Der Führer morgen in Hamburg.
Adolf Hitler hält selbst die Taufrede beim Stapellauf des zweiten KdF.-!lrlauberschiffeS.
hamburg, 28. März. (DJtB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler, der am Dienstag in Hamburg eintrifft, wird durch feine Teilnahme am Stapellauf des zweiten großen KdF.- Urlauberschiffes dieses in das Blickfeld der ganzen Welt richten. Der Stapellauf des KdF.-Riesen wird zu einem erneuten, aller Welt deutlich sichtbaren Bekenntnis des deutschen Volkes zur Friedens- und Aufbauarbeit auf der Basis der Gleichberechtigung der Ehre gestatten. Am Abend des gleichen Tages wird der Führer in der h a n- seaten-halle sprechen. Umfangreiche Vorbereitungen werden getroffen, um dem Führer bei seinem Besuch die ganze Liebe und die aus tiefstem Herzen kommende Dankbarkeit der deutschen Welthafenstadt zu beweisen, durch sein Wirken allein aus einer sterbenden Stadt zu einer Stadt des deutschen Aufstiegs und deutscher Geltung geworden ist. Vom Dammtorbahnhof wird sich der Führer durch die festlich geschmückten Straßen der Hafenstadt zu den Sankt - Pauli - Landungsbrücken und von dort zur Werft der howaldts- Werke begeben, wo er vor vielen Tausenden von Volksgenossen und zahlreichen Ehrengästen den zweiten gewaltigen Reubau der KdF.-Flotle seinem Element übergeben wird. 1 0 0 0 0 deutsche Volksgenossen aus Oe st erreich, die mit KdF. zu diesem Ehrentag der deutschen Arbeit und des deutschen Volkes eingeladen sind, werden Gelegenheit haben, dem Stapellauf beizuwohnen. Der Führer und Reichskanzler wird die Bedeutung dieser weithin leuchtenden Friedenstat dadurch erheben, daß er selb st die Taufrede hält.
Rach dem Stapellauf begibt sich der Führer zum KdF. - Schiff „W i l h e l m G u st - loff“, das er eingehend besichtigen wird, und anschließend in das Rathaus, wo zu seinen Ehren ein Empfang durch die Stadt Hamburg stattfindet. Vom Rathaus fährt der Füh
rer durch die im Festschmuck prangenden Straßen zum Hotel „Atlantik" und von dort am Abend zur hanseaten-halle. wo er vor vielen Zehntausenden das wort ergreifen wird. Schon seht geht die Bevölkerung daran, diese Fahrt des Führers zu einer Triumph- fahrt zu gestalten, in der Liebe, Treue und aller Dank Groß-Hamburgs dem Führer entgegenschlagen wird.
Aeberall ist man dabei, in den Hofenanlagen den Schiffen den schönsten Festschmuck zu verleihen. Alle Schiffe werden über die Toppen geflaggt. Freude herrscht vor allem an der lleberseebrücke. die eine besonders würdige Ausschmückung erfährt, hier wird, das Gesamtbild des Hafens beherrschend, der KDF.-Riese „Wilhelm G u st l o f f" fest- gemacht. Schon von weitem sieht man bei einer Fahrt durch den Hamburger Hafen dann auch den riesigen weißgestrichenen Schiffsleib des neuen Ozeanriesen vom Helgen der Howaldts-Werft herüber leuchten. Auch auf dem Adolf-HUler-plaß vor dem Hamburger Rathaus, auf dem großen, mehr als fünf Kilometer langen Straßenzug, den der Führer auf seiner Fahrt zur Kundgebungshalle durchfahren wird, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die gesamte Bevölkerung, besonders auch in den hauptsächlich von Arbeitern bewöhnten Stadtvierteln um die hanseaten-halle, wetteifert, um ihre Liebe und Verehrung für den Führer in der festlichen Ausschmückung der Straße zum Ausdruck zu bringen.
