schen Platz finden könnten, die jedenfalls England allein zu stellen nicht in der Lage wäre. Ehe man freilich an eine großzügige und wirtschaftlich sinnvolle Siedlung denken kann, müßten die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend gebessert werden. Der Farmer in Kanada fuhrt em recht bescheidenes Leben. Er wirtschaftet extensiv, wie übrigens auch in den meisten Gebieten der Vereinigten Staaten. Seine Behausungen sind oft primitiv. Aber eine wesentliche Intensivierung der Wirtschaft, die doch eine dichtere Besiedlung mit sich bringen würde, setzt zunächst eine Besserung „ber Ab- fatzoerhältnisse voraus. Port Arthur an der
USA. reist, wird auch eine verhältnismäßig kurze Fahrt einen Einblick in unverdorbene amerikanische Natur vermitteln, und zwar nicht aufgehoben in Parks, sondern als Gesicht der Landschaft überhaupt dargeboten. Und was an Wirtschaft aus dem Lande blüht — natürlich van den Städten abgesehen — ist noch größtenteils Kolonisation, die mit dem Boden ringt.
den Bewohnern Achtung vor der deutschen Verwaltung einzuflößen, und ihr deutschesKolonial- system war den Lebensbedürfnissen der eingeborenen Bevölkerung ange - paß t."
Ich frage hier nicht, wie sich dies Bekenntnis mit der kolonialen Schuldlüge verträgt, die dazu herhalten mußte, Deutschland seiner Kolonien zu berauben, sondern nehme das Urteil so wie es dasteht und frage: Was hat nun England als Mandatsmacht getan, um die „natürlichen Hilfskräfte" Ostafrikas und feiner Anteile an Kamerun und Togo weiterzuentwickeln?
In Ostafrika steht Sisalhanf dem Wert nach an erster Stelle der Produktion. Seine Kultur wurde von den Deutschen eingeführt, und es gibt in ganz Ostafrika, vom Kenya bis zum Sambesi, keine einzige Sisalagave, die nicht von den auf deutschen Plantagen ,fur deutschen Zeit gepflanzten abftammte. Ebenso haben die Deutschen den Kaffeeanbau in Ostafrika eingeführt, und auch der erste Teestrauch wurde, schon vor der Mandatszeit, auf einer deut-
bie Würste im Stich und verschwand im Tuntet Sein nächster Besuch in der gleichen Nacht galt einem Keller, in dem er Lebensmittel vermutete Auch hier wurde er gestört und ^nutzte Feriengelo geben. L., der verfolgt wurde, nahm seinen Weg zum Main und tauchte mit den Kleidern in den Fluten unter. Seine Verfolger konnten ihn aber stellen. Der Staatsanwalt beantragte vier Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Siche- rungsoerwahrung gegen den Angeklagten. Das Gericht erkannte denn auch auf diese Strafe gegen den Rückfälligen.
Gegensätze, wie man sie in Amerika so oft antrifft. Der erste Eindruck, den eine Reise durch kanadische Ebenen hinterläßtz dürfte natürlich der von der Größe und Weite fein. Wieviel freien Platz es doch noch auf dieser Welt gibt! Und in der Tat! Mit etwas über 9,5 Millionen Quadratkilometer erreicht Kanada fast die Größe Europas (10 200 000 qkm). Während aber in Europa 520 Millionen Menschen wohnen, sind in Kanada nur 10 377 000 beheimatet. Kommen in Europa also auf einen Quadratkilometer 51 Bewohner, so in Kanada nur rund 1,1. Die Bevölkerungsdichten verhalten sich also fast genau wie 50:1. Dazu kommt, daß sich auch in Kanada ein besonderes Anwachsen der Großstädte bemerkbar macht. Montreal, die hauptsächlichste Handels- und Industriestadt, hat rund 815 000 Einwohner, gegenüber der Gesarnt- beoölkerung des Landes eine ganz außerordentlich hohe Zahl.
