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VfB-R Gießen - Brigittenauer AL. (Wien) 5:5.

Cin prächtiger Kampf auf dem Waldsporiplah. - Oie Grünweißen in großer Form.

Tormann war sehr auf dem Posten und faustete bravourös darüber. Der Eckball brachte nichts ein. Leider gab es im weiteren Verlauf des Spieles einen Unfall. Kramer, die motorische Kraft in der Mannschaft, wurde unglücklich getroffen, stürzte und erlitt anscheinend einen Rippenbruch. Er mußte vom Platz getragen werden. Fröhlich, der bis dahin als Linienrichter das Feld entlang rannte, trat ein, ohne ihn ganz ersetzen zu können. Unverändert hef­tig ging der Kampf weiter. Allerdings schienen nun allmählich die Gäste dem Tempo der ersten Halbzeit zum Opfer zu fallen. Sie konnten den Ton nicht mehr angeben. Trotzdem stand das Spiel bis zum Schluß auf einem beachtlichen Niveau. Die Zu­schauer wurden aus der Spannung nicht entlassen. Einen Strafstoß von Heß brachte den Ausgleich 4:4. Nun ging es um die Entscheidung! Ein Elfmeterball brachte den Wienern noch einmal Torvorsprung, dessen sie sich allerdings nicht lange erfreuen konn­ten, denn zwei Minuten vor Schluß zog Geslar auf schöne Vorlage von Berlenbach zum 5:5 gleich. So endete das Spiel mit einem Ergebnis, das dem Spielverlauf entsprach. Für die Leute vom Wald­sportplatz ist der Ausgang dieses Kampfes sehr ehrenvoll, denn gegen eine ehemalige Berufsspieler­mannschaft Wiener Prägung so zu bestehen, setzt eine geschlossene Leistung voraus.

Deutsche Radfahrer in großer Iorm.

Deutscher Sieg im Radlcinderkampf.

Die Schweiz in Stuttgart mit 19:14 Punkten geschlagen.

Im Mittelpunkt der Stuttgarter Weihnachtsrad­rennen stand diesmal der Länderkampf Deutschland gegen die Schweiz, der vor 4000 Zuschauern mit einem deutschen 19:14-Sieg endete. 8m Kampf der Steher gewannen die Deutschen Stach (Berlin) und Umbenhauer (Nürnberg) mit 13 Punkten gegen die Schweizer Heimann und Gilgen mit 11 Punkten. Wesentlich eindeutiger war der deutsche Sieg im Omnium der Amateure, da die Eidgenossen Weltmeister Knecht und Ganz gegen die Deutschen Weimer (Stuttgart) und A e y m a n s (Krefeld) keinen einzigen Wettbewerb gewannen. Im Rahmen­programm gewannen Bühler-Weimer (Stuttgart) Mit 44 Punkten und 42,5 Kilometer auch noch das Mannschaftsfahren über eine Stunde.

Scherens besiegte Weltmeister van Vliet.

Am ersten Weihnachtstag wurde im Genter Sportpalast ein Radsportprogramm mit Spitzen­könnern abgewickelt. Im Mittelpunkt stand der Fliegerkampf mit Weltmeister van Vliet, dem früheren Weltmeister Scherens und dem Italiener Loatti. Scherens konnte sich für die vielen Nie­derlagen nach den Amsterdamer Titelkämpfen erst­malig an dem Holländer revanchieren. Er siegte im Gesamtergebnis mit 5 Punkten vor van Vliet 7V2 Punkten und Loatti 8V- Punkten.

In den drei Zweierläufen blieben Scherens über Loatti, van Vliet über Loatti und van Vliet über Scherens erfolgreich: der Dreierlauf wurde von Scherens vor Loatti und van Vliet gewonnen, wäh­rend im Zeitfahren über 500 Meter Scherens mit 31,8 Sekunden der Schnellste war; van Vliet und Loatti benötigten je 32 Sekunden. .