Die Rede des Führers beim Stapellauf a m Dienstag, 15.05 bis 15.30 Uhr, wird von allen Reichssendern übertragen. Um 14.50 Uhr bringen die Sender einen Bericht vom Eintreffen des Führers an der Taufkanzel und die Begrüßung des Führers durch Gauleiter Kaufmann.
Christen, daß sie wissen, was sie ihrem Volke schuldig sind.
Wien, am 18. März 1938.
A. Hefter, F. V. Th. Kard. 3 n n i h e r, Eb. p a w l i k o w s k a, F. B. S. w a i h, F. Eb. Michael Memelauer 3oh. Maria Gföllner.
Mit Freude und aufrichtiger Genugtuung nimmt das ganze deutsche Volk von dieser Erklärung Kenntnis. Sie ist geeignet, einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Sie beweist, daß in dieser für das ganze deutsche Volk und seine Zukunst so ereignisreichen Zeit auch die katholische Kirche dey Weg zum neuen Staat finden will.
Der Nationalsozialismus, der das unverrückbare Ziel der Vereinigung aller Deutschen verfolgt, wird glücklich sein, auch auf diesem Gebiet den hader und damit die Zerrissenheit unseres Volkes beenden zu können. So wird vielleicht zum ersten Mal in unserer Geschichte am 10. April 1938 die ganze deutsche Volksgemeinschaft, ohne Rücksicht auf Stämme, Länder, Klassen und Konfessionen geschlossen zur Wahlurne treten und vorbehaltlos ihr Ja aussprechen.
Äon allen Kanzeln verlesen.
Wien, 27. März. (DNB.) Die feierliche Er- klärung der österreichischen Bischöfe zur Volksabstimmung am 10. April ist heute im gesamten bisherigen österreichischen Staatsgebiet von allen Kanzeln zur Verlesung gebracht worden.
Vorübergehend Doppelwährung in Oesterreich.
® i e n , 26. März. (DNB.) Am Montag. 28. März, stellen sich die Geldinstitute in Oesterreich vorübergehend auf eine Doppelwährung um, da der Schilling von der Mark abgelöst wird. Wie bei den Banken und Sparkassen werden auch im Einzelhandel, in den Gaststätten und bei allen Verkehrsmitteln die deutschen Geldsorten neben den österreichischen in Zahlung genommen. Der Umrechnungskurs beträgt, wie bekannt, 1 RM. = 1,50 Schilling. Damit die Umrechnung keine Schwierigkeiten bereitet, wurde gedruckte Tabellen mit einer Gegenüberstellung der beiden Währungen ausgegeben.
Nie Besprechungen in Rom.
Rom, 27. März. (DNB.) Am Sonntagmittag fand zwischen dem italienischen Außenminister und dem englischen Botschafter eine Unterredung statt, die über % Stunden dauerte und am nächsten Donnerstag fortgesetzt werden soll. Dazu wird von der offiziellen ,Znformazione Diplomatien" erklärt: Viele Punkte der Rede Chamberlains haben die besondere Aufmerksamkeit Italiens auf sich gezogen, vor allem die Kritik am Genfer Bund, die Ablehnung der sowjetrussischen Initiative und die Stellungnahme zur Tschechoslowakei. Was die englisch-italienischen Beziehungen und die im Gang befindlichen Verhandlungen betrifft, neigt man dazu, den Optimismus des englischen Ministers zu teilen, dessen Erklärungen über Italien nach Form und Inhalt mit Sympathie gewürdigt werden.
Was die italienischen Freiwilligen in Spanien anlangt, so ist bekannt, daß Italien seine Verpflichtung zu ihrer Zurückziehung ein - halten wird, wenn die Franzosen und Sowjetrussen bereit sein werden, das aleiche zu tun und den englischen Plan in allen seinen Teilen zur Anwendung brinaen Anderseits weiß man sowohl in Paris wie in London sehr gut, daß, da seit vielen Monaten keine Ersatztruppen mehr gbgeschickt worden sind, die italienischen Freiwilligen m Spanien sehr zurück- gegangen sind. Während von italienischer Seite so bestimmt und loyal als nur möglich die in London übernommene Verpflichtung erfüllt wird, beob-
Admiral Scheer und sein 1. Offizier.
