Ausgabe 
28.3.1938
 
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Sie Medensdiktate sind ausgelöscht

Aeußerste Anspannung der eigenen Kraff

Mischer Beifall und anfallende Wir Helsen nur insofern, als als die Zentralführung auch und Weisungen zu geben Hal,

Sieg-Heil-Rufe.) fehl das Reich, hier Direktiven die Ausführung

derer Volksgenosse ist. weil das Schicksal ihn weniger begütert hat oder weil er nicht eine höhere Schule durchgemacht hat, sondern es kommt ausschließlich daraus an, was der wann für ein her; in der Brust Hal, was er für einen Charakter hat und wie weit er bereit ist, f i ch einzusehen für Volk und Ration. Es ist vielleicht das schönste und glücklichste Bewußt- sein für uns Deutsche, daß wir wissen wenn heute die deutsche Ration in Gefahr ist, wenn heute der Führer rufen mühte, dah Vaterland zu verteidigen es d i e deutschen Ar­beiter wären, die als erste zu den Fahnen eilten und mit ihren nervigen Fäusten das Schwert Deutschlands führten. (Minutenlanger Beifall.)

Ihr sollt nun nicht etwa glauben, dah wir aus dem Reich gekommen sind, um euch alle Arbeit abzunehmen und für euch den Tisch zu decken! 3m Gegenteil! 3ch werde dafür sorgen, dah bis zur äußer st en ftraftnan- fpannung der eigene Mann hier eingesetzt wird, und dah die Oesterreicher selber Oesterreich in Ordnung bringen. (5für-

herrsckten in Deutschland überall N a t und Elend. Die Zahl der Arbeitslosen stieg auf 1, 2, 3, 4, 5, 6 und mehr Millionen. Die Wirtschaft war zer­brochen, die Fabriken lagen still, die Schlote rauch- < tcn nicht, ein Wirtschaftsfriedhof, so weit man sehen konnte. Die Aecker starben, wenn der Bauer die Saat in den Boden gebracht hatte und das Korn sproß, gehörte es 'ihm nicht mehr. So trieb ein 68- Millionen-Bolk in den Untergang hinein.

Und dann kam die Nation al soziali st ische Bewegung und räumte aus. Nun konnte der Aufbau beginnen, nun kam die Blüte der Wirt­schaft, und diejenigen von euch, die jetzt ins Reich hinausfahren können, werden sehen, was die neue Volksgemeinschaft bedeutet, was Wirtschaftsaufbau heißt, und werden erkennen, daß überall, wo man hinsieht, fleißige Hände sich regen, um Neues und Großes zu schaffen. Früher hatten wir Sorge, die Arbeitslosen unterzubringen, heute haben wir nicht genug Arbeiter, um all das schaffen zu kön­nen, was wir schaffen wollen.

3ff es uichf ein wunderbarer Wandel? Rur vier 3ahre hat es gedauert, um eine Millionenarmee von Arbeitslosen wieder in Arbeit und Brot zu bringen. Allerdings war es notwendig, eine planvolle Ordnung durchzuführen und die Wirtschaft nach bestimmten Grundsätzen auf- zubauen und zu lenken. 3ch weih, man malt das Schreckgespenst der Zwangswirtschaft an die Wand. Unsere Wirtschast ist keine Zwangswirtschaft, sondern eine Ordnungswirtschaft. Zwangswirtschaft ist jene gewesen, bei der man schließlich gezwun­gen wird, die Wirtschaft einzustellen. Deutsch­land ist dank der nationalsozialistischen Wirt­schaftsordnung k r i s e n f e st geworden. (Leb­hafter Beifall.) Durch den Vierjahresptan wollen wir alles, was wir aus eigener Kraft schaffen und Herstellen können, bis zur letzten Möglichkeit ausschöpfen, denn über allen Wirtschastsprinzipien und Gesetzen steht für uns die Sicherung des deutschen Menschen und des deutschen Lebens. (Aufs neue stürmische

Kundgebungen.)

