Internationaler Merkongreß in Vad-Aauheim
it er
(Nachdruck verboten!)
25. Fortsetzung.
ig. Sie ist Geschmack
dessen Brüstung ganz mit blühenden Geranien be» „So pflanzt war. * Suh
an- den
„er wird Sie morgen mit ihr zusammenbringen, damit Sie ihr ungefähr sagen können, was sie zu tun hat. Es ist ein Fräulein Thea Bertram, ich kenne sie nicht, aber das ist auch nicht nötig. Sie ist Detektivin von Beruf, eine für meinen Geschmack
reichlich unweibliche Beschäftigung, aber in diesem Falle muß ich natürlich froh sein, daß es Frauen gibt, die eine solche Tätigkeit ausüben. Sie geben ihr gleich ein Schreiben mit, das so gehalten sein muß, daß man sie auf keinen Fall wieder Zurück- schicken kann, und Sie erholen sich so lange bei Ihrer Mutter. Alles Nähere erfahren Sie morgen."
„Sie können ganz auf mich zählen, Herr Baron."
die ihr einen guten und netten Eindruck machte, zwei Treppen hinauf in ihr Zimmer, das von der Größe eines kleinen Saales war.
Dore ging an dos Fenster und sah hinaus. Es war die Rückseite des Schlosses. Wenn sie sich vorbeugte, sah sie unten eine breite, mit roten Fliesen belegte Terasse, auf der verschiedene Tische mit bunten Schirmen und auch mehrere Liegestühle standen, die Terrasse war abgeschlossen durch ein Geländer,
Das also war Geralds Heimat. Das war die Stätte, auf der sich sein Leben abgespielt hatte, viele Jähre lang, mit einer anderen Frau. Dore fühlte doch immer wieder den feinen Stich, wenn sie an diese Frau dachte — ob sie wirklich so schon war? — uckd ob Gerald ...? Fort mit diesen Ge- danken! _ ...
Sie lähmten nur und hinterten sie an der Erfüllung chrer Aufgabe, einer Aufgäbe, die schwer und — vielleicht nutzt ungefährlich war. Fiedler hatte ihr neben genauesten Instruktionen auch ein ungeschminktes Bild der Lage gegeben, in die sie selbst bei Unvorsichtigkeit geraten könnte. Einen Augenblick beschlich sie ein leises Frösteln, aber sie riß sich energisch zusammen — sie würde Gerald beweisen, daß es noch andere Frauen gab als Carola, nicht so schön, aber dafür zuverlässig — und das war auf die Dauer doch mehr wert.
Das Leben auf einem großen Herrensitz ist nicht ohne Reiz für ein Stadtkind, das zum ersten Male den Betrieb eines Gutes kennenlernt. Dore hat so viel zu sehen und Neues zu lernen, daß sie kaum wußte, wo sie anfangen sollte. Sie empfand sehr richtig, daß sie vor allem einen Ueberblick über die Gesamtverhältnisse bekommen mußte, ehe sie an ihre eigentliche Aufgabe gehen konnte.
Die beiden ersten Tage brauchte sie hauptsächlich, um sich als Gutssekretärin einigermaßen zurechtzufinden, aber erstens hatte sie eine rasche Auffassungsgabe und dann war Oberinspektor Melchior sehr nachsichtig der Aushilfe gegenüber. Und Herr Suhl — mit ihm hatte sie am meisten zu tun — hatte sich ganz offenkundig in sie verliebt; das wirkte sich sehr angenehm aus; er übernahm einen Teil ihrer Arbeit, nur um mit ihr möglichst viel auf dem Büro zusammensitzen zu können.
Dore fand ihn ausgesprochen angenehm, und wenn sie ihn auch nicht irn geringsten ermutigte, so war sie doch sehr liebenswürdig zu ihm. Erstens, weil er tatsächlich ein netter Bursche war und Niemals zudringlich wurde, und zweitens: er war in seiner Verliebtheit sehr viel redseliger als die übrigen Leute, mit denen sie zusammenkam.
„Es ist viel für Herrn Melchior, diese zwei Güter auf einmal", sagte sie am dritten Tage ihrer Anwesenheit, als Melchior sie gerade verlassen hatte; man hörte das Klappern der Hufe noch vom Hof herüberschallen. „Dies dauernde Hin- und Her« pendeln ist doch eine Strapaze."