Von Korvettenkapitän a. O.
G. G. Frhr. v. Forstner
Als Admiral Scheer, der Sieger vor dem Skagerrak, einige Jahre vor dem Krieg Kommandant des Linienschiffes „Elsaß" war, stand ihm als 1. Offizier Korvetten-Kapitän Sch. zur Seite. Dieser war mit Leib und Seele Pommer, er führte deshalb auch den Spitznamen „Der gute Pommer". Für jeden seiner engeren Landsleute hatte er ein besonders warmes Herz. Gleich hatten diese eine „dicke Nummer" bei ihm.
Wie in der ganzen Flotte anerkannt wurde, herrschte auf „Elsaß" unter dem Kommando von Kapitän z. S. Scheer ein besonders gutes Kameradschafts- und Vertrauensverhältnis, nicht nur innerhalb des Offizierskorps, sondern auch zwischen Offizieren und Mannschaften. Oefter als andere Kommandanten weilte er auch in der Messe im Kreise seiner Offiziere.
Kommandant und 1. Offizier verstanden es, in der Besatzung einen rechten Bordgemeinschaftsgeist aufrecht zu erhalten. Sie erlebten so die große Freude, kaum Bestrafungen aussprechen zu müssen. Trotzdem war aber auch einmal auf dem Musterschiff „Elsaß" als Ausnahme von der Regel ein „schwerer Fall" vorgekommen.
Sehr zum Aerger des 1. Offiziers, der so etwas keinem Mann seiner Besatzung zugetraut hätte, war eine scharfe Meldung über das ungehörige Benehmen eines Matrosen an Land eingelaufen.
Bleich und verstört stand dieser darauf, noch unter den Nachwehen seiner nächtlichen Sonderunternehmungen an Land, gänzlich geknickt vor seinem gestrengen 1. Offizier zwecks Aburteilung beim „Rapport", dem an Bord üblichen Strafgericht. Mit schon gezucktem Bleistift zwecks Niederschrift des zu erwartenden Strafmaßes in fein Notizbuch stand neben beiden der Wachtmeister mit böser und finsterer Miene. — Wachtmeister sehen an Bord immer böse aus, jedenfalls beim Rapport, das bringt einfach ihr Beruf so mit sich. Sonst gab es aber auch herzensgute und frohe Leute unter ihnen.
Emst las der 1. Offizier dem Delinquenten seine in der Meldung aufgeführten Straftaten vor. Es wimmelte darin durcheinander von „Trunkenheit außer Dienst, Randalieren auf der Straße, Belästigung von Passanten, nächtlicher Ruhestörung, Wider
achten die verantwortlichen italienischen Kreise mit der größten Aufmerksamkeit die Kampagne der französischen Linksparteien für eine Intervention in Spanien, eine Intervention, die unvorhersehbare und bestimmt ernste Fölgen haben würde."
Ner Vormarsch aus Lerida.
Der Anteil der italienischen Freiwilligen an der Offensive.
S a r a g o s s a , 28. März. (DNB.) An allen Abschnitten der Aragonfront setzten die nationalen Truppen am Sonntag ihren Siegeszug unaufhaltsam fort. Die größte Bedeutung kommt zur Zeit den Operationen der von General Pague befehligten Truppen zu, die an der Straße Saragossa— Lerida auf Lerida zu marschieren. Sie erreichten den in nordsüdlicher Richtung liegenden Cinca - Fluß, auf dessen westlichen Ufer sich die befestigten Stellungen Kataloniens entlangziehen. Die am Cinca-Fluß liegende Stadt Fraga, kurz vor der katalanischen Grenze, befindet sich bereits in Reichweite des nationalen Feuers. Die vordersten nationalen Linien sind nur noch 30 Kilometer von der Hauptstadt der katalanischen Provinz Lerida entfernt. Der Gegner ist in völliger Auflösung begriffen und beschränkt sich nur darauf, seinen Rückzug zu decken.