Dazu gab es ein Omnium, das von der Mann­schaft Kaers-Debruycker im Gesamtergebnis mit 9 Punkten vor Slaats - Pellenaers 5 Punkten und Pelisfier- Fournier 4 Punkten gewonnen wurde.

Arents siegt in Paris.

Zu einem schönen Sieg kam der deutsche Stra­ßenmeister Josef Arents (Köln) bei den Berufsrad­rennen am ersten Weihnachtsfeiertag auf der Pa­riser Winterbahn. Im Rahmen des Wettbewerbs FrankreichAusland, den die Franzosen überlegen mit 4:1 gewannen, holte sich Arents das 15-Kilo- meter-Rennen hinter kleinen Motoren in 16:27,6 vor Bertocco (mit 15 Meter), van Amsterdam (100 Meter), Mithouard (200 Meter), Rossi (240) und Maye (mit 270 Meter Rückstand). Auch olle übrigen Kämpfe des Omniums waren heiß umstritten. Im 10-Kilometer-Punktefahren belegte der junge Biese- selder Fritz W e n g l e r hinter P. Maye und La- p^bie einen guten dritten Platz vor Guerra, Maje- rus und Frechaut. Guerra-Olma (Italien) sicherten sich das 50-Kilometer-Mannschaftsrennen mit neun Punkten in 1:05:07,6 vor Clemens-Majerus 6 P. und Mithouard-Goujon. Mit einer Runde im Rück­stand wurden hier die Deutschen Wengler-Arents Siebente.

Radrennen vor 1OOOO Zuschauern in Dortmund.

Die Dortmunder Westfalenhalle war am Abend des zweiten Feiertages bis auf den letzten Platz ausverkauft. Rund 10 000 Zuschauer sahen zunächst bei den Amateuren einen scharfen Kampf zwischen Pur a nn und Hasselberg. Nach den Zweierläufen hier schlug Purann seinen Rivalen Hasselberg in 12,0 Sekunden hatte Purann mit 10:8 Punk­ten die Führung. Der Bochumer gewann dann den Diererkampf, aber Purann rettete durch seinen

Kalender und Almanache für 1939.

Auf dem Waldsportplatz gab es am gestrigen zweiten Weihnachtsfeiertaq einen Kampf, wie man ihn bisher selten auf Gießener Fußballplätzen sah. Schade nur, daß nicht mehr Zuschauer den Weg zum Waldsportplatz fanden, der sich gestern in seiner ganzen landschaftlichen Schönheit, in der Helle eines strahlenden Schneefeldes, umkränzt von dunkel­grünen Tannen und im Scheine der Sonne geradezu festlich ausnahm. Die Vereinsleitung hatte dabei alles getan, um dem Spiel den Erfolg zu sichern. Der Schnee war geräumt und gewalzt worden, so daß für die Mannschaften ein, den Umständen ent­sprechend, recht gutes Spielfeld zustandekam. Auch die Plätze der Zuschauer waren vom Schnee befreit, so daß man es aushalten konnte, wenng^ich kalte Füße nicht zu vermeiden waren. Da half auch alles Trampeln nichts! Aber keiner der Zuschauer ver­ließ den Platz, bevor der^Schlußpfiff des Schieds­richters erklang. Wer gekommen war, brauchte den Besuch nicht zu beteuern Es gab ein Spiel zu sehen, an dem man seine helle Freude haben konnte.

Herzliche Begrüßung.

Dem Kampf ging eine herzliche Begrüßung der Gäste voraus. Im Auftrag des Vereins hieß Sport­kamerad Overbeck die Wiener Elf willkommen. Dann sprach der Kreisgeschäftsführer Hermann Wagner im Auftrage des Kreisleiters und hieß die Gäste mit besonderer Freude deshalb willkom­men, weil man in ihnen nicht nur eine Fußball­mannschaft schlechthin sehe, sondern die Brüder aus der Ostmark, die nach schwerer seelischer und mate­rieller Not in das Vaterland zurückgefunden haben, zurückgefunden in die Gemeinschaft der 80 Millionen deutscher Menschen. Stolz und glücklich dürften wir sein, so fuhr der Redner fort, in diesem Großdeutsch­land zu leben, das uns der Führer geschaffen habe und das bewacht werde von scharfen Schwertern.

