Frieden oder d i e zwischen st aatllchen Beziehungen Oesterreichs zu einem anderen Staat ernstlich gefährdet, wird unbeschadet einer strafgerichtlichen Ahndung von der Bezirksoerwaltungsbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 2000 Schilling oder ArreftbiszudreiMo- » a t e n bestraft. Bei wiederholten Verstößen gegen diese Bestimmungen kann die Bewilligung zur Herausgabe der Zeitung für eine bestimmte Zeit oder für dauernd entzogen werden.
personalveränderungen
in der Vaterländischen Front.
Wien, 27. Februar. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat Personaloeränderungen in der Vaterländischen Front angeordnet, die mit der notwendigen Konzentration aller Patrioten begründet wird. Der Landesleiter der Vaterländischen Front in Steiermark, Dr. G o r b a ch , ist in das Amt des Frontführers berufen worden. Seine Stelle hat der Generalsekretär der Vaterländischen Front, Z e r - natto, selbst übernommen und mit ihrer Leitung den Generalsekretärstellvertreter der Vaterländischen Front, Jng. D w o r s ch a k, betraut, der bereits nach Graz abgereist ist. Die Landeshauptleiter von Niederösterreich Dr. Reicher, von Salzburg Dr. R e h r l und von Tirol Dr. Schumacher sind zu den Landesführungen der betreffenden Gebietsorganisationen der Vaterländischen Front berufen worden. Dr. I u r y ist zum Stellvertreter des hauptpolitischen Referenten bei der Frontführung ernannt worden. VolkspoNti- scher Referent beim Amt der Frontführung ist Innenminister Dr. Seyß-Jnquart. Dr. Jury entstammt dem nationalen Lager und gehörte dem Siebenter Ausschuß für nationale Befriedung an.
Hochschulen und höhere Schulen in Graz geschloffen.
Dien. 27. Febr. (D71B.) Nachdem am Freitag die Grazer Hochschulen gesperrt worden sind, wurde jetzt die gleiche Maßnahme auch für alle höheren Schulen getroffen, wie lange die Sperre dauern wird, ist nicht bekannt.
Ausländische Hetzer entlarvt.
Gefälschte Dokumente als „Grundlage" für dreiste Anschuldigungen der AO.
Luxemburg, 26. Febr. (DNB.) Vor dem Polizeigericht in Luxemburg wird ein Prozeß verhandelt, der einen aufschlußreichen Einblick in Praktiken der internationalen Brunnenvergifter gestattet, die durch ihre schamlose Hetze gegen das neue Deutschland immer wieder eine wirkliche Befriedung der Welt verhindern. Angeklagt sind ein gewisser, mehrfach vorbestrafter Rasselet und ein Journalist Mailing, die mit Hilfe gefälschter Dokumente die unglaublichsten Verleumdungen gegen die AO. der NSDAP, verbreitet haben.
Die luxemburgische Monatsschrift „Die neue Zeit" hatte im Sommer vorigen Jahres auf Grund angeblich echter Urkunden behauptet, die AO. in Luxemburg sei eine Spionage - und Best e ch u n g s z e n t r a l e, die „ungeheure Summen" an die „Faschisten" Luxemburgs, Belgiens, Frankreichs und Englands zahle (!). Vor allem habe auch der Führer der Rexiften, De grelle, großen Summen erhalten. Die deutsche 'Gesandtschaft hatte sich sofort gegen diese unverantwortliche Hetze verwahrt, und die in den Sudeleien mit voller Namensnennung angegriffenen Personen hatten Verleumdungsklage eingereicht, der sich der Staatsanwalt auf Veranlassung der luxemburgischen Regierung angeschlossen hatte.
Die Ermittlungen des Staatsanwaltes ergaben, daß die angeblichen „Urkunden" sämtlich gefälscht waren, und zwar durch Rasselet, der sein Verbrechen auch bereits eingestanden hat. Dabei konnte festgestellt werden, daß Rasselet den alten Stempel eines Sportvereins in einen Stempel der AO. umgefälscht hatte. Der Journalist Molling mußte zugeben, daß er von der Fälschung der Dokumente gewußt hat. Der Staatsanwalt, der betonte, daß die Angeklagten offensichtlich böswillig gehandelt haben, hat gegen beide Fälscher Gefängnis beantragt. Das Urteil steht noch aus.
