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glücklichen Empfindungen den Weihnachtstag mit feinen alten Münchner SA.-Männern und Partei­genossen verbringen könne.

In mitreißenden Worten schilderte er zum Jahres­ende noch einmal die großen Entscheidungen der deutschen Politik, die in diesem Jahre zu Erfolgen von unvorstellbarer geschichtlicher Bedeutung führten, und gedachte dabei insbesondere auch der Volks­genossen in der befreiten Ostmark und im Sudeten­land, die nun zum erstenmal nach Jahren der Not und Unterdrückung das Weihnachtsfest im großdeut- schen Reich feiern können. Der Führer würdigte ins­besondere auch das Verdienst der nationalsozialisti­schen Bewegung, deren Erziehungsarbeit in diesem Jahre reiche Früchte getragen habe, und schloß mit einem von tiefem Glauben an die Kraft des deut­schen Volkes getragenen hoffnungsfrohen Ausblick in das kommende Jahr der deutschen Geschichte.

Mit beispielloser Begeisterung und minutenlangen Heil-Rufen folgten die alten Münchner Kampf­genossen den Worten des Führers, der ihnen mit feiner von Herzen kommenden und allein für sie bestimmten Rede wieder ihr schönstes. Weihnächte geschenk bereitet hatte.

Professor (Siedler Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung.

Berlin, 24. Dez. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Architekten Professor Hermann G i e s l e r zum Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung München bestellt für die Durchführung der städtebaulichen Maßnahmen, die zur Anlage und zum Ausbau sowie zur plan­vollen Gestaltung der Stadt erforderlich sind. Der Generalbaurat kann seine Befugnisse auch über das Gebiet des Stadtkreises der Hauptstadt der Bewegung hinaus ausüben, soweit dies zur Durch­führung seiner Aufgabe erforderlich ist. Der Gene- ralbaurat stellt den Gesamtbauplan für die Haupt­stadt der Bewegung auf und entscheidet über alle von der Plangestaltung berührten Interessen. Er ist befugt, die zur Erreichung dieses Zweckes not­wendigen Maßnahmen und Anordnungen zu treffen. Der Generalbaurat sorgt dafür, daß alle seinen Aufgabenbereich berührenden Entscheidungen künftig unter einheitlichen Gesichts­punkten ergehen. Er kann sich von allen. Dienststellen des Reiches, des Landes Bayern und der Hauptstadt der Bewegung und von den Dienststellen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Verbände die erforder­lichen Auskünfte über Bauvorhaben geben lassen. Bei Meinungsverschiedenheiten trifft der General­baurat die notwendigen Anordnungen. Alle von Staats- oder Parteistellen beabsichtigten Maß­nahmen, die das Aufgabengebiet des Generalbau. rats berühren, sind ihm vor ihrer Ausführung zur Kenntnis zu bringen und -bedürfen seiner Ge­nehmigung. Der Generalbaurat bezeichnet die­jenigen Hoch- und Tiefbauten, Platzanlagen und Straßenzüge, deren Ausführung und Aenderung ohne seine Zustimmung nicht in Angriff genommen werden darf. Vor dieser Zustimmung darf über die für solche Bauvorhaben und Anlagen bestimmten Mittel nicht verfügt werden. Bei allen im Auf­gabengebiet des Gsneralbaurats der Hauptstadt der Bewegung geplanten Bauten mit einem um­bauten Raumbedarf von über 30 000 Kubikmeter kann der Bauplatz von dem Generalbaurat be­stimmt werden. Derartige Bauvorhaben sind daher rechtzeitig vor der Wahl des Bauplatzes dem Generalbaurat anzuzeigen.

Einbau der Gemeindebiersteuer in die Neichsbiersteuer.

