Ausgabe 
28.3.1938
 
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tat es nicht und muDte nun wissen, daß die Zeit jeder weiteren Erpressung an Deutschland vorbei ist.

Nun aber kam eine große Gefahr, und das war der zweite Grund, warum ich marschieren ließ: Zu lange war Oesterreich unterdrückt, zu lange waren die Menschen mißhandelt worden, als daß sie nicht das Gefühl der Rache erfüllt hätte. Es gibt bei unseren Gegnern Menschen, die so verkommen sind, daß sie für die deutsche Volksgemeinschaft als ver­loren gelten müssen. Es gibt aber anderseits auch viele Verblendete oder Wahnwitzige, die nur mit­gelaufen sind. Ihnen sind vielleicht noch nie die Augen richtig geöffnet worden. Und vor allem: Wer kann die Gewähr dafür bieten, daß, wenn erst ein­mal die Raserei chren Anfang nimmt, dann sich nicht auch die private Leidenschaft auszutoben be­ginnt, daß private Rechnungen beglichen werden unter dem Motto einer politischen Tat? Und vor allem: So wie ich einst meinen größten Stolz dar­einsetzte, die Revolution in Deutschland mit einem Minimum an Opfern durchzuführen, in der lieber» zeugung, daß der nationalsozialistische Staat alle Gute gewinnen wird und vor seinen unver­besserlichen Feinden keine Angst zu haben braucht, so wollte ich auch hier die Wiedervereinigung nicht mit unnötigem Leid beladen und mit unnötigem Blut beflecken. Ich weiß ganz genau, manche hätten das verdient. Sie haben viele unse­rer Volksgenossen, die nichts anderes taten, als ihr Land und ihr großes deutsches Volk über alles zu lieben, zum Tode verurteilt. Sie gaben ihnen nicht einmal ein? ehrenvolle Kugel. Man hat sie gehenkt! (Entrüstete Pfuirufe.) Allein in Wien liegen 13 Opfer, die man an den Strang ge­bracht hat. lieber 400 Ermordete, zweieinhalbtausend Erschossene sind die traurigen Opfer dieser gemein­sten, schlechtesten und schlimmsten Unterdrückuna der neueren Zeit in unserem Volke. Allein, obwohl sie es verdienen, bin ich der Ueberzeugung, daß es rich­tig war, diesem Lande den Bürgerkrieg zu ersparen. Wir haben in der überwältigenden Freude dieser Tage dieRachsuchtvergessen. Ich habe mit vielen Männern und Frauen meiner Heimat gesprochen, die mir sagten:Wir alle hatten irgendjemand, den wir so haßten, daß wir der Ueberzeugung waren: Wenn die Stunde der Be­freiung kommt, da muß dieser Verbrecher beseitigt werden. Und als dann die Stunde kam, waren wir so überwältigt vom Glück, waren wir so trunken von dem Wunder, daß wir das ganz vergessen haben. (Jubelnder Beifall der Massen.) Wir wol­len sie nur nicht mehr sehen! Wir sind ja alle so glücklich, daß wir nun zu Deutschland ge­hören, daß wir in die deutsche Volksgemeinschaft ausgenommen sind und daß unser Land nun ein Teil des Deutschen Reiches, unsere Wehrmacht ein Teil der deutschen Wehrmacht ist. (Erneute stürmische Kundgebungen.) Ich wollte diesem Lande die Schrecken Spaniens ersparen. Und das war der zweite Grund, warum ich marschieren ließ. Und dann ein dritter: I ch mußte helfen. Man hatte mich gerufen. Es wäre nicht zu verantworten ge­wesen vor der deutschen Geschichte, wenn ich nicht den Befehl zum Einmarsch gegeben hätte. Wenn nun gewisse Auslandsblätter schreiben, daß wir mit grausamen Methoden eingefallen seien, dann kann ich nur sagen: Selbst im Sterben können sie das Lügen nicht lassen.

