsch bestehe, Herausforderungen und Zwischenfälle zu vermeiden, durch die eine Verständigung verhindert werden konnte, so gelte das nicht von den Kommunisten und ihren Mitläufern, die weiterhin beunruhigende Gerüchte in Umlauf setzten und dadurch Del ins Feuer zu gießen suchten. Die politische Entwicklung könne man schon deshalb nicht voraussehen, weil das von der Regierung ausgearbeitete Nationali- t ä t e n ft a t u t, das die Grundlage der Verhandlungen bilden solle, noch nicht bekannt- gegeben worden sei. Für einen Erfolg der Poli- tik Hodzas, so meint der Berichterstatter des Blattes weiter, wäre Einmütigkeit innerhalb der Regierungskoalition notwendig, die in Wirklichkeit nicht vorhanden fei. Daher laufe das Gerücht um, Hodza wolle in der auf Dienstag, 31. Mai, einberufenen Kammersitzung einen Gesetzentwurf einbringen, durch den ihm außerordentliche Vollmachten eingeräumt würden.
Empfang durch Gauleiter und Landesbauernführer.
LPD. Frankfurt a. M., 27. Mai. Auf seiner B^suchsreise durch Deutschland traf der Staatssekretär im ltalienischen Landwirtschaftsministerium, Professor T a s s i n a r i, am Freitagvormittag i m Gau Hessen-Nassau ein. Staatssekretär Tas- sinari wurde an der Grenze von Braubach am Rhein von Landesbauernführer Dr. W a g n e r willkommen geheißen. Dann ging die Fahrt am Rhein entlang zur preußischen Domäne Kloster Eberbach tm Rheingau. Am Tor der Domäne begrüßte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den italienischen Gast. Unter der Führung von Domänendirektor Gareis besichtigten die Gäste die Gebäude des Klosters. Dom Kloster Eberbach aus begaben sich die Gäste nach AIlmenfeId. Es wurde ein Ncubauernhof in allen Einzelheiten besichtigt, wobei Landeskulturrat Reich mannigfache Aufklärung geben konnte. Im Schulhaus der Gemeinde überreichte der Landesbauernführer Staatssekretär Tas- sinari als Ehrengabe eine Elfenbeinschnitzerei aus dem Odenwald, die' einen pflügenden Bauern darstellt. Zum Schluß der Besichtigung waren Staatssekretär Tassinari und der Gauleiter Gast des weiblichen Arbeitsdienstes. In den späten Nachmittaas- ftunben begaben sich die Gäste nach Frankfurt a. M., wo am Abend der Dberbürgermeiftr einen Empfang im Römer gab.
Die Aufgabe des vierten Äeicbsberuss- wetttampses der deutschen Studenten
Die Gestaltung
der Lebensordnung Grotz-Deutschlands.
Berlin, 28. Mai. (DNB.) In der Aula der Universität verkündete Reichsstudentenführer Dr. Scheel den Beginn des vierten Reichsberufswettkampfes der deutschen Studenten, der dem allgemeinen Berufswettkampf aller Schaffenden wegen der zur Bearbeitung der Themen erforderlichen Zeit um mehrere Monate vorangeht. Ungeheure Aufgaben seien der deutschen Wissenschaft und Technik durch die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich gestellt. Dem vierten Neichsberufswettkampf der deutschen Studenten werde daher als Gesamtthema gestellt: „DieGestaltungderLebens- ordnung Großdeutschland s".
Alfred Rosenberg, von lebhaftestem Beifall begrüßt, führte dann u. a. aus: Der Nationalsozialismus habe die Aufgabe, in einem immer weiter vordringenden Entwicklungsprozeß alle Lebensgebiete zu erfassen, sowie den Einheitswillen gegen alle anders gearteten politischen, sozialen und weltanschaulichen Strömungen zu sichern. Seine innere Große werde sich durch die künftige Fruchtbarkeit der Forschung auf allen Gebieten des Ledens erweisen. Der studentische Reichsberufswettkampf habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß der Nationalsozialismus nicht in einigen Formen erstarre, sondern aus dem Reichtum des Lebens immer neue Kräfte und Zielsetzungen schöpfe. Unter dem Schutz der politischen Macht seien bie geistigen Stellungen der nationalsozialistischen Revolution zu sichern und auszubauen, vor keiner Konsequenz zur ErhaUung des deutschen Lebens dürfe man zurück- schrecken.
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