Nr. 252 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiqer für Oberheffen)
Donnerstag, 27. Oktober 1958
Klaffe V.
Kreis Gießen, dem NS.-Lehrerbund und der Firma
Reservisten kehren heim
„undnativerNlVEA '
Dann wird man Ihren Händen die Tagesarbeit nicht ansehen. Mit Nivea-Creme gepflegte Haut wird widerstandsfähig u. geschmeidig.
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Donnerstag — stand unsere Stadt stark im Zeichen der jungen Männer, die nach treuer zweijähriger Dienstzeit in der Wehrmacht gestern Abschied genommen haben vom bunten und so beliebten Rock
geben, wie sich die Leistungen der Schulen auszeigen, wird jeder 1. Sieg mit 6, jeder 2. Sieg mit 5, jeder 3. Sieg mit 4, jeder 4. Sieg mit 3. jeder 5. Sieg mit 2 und jeder folgende Sieg mit einem Punkt gewertet):
aus dem Kopse saßen (bis aus weiteres) zum letzten Male aus den Protzen und Lafetten ber Infanterie- Geschütze bzw. auf den Fahrzeugen der Maschinengewehre, fröhlich singend und lustige Rufe austau-
Langemarckschule Gießen, 8 Siege, 34 Punkte.
Volksschule Münster, 6 Siege, 18 Punkte.
Oberrealschule Grünberg, 4 Siege, 12 Punkte.
Volksschule Ruttershausen 3 Siege, 8 Punkte.
Goetheschule Gießen, 3 Siege, 7 Punkte.
Volksschule Großen-Linden 3 Siege, 7 Punkte.
des Soldaten. In froher Stimmung wurde dieser Tag von den Reservisten und von ihren weiterdienenden Kameraden begangen. .
Volksschule Lang-Göns 3 Siege, 7 Punkte.
Volksschule Allertshausen 2 Siege, 6 Punkte.
Volksschule Gröningen, 1 Sieg, 6 Punkte.
Gymnasium Gießen 1 Sieg, 4 Punkte.
Gewerbeschule Gießen 1 Sieg, 4 Punkte.
Schon Jahre bauen die Schulen des Kreises Gießen in unermüdlicher, zäher und opferwilliger Arbeit an dieser Aufgabe. Waren es erst wenige und einzelne Schulen, so ist die Arbeit im Laufe weniger Jahre entscheidend gewachsen. Der diesjährige Wettbewerb wies über 2 00 Meldungen auf, fast das Doppelte des vorjährigen Wettbewerbes. Rur wer einmal Modelle gebaut hat. kann ermessen, welche Fülle von Arbeit, Geduld, Genauigkeit, Energie, Ausdauer und Disziplin dazu gehört, ein solches Modell erst einmal zu bauen und dann zum Fliegen bzw. Segeln zu bringen. Wieviel Selbstzucht aber noch mehr dazu gehört, ein solches Modell scheitern zu sehen, sei es durch die Tücke des Geländes, böiaen Wind oder andere unvoraussehbare Umstände. Um wieviel größer aber die Freude, wenn die lange Arbeit gelohnt wird, das Modell in beseligender Fahrt auf Strecke geht und der Zeiger der Stoppuhr stetig wandernd Sekunde um Sekunde hinzufügt, bis die Siegeszeit erreicht ist. Das schönste Erlebnis immer bei allen diesen Vergleichsflügen war die Freude aller, des Siegers wie der Zuschauer über jeden schönen Erfolg und schönen Flug.
So auch gestern: Zwar begann der Tag grau und verhangen. Kalte und frostige Winde wehten voyi Westen, für den Hang am Alteberg nicht günstig. Aber trotzdem wurde der Begeisterung kein Abbruch getan. Der Kreisleiter des NS.-Lehrerbundes, Pg. N e b e l i n g , begrüßte herzlich die Jugend seines Kreises, die Gäste, und gab nach warmen Worten den Start frei.