Es unterliegt natürlich keinem Zweifel, daß in Kanada noch viele Millionen Men-
Wenn man Nordamerika kennen lernen will, darf man sich möglichst nicht auf die Vereinigten Staaten beschränken, sondern muß am besten einen Eindruck vom britischen Dominion Kanada gewonnen haben, ehe man das sogenannte Land der unbegrenzten Möglichkeiten betritt. Kanada ist eben doch noch ein Stück Welt für sich, das einerseits zweifellos trotz vieler Uebereinftimmungen einen Kontrast gegenüber USA. erkennen läßt und anderseits ein Bild Amerikas vermittelt, das zum großen Teil jedenfalls noch an den ^Zustand des Erdteils erinnert, wie er vor 100 und vor 200 Jahren gewesen ist. Die unendliche Weite, die Urwüchsigkeit kaum von Menschenfuß betretenen Bodens wird dem klar, der etwa einmal von St. John herunter nach Montreal fährt. Es gibt nicht viel Gebiete auf der Welt, die wohl so viel ursprüngliche Natur zeigen, aber gleichzeitig doch wieder einen Blick gewähren in den Eroberungszug des Menschen gegen noch kaum berührte Gegenden des Erdballs.
Eine solche Fahrt ist gewissermaßen lebendige Entdeckungs- und Kolonisationsgeschichte, die man bequem aus dem Aussichtswagen genießen Fann. — Urwald und Pullrnan-Expreß, auch zwei polare
Einbrecher sprang auf der Flucht in den Main.
Lpd. Frankfurt a. M., 26. Aug. Dem ^jährigen Angeklagten, der im blauen Sportkittel vor der Großen Strafkammer stand, sah man es nicht an, daß er in seinem Leben schon über fünfzehn Jahre i n Gefängnissen und Zuchthäusern zugebracht hat. Er macht einen völlig
clair, New Jersey, ließ sich eine Frau von ihrem Manne scheiden, weil er anstatt m seinem Bette durchaus auf einer Plattform schlafen wollte, die er sich in einem Baume gebaut hatte. In Ohio hatte ein Mann eine Frau mit einem Glasauge geheiratet. Erst nach der Hochzeitsfeier hatte er diesen Schönheitsfehler entdeckt und war wutentbrannt zum Scheidungsrichter gelaufen, um sich von der Frau wieder zu trennen. Der Richter ging aber nicht darauf ein, sondern belehrte ihn, daß l auch hier die Regel gelten' müsse, daß ein Käufer sich die Ware vor dem Abschluß des Kaufes an- fehen müßte. Ein Mann in Kansas City wollte darauf bestehen, daß feine Frau ihn zu allen Ring- und Boxkämpfen begleitete, und als sie sich weigerte, strengte er die Scheidungsklage an. Er wurde jedoch abgewiesen. Dagegen wünschte eine Frau in Indiana, von ihrem Manne geschieden zu werden, weil er es vorzog, in die Abendschule zu gehen, statt sie ins Kino zu- führen; auch sie hatte kein Glück. In Neuyork war ein Mann mit dem Kaffee, den feine Frau bereitete, nicht zufrieden und verlangte die Scheidung, aber der Richter fand den Grund nicht genügend. Ein anderer Neuyorker wollte seine Che aufgehoben sehen, weil er sich betrogen fühlte; fein Schwiegervater hatte ihm eine Anstellung für 25 Dollar wöchentlich als Zugabe zu seiner Frau versprochen; er bekam auch beides, aber die Anstellung dauerte nur einen Monat. Der Richter setzte ihm jedoch auseinander, daß die Ehe kein Geschäftsabschluß sei, und verweigerte die Scheidung.
Hundert Jahre Fez.
AS. Kairo.
.harmlosen Eindruck, dabei ist er der Kriminalpolizei 1 feit langem als einer der geriebensten Einbrecher
bekannt Er war u. a. 1931 Mittäter bei- einem schweren Einbruch in der Allerheiligenstraße, wo em Tresor aus der Wand gebrochen wurde. Der aus IGießen gebürtige Angeklagte Albrecht L. ging I anfangs Juni mit einem Koffer nach Fechenheim.
