14:
Wirtschaft
Verleihung von HL -Ehrenzeichen
Aus der engeren Heimat
9. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
Noch am Morgen des Mittwochs mar Gisela Mertens entschlossen, sich zu dem Stelldichein unter keinen Umständen einzufinden. Wie hatte sie sich auf diesen Unsinn einlassen können! So tief war man denn doch noch nicht gesunken, daß man sich einem wildfremden Menschen an den Hals werfen mußte, daß man Ge-
aer des der Straße
DHE übernimmt allein bte- Wegemarkierung in Oberhessen.
LPD. Schotten, 26. Juli. Seit Jahren hat sich der BogelsbergerHöhen-Club (VHC.) um die Markierung der Wanderwege in Oberhessen, insbesondere im Vogelsberg und in der Wetterau, große Verdienste erworben. In manchen Gegenden wurde die farbige Wegemarkierung aber auch von anderen Wanderinteressenten ausgeführt. Nunmehr hat, wie der Haupt- norstand des VHC. mitteilt, der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — dem VHC. für das Wandergebiet in Oberhessen das alleinige Recht zur Anbringung von farbigen Wegebezeichnungen in den Staats- und Gemeindewaldungen widerruflich gewährt.
Landkreis Gießen.
* Heuchelheim, 27. Juli. Als der Landwirt Wilhelm Rinn gestern vormittag mit seinem Kuhfuhrwerk ins Feld fahren wollte, verunglückte er dadurch, daß die Kuh wild wurde. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei Kopfverletzungen und einen Beinbruch, so daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.
ch A l l e n d o r f (Lahn), 26. Juli. Wie von einigen Nachbarorten aus am Samstag größere Scharen von Störchen beobachtet wurden, so waren auch in der Nähe unseres Dorfes 14 Störche zu sehen, die unser Dorf überflogen und sich bann auf einem benachbarten Wiesengrund niederließen.
<5p Beuern, 26. Juli. Der Schmiedemeister Wilhelm Krämer von hier fuhr gestern mittag mit seinem Lehrling auf einem Motorrad in Richtung Reinhardshain. Infolge Reifenbruchs an der Maschine stürzten beide im Walde in der Nähe von Geilshausen. Während der Lehrling zum Glück glimpflich davonkam, mußte der Meister wegen seiner Verletzungen mit dem Auto nach
Der Re-ichsjugendführer Baldur von Schirach verlieh am 1. Juli 1938 im Bereich des Bannes 116 (Wetterau) nachstehenden Jgg. das H I. - Ehrenzeichen:
Fritzheinz Köhler, Rodheim v.d. H.: Heinrich Heinz, Nieder-Rosbach; Erich Hellmes,Gam- bad); Heinz Ludo rf, Bad-Nauheim: Harry Jacobi, Nieder-Rosbach: Karl Behau, Nieder- Wöllstadt; Erwin Bender, Griedel: Otth Henninger, Obbornhofen: Gustav Becker, Stangenrod: Willi Block, Obbornhofen: Rudolf Bornmann, Trier; Willi Büttel, Gießen: Alfred Guth, Bad-Nauheim; Helmut Guckes, Gießen: Alfred Mauer, Friedberg; Rudolf Damm, Ober-Eschbach; Helmut Schröter, Bönstadt; Wilhelm Lang, Bönstadt: Wilhelm Kröll, Bönstadt; Hans Jacobi, Holzhaufen; Bernhard Flohr, Holzhausen; Otto Ludwig, Gießen; Ewald Watz, Großen-Linden; Kurt Lauer, Hungen; Erich Reitz, Inheiden; Ludwig Reitz, Inheiden; Günter Wilhelm, Inheiden; Otto Seipp, Lollar; Karl Trätsch, Münzenberg; Hans H e i e t t, Darmstadt; Willi Größer, Großen-Linden; Alfred Geißler, Dorf-Gill; Karl Müller, Dorf-Gill; Wilhelm Lotz, Allendorf;
NS.-Gemeinschaft „Äraff durch Freude".
Omnibusfahrk zum Grohflugtag am 31. Juli 1938 in Frankfurt a. 2H.