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In einer amtlichen italienischen Meldung über die Teilnahme der italienischen Legionäre an der seit dem 9. März .im Gange befindlichen Offensive an der Aragonfront werden die italienischen Verluste mit insgesamt 282 Toten angegeben. Das stand gegen die Staatsgewalt und schwerer Beleidigung des einspringenden Polizisten Nr. 3784, sowie militärischen Vergehens gegen eine Patrouille des 1. Seebataillons".
Der arme Matrose war vollkommen zusammengebrochen, aber geständig und reumütig. Treuherzig gab er nach Verlesen seines Sündenregisters nur zurück: „Wenn das da alles so schriftlich stehen tut, dann muß das ja wohl stimmen, aber ich weiß von rein garnichts nid), Herr Kapitän. Ich habe mit meiner Braut Geburtstag gefeiert, und da is noch mein Schwager mit bei zu gekommen, sonst hätt' so was alles gar nicht passieren gekonnt." —
Dann aber Hub der 1. Ossazier an: „Sie sind ja ein ganz unglaublicher Kerl! Sie unterstehen sich hier, bloß weil Ihre Braut Geburtstag gehabt hat, sich so unerhört zu benehmen und unser ganzes Schiff vor aller Welt so zu blamieren? — Da reicht ja meine Strafgewalt bei weitem nicht aus. Ick) werde Ihre Bestrafung dem Kommandanten überlassen müssen, der Sie wohl vor das verdiente Kriegsgericht bringen wird! — Was find Sie Lümmel überhaupt für ein Landsmann?" —
Nun fiel dem armen Matröslein das Herz aber vollkomen in die Hosen. So wütend und erregt hatte er seinen, auch von ihm so hoch verehrten 1. Offizier ja noch niemals gesehen. — Verflucht und zugenäht! Weshalb muhte auch ausgerechnet sein Schwager noch zu der Geburtstagsfeier hinzukom- men? — Nun schien es mit der goldenen Freiheit für lange, lange Zeit aus zu sein! Einige Jahre hinter den kalten Mauern des Festungsgefängnisses in Köln erschienen wohl das wenigste, was das Kriegsgericht ihm als Sühne zudiktieren würde. — Das wußte er ja, da gab es kein Erbarmen! Tränen der Reue standen ihm in den Augen. — Dann aber riß er sich zusammen, soweit er es irgend konnte, und stieß abgerissen aus gepreßter Brust die Worte hervor:
,Lch — bin — ein — Pommer —, Herr Kapitän!" —
Nun aber mußte der 1. Offizier schwer mit sich ringen, bis er nach kurzer Ueberlegung unter plötzlichem Wandel seiner strengen Miene in die Worte ausbrach: „Was — Sie Kerl sind ein Pommer? — Na, wissen Sie, die Pommern sind doch sonst eigentlich immer anständige Leute, — da ist Ihnen wohl nur eine kleine Entgleisung passiert! — Da werde ich dann noch einmal Gnade vor Recht ergehen lassen! — Eine Stunde mit der Hängematte an Deck stehen! — Daß mir so etwas aber nicht wieder vorkommt!"