Schritt für Schritt mit dem Aufblühen der Wirt­schaft ist eine wundervolle Symphonie der Arbeit ent­standen. Hand in Hand hiermit ging der Ausbau des Verkehrs. Schon heute kommen sie zu vielen Tau­senden aus allen Ländern der Welt und sehen be­wundernd das gewaltige DZerk der deutschen Reichs­autobahnen. Unbestritten steht hier Deutschland an der Spitze. Und wenn man irgend eine Gleichung braucht für das Verhältnis zwischen Deutschland, das durch den Nationalsozialismus emporgebracht wurde, und dem Oesterreich des Herrn Schuschnigg, dann erinnere ich an jene Summe, die Herr Schusch­nigg in seiner Innsbrucker Rede für die Wegebauten ausgesetzt hat. So viel kostet bei uns eine einzige Kurve, die mir bauen. (Heiterkeit und stürmischer Beifall.)

Mit dem Zersistl des politischen Lebens und der Wirtschaft war selbstverständlich auch der Verfall d e r K u l t u r verbunden. Auch hier kam der gleiche Verfallsträger zur Herrschaft, der auch als Zerfalls­träger der Wirtschaft erscheint: der Jude. Es ent­stand eine derartige Entartung, daß man sich heute an den Kopf faßt und fragt, wie das überhaupt möglich mar. Es gab nicht nur Idioten, die diese Machwerke fabrizierten, es gab noch größere Idio­ten, die sie kauften und bezahlten. (Stürmische Hei­terkeit.) Heute haben wir wieder ein wahr­haft deutsches Kulturleben. Die Theater 3um Beispiel, die einen furchtbaren Zusammenbruch erlitten hatten ähnlich wie hier erlebten einen neuen Aufschwung. Heute hat Berlin die besten Theater der Welt. Die Staatsoper und das Staats­schauspielhaus werden heute selbst von Neidern im Ausland als d i e besten Bühnen der Welt bezeichnet. Gleichzeitig nahm der Film einen un­geahnten Aufschwung und daneben bekam endlich wieder der deutsche Künstler etwas zu tun, so daß er frei von Sorgen schaffen kann. Und so ent-

die diesen Wandel schuf, dann möchte ich dazu ab­schließend sagen: Wie stand es. denn Ende des Jahres 1932? Auf der einen Seite eine Millionen­zahl von Nationalsozialisten, auf der anderen Seite aber eine Millionenzahl von Kommunisten und eine Millionenzahl von Marxisten. Zwei Feldzei­chen waren ausgepflanzt. Blutrot das Tuch. In dem einen brannten Sichel und Hammer, in dem anderen leuchtete auf weißem Grund das schwarze Hakenkreuz, zwei Feldzeichen, zwei Symbole, zwei Weltanschauungen rangen hier miteinander oder, besser gesagt, um Deutschland. Siegte jenes Zeichen mit Sichel und Hammer, bann ging Deutschland unter im Blutrausch des Bolschewis­mus. Aber es siegte das andere Zeichen und Deutschland wurde gerettet und erstand als das herrliche Reich der Deutschen, das wir heute sehen. (Jubelnde, anhaltende Sieg-Heil-Rufe.) Daß das so wurde, ist einzig und allein das Verdienst des Führe.rs, seiner Getreuen und seiner Bewegung. (Erneute stürmische Sieg- Heil - Rufe.)

So sah diebraune Pest" in Deutschland aus. Wie aber soll nun diebraune Pest" für O e st er­reich werden? Zunächst hat der Nationalsozialis­mus in Oesterreich damit begonnen, daß er jene lächerliche, aber anmaßende und grausame Eligue von Tyrannen hinweg'fegte und hinweg­jagte. Das war immerhin schon ein sehr guter An­fang. (Heiterkeit.) Dazu kam daß der National­sozialismus in Deutschland sich sofort mit dem Na­tionalsozialismus in Oesterreich verband und daß dadurch das Großdeutsche Reich entstand. (Minutenlange Beifallskundgebungen.) Damit aber kam aus Not und Unterdrückung heraus die Be­freiung des deutschen Volkes in den österreichischen Gauen. Jetzt heißt es also: Der National­sozialismus auch hier in Oesterreich a n b i c Front! Jetzt heißt es hier dasselbe tun: Aufbauen, retten, gestalten, Schönheit geben und das Volk oom" Untergang zurück- reißen! Jetzt gilt es, alle Kräfte anzu- (pannen, um zu zeigen, daß nicht nur die deut­schen Nationalsozialisten im Reich, sondern daß auch 6er deutsche Nationalsozialist in den österreichischen Gauen ein ganzer Kerl ist, gewillt, gleich rote, die draußen, das Werk zu vollenden. (Lebhafter Beifall.)

der Arbeit erklärten, es war keine hohle Phrase, als wir den 1. Mai zum Tag und Fest der Arbeit und zum Nationalfeiertag bestimmten, es war keine hohle Phrase, als wir dem Arbeiter wieder feine Ebre gaben und ihm die Achtung der ganzen Nation sicherten. Heute weiß der deutsche Arbeiter, was seine Arbeit und sein Beruf wert sind. Er weiß, daß es im Leben schließlich nur darauf ankommt, daß jeder dort arbeitet, wo das Schicksal ihn hinge­stellt hat, und daß es das Entscheidende ist, wie er seine Arbeit lei st et, und nicht, was für eine Arbeit er tut. Es ist immer noch besser, der Straßenkehrer kehrt eine Straße sauber und an­ständig, als daß ein Minister in die Kasse greift und Schiebungen macht. (Heiterkeit und Beifall.)

Aeberhaupt ist entscheidend, ob der S o -

3 i a l i 5 m u 5 der Tat sich durchsetzt, ob man erkennt, daß nicht deshalb einer ein min-

B ei fall.) Dadurch wird es der österreichischen Wirt­schaft möglich, mit ihren Waren an den deutschen Konsumenten und an reichsdeutsche Käufer unver­züglich und ohne weitere Behinderung durch Zölle heranzutreten.

4. Weitere Maßnahmen, die ich gestern auf der Dampferfahrt von Linz aus mit den öster­reichischen Wirtschaftlern und Wirtschaftsstellen be­sprochen und deren unverzügliche Inangriffnahme ich angeordnet habe: Die unmittelbare Auf­rüstung, Bau von Kasernen und Flugplätzen, Bau von Flugzeugen und Flugzeugfabriken. Die Wiener-Neustädter Flugzeug fabrik wird so­fort in Betrieb genommen. Gesamter Ausbau der Rüstungsindustrie für jene Rüstungszweige, die wir für die österreichische Aufrüstung benötigen. Allein ein entscheidendes und wichtiges Programm, das die sofortige Einstellung von weiteren tausend Arbeitern schon am Beginn der nächsten Woche zur Folge hat. (Unbeschreibliche Beifallskundgebungen und Sieg-Heil-Ruse.)

5. Die mittelbare Aufrüstung. Das be­deutet die Erschließung sämtlicher Produk­tionsreserven auf vielen Gebieten und Er­stellung neuer Produktionswerkstätten.

6. Entscheidende Bedeutung bekommt die Was­serkraft in Oesterreich, die Energiewirtschaft. (Erneuter Jubel.) Ich habe befohlen, daß sofort und unverzüglich an die Errichtung eines gewaltigen Kraftwerkes in d e n Hohen Tauern und eines Kraftwerks, das bereits projektiert und un­vermittelt in Angriff zu nehmen ist, bei Grein ander Donau sowie verschiedener kleinerer Ein­zelprojekte herangezogen wird. Im Zusammenhang damit erfolgt die Donau-Regulierung.