Am Sonntag, dem 31. Juli, findet auf dem Weltflughafen Rhein-Main ein Großflugtag statt, bei dem sich folgende Flieger zeigen werden:
Fieseler Storch, zum erstenmal in Frankfurt a.M.; Feldwebel Falderbaum, Deutscher Meister im Geschicklichkeitsmotorflug 1938;
Lochner — Graf von Hagenburg — Olzmann, die deutsche Kunstflugkette;
Flugkapitän Hanna Reitsch — Heini Dittmar, Geschicklichkeitsflug im Segelflugzeug;
Massenfallschirmabsprung, großes Tagesfeuerwerk. Fahrpreis einschl. Eintritt RM. 5,—. Abfahrt um 12.00 Uhr am Haus der DAF. 4987 D
Zusammenfassung der Bestimmungen über das Arbeitsbuch.
Die grundlegenden Bestimmungen über das Arbeitsbuch sind in einem 36 Seiten umfassenden Heft „Die Vorschriften über das Arbeitsbuch" zusammen- aestellt worden. Betrieben, Haushaltungen, Organi- sationen und Verwaltungen wird durch dieses als amtlicher Sonderdruck erscheinende Heft die Möglichkeit geboten, sich über den gegenwärtigen Stand der Arbeitsbuchbestimmungen eingehend zu unterrichten. Das Heft wird zum Selbstkostenpreis von 20 Rpf.
Gemeinderat in (Schotten.
* Schotten, 26. Juli. In seiner gestrigen Sitzung sprach sich der Gemeinderat dahin aus, daß alljährlich einige Straßen der Stadt mit Kleinpflaster versehen werden. Bei dem zunehmenden Kraftfahrverkehr und der damit verbundenen Staubentwicklung ist die Pflasterung auch im Interesse der Stadtverschönerung eine dringende Notwendigkeit. Für dieses Jähr find die Ludwig- straße und der sogenannte Ballonplatz vorgesehen. Die Pflasterung wird sofort ausgeschrieben und in nächster Zeit durchgeführt. Die Stadt kann unmöglich die Kosten allein auf sich Übernehmen und muß, da die Pflasterung auch im Interesse der Anlieger liegt, einen Teil der Kosten, und zwar 2/«, nach den gesetzlichen Bestimmungen auf die Anlieger ausschlagen.
Zwei hinter Gisela.
Vornan von Hans Hirthammer.
Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa.
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fühle heuchelte und sich verkaufte, um sein Ziel zu erreichen.
Aber die Tücke des Zufalls wollte es, daß gerade an diesem Tag Herr Hasselschwert in einer besonders schlechten Laune war. Es war reineweg der. Teufel los. Fräulein Hinterhuber, auf deren breite Schultern schon am Vormittaa ein Donnerwetter mit Blitz und Hagel niedergeprasselt mar, schlich umher wie ein ausgehungerter Löwe und fauchte l/nheildrohend, o oft Herr Hasselschwert sich nur von ferne sehen ließ.
Auch Weißfloh hatte schon seinen wohlgemessenen Teil erhalten und kam aus dem Stottern nicht heraus.
Gleich nach der Mittagspause — Gisela hatte ein langes Diktat zur Unterschrift vorgelegt — brach, auch über sie das Unheil herein, nur weil sie nach Hassel- schwerts Ansicht einige Satzzeichen nicht richtig ein* gefügt und weil sie ein paar Wendungen, die ihr unmöglich erschienen waren, durch bessere ersetzt hatte.
Herr Hasselschwert schrie, tobte, hüpfte wie ein Gummimann auf seinem gepolsterten Sessel auf und nieder. „Unverschämtheit, Schweinerei — tolle Wirtschaft!" das waren noch die harmlosesten Ausdrücke, die Gisela zu hören bekam. Das wäre aber alles noch zu ertragen «gewesen.
„Man sagte mir, daß Sie sich in Ihrer Freizeit noch nebenberuflich betätigen. Da ist es freilich keii Wunder, daß Ihre Leistungen im Büro zurückgehen. In Zukunft hört das auf, haben Sie verstanden? Sie haben sich ausschließlich der Arbeit zu widmen, für die Sie bezahlt werden, und wenn Ihnen das nicht paßt, dann können Sie gehen."