„. rr r iVor einer Metzgerei stellte er den Koffer ab, schlug schen Missionsstation unweit des Niassasees ge-1 .R Fenster ein und kletterte ins Haus. Im Laden pflanzt. Deutsche Verwaltungsbeamte haben die Um- plünöerte er die Kasse und hing eine Anzahl Würste geborenen von Bukoba, am Westufer des Victoria- yUs er den Koffer holen wollte, rief jemand aus Sees, zuerst gelehrt, Robusta-Kaffee einem Fenster des oberen Teiles des Hauses. L. Uetz
und ein deutscher Reispflanzer und Muhlenbesitzer hat die Reiskultur in der Gegend von Muansa, die jetzt ansehnliche Erträge liefert, eingeführt. Deutschland hat die landwirtschaftliche Station von Amani, unweit Tanga, gegründet, die von der Mandatsverwaltung immer noch nicht auf den Stand gebracht worden ist, den sie zur deutschen Zeit besaß. Die ostafrikanischen Goldvorkommen find alle schon unter der deutschen Verwaltung entdeckt und dum Teil I auch ausgebeutet worden. Selbst das Gold im Lupa-1 Gebiet, wo die Ausbeute erst zur Mandatszeit begann, hat ein deutscher Elefantenjäger gefunden. Auf der Insel Mafia gab es eine deutsche Station, auf der zur Bekämpfung der Tsetse Studien gemacht wurden, die von den englischen Tierärzten I immer noch nicht zum erfolgreichen Abschluß gebracht worden sind, und das rettende Mittel gegen die Schlafkrankheit, die Ostafrika mit einer verderblichen Invasion bedrohte, wurde von der deutschen Wissenschaft gefunden. Dasselbe gilt von den zwei andern sanitären Geschenken Deutschlands an alle von Malaria verseuchten Gebiete, die beide dem Chinin überlegen sind, dem Atebrin und Plas-
(JHL Seilersweg Nr. 67
adlO Telephon Nr. 3170
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freilich, ob cs richtig sein würde, die Waldgebiete allzusehr auf Konto der Landwirtschaft zu verdrängen, wenn schon die Wälder noch manche Gebiets-1 reserve bieten. Die Landwirtschaft könnte mehr, und zwar viel mehr Menschen durch intensivere Wirtschaft ernähren, wenn genügend Absatz da ist. Der kanadische Wald gehört aber zu den letzten großen Walübeständen der Welt, und man wird jedenfalls gut tun, bei dessen Zerstörung nicht in die Fußtapfen der USA. zu treten. Wenn er pfleglich behandelt wird, kann er eine Quelle des Wohlstandes bleiben. Ich weiß nicht, wieviel Milliarden Dollar die Vereinigten Staaten geben würden, wenn fiel die Hälfte des Waldes rasch zurückgewinnen könnten, den sie im Raubbau vernichtet haben. Die kanadische Regierung in Ottawa ist klug genug, den Reichtum des Landes mit Sorgfalt zu hüten. Eine Forstwirtschaft in unserem Sinne wird es dabei auf Jahrzehnte hinaus kaum geben können.
So hat man alles in allem von Kanada den Eindruck, daß die Natur dieses Land reich gesegnet hat. Die klimatischen Verhältnisse im Norden lassen gewiß manche Einschränkungen zu. Aber es fehlt in Kanada an Menschen, um den Segen des Bodens gebührend zu heben, und nicht nur an Menschen, sondern auch an wirtschaftlicher Vernunft bei Staaten, die menschenarme Gebiete beherrschen, um dazu beizutragen, daß eine Steigerung des Ertrages sich wirklich zum Segen aus- wirken würde. Für jeden, der von Kanada nach
Durch Kanada nach USA
Von Or. Rudolf Albert.
nv.
Leistung und Rechte in Afrika.
T i k o , Kamerun, den 23. Juli 1938.
Die Summe einer halbjährigen Studienreise durch Afrika, deren Hauptzweck es war, die kolonialwirtschaftlichen Leistungen des letzten Menschenalters zu beobachten und von ihnen aus ein Bild zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten zu gewinnen, kann auf verschiedene Art gezogen werden. Ich möchte es jetzt, wo ich im Begriff bin, an Bord eines deutschen Motorschiffs, des „Pelikan" zu gehen, der uns in die Heimat zurückbringen soll, in der Weise tun, daß ich die heute noch fortwirkenden deutschen kolonialen Leistungen damit vergleiche, was in unfern alten Schutzgebieten, die uns unter der unwahrhaftigen Mandatsformel genommen wurden, seitdem von den Mandatsoerwaltungen aufgebaut worden ist. Ich bin weit davon entfernt, die englische, französische und belgische Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft innerhalb der eigenen afrikanischen Besitzungen dieser Mächte zu bekritteln. Wenn ich mich auf einem bestimmten Gebiet, dem der Eingeborenenpolitik, gegen sie erkläre und namentlich die englische für gefährlich, ja verderblich halte, so hat das nichts mit der Anerkennung der Fortschritte zu tun, die im ganzen genommen in jenen Kolonien gemacht worden sind und noch gemacht werden. Ich möchte das speziell auch von den Franzosen sagen, denen zu Unrecht mangelnde koloniale Befähigung vorgeworfen wird. Das Bild ändert sich aber, sobald man die Mandatsgebiete besucht. Da fällt es auf, wie wenig fruchtbar die neue fremde Verwaltung gegenüber der alten deutschen sich bisher gezeigt hat. Am auffallendsten ist das in Ostafrika, aber auch hier am Großen Kamerunberg, der zum englischen Mandatsanteil gehört, erhält man einen lebhaften Eindruck von deutscher kolonialer Tüchtigkeit.