„Sicher", stimmte Suhl ihr bei, „na, wenn der Petry die Sache übernimmt, kann er ja wieder auf Jägerhof bei seiner Alten bleiben."
— Herr Petry will das Gut übernehmen?" Suhl entging der gespannte Ton der Frage. „Will
„Ich wußte, daß ich mich auf Sie verlassen konnte, Fräulein Schneider", sagte Gerold herzlich, als er in der Halle seines Hotels mit ihr zusammensaß.
„Oh, Herr Baron, das ist doch selbstverständlich", stammelte sie gerührt und errötend; dem jungen Herrn hatte sie immer ihre stille Verehrung entgegengebracht.
„Selbstverständlich?" wiederholte Gerald bitter. „Ich habe inzwischen begreifen gelernt, daß Zuverlässigkeit durchaus nichts Selbstverständliches ist. Und auch mein Onkel scheint seine Meinung über mich inzwischen geändert zu haben."
„Das dürfen Sie nicht sagen, Herr Baron", widersprach Fräulein Schneider lebhaft. „Und mit ollem Respekt — ich finde es nicht recht von Ihnen, daß Sie so lange nichts von sich hören ließen. Es hat den alten Herrn bitter gekränkt — und er ist doch jetzt über siebzig, da weiß man nie, wie lange jemand noch lebt."
Gerald war bloß geworden. „Heißt das tatsächlich, daß nie ein Brief von mir in die Hände meines Onkels gelangt ist?" fragte er heiser.
„Nie! Das weiß ich genau. Aber — Herr Baron — haben Sie
„Natürlich habe ich geschrieben, mindestens viermal. Und schließlich geschwiegen, weil nie eine Ant- wort kam. Also hat der Doktor doch recht. Ich wollte es nicht glauben", sagte er mehr zu sich selbst. Dann erklärt er Anna Schneider in großen Zügen, warum er sie nach Berlin geholt hotte.
„Dieser Dr. Fiedler hat eine sehr tüchtige Detektivin an der Hand", schloß er seine Schilderung, der Alma Schneider erstaunt und aufmerksam lauschte,
Die Intendanz des Stadttheaters teilt mit, daß die nächste Aufführung von „Ein Sommernachtstraum" erst in etwa drei Wochen stattfindet, da das Städtische Orchester nur zur Eröffnungsvorstellung zur Verfügung steht, um anschließend, nach der strengenden Sommerarbeit in Bad-Nauheim, in wohlverdienten Urlaub zu gehen.
— ist gut", lachte er harmlos, „wollen will er's schon lange. Aber der Alte oben ist halsstarrig. Er läßt ihn zwar arbeiten, — allzuviel versteht er nicht", schaltete er geringschätzig ein. „Nur eine feste Stellung gibt er ihm nicht."
„Aber warum denn nicht?" stellte Dore sich
Kamst du zurück, Dore?
' Roman von Hedda Lindner.
Copyright by Earl Duncker Verlag, Berlin W 35.
Straßenbahnumbau Ludwigsplatz — Kaiserallee.
Die Neuverlegung der Straßenbahnschienen vom Ludwigsplatz durch die untere Kaiserallee im Rahmen der völligen Neugestaltung dieses Straßenzuges ist seit gestern in ein neues Stadium getreten. Nachdem ein Gleispaar der Weiche am Ludwigsplatz in seine neue Lage gebracht ist, geht nun
von der besten Seite.
Gietzener Dochenmarktpreije.