An fünf Startstellen entwickelte sich lebhaftes Treiben. Modell auf Modell, oft mehrere gleichzeitig, begannen ihren Flug und schwebten hinaus in den Wind, gingen auf Strecke, kurvten, stiegen, „pumpten", je nach ihrer Individualität, schnell oder langsam. Immer aber fanden sie sich dann plötzlich wieder auf der Erde, oft weit vom Start, oft auch zu ihm zurückkehrend, als wollten sie dem Besitzer lange, mühevolle Wege ersparen. Die Starter stoppten, schrieben eifrig, und die Jungens standen daneben, mit Spannung den Weg des Zeigers der Stoppuhr verfolgend, mit großen Hoffnungen und manchmal schneller Enttäuschung. Denn nicht immer wollten die Modelle so, wie ihre Hersteller. Und manches Ach und Oh ging mit heißen Wünschen hinter den abziehenden Modellen her.
Rickit alle Wünsche wurden erfüllt. Reben manchen frohen unb strahlenden Siegern standen andere, mannhaft ihre Enttäuschung verbergend, de- ! nen das Glück versagt blieb, und deren Modelle I irgendwo zu Bruch gegangen sind, oder gar auf Nimmerwiedersehen im Dunst der Berge verschwan-
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| Am Leitertisch arbeitete indessen der zuständige Mann eifrig am Sichten der Wertungen, bis schließ- !lich über Mittag die ersten, dann die weiteren Sie- I ger feststanden und Pg. R e b e l i n g die Sieaerver- digung vornehmen konnte. Er nahm zuvor Anlaß, seinen Dank zum Ausdruck zu bringen: Einmal den Teilnehmern selbst für ihre Mühe und Arbeit' vorher, beim Bau der Modelle, dann besonders denen, die einen Sieg nicht erhielten, aber deren Fleiß
Flachrumpfmobelle über 1500 mm Spannweite.
21 Teilnehmer. 4 Sieger: 1. Otto Göbel, Gieren, 357 Sek. (beste Zeit); 2. Wilhelm Hahn, Gießen, 354; 3. Wilhelm Franz, Gießen, 134; 4. Otto Lang, Münster, 124 Sek.
Sonderklasse III.
Ein Sieger: Gerhard Luft) Gießen, 154 Sek.
Sonderklasse IV.
Ein Sieger: Walter Sprankel, Grünberg, 78 Sek. Sonderklasse V.
13 Teilnehmer. 3 Sieger: 1. Robert Fritz, Gießen, 253 Sek.; 2. Ernst Cröninger, Münster, 209 ; 3. Erwin Ewald, Gießen, 202 Sek.
Die Sieger vertellen sich auf die einzelnen Schulen des Kreises wie folgt. (Um einen Ueberblick zu
zug saß man auf seinem Pferd inmitten der mit- reitenden weiterdienenden Kameraden, oder dis Männer im Zivilanzug und mit der Soldatenmütze
Ein besonders schöner Vorgang dieses im Leben jedes Soldaten unvergeßlichen Tages konnte von schend. Resermstenstock und Reservistenfeldflasche so- oielen Volksgenossen am gestrigen Mittag zwischen wie das Reservistensträußch-.'n fehlten natürlich nicht. 13 und 14 Uhr beobachtet werden. Um diese Zeit Und alles, Reservisten, Offizier-, Feldwebel und zogen Reservisten unserer 116er, mit der Regiments- Kor-ooräle, wie auch die weiterdienenden Männer, musik an der Spitze, in geschlossener Marschkolonne' machte sehr vergnügte Gesichter, aus denen man dis von den Kasernen aus durch die Stadt, wobei na- Freude über den schönen Tag und zugleich die herz- türlich die Hauptverkehrsstraßen des inneren Stadt-' liche kameradschaftliche Verbundenheit zwischen Of- teils durchschritten wurden. Eine Anzahl Offiziere fizieren, Unteroffizieren und Männern ersehen der Kompanien, der „Soieß", zahlreiche Unterosfi- konnte. Es war ein erfreulicher Anblick, den die ziere und eine Anzahl Mannschaften, eine Menge Truppe auch bei diesem nur einmal in jedem Jahre Pferde und eine Reihe von Fahrzeugen — alles das vorkommenden Auftreten in der Oeffentlichkeit ge- war in bunter Reihenfolge von Zivil und Uniform i boten hat.