„Am Scheidewege."
England mutz die wahre Lage erkennen.
London, 28. Febr. (DNB.) Im Observer schreibt Garvin: „Welcher Weg führt zum Frieden?" Die mit dem Rücktritt Edens aufgeworfenen Fragen umfaßten den ganzen Komplex der Weltpolitik und alle Realitäten einer Wahl zwischen Frieden und Krieg. Man könne nur hoffen, daß Besprechungen mit Deutschland den englisch-italienischen Besprechungen parallel liefen. Die Tat Chamberlains beruhe nicht auf Schwäche, sondern auf Mut und zeichne sich durch Entschlußkraft aus. Man stehe aber wieder einmal an einem Scheidewege. Niemals sei der Weg, der zum Frieden und der, der zum Kriege führe, klarer vorgezeichnet gewesen. Ein Erfolg der Opposition in dieser Frage würde sicher und schnell zum Kriege führen. Eden habe zugegeben, daß der Frieden nur auf der Grundlage eines Kompromisses zwischen demokratischen und autoritären Staaten Zustandekommen könne. Mussolini habe den ernsten Wunsch geäußert, mit der britischen Regierung in eine Besprechung aller Streitfragen einzutreten. Er habe nicht versucht, der britischen Regierung die Hände zu binden, und das Kabinett sei ebenso wenig wie vorher gezwungen gewesen, irgendwelche Vorschläge anzunehmen. Wenn Mussolini dabei darauf verwiesen habe, daß es die letzte Möglichkeit zu Besprechungen sein könnte, habe er die wahre Sachlage in Europa beleuchtet. Nur eine tiefwurzelnde Feindschaft könne daraus eine Drohung an die britische Regierung oder ein Eingeständnis eigener Schwäche herauslesen. Das in einer derartigen Unterstellung liegende doppelte Uebel zeige, wie aufgewühlte Leidenschaften weiter vergiften und wie Kriege gemacht würden. Beim gegenwärtigen Stand der Dinge bedeute ein Verharren beim Prinzip die Zer- störung der diplomatischen Beziehungen zwischen Demokratien und autoritären Staaten.
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Die englische Links Opposition hat ihre Ankündigung wahr gemacht und entfacht gegen die Regierung Chamberlains eine große Demon- strationskampagne. Während des Wochenendes find etwa 100 „P r o t e ft v e r s a m m - l u n g e n" organisiert worden. Ueberall griffen
Frankreichs Außenpolitik bleibt im alten Gleis.
Berftändigunesversuche mit den autoritären Staaten, aber Festhalten an Moskau und Genf.
Paris, 26 Febr. (DNB.) Außenminister D e l - b o s erklärte vor der Kammer, in der gegenwärtigen Lage Europas fei es die erste Pflicht Frankreichs, „seine materiellen und moralischen Kräfte auf ein Höchstmaß zu entwickeln". In diesem Sinne habe die Regierung eine neue Anstrengung für die Landesverteidigung beschlossen. Die letzten Ereignisse seien schwerwiegend, aber Frankreich sei nicht isoliert, „noch sei die Genfer Liga unwiderruflich zur Schwäche verurteilt". Der Krieg sei keineswegs unvermeidlich. Einige schlügen eine Politik der Zurückhaltung und der Beschränkung auf den Westen vor. Das hieße vergessen, daß Frankreich, außer seinem materiellen Vermögen auch ein moralisches zu verteidigen habe. Frankreich wolle nicht der Gendarm der Welt sein. Warum sollte man Unterstützungen ankündigen, die Frankreich nicht gewähren könne? Die Frage der Beziehungen zu Italien sei mit den englischen Ministern ausführlich behandelt worden. Es fei wünschenswert, daß den Streitigkeiten in Spanien ein Ende gesetzt werde. Wenn die Entsendung von Menschen und Waffen eingestellt würde, würde eine allgemeine Liquidation möglich werden, in die die abessinische Angelegenheit eingeschlossen werden könnte und die von Genf gebilligt werden würde. Nachdem Delbos sodann sein Vertrauen in die Solidarität zwischen England und Frankreich bekundet hatte, erinnerte er an die Freundschaft Frankreichs zu Polen und der Kleinen Entente. Weiter erklärte Delbos, er vertraue ayf die „Friedfertigkeit" des französisch - sowj etrussifchen Paktes. Die Regierung sei entschloßen, ihn loyal anzuwenden. Die Regierung werde nach wie vor die Genfer Liga verteidigen, deren Schwäche man, Rechnung tragen müsse. Einige Großmächte seien gegen Genf. Die französische Regierung schließe daraus nicht, daß eine Verständigung mit diesen Staaten unmöglich sei, aber eine Verständigung setze einen gemeinsamen Willen voraus, Europa vor dem Zusammenbruch zu retten, von dem es bedroht sei. Wenn Europa nicht untergehen wolle, müsse es aufhören, sich zu zerreißen. Delbos ging dann auf die Donaufrage ein und bekräftigte aufs Neue die Freundschaft Frankreichs zur Tschechoslowakei. Er erklärte, daß die Verpflichtung Frankreichs gegenüber der Tschechoslowakei gegebenenfalls treu ein- gehalten werden würde. Die Bestrebungen der Negierung würden darauf gerichtet sein, loyal Möglichkeiten der Entspannung zu suchen. Sie habe jedoch den Willen, um dieser Entspannung willen nichts preiszugeben.