Als Herr Hasselschwert sich endlich ausgetobt hatte, durfte sie an ihre Schreibmaschine zurückkehren. Den Brief mußte sie noch einmal schreiben.
Babett Hinterhuber hatte reichlich zu tun, bis es ihr gelungen war, das hemmungslos schluchzende Mädchen einigermaßen zu trösten.
,Hch habe da noch eine dringende Sache. Sie können doch etwas länger bleiben?"
„Nein!" sagte Gisela. „Es tut mir leid, ich habe etwas Wichtiges zu erledigen!" Sie staunte selbst über ihre Entschlossenheit.
..So?" sagte Hasselschwert schnaubend und rollte seine Froschaugen.
Gisela machte sich auf etwas Schreckliches gefaßt, aber — es geschah nichts. „Gut, dann gleich morgen früh!" sagte Herr Hasselschwert und ließ sie gehen.
Herr Weißfloh, getrieben vom Mitleid seines fühlenden Herzens, wollte Gisela auf dem Nachhauseweg begleiten, wie er es schon mehrmals ge» 1 tan hatte.
Für ein voraussichtlich am 1. Oktober hier zur Errichtung kommendes Lager RAD. werden die städtischen Wiesen an ' nach Rudingshain—Michelbach zur Verfügung ge- stellt, auch den vom RAD. gestellten Bedingungen wird entsprochen. .
Die Errichtung des HI.-Heimes wird vorwärts getrieben. Als Platz hierfür ist bas Grund- stück am Eingang zum Auweg über der neuen Siedlung vorgesehen.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8-ll): Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Volk und Wirtschaft. 12: Mittagskonzert. 12.40: Reichssendung: Deutsches Turn- und Sportfest Breslau 1938. Rückblick auf die Vormittagskämpfe des zweiten Tages. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Unsere Kolonien. Deutsche in der Fremde. 18.10: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Reichssendung: Tao der Wettkämpfer. Rückblick auf den zweiten Hauptfesttag des Deutschen Turn- und Sportfestes Breslau 1938. 20: Nachrichten. 20.15: Neue deutsche und englische Unterhaltungsmusik. 21: Bismarck siegt bei Nikolsburg. Ein Hörspiel zum 40. Todestag Bismarcks (29. Juli). 22: Nachrichten. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 bis 3: Nachtmusik.
Drückende Hitze laste Unbarmherzig schickt Ltrahlen vom blauen lörmlich im häuserm Mait weich werden I sam geregelt ohne Ur
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v anner, mit gol unb unbewegt. Alles [ein Windhauch schas die Menschen nicht durch die Straßen, s durcheinander und t in Breslau etwas. 211 freut sich, nimmt nie er falsch über die Str Mgen in eine der u;
Erich Mohr, Garnboch; Hans Stehr, Pohl- Göns; Ernst Jacobi, Holzhausen; Wolfgang Hering, Friedberg; Heinz Herzberger, Friedberg; Paul Schwab, Friedberg; Alfred Blecher, Rodheim; Heinrich Laube r, Obbornhofen; Karl Diehl, Ettingshausen; Otto ^Pfeffer, Grünberg: Fritz Zinn, Treis; Georg Wilhelm, Nieder-Erlenbach; Albert Faulstich, Okarben; Ludwig Christ, Griedel; Ludwig Bender, Griedel; Eugen Gärtner, Nieber-Weisel; Hans Rappili, Butzbach; Wilhelm Kißler, Butzbach; Willi Nickel, Butzbach; Hugo Koppel, Rodheim; Heinrich Sch aller, Nieder-Esch- bad); Heinrich Hieranjeni, Groß-Karben; Heinrich Bull mann, Nieder-Rosbach; Heinrich Blecher, Nieder-Rosbach; Wilhelm Welter, Nieder-Rosbach; Arthur Beute, Gießen; Ludwig Dörr, Gießen; Friedel Cüsters, Gießen; Wolfgang Weerth, Gießen; ''Karl Sturm, Gießen; Helmut Schmidt, Gießen; Hermann Lynker, Gießen; Adolf E m s b a ch , Gießen.