7. Ebenfalls von größter Bedeutuna ist die Hebung der österreichischen Boden­schätze. Auch hier Sosortmaßnahmen sofort weiterer Ausbau und Steigerung der Produk­tion der Alpinen Montanwerke bis tum d o p p e l t en Ausmaß und sofortige Ein­stellung von wei'eren 500 Arbeitern und später von weiteren 1000 Arbeitern. (Ein wahrer Bei- fallsorkon braust -"rch die Halle.) Di" lofnrtiqe Untersuchung der Möglichkeit der Erschließung weiterer andererLisenerzvorkom- men durch die Reichswerke Her­mann Göring. Die großen Hüttenwerke, die bisher in Franken geplant waren, werden nun­mehr in Linz errichtet werden und das m o - d e r n st e Werk darstellen, das bisher erbaut wurde. (Reuer Beifallssturm.) Das bedeutet wiederum für viele Taufende von Arbeitern Arbeit in diesem Werk. Die Planung dieses Werkes muß bis Ende April bereits vollzogen sein und Anfang Mai muß zu bauen begonnen werden. Ferner: Erweiterung der bis­herigen Kupfervorkommen in Ti­rol und Kärnten sowie der sonstigen Vor­kommen von Blei, Kupfer. Magnesit, Mangan usw. in äußerstem Ausmaß bei iystematischer Steiaerun" *"'na»s wei­tere Erforschung des ö^erreichstchen Bodens und Untersuchung, wie weit die Bodenschätze abbaufahig sind.

Nun zur Außenpolitik. Wie will man Außen­politik machen, wenn man ohnmächtig und zu feig ist, um selbst die notwendigsten Interessen zu ver­treten. In tiefer Ohnmacht lag Deutschland dar­nieder. Der Deutsche war rechtlos geworden, wie Deutschland selbst rechtlos geworden war. Denn wenn ein Volk erst einmal seine Wehr verliert, dann verliert es seine Ehre, und wenn es seine Ehre verliert, verliert es seine Freiheit, und wenn es seine Freiheit verliert, verliert es sein Recht, und wenn es sein Recht verliert, verliert es fein Brot, und wenn es sein Brot verliert, ver­liert ein Volk auch fein Lebe n. (Stürmische Zu­stimmung und Heilrufe.) Es war nötig, dort wie­der aufzubauen, wo man abgebaut hatte. Deshalb stärkten wir den Wehrwillen und den W e h r g e i st. Wir bauten den Menschen wieder seelisch auf. Dann bauten wir die äußere Form­gebung und schmiedeten das Schwert. So konnten mir denn den zweiten Schritt wagen und die ersten Maßnahmen gegen die unerträglichen Fesseln von Versailles ergreifen. Mit dem Austritt aus dem Völkerbund begann es. Es folgte die Er­klärung der W e h r h o h e i t, die W i e d e r b e s e t - zung des Rheinlandes, und nunmehr ist Versailles und St Germain vorbei. (Brausender Beifall und Heilrufe.)

So schmiedete die nationalsozialistische Bewegung wieder das große Deutschland, lind dies soll man nie veroessen: Wir Nationalsozialisten dürfen besonders ftoT) darauf sein, daß keine Kanone, kein Flugzeug, kein Maschinengewehr, kein Bataillon geschaffen worden wäre, wenn das Hakenkreuz nicht als Siegeszeichen über Deutschland aufgegan­gen wäre. (Wieder dröhnt ein Beifallssturm durch die Halle.) Freudig eilt die deutsche Jugend wieder zur Fahne. Hier spreche ich die Hoffnung aus. daß nunmehr, da auch ihr. meine Oesterreicher, die Ehre habt, unter den deutschen Fahnen dienen zu dürfen, auch die Jugend aus den österreichi- s ch e n Gauen in unzähligen Scharen zu den Fah­nen strömt, und ich hoffe, daß die besten und kühn­sten eurer Söhne zur Luftwaffe eilen werden. (Tosender Beifall,)

Wenn ich so in wenigen Zügen das Bild zeigte, wie es in Deutschland war und wie es in Deutsch­land wurde, und wie es immer die Bewegung war,

standen anfangs schüchtern immer mehr und immer bessere Kunstwerke. Die Malerei blühte, die Plastik kannte sich entwickeln, und über alles hin­weg entfaltete sich die Urkunst, die Architektur! Gewaltige Bauwerke sind im Entstehen. D'e Bau - t c n des Führers in Nürnberg, München, Ber­lin und' Hamburg sind Werke, wie sie die Vorstel­lungskraft der heutigen Architekten noch kaum er­fassen kann. Auch hier war wieder der Führer der größte Baumeister wie auf allen anderen Gebieten.

Auch in der sozialen Fürsorge griff die Bewegung tatkräftig ein. Dieser Sozialismus der Tat war so großartig und gewaltig, daß das Aus­land an ihn nicht glauben wollte, sondern ihn für Täuschung und Betrug hielt, weil man es einfach nicht verstand, wie das bisher hungernde und not­leidende Volk auf einmal lebensfroh und glücklich wurde. Das Winterhilfswerk des deut­schen Volkes, die größte soziale Einrichtung der Welt, verteilte gewaltige Mengen für die Armen und^die Minderbemittelten

Und letzt streckt sich die Hand des Winterhilfs- wertes auch nach Oe st erreich hinein. Auch hier werden den Armen und Bedürftigen die Segnungen dieses größten Sozialwerkes der Well zugute kommen, damit die schlimmste Rot, die das verflossene System hinterließ, bald be­seitigt ist. (Stürmischer Beifall.) Wenn ich früher in das österreichische Land gekommen bin, dann mar es für mich immer besonders niederdrückend, zu sehen, wie in diesem Lande die Kriegsbeschädigten betteln gehen mußten. Ein Volk, das seine Krieger betteln läßt, muß selbst eines Tages an den Bettelstab kommen. Denn heute noch ein Kriegsbeschädigter in Oesterreich Rot und Elend erleidet, so wird dies von heute ab anders wer­den und die Fürsorge wird sofort für diejenigen einsetzcn, die ihr Leben und ihre Gesundheit einst für ihr Vaterland eingesetzt haben. (Stür­mischer 3ubel.)

Und nun zum deutschen Arbeiter! Dieser ist heute- in Deutschland nicht mehr der vom Marris- mus verhetzte Prolet, für den die Arbeit eine Fron ist, sondern er ist ein v o ll w e r t i g e s M i t g l i e d h/ r Volksaemeinschaft, dessen Arbeit und Stand genau so geachtet wird, wie in jedem ande­ren Beruf und der zum vornehmsten Träger der deutschen Arbeit und des deutschen Aufbaus ge­worden ist. Wo früher durch Streik einerseits und durch Aussperrung andererseits immer wieder der Arbeitsfrieden und damit die Arbeitsleistung unter­graben und schließlich zerstört wurden, kann sich heute unter dem Segen der Betriebsgemeinschaft und des inneren Friedens die Arbeit und die Lei- f'turuj des deutschen Arbeiters frei entfalten. (Großer Beifall und Sieg-Heil - Ruse.) Es war keine leere Phrase, als wir das Gesetz oom Adel

aber und die Gestaltung liegt in euren eige­nen fleißigen Händen. 3nsofern sollen nun auch in Oesterreich alle jene Maßnahmen ge­troffen werden, die Deutschland emporbrach- len, und es sollen für Oesterreich jene Gesetze Kraft bekommen, die Deutschland wieder ge­sund machten. Es soll also auch für Oesterreich der Vierjahresplan durchgeführt werden, der in Deutschland äußerste und letzte Anspannung aller Kräfte bedeutet. So gebe ich hiermit die Vrogrammpunkte des Wirtschaftsaufbaues un- all das bekannt, was im Rahmen des erweiter­ten Vierjahresplanes für die größere Heimat zu geschehen hat. 3ch werde die Weisungen geben, ich werde die Mittel und die Erfahrungen geben, aber ihr werdet die Arbeit durchführen und beweisen, -ah ihr genau so gut Deutsch­seid wie die in den anderen Gauen. (Tosende Beifallsrufe.)

Ich komme jetzt zu dem innerösterreichischen Wirt- schaftsproblem. lieber diesem Wirtschaftsproblem Jnneröstcrreichs steht mit großen Lettern: Erstens: Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu 100 Prozent. (Die Massen springen auf und be­reiten dem Ministerpräsidenten minutenlange Huldi­gungen.) Zum Zweiten steht darüber: Nicht lang verhandeln, nicht viel schwätzen, sondern handeln und arbeiten. (Aufs neue Händeklatschen und Sieg-Heil-Rufe,.) Ich gebe nun eine Reih" von Maßnahmen bekannt, die dieses Wirtschafts­programm in Kürze erfüllen sollen.

Das große Awbauprogramm für Oesterreich.

1. Ihr kennt alle das große Entgegenkommen, durch das das Reich euch geholfen hat, die schwere Umstellung nicht allein zu tragen, sondern mit auf die Schultern des starken Reiches zu nehmen. Es handelt sich um den Umrechnungskurs d e s Schillings in jener Höhe, die es ermöglicht, mit der Reichsmark zu arbeiten und zu wirt­schaften.

2. Sofortige Auszahlung jener 60 Mil­li one n Clearingspitze, die bisher die österreichische Wirtschaft so gebremst hat und die nunmehr in voller Höhe und unverzüg­lich an die Fabrikanten für ihre Lieferungen aus- bezahlt werden und ihnen die Möglichkeit geben soll, dieses Kapital bereits wieder in Arbeit um- zusetzen.

3. Die Aufhebung der Zölle, die am heu­tigen Tage erfolgt. (Stürmisch langanhaltender

8. Der Erdölausbau. Die Erdölgewinnung im Wiener Becken ist zu steigern, Bohrtürme sind aus dem Reich heranzuführen, um eine Neu­bohrung und somit auch hier Arbeit zu schaffen.

9 Ausbau der chemischen Industrie auf Grund der hiesigen Kohle, die ein großes Schwel- vermögen hat und dadurch eine beträchtliche Ver­flüssigung der Kohle zu Benzin und Leichtol ge­währleistet. _ , ,

10. Eine Z e l l st o f s a b r i k auf der Hartholz­grundlage ist sofort in Bau-zu nehmen.

11. Die bessere Ausnutzung des Hol- z e s durch eine bessere Organisation, durch eine ge­wissenhafte Abholzung in den Alpen sowie durch den Ausbau des Holzwegesystems.

12. Unverzüglich hat die Planung der Reichsautobahnen begonnen, und der Bau wird in den nächsten Wochen in Angriff genommen, nämlich -er Reichsaulobahnbau bei Salzburg, auf der Strecke München Salz, b g und Salzburg Linz Wien, mit einer weiteren Bahn von Paffau nach Linz. Darüber hinaus eine Autobahn Wien Graz Rad st adtSalzburg. So­fort werden in Angriff genommen 1100 Kilo­meter Autobahnen. (Stürmischer 3ubel.) Da­neben aber wird das gesamte sonstige Straßennetz einer Reuregelung unterzogen.

13. Unverzüglich erstellt werden Zwei neue Donaubrücken, eine große Donaubrücke bei Linz, der Standort der zweiten Brücke steht noch nicht fest. Darüber hinaus sind noch Zwei wei­tere Donaubrücken projektiert.

14. Neubau von Eisenbahnlinien, Ausbau bisheriger Schmalspurbahnen zu Vollspurbahnen.

15. Wenn die Arbeiten, die ich jetzt nenne, auch nicht in Oesterreich liegen, so kommen sie wirtschaft­lich doch Oesterreich zugute, nämlich der beschleu- mgte Bau des Rhein - Main Donau- Kanals.

16. Die Planung und spätere Durchführung eines Donaugroßhafens in Wien. (Neuer starker Jubel.)

17. Auf landwirtschaftlichem Gebiet u. a. eine entscheidende und durchgreifende W i l d b a ch - regulierung, die Gewinnung und Befruch­tung der Hochtäler und Hochmoore, Dranagearbeiten, eine Ausgestaltung und För­derung der A l m w i r t s ch a f t usw., vor ollem aber die Einführung des verbilligten K u n st d ü n g e r s für die gesamte Landwirt­schaft, Kredite für den Ausbau der Höfe, Scheu­nen, Ställe und Silos, Reuregelung und Ver­besserung des gesamten landwirtschaftlichen Kreditwesens, Hebung des Bauern st an- des wie im Reich, ausgehend von der Er­kenntnis, daß der Bauernstand der Urständ der Ration ist. Wenn wir so jetzt dem Bauern wie­der eine neue Zukunft schaffen, so möchte ich bei dieser Gelegenheit den Bauern auch an leine Pflichten erinnern, daß er nunmehr auch so schafft und arbeitet, daß die Scheunen ge­füllt werden und das Brot der Ration sicher- gestellt wird. (Lebhafter Beifall.)

Im Zusammenhang damit werden noch- einige andere Maßnahmen getroffen, die ich jetzt mit der Verordnung verlese, die ich heute unterzeichnet Hobe, um die eben aufgeführten Maßnahmen sofort in Angriff nehmen zu können. Träger der Arbeiten haben stets die österreichischen Behörden und Unter­nehmungen zu sein.

Zwei neue Verordnungen.

Der Ministerpräsident verlas folgende Verord­nung zur wirtschaftlichen Wiederbelebung Oester­reichs:

§ 1. Arbeitsbeschaffung.

1. Der Reichsminister der Finanzen wird ermäch­tigt, R e i ch s m i 11 e l zur Förderung der nationa­len Arbeit im Lande Oesterreich zur Verfügung zu stellen. Die Mittel werden als Darlehen oder als Zuschüsse gegeben.

2. Es sollen insbesondere die folgenden Ar­beiten im Lande Oesterreich gefördert werden: 1. Der Bau von Reichsautobahnen, 2. der Bau und die Instandsetzung sonstiger Kraft- fahrstraßen, 3. der Ausbau bestehender und der Bau neuer Anlagen zur Ausnutzung der Wasserkraft, 4. der Bergbau und die Erdöl­gewinnung, 5. Arbeiten auf dem Gebiete der Landeskultur (Bodenverbesserungen, Vorflut­regelungen, Drainagen usw.), 6. Arbeiten zur Hebung der landwirtschaftlichen Er­zeugung (Anlage von Futtersilos, Einsäuerungs­behältern, Dungstatten usw.), 7. Errichtung von Molkerei-Anlagen, 8. Instandsetzungen und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen und privaten Baulichkeiten, die Teilung von Wohnungen und der Umbau sonstiger Räume, zu Kleinwohnun­gen.

§ 2. Abschreibungsfreiheit für Gegenstände des betrieblichen Anlagevermögens.

Aufwendungen für die Anschaffung und Ergänzung von Maschinen, Geräten und ähnlichen Gegenständen des gewerblichen und wirtschaftlichen Anlagevermögens können mit Wirkung für die Besteuerung auf eine kürzere Zeit als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt werden, wenn die beiden folgenden Voraussetzungen gegeben sind: 1. Der neue Gegenstand muß im Lande Oe st erreich erzeugt (hergestellt) sein, 2. der Steuerpflichtige muß den neuen Gegenstand nach dem 31. Mörz 1938 und vor dem 1. Jänner 1939 angeschafft oder hergestellt haben.

§ 3. Förderung der Eheschließungen und Ausgleich der Familienlasten.

Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, aus demSondervermögen des Reiches für Ehe­standsdarlehen und Kinder-Beihilfen" Ehestandsdar- leben und Kinderbeihilfen auch den Volksgenossen im Lande Oesterreich zu gewähren.

§ 4. Durchführung.

1. Zur Durchführung des § 1 Abs. 2 trifft der Be­auftragte für den Vierjahresplan im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Finanzen Bestimmungen darüber, welche Arbeiten gefördert werden sollen und in welchem Ausmaße die Förderung geschehen soll. 2. Der Reichsminister der Finanzen erläßt die Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die zur Durch­führung der Paragraphen 2 bis 3 erforderlich sind.

Der Ministerpräsident fährt dann in seiner Rede fort: Sie sehen also, daß das Reich tut, was es tun kann. Jetzt liegt es an euch, anzupacken,in die Hände zu spucken und lpszulegen, damit das Werk gelingt. (Jubelnde Zustimmung.) Hand in Hand hiermit muh selbstverständlich die Besserung der Lebens­bedingungen für den schaffenden Menschen uni)