* G i e ß e n, 27. Sept. Auf dem heutigen Wochen« markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische 11 bis 12 k», Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 11, rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 25 bis 30, gelb 25 bis 30, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, kg 15 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 45 bis 70, Rhabarber 12 bis 15, Kürbis 8 bis 9, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, kg 4 Pf., 5 kg 40, 50 kg 3,30 dis 4 Mark, Aepfel, kg 25 bis 45 Pf., Falläpfel 14 bis 15, Birnen 25 bis 45, Brombeeren 40 bis 50, Preiselbeeren 40 bis 45, Hauszwetschen 21 bis 23 Pf-, junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf.^ Salat 8 bis 15, Endivien 5 bis 15, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 2 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
B. in G. Da der Mietzins der in Frage stehenden Wohnungen unter 1000 RM. liegt, unterliegen die Wohnungen den Besttmmungen des Mieterschutzgesetzes. Nach diesen ist eine Aufhebung des Miet- Verhältnisses nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die wichttgsten Mietaufhebungsgrunde sind: erhebliche Belästigung, Mietrückstand und dringender Eigenbedarf.
zum Teil origineller Gedankengange der modeschal« fenben Industrie. Dor allem war der bunten Faro» breiter Spielraum gegeben. Der bunte Pullover, die Vorderseite mit breiten Querstreifen (Achtung, nur für schlanke Damen!), die Rückseite einfarbig und, glatt verarbeitet, wurde in mehreren Varianten ge« zeigt und bewies aparte Wirkung. Die eleganten Venusblusen in freundlichen Farben, schon gestreift, ausgeführt in verschiedenstem Material, dürften wohl vielen Zuschauerinnen gefallen haben. Im Zusammenhang damit wurden Komplets getragen, die mit Staffen in der gleichen Farbe wie die Bluse gefüttert waren. Mit Freude sah man die Nachmittags. und die Abendkleider aus Dresdener Web-, spitze aber auch jene aus Lindener Samt, aus jenem’ sympathischen Gewebe, das diesmal durch kühne Einfügung lebhaft bunier Farben zu erstaun- liehen Wirkungen geführt wurde. Das Vormittags- kleid, die Bluse, das Nachmittagskleid für das Haus, das Komplet, das Abendkleid und das große fest- liche Kleid wurden in organischer Folge des Tages- ablaufs gezeigt und damit auf die vielen Möglichkeiten hingewiesen, die für eine persönliche und geschmackvolle Bekleidung gegeben sind.
Man ließ es auch diesmal nicht bei der Vorführung zeitgemäßer Bekleidung allein bewenden. Vielmehr wurde wieder Dublee-, Silber- und Goldschmuck gezeigt. Auch Schmuck unter Verwendung synthetischer und echter Steine, und durch praktische Anwendung gleichzeitig bewiesen, in welch ferner Form der Schmuck die Wirkung eines Kleides, einer Bluse usw. zu heben vermag. Die Modenschau ließ außerdem erkennen, welche Wege die Hutmode für den kommenden Winter zu gehen beabsichtigt; man ah Strumpfneuheiten, erfuhr von Neuheiten auf dem Gebiete der Schnittmuster und hörte Grund- ätzliches über die Bedeutung der Frisur für die Erreichung einer harmonischen Erscheinung.
Frl. Lore Wilden als Ansagerin legte wohl- bemessene Beredsamkeit an den Tag, wußte geschickt auf viele Einzelheiten der Verarbeitung der Stoffe, auf neue Formen und auf ungeschriebene Gesetze aufmerksam zu machen, die befolgt werden müssen, wenn eine Frau oder ein junges Mädchen als gut angezogen gelten will. Daß sie ihre Erläuterungen mit mancher humorvollen Bemerkung begleitete, trug wesentlich zur Unterhaltung bei. Die Haus- kapelle Kleber bot zu den Vorführungen uner- müdlich gute Musik. Die Damen, die die reiche Re- vue der Kleider, Blusen, Mäntel, und Komplets zu zeigen hatten, wurden ihrer Aufgabe mit der Sicherheit der Erfahrung gerecht und zeigten die Dinge
Aus der Stadl Gießen.
Gemeinsames Glück.
Sie gehen eng aneinandergeschmiegt durch die Geschäftsstraßen der Innenstadt. Es ist nichts als Glück zwischen ihnen, und der Blick, mit dem sie sich gelegentlich ansehen, der verstohlene Händedruck, Den sie dann und wann tauschen, verrät offensichtlich, daß es Liebesleute sind. Ja, sie haben sich kürzlich verlobt, und ihre Erwartung gilt bem Tage, an dem sie sich als Eheleute verbinden werden.