in der Marschgruppe vereinigt. 1 Gegen Abend sahen wir bann noch eine Gruppe
I. B. Häuser, Gießen. Durch biese Stellen war es möglich, ben Schulen für ihre Werkstätten Gelbpreise und den einzelnen Siegern Werkzeuge und auch noch Buchpreise zu geben, als sichtbares Zei- chen der Erinnerung an diesen Wettbewerb. Im Gedenken an die Männer des neuen Reiches, die alles dies erst möglich gemacht haben, an den Führer Adolf Hitler und den Schöpfer der Luftwaffe, Feldmarschall . Göring, an unser geliebtes Großdeutschland, schloß Pg. Rebeling das schön und erfolgreich verlaufene Dergleichsfliegen der Schulen des Kreises, und er gab der Hoffnung Ausdruck auf ein ebenso frohes Wiedersehen zum nächsten Jahr.
Oie Sieger:
Klasse I. Modelle bis 600 mm Spannweite:
5 Teilnehmer. Ein Sieger: Karl Jung, Grüningen, 13 Sek.
Klasse II. Modelle bis 700 mm Spannweite.
54 Teilnehmer. Elf Sieger: 1. Rudi Merlau, Gießen, 98 Sek.; 2. Karl Raabe, Gießen, 66; 3. Wolfgang Hühner, Grünberg, 50; 4. Willi Amend, Treis an der Lumda, 38; 5. Helmut Kalbfleisch, Hausen, 37; 6. Wolfgang Hühner, Grünberg, 33; 7. Heinrich Kehr, Treis a. d. Lda., 29; 8. Helmut Schneider, Lollar, 29; 9. Kurt Schwarz, Ruttershausen, 25; 10. Edi Vogel, Ruttershausen, 25; 11. Hans Bender, Gießen, 20 Sek.
Klasse III. Modelle bis 1000 mm Spannweite.
40 Teilnehmer. 8 Sieger: 1. Helmut Langsdorf, Großen-Linden, 131 Sek.; 2. Werner Sieg, Münster, 112; 3. Fritz Ullrich, Gießen, 88; 4. Werner Sieg, Münster, 81; 5. Willi Klinkei, Staufenberg, 71; 6. Erwin Heß, Münster, 70; 7. Karl Jung, Staufenberg, 68; 8. Fritzkarl Beller, Gießen, 60 Sek.
Klasse IV. Modelle bis 1500 mm Spannweite.
53 Teilnehmer. 11 Sieger:' 1. Kurt Hahn, Ruttershausen, 282 Sek.; 2. Willi Schupach, Allertshausen, 209; 3. Reinhold Hellwig, Lang-Göns, 171; 4. Werner Frenzei, Gießen, 167; 5. Werner Konrad, Lang-Göns, 146; 6. Werner Walter, Großen- Linden, 144; 7. Heinrich Ranft, Allertshausen, 130; 8. Robert Siegfried, Gießen, 121; 9. Karl Moos, Wieseck, 119; 10. Bernhard Biedenkopf, Münster, 106; 11. Hans Block, Grünberg, 101 Sek.
Vergleichsfliegen der Schulen des Kreises Gießen
Segelflugmodell-Weitbewerb auf dem Alteberg bei Odenhaufen (Lahn).
12. Volksschule Treis, 2 Siege, 4 Punkte.
13. Peftalozzifchule 1 Sieg, 3 Punkte.
14. Volksschule Staufenberg 2 Siege, 3 Punkte. ]
15. Volksschule Lollar 1 Sieg, 1 Punkt.
16. Volksschule Wieseck 1 Sieg, 1 Punkt.
Aus der Stadt Gießen.
Nur ein Tier.
Ein schwer mit Kohlen beladener Wagen wird von einem krüftigen Pferd auf glatter Asphaltstraße mühsam heran gezogen. Der Fuhrmann geht nebenher, sorglich führt.er die Zügel.