Glückstrahlend konnte der pvmmersche Landsmann des 1. Offiziers, nun bloß die Worte aus-
italienifche Freiwilligenkorps, das die spanische Kolonne des Generals Arada zur Rechten und die des Generals Pague zur Linken hatte, ist trotz des verzweifelten Widerstandes der Roten, die ihm ihre besten Kräfte, darunter die Brigaden Lister und Campesino, entgegenstellten, und trotz der großen Geländeschwierigkeiten seit Beginn der Offensive übe'r 100 Kilometer vorgerückt. Nach der Einnahme von Alcaniz haben die italienischen Freiwilligenoerbände nach Überschreitung des Gnade- lupe die wichtige Straßenkreuzung von Valdeol- gorfa besetzt und damit die Verbindungen des Feindes mit Madrid und dem Meer abgeschnitten.
Kleine politische Nachrichten.
Im Rahmen des Wahlkampfes im Gau Hessen-Nassau wurden am Samstag und Sonntag in vierKreisen des Gaues 4 4 5 Versammlungen durchgeführt. Die Kundgebungen wiesen in allen Orten einen noch nie bagemefenen Massenbesuch auf und wurden zu einem einzigen Bekenntnis der ganzen Bevölkerung zum Führer Adolf Hitler.
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Der Führer und Reichskanzler empfing den zur Zeit in Berlin weilenden Oberbefehlshaber des finnischen Heeres, General Defterman, der von dem finnischen Gesandten in Berlin, W u - orimaa, eingeführt wurde.
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Der Reichs- und Preußische Minister des Inneren, Dr. Frick, hat angeordnet, daß zur Vorbereitung und Durchführung der am 10. 4. 1938 stattfindenden Volksabstimmung und Reichstagswahl den Behördenangehörigen, soweit die dienstlichen Verhältnisse es zulassen, auf Antrag einer
stoßen: „Nein, Herr Kapitän, da werd' ich nun schon für sorgen!"--
Im Frühjahr stand die Hauptgefechtsbesichtigung heran. Auf mehreren schon besichtigten Schiffen hatte der Flottenchef den Kommandanten ausfallen lassen, für den der 1. Offizier einspringen mußte. Dieser hatte"seinen Gefechtsstand in der direkt unter dem Kommandoturm, unterhalb des Panzerturms, gelegenen Kommando-Zentrale. Ein bei Besichtigungen eingelegter Ausfall wurde dem betreffenden Offizier nur durch einen Zettel mitgeteilt, worauf dieser zum Zeichen seines Nichtmehrvorhandenseins die Mütze mit dem Eichenlaub nach achtern (hinten) aufsetzen mußte. — Manchem stand das ganz gut.
Der Flottenchef hatte nun auf verschiedenen Schiffen scharf gerügt, daß der Ausfall des Kommandanten laut von Mund zu Mund nach unten gerufen worden war, da hierdurch die Besatzung im Gefecht unnötig beunruhigt würde. Die lieber» miftlung der Meldung von dem Ausfall des Kommandanten an den 1. Offizier hätte so leise wie möglich zu geschehen.
Korvetten-Kapitän Sch. rechnete damit, daß auch er in der Schiffsführung überprüft werden sollte, doch wußte er gleich Rat, im Sinne geräuschloser Besehlsübermittlung. Bei der letzten Musterung auf Gefechtsstationen ging er zum Kommandoturm und hielt an das dort versammelte Kriegsvolk folgende Ansprache: „Alles herhören! Wenn nachher der Kommandant ausfällt, dann hat kein Mensch hier das Maul aufzumachen. Herr Oberleutnant v. M., id) gebe Ihnen hier zwei Kartoffeln. Wenn der Kommandant ausfällt, werfen Sie diese durch das Schallrohr zur Zentrale runter. Ich stehe die ganze Zeit mit dem Ohr an der Hörmuschel. Sobald die Kartoffeln mir an die Backe fliegen, komme ich nach oben. Da ist gar fein Geschrei Dabei nötig."
Hiermit gab er dem zunächst etwas verdutzt dreinschauenden Adjutanten, Oberleutnant z. S. v. M., zwei wunderschöne Kartoffeln echt „pom- mersche Auslese".
Es kam wie vermutet. — Der Kommandant fiel aus. — Beide Kartoffeln taten ihren Schuldigkeit. Ohne daß ein Laut vernommen wurde, erschien der 1. Offizier im Kommandoturm und übernahm die Schiffsführung in aller Ruhe. — Dann erst in einer Gefechtspause trat er vor Kapitän z. S. Scheer hin, nahm die Mütze zum stillen Gebet ab, um das Kriegsmäßige zu markieren, und sprach dann die Worte aus: „Unser armer Kommandant, er war ein so guter Mann!"
Bei der Krittk lobte der Flottenchef den vorbildlichen, lauttosen Ersatz des Kommandanten. Dann wurde der 1. Offizier gefragt, wie er den Ausfall
Parteidienststelle Dienstbefreiung oder Ur. la ub unter Fortzahlung der Bezüge und ohne An- rechnung auf den Erholungsurlaub erteilt werden kann.
Kunst und Wissenschaft.
Veelhoven-preis für Felix Woyrsch.
Der Herr Reichs- und Preußische Erziehungsmini, [ter hat den Staatlichen Beethoven- Preis für 19:38 dem Komponisten Felix Woyrsch in Hamburg-Altona zuerkannt. Die Verleihung erfolgte im Bibliotheksaal der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Der'heute 78jährige Komponist ist Sudetendeutscher; er hat sich als städtischer Musikdirektor von Altona gerne Verdienste um das Musikleben der Stadt erworben. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt die verschiedensten Gebiete. Neben der Oper „Der Weiberkrieg" schrieb Woyrsch geistliche Oratorien, Kantaten, symphonische, Kammermusik- und Klabierwerke, Motetten und Lieder.
Der Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt f.
Der Nestor der deutschen Kunsthistoriker, Professor Dr. Cornelius Gurlitt, ist im 89. Lebensjahr in Berlin g e st o r b e n. Als Sohn des Malers Louis Gurlitt am 1. Januar 1850 in Nifchwitz bei Wurzen geboren, wirkte Gurlitt 1879 bis 1888 am Dresdener Kunstgewerbemuseum und 1803 bis 1920 als Professor an der Technischen Hochschule in Dresden. Von seinen zahlreichen Schriften seien die Arbeit zur sächsischen Kunstgeschichte, über die Geschichte des Barock und des Rokoko, über Andreas Schlüter, über die Baukunst Spaniens und Frankreichs, über die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts und über August den Starken genannt. Auf den Gebieten der Denkmalpflege und des Städtebaues hat sich Gurlitt große Verdienste erworben. Die Standesinteressen der deutschen Architekten suchte er im „Bund Deutscher Architekten" zu fären und zu wahren.
Der Führer t
beglückwünscht einen verdienten Bakteriologen.
Der Führer und Reichskanzler hat dem durch seine bakteriologischen Forschungen, insbesondere durch die Entdeckung des Jnfluenzabazillus, um die Volksgesungheit hochverdienten Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Richard Pfeiffer, Breslau, aus Anlaß der Vollendung des 8 0. Lebensjahres feinen herzlichen Gluckwunsch übermittelt.
Aus aller Welt.
Mit 90 Iahren noch hinter der Theke.
Im Ostseebad Kolberg feierte kürzlich die Wirtin des „Goldenen Ankers", Frau Mathilde Bahr- ihren 9 0. Geburtstag. „Mutter Bahr" ist ftol£ darauf, seit 64 Jahren Gastwirtin zu sein; sie führt selbständig den Betrieb ihres verstorbenen Mannes. Rüstig steht sie noch heute hinter der Theke und schenkt ihren Gästen Kümmel und Korn ein, ohne mit der Hand zu zittern.
Orkan über dem Kaspischen Meer und den Raphthafeldern Bakus.