Aber gegenwärtig haben sie noch sehr dringliche Aufgaben. Und so merkwürdig es erscheinen mag: hier erweist sich das junge Mädchen entschieden tatkräftiger als der junge Mann. Ihr Verhalten in dieser Angelegenheit ist überhaupt viel mehr von praktischen Erwägungen dikttert, während er höflich zurückhaltend bleibt. Offen gestanden: manchmal erscheint es ihm geradezu peinlich, sich immer wieder mit diesen Dingen befassen zu müssen.
Da sind zum Beispiel die Schaufenster. Kann es für ein verlobtes Mädchen etwas Interessanteres geben als diese Schaufenster, an denen man entlangschlendern und in aller Muße die ausgelegten Waren betrachten kann? Junge Männer indessen haben genau wie ihre älteren Geschlechtsgenossen weniger Vorliebe für einen Schaufensterbummel. Aber gelingt es nicht trotzdem den Frauen, diese stille Abneigung in der liebenswürdigsten Weise zu besiegen? Ist es nicht ganz und gar selbstverständlich, daß sie sogar ihren Verlobten von der Nützlichkeit und unbedingten Notwendigkeit der ausgiebigen Schaufensterbetrachtung überzeugen?
So gehen nun die beiden an den Schaufenstern entlang, und die entzückten Ausrufe de? jungen Mädchens werden sekundiert von dem Nicken des jungen Mannes, der gelegentlich auch eine Bemerkung fallen läßt, die nach Sachkunde aussehen soll. Ist es aber wirklich Sachkunde? Hat er bereits vorher etwas gewußt von den Vorzügen einer Reformküche? Ist es ihm schon einmal eingefallen, über den Unterschied zwischen polierter Birke und gewachstem Ahorn für ein . Schlafzimmer nachzudenken? Hat er sich jemals mit den verschiedenen Holzarten für ein hübsches Wohnzimmer beschäftigt?
Nein, das wohl nicht, aber nun werden Öteje Fragen sozusagen brennend wichtig. Und vor allen Dingen: man muß sich auch durch den Augenschein überzeugen. Weshalb es nicht nur bei der Schaufensterbetrachtung bleibt. Ob er viel oder wenig Neigung hat, dem jungen Mann erwächst die Pflicht, mit seiner Braut allerlei Geschäfte aufzusuchen, wobei sie eine erstaunliche Initiative entwickelt und den Verkäufern mit vielen Hinweisen und Fragen ihre Wünsche erklärt.
Später aber sitzen beide in einer kleinen Kaffeestube. Und hier ist es wieder der junge Mann, der das Wort führt und von einer schönen Zukunst spricht. Unterdessen aber drücken sie sich die Hande und sind sich wundervoll einig: es ist ja bei aller Verschiedenheit ein stilles, gemeinsames Gluck.
H. W.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Fall Deruga".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fahrendes Volk".— Modenschau: 16 und 20 Uhr im Cafe Amend „Schmuck und Mode Herbst 1938".
Nächste Aufführung „Ein Sommernachtstraum".
ausgeglichen, daß man Kohlensäure in die Badewanne einftrömeh lasse.
Viel Beachtung fand das Referat von Regie- rungsbaurneister Oberingenieur W e v e l m e y e r (Bad Salzuflen) über die neuen Werkstoffe in ihrer Verwendbarkeit für Heilquellenleitungen, lieber die Eigung eines Werkstoffes entscheide seine Güte und Verarbeitbarkeit. Der Güteanspruch werde nach der Verwendungsart des Heilwassers bestimmt. Das Trinkwasser dürfe durch den Werkstoff weder im Geruch, noch im Geschmack oder Aussehen beeinträchtigt sein. Die Bestandsdauer des Werkstoffes gegen chemisch-physikalische Einflüsse (Korrosion) und Verschleiß sei bedingt durch die Zusammensetzung des Werkstoffes und des Wassers. Kunststoffe, wie Mipolam und Neoresit, erfüllten schon sehr weitgehende Wünsche. Bei den ferami- schen und Kunststoffen fei die Konstruktion der Rohrverbindungen noch verbesserungsfähig.