Der Abgeordnete M o n t i g n y (Linksdemokrat und Unabhängiger Radikaler) erklärte, er habe eine undankbare Rolle zu erfüllen mit der Feststellung, daß Frankreich nicht mehr die Politik seiner Vorliebe spielen könne, sondern die der Notwendigkeit und seiner Möglichkeiten führen müsse. Große Worte seien das schlimmste. Wirtschaftliche Sühnemaßnahmen? Das abessinische Abenteuer habe ihre Nutzlosigkeit erwiesen. Eine
Mobilisierung? Die Zeit des Rheinlands und des Brenners sei vorüber. Es sei für Frankreich heute unmöglich, über Belgien zu marschieren. Weiter sei die deutsche Industrie stärker als die französische, und der Erzeugungsrhythmus in Deutschland sei schneller als in Frankreich, das sich gegenwärtig in voller Krise befinde. Unter diesen Umständen müsse man bj e Außenpolitik den militärischen Möglichkeiten analeichen. Der Ab- aeordnete machte dann den Vorschlag einer Abstimmung, in Oesterreich, die von Neutralen kontrolliert werden könne und stellte die Frage, ob die Regierung überhaupt die Möglichkeit habe, eine Politik der „Würde" zu führen. Was bedeute die Forderung der Kommunisten, daß die Regierung das Recht in Spanien wiederher st eilen müßte? Entsendung von Kriegsmaterial würde ein Vorwand für andere Länder sein, das gleiche zu tun. Seien die Vorräte Frankreichs an Kriegsmaterial so groß, daß eine Abgabe an Spanien durchgeführt 'werden könnte?
Der ehemalige TNinisterpräsident Flandin übte scharfe Kritik an der Außenpolitik der Volksfront, die sich auf wertlose Garantien der Genfer Liga stütze. Das System der „kollektiven Sicherheit" platze überall. Der Genfer Verein habe so oft versagt, daß man sich nicht auf ihn stützen könne. Flandin trat für Verhandlungen mit Italien und Deutschland ein. Diejenigen, die von Unter- Handlungen mit Deutschland abrieten, hätten die Jugend beider Länder nicht befragt. Der weitaus überwiegende Teil der Jugend sei für eine Verständigung. Auf neue Ereignisse könne man eben nicht mit alten Formeln antworten, wenn die Regierung eine Entscheidung noch länger hinaus- schiebe, könnte es zu spät sein.