Berlin, 24. Dez. (DNB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Aenderung des Biersteuergefetzes beschlossen, das den Einbau der Gemeindebiersteuer in die Reichsbiersteuer bringt. Zu diesem Zweck wurde die Reichsbiersteuer um vier Mark je Hektoliter erhöht, damit das gleiche Ergeb­nis, das die Gemeindebiersteuer bisher gebracht hat, künftig in die Reichskasse fließt. Die Biersteuer be­trägt nunmehr für jedes Hektoliter der in einem Brauereibetrieb innerhalb eines Rechnungsjahres erzeugten Biermenge von den ersten 2000 Hekto­liter 10,50 Mark, von den folgenden 8000 Hektoliter 10,70 Mark, von den folgenden 10 000 Hektoliter 10,90 Mark usw. Für Hausbrauer, die innerhalb eines Rechnungsjahres aus selbstgewonnener Gerste nicht mehr als zehn Hektoliter Bier herstellen und die bereits vor dem 1. April 1930 in Betrieb ge­wesen sind, ermäßigt sich der Steuersatz auf sechs Reichsmark für einen Hektoliter, ferner ermäßigt sich der Steuersatz für Berliner Weißbier und ähn­liche Biere von 3/< auf Vs, während der Steuersatz für Jung- und Braubier, das mit Süßstoff (Sacha­rin) hergesftllt wird, von Vz auf Va heruntergesetzt wurde. Für Bier, das in das Inland eingeführt wird beträgt die Biersteuer 13 Mark für einen Hektoliter. Als Neuerung erscheint noch das Verbot, Vorschriften über die Bereitung von Bier im Haus­halt anzupreisen, zu veräußern oder unentgeltlich abzugeben. Vom 1. Januar 1939 an darf das Bier für Rechnung von Ländern, Gemeinden und Ge- meinüeverbänden mit keinerlei Abgaben mittelbar oder unmittelbar belastet werden.

Fortschreiten der nationalspanischen Offensive.

Bestürzung in Barcelona.

Burgos, 26. Dez. (DNB.) Nach der lieber- Windung der sowjetspanischen Befestigungslinien schreitet der nationale Vormarsch an der Lerida- Front im verstärktem Tempo fort. Die nördliche Kolonne erreichte die an der Hauptstraße Lerida Tarragona, 25 Kilometer östlich von Lerida gelegene Kreisstadt Borjas Blancas. Die südlich der Straße operierenden Einheiten besetzten die Stra­ßenkreuzungen GranadellaPobla und drangen bei Grana della in die Provinz Tarragona ein, wo die Bolschewisten in dem den Zugang zur Küste sperrenden L l o n a - G e b i r g e ihr wichtigstes Widerstandszentrum besitzen. Die bolschewistischen Stellungen am Ebro sind infolge des schnellen Vor­gehens der Nationalen im Rücken bedroht.

Wie der nationalspanische Heeresbericht weiter meldet, besetzten die nationalen Truppen die Ort­schaft C u g u l l, 20 Kilometer südöstlich von Lerida, ferner im Abschnitt Tremp Villanova Mena, 25 Kilometer südöstlich von Tremp. Auch i m B o - genzwischenBegreundEbro konnten sie einige Stellungen erobern. Die Zahl der Ueberläu- fer betrug nicht weniger als 1600. Im Luftkampf wurden zehnrotspanische Flugzeuge ab­geschossen.

Wie aus Barcelona bekannt wird, hat die natio­nalspanische Offensive in den bolschewistischen Krei- sen die größte Befürchtung ausgelost. Die

Blätter fordern angesichts der neuen Schreckens­welle immer wieder zur Bewahrung der Ruhe auf. Die kommunistische ZeitungMundo Obrero" be­nutzt die Gelegenheit, um erneut umfassende Ver­haftungen und Erschießungen zu for­dern,da die Feinde im Innern für die Erfolge des äußeren Feindes verantwortlich feien". Die bol­schewistischen Oberbonzen treffen bereits Vorberei­tungen, um sichere Plätze aufzusuchen. Ein Teil der Ministerien" und sonstigeBehörden" soll ange­sichts der nationalen Offensive nach anderen Plätzen verlegt werden. Man spricht von Valencia, Carta­gena und Albacete.