Die übrigen Referate beschäftigten sich mit einzelnen Meßgeräten und Spezialfragen der Badertechnik. Gleichzeitig fand eine Sitzung der Abteilung Werbung statt, in der die Vertreter Italiens und Deutschlands die schwebenden Fragen der propagandistischen Praxis der Bäder und die wissenschaftliche Werbung der Bäder und Kurorte besprachen. Die ärzliche Abteilung beschäftigte sich in ihrer Sitzung mit der Ernährung und Diät in Bädern und Kurorten. Zu diesem Thema sprachen ein Badearzt, ein Kliniker und em Kurdirektor.
Mode und Schmuck im Herbst 1938.
Modenschau im (Safe Amend.
Wieder einmal gab es gestern nachmittag im Caf6 Amend in unterhaltsamer Form Gelegenheit, einen Ueberblick über deutsches Modeschaffen zu gewinnen. Die Modenschau der Gemeinschaftswerbung deut- scher Industrie gab in unserer Stadt ein Gastspiel und zeigte in zweckmäßiger und geschmackvoller Form all das, was Frauen interessiert, wenn der Winter kommt und die Umstellung in der Kleidung notwendig wird. Die Modenschau gab hier eine Fülle von Anregungen. Viele Möglichkeiten zur persönlichen Gestaltung der Kleidung wurden offenbar. Nicht nur die fertigen Kleider, Mäntel, Blusen und Komplets wurden empfohlen, sondern wertvolle Anleitungen für eigene Arbeit vermittelt, ja zu eigener Arbeit aufgefordert.
Die Vorführung bewies eine Reihe reizvoller und
tehend geben wir nochmals die wesentlichen Bedingungen bekannt. *
Aufnahmebedingungen sind: Abgeschlossene Schul- bilbung, Alter von 18 bis 34 Jahren, arische Abstammung (junge Mädchen unter 18 Jahren, die sich schon für die Ausbildung als Schwester vor« merken lassen wollen, können in der Haush altungs- schule der Wernerschule des DRK. Berlin-Lankwitz ausgenommen werden, oder auch in DRK.-Mutter- häusern als Wirtschaftsschülerin). Kosten entstehen, der Schülerin durch die Ausbildung nicht.
Die Ausbildung in der allgemeinen Kranken- pflege dauert zwei Jahre. Wirkungsmöglichkeiten nach abgelegtem Staatsexamen bestehen in allen Zweigen der Krankenpflege, bei Spezialausbildungen auf diesen Gebieten: Operationssaal, Narkose, Röntgen, Laboratorium, Apotheke, Massage und Gymnastik, Hauptküche, Diätküche, Wirtschaftsbetrieb, Verwaltung, außerdem Tätigkeit als Hebamme und Wochen, und Säuglingsschwester.
Fortbildung geschieht in der Schwesternhochschule der Wernerschule des DRK. Berlin-Lankwitz. Hier werden die Schwestern in einem Jahreskursus zur Leitung von Krankenanstalten oder Schwesternschaften vorbereitet. Kurze Fortbildungskurse für alle DRK.-Schwestern; Vorträge, Besichtigungen, Besprechungen u. a. m. dienen der Erweiterung von beruflichen Kenntnissen, der Vertiefung weltanschaulicher und allgemeiner Bildung auf den Gebieten von Kunst, Wissenschaft, Volkswirtschaft.
Die DRK.-Schwester erhält ein gestaffeltes Taschengeld, freie Station und Kleidung, weitestgehende Krankenfürsorge durch das Mutterhaus.
die vorgesehene Seitwärtsverlegung des anderen Gleispaares und zugleich die entsprechende Neufuh- rung der Schienen durch die untere Kalserallee vor sich Eine große Zahl von Arbeitern ist eifrig habet die Arbeiten schnell voranzubringen, damit sie etwas bis zum Ende dieser Woche zum Abschluß kommen. Während dieser Ilmbauarbeiten wird der Straßenbah'nverkehr an der Baustelle durch Umsteigen in Pendelwagen, die nur zwischen der Artilleriekaserne und der Baustelle bzw. umgekehrt zwischen Bahnhof und Baustelle verkehren, dergestalt aufrechterhalten, daß die Wagen aus beiden Richtungen bis an die Umbaustelle heranfahren, die Fahrgäste dann von einem Wagen zum anderen ein kurzes Stück Weges gehen müssen und anschließend ihre Fahrt fortsetzen. Dank dieser Regelung ist es möglich, den 7^-Minuten-Verkehr aufrechtzuerhalten, wenn es auch für die Fahrgäste ein wenig un« bequem ist, daß sie auf dem Bauplatz ein kurzes Stück Wegs marschieren müssen.