Ministerpräsident Chautemps
erklärte, es sei ungerecht, Frankreich für Schwierigkeiten verantwortlich machen zu wollen, die es nicht verschuldet habe. Es sei notwendig, unter den Franzosen eine Einigung über klare Auffassungen herbeizuführen, die man sich dann aber auch zu verteidigen entschließe. Die Regierung lehne schon jetzt gewisse Forderungen ab, wie beispielsweise den Verzicht auf die kollektive Sicherheit, der zur Folge haben würbe, daß die kleinen Staaten den Großmächten ausgeliefert würden. Was die Verständigung mit den totalitären Staaten angehe, so erlaube es weder die Sorge um die französische Sicherheit, noch diejenige um die Würde Frankreichs, eine Derzichtspolitik zu betreiben. Mit deutlicher Anspielung auf die kommunistischen Forderungen erklärte Chautemps dann, daß die Regierung andererseits aber auch eine sogenannte Aktivierungspolitik ablehne, da sie für den Frieden gefährlich sei. Der französisch-fowjetrus- fische Pakt fei für Frankreich kein ideologisches Abkommen. Er stehe allen offen und
bedrohe niemanden. Er sei ein Friedens- und fein Kriegsinstrument. Man müsse sich daher davor hüten, den Zweck dieses Paktes zu ändern, um nicht bei den Nachbarn Frankreichs gewisse Besorgnisse auszulösen. Das Ziel Frankreichs fei nicht zwel sich gegenüb er stehende Blocks, sondern Sammlung aller friedliebenden Nationen, um den Krieg zu'verhindern. Er glaube, tzaß Frankreich, ohne die Freundschaft zu England, die die Grundlage der französischen Politik darstelle, irgendwie zu trüben, seiye überlieferungsmäßige Politik fortsetzen könne. Die Genfer Liga sei die beste Garantie des Friedens und der Zivilisation. Frankreich hege gegenüber dem italienischen Volke Gefühle freundschaftlicher Sympathie. Es wäre glücklich gewesen, mit der italienischen Regierung neue Abkommen zu treffen. Aber es seien Konflikte aus- gebrochen, die die französische Regierung aufrichtig beendet sehen möchte. Wenn Frankreich genügende Garantien für die Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten und die Aufrechterhaltung der Lage im Mittelmeer erhalte, würde es sich außerordentlich glücklich schätzen, die Beziehungen zu Italien enger zu gestalten.
Der TNinisterpräsident ging sodann auf die deutsch-französischen Beziehungen ein. So friedliebend Frankreich auch sei, und so sehr man eine Annäherung wünsche, so müsse man doch zugeben, daß die letzten Ereignisse und Erklärungen nicht geeignet seien, diese Annäherung zu erleichtern. (?) „Ich bestätige nach Poon Delbos", so betonte Chautemps, „daß Frankreich sich nicht seiner Pflicht entziehen kann, die mitteleuropäischen Staaten und die Tschechoslowakei zu beschützen." Frankreich könne auch nicht die Einmischung ausländischer TNächle in Spanien dulden. Es werde nicht unter dem Druck von Drohungen auf eine Politik verzichten, die ihm zur Ehre gereiche. Chautemps gab fodann der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm gelingen werde, deutsch-französische Annäherungsoerhandlungen zu einem glücklichen Abschluß zu führen. Auf „gewisse Drohungen" habe die französische Regierung durch die Verstärkung der Landesverteidigung und die Beschleunigung der Herstellung des Rüstnngsmaterials geantwortet. Das französische Volk müsse sich darüber klar werden, daß man in eine „Periode der Energie" ein trete. Die französische Republik werde im Frieden und nicht im Kriege die Hindernisse überwinden, die sich ihr entgegenstellen.
Um Mitternacht fand die außenpolitische Aussprache mit der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses über die Vertrauensentschließung für die Regierung ihren Abschluß. Für die Regierung haben 439, gegen die Regierung 2 Abgeordnete gestimmt, der Rest von etwa 160 Abgeordneten hat sich der Stimme enthalten.
Die Soivielregiemng als Weberin der Verschleppung des Generals Miller entlarvt.
General Skoblin war pariser Spitzel der GM.
Vertreter der Linksopposition mit ihren gewöhnlichen Argumenten die Regierung an. Auch der Führer der Opposition, Attlee, befand sich unter den Rednern. Der englische Faschistenführer Sir Oswald Mosley sprach sich dagegen in einer Versammlung am Sonntag für die Politik Chamberlains aus. England habe sich i n einer ähnlichen Lage wie vor 1914 befunden. Chamberlain habe schließlich die „verrückte englische Politik" erkannt und den richtigen Weg eingeschlagen. In bezug auf die deutsche Koloyialforderungen sagte Mosley, es sei immer gut, vernünftig eZuge- st ä n d n is s e zu machen.