Ich habe im Laufe meines politischen Kampfes von meinem Volke sehr viel Liebe bekommen. Als ich aber in diesen Tagen die ehemalige Reichsgrenze überschritt, da schlug mir ein Strom

von Liebe entgegen, wie ich ihn niemals größer empfunden habe. Richt als Tyrannen sind wir gekommen, sondern als Befreier. Ein ganzes Volk jubelte auf. (Jubelnder Beifall der be­geisterten Massen folgt jedem Satz des Führers.)

Es hat damit zugleich aber auch die Gewalt der Idee belegt und bewiesen. Denn Zweierlei dürfen mir nie vergessen: Erstens: Niemals wäre das ge­schehen ohne die nationalsozialistische Idee. Sie hat diese Menschen erobert und in ihren Bann geschlagen. Sie hat Deutschland groß gemacht und damit diesen Menschen das große Ideal gezeigt, dem sie nun dienen. Ich glaube, die Kraft dieser Idee hat auch unsere Divisionen und Regimenter auf ihrem Einmarsch beflügelt. Sie hat ihnen allen gezeigt, was es heißt, Träger eines großen Bekennt­nisses zu sein. Nicht die brutale Gewalt, sondern unser Hakenkreuz hat hier gesiegt. Als diese Soldaten einzogen, da erlebte ich wieder ein Lied meiner Jugend. Ich habe es so oft gläubigen Herzens einst gesungen, dieses stolze Kampflied: Das Volk steht auf, der Sturm bricht l o s." Und es war in der Tat der Aufstand eines Volkes und das Losbrechen des Sturms.

Unter diesem gewaltigen Eindruck habe ich mich denn auch entschlossen, nicht erst bis zum 10. April zu warten, sondern sofort die Eini­gung herbeizuführen. (Minutenlange begeisterte Zustimmung der Tausende.) Ich konnte das tun, denn ich habe selbst dieses Volk gesehen. Und ich habe es gewagt, weil ich wußte: Ich werde

am 10. April nicht eine Widerlegung meines Glaubens erfahren, sondern im Gegenteil das ganze Volk wird sich zu dieser meiner Tat bekennen. (Erneut tosende Zustimmungs­kundgebung.)

Dor allem aber wollte ich der Umwelt eindeutig zeigen, daß über dieses Problem nicht mehr diskutiert wird. Natürlich, man könnte nun fragen: Warum lassen Sie denn bann noch ab- ftimmen? Warum soll dieses Deutsch-Oesterreich nun überhaupt noch zur Abstimmung gehen? Es ist dies ein Akt, den mir in die deutsche Geschichte einfügen mollen. Das Volk soll bekennen. Ich bin hier ein besserer Demokrat als so viele der Demokraten in unserer Umgebung. Das Volk in Oe st erreich soll die Gelegenheit haben, aufzustehen, und ich will sehen, ob es nicht den Sohn seiner eigenen Heimat und den Führer der deutschen Nation wählt. (Un­beschreibliche Kundgebungen branden dem Führer entgegen.) Und es soll damit zugleich ein Bekennt­nis oblegen für ewig. Denn das schwören wir Na­tionalsozialisten uns heute wie in der Vergangen­heit: Was wir einmal besitzen, geben mir niemals mehr heraus! (Erneute to­sende Kundgebungen.) Wo unser Banner in die Erde gerammt mirb, da steht ein lebender Wall deutscher Menschen bavor.

Warum ich nun aber auch in Deutschland selbst abstimmen laste? Meine Volksgenossen unb -genos- sinnen! Innerhalb meniger Tage ist uns ein Wun- ber gelungen. Es könnte nur zu leicht fein, baß manche Deutsche die Größe und bie Bedeutung dieses Aktes nicht ganz erfassen.