Mir ist hier ein Blatt auf den Tisch geflogen, das an ein englisches Weißbuch vom Jahre 1922 über die damaligen Verhältnisse in den Kolonien des Empire erinnert. Darin finden sich die folgenden — auf die Mandatsgebiete bezüglichen — Sätze: „Die deutsche Verwaltung strebte danach, die Kolonien dadurch so fruchtbar wie möglich zu machen, daß sie ihre natürlichen Hilfskräfte nach Möglichkeit entwickelte, und sie tat das mit Erfolg. Sie verstand es weiter,
kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise.
Don Dr. Paul Rohrbach.
Zeichen vergangener Fremdherrschaft" — gemeint ist die türkische — bekämpft. Aber die große Masse der Städter — der Fellache trägt keinen Tarbusch — sieht in ihm doch noch die „nationale Kvpfbedek- kung". Die besten Tarbuschs werden auch heute noch — in Europa produziert. Sie kommen ans der Tschecho-Slowakei, die eigene Tarbuschfabriken besitzt. Konkurrenten für die tschechischen sind die neu gegründeten ägyptischen Tarbuschfabriken, die durch ihre billigeren Preise jenen den Rang ablaufen.
Die Mehrzahl von Rhinozeros.
Dr. Ho/Hb. Liverpool.
Die Engländer haben Sorgen. Jetzt ist eine lebhafte Erörterung im Gang, wie eigentlich in englischer Sprache die Mehrzahl von Rhinozeros zu bilden fei. Diese wichtige Frage geht auch uns an. Sollen wir nun sagen: Rhinozerosse? Oder sollen wir' uns versteigen zu Rhinozerössern? Vielleicht finden sich Liebhaber, die die philologischen und grammatikalischen Hintergründe dieser Frage in das durchdringende Scheinwerferlicht ihres wohlerworbenen Wissens rücken. Ohne uns mit diesen
Hut kam dem türkischen Sultan Achmed II. zu Gesicht, und dieser fand daran Gefallen. Achmed II. führte diese eigenartige Kopfbedeckung zunächst in seiner Armee ein und dann allgemein bei seinen Untertanen, die zunächst nur widerwillig davon Gebrauch machten. Don der Türkei fand der „Fez" feinen Weg in die von der Türkei unterworfenen arabischen Länder und über Aegypten hinweg nach Nordafrika. Damit wurde er sozusagen ein Kennzeichen der Muselmanen. Das erste Land, das den Fez nach fast hundertjähriger Geschichre verbot, war das gleiche, das ihn zuerst eingesiihrt hatte: die Türkei. 1926 sprach Kemal Atatürk für seine Untertanen ein Fez-Verbot aus. Die rote Kopfbedeckung war in Bann getan, als Zeichen der Rückständigkeit gebrandmarkt. Der Iran folgte nur wenig später dem türkischen Beispiel, so ist der Tarbusch auch aus dem neuen Persien verbannt. — In Aegypten gibt es eine kleine Gruppe, die heute den Tarbusch als „unmodern, rückständig und
Dieses Jahr ist genau ein Jahrhundert vergangen, seit erstmals jene rotleuchtende orientalische Kopfbedeckung geschaffen wurde, die man in der Türkei „Fez", in Aegypten „Tarbusch", in Syrien und Tripolis „Taghieh", in Algerien, Tunesien und Marokko aber „Sheshia" nennt. Dieser „Fez" — so genannt nach der Stadt „Fez" m Marokko, wo eine Zeitlang.die besten Produkte dieser Art geliefert wurden — wurde zum erstenmal vor hundert Jahren von einem griechischen Hutmacher dem Publikum vorgeführt. Dieser rotleuchtende, randlose