Neue bolschewistische »Todesurteile".

Riga, 26. Dez. (DNB.) Wie aus Moskau ver­lautet, ist Prof. Ramsin vor kurzem erschossen worden. Ramsin, einer der bekanntesten Spezia- listen für Elektrotechnik in der Sowjet­

union, ist schon einmal als Hauptfigur eines Mon- streprozesses zum Tode verurteilt worden. Damals hatten Ramsin und seine Leidensgenossengestan­den", in Industrie und Technik umfangreiche Sabo­tageakte verübt und mit dem französischen Geheim­dienst in Verbindung gestanden zu yaben. Das Todesurteil war in eine zehnjährige Zuchthausstrafe umgewandelt worden. Schon 1936 jedoch wurde die völlige Begnadigung verfügt, in Anbetracht deren vollständigenGesinnungswechsels", wie es damals hieß. Seitdem war Prof. Ramsin wieder als tech­nischer Berater verschiedener Industrieunternehmen tätig gewesen. Erst vor kurzem soll er von neuem unterSabotageverdacht" verhaftet und im Geheim- verfahren abgeurteilt worden sein. Das Urteil sei diesmal unverzüglich vollstreckt worden. Ebenso soll der frühexe Volkskommiffar für Gesund­heitswesen, Kaminski in aller Heimlichkeit ins Jenseits befördert worden fein.

orten, tn denen häufig Ueberfälle und Anschläge verübt worben find, mit sofortiger Wirkung aus dem polnischen Staatsgebiet ausgewiesen.

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In dem kroatischen Wallfahrtsort Maria-Bistrica bei Agram stürmte eine Gruppe von Bauern die Gendarmeriekaserne und zertrümmerte sämtliche Fensterscheiben. Die Gendarmen machten von der Schußwaffe Gebrauch. Zwei Personen wurden ge­tötet und vier verletzt.

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In Ankara hat der außerordentliche Kongreß der Republikanischen Volkspartei als Nachfolger Ata­türks den neuen Präsidenten der Republik, Is­met Jnönü, zum Vorsitzenden der Partei, für immer, ausgenommen in Fällen der Krankheit, des Todes oder der Demission, bestimmt.

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Der japanische Reichstag wurde am Mon- tagvormittaa durch den Kaiser eröffnet. Nachdem Ministerpräsident Fürst Konoye in feierlicher Zere­monie dem Herrscher iie kaiserliche Botschaft über­reicht hatte, wurde diese vom Kaiser vor dem Hause verlesen. In der Botschaft heißt es: Um eine neue Ordnung in Ostasien zu schaffen und einen dauern­den Frieden im Fernen Osten sicherzustellen, tst es nötta, daß der nationale Geist und die vereinigten Kräfte der Nation noch mehr aur Entfaltung ge­bracht werden. Wir erwarten, daß die Ziele des Konflikts erreicht werden und verlassen uns auf die Treue unserer Untertanen".

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In Uruguay wurde verschiedentlich von kom­munistischem Pöbel versucht, italienische See- Offiziere und Mannschaften durch freche und beleidigende Zurufe zu provozieren. Dank der Disziplin der italienischen Soldaten ist es aber nir­gends zu Zwischenfällen gekommen.

Kunst und Wissenschast.

Glückwünsche zum 85. Geburtstage des Archäologen Wilhelm Doerpfeld.