BDM. - Werkgruppe 1/116
BDM. -Werkgruppe 1/116 Sport: Der Dienst am 27. 9. fällt aus.
Oie Schwester
vom Deutschen Roten Kreuz.
Die Schwester ist für den Arzt eine unentbehrliche Hilfskraft, wenn sie allen Voraussetzungen ihres Berufes entspricht. Jede Frau, jedes Mädchen, die DRK.-Schwester werden will, muß sich klar sein über den Pflichtenkreis, den gerade dieser Beruf in sich schließt, größer und auch schwerer als andere Frauenberufe. Hingabe und Treue zur Arbeit, Hintansetzung des eigenen Ich, und dabei doch starke Persönlichkeit, das sind die Grundlagen des Schwesternberufes.
Schwesternarbeit im Deutschen Roten Kreuz ist vielseitig. Es geht hier nicht nur um Linderuna von Leiden durch sachgemäße Pflege, sondern auch um Verständnis für seelische Not, um Menschenkennt- nis, um feinfühliges Verstehen. Gerade hierin ist die DRK.-Schwester die beste Helferin des Arztes, weil sich der Kranke während der Pflege mehr offenbart, als bei ärztlicher Behandlung. Versteht die Schwester in kluger Weise, Mittler zwischen Arzt und Patient zu sein, so wird das höchste Ziel, gegenseitiges Vertrauen und kameradschaftliche Zu- iammenarbeit, zum Wohle der Kranken erreicht.
Das DRK. nimmt jederzeit Schwestern auf und bildet junge Mädchen für diesen Beruf aus. Nach-
Der erste Anblick von Schloß Rehwaldau machte einen tiefen Eindruck auf Dore. So groß und wuchtig hatte sie es sich nicht vorgestellt. Sie wurde von dem Assistenten, Herrn Suhl, in Küppingen abgeholt, einem angenehmen jungen Manne, der das Gutsauto geschickt über zum Teil recht holprige Straßen steuerte. Sie schien ihm gut zu gefallen, er hatte sich wohl unter der Cousine von Fräulein Schneider etwas ähnlich Altjüngferliches vorgestellt und war angenehm überrascht. Jedenfalls, als er hörte, daß sie zum ersten Male auf dem Lande war, schlug er sofort einen Umweg vor, um ihr einiges von dem Gut Rehwaldau zu zeigen.
Sie fuhren ein Stück durch den Wald, ein paar Rehe waren höflich genug, zu ihrer Begrüßung zu erscheinen, und dann — bei einer Biegung — trat breit und wirkungsvoll die langgestreckte Vorderseite des Schlosses aus den hohen Bäumen des Parkes heraus.
„Wie schön!" sagte Dore unwillkürlich.
Herr Suhl nickte wohlgefällig. „Es macht sich, unser Schloß. Sie werden ja auch drin wohnen, im Zimmer Ihrer Kusine."
„Ach, wohnen Sie nicht alle drin?"
„Nein. Für die Beamten ist das Jnspektorhous eingerichtet, weil wir eigentlich keinen Inspektor haben. Der Oberinspektor Melchior von Jägerhof — das ist das Gut, das noch zu uns gehört — kommt jeden Tag herüber. Und dann find noch zwei Assistenten da — ich bin der erste — und der junge Herr von Petry, der arbeitet so als eine Art In- spektor."
„Und der alte Herr Baron?"
„Oh, der ist noch fix auf den Beinen. Um den Kleinkram kümmert er sich ja nicht, aber alle Sachen von Bedeutung entscheidet er, bas läßt er sich nicht nehmen. Ja, da wären wir ja." Er fuhr mit Schwung am Seiteneingang vor. „Und da ist ja auch die Mamsell, die wird Ihnen Ihr Zimmer zeigen. Wir essen abends zusammen im kleinen Saal. Auf Wiedersehen, Fräulein Bertram!"