Ls soll dieses Mal eine heilige Wahl sein.

wir haben in wenigen Tagen mehr gewonnen als früher nach siegrei­chen Kriegen helmgebracht werden konnte: 84 000 Quadratkilometer und 6,8 Millionen Menschen. Es ist ein gewaltiger Zuwachs für unser Reich. Deutschland ist heute räumlich größer als 1914. Ls hat um fast sieben Millio­nen Einwohner mehr. Das ist ein gewalti­ger, gewaltiger Erfolg. Das muß Deutschland wissen und empfinden, und daran soll sich die deutsche Ration erinnern. Es soll daher dieses Mal eine heilige Wahl sein. Ganz Deutschland muß antreten und muß sich dazu bekennen! (Brausende Heilrufe

unb tofenbe Begeisterung.)

Es werben baher biesrnal alle unsere Volksgenossen einen Weg zu gehen haben. Er wird klein sein gemessen an bem Weg, den bie nationalsozia- l i st ische Bewegung in ihren Kämpfen zurück- geiegt hat, klein gegenüber bem Weg, ben Hun- berttaufenbe und Millionen SA. -Männer in biefen langen Jahren marschieren mußten, damit Deutschland zu bem würbe, was es heute ist. Er wird klein fein gemessen an bem Weg, den G e - ncrationen deutscher Soldaten gingen, bamit bas Reich entstaub und erhalten blieb. Und er wird kurz sein gegenüber dem Weg, den u n - sere Truppen soeben zurückgelegt haben. Wenn aber deutsche Divisionen jetzt in diesen letzten Tagen Tagesmärsche von 60 Kilometer und mehr leisteten, dann wird jetzt ganz Deutschland zur Wahlurne marschieren und wird sich

bekennen müssen zu seinem Führer und zu seinen Soldaten. (Tosende Kundgebungen unterbrechen im­mer wieder bie Worte des Führers.)

Es soll kein Mann und keine Frau zu Hause bleiben dürfen, sie sollen antrelen, und sie sol­len dann, so wie es ihr Gewissen ihnen vor­schreibt, ihr Votum abgeben. Ich glaube, es kann nicht anders sein, als im Sinne der Er­haltung unseres Volkstums und der Stärkung unseres Reiches. Und vor allem: Ls soll die­ses neue Grohdeutfchland damit seinen ersten Reichstag erhalten.

Das, was sich in diesen letzten Wochen abspielte, ist bas Ergebnis bes Triumphes einer Jbee, eines Triumphes bes Willens, aber auch eines Triumphes ber Beharrlichkeit unb ber Zähigkeit, unb vor allem: Es ist bas Ergebnis des Wunbers bes Glau­bens, benn nur ber Glaube hat diese Berge ver­setzen können. Ich bin einst im Glauben an das deutsche Volk ausgezogen unb habe biefen uner­meßlichen Kampf begonnen. Im Glauben an mich sind erst Tausende und bann Hunberttausende unb enblich Millionen mir gefolgt im Glauben an Deutschland, unb nach biefen haben Millionen unse­rer Volksgenossen in ber neuen Ostmark des- bens unseres Reiches die Fahnen hochgehalten unb sind dem Reich und bem beutschen Volkstum treu­geblieben. Ich habe nun heute ben Glauben z u diesem 1 0. A p r i l, ich bin überzeugt, a n diesem Tage wird zum ersten Male in der Ge­schichte wirklich ganz Deutschland mar­schieren. Sie weiten marschieren, nicht nur in

den Alpentälern von Kärnten und Tirol, Steier­mark ober Bayern, nicht nur an der Donau, son­dern genau so am Rhein unb in ben Marschen von Schleswig-Holstein: sie werben marschieren in ben Großstäbten unb in den Dörfern unb vor allem auch hier in biefer Provinz. (Stürmische mmuten« lange Heil-Rufe.)