Sachverständigen im geringsten anlegen zu wollen, geben wir aus einer Zuschrift an die „Times" folgende Erwägungen eines kurz entschlossenen Praktikers wieder. Er schreibt, wobei wir sinngemäß ins Deutsche übertragen: „Die Mehrzahl Rhinozerosse scheint am einwandfreiesten. Aber auch dieser Ausdruck hat noch einen etwas pedantischen Klang. Ist nicht die Zeit gekommen, unsere wortgeschichtlichen Vorurteile etwas in den Hintergrund zu rücken und den Sprachgebrauch des Durchschnittsbürgers anzunehmen und frei weg von der Leber einfach Rhinos zu sagen?... Zoo für zoologischer Garten ist jetzt allgemeiner Sprachgebrauch geworden. Hoffentlich nehmen wir nach demselben gemeinverständlichen Grundsatz auch die Benennung der Insassen des Zoos vor, die beängstigend lange Namen haben. So würde ich also für Rhino und mit einer gewissen Zaghaftigkeit auch für Schimp (Schimpanse) plädieren." Wir wollen — um nicht mit den erwähnten philologischen Sachverständigen in Streit zu kommen — nicht verwegener als der englische Einsender sein und erwähnen feinen Vorschlag mit derselben „Zaghaftigkeit", mit der ihn der Engländer gemacht hat.
Der erste Brandschaden seit 600 Jahren.
AS. Riga.
Eines der schönsten und historisch wertvollsten Gebäude des alten Stadtkernes von Riga wyrde durch einen Brand sehr gefährdet. Durch einen schadhaften Schornstein geriet im weltberühmten „Schwarzhäupterhaus" ein Nebenraum in Brand, worauf sich das Feuer in die Decke des herrlichen großen Saales hineinfraß. Durch Hitze und Rauch wurden das einzige nach dem Leben gemalte Porträt Peters des Großen und ein Porträt Kaiser Alexanders II. von Rußland erheblich beschädigt. Die übrigen cutt Saal befindlichen Porträts russischer Kaiser und schwedischer Könige haben glücklicherweise wenig gelitten. Das Schwarzhäupterhaus gehört heute noch der „hochwohllöblichen Kompanie der Schwarzen Häupter", einer Vereinigung deut,
flrtorenen. die selbst danach »-rlanq-n. daß die Mit Sauerkraut und Klötze ... und sonst allerlei, straffer Autorität geübte Gerechtigkeit und Fürsorge D ' ,
der deutschen Zeit bald wiederkehren möge. Und Reuyork.
damit sage ich Afrika für diesmal Lebewohl! Daß Sauerkraut und Klöße eine Rolle vor dem
Scheidungsrichter spielen können, sieht man mit
1 Erstaunen aus einer Aufzählung seltsamer Scheidungsfälle, von denen in der letzten Zeit aus Amerika berichtet wurde. In Saint Louis wünschte eine Frau geschieden zu werden, weil ihr Gatte ihr Vorwürfe gemacht hatte, daß sie bei der ersten gemeinsamen Mahlzeit Sauerkraut und Rippespeer Hudson-Bai soll den größten Getreidesilo der SBelt aufgetragen hatte. Allerdings war der Richter mit aufweisen, um den Mais und Weizen von dort auf diesem Grund doch nicht einverstanden, ^?ndern gab dem Wasserwege in den eisfreien Monaten ver-1 ihr nur den dringenden Rat, ein neues Kochbuch fruchten zu können, aber man hat bei der Errich- zu kaufen. Man scheint in Saint Louis überhaupt tung sicher manche Zukunftshoffnung vorweggenom- auf gutes Essen Gewicht zu legen; denn in einem men. Fast 40 v. H. des Landes sind mit anderen Fall, der in dieser Stadt spielte, war es der Wald bedeckt, ein Hundertsatz, der sich wesent- Ehemann, der vor dem Richter erschien und die lich erhöht, wenn man den unfruchtbaren Norden Scheidung begehrte, weil die Klöße, die seine Frau zunächst überhaupt abziehen würde. Die Frage ist ihm vorletzte, ihm am Gaumen kleben blieben. ...... ................. Auch hier war der Richter nicht zu erweichen, und wenn es nach ihm geht, kleben die Klöße noch immer am Gaumen des armen Mannes. In Mont-
mochin.
Wenn man die englischen Mandatsberichte über Ostafrika lieft, so spürt man durchweg das Bemühen, vor der Mandatskommission des Völkerbundes ein möglichst glänzendes Bild von den Leistuj-gen der Mandatsverwaltung zu entrollen. Wer aber näher zusieht, der merkt bald die nur den Unkundigen täuschende Aufmachung. Es ist schlechterdings nichts Neues, Eignes, was die Mandatsverwaltung leistet. Alles ist nur Fortsetzung, im besten Fall bescheidener Weiterbau auf den zur deutschen Zeit gelegten Grundlagen. Direkt verschlechtert hat sich gegen früher die „Achtung" der Eingeborenen gegenüber der Mandatsverwaltung. Kein Eingeborener hat Respekt vor der formalistischen englischen Justiz, die bei Diebstählen der Eingeborenen geradezu Rechtsverweigerung für den Weißen bedeutet und die auch nichtbeamtete Engländer zur Verzweiflung bringt . (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Hier in Kamerun sind die Engländer vernünftig » ßmhr hrä ^auckiers
genug gewesen, den deutschen Pflanzern, deren Be-
triebe nach der Beschlagnahme sehr bald verwahr- Ad. Singapur,
losten, im Jahre 1925 den Rückkauf zu erlauben. Minggu, der bekannte Munzentaucher im Hasen Damit ist unter der Mandatsverwaltung ein prak- von Singapur, ist von feinem Schicksal ereilt tisches Stück deutscher Kolonialwirtschaft wieder worden. Er, der fast em halbes Jahrhundert lang lebendig geworden, das in Afrika seinesgleichen zum Ergötzen der Zuschauer die von Bord der sucht. Beinahe 20 000 Schwarze arbeiten auf den großen Ostasien-Fahrer herabgeworfenen Münzen deutschen Kakao-, Kautschuk-, Oelpalmen- und Ba- mit unglaublichem Geschick wieder heraufzuholen nanenpflanzungen. Die Banane ist gegenwärtig das verstand, ist von einem Haifisch angegriffen und führende Produkt am Großen Kamerunberg; unser schwer verletzt worden. Die Passagiere eines Per- Pelikan nimmt 50 000 „Bündel" Bananen, 5 Mil- sonendampfers waren Zeugen dieses schaurigen Honen Einzelfrüchte, in feinen Kühlräumen mit nach Dramas. Sie sahen den Hai, versuchten auch, durch Deutschland, und er ist nur eins von der Flotte von Geschrei Minggu noch zu warnen, doch war er bisher sieben Bananenschiffen der Afrikanischen der Münze schon nachgesprungen. Das Wasser um Fruchtcompanie in Hamburg, die diesen Dienst ver- ihn herum färbte sich rot Er tauchte noch einmal sehen. Wer die koloniale Befähigung des Deutschen auf und schrie um Hilfe, und seine Freunde ver- in Zweifel zieht, der tut es, wenn er von Afrika mochten ihn aus dem Wasser zu ziehen, aber seine überhaupt eine Ahnung hat, wider fein besseres Verletzungen waren derart schwer, daß er kurz Wissen. Leistung verleiht Rechte, und noch darauf an ihren Folgen verschied. — An Minggu hat es keine koloniale Leistung in Afrika gegeben, hat sich erneut ein Aberglaube der Eingeborenen die über die deutsche ginge. Das gilt für den Auf- bewahrheitet, daß die Haie stets den Aeltesten zuerst bau der Wirtschaft wie für die Erziehung der Ein- anfallen.
Das erste Rasthaus der Reichsautobahnen
wird am Samstag am Chiemsee eröffnet. Das Rasthaus (unser Bild) fügt sich in seiner vollendeten Architektur völlig der Landschaft an und enthält neben Räumlichkeiten für die Beherbergung von zahlreichen Gästen auch sehr schöne im bayerischen Stil ausgestattete Wirtsraume. Zahlreiche andere Rasthäuser an den Reichsautobahnen werden diesem ersten Bau folgen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Geschichten aus aller Wett.