Keine Illusionen.
Die Tschechoslowakei muß sich auf sich selbst verlassen.
Prag, 28. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Vorsitzende der tschechischen Agrarpartei, Abgeordneter Beran, erklärte, man dürfe sich nicht in Sorglosigkeit über die Sicherheit des Staates einwiegen lassen. Breite Schichten des Volkes in der Tschechoslowakei seien nicht genügend über die Entwicklung der letzten Jahre unterrichtet worden. Dadurch könnten sich leicht Enttäuschungen einstellen. Wenn sogar England durch den Mund seiner Politiker verkünde, daß es sich geirrt habe, so wäre es gewiß ein Fehler, wenn man in der Tschechoslowakei die Wahrheit verheimlichen wollte. Wenn die englischen Politiker die kleinen Völker warnten, so sei das richtiger, als wenn man enttäuscht würde. „Ich glaube nicht an einen Krieg", sagte Beran, „ich glaube im Gegenteil, daß wir diese schweren Zeiten überwinden werden. Wir dürfen nur unsere Nachbarn nicht unnütz reizen. Wir müssen uns in erster Linie auf uns selb st verlasse n."
Rumäniens neue Verfassung in Kraft.
Bukarest, 27. Febr. (DNB.) Rumäniens neue Verfassung wurde Sonntag mittag im Rahmen eines Staatsaktes i n K ra f t g e s e tz t. Im Thronsaal des Schlosses nahm Ministerpräsident Patriarch Miron Cristea in Anwesenheit des Kabinetts, der Generalität, der hohen Geistlichkeit und der Vertreter der in- und ausländischen Presse das amtliche Ergebnis des Volksentscheides vom 20. Februar von den höchsten Richtern des Landes entgegen und brachte es König Carol zur Kenntnis. Der Patriarch und die Minister (außer dem kranken Marschall Averescu) schworen nacheinander den EidaufKönigund Verfassung und unter* .zeichneten das neue Grundgesetz des rumänischen Staates, darauf gelobte der König, die Verfassung zu bewahren und stets zu verteidigen. Er dankte allen, die am Zustandekommen der Verfassung beteiligt waren und sicherte dem schaffenden Volke die gerechte Vertretung seiner Belange zu. Dann nahm der König, neben dem der Kronprinz stand, die Glückwünsche des Diplornati- s ch e n Korps entgegen. Dor dem Schloß waren die Führer und Führerinnen der rumänischen Staats- lugcnö „W a ch t des Landes" aufmarschiert, für deren Huldigung der König vom Balkon des Schlaf- ses aus dankte.
Paris, 28. Febr. (DNB-Funkspruch.) Der Untersuchungsrichter in der Verschleppungsangelegenheit des weißrussischen Generals Miller, der am 22. September vergangenen Jahres spurlos verschwunden ist, wird nun die Zeugenvernehmung fortsetzen, nachdem die Untersuchung in den letzten Wochen zu der einwandfreien Feststellung geführt hat, daß die Sowjetregierung bzw. die GPU. die Urheber dieser Verschleppung waren. Der „Matin" weist darauf hin, daß General S k o b l i n , der bei der Verschleppung des Generals Miller ebenfalls verschwunden ist, das ausführ en de Organ der GPU. gewesen ist. Als Chef einer weißrussischen Organisation in Paris, dessen Aufgabe darin bestand,'Beobachter nach Rußland zu schicken, um sich über die politische und wirtschaftliche Lage zu unterrichten und den Widerstand gegen das Sowjetregime zu organisieren, arbeitete Skoblin Handin Hand mit Moskau. Er teilte der GPU. jeweils die Entsendung eines Beobachters mit, so daß die Leute beim Betreten sowjetrussischen Bodens sofort verhaf-
Berlin, 26. Febr. (DNB.) In Gegenwart zahlreicher Vertreter der Partei, der Staates und des kulturellen Lebens sowie der ausländischen Presse wurde die von München nach Berlin gebrachte Ausstellung „Entartete Kunst" eröff- n e t. Die Schau dieser Machwerke hat gegenüber der Ausstellung in München noch eine Erweiterung durch früher in Berliner Galerien gezeigte Scheußlichkeiten erfahren. Die Eröffnung fand im alten Reichstagsgebäude statt. Reichskulturwalter SA.- Brigadeführer Mo r aller zeigte in feiner Ansprache, wie notwendig es sei, das Gedächtnis der Menschen und Völker wachzuhalten und immer wieder zu wecken. Während der Systemzeit hatten breite Schichten des Volkes überhaupt keinen Einblick in den vollen Umfang des kulturellen Zusammenbruches in Deutschland. Deswegen konnten auch die Vertreter und Verteidiger der Zerfallskunst, soweit sie es nicht vorgezogen hatten, unter Zurücklassung ihrer „Werke" aus Deutschland zu verschwinden, bald nach der Machtübernahme wieder auf den Plan treten, um den Versuch zu machen, ihre „Kunst" weiter an den Mann zu bringen, bis der Führer am Tag der deutschen Kunst in München ein für allemal reinen Tisch machte.
Mit überzeugenden Worten zeigte M o r a l l e r, wie weit diese nur durch ihre Frechheit noch übertroffene Instinktlosigkeit jener kulturellen Halbwelt gegangen ist, wie eindeutig die Tendenz der Zersetzung und Zerstörung aller Werte war, wie verheerend die Ergebnisse dieser Derfallsperiode für unser kulturelles Leben waren. Nur in der restlosen Entlarvung liege die Gewähr, daß niemals wieder auf
t e t werden konnten. Mehr als 10 solcher Beobachter sind spurlos verschwunden, es unterliegt keinem Zweifel, daß sie nicht mehr Unter den Lebenden weilen.
Die Tätigkeit Skoblins hat in weißrussischen Kreisen nach und nach Mißtrauen erregt. Das veranlaßte General Miller, feine weiteren Agenten mehr nach Sowjetrußland zu senden. Skoblin lief dadurch Gefahr, bei der GPU. in Ungnade zu fallen. Hierauf ist sein Plan zurückzuführen, G e - neral Miller z u entführen, um fid) selbst an die Spitze der Weißrussen in Paris zu stellen, und seine Spiönagetätigkeit fortsetzen zu können. Die Untersuchung hat ferner ergeben, daß der sow- jetrussische Dampfer „Marja Uljanowa", an dessen Bord General Miller wahrscheinlich entführt wurde, den Hafen Le Havre sofort verlassen hat, nachdem der Pariser Kraftwagen auf dem Hasen- gelänöe eingetroffen war, der Stunden vorher an dem Orte gesehen worden war, an den Skoblin den General Miller hinbestellt hatte.
deutschem Boden der Versuch einer Wiederholung mit Aussicht auf Erfolg unternommen werden könne. Wer einen Blick in diese Ausstellung geworfen habe, wisse, daß sie keiner Erläuterung bedürfe. Das Volk selbst solle sich in dieser Ausstellung, die nach dem Willen des Führers in allen größeren Städten des Reiches gezeigt werde, sein Urteil bilden über die vielgestaltigen Formen des bolschewistischen Chaos, die von Bürgerkriegs- fabrikation, sexueller Perversität, Zynismus in religiösem Gewände, pazifistischer Harmlosigkeit und barbarischer Primitivität bis zum kalten Wahnsinn, hinüberwechseln.
Auch aus den schier unerschöpflichen gedruckten jüdischen Bekenntnissen gab Moraller zahlreiche Beispiele harmloser und unverhüllter Dernichtungswut, des Wahnsinns und der Verbrechen, die von Fremd- rassigen an der Seele der deutschen Nation begangen worden sind. Das nationalsozialistische Deutschland wolle nicht die Kunst reglementieren, es rufe das Volk selbst zum Richter auf, in der Gewißheit, daß sein gesundes Fühlen und Empfinden der entarteten Kunst mit der gleichen Unfehlbarkeit das Urteil sprechen werde, mit der es die seinem deutschen Wesen gemäße Kunst heute schon erkannt habe als den wahren Ausdruck der ewigen deutschen Seele.
Neichsminister, 2)r. Goebbels besuchte am Sonntagmittag die Ausstellung „Entartete Kunst", die gut besucht war. Der Minister besichtigte ein- gehend die Dokumente der Verfallzeit, die nun auch in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. x
Ausstellung „Entartete Kunst" in Berlin.
Eröffnung durch Reichskulturwalter Moraller.