Unb ich werde an diesem Tage der Füh­rer der größten Armee der Weltge­schichte sein. Denn, wenn ich an diesem 10. April meinen Stimmzettel in die Urne gebe, dann weiß ich: Hinter mir kommen 50 Mil­lionen nach, und sie alle kennen nur meine Pa­role: Lin Volk und ein Reich Deutschland! Arn Schluß biefer benFroürbigen ersten Wahlkund­gebung bes Führers im größeren Deutschlanb nah­men bie Kunbgebungen der Begeisterung unb bes Jubels unbeschreibliche Ausmaße an. Minutenlang jubelten bie Männer unb Frauen Ostpreußens dem Führer zu, und immer wieder aufs neue brandeten ihm ihre donnernden Heilrufe entgegen, als Ge­löbnis, daß Ostpreußen auch am 10. April wieder seine Pflicht erfüllen wird.

Oesterreichische Kinder kommen.

Berlin, 26. März (DNB.) Schon am Momag, 28. März, fetzt bie Verschickung von erho - lungsbebürftigen österreichischen Kindern nach dem Reich im großen Maßstab ein. Die NSV. will rund 100 000 Jungen und Mädel zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt nach bem alten Reichsgebiet leiten. Der Reichsinnenmimster unb ber Reichsfinanzminister haben eine Verorbnung erlassen, nach ber bie Gewährung von Ehestanbs- barlehen unb Kinberbeihilfen auch auf unsere österreichischen Volksgenossen ausgebehnt werben.

Wetterbericht

Der Wetterablauf geht außerordentlich schnell vor sich. Die Tiefbruckstörung, bie gestern ganz Mittel­europa anhaltenben Landregen brachte, ist bereits weiter nach Osten abgewandert, und an ihrer Rück­seite herrschte am Montag meist aufheiterndes Wetter mit nur geringfügigen örtlichen Nieder­schlägen. Bei der weiterhin sehr lebhaften Nord­westströmung wird sich aber wieder neue Ver­schlechterung einstellen.

Aussichten für Dienstag: Ueberwiegend bewölkt, besonders anfangs noch leichter Regen. Temperatur der Jahreszeit entsprechend, nordwest­liche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Ruhig, jedoch keineswegs beständiges Wetter.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik unb für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. II. 38: 10 788. Druck unb Verlag: Brühlfche Unioerfitätsbrucferel R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Friedrich Rinn, Gastwirt

im 73. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Elisab. Rinn, geb. Jung.

Klein-Linden, Großen-Linden, Nürnberg, 27. März 1938.

Die Beerdigung findet Dienstag, 29. März, nachmittags 3% Uhr statt.

_______________________________________________________________________________________________2021D

Oeffenttiche Mahnung.

Das am 25. d. M. fällig gewesene VI. Ziel Grund- unb Sonbersteuer 1937 einschließlich ber nachträglich veranlagten Posten wirb hierburch zur umgehenben Zahlung gemahnt, anbernfalls ein Säumniszuschlag berechnet unb bie Beitreibung eingeleitet wirb.

Ferner werden bie rückstänbigen Branbversiche- rungsbeittäge 1937 zur alsbalbigen Zahlung ge­mahnt.

Gießen, den 26. März 1938. 20160

________________Stadtkasse Gießen._______________

Bekanntmachung.

Sämtliche Rechnungen, die durch Lieferungen und Arbeitsleistungen im Rechnungsjahr 1937, b. h. in ber Zeit vom 1. April 1937 bis einschließlich 31. März 1938, -entstanben sinb bzw. noch entstehen, fitib so­fort, spätestens jeboch am 2. April 1938, bei ben unterzeichneten Verwaltungen einzureichen.

Bei späterem Eingang ber Rechnungen ist mit einer erheblichen Verzögerung ber Bezahlung ber Rechnungen aus technischen Grünben zu rechnen.

Gießen, ben 26. März 1938. 2017D

Die Verwaltungen

der Aniversitäts-Human-Kliniken und der Veterinär- Kliniken und -Institute der Universität Gießen.