Die Halbinsel Apscheron im Kaspischen Meer" wurde von einem Orkan heimgesucht, der großen Schaden anrid)tete. Besonders schwer betroffen wurden die Naphthafelder in der Umgebung von Baku. Im Naphtha-Jndustriewerk „Molotownesl" hat der Orkan viele Bohrtürme umgelegt und 64 Bohrlöcher verschüttete, lieber dem offenen Meer erreichte der Sturm Windstärke 12, so daß die Schifffahrt eingestellt werden mußte. Ein Dampfer funkte, daß er Ruderbruch erlitten habe und steuerlos treibe.
3ns Meer gestürzt und ertrunken.
Von der Storströmsbro, der im vorigen Jahr dem Verkehr übergebenen Brücke zwischen den dänischen Inseln Seeland und Falster, stürzte ein Malergehilfe ins Meer. Anscheinend ist er auf dem unter der Brücke zwanzig Meter über dem Wasser angebrachten Gerüst, auf dem die Anstreicher arbeiteten, au5geglitten. Er war nach dem Sturz noch imstande^ sich fünf Minuten lang über Wasser zu halten, sank bann aber unter. Die Arbeitskameraden sahen ihn ertrinken, ohne helfen zu können. Ein ausgeworfener Rettungsgürtel war abgetrieben worden, und ein Boot befand sich nicht in der Nähe. Bereits vor einiger Zeit war ein Maler bei der Arbeit von der Brücke ins Meer gestürzt.
überhaupt gemerkt hätte. Dieser meldete hierauf nur kurz zurück: „Plötzlich hörte ich im Laufe des Gefechts nicht mehr die gewohnte Stimme meines Kommandanten. Ich ahnte Unheil, eilte nach oben, sah den Kommandanten in feinem Blute schwimmen und übernahm die Schiffsführung." —
Kein Wunder, daß von nun an auf allen Linienschiffen bei Gefechtsbesichtigungen Kartoffeln in den Kommantotürmen lagerten.
Zeitschriften.
— „Die Kun st", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag Fr. Bruckmann, München), bringt in dem Märzheft die farbige Wiedergabe eines Wandteppichs „Lübecker Bucht" von Alfred Mahlau, eine besonders glückliche Verbindung von Künstlerischem und Handwerklichem. Der Werkstoff ist handgesponnene Wolle. Zur Ausstellung „Architektur und Kunschandwerk" imHauS der Deutschen Kunst schreibt Ulrich Christosfel über das Bauen im Dritten Reich. Aus dem Buch von Richard Seewald „Zu den Grenzen des Abendlandes" bringt das Heft mit Proben einiger interessanter Arbeiten Seewalds ein Kapitel „Wallfahrt zum Tempel der Aphaia". Die Stifter-Gesellschaft hat in der Wiener Albertina eine Ausstellung von Delgemälben, Aquarellen und Handzeichnungen Stifters veranstaltet. Es werden einige Stücke aus dieser Ausstellung gezeigt, die Bewunderung für das bildkünstlerische Schaffen des Meisters erregen. Im zweiten Teil tritt Professor Dr. Klopfer nachdrücklich dafür ein, bei der Ausgestaltung des Eigenheimes die individuelle Qualitätsarbeit zu bevorzugen. Welche Wirkungen damit zu erzielen sind, zeigen die Entwürfe künstlerisch ausgestatteter Wohnräume von Professor Schneck, (Stuttgart. Neben Landhäusern von Architekt Glantz, Berlin, werden Musterbauien der Hitler-Jugend gebracht, zu deren Gestaltung die besten Kräfte eingesetzt wurden.
Hochsckulnachrichten.
Der Oberarzt an der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik der Universität Marburg, Profesior Dr. Hellmuth Loebell, hat einem Ruf an die Universität Münster Folge geleistet. Professor Loebell nimmt am 1. April die durch das Ausscheiden von Professor Herzog frei gewordene planmäßige Professur für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an her Universität Münster ein und wurde zugleich zunr Direktor der dortigen Ohrenklmik ernannt.