Der Reisebegleiter der Wiener Elf erwiderte, daß sich auch die deutschen Brüder in der Ostmark jeder­zeit bewußt seien, was sie zu tun hätten für Reich und Führer und bereit seien, sich einzusetzen mit aller Kraft und, wenn es sein müsse, mit dem Opfer des Lebens.

Die Mannschaften.

Die beiden Fußballmannschaften liefen dann in das Spielfeld. Die VfBer im bekannten Dreß, die Gäste in blauweiß gestreiftem Trikot und blauer Hose. Die Platzbesitzer hatten neben ihrem neuen Tormann Wunderlich zwei weitere neue Spieler aus Eschwege in ihren Reihen: Geslar und Goris- sen! Sie verstanden sich schon sehr gut mit der Mannschaft und trugen wesentlich zum Erfolg bei. Die Grün-Weißen traten mit folgender Mann­schaft an:

Wunderlich Leutheuser I Leutheuser II Krämer Heß Kramer Berlenbach Fischer Geslar Gorissen Lehrmund Belk Babisch Petrak Bazalt Jlek Kloiker Korylek Winner

Rister Neuberger Scharer

Brigittenauer AC.

Spielbeginn mit lleberraschvngen.

Die Gäste ließen sehr erkennen was sie konnten. Ja, man hatte schon nach wenigen Auaenblicken den Eindruck, daß es für die Gießener nicht viel zu be­stellen gab. Wenn auch die Platzbesitzer das Spiel offen halten konnten, so brillierte die Elf von Wien doch mit einem Kombinationsspiel, gegen das die VfBer zunächst nicht ankommen konnten. Sie hatten olle Mühe an den Ball zu kommen, mußten viel laufen und rascher starten als je in Spielen zuvor. Aber mit den Anforderungen, die der Gegner stellte, wuchs auch die Leistung der Grün-Weißen, wuchs ihr Eifer, der die Mannschaft während der ganzen Spielzeit auszeichnete. Immerhin konnten die Gie­ßener nicht verhindern, daß in der 7. Minute das erste Tor fiel. Der Tormann war bei einem Ge­dränge vor dem Tor und mühsamer Abwehr ge­stürzt, so daß der unmittelbar vor dem Tor stehende Linksaußen der Gäste aus einem Meter Entfernung eindrücken konnte. Eine Minute später folgte das zweite Tor. In zügigem und raumgreifendem Spiel trieben die Gäste den Ball nach vorne, vollzogen ziclbewußten Flankenwechsel und beschlossen mit unhaltbarem Torschuß. Das rüttelte nun die Grün- Weißen gewaltig auf. Von Depression keine Spur! Vielmehr fanden sie sich zu einer besseren Mann­schaftsleistung und wuchsen an den Gegner heran.

Das war im Interesse des Spieles sehr erfreulich, denn der Kampf gewann immer mehr an Span­nung. Die Wiener begeisterten weiter mit ihrem aus­gezeichneten Kombinationsspiel, mit einem Zuspiel, das wohl kaum einer der Zuschauer auf dem Schnee­feld je so exakt erwartet hätte. Sie forderten damit die Grünweißen immer mehr heraus. In der 17. Mi­nute fiel das dritte Tor für die Gäste allerdings ans klarer Abseitsstellung heraus. Nun war in wohl vielen der gespannt folgenden Zuschauern die Mei- rmng fest, daß die Platzbesitzer um eine klare Nie­derlage nicht herumkommen würden. Doch es kam wieder einmal anders! Die Grünweißen zogen nun öfter oor das Tor der Ostmärker, wurden öfter ge­fährlich, vergaben einige Chabcen, schossen auch darüber, aber schließlich schoß Heß in der 33. Mi­nute mit einem tadellosen Weitschuß in die rechte obere Ecke das erste Gegentor, das viel bejubelt wurde und der Mannschaft Rückhalt und weiteren Auftrieb gab. Nach glänzender Kombination vor dem Gästetor wurde wenig später der Ball genau zu Geslar gegeben, der gut in Schußstellung lief und mit wunderbarem Torschuß auf 3:2 verkürzte. Das Selbstvertrauen der Einheimischen wurde nun feslenfest, und in der Folge wurden sie zu einem gleichwerttgen Gegner. Das, was die Wiener an ausgefeilter Balltechnik voraus hatten, ersetzten die Platzbesitzer durch großen Eifer.

