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Hundert Lahre Gewerbeschule Gießen

(Nachdruck verboten!)

19. Fortsetzung.

mich warten!"

21.

Heinz Stadler rieb sich Haben Sie den Mann

leider nicht sagen, denn zurück, um eine Kundin ungeduldig war."

Ganz merkwürdig!"

teilen entfalten.

Kreishandwerksmeister Stuhl er brachte die Glückwünsche des Landeshandwerksmeisters und der Handwerkskammer, wie auch die Kreishandwerker­schaft zum Ausdruck, und wies auf die enge Ver­bundenheit von Handwerk und Gewerbeschule hin.

Spenden für Oesterreich.

Alle deutschen Volksgenossen, die an der Linderung der Not im Lande Oesterreich mit- helfen wollen, können Geldspenden einzahlen auf das KontoOesterreich" bei allen Dienststellen des WHW. oder bei allen in der ReichsgruppeBanken" zusammengeschlosse­nen Kreditinstituten (Banken, Girozentralen, Sparkassen, gewerblichen und landwirtschaft­lichen Kreditgenossenschaften) und bei allen Postscheckämtern.

und gleichzeitig seine Neugierde wachgerufen hatte. Dieser Armand, er war doch ein unverbesserlicher

Der Wagen hielt vor einem einfachen, aber recht sauberen Häuschen in der Gegend des Montmartre. Heinz stieg aus und bedeutete dem Chauffeur zu warten. Dann betrat er das Haus und tappte sich die finstere Treppe empor. Sein Herz klopfte, und es war nicht ganz sicher, ob das nur eine Folge des mühseligen Treppensteigens war.

Pawla Werzewna bewohnte allein eine Dach­stube, und als der Kriminalkommissar Heinz Stadler an die Tür dieser Dachstube pochte, stellte er zu feiner Verwunderung fest, daß ein sehr merk­würdiger und ihm selbst durchaus ungewohnter Ge- mütszustand von seinem Innern Besitz ergriffen hatte. Er hqtte jedoch keine Zeit, über diese komische Sache nachzudenken, denn ein schwachesHerein!" veranlaßte ihn die Türe zu öffnen.

(Fortsetzung folgt.)

Briefkasten der 'Reöaffton.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

L. L. In G. Wegen des Ihnen restlich verschul­deten Geldbetrages können Sie gegen Ihre Nichte Zahlungs-Vollstreckungsbefehl nehmen und diesen alsdann zur Zwangsvollstreckung geben. Bleibt die Pfändung fruchtlos, so können Sie Antrag auf Ab­leistung des Offenbarungseides durch die Schuldne­rin stellen, und wenn diese in dem zur Ableistung des Eides bestimmten Termin nicht erscheint, Haft­befehl erwirken und die Schuldnerin durch einen Gerichtsvollzieher verhaften lassen. Die Ausführung des Verhaftungsauftrags wird von dem Gerichts­vollzieher in der Regel von der Leistung eines Vor­schusses von 60 RM. abhängig gemacht. Sind Sie zur Zahlung dieses Betrages nicht in der Lage, können Sie um Bewilligung des Armenrechts nach­suchen. Es erscheint nicht angängig, die Arbeitgebe­rin Ihrer Nichte über die Entstehungsursache Ihrer Forderung zu unterrichten.

vielleicht inzwischen nach Hause gekommen ist. Allerdings halte ich diese Möglichkeit für ziemlich ausgeschlossen."

Armand Larusse war es, der die Aufmerksam­keit seines Freundes auf die an der Ecke warten­den Mietautos lenkte.Vielleicht hat der Mann eine Taxe genommen!"

Sieh mal an!" lachte Heinz.Armand beginnt kriminalistische Instinkte zu entwickeln. Dein Hinweis hat etwas für sich!"

Sie traten auf den Chauffeur des vordersten Wagens zu.

Passen Sie mal auf, junger Mann!" begann Heinz.Wir suchen nach einem Mädchen, das in Begleitung eines älteren Herrn vor einigen Mi- nutem aus der Rue de la Suisse gekommen sein muß. Haben Sie vielleicht zufällig gesehen, ob die beiden ein Auto genommen haben?"

Warum wollen Sie das so genau wissen? Ein bißchen eifersüchtig, wie? Trösten Sie sich man! Das Fräulein wird schon wieder zurückkehren."

Heinz Stadler zeigte seinen Polizeiausweis vor. Es handelt sich vermutlich um böswillige Entfüh­rung. Der Mann, 'm dessen Begleitung die Dame war, ist ein Verbrecher."

Entschuldigen Sie, mein Herr, das ist etwas anderes! Es sind wohl knapp zehn Minuten, da kam ein älterer Mann mit einer jungen Dame hier zu meinem Kollegen Jules, um seinen Wagen für eine Fahrt zu mieten. Sie sind dann eingestiegen und in der Richtung zum Stadtzentrum losgefah- ren." .

Können Sie mir sagen, wie me beiden ausge­sehen haben?"

Die Schilderung, die der Mann gab, überzeugte Heinz, daß seine Vermutung richtig war. Der Mann, der Gerda Bosch entführt hatte, war Herr Claudius.

Ich habe eine dringende Bitte an Sie! Wenn Ihr Kollege zurückkommt, wollen Sie ihm sagen, daß er sich sofort bei mir melden soll!"

Er schrieb die Adresse von Armand Larusse auf ein Stück Papier und reichte es ihm.

Der Chauffeur nahm den Zettel vorsichtig in Empfang und verwahrte ihn in seiner Brieftasche. Sehr wohl, Monsieur, wird gewissenhaft erledigt. Und wenn ich inzwischen eine Fahrt bekommen sollte, werde ich die Mitteilung an meinen Hinter­mann weitergeben."

Sehr schön! Ihr Kollege wird für den Verdienst­ausfall entschädigt!" Heinz drückte dem Mann ein Fünfftankstück in die Hand und schlug dann mit Armand den Rückweg zum Atelier ein.

Es stellte sich heraus, daß Pawla Werzewna in der Zwischenzeit das Haus verlassen hatte. Der Tisch war gedeckt, die Speisen waren unberührt.

Ich bin solche Ueberraschungen von ihr ge- wöhnt!" sagte Armand ohne sonderlichen Aerger. Ich brauchte bloß mal ein zweideutiges Wort zu sagen oder ihr sonstwie zu nahe zu treten schon schlüpfte sie in ihren Mantel, und weg war sie. Da kann man nichts machen. Aber morgen kommt sie wieder, verlaß dich drauf; denn auf die Fertigstellung ihres Bildes ist sie noch versessener als ich."

Heinz war mit dieser Auskunft keineswegs zuftie» den.Du weißt doch sicher, wo sie wohnt! Gib mir ihre Adresse! Ich brauche die Kleine heute noch."

Das wird ja immer komischer!" entgegnete der Maler mißtrauisch.Wozu brauchst du sie? Ich will nicht hoffen--?"

Laß den Unsinn! Ich habe mit meinen Freun­den in dieser Nacht noch eine entscheidende Runde vor, und bei dieser Unternehmung habe ich dem Mädel eine wichtige Rolle zugedacht. Erst hatte ich Gerda Bosch im Auge, aber die Werzewna eignet sich viel besser' dazu."

Armand gab etwas widerstrebend die Adresse. Mach keinen Unfug, mein Lieber! Wenn ihr etwas zustoßen würde ich könnte das Bild nicht fertig­stellen!"

Wegen des BWes also? Das ist deine einzige Sorge?"

Natürlich! Da4 muht du verstehen: DasRus­sische Bauernmädchen" wird mein entscheidender Er­folg werden."

Heinz wußte nicht warum, aber diese Auskunft befriedigte ihn in hohem Grade.

Er holte sich seinen Mantel.Ich bin bald wieder da. Wenn die Chauffeur kommen sollte, er soll auf

waren.

In welcher Richtung entfernten sich die beiden?"

In der gleichen Richtung, aus der Herr Armand gekommen war!"

Die beiden Männer verließen Clsmencaus Laden und schlugen die angedeutete Richtung ein.

Ich habe eine gewisse Vermutung!" verriet Heinz.Wenigstens ist der Mann, den ich in Ver­dacht habe, der einzige, der unter Umständen ein Interesse an Gerda Bosch haben könnte. Voraus­setzung wäre allerdings, daß er über meine Be­ziehung zu Fräulein Bosch unterrichtet ist. Wie er das herausgebracht haben soll, ist mir freilich schleierhaft."

Was sind das bloß für geheimnisvolle und auf­regende Dinge!" stöhnte der bedauernswerte Ar­mand, dem schon ganz wirr im Kopfe war.

Es wird noch viel aufregender kommen, mein lieber Freund!" lächelte Heinz.

Und ich hatte wunder gedacht, was für ein harmloser Bursche du bist."

Sie kamen an das Ende der Straße und waren nun eigentlich beide ziemlich ratlos. Doch war auch hier keine Spur mehr von Gerda Bosch zu sehen.'

Wir können oorläusig gar nichts weiter unter­nehmen. Es bliebe höchstens, daß ich mal bei den Drei Milchfrauen" nachsehe, ob Fräulein Bosch

20.

Welche Ueberraschung?" spottete Heinz, als er die beiden Gauner so unvermutet vor sich stehen sah.Habe ich recht, wenn ich annehme, daß Sie mir einen kleinen Freundschaftsbesuch ab statten wollten?"

Die beiden nickten zustimmend.

Es tut mir aufrichtig leid, meine Herren, aber im Augenblick kann ich Ihnen mit bestem Willen nicht zur Verfügung stehen. Das beste ist wohl, wenn wir eine Zusammenkunft vereinbaren!"

Darüber läßt sich reden! Machen Sie einen Vorschlag!"

Nun gut, sagen wir heute um elf Uhr... im «Chat bleu', im .Blauen Kater'; Einverstanden?"

Einverstanden!" stimmte Czibulka zu, ohne feine Ueberraschung ganz verbergen zu können. Denn derChat bleu", ein Nachtlokal übelster Sorte, drunten am Seineufer, galt als die verrufenste Derbrecherkneipe von ganz Europa.

Heinz drückte den beiden die Hand. Dann holte er Armand ein, der inzwischen die Suche nach Gerda Bosch wieder ausgenommen hatte.

Es ist, als habe sie der Eisboden verschluckt? Wenn ich nicht genau wüßte, daß sie vor zehn Minuten noch hier gestanden hat--!"

Sei doch nicht so aufgeregt, mein lieber Armand! Uebrigens wollen wir uns erst einmal m diesen Hausflur zurückziehen. Meine beiden Freunde bort brauchen nicht zu merken, daß wir nach jemand suchen."

Sie warteten, hinter einer Haustür verborgen, bis Czibulka und sein Begleiter außer Sicht waren. Dann traten sie wieder auf die dunkle, nur von wenigen Gaslaternen beleuchtete Straße hinaus.

Irgendein Ereignis muß sie veranlaßt haben, ihre Absichten zu ändern."

Du glaubst doch nicht, daß sie mit Gewalt daß irgend etwas passiert ist?"

Heinz schüttelte den Kopf.Das hätte doch immer­hin Aufsehen erregen müssen. Erkundige dich mal, du kennst doch die Leute hier!"

Schließlich war es Vater Clsmencau, der in der Lage mar, ihnen einen Hinweis zu geben. Er hatte vorhin Armand m Gerdas Begleitung vorüber­gehen sehen, ein Umstand, der seine Mißbilligung

nachdenklich das Kinn. .. , nicht näher gesehen? Wie schaute er ungefähr aus?"

Das kann ich Ihnen wirklich nicht sag«, denn es war schon dunkel. Jedenfalls ein älterer Herr, ziemlich altmodisch gekleidet."

Altmodisch gekleidet? Hm . . . sollte etwa ?" Aber Heinz sprach seinen Verdacht nicht aus. Schließlich gab es eine Menge älterer Herren in Paris und davon wieder mehr als einen, deren Anzüge nicht nach der neuesten Mode gearbeitet

Abenteuer m Paris

Roman von Hans Hrrthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

Filou!

Clemencau war also vor die Ladentür getreten, um festzustellen, ob der Maler seine neueFreun­din" wirklich in seine Wohnung bringen würde.

Und da sah ich denn, wie Sie das Fräulein tehen ließen und allein nach oben gingen. Oho, dachte ich mir, er will sich erst vergewissern, ob Pawla Werzewna nicht zu Hause ist. Und was sagen Sie, auf einmal tritt ein anderer Herr auf das Fräulein zu und spricht sie an. Die beiden unterhalten sich eine Weile und dann gehen sie ziemlich eilig mitsammen fort. Mehr kann ich Ihnen ich mußte in den Laden zu bedienen, die bereits

Die Gewerbeschule Gießen (ßiebigbau) kann in diesen Tagen auf ihr lODjähriges Bestehen zuruck- blicken. Aus diesem Anlaß fand am Samstagabend im Saale des Cafe Leib eine Jubiläumsfeier statt, die in schöner Gemeinschaft Schüler und Lehrer mit zahlreichen Gästen vereinigte. Der Abend vermit­telte nicht nur einen Einblick in das Wirken der Gewerbeschule, sondern brachte den Teilnehmern auch eine Reihe unterhaltsamer Darbietungen.

Em Rückblick.

Nach einem einleitenden Musikoortrag von Ange­hörigen des Musikkorps des JR. 116 hielt der^der- zeitige kommissarische Leiter der Schule, Gewerbe­lehrer Tillmann, die Festrede, in der den Zu­hörern in kurzen Darlegungen der Werdegang der Schule vor Augen geführt wurde. Die Gewerbe­schule wurde im Jahre 1837 durch den Landesge­werbeverein als Handwerkerschule ins Leden ge­rufen und begann im Januar 1838 mit 28 Schü­lern den Unterricht. Der Landesgewerbeverein trug eine Reihe von Jahren alle Ausgaben für die Un­terhaltung der Schule. Von 1846 ab stellte die Stadt Gießen die Schulräume zur Verfügung, und die Schule wurde eine Voll-Tagesschule. Der Lehrplan wurde erweitert. Die Schule erfreute sich in der Folgezeit der tatkräftigen Unterstützung des Orts­gewerbevereins, der Stadt Gießen, der Gießener Handwerkerschaft, sowie der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt. Bis 1907 wurde der Unter­richt in einem Hause im Asterweg abgehalten. Der Ortsgewerbeverein entschloß sich dann, für die Schule ein Haus in der Kirchstraße zu errichten, für das die Stadt unentgeltlich das Baugelände gab. 1908 konnte das neue Schulgebäude feiner Bestimmung über­geben werden. Seit dem Jahre 1904 ist den Schü­lern Gelegenheit gegeben, sich in dieser Schule gründlich auf die Meisterprüfung vorzubereiten. Der Krieg brachte der Schule wohl einen Rückschlag, aber nach dem Feldzug trat eine neue günstige Ent­wicklung ein. In den Jahren von 1923 bis 1928 besuchten 3045 Schüler die Anstalt.

überDie Europameisterschaften in Grünau 1935 und überDie Olympischen Spiele 1936 in Grünau . Weiterhin waren die einzelnen Mannschaften, die Art ihres Trainings und zum Schluß ihre Rennen zu sehen. Auch bei den Olympischen Spielen wur­den sämtliche Rennen, auch die der siegreichen Amerikaner und Engländer und der deutschen Mannschaften, gezeigt z .

Die Gießener Regatta findet in diesem Jahre am 3. Juli statt.

* Arbeitsjubiläum. Herr Rudolf Weil aus Krofdorf konnte am Samstag, 26. März, auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma Andreas Euler, Zigarrenkistenfabrik, hier zu- rückblicken. Aus diesem Anlaß fand ein Betnebs- appell im großen Arbeitssaal der Firina statt. Hier­bei wurde der Jubilar durch Ansprache und Ge­schenke der Firma und der Arbeitskameraden geehrt.