Gießen (Mittelweg 16), den 28. März 1938.

20240

Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen danken wir hiermit recht herzlich.

Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Amalie Geitz.

L

Keine Zeugnisse

In Urschrift lonbern nur Zeugnis­abschriften dem Br- werbungsjchretben bei­legen 1 Lichtbilder unoBewerbungsunter- tgut müssen zur Ver­meidung von Verlusten aus der Rückseite Na­men und Anschrift de»

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Bekanntmachung.

Betr.: Preisbildung: hier: das Verbot von öffentlich meiftbietenben Pachtversteigerungen lanbwirt- fchaftlich, gärtnerisch, fischerei-wirtschaftlich ober weinbaulich genutzter Grundstücke.

Die abschriftlich nachstehende Verfügung des Herrn Reichsstatthalters in Hessen, Landesregierng, Stelle für bie Preisbilbung, vorn 20.1.1938 Nr. VIII 753 bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, ben 21. März 1938.

Der Oberbürgermeister: Ritter.

Die neuerbings zu dem AusfchreibenVIII 14593 vom 10. Juli 1937 eingegangenen Berichte über die Pachtpreisbilbung für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke bei öffentlich ftattfinbenben Versteige­rungen lassen erkennen, baß überall Ansätze vorhan- ben sinb, den Pachtpreisstanb vom 17. Oktober 1936 zu überschreiten. Durch gegenseitiges Höherbieten der Interessenten wirb eine Preisbewegung ausgelöft, bie mit ber Verorbnung über bas Verbot von Preis­erhöhungen vom 26. November 1936 nicht in Ein­klang gebracht werben kann. Da mit solch öffentlich meiftbietenben Derpachtungsverfahren häufig, abge­sehen von ber Feststellung ber Erhöhung bes Pacht­zinses, auch noch unliebsame Auseinanbersetzungen über bie Zuteilung verbunben sinb, ist es aus all­gemein preispolitischen Erwägungen erforberlich, solche Versteigerungen zu untersagen.

Ich ordne daher bis auf weiteres auf Grund der mir durch den Runderlaß Rr. 95/37 des Reichskom- miffars für die Preisbildung vom 22. Wai 1937 er­teilten Ermächtigung mit sofortiger Wirkung an, daß die öffentlich meistbietende Verpachtung land­wirtschaftlich, gärtnerisch, fischereiwirtfchaftlich oder weinbaulich genutzter Grundstücke allgemein zu unter­bleiben hat. 2020C

Das Verbot gilt ohne Rücksicht darauf, ob es sich um einen privaten Verpächter oder um eine Stelle der öffentlichen Hand handelt. Auch sonstige Ver­pachtungsverfahren, die geeignet sind, die vorstehende Anordnung zu umgehen, sind selbstverständlich eben­falls unstatthaft. Die Verpachtung von Grundstücken der erwähnten Art darf daher, unter Ausschluß jeg­licher Möglichkeit zu Preissteigerungen, nur auf solche Weise erfolgen, daß der letzte Pachtzinsstand vom 17. Oktober 1936 eingehalten wird.

Die in Ihrem Dienstbereich sich befindlichen öffent­lichen Stellen, bei denen bisher solche öffentlich meist­bietende Versteigerungen vorkamen, sind von Ihnen gesondert zu unterrichten. Damit auch private Ver­pächter von dem Verbot Kenntnis erhalten, sind die Bürgermeister anzuhalten, eine entsprechende öffent­liche Bekanntmachung bzw. einen Anschlag an der Gemeindetafel zu veranlassen.

Verstöße gegen das Verbot sind nach den §§ 2 unb 4 bes Gesetzes zur Durchführung bes Vierjahres­planes Bestellung eines Reichskommissars für bie Preisbilbung vom 29. Oktober 1936 unb ber dazu ergangenen Durchführungsanweisungen zu ahnben.