Dramatische zweite Halbzeit.

Geslar eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Schuß knapp über das Tor. Dann waren die Gäste wieder am Zug. Dem Tormann Wunderlich war in kritischem Augenblick die Sicht versperrt und es blieb ihm nichts übrig, als das Leder aus den Maschen zu holen. 2:4! Dann gab es eine Duplizität des Falles: eine Minute nach dem Wiederanstoß kamen die Gießener in Tornähe und diesmal war es ein Gästeverteidiger, der seinem Tormann die Sicht nahm. Berlenbach schoß und verkürzte auf 3:4. Eine große Chance zum Ausgleich bot sich, als im Straf­raum der Wiener Hand gemacht wurde. Kramer schoß sehr genau, hatte den Ball so berechnet, daß er dicht unter die Latte kommen mußte, aber der

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Eine weitere kritische Würdigung der Mannschaf­ten erübrigt sich. Die Wiener imponierten durch ihre edle Art der Spielführung, die Platzbesitzer durch ihren Einsatz und ihre Leistungssteigerung am Kön­nen des Gegners.

Schiedsrichter Post (Wiefeck) war dem Spiel ein aufmerksamer Leiter, der wenig übersah und nicht zu viel pfiff. Die Mannschaften machten ihm außer­dem sein Amt leicht. tz

1. FC. Bamberg Brigittenauer AC. 5:2 (3:1).

Wiener Fuhballgäste hatte der 1. FC. Bamberg' am ersten Feiertage, und zwar den Brigittenauer AC. Vor etwa 1800 Zuschauern gab es einen span­nenden Kampf, bei dem die Einheimischen in der ersten Halbzeit überlegen spielten und durch Witter- auf, Scharrer, Krauß zu drei Treffern kamen. In der 40. Minute konnte Telk den ersten Gegentreffer der Wiener anbringen. Nach dem Wechsel sah man von den Gästen ein ganz ausgezeichneter Spiel, das die Zuschauer immer wieder zu Beifall hinriß. Er­folge blieben aber aus. Bamberg kam vielmehr in der 57. und 62. Minute durch Krauß und Krügel zu zwei weiteren Toren, während bei den Wienern wiederum Telk fast mit dem Schlußpfiff zusammen zum zweitenmal erfolgreich war.

zweiten Platz den Gesamtsieg. Stark gefeiert wur­den Kilian und Vopel, die itp Omnium gegen ihre Landsleute eine überlegene Rolle spielten. Größtes Interesse fanden die drei Steherläufe, von denen besonders die beiden letzten im Zeichen scharfer Kämpfe standen. Im ersten Lauf lag Metze von Beginn an vor Lohmann und verteidigte die Spitze sicher. Im zweiten Lauf war dann Lohmann er­folgreich. Metze und Lohmann überholten dann im dritten Lauf sofort den Italiener Severgnim und lieferten sich einen' spannenden Zweikampf, den Weltmeister Metze zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Olympische Eintrittspreise festgesetzt.