** D i e Stadtkasse Gießen mahnt das 4. Ziel der Grund- und Sonbersteuer 1937 und die rückständigen Brandoersicherungsbeiträge 1937 zur alsbaldigen Zahlung an.

** Die Verwaltung der Kliniken for­dert öffentlich auf, alle Rechnungen über Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1937 bis spätestens zum 2. April einzureichen. Bei späterem Eingang ist (aus technischen Gründen) mit einer er­heblichen Verspätung der Bezahlung der Rechnungen zu rechnen.

Seniorvierer sowie dem Skuller mit Friedel Iödt besondere görberung zuteil werden. Der Vererns- sührer verabschiedete in würdiger Form die zum Arbeitsdienst einrückenden Ruderer und Ruderin­nen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch päterhin der GRG. die Treue halten mögen.

Sodann referierte Kamerad Levermann über den Lehrgang für Regatta-Veranstalter, den er am 19. und 20. März in Berlin-Grünau mitgemacht hatte. Insbesondere hob er hervor, was die Regatta- Veranstalter in bezug auf Strecke, Start, Aus- schreibung und Klasseneinteilung der Rennen zu be­achten haben. ,

Im Mittelpunkt des Abends stand die Vorfüh­rung zweier Filme des Rudersportes, und zwar

meinsames Streben sein. Die Schule werde mit da­für zu sorgen haben, daß wir auch auf den hand­werklichen Nachwuchs stolz sein können. Alle Arbeit diene auch hier unserem Volke und sei Dank an den Führer. . .,

Die herzlich gehaltenen Ansprachen wurden mit großem Beifall ausgenommen.

Stunden der Unterhaltung und Kameradschaft.

Der weitere Verlauf des Abends brachte dann unterhaltsame Darbietungen. Fräulein I a ch n o w vom Stadttheater Gießen sang zwei Frühlingslieder und zwei Kompositionen aus der OperCarmen (am Klavier Kaoellrneister P o p e l k a), die mit dankbarem Beifall ausgenommen wurden. Vier Damen der Tanzgruppe des Stadttheaters warteten mit dem schneidig getanztenRadetzkymarsch" und mit dem Holzschuhtanz ausZar Und Zimmer­mann" auf, und mußten sich zu Wiederholungen entschließen. Schließlich brachten Schüler der Ge­werbeschule im improvisierten Mannerchor eine hu­moristische Lieddarbietung zum Vortrag. In kame­radschaftlicher Unterhaltung, bei guter Musik und Tanz, verbrachte man noch manche Stunde.

rüder noch bis zum 31. Dezember 1938 mit nur einer Bremse verkehren.

Oie Butterversorgung zu Ostern.

10 v. h. höhere Kontingente.

Fwd. Um dem erhöhten Butterbedarf für die Dfterfeiertage Rechnung zu tragen, bestimmt die Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft, daß für die Zeit vom 3. bis zum 16. April die Wochen- kontinqente der Buttererzeuger und -Verteiler um 10 v. H. erhöht werden dürfen. Die Mehrlieferung von 10 v. H. an die Kleinoerteiler erfolgt nur, wenn die Kleinverteiler bei ihren Lieferanten ent­sprechende Anforderungen stellen. Dom 17. April an darf die Butterbelieferung nur mit 85 v. H. der im I Oktober 1937 bewilligten Butterabgabenmengen er- folgen.

Stenographen - Leistungsschreiben.

Der Ortsoerein Gießen der Deuffchen Steno­graphenschaft hielt am gestrigen Sonntagvormittag als Schlußschreiben des Schuljahres in der Oeffent- lichen Handelslehranstalt ein Leistungsschreiben ab, an dem sich eine große Anzahl Mitglieder beteiligte. Junge begeisterte Kurzschriftler, die zu den besten Hoffnungen berechtigen, maßen sich im friedlichen Wettkampf mit der fett langem bewährten Garde der Deuffchen Stenographenschaft und legten Zeug­nis ab über das in den Kursen des Ortsverems Gießen Gelernte, sowohl im Richtigschreiben, als im Schnellschreiben.