Der bekannte Archäologe Professor Dr. phil. h. c., Dr. jur. h. c., Dr.-Jng. e. h. W. D o e r p f e l d, der seit vielen Jahren auf der griechischen Insel Leukas sei­nen Wohnsitz hat, beging am 26. Dezember seinen 8 5. Geburtstag. Aus Anlaß seines 80. Ge­burtstages ist ihm bereits für feine außerordent­lichen wissenschaftlichen Verdienste der Ädlerschild des Deutschen Reiches verliehen worden. Der Füh­rer und Reichskanzler hat an Prof. Doerpfeld das folgende Glückwunschtelegramm gerichtet:Zur Feier Ihres 85. Geburtstages übermittle ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Ihre vorbildlichen Ausgrabungen in Olympia, in Troja und Perga­mon, auf den Homerischen Inseln und an vielen anderen klassischen Stätten Griechenlands sind Zeug­nisse Ihrer reichen und tiefgründigen Forschungs­tätigkeit und sichern Ihnen und der deutschen archäologischen Wissenschaft ein unvergängliches Verdienst." Reichsererziehungsminister Rust, den Prof. Doerpfeld bei seinem Aufenthalt in Grie­chenland beim ersten Spatenstich für die neuen Ausgrabungen in Olympia durch die Stätten des alten Hellas begleitete, übersandte dem verdienten Forscher als Glückwunsch sein Bild mit einem Hand­schreiben.

Der tschechische Schriftsteller Karl Capek f.

Am Weihnachtssonntag ist an den Folgen einer Grippe in Prag der auch in Deutschland bekannte Schriftsteller Dr. Karl Capekgestorben. Capek war einer der engsten Freunde des ersten Präsi­denten der Republik, M a s a r y k, und hat auch in drei Bänden seine Gespräche mit Masaryk veröffent­licht. Capes, dessen Haltung nickt als deutschfreund­lich zu bezeichnen war, hat Romane, Reisebücher und Bühnenstücke geschrieben.

Aus aller Wett.

Zwei Zugunfälle im Deihnachlsverkehr.

Am Samstag ist auf dem Bahnhof Wartha an der Werra an her Hauptstrecke WeißenfelsBebra ein Leerzug auf einen Eilgüterzug aufgefahren. Zwei Wagen des Güterzuges Gerieten in Brand, zwei weitere entgleisten. Zwei Zugbedienstete wur­den verletzt, ein Schaffner und ein Zugführer, beide aus Frankfurt a. M. Die Verletzungen des Schaff-- ners waren fo schwer, daß er nach kurzer Zeit fta r b, während der Zugführer nur leichte Ver­letzungen daoontrug. Am ersten Feiertag wurde bei den Aufräumungsarbeiten unter den Trümmern des Zuges eine völlig verkohlte Leiche gefunden. Es wird angenommen, daß es sich um den Reichs­bahngehilfen Fritz. Karl Hotzel aus Gerstungen bandelt, der den Güterzug zur Heimreise benutzt haben dürfte und seit dieser Zeit vermißt wird. Rei­sende sind nicht zu Schaden gekommen.

Am 25. Dezember fuhr der Schnellzug D 34 Ber­linKöln im Bahnhof Helmstedt auf eine Rangierlokomotive auf, wobei Lokomotiv-Personal verletzt wurde. Beide Lokomotiven und Wagen e n t gle ift e n. Reisende wurden nicht verletzt. Die Reisenden wurden mit D 40 weiterbefördert. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden.

Zwei Lohnarbeiter tödlich verunglückt.

In der Frühe des 24. Dezember sind die Bahn­arbeiter Johann Rottmeier und Joseph Rit- aelz von Fünfstetten in Mündling (Bayern) zwi­schen den Geleisen liegend t o t aufgefunden worden. Die beiden Männer waren zum Schneeschau­feln angefordert gewesen und haben allem An­schein nach bei dem Schneetreiben und der Dunkel­heit einen herankommenden Zug nicht beachtet, von dem sie überfahren wurden. Rottmeier war Vater von sieben Kindern, Ritzelz hinterläßt drei Kinder. Der schreckliche Unglücksfall hat in Fünfstetten tiefe Erschütterung hervorgerufen.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

An einem unbeschrankten Bahnübergang bei Hoff­nungsthal wurde ein mit zwei Personen besetzter Kraftwagen von einem Personenzug er­faßt und vollständig zertrümmert. Der Fahrer des Wagens, ein 25jähriger Bäckergehilfe, starb bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus, während der 18jährige Mitfahrer auf der Stelle tot war. Der Fahrer des Wagens muß wohl den Zug bemerkt haben, hat aber auf der abschüssigen und glatten Straße den Wagen nicht mehr rechtzeitig bremsen können.