Das Organisationskomitee für die 12. Olympischen Spiele 1940 in Helsinki hat die Preise,für die Ein­trittskarten festgesetzt. Nachdem der Plan eines Sta- dion-Passes fallengelassen worden ist, werden für alle Veranstaltungen der Spiele nur Einzel- karten ausgegeben. Die dadurch bedingte Riesen­zahl von Karten gliedert sich in Sitzplätze und Steh­plätze. Beide Plätze sind je noch einmal in Plätze erster und zweiter Ordnung unterteilt. Die Höhe der Eintrittspreise schwankt zwischen 10 und 250 Finn­mark (100 Finnmark = 5,25 Reichsmark).

Kurze Sportnotizen.

Die Ausbildungs- und Lehrarbeit des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen im Jahre 1939 weist einige wichtige neue Punkte auf, so die Führernachwuchs-Schulung, die einer Ver­jüngung der Amtsträgerschaft dienen soll, und den einheitlichen Ausbau des gesamten fachlichen Ta- gungs wesens.

Ein Handball - Gaukampf zwischen Mittelrhein und Hessen ist zum 15. Februar ver­einbart worden. Das Treffen wird in Koblenz statt- finden.

---Oberführer Willi Brandner wurde vom Gauleiter und Reichskommissar für die sude­tendeutschen Gebiete, Konrad Henlein, zum per­sönlichen Beauftragten für die Fragen der Leibes­übungen ernannt. Der Leiter der Turnschule Asch, Toni Sandner, wurde kommissarischer Gau-Aus- bildungsleiter.

Charly Mills, Deutschlands Meisterfahrer auf der Trabrennbahn, hat es nun doch noch geschafft. In Mariendorf errang er mit Maria im Julklapp- Rennen den 3000. Sieg. Der neue Weltrekordmann war in seiner 16jährigen Laufbahn 16mal Deutscher Champion.

Das WeihnachtsschwimmenQuer durch die Seine" in Paris wurde auch diesmal ausgetra­gen, obwohl die Temperatur sehr niedrig war. Bei den Männern siegte K r a k o w s k i (Scuf Paris) in 2:19,6 Minuten für die etwas mehr als 200 Meter lange Strecke, während bei den Frauen Frl. L a i n 6 in 3:22,6 Minuten erfolgreich war.

Neuen südafrikanischen Rekord über 440 Meter lief der britische Empire-Meister Dennis Shore, ein Mitglied der südafrikanischen Olympia­mannschaft, bei den Transvaal-Meisterschaften in Johannesburg. Die neue Rekordmarke steht auf 47,0 Sekunden!

Jack Metcalfe (A u st r a l i e n), der Olym­piadritte im Dreisprung, zieht sich vom aktiven Sport zurück und wird der australischen Olympia­mannschaft für Helsinki 1940 nicht mehr angehören. Metcalfe hielt bis zu den Spielen 1936 in Berlin den Dreisprung-Weltrekord mit 15,78 Meter. Der Japaner Tajima verbesserte ihn in Berlin auf ge­nau 16 Meter.

Charles Lacquehay, der französische Steher-Weltmeister der Jahre 1933 und 1935 und Gewinner zahlreicher Straßen- und Bahnrennen in Europa und Amerika, hat sich auf ärztliches Anraten endgültig vom aktiven Sport zurückge­zogen.

RM. 2,90. (480) Auch der neue Jahrgang des Alpenkalenders wird mit seinen vielen ausgezeich­neten (teilweise farbigen) Bergbildern allen Natur­freunden und Alpinisten eine willkommene Gabe und ein treuer Begleiter durch das Jahr 1939 sein. Der Kalender ist zum Aufstellen eingerichtet; die einzelnen Bilder können gesammelt werden. Das Vorwort des Herausgebers, Dr. Karl Blodig, ist unter dem frischen Eindruck der Heimkehr Deutsch­österreichs ins Reich geschrieben und klingt in einen jubelnden Dank an den Führer aus.