Diese Jgg. werden ersucht, ihre genaue Anschrift bis spätestens 2. August an den Leiter der Personalstelle des Bannes 116 mitzuteilen.
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Hause gebracht und in ärztliche Behandlung gegeben werden.
△ Hungen, 26. Juli. Beim Lehmgraben in der Grube der Dampfziegelei Hungen stieß man am gestrigen und am heutigen Tage auf eine Anzahl Knochenfunde, beren Bergung sofort sicher- gestellt wurde. Da in der Nähe der Ziegelei der Feldheimer Wald liegt, und dort das in früheren« Zeiten untergegangene Dorf Feldheim seinen Platz hatte, nimmt man an, baß es sich bei den jetzigen Knochenfunden, die gut erhalten geborgen werden konnten, um die Ueberrefte von Bestattungen auf dem damaligen Friedhof des Ortes Feldheim handelt, vielleicht auch um Gebeine von Soldaten aus der Zeit Napoleons.
Kreis Schotten.
* (Sd) ott en, 26. Juli. Der Arbeiter Karl Spa. mer kam auf feinem Arbeitsplatz in der Nähe von Niederaula so unglücklich in den Bereich eines Auf- zuges, daß er auf der Stelle totgebrückt würbe.
Kreis Wetzlar.
Hl Wißmar, 26. Juli. Am Eommenben Samstag besteht bie hiesige Filiale ber Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos feit 40 Jahren. Dieses Jubiläum soll in einer Betriebsfeier festlich begangen werben. rir ,
* Dutenhofen, 26. Juli. Der Kraftfahrer Joachim Balser aus Wetzlar stürzte hier mit seinem Motorrab so unglücklich, baß er mit einem Schlüsselbeinbruch unb Hautabschürfungen nach Gießen in bie Klinik gebracht werben mußte.
bei Abnahme von weniger als 10 Stück, 15 Rpf. bet Abnahme von 10 und mehr Stück, zuzüglich Porto von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung unb Arbeitslosenversicherung, Büro Veröffentlichungen, Berlin-Charlottenburg 2, Harbenbergstraße 12, Postscheckkonto Berlin NW 7, Nr. 4096, abgegeben.
* Donnerstag, 16.42 Uhr, Ankunft unserer Pimpfe. Die Gießener Pimpfe, bte sich gegenwärtig noch auf ihrer Hessen-Nassau-Fahrt befinben, kehren am morgigen Donnerstag um 16.42 Uhr mit Sonberzug von Limburg kommend hierher zurück.
^Runbfunfprogramm
Donnerstag, 28. Juli.
nen meist leicht ab. Dagegen lagen Kommunal-Umschuldung eine Kleinigkeit höher mit 94,85 (94,75). Das Pfandbriefgeschäft war gering, Liquidationswerte zogen z. T. weiter ym 0,13 v. H. an. Stadtanleihen und Staatspapiere notierten zumeist unverändert, während Industrie-Obligationen uneinheitlich blieben; niedriger erneut 5 v. H. Eisenbahn- Bank mit 80,25 (81).
Der Freiverkehr war nahezu . geschäftslos, einige Umsätze erfolgten in Dingler Maschinen zwischen 88,50 bis 89 (90).
Abendbörse still.
An ber Abendbörse herrschte auf nahezu allen Gebieten ausgeprägte Geschäftsstille. Die Haltung war gegen den teilweise etwas erholten'Mittagsschluß wenig verändert, wenngleich sich nicht alle notierten Kurse ganz behaupten konnten. Bei Min- destumsatz notierten IG. Farben mit 151,50 (151,75). Montanwerte konnten sich vorwiegend behaupten, Mannesmann jedoch 0,25 v. H. leichter mit 108,50, dagegen Rheinstahl 141,50 (141), ferner Hoesch lOy^O (109,25), Verein. Stahl unverändert 103,75, ebenso Buderus mit 112. Bei Maschinenaktien erfolgten zumeist Herabsetzungen; MAN. 125 (127), Demag 140 (141), Moenus 126 (126,50), Rhein- metall 128,25 (128,50), BMW. 144,50 (145), Adler unverändert 109,50. Sonst notierten u. a. Scheibeanstalt mit 222, Bemberg mit 130, Gesfürel mit 133,50, «Schlickert mit 165, VDM. mit 167, Bekula mit 152, Deutsche Erdöl mit 126,25 (126,75) unb Licht unb Kraft mit 135 (135,25). Bankaktien kamen wie mittags zur Notiz. Der festverzinsliche Markt lag gleichfalls überaus ruhig. JG.-Farben- Bonds unverändert 121,50, Dekosama II unverändert 152,13, ferner im Freiverkehr Kommunal-Um- fchuldung unverändert 94,85.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 26. Juli. Auftrieb: KälbV 821 (gegen 766 am 19. Juli), Hämmel und Schafe 120 (99), Schweine 3957 (4201). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59),
c) 43 bis 50 (44 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40).