Nach strenger Kälte Tauwetter in England.

Nach den schneereichsten Weihnachtstagen, die man in England seit 70 Jahren erlebt hat, setzte am Montagnachmittag allgemein Tauwettev und Regen ein. Kälte und Nebel hatten den Weih« nachts verkehr erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Lande waren die meisten Straßen für jeden Verkehr unpassierbar. Viele Dörfer waren

Kanadas Ausrüstung.

Nur die Luftwaffe bislang befriedigend ausgebaui.

Seebefestigungen am Stillen Ozean.

ab. Londo n, 27. Dezember.

lieber die Aufrüstung Kanadas veröffentlicht die Time s" einen Sonderbericht ihres Korrespon­denten in Ottawa. Nach einem Rückblick auf die Verminderung der Miliz und der Rüstungsaufwen­dungen feit dem Weltkrieg werden Zahlenangaben über den gegenwärtigen Zustand gemacht. Kanadas Rüstungshaushalt erreichte in den letzten drei Jahren die Höhe von 92 Millionen Dollar, das stehende Heer beträgt nur rund 4000 Mann, während die nichtständige Miliz eine Effektiv­stärke von 45 000 Mann hat (als Soll-Stärke waren vor einigen Jahren 95 000 Mann festgelegt wor­den). Dieses Milizheer besteht aus 16 Kavallerie­regimentern, 4 Panzerwagenkorps und 91 Jnfan- terieeinheiten, von denen sechs Tankbataillone find. Artillerie und Signalkorps routben in der letzten Zeit vergrößert, die Artillerie von 97 auf 146 Ein­heiten.

Kanada hatte große Schwierigkeiten, die M e ch a- nifierung feines Heeres durchzuführen, dg die in England untergebrachten Aufträge nicht erfüllt wurden. So sind z. B. die 1935 bestellten Flakge­schütze bis heute noch nicht geliefert, eng­

lische Firmen verlangten eine dreijährige Lieferzeit für schwere Geschütze. Einaig die Luftwaffe hat einen befriedigenden Aufschwung genommen. Seit 1937 bis 1938 heftest die reguläre Luftstreitmacht aus zehn Geschwadern und insgesamt 2070 Mann (zum Vergleich: 1936 600 Mann). Dazu tritt ein nichtständiger Zweig aus 12 Geschwadern mit 1450 Mann. Rekruten für die Luftwaffe meldeten sich in zufriedenstellender Anzahl.

Der Bericht weist dann noch auf den Ausbau der Befestigungen an der Küste des Stillen Ozeans hin. Auf der atlantischen Seite sind keine neuen Küstenbefestigungen angelegt wor­den, dagegen Militärflughäfen in Dartmouth bei Halifax, Yarmouth, Truro und Sydney. Im Zuge ihrer Äufrüftungsbemühungen hat die kanadische Regierung ihre Rüstungsindustrie ausgebaut und ist heute in der Lage, neben Flugzeugen auch Munition, Gasmasken, Stahlhelme und Scheinwer­fer in größeren Mengen herzustellen und an Eng­land zu liefern. Dagegen wurde noch keine Fabrik für schwere Artillerie und Tanks gebaut oder eingerichtet.

Ruhige Weihnacht in Frankreich.

Oer pariser ließ es sich schmecken. Oie französisch-italienischen Beziehungen im Hintergrund. Differenzen in der Sozialistischen Partei.