Jagd -Abrei ßkalender 1 939. 25. Jahrgang. Herausgegeben von der Hauptschrift­leitung derDeutschen Jagd". 165 gut illustrierte Blätter mit wertvollen Textbeiträgen und Kalen­darium. Preis RM. 2,50. Verlag. Deutsche Jagd, I. Neumann - Neudamm. (435) Praktische Ratschläge, Wegweiser für Hege, Fütterung, Waf­fenbehandlung, Hundezucht wechseln mit Gedichten, Anekdoten und Humoresken aus dem Jägerleben. Alles rankt sich um den fchönen bildlichen 'Schmuck des KalepderL.

Sie körperliche Entwicklung des Soldaten.

Äon Oberstarzt Or. H. Mütter,Oberkommando des Heeres, Heeres-Sanitatsinfpektion.

Seitdem wir wieder ein Volksheer haben, bringen während der Hauptfesttage zahlreiche Sonderzüge die Soldaten zu kurzem Urlaub in die Heimat. oo sind auch diesmal in der Zett von Weichnaclsten und Neujahr Söhne und Brüder zum erstenmal im Waffenrock des Soldaten auf Urlaub nach Hause gekommen. Da nicht alle Wehrmachtsangehörige gleichzeitig Urlaub haben können, ist ein Teil Weihnachten zu Hause gewesen, während die üb­rigen mit ihren Kameraden in den Kasernen ge­feiert haben. Diejenigen aber, die Weihnachten tu den Kasernen blieben, werden das Neujahrsfest mit ihren Angehörigen daheim verleben.

Vor wenigen Wochen sind die Rekruten in die Kasernen ein gerückt. Doch werden die Ein­drücke und Erlebnisse während dieser ersten Wochen des Soldatenlebens Unterhaltungsstoff genug für tüf Urlaubs zett bieten. Wenn Vater selbst Soldat war, wird er mit besonderem kritischen Blick den Sohn in Uniform mustern und mit Befriedigung feststellen, daß er schon einen durchaus soldatischen Eindruck macht. Die Mutter denkt vielleicht erst an das leibliche Wohl. Denn wenn der Junge nach Hause kommt, soll er während der Tage doch auch tüchtig zu essen haben. Mit Genugtuung hat sie aber schon beim ersten Blick erkannt, " daß der Junge gar nicht ausgehungert aussieht. Trotzdem wird es ihm im Elternhaus besonders gut schmecken, und er wird der Mutter durch die Tat beweisen, daß er die Früchte ihrer Kochkunst noch höher schätzt als die Soldatenkost Wenn der Sohn von denSpeisezetteln" einer Woche erzählt, wo­bei das Sonntagsessen besonders liebevoll geschildert wird, dann schaut vielleicht der Vater in Erinnerung an die eigene frühere Dienstzeit manchmal etwas ungläubig drein. Haben die Eltern sich nun über­zeugt, daß der Rekrutensohn sich körperlich ganz gut herausgemacht hat, so ist dies nicht nur ein subjektives Urteil, sondern steht durchaus im Ein­klang mit dendienstlichen Ermittlungen".

Die Entwicklung des Körpergewichts ist bekanntlich ein wichtiger Gradmesser für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und zeigt, ob die Ernährung nach Menge und Wert aus­reichend ist. Alle Rekruten werden während des ersten Halbjahres monatlich gewogen, spä- techin vierteljährlich. Das festgestellte Gewicht wird jedesmal im Gesundheitsbuch eingetragen. Um ein Bild über das Verhalten des Körpergewichtes der jungen Soldaten im ganzen Reich zu gewinnen, hat der Heeres-Santtätsinspekteur die Ergebnisse der regelmäßigen Wiegungen einge fordert. Es wurde im Sommer 1938 getrennt berichtet über die im November 1937 eingetretenen Rekruten und über die Soldaten, die das erste Dienstjahr hinter sich hatten. Bei diesen älteren Soldaten wurde das Körpergewicht mit demEinstellungsgewicht" ver­glichen, bei den Rekruten wurden die monatlichen Gewichtsunterschiede nebeneinander gestellt.