Plötzlich, mit dem schrillen Schlürfton ausgleitender Hufe, gerät das Pferd ins Wanken. In wuchtvoll hastigen Sprüngen, die hart auf den Asphalt niederhämmern unb wie seltsam sinnvolle Verrenkungen anzuschauen sind, bemüht es sich, den Sturz abzuwenden. Aber der langsam rückwärts rollende Wagen hemmt die natürliche Gegenwehr des angefesselten Tieres, zu spät eilt ein Passant an die Bremskurbel, hilflos sackt der schwere Tierleib zu Boden, die schlanken Beine erscheinen wie geknickt unter seiner Last.
Reglos liegt jetzt das Pferd, aber nur einige Sekunden. Dann, mit einem Ruck, beginnt es, sich wieder aufzurichten. Voll teilnehmender Spannung folgen die Blicke der Menschen den edel-schwersälligen Körperschwüngen, mit denen das massige Tier wieder hochzukommen versucht. Einen Augenblick scheint es, als müsse es noch einmal niederstürzen. Endlich aber, mit einem geglückten letzten Sprung, steht es wieder aufrecht und sonderbar still da. Die rauhe Arbeitshand des Fuhrmannes klopft begütigend Hals und Rücken des Braunen, und sie tut das wie im stillen Auftrag aller Zuschauenden.
Es sind nicht viele, die dieses unbedeutende, alltägliche Geschehen beachteten; fast unbewußt grüßen sie nun einander mit Blicken, bevor sie weitergehen, jeder seinen werktäglichen Weg. Unb etwas wie ein Aufatmen ist in diesem stummen Gruß, Befriedigung über abgewendetes Mißgeschick und zugleich Achtung vor dem zähen Willen einer treu dienenden Kreatur.
Nur ein Tier war es, das da im Mittelpunkt eines kleinen Geschehens stand; aber es fügte sich vollkom
men ein in das große Notwendige: die werktätige ~ ..... JB.
Am gestrigen Mittwoch — zum Teil auch noch I Strahlenden Gesichts marschierten die Reservisten während der frühen Vormittagsstunden des heutigen zu,m letzten Male (bis auf weiteres) in Reih und Donnerstag — stand unsere Stadt stark im Zeichen Glied, oder als Reservist und Mann vom Reiter-
Gloria-Palast, Seltersweg: „Am seidenen Faden". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Melden in Spanien". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot: 20.30 Uhr Hotel „Prinz Carl" Vortrag über Eigenheime.
Ausgabe der Bolksgasmaske beginnt.
*7* Die Zuweisungsscheine, die zum Bezug der Dolksgasmasken berechtigen, werden zur Zeit von den Blockwaltern der NSV. verkauft, die dieserhalb an jeder Wohnungstür anklopfen und alles nähere — besonders den Verkaufspreis — bekanntgeben.
Zuständig für die Ausgabe der Zuweisungsscheine sind ausschließlich die Ortsgruppen der NSV. Alle An ragen sind an diese Dienststellen zu richten. In Zweifelsfällen ist die NSV.-Kreisamtsleitung unter Telephonnummer 2297, Nebenstelle 02, zu jeder Auskunft bereit.
Die Ausgabe der Volksgasmaske findet vom 26. Oktober bis 15. November vorerst im NSD.- Lager „Einhorn", Lindenplatz, Eingang Kirchenplatz, und in der Geschäftsstelle der NSV.-Orts- gruppe Gießen-Nord, Walltorstraße 38 (Vorderhaus) täglich von 15 bis 20 Uhr statt. Persönliches Erscheinen ist unbedingt erforderlich, damit die richtige Größe erprobt werden kann.
Die Zuweisungsscheine sind bei der Ausgabe der Dolksgasmasken abzugeben. Die Derpassung erfolgt durch Frauen und Männer des Reichsiustschutz- bundes. K ,
Da der Verkauf nur beschränkte Zeit durchgefuhrt wird, kann die sofortige Beschaffung jedem Volksgenossen nur dringend angeraten werden. Jedem Gießener seine Volksgas- m a s f e I
Gemeinschaft.
Dornoiizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Fliegen — die uralte Sehnsucht der Menschen.!und deren Arbeit nicht weniger anerkannt werden Eine noch größere Sehnsucht der Jugend. Zu keiner würden. Dann schließlich den Spendern der Preise, Zeit ist der fliegerische Gedanke lebendiger unb.tiefer der hessischen Landesregierung, der Stadls und dem gewesen als heute. Ihn noch lebendiger zu machen, ' ZT" v """ " ' ' v v v cr*
noch tiefer in die Herzen der Jugend zu graben, dem dienen die Vergleichsfl.üge der Schulen des Kreises Gießen ebenso wie die Flug- betätigung des NS.-Fliegerkorps im ganzen Reich. Ueberall, wo die Jugend Flugzeuge baut, feien es Modelle, ober in ben Werkstätten bes NSFK. auch Flugmaschinen, wird an ber Erfüllung besten gearbeitet, was Feldmarschall Göring kurz und schlicht in bie Worte gefaßt hat: „Das deutsche Volk soll ein Volk von Fliegern werden."
Die Dahlien im Garten.
Von Friedrich Schnack.
Im Farbenbrand der Dahlien, bie bei uns in den Gärten so volkstümlich geworden sind wie die sommerfrohen Rosen, ist die Erinnerung an ihre Herkunft erhalten, den alten, glühenden Jndianer- fommer. Sie haben einen Abglanz ihrer Unjeimat Mexiko zu Zeiten bes Kaisers Montezuma, dessen Sinnbild die Sonne war, zu uns gebracht, (sie, Die heldische Gottheit des farbenfrohen Herrschers, begabte die Dahlie mit märchenhafter Ps/anzenglut unb mit ber Fähigkeit zu fortbauernder strafender Verwandlung. In der Hand des Blumenzüchters ist sie gehorsam wie ein Geist, der alle Befehle des Meisters ausführt. Ihr Dienst ist bie Offenbarung köstlicher unb rounberfamer Farben. Er stellt sich ein seltenes Rot vor, wie es bie PstMenNere m den Meerestiefen tragen, unb die Dahlie gehorcht sie wird feetulpenrot. Er denkt an bie Orange, auf die ein Schein des Sonnenuntergangs fallt, und die Dahlie erglüht in biefer scheidenden Himmels- färbe. Ein schwarzer Purpur kommt ihm m den Sinn, unb schon verwirklicht ihn seine Llebllngs- - blume. Er hat von einem morgengolbenen totern geträumt, unb feine Blüte wirb ein morgengolbener Stern im Garten. , . . ...
Die Dahlie, die dem Schatten femb ist, verschwendet sich in taufend Blumengesichtern, m bei nabe zahllosen farbigen Sternen und Lichtern. Manche^ Arten gemahnen an Edelsteine: sie hab n einen Schimmer von Amethyst, von Bernsteln. von Rubin, von Topas, auch sind ihre Strahlenbluten kühl unb klar geschnitten. Wieder andere lass a>nrpn hßnfen- sie finb scharlach, filbrigroja ober lachsrosa mit einem Hauch von Karmin und bauschig Zaublrschme7z 1hre7 St r a fen blättere in en^ seidigen ®änesa&. WÄnAbe, amaranthrote, zitronengelbe, und ervveer
farbene begleiten ben Somme? und erwarrenyv aufgereckt, funkelnd und pomphaft den Herbst m
bas ©artenjatjr unb rtbe" Ä _ bis in warmen Zeit zu einem Fest de F Feuer,
H?chklan^d7^Freude,^ die kest^Alter zu kennen
scheint. Ihre Büsche haben eine reine und schön- gestaltige Form. Ihre Blumen sind mannigfaltig: man kennt Pompondahlien, die alten Georginen, Kaktus-, Anemonen-, Seerosen-, Schmuck- und Riesenschmuckdahlien.
Wie in der Vielfalt ihres Farbenausdrucks, so ist in ber Mannigfaltigkeit ber Blütentracht ber große Reichtum unb bie Fruchtbarkeit dieser gestalt- unb blühwilligen Wunberblume ausgebrückt. Unb alle ihre Pracht unb Schönheit, womit sie ben Sommer lobt, ben Herbst burchleuchtet, bie Schwere über» roinbet unb bem Licht zustrebt, entringt sich ber groben, lehmfarbenen und erbgebunbenen Knolle, bie unten Wurzel treibt, bamit oben der Stern sich entzünde.
Geschichte als Beispiel.
Eberhard Wolfgang Möller: „Der Untergang Karthagos."
Zu Beginn der Reichstheatertage der HI. in Hamburg erlebte, wie schon kurz berichtet wurde, Eberhard Wolfgang Möllers neues Schauspiel „Der Untergang Karthagos" feine Uraufführung. Das Stück wird über eine Reihe weiterer Bühnen gehen; in den letzten Tagen wurde es auch am Hessischen Landestheater in Darmstadt mit starkem Erfolge herausgebracht.
Die Reichstheatertage der Hitler-Jugend in Hamburg begannen mit der „feierlichen Fanfare" des Hamburger Komponisten Walter Girnatis. Eine Fanfare kann man auch das Werk nennen, das Don den Schauspielern des Thalia-Theaters unter Mitwirkung von hundert Hitlerjungen uraufgeführt wurde. Wolfgang Eberhard Möllers Drama „Der Untergang K a r t h a g o s" ist das Bekenntnis einer neuen Jugend zu einem neuen Theater. Der HI.-Dichter unb Trager bes nationalen Buchpreises von 1935 bemächtigt sich bes historischen Stoffes mit bem Schwung eines jugenb- lichen Stürmers. Es kommt ihm nicht auf bie geschichtliche Treue an, fonbern auf bie tiefere ge- chichtliche Wahrheit.
Möller sieht in bem Untergang Karthagos em Beispiel, besten tieferer Sinn eine Aufgabe stt, bie wir lösen müss n. Den Enbkampf um bie Vormachtstellung im Mittelmeer, ber zum Sieg Roms unb zur Vernichtung Karthagos führt, gestaltet er Darum nicht nach ber herkömmlichen Geschichteuber- lieferung, fonbern nach den Erkenntnissen nationalsozialistischer Geschichtsdurchdringung. Dem gesunden, soldatisch-straffen Bauernstaat der Romer stellt er ben Krämerstaat Karthagos gegenüber, m bem
eine dünne semitische Oberschicht eine nichtsemitische Urbevölkerung geknechtet und entrechtet hat. Aus diesem Gegensatz wächst ber bramatische Konflikt.
Rom hatte im zweiten Panischen Krieg gesiegt und ben Karthagern einen harten Frieden diktiert. Die Lasten trägt nur bas versklavte Volk, die semitische Oberschicht lebt in Saus unb Braus, da sie an der Erfüllungspolitik ihrer verrotteten Regierung unb am Dolksverrat der Parteienwirtschaft gut verdient. Da erhebt sich aus dem Volk Karthagos eine Schar entschlossener Männer, bie sich um ihren Führer Hasdrubal schart. Das kleine Heer kämpft gegen Massinissa, ben alten Feinb ber Karthager, ber bie Grenzen bebroht, unb besiegt ihn. Rom sieht darin eine Verletzung ber Friebens- oerträge unb greift ein. Wieber feiert bie Erfüllungspolitik einen schmählichen Triumph. Sämtliche Waffen unb bie gesamte Flotte werben ausgeliefert, Geiseln gestellt, unb nach einem ungeheuerlichen Volksbetrug wirb Hasdrubal mit feinen Tapferen eingeferfert. Rom aber will bie Zerstörung ber Stabt. Da besinnt sich Karthagos Volk auf Hasbrubal, jagt bie verräterische Regierung bavon unb stellt sich unter den Befehl seines Führers, es kommt zum Derzweiflungskampf, in dem die Römer siegen, weil sie rassisch gesund sind, während das rassisch verdorbene Volk Karthagos die letzte Probe nicht besteht. Hasdrubal wird verraten unb stirbt auf ben Trümmern ber Stabt. Doch noch im Toten ehrt ber Sieger ben helbischen Gegner, ben einzigen wahrhaft großen Mann eines zum Untergang bestimmten Volkes.
Möller hat ben historischen Stoss mit einer Fülle zeitgeschichtlicher Parallelen ausgestattet unb ihn in einer gegenwartsbewußten Form unb Sprache ge- ftaltet. Ja, er gibt sogar seinen Menschen ein modernes Kostüm und läßt sie in Begriffen und Ausdrücken unserer Zeit denken und reden. Aber wie es niemals bei einer Dichtung auf das äußere Gewand ankommt, so siegt auch hier die dichterische Kraft unb Eingebung über bie Bebenken, die an Äußerlichkeiten hasten möchten.
In dem wuchtigen Rahmen, ben die Bühnenbilder Johannes Schröders geben, ließ Hans Weißbach bas Drama zu prachtvoller ßebenbiafeit wachsen. Großartig war auch bas Schauspielerische. Unter ber großen Zahl ber Mitwirkenben ver- bienten Emil Lohkamp als fanatischer Hasbrubal, Maria K a r st e n als seine Mutter, Heinz K 1 e v e n o w als Scipio, Willy Maertens als Präsident, Hermann Bräuer als Wirtschafts- iührer Baal unb Traute Fölß als feine Tochter Selene genannt zu werben. Das Haus bereitete bem Dichter unb seinen Hellern stürmisch- Kunb- gebungen. Or. Max S i d o w.
Tintenfische, gefilmt.
Die Natur hat vielen Tieren eine Tarnkappe geschenkt. Das bekannteste biefer Tiere ist bas Chamäleon, bas sich in seinem Aussehen bem Untergrunb, auf bem es ruht ober über ben es läuft, mit Schnelligkeit anzugleichen versteht. Auch manche Schlangen besitzen biese Eigenschaft, wobei noch viele von ihnen eine Fähigkeit ausgebildet haben. Formen, die Aesten und Zweigen gleichen, anzunehmen. Weniger bekannt ist es, daß auch die Meerestiefe Tiere birgt, bie solches aus Natur oder mit künstlichen Mitteln vermögen. Ein Kulturfilm ber Ufa unter bem Titel „Tintenfische", ber in natürlichen Farben im Golf von Neapel aufgenommen würbe, gibt für solche Tiere in Tarnkappen erstaunliche Beispiele. Die Familie ber Tintenfische ist vielgestaltig. Da gibt es Tiere mit langen schlanqenartigen Saugarmen, Tiere, bie wie vorsintflutliche Erscheinungen aussehen und Tiere, die Fischen, etwa den Sck)ollen gleichen. Ein solches schollenartiges Weichtier aus der Familie der Tin- . tenfifdje besitzt in seiner Haut veränderliche helle I unb dunkle Farbstoffzellen. Sie ermöglichen es ihm, durch Ausdehnung unb Zusammenziehung sich, ber Farbe ber Umgebung so genau anzupassen, baß es auf einem steinigen Boben für Stein, auf einem moosigen Boden für Moos, auf Sand für Sand gehalten werden kann. Wieviel schwerer hat es da ber Meereskrebs, der die Schneckenmuschel, in dis j er kriecht, erst sorgfältig mit Seegurken besetzen muß, um sich nach außenhin zu tarnen. Und da- ! bei ist den Tintenfischen die bekannte Eigenschaft verliehen, aus einem Tintenbeutel eine schwarz, braune Flüssigkeit abzuschießen, die das Wasser ringsherum undurchsichtig m^cht, und so dem Feind verwehrt, die schon gestellte Beute zu erhaschen.
—s.
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. med. Philipp Schneider, Extraordinarius für gerichtliche M'dizin an ber Universität Göttingen, wurde in gleicher Eigenschaft an die Universität Wien berufen.
Hofiat Profestor Dr.-Ing. e. h. Rudolf Doerfel, Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Ingenieure, ist im Alter von 84 Jahren in Prag g e ft o r b e n. Er gehörte zu den hervorragendsten Forschern und Lehrern der Deutschen Technischen Hochschule Prag. Seiner Schafienskraft verdankt der Maschinenbau maßgebende Fortschritte. Seine Arbeiten galten vor allem ber Leistungssteigerung der Dampfmaschine.