E. F. Paris, 26. Dezember.

Das Wechnachtsfeft vertief in Frankreich nach althergebrachter ~ Sitte und ohne besondere Ereig­nisse. Am Montag ist überall die Arbeit wieder aufgenommen worden, da in Frankreich nur der erste Weihnachtstag Feiertag ist. Arn Sonntag waren die Pariser Straßen mit Ausnahme der Boulevards fast leer. Die meisten Pariser ver­brachten den Weihnachtstag zu Hause im Kreise der Familie, nachdem sie die Christnacht bis in die frühen Morgenstunden hinein Reveillon gefeiert hatten. Die Pariser Restaurants waren wieder voll bis auf den letzten Platz, obgleich das tradittonelle Reveillon-Essen, bei dem die Weißwurst, die Gänfe- leber-Pastete und die Pute die Lieblingsgerichte bildeten, in diesem Jahre teurer als je zu- vor waren. Im allgemeinen herrschte ausgelas­senste Fröhlichkeit, und der Champagnerkonsum war größer als in den früheren Jähren. In den Pariser Gaststätten sah man in diesem Jahre toi eher zahlreiche Ausländer, insbeson­dere Engländer, die über i den Kanal gekommen waren, um in Frankreich ein fröhliches und cham­pagnerreiches Christmas zu feiern.

In allen Pariser Kirchen wurden, wie alljährlich, die Mitternachtsmessen zelebriert, aber in einigen mittelfranzösischen Orten mußten die Messen wegen der Kälte ausfallen. Im allgemeinen war das Wetter an Weihnachten weniger kalt als die Tage zuvor. In Paris wurden 5 bis 7 Grad unter Null gemessen. Aber Mittelfrankreich meldete Temperaturen bis zu 21 Grad unter Null. Der Loire-Fluß zum Beispiel ist an vielen Stellen kilo­meterweit zugefroren. Selbst an der Riviera herrschte ftrenge Kälte, und das sonst so sonnige Marseille erwachte am Weihnachtsmorgen im wei­ßen Kleid. Seit einem halben Jahrhundert haben die Marseiller keinen Schnee in solchen Mengen in ihrer Stadt gesehen.

Die Pariser Weihnachtspresse scheint im allgemeinen die Feiertagsruhe nicht stören zu wollen. Die großen politischen Ereignisse von inter­nattonaler Bedeutung werden in den Blättern des ersten Feiertages nur vorübergehend gestreift und in den Montagszeitungen ebenfalls nur hier und da erörtert. Nach wie vor steht die Frage der französisch - italienischen Beziehun­gen im Vordergrund des Interesses. Nachdem der französische Ministerrat am Samstag beschlossen hatte, die italienischerseits erfolgte Kündigung der römischen Abkommen von 1935 mit einer Note zu beantworten, die der französische Botschafter in Rom voraussichtlich heute oder morgen überreichen soll, stellen die Blätter die verschiedenartigsten Ver­mutungen über dieses Schriftstück an, über dessen Inhalt man in zuständigen Kreisen vorläufig noch strengstes Geheimnis wahrt. Der dem Quai d'Orsay nahestehendePetit Parisien" glaubt zu wissen, daß die französische Regierung einmal die in der italienischen Note enthaltenen Argumente zurückweisen wird und zum anderen den franzö­sischen Standpunkt unterstreicht, den die Regierung gegenüber allen möglichen territorialen Forderun­gen Italiens angenommen hat, d. h. die Unan­tastbarkeit des französischen Impe­riums mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Auch bar3our" ist der Ansicht, daß die französische Note eine in die diplomatische Sprache übersetzte Wiedergabe der Erklärungen fei, die Außenminister Bonnet vor dem Parlament ab­gegeben habe. Es werde sich also um die A b - lehnung aller territorialen Zuge­ständnisse und irgendwelcher Vorteile handeln, die insbesondere hinsichtlich Tunis über die Ab­kommen von 1935 hinausgehen könnten.

Auf dem Kongreß des Nationalrats der Sozia- l ist i sch en Partei, der am 24. Dezember be­gonnen hatte, ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Anhängern des Parteiführers Löon Blum und dem Generalsekretär der Partei, Paul F a u r e, gekommen. Während Lson Blum das Abkommen von München heftig bekämpfte, trat Paul Faure für eine Billigung dieses Abkom­mens ein, wenn er es auch nicht gerade begrüßte.

Wie nach den Vorentscheidungen, die in den ein­zelnen Departements den Beratungen des Natto- nalrates vorausgegangen waren, nicht anders zu­erwarten war, haben die Ansichten Löon Blums eine größere Gefolgschaft ge­funden. Die Mitglieder des Nattonalrotes der Sozialistischen Partei sprachen sich denn auch am Sonntag mit 18 gegen 11 Stimmen bei vier Ent­haltungen für bie Blumschen Gedanken­gänge aus. Von verschiedenen Mitgliedern des Nationalrates war gemäß den örttichen Anweisun­gen der Parteiorganisationen versucht worden, eine Brücke zwischen den Anschauungen Leon Blums und Paul Faures herzustellen. Diese Bemühungen erwiesen sich jedoch vorläufig als erfolglos. Von der Mehrheit der Mitglieder der Sozialistischen Partei wird die neue Entwicklung bedauert, von der man befürchtet, daß sie zu einer Spaltung der Partei führen könnte oder doch zumindest zu einer Niederlegung der Aemter durch Paul Faure. Lediglich auf dem äußersten linken Flügel der Par­tei wird die neue Lage begrüßt.

Oer Generalresident von Tunis in Paris.

Paris, 26. Dez. (Europapreß.) Der General- resident von Tunis, L a b o n n e , ist am Montag- Dormittag in Paris eingetroffen. Er wird Bespre­chungen mit dem Ministerpräsidenten Daladier und dem Außenminister Bonnet über die Reise Daladiers nach Tunis und den übrigen fran­zösischen Besitzungen in Nordafrika haben. Die Epoque" meldet, daß Daladier am 1. Januar abends Paris verlassen und in Toulon am 2. Ja­nuar früh an Bord eines Kreuzers die U e b er­fahrt nach Korsika antreten werde. Der Aufenthalt des Ministerpräsidenten in Korsika wird nur drei Stunden dauern, da er schon am 3. Ja­nuar früh in Bizerta (Tunis) eintreffen wolle. Bei seinem Aufenthalt in Tunis werde Daladier vor allem den südlichen Teil des Landes besuchen und die Verteidigungsanlagen besichtigen. Nach einem kurzen Besuch von Alge­rien werde Daladier dann am 10. ober 11. Januar wieder in Paris eintreffen. Daladier wird an Bord des PanzerkreuzersEmile Bertin", der von zwei Kreuzern des Mittelmeergeschwaders begleitet wird, die Ueberfahrt nach Korsika und Tunis durchführen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsminister des Auswärttgen, von Ribbentrop, empfing am Samstagvormittag den kaiserlich - japanischen Botschafter O s h i m a und überreichte ihm im Auftrage des Führers und Reichskanzlers bas Großkreuz des Ordens vom Deutschen Adler.

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Die nationalspanische Stadt Ibiza, vor deren Strand bolschewistische Flieger das Panzerschiff Deutschland" heimtückisch mit Bomben bewar­fen, sandte zum Weihnachtsfest einen prächtigen Kranz für die Gefallenen des Panzerschiffes nach Wilhelmshaven. Der Kommandant legte den Kranz am Ehrenmal derDeutschland"-Gefallenen auf dem Wilhelmshavener Ehrenfriedhof nieder.

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Der nationalfpanifche Minister für die öffentliche Ordnung, Generalleutnant M a r t i n e z Anido, ist im Älter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Martinez Anido mar unter Prirno de Ri­vera als Innenminister durch feine energischen Maß­nahmen zur Wiederherstellung der Ordnung hervor- getreten. Von Franco wurde er mit dem Ministe­rium der öffentlichen Ordnung sowie mit der Lei­tung des Amtes für Tuberkulosebekämpfung be­traut.

In letzter Zeit haben sich im OIsa- Gebiet zahlreiche zum Teil schwerere Zwischenfälle ereignet. Das schlesische Wojewodschaftsamt hat nun 100 tsche chisch e Staatsbürger aus zwei Grenz­