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Furchtbares Eisenbahnunglück in Rumänien.

Bisher 93 Tote, 142 Schwerverletzte.

Zwei Züge in voller Fahrt zusammengestoßen.

völlig isoliert. Der Dienst nach dem Kontinent lag brach. Die Kältewelle mit ihren Begleiterschei­nungen bedeutet für das Londoner Transportamt allein einen Verlust von mehreren Millionen Reichsmark. Rund fünf Millionen Fahrgäste wur­den weniger befördert. Während der Weihnachts­tage kamen elf Menschen bei Bränden ums Leben; vier st a r b e n an den Folgen der Kälte. Insgesamt hat die Kältewelle in England rund 100 Menschenleben gefordert.

Wolfsplage und sirenge Kälte in Schweden.

Zahlreiche Rudel von Wölfen sind während der Weihnachtsfeiertage aus den Wäldern der Pro­vinz Iämtland im mittleren Schweden bis in die Nähe der Dörfer und Gehöfte vorgedrungen. Nur wenige Kilometer von einem bekannten Winter­kurort entfernt wurde ein Rudel von acht Wölfen gesichtet. Verschiedentlich sollen Bauern bei ihren Fahrten über Land von Wölfen verfolgt worden sein. Die Bevölkerung verläßt die. Häuser nur noch bewaffnet. In Nord-Schweden herrschte an den Weihnachtstagen eine Kälte von mehr als 3 0 Grad Celsius.

Geheimnisvolle Explosion in Algier.

In Algier ereignete sich in einem kleinen Restau­rant in der Rue Blanchard eine heftige Explo­sion. Dabei wurden eine Person getötet und zwanzig lebensgefährlich verletzt; zwei Personen werden noch vermißt. Die Ursache der Explosion konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Man glaubte zunächst, es handle sich um eine Gasrohr- explosion. Die letzten Untersuchungsergebnisse lassen jedoch einen verbrecherischen Anschlag vermuten. Die Explosion war so heftig, daß in weitem Um­kreis die Fensterscheiben zertrümmert wurden. In der Straßendecke vor dem Restaurant ist ein tiefer Riß entstanden. Eine Reihe benachbarter Häuser mußte geräumt werden, da Einsturzgefahr besteht.

Ein Kind von landendem Flugzeug getötet

Als dieser Tage ein Postflugzeug auf der Insel Urk (Zuidersee) landete, ereignete sich ein schwerer Unfall. Ein Kind wurde von den Tragflächen gestreift und getötet. Das Unglück ist darauf zu­rückzuführen, daß das Flugzeug im Nebel auf dem Eise landen mußte, wo sich zahlreiche Neugierige eingefunden hatten, die voller Ungeduld auf das Eintreffen des Flugzeuges mit der Weihnachtspost warteten, da ditz Insel Urk schon seit mehreren Tagen von der Außenwelt völlig abgeschnitten war.

Eisenbahnräuber auf den Philippinen.

Eifenbahnräuber bestiegen einen Schnell­zug, der von Manila in die nördlich gelegene Gold­gräberstadt Baguio fuhr. Sie überfielen die beiden Postbeamten im Postwagen, hackten sie mit Busch­messern zu Tode, raubten 150 000 Dollar in Gold­barren und Banknoten, hielten dann den Zug an und entkamen unerkannt im Urwald.

Wetterbericht

Die Großwetterlage hat über die Feiertage eine Umstellung erfahren, die auch für uns Bedeutung hat. Ein vom Atlantik rasch nach Skandinavien vorge­stoßener kräftiger Tiefdruckwirbel hat eine Zufuhr milder Meeresluft auf das Festland in Gang ge­bracht, die sich auch bei uns auswirken wird. Dabei kommt es am Dienstag zu verbreiteten Nieder­schlägen, die zunächst aus Schnee bestehen, die dann aber als Regen niedergehen dürften. Im nach- sioßenden Hochdruckgebiet kann dann wieder mit besserem Wetter gerechnet werden. Die Fröste er­fahren eine wesentliche Milderung.

Vorhersage für Dienstag und Mitt­woch: Zunächst verbreitete Niederschläge, die in Regen übergehen werden. Anschließend zeitweise heiter, bei lebhaften, über West nach Nord drehen­den Winden fortschreitende Milderung.

Vorhersage für Donnerstag: Vor­aussichtlich wieder zunehmende Unbeständigkeit und Niederschlagsneigung. Wesentlich milder als bisher.

Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags4,8 Grad Celsius, abends13,1 Grad; am 27. Dezem­ber: morgens10,2 Grad. Maximum3,8 Grad, Minimum heute nacht14,5 Grad. Erdtempera­turen in 10 cm Tiefe.am 26. Dezember:0,8 Grad, am 27. Dezember: morgens0,9 Grad. Sonnen­scheindauer 4,5 Stunden.

Wintersport-Wetterdienst.

Rhön. Wasserkuppe: Bedeckt.12 Grad, Ge­samtschneehöhe 20 cm, Neuschnee 1 cm, Firnschnee; Schi und Rodel sehr gut.

Taunus, Kleiner Feldberg: Bedeckt,- 12 Grad, Gesamtschneehöhe 11 cm, verweht, Schi und Rödel mäßig. Großer Feldberg: Bedeckt,12 Grad, Gesamtschneehöhe 11 cm, verweht, Schi gut- Rodel mäßig.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter, 9 Grad, Gesamtschneehöhe 30 cm, Pulverschnee, Schi mäßig, Rodel gut.

Bukarest, 26. Dez. (Europapreß). 3n den frü­hen Morgenstunden des Weihnachtssonntags ereig­nete sich zwischen Etutea und Galah in Rumänien ein schweres Eisenbahnunglück, das nach den neue­sten Ermittlungen 9 3 Tote und 142 Schwer­verletzte gefordert hat Die Nachricht von dem Unglück wurde erst am Montag in Bukarest be­kannt, da infolge der starken Schneefälle und der strengen Kälte die Telefonverbindungen unter­brochen waren. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß zwei Züge in voller Fahrt zusammen­stießen. Der rumänische Transportminister und ein Untersuchungsausschuß haben sich an die Un­glücksstätte begeben.

lieber das Unglück wurde folgender amtlicher Be­richt veröffentlicht:3n der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertage stießen zwischen den Eisen­bahnstationen Etulea und Frecahei auf der Bahn­strecke GalahBesarabeaska zwei Personenzüge zusammen. 3nfolge der außerordentlichen Wucht des Zusammenstoßes wurden beide Lokomotiven sowie sieben Personenwagen vollkommen zertrümmert. Nach den bisherigen Angaben sind 80 Tote und 254 Verwundete zu beklagen. Der Zusammenstoß ereignete sich infolge falscher W e i ch e n st e l l u n g. Die Generaldirektion der rumänischen Eisenbahnen hat sofort nach Erhalt der Nachricht von der Katastrophe zwei Hilfszüge mit Sanitätspersonal und Material an die lln- glücksstätte entsandt. Die Mehrzahl der Verwun­deten wurde im Krankenhaus von, Belgrad unter­gebracht." Man befürchtet, daß sich die Zahl der Toten noch erhöhen wird, da etwa hundert Ver­letzte in Lebensgefahr schweben. Unter den Opfern befinden sich viele Offiziere und Soldaten, die eben ihren Weihnachtsurlaub angetreten hatten. Der Verkehrsminister, der an der Ungtücksstelle wellt, hat die Verhaftung der beiden für das

Unglück verantwortlichen Stationsvorsteher ange« ordnet.

3m Zusammenhang mit dem Eisenbahnunglück wird mitgeteilt, daß bereits seit Tagen zahlreiche telegraphische und telefonische Verbindungen durch schwere Schnee stürme unterbrochen waren. Seit 5 Tagen sind besonders viele telegraphische Verbindungen der Eisenbahn gestört. Als Ursache des Zusammenstoßes wurde folgendes festgestellt: Der Bahnhofsvorsteher von Galah hatte dem einen Lokomotivführer den schriftlichen Auftrag gegeben, bei eingleisiger Strecke nicht, wie sonst üblich, bei Frecahei auf den entgegenkommenden Zug zu warten, sondern bereits in der nächsten Station Etulea, wahrscheinlich, weil der Gegenzug Ver­spätung hatte. Dieser aber wartete nicht in Ltulea, weil er ohne Kenntnis war. So kam es zu dem Zusammenstoß. Ein anderes Eisenbahn­unglück ereignete sich am Freitag in Sieben­bürgen. Der Schnellzug Bukarest Großwardein fuhr in Listecul zwischen Vlasendorf und Drei­kirchen auf einen Personenzug, der sich auf einem falschen Gleis befand. Zwei Fahrgäste und ein Heizer wurden getötet, sieben Personen wurden verletzt.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkäufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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