„Auf Wiedersehen und vielen Dank!" Etwas benommen folgte Dore Fräulein Gertrud,
dumm. v „ .<
Suhl zögerte etwas. Aber dann siegte der Wunsch, seiner Angebeteten interessant zu erscheinen, übet seine Diskretion. „Ja, wissen Sie, Fräulein Thea, begann er, ,cha ist hier vor so rund zwei Jahren eine böse Geschichte geschehen. Ich war damals noch nicht do, ich weiß es von den andern. Da war noch ein anderer Neffe, auch ein Baron Heßling, und der soll den Alten angeschossen haben — wegen Geld. Er soll es dann doch nicht gewesen fein, aber weil seine Frau sich hat scheiden lassen, ist et weggegangen, und man hat nie wieder von ihm gehört."
„Hat er denn nicht 'mal an seinen Onkel geschrieben?"
„Nie! Und das war nicht recht von rhm. Dar sagt sogar der Oberinspektor, der sonst nichts auf den jungen Baron kommen läßt."
Dore fühlte ihr Herz klopfen. — Stellen Sie den genauen Weg der Post fest! lautete ihre erste Instruktion. ' . ...
„Vielleicht hat er geschrieben, und der Brief ist verloren gegangen. Bei so viel Menschen kann dar schon mal vorkommen."
„Hier nicht", erklärte Suhl entschieden. „Der Postbeamte in Küppingen steckt die ganze Post in eine große Mappe und schließt zu, den andern Schlüssel hat der Herr Baron, und alles geht durch feine Hand."
„Und wenn er verreist?"
„Er verreist nichts oder mal höchstens ein, zw«» Tage. Dann kriegt Melchior den Schlüssel oder Evers."
„Wer ist Evers?"
„Der erste Diener, Kammerdiener und so. Er ho> über das Personal zu bestimmen und ist auch scho" seit Ewigkeiten im Haus." *
„Und ein anderer kann an die Post nicht heran- fragte Dore enttäuscht.
„Keiner. Wenn Sie Liebesbriefe bekommen !»n, dann müssen Sie sie postlagernd Küppingen bestellen."
„Ach Unsinn!" Dore zwang sich zu einem bann* losen Lachen. „Und was denkt man nun, wo ot- junge Baron sich aufhalt?" fragte sie weiter.
Herr Suhl freute sich, sie mit dieser Geschichte |n gefesselt zu haben, und gab bereitwillig Auskunft, (Fortsetzung folgt!)
Lpd. Bad-Nauheim, 26. Sept. Am Montagvormittag nahmen die verschiedenen Abteilungen des Bäderlongrssies ihre Arbeit auf. Die stärkste Beachtung fanden die Beratungen der technischen Abteilung, die sich zunächst mit Der Erwärmung gashaltiger B ad ewässer beschäftigte, lieber die deutschen Erfahrungen aus diesem Gebiete sprach Dipl.-Jng. Wollmann, der Referent für Bädertechnik im Reichsfremd en- verkehrsverband. Drei Gase seien es, die m deutschen Heilwässern einen therapeutischen Wert be» sitzen- die freie Kohlensäure, das Radon und der Schwefelwasserstoff. Diese drei Gase neigten dazu, die Lösungsmittel zu verlassen, deshalb mußten technische Einrichtungen getroffen werden, daß aus dem Weg bis in die Wanne fo wenig Gas wie mag- lich verloren gehe. Besonders gelte das für diejenigen Einrichtungen, in denen gashaltige Wasser erwärmt werden. Die besten Erfahrungen wurden bisher bei solchen Einrichtungen gemacht, bei denen das Wasser kalt in die Wanne lauft und, rote m Bad Kissinaen, in der Wanne selbst erwärmt wird. Dr. Stanko Miholic (Belgrad) führte ebenfalls aus, daß es möglich sei, gashaltige Wässer ohne merklichen Gasverlust in der Weise zu erwärmen, daß das in der Badewanne befindliche Badewasfer rasch erhitzt werde. Ein französischer Vertreter, Pierre Urbain (Paris), teilte mit, daß in Frankreich kalte gashaltige Wässer wenig benutzt würden. In einigen Fällen werde der Gasverlust in der Weise