Bekanntlich ist feit einigen Jahren mit jeöem Schnellschreiben auch ein Schön- und Richtigschreiben verbunden, um die Stenographen vor allen Dingen zu einem Richtigschreiben zu erziehen, das die Grundlage für spätere Gewandtheit im Schnell­schreiben und sichersten Wiederlesen bildet. Bei der immer mehr zunehmenden Anwendung, welche die Kurzschrift heute im Wirtschaftsleben und auf allen Schreibstuben findet, muß jeder, der mit Schreib­arbeit zu tun hat, das Stenogramm eines fremden Schreibers lesen können, weshalb gerade dem Rich­tigschreiben die größte Bedeutung beigemessen wird.

Es wurdt geschrieben in den Abteilungen von 60 Silben aufwärts bis 240 Silben. Das Leistungs­schreiben wurde von Prokurist August Siebert geleitet, dem ein Stab bewährter Helfer zur Ver­fügung stand, so daß es möglich war, sämtliche 106 Arbeiten zu prüfen und zu werten. Das Ergebnis war ein sehr gutes, so daß das Schreiben als eine gute Vorübung diente zum großen Leistungs­schreiben, das am 22. Mai gelegentlich der Kreis- oerbanbstagung in Tübingen ab geh alten wird.

Die Bekanntgabe des Ergebnisses und die Aus­gabe der Urkunden findet bei der nächsten Veran­staltung des Ortsvereins statt.

Abschluß- und Abschiedsabend bei der SRG. 1877.

Gießener Regatta 1938 am 3. 3uli.

- Als Abschluß der Winterarbeit hielt die Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. V. am Samstag im Bootshaus einen Werbeabend ab, der mit einer Abschiedsfeier für die jetzt zum Arbeitsdienst ein­rückenden Ruderer und Ruderinnen verbunden war. Vereinsführer Studienrat Scharmann konnte vor allem sehr viel Jugend begrüßen. Er gab einen Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Winter­halbjahres und stellte fest, daß die angekündigten Veranstaltungen stattgefunden haben. Darüber hin­aus fand in Gießen eine Tagung der Vereinsführer des Gaues XII unter der Leitung von Kamerad D e ck a r t und im März eine solche der Jugend­warte statt. Mit diesem Werbeabend gilt nun die Winterarbeit als abgeschlossen und mit der Wieder­eröffnung brr Bootshäuser am 1. April wird das Training wieder ausgenommen. Weiterhin gab er bekannt, daß das offizielle Anrudern im Minzen Reiche, das hier mit einem Eintopfessen im Boots­haus verbunden werden wird, infolge der Wahl einheitlich auf den 24. April verlegt worden ist.

Die GRG. kann leider den Zweier ohne Steuer­mann, der auf den Regatten in Mainz und Offen­bach gute Erfolge erzielte, dies Jahr nicht starten, weil ein Mann zum Arbeitsdienst einberufen und ein anderer dienstlich nach Frankfurt a. M. versetzt wurde. Dafür werden dem Jungmann- und dem

sende ehrbarer Handwerksmeister in Oberhessen und in den angrenzenden preußischen Gebieten haben sich im Laufe der hundert Jahre in der Gießener Gewerbeschule das geistige Rüstzeug für den erfolg­reichen Kampf ums Dasein als freischaffende Mei­ster geholt. Kaum ein Baugeschast, kaum eine Ma- schinenfafrik ist in der Umgebung von Gießen, wo nicht Männer vom Fach in verantwortlicher Stel­lung tätig sind, die sich ihre grundlegenden tech­nischen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Gewerbe­schule geholt haben.

Mit der Versicherung, daß die Gewerbeschule, die jetzt von der Stadt Gießen getragen wird,' auch weiterhin in gleicher verantwortungsbewußter Weise weiter arbeiten wird, unter dem LeitsatzNichts für uns, alles für Deutschland" schloß der Redner seine aufschlußreichen, mit großem Beifall aufgenomme­nen Darlegungen.

Glückwünsche zum Jubiläum.

Regierungsbaurat Kuhlmann überbrachte herzliche Glückwünsche als Prüfungskommissar und zugleich auch für das Hessische Hochbauamt. Er wies u. a. darauf hin, wie die Gewerbeschule immer höheren Anforderungen gerecht werden müsse, weil die Anforderungen an das Handwerk insgesamt ge­stiegen seien. Hoffnungsvoll dürfe aber auch die Gewerbeschule, der er für ihre Arbeit im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens allen Erfolg wünschte, in die Zukunft sehen.

Schulrat N e b e l i n g überbrachte im Auftrage des Herrn Reichsstatthalters und der Landesregie­rung, ferner für das Kreis- und Stadtschulamt, für die Stadt Gießen und für den NSLB herzliche Glückwünsche zum Jubiläum. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gewerbeschule weiterhin mithel­fen möge, das Handwerk auf Öen Stand zu füh­ren, den es in großer Vergangenheit einnahm. Die Schule möge die jungen Handwerker so ausbilden, daß sie den großen Anforderungen unserer Zeit ge­recht werden könnten. Die Träger der Schule möch­ten sich jederzeit ihrer hohen Verantwortung be­wußt sein. Jedermann könne in unserem gesicherten Reiche seine Pflicht erfüllen und alle seine Fähig-

Seit 1928 befinden sich die Schulräume im Lie- bigbau. Die Gewerbeschule ist heute dreisemestrig mit gesonderten Abteilungen für Hochbau, Maschi­nenbau, Schreiner und Maler. Die Abgangsprü­fung vor der Prüfungskommission ersetzt den theo­retischen Teil der Meisterprüfung. Vorsitzender der Prüfungskommission und staatlicher Prüfungs- kommissar ist Regierungsbaurat Kuhl- ------ ... , . .. . .

mann Der Unterricht wird durch erfahrene Ge- Schule und Handwerk, das eine sei nicht ohne das werbelehrer Praktiker und Meister, erteilt. Tau- andere zu denken! Leistungsstelgerung müsse ge-

politische Kundgebung

in Burkhardsfelden.

Wie die Kreisleitung uns mitteilt, findet am heutigen Montag, um 20.30 Uhr beginnend, eine politische Kundgebung in Burkhardsfelden statt. Redner ist Pg. Bullmann.

Kreis Wehlar.

0 Hochelheim, 24. Mär^. Die Ortsfach« gruppe der Imker im Hüttenberg hielt im Saale von Franz eine Tagung ab. Lehrer Wenig hielt einen Vortrag, in dem er über eine Reihe grundsätzlicher Fragen der Bienenzucht und Bienenwirtschaft, insbesondere über den Nutzen der Bienenzucht durch den Honigertrag und die Bestäu­bung der Kulturpflanzen sprach. Ferner referierte er über den deuffchen Honigbedarf und die Auf­gaben der Imker in der Erzeugungsschlacht. Ein­gehend behandelte er die Möglichkeiten der Völker- vermehrung, die Notwendigkeit der Einrichtung von Belegstationen und der Anlage von Bienenweiden. Bezirksbauernführer Langsdorf (Groß-Rechten­bach) betonte, daß er die Werbung für die Imker- Landwirte gern an den Bäuerlichen Werkschulen unterstützen wolle und machte, darauf aufmerksam, ' daß im Rahmen der Dorfverschönerungsaktion manches für die Verbesserung der Bienenweide ge­tan werden könne. Der Vorsitzende der Ortsfach­gruppe, Mehl (Hochelheim), teilte mit, daß die Gemeinde Hochelheim bereits Salweiden angepflanzt hat und im Einvernehmen mit dem Bürgermeister noch weitere Maßnahmen amPfingstberg" getrof­fen werden. Im Juni soll in Hochelheim ein Jmker- kursus stattfinden.