Eine Gewichtszunahme ist bei einem Men­schen, der noch in der körperlichen Entwicklung ist, der objektiv meßbare Erfolg einer regelmäßigen, ge­sunden Lebensführung bei ausreichender und richtig zusammengesetzter Nahrung. Ein Stehenblei­ben im Gewicht kann Ausdruck dafür sein, daß der Mensch körperliche Anstrengungen gewohnt ist, und daß sich der Körper durch ausreichende Ernäh­rung vor dem Diensteinttitt schon im ausgeglichenen Gewichtsverhältnis befand. Eine Gewichtsab­abnahme im Laufe der Ausbildung kann an­zeigen, daß durch die vielseitige körperliche Inan­spruchnahmeüberflüssiges" Fett und vor allem Wasser verlorengeht. In den meisten Fällen wird also auch eine Gewichtsabnahme durchaus normal und gesundheitlich von Vorteil fein, sie kann aber auch das erste objektive Anzeichen für eine versteckte Krankheit sein. Darum ist dieGewichtskurve" des Soldaten für jeden Truppenarzt ein ärztlich beson­ders wichtiges Dokument. Nun zum Ergebnis der dienstlichen Ermittlungen, die in solchem Um­fange noch nicht angestellt wurden.

Nach dem Ausbildungshalbjahr hatten von den Rekruten

zugenommen 70 v. H.

waren im Gewicht stehengeblieben 10

hatten abgenommen 20

Nach dem 1. Dienstjahr hatten von den Soldaten zugenommen 73 v. H.

waren im Gewicht stehengeblieben 9

hatten abgenommen ( 18

Diese Zahlen zeigen, daß in der Regel s ch o n n a ch der Rekrutenzeit die Gewichtszu­nahme beendet ist.

Verfolgt man die Gewichtszunahme der Rekruten in den einzelnen Ausbildungsmonaten, so ergibt sich folgendes Bild:

Bei den Rekruten, die an Gewicht zunahmen, stieg das Körpergewicht nach dem

1. Dienstmonat um 2,1 kg

2. weiter um 0,3 kg auf 2,4

3. w 0,3 2,7

4. 0,1 w 2,8

5. keine Zunahme =2,8

Die Hauptzunahme ist demnach nach dem 1. Diensi- monat zu verzeichnen, fte beträgt % der Gewichts­zunahme während der Ausbildungszeit der Rekruten. Diese Zahlen geben den Heeresdurchschnitt an. Etwa 46 v. H. aller Rekruten hatten eine Gewichtszunahme bis 2 kg am Ende der Ausbildungszeit erreicht. 12 v. H. der Rekruten gehörten zu einer Gruppe, die in 5 Monaten 5 bis 10 kg (!) zugenommen hatten. Die durchschnittliche Gewichtszunahme der Soldaten nach dem ersten Dienstjahr betrug im Heeresdurch­schnitt 3,0 kg. Auch diese Zahl sagt aus, daß in der Regel schon während der Ausbildungszeit der Re­kruten der Körper im ausgeglichenen Gewichtsver­hältnis ist.

Diese Zahlen sind derbe st e Beweis fürdie richtige Ernährung der Soldaten. Nicht um­sonst errechnet der Truppenarzt monatlich die Ka­lorienmengen der verabfolgten Kost und sind alle für die Verpflegung verantwortlichen Stellen bemüht, gehaltvolle, reichliche und schmackhafte Kost zu schaffen.

Diese Feststellungen werden auch für die Eltern unserer Soldaten beruhigend sein. Trotzdem wird der Sohn bei Urlaubsende einen Rest des Weihnachts­stollens ober eine Wurst als Reiseproviant zum Standort nicht ablehnen, denn ein richtiger Soldat ist fürüberplanmäßige Fettigkeiten" gern empfäng­lich und wird sie schon in froher Erinnerung an einen schönen Festtagsirrlaub mit Kameraden teilen Uxjto MbrwLenü LkWLLterk--: