Oer Räumungsplan
Präsidenten Chamberlain zur Weitergabe an
Außerordentlicher Eindruck der Rede im Ausland
Der Duce sprach in Verona.
britische Legion in benv Abstimmungsgebiet die Ordnung aufrechterhalten soll.
Der „Daily Telegraph" meint, daß die Tur zu Verhandlungen noch nicht unwiderruflich verriegelt sei Die Welt habe noch eine Atempause. Die „Daily Mail" meint, daß die Aussichten sich durch die Rede des Führers nicht verschlechtert hätten. Denn der Führer habe zwar seine Bedingungen an Prag wiederholt, aber auch dem deutschen Wunsche nach Frieden Ausdruck gegeben. Das Blatt erklärt, daß man die Atempause jetzt dazu benutzen müsse, um die Rede des Führers gründlich zu studieren.
P a r i s , 27. Sept. (DRB. Funkspruch.) Die Rede des Führers wird von sämtlichen Blättern sehr ausführlich wiedergegeben. „Die Tür bleibt zu weiteren Verhandlungen offen." Diese Ansicht wird mit erleichtertem Aufatmen erörtert. „P e t i t P a r Uten meint, es wäre übertrieben zu sagen, daß Adol Hitler eine friedfertige Rede gehalten habe; es fei aber auch keine Kriegsrede gewesen. Trotz allem breche die Rede des Führers die B r ü ck e n i ch t a b und schließe nicht die Tur zu Verhandlungen. Die Anstrengungen zur Erhaltung ,des Friedens würden also fortgesetzt werden.
In einer Auslassung der H a v a s - Agentur heißt es die Rede habe die gegenwärtige Spannung nicht verschärft. Das fei der erste Eindruck in diplomatischen Kreisen. Wenn man anderseits vermerke, daß der Deutsche Kanzler keine neue For- | berungen vorgebracht habe, und seine Versicherung
Tage Zeit, um die f r i e d l i ch e L ö s u n g zu firn den. Bricht aber ein Konflikt aus, so wird er zunächst lokalisiert. Ich glaube immer noch, daß sich Europa nicht selbst mit Feuer und Schwert überzieht, um in diesem Feuer umzukommen, lediglich um das faule Ei von Prag zu kochen. Kommt es aber dazu daß der Konflikt uns direkt an- geht, dann werden wir kein Zögern kennen oder zulassen.
Havas betont die friedlichen Erklärungen des Führers an Frankreich.
_„je deutsche Sprachinseln liegen, die bei der Volksabstimmung sich ohne Zweifel in der Mehrheit zum deutschen Volkstum bekennen werden.
des 'Liktorenbündels sind für dieses neue Europa. — Stürmische Beifallskundgebungen feierten auch
Muffig, 26. Sept. (DRB.) Die nordböhmischen Elektrizitätswerke melden aus Türmitz, daß Montag abend von 19.30 bis 21.30 Uhr die Strom- lieferung unterbrochen war. Don dieser Maßnahme waren betroffen: die Bezirke Warns- dorf, Rumburg, Schluckenau, Böhmisch-Letpa, Kotz- schen-Bodenbach, Teplitz-Schönau und einige Teile anderer sudetendeutscher Bezirke. Damit war prak- tisch der Bevölkerung von Nord- und Nordwestböhmen das Mithoren der Führer-Rede unmöglich gemacht worden, ganz abgesehen von der Tatsache, daß bie meisten Runbfunkempfanger schon vorher beschlagnahmt würben.
Konrad Henlein in Asch.
Asch, 27. Sept. (DNB.) Konrad Henlein ist am Montagvormittag an der Spitze einer Freikorps-Abteilung in Asch eingetros- fen unb hat sich mit den FS.-Männern sofort an die Sicherungslinie des Ascher Gebietes bei Haslau begeben. Die Sicherungslinie verläuft jetzt von der sächsischen Grenze über den Bahnhof Voi- tersreuth nach Haslau unb Liebenstein und lehnt ich dort an die Grenzlinie der bayerischen Ostmark an. Die Straßen in das Ascher Gebiet sind für den Verkehr gesperrt. Barrikaden sichern gegen überaschende Vorstöße tschechischer Truppen, deren vorderster Posten 2 Kilometer nördlich von Franzensbad liegt. Zu größeren Kampfhandlungen ist es bisher noch nicht gekommen. In der vergangenen Nacht kam es in der Nähe von Oderlohma zu einem kleinen Feuergefecht, bei dem auch Konrad Henlein und fein Stellvertreter Karl Hermann Frank zugegen waren. Die Manner der Fp. erwiderten das Feuer einiger tschechischer Maschinengewehre. Es konnte beobachtet werden, daß auf tschechischer Seite drei Soldaten, die offenbar von Kugeln getroffen waren, umsanken. Auf sudeten- deutscher Seite gab es keine Verletzte.
In der Stadt Asch wird ab Mitternacht die im Reichsgebiet angewandte Rechtsfahrordnung im Straßenverkehr eingeführt. Alle Behörden unb Amtsstellen im Bezirk Asch haben ihre Amtstättg- feit voll ausgenommen. Ihre Amtsführung erfolgt bis auf weiteres nach den bisherigen Vorschriften unter- der Oberaufsicht der Beauftragen der SDP.
Es ist zwecklos, daß die Diplomaten sich noch weiter darum bemühen, Versailles zu retten. Das in Versailles mit einer pyramidalen Unkenntnis von Geographie und Geschichte konstruierte Europa, eben dieses Versailles liegt in den letzten Zügen. Sein Schicksal wird sich in dcn nächsten Wochen entscheiden, und in eben diesen Wochen kann das neue Europa erstehen, das Europa der Gerechtigkeit für alle und der Versoh-
tschecho-slowakische Note wurde durch einen Sonder- schärft habe.
kurier nach Warschau gebracht und kam hier am „Figaro" schreibt, die Rede Adolf Hitlers ent» 26. September, 13 Uhr, an. In Warschau wird dazu halte nichts, was die schon gefährliche ßage noch folgendes amtliche Kommunique ausgegeben: Die verf<chärfen könne. Hinter den entschiedenen Worten tschechische Note enthält keine neuen p o s i - entdecke man e i n e n b i s z u m ä u'ß e r st e n ge- tiven Elemente, Arn Gegenteil, sie kann als spannten zähen Willen, aber auch eine ein Versuch angesehen werden, sich von bishergroße Geschicklichkeit unb S e l b st b e - abgelegten Erklärungen zurückzu-Iherrschung. Das Blatt erkennt gerne an, daß ziehen. 1 man in der Vergangenheit bezüglich der Angebote
nicht verschalst."
„Gegenwärlioe Lage
Zur sofortigen und endgültigen Bereinigung des sudetendeutschen Problems werden daher nunmehr von der deutschen Regierung folgende Vorschläge gemacht:
1. Zurückziehung der gesamten tschechischen Wehrmacht, der Polizei, derGen- barmerie, der Zollbeamten unb der Grenzer aus den auf der übergebenen Karte bezeichneten Räumungsgebiet, das am 1- Oktober an Deutschland übergeben wird.
2. Das geräumte Gebiet ist in dem derzeitigen Zu st and zu übergeben. (Siehe nähere Anlage.) Die deutsche Regierung ist damit einverstanden, daß zur Regelung der Einzelheiten der Modalitäten der Räumung ein mit Vollmachten ausgestatteter Vertreter der tschechischenRe- gierung oder des tschechischen Heeres zum deutschen Oberkommando der Wehrmacht
3. Die tschechische Regierung entläßt sofort alle sudetendeutschen Wehrmachtsund Polizeiangehörigen aus dem gesamten tschechischen Staatsgebiet in ihre Heimat.
4. Die tschechische Regierung entläßt alle wegen politischer Vergehen inhaftierten deutsch st äm- migen befangenen.
5. ' Die deutsche Regierung ist einverstanden, in den näher zu bezeichnenden Gebieten bis spätestens 2 5. November eine V o l k s a b st i m - mung stattfinden zu lassen. Die aus dieser Abstimmung sich ergebenden Korrekturen der
rungen ber Eisenbahn zu benutzen, di- augenblicklich gewährt werden.
Uebertragung Der Führer-Rede durch die Tschechen verhindert.
Versailles liegt in den letzten Zügen
Oer Faschismus ist für das neue Europa.
neuen Grenze werden durch eine deutschtschechische ober eine internationale Kommission bestimmt. Die Abstimmung selbst findet unter der Kontrolle einer in ter. nationalen Kommission statt. Abstim- munqsberechtigt sind alle in den in kom» menden Gebieten am 28. Oktober 1918 wohnhaften oder bis zum 28. Oktober 1918 dort geborenem Per- (onen. Als Ausdruck des Wunsches der Zugehörig- kett der Bevölkerung zum Deutschen Reich oder zum tschechischen Staat gilb die einfache Meyrhett aller männlichen und weiblichen Abstimmungsberechtigten. Zur Abstimmung wird aus den naher zu bezeichnenden Gebieten auf beiden Setten oas Militär zurückgezogen. Zeitpunkt und Dauer bestimmen Die deutsche und tschechische Regierung gemeinsam.
6. Zur Regelung aller weiteren Einzelheiten schlägt die deutsche Regierung die Bildung einer autorisierten deutsch 5 tschechischen Kommission vor.
Anlage.
Die Uebergabe des geräumten sudetendeutschen Gebietes hat zu erfolgen ohne jede Z e r st ö - rung oder Unbrauchbarmachung von militärischen, wirtschaftlichen und Derkehrsanlagen; dazu gehören desgleichen die Bodenorganisationen des Flugwesens, ebenso alle Funkanlagen. Das in den bezeichneten Gebieten befindliche wirts ch a f t - I-jcbe unb Verkehrs material, msbejon- bere bas rollenbe Material bes Eisenbahnnetzes, find unbeschäbigt zu übergeben. Das gleiche gilt für alle Versorgungsmittel (Gasanstalten, Kraftwerke usw.) Endlich ist jeber Abtransport von Lebensmitteln, Gütern, Diey, Rohstoffen usw. zu unterlassen.
Berlin 26 Sept (DNB.) Das in Godesberg I ohne Rücksicht darauf, daß innerhalb dieses Gebietes am 23. September 1938 bem englischen Minister-große b «*•*<*» « r n * । n f «> f n l,eaen. bie
Abolf Hitlers, von benen biefer gesprochen habe, einsichtiger hätten sein sollen. Die Demokraten aber seien berüchtigt für ihre Langsamkeit, bie jeboch kein unmenschliches Verbrechen sei. Der Führer habe versichert, baß sich sein Memoranbum nicht wesentlich von den englisch-französischen Vorschlägen unterscheide. Diese Versicherung scheine bie Aussicht ür eine Klärung offenzulassen.
Auch der „Matin" stellt fest, baß die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten. „Jour" chreibt, bie Erklärung über E l s a ß - L o t h r i n- ; e n verdiene Beachtung. Der Führer habe die ubetendeutsche Frage in einen persönlichen Streit mit Benesch umgewandelt.
Im gleichen Blatt heißt es bann, baß bie Rebe im Sportpalast, ebenso wie die Nürnberger Rebe weber eine Verschärfung.zur Lage, noch bie wün- chenswerte Entspannung gebracht habe. Sie habe )ie Möglichkeit zu einer Verstänbiaung offengelassen. Man müsse übrigens feststellen, oaß bie Bekanntmachung bes Prager Rundfunks, wonach jebes Mitglied des Sudetendeutschen Freikorps, das auf tschecho-flowakifchem Gebiet angetroffen werde, a l s Verräter erhängt werde, absolut zu mißbilligen sei. '
Die bekannt deutschfeindliche E p o q u e geht an ber Tatsache bes Selbstbestimmungsrechtes unb ber Prager Zusage, bas sudetendeutsche Gebiet abzutreten, gänzlich vorbei und behauptet, obwohl der Führer es deutlich sagte: „Wir wollen keine Tschechen!", was solle die Rede des Führers anbers bedeuten, als daß er entschlossen sei, mit Gewalt zur kompromißlosen Unterwerfung unb Verni chtunq bes unglücklichen tschechoslowakischen Volkes (!) zu kommen, ebenso wie er burd) Gewalt bie Unterwerfung unb Vernichtung bes unglücklichen kleinen österreichischen Volkes erreicht habe. (!!)
Steigende Räumungsbewegungen in Paris.
P a r i s , 26. Sept. (DNB.) Das Ministerium für öffentliche Arbeiten veröffentlicht folgenbe Mitteilung: Die nationale Eisenbahngesellschaft hat am Samstag unb in ber Nacht zum Sonntag zahlreiche zusätzliche Züge für bie Abreise aus Pa- r i s eingesetzt. Alle Maßnahmen sind getroffen, um ber fteigenben Räumungsbewegung nachzukommen. Infolge ber Umftänbe forbert bet Minister für öffentliche Arbeiten bie Personen, bie Paris zu verlassen wünschen, auf, bie Erleichte-
Genf. (Gellenbes Pfeifkonzert, bas Mussolini zu ber frischen Bemerkung veranlaßt „Genf ist bereits in einem Zustand der Auflösung. Alle, die sich Italien widersetzen, müssen so enden.") Die Worte, mit benen er damals auftrat, haben, wie bas die letzten 20 Jahre in ber Geschichte zeigen, auch nicht b e n gering ft en Bestanb. Was nun bie weitere Entwicklung betrifft, so kann sie auf folgenber Linie ablaufen: Es gibt noch einige
Das deutsche Memorandum für Prag.
Deutschlands Forderungen für die Durchführung der Abtrennung des Gudetenlandes
diese Rebe Mussolinis.____
Hauptschriftleiter vr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bes Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für bie Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Ifygriot fürben übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenlelter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theober Kümmel. D.A.VIH.38 : 8916. Druck unb Verlag: Brühlsche Universitätsbruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Manatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mM. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 19a/ gültig.
Das beutfche Memoranbum, bas in Gobesberg am 23. September bem englischen Premierminister Chamberlain zur Weiterleitung an Prag überreicht unb nunmehr veröffentlicht wurde, widerlegt die künstliche und von gewissen Faktoren genährte Auffassung, als ob die deutsche Regierung durch den Führer in Godesberg neue Bedingungen aeftellt habe. Denn es zieht lediglich bie praktischen i prauoenren ^ijaniueuum 0 u i x» m -
Folgerungen aus ben in Prag übermittelten Dor- d i e tschechische Regierung ubergegebenc schlügen, bie Chamberlain unb Dalabier am 16. Sep- Memorandum Hal folgenden Wortlaut: tember dort durch die Vertreter ihres Landes ge- Die von Stunde zu Stunde sich mehrenden Nachmacht und denen nach einigem Hin und Her bie rieten über Z w.i s ch e n f äl l e im o übet en = Regierung Hobza sich unterwarf. Die vorgesehene lanbe beweisen, baß bie Lage für das touoetem und von Prag bewilligte Abtretung der su- deutschtum völlig unerträglich und damit betendeutschen Gebiete war also pnn- zu einer Gefahr für ben europa N.ch en zipiell bie Grundlage, von der aus in Godesberg F r i e d e n geworden ist. Es ist daher unerlayiich. über die Ausführungs- und Durchführungsbestim- haß die von der tfchecho-slowakischen mungen verhandelt wurde. Sie, nichts anderes, Regierung anerkannte Abtrennung bildeten den Gegenstand der Beratungen. Deutsch- d e s Sudetenlandes nunmehr ohne 1 e o e land fordert, daß das gesamte sudetendeutsche Ge- ro e4 t e r e 23 e r 3 ö g e r u n g erfolgt.
biet bis zum 1. Oktober von den Tsche- Auf beiliegender Karte (Karte wird von Der chen geräumt und von deutschen Trup- Delegation mitgebracht) ist das a 0 z u t r e n = pen befett wird. An unb für sich ist es selbst- n enöe s u d e t e n d e u t s ch.e G e b ie t rot schraf- verständlich, daß gegenüber den Machenschaften der siert. Die Gebiete, in denen ü b e r die zu ve- neuen Prager Regierung und vor allem gegenüber s e tz e n d e n Gebiete hinaus eben s al. s den Methoden des'Herrn Benesch ein möglichst nahe- „ 0 ch ab gestimmt werden mutz, sind grün liegender Zeitpunkt für die Räumung ausgesprochen schraffiert eingezeichnet.
werden mußte, denn der Huffitenterror bringt gerade Die endgültige Grenzziehung mutz über Sudetendeutschland eine Welle der Deutschen- b^m Willen der Betroffenen entsprechen Um diesen Verfolgungen, der ein Damm gezogen werden muß. Willen festzustellen, ist eine gew iss e Zeit zur
Wenn sich Franzosen und Engländer darüber auf- hß 0 r bereitung der Wahl erforderlich, way- reqen baß der erste Oktober als Termin gewählt renb ber Unruhen unter allen Umständen verhindert worden ist, so muß ihnen doch mit aller Deutlich- werden müssen. Es muß eine paritätische Situation feil erklärt werden, daß der kurzfristig angesetzte geschaffen werden. , ., .
Raumunqstermin durchaus jenem Diktat entspricht,! Das in der anliegenden Karte bezeichnete das im Jahre 1918 in E l s a ß - L 0 t h r i n g e n d e u t s ch e Gebiet wird v°n deutschen durchgeführt werden mußte. Damals hatten wir das x r u p p e n besetzt ohne Rücksicht daraus, ob sich Gebiet der ehemaligen Reichslande in ebenso kurzer hei der Volksabstimmung vielleicht in diesem oder Frist, wie sie den Tschechen vorgeschlagen wird, fiu je4iem Teil des Gebietes eine tschechische Mehrheit verlassen. Wir hatten alle Befestigungen, alles be- herausstellt. Andererseits ist das strittige Ge- hördliche und private Eigentum den Franzosen zu hset von tschechisch,en Truppen besetzt übergeben. Man kann sich also in Frankreich unmöglich über diese deutschen Forderungen wundern. Wenn die Tschechen heute die Welt darüber zu Ge- fühlsausbrüchen veranlassen möchten, daß tschechoslowakisches Staatseigentum in deutsche Hände gerät oder gar die tschechische Abwehrlinie, 1 _ /nwu RunffDrucbl Die
bie nach bem Vorbild des Maginotsystems gegen London, 27. Sept. lDNB. Funk prucytt
Deutschland gezogen wurde, dann läßt sich darauf große Rede des Führers im‘ t
°ins°ch erwidern. d°ß 1918 in Maß-Lothringen die ihrer klaren, e.ndenttqen Sprache m der gesamten glechen Gefühle auf deutscher Seite lagen, bie von englischen Oeffenttrchkeltemen u n g e h e u e r st den Franzosen nicht berücksichtigt wurden, während k e n Ei n dru ck ^mte^affen.
Deutschland es den Tschechen freistellt, auf schein Volksboden eine neue Befestigungslime KU Helt durchgesuhrte Abrechnung mit dem - errichten. Für die Tschecho-Slowakei kommt noch system des ^/rrn Benesch die Augen aeoss hinzu daß das staatliche Eigentum und die Be- n e t. Man erkennt emimutig, daß hier e n Probl m festigungslinie bezahlt wurden auch mit s ude ten-oorliegt, das rasch und endgulttS S.el ost deutschen S t e u e r g e I b e r n , daß also nicht werden muß Auch in ber englischen Pr e s 11 e aUe n die Tschechen die Ausgaben dafür hatten. wohl noch keine Fuhrerrede ein ohnlich stark
Mit den von den Tschechen beliebten Einwänden Interesse gesunden. Dabei muß man ol[erbmgs d kann jede Räumung bis auf den Sanktnimmerleins- Feststellung machen, daß b-- breüs von Prag zm tag verschoben werden und sie , sollte es vielleicht gestandene Abtretung des Sndetenlandes IMM auch. Baß Deutschland am End- seiner Geduld ist n ° ch wenig B-rst and ni S./wdet. V.elmeh und übrigens großmutig genug den Tschechen noch haben die 3°'tung°n alle moschen ® 1" “ 0 " ö c einen Termin läßt ist ein Beweis dafür, daß zu machen, ohne dabei aber m der läge zu jein, Deutschland trotz aller Provokationen in geradezu ihre entgegengesetzte nock^d e
vorbildlicher Weise bestrebt ist, btt notwendige Ab- tig zu begründen. Nebenbei taucht rmmer noch di trennung der nichttschechischen Gebiete möglichst falsche Hoffnung auf, daß Deut^chland sich etw ruhig vorzunehmen. Nachdem die englische und die doch noch auf wettere Verhandlungen oder Kom- französische Regierung diese Notwendigkeit bejah- promisse emlassen konnte.
ten und Prag Damit 'einverstanden war, ist es für Die „T i m es" nennt, tue rmnfeen
bie Ruhe und ben Frieden Europas am vorteilhaf- lich offensive Grftorung , zu ^er zugegebenermaß testen, wenn die deutschen Teile des tschecho-slowa- völlig berechtigten Frage - »amlich dm kischen Staates so schnell wie möglich vom eigent- Recht der Sudetendeutschen, Tm ttoerh”*-. lieben tschechischen Körper getrennt wenden. Das einigt zu werden. Die Erste Frage im ! Memorandum sieht neben dem Uebergang ber un- deutschen Problem sei gelost. Die beiden Volke , zweifelhaft sudetendeutschen Gebiete an das Reich Tschechen und Deutsche, sollten S-tr ennt und dle ohne jede vorherige Abstimmung gemäß den eng- deutsche Bevölkerung m tt de m Me ch e v e r e i n t lisch-französischen Vorschlägen in den Gebieten mit werden. Die Meinungsverschiedenheit, die zw chen nicht ganz klarer Volkszugehörigkeit eine Volks- England und Frankreich auf bet einen .undDeutfch- ab ft im mung ebenfalls gemäß den englisch-ftan- land auf ber anderen Seite bestehe sei eine Mei infiidien Vorschlägen, und zwar bis zum 25. No- nungsverschiedenh eit über oie JJte vember vor. und sie stellt es den Tjchechen anheim, tho de. Die „Times" begrüßtem ubng-n.^dab^>- die sich ergebenden Korrekturen der Grenzen durch s......
eine deutsch-tschechische oder durch eine internationale i Kommission bestimmen zu lassen. Auch in diesem Falle ist also in dem deutschen Memorandum nichts absolut Neuartiges, nicht eine Verschärfung der m Berchtesgaden mit Chamberlain besprochenen Lösung geschehen, sondern es sind nur die Ausfüh- rungsbestimmungen getroffen worden.
Die nachträgliche Aufregung wird natürlich von ben Tschechen benutzt, um sich ber zuerst zugesagten Unterwerfung unter bas Chamberlain-Programm mit ben beliebten Mitteln unb Ausflüchten zu entziehen. Dazu ist es natürlich zu spät. Aber Englanb sollte bebenfen, baß die Heimkehr ber 3% Millionen Subetenbeutscher ins Reich nur burd) bie Durchführung bes Memorcmbums gewährleistet werben kann, unb baß biefe Auswirkung bes Selbstbestimmungsrechtes ber Subetenbeutschen ebenso erfolgen muß wie bie Gewinnung bes Selbstbestimmungsrechtes ber Iren. In bie Kämpfe um bas irische Selbstbestimmungsrecht hat auch keine außenstehenbe Macht ein-1 gegriffen, kein Deutscher ober Franzose ist damals gegen die Briten marschiert. Nachdem durch Chamberlains Spruch in Berchtesgaden das Urteil über bie Zusammensetzung ber Tschecho-Slowakei unb ba- mit auch über bie Unfriebensoerträge von St. Germain unb Trianon gefällt und von den Tschechen angenommen war, gilt es, dieses Urteil der Vernunft ruhig und energisch zu vollziehen. Und nur über diesen Vollzug wird im deutschen Memorandum ge-1 sprachen. Deutschland weicht keinen Schritt vom Boden des Rechts. Es ist nunmehr an Prag, die von Deutschland in so maßvoller Weise gebotene Basis für eine endgültige Auseinandersetzung zu betreten unb die praktische Durchführung ber Gebietsabtretung sowie bie Vorbereitungen ber Volksabstimmung in ben von Deutschlanb bezeichneten Gebieten zu beschleunigen. Wenn nicht von anberen Erkenntnissen, so sollte bie Prager Regierung wenigstens von ber __.3_____v_ _______ , .....
Einsicht ausgehen, baß bie katastrophale Finanzlage verzeichne, baß hier zwei Männer, nämlich B c - ber Tschechei eine schleunige Revision ber bisherigen nesch und er selbst, einanber gegenüberstanben, so Prager Katastrophenpolitik zwingenb verlangt. D. S. gelange man zu ber Schlußfolgerung, baß ber Füb- rer sich bemüht habe, ben Streitfall auf bas Reich «*4U0tt)Clu)Ct1OC t|d)Cu)l|Q)C VlOtC I unb die Tschecho-Slowakei zu beschränken unb ber ön Idolen außenpolitischen Doktrin bes Nationalsozialismus
y v ' entsprechend den Konflikt zu lokalisieren, der
Warschau, 26. Sept. (Europapreß.) Das tsche- sich in Anbetracht des Widerstandes ber Prager Re- cho-slowakische Außenministerium überreichte am gterung für bie Gesamtheit aus ber Forberung bes 25. September bem polnischen Gesanbten in Prag, beutschen Memorandums ergeben könnte. Unter bie- Pap e, eine Note, bie bie Antwort auf b i e fen Umftänben könne man sagen, baß bie Rebe bie polnischeNote vom 21. September barstellt. Die gegenwärtige internationale Lage nicht Der«
Verona, 26. Sept. (DNB.) Zum Abschluß sei- 1 ner Besichtigungsreise burd) Venetien hat Mussolini am Montagvormittag auf einer faschistischen Kunb- gebung ber Provinz Venetien noch einmal gesprochen: Der Duce führte aus: Unsere Gegner, auf bie ich in meiner Rebe vor ben Schwarzhemben in Bel- luno arffpielte, unsere Gegner, bie unter dem Zeichen der Freimaurerei, von Hammer und Sichel stehen, haben in den letzten Tagen törichte Hoffnungen gehegt. Die Entwicklung der Er- eignisse, die in diesen Tagen erneut die Menschheit in Atem hält, erlaubt uns heute, die Situation klar zu definieren. Man muß die Anstrengungen, die der britische Premierminister unternommen hat, um eine friedliche Lösung der Probleme! der Stunde zu ermöglichen, anerkennen unb.^v^u — ------v-n---; .
würdigen. Die gleiche große Würdigung ver- nung zwischen den Völkern. Wir Schwarzhemoen dient d i e bisher von Deutschland be- «„s M.f- — ffnrnna.
tübefene Langmut. Das Memorandum weicht nicht von den in London vereinbarten Linien ab.
Der Präsident der Tschecho-Slowakischen Republik war einer der Hartnäckigsten, die die Auslösung der Habsburger Monarchie betrieben. Damals sprach er von einer böhmischen Nation, und seine Zeitsd)rift erschien unter dem Namen „Tschecho-Slowakische Nation". Er warb überall für seine Idee, auch in