Hämmel b2) 46 bis 48 (46 bis 50), c) 42 bis 45
(42 bis 45), d) 36 bis 40 (34 bis 38). Schafe
a) 39 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 37),
c) 28 bis 32 (26 bis 30). Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Gießener Schlachtviehniarlt.
Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehoersteige- runqshalle Rhein-Main in Gießen wurden 3 Ochsen, 8 Bullen, 32 Kühe, 23 Färsen, 100 Kälber, 244 Schweine, 2 Schafe aufgetrieben.
Preise: Ochsen 43 Pf., Bullen 37 bis 42, Kühe 23 bis 42, Färsen 35 bis 43, Kälber 35 bis 61, Schafe 40 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a) (150 kg und mehr) 1,18 Mark, bl) (135 kg bis 149,5 kg) 1,16, b2) 120 bis 134,5 kg) 1,14, c) (100 bis 119,5 kg) 1,10, d) bis f) (unter 100 kg) 1,04, gl) und i) (fette Specksauen und Altschneider) 1,12, g?) und h) (andere Sauen und Eber) 1,08 Mark.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt. Schafe und Kälber lebhaft. Alles ausverkauft.
Mein-Mainische Börse.
Mitlagsbörse: Aktien zumeist schwächer.
Frankfurt a. M., 26. Juli. An der Börse hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an; es herrschte allgemein Zurückhaltung, da Anregungen fehlten. Insbesondere ist die Beteiligung der Kundschaft zur Zeit äußerst schwach.
Der Aktienmarkt lag überwiegend etwas schwächer, da dem nur in kleinem Umfange vorliegenden Angebot kaum Aufnahmeneigung gegen« überstand, wobei der bevorstehende Ultimo nicht ohne Einfluß gewesen fein dürfte. Insbesondere nach den ersten Notierungen gingen die Kurse zurück. Zunächst eröffneten Reichsbank mit 187,25 (188,75) und andererseits Siemens nach Pause mit 193 (191,75) über den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. hinaus ein. Von Bergwerkswerten ließen Hoesch und Mannesmann je 0,50 v. H., Verein. Stahl 0,75 v. H. und Rheinstahl 1 v. H. nach. In der chemischen Gruppe stellten sich IG. Farben auf 151 (151,50) und Metallgesellschaft auf 127 bis 126,50 (127,25). Von Zellstoffpapieren ermäßigten sich Waldhof auf 139,50 (140,65), Aschaffenburger mit 120,75 und Feldmühle mit 130 lagen kaum verändert. Am Elektromarkt bröckelten AEG. und Licht und Kraft je 0,25 v. H. ab, ferner kamen noch Daimler mit 133,50 (134) zur Notiz.
Der Rentenmarkt lag zwar sehr ruhig, aber weiterhin behauptet. Reichsaltbesitz 131, Reichsbahn- Vorzugsaktien 124, beide unverändert. Im Freiverkehr bröckelten verschiedene Jndustrie-Obligatio-
„Es geht heute leider nicht. Bitte, jeien Sie mir nicht böse!"
Wie hätte Herr Weißfloh böse fein können. Er drückte ihr die Hand und ging still seines Weges.
Gisela eilte auf den nächsten Stadtbahnhof zu, loste eine Fahrkarte und fuhr zum Bahnhof Zoo.
Sie fühlte sich gebemütigt, getreten, einem widersinnigen Schicksal ausgeliefert. Nein, es war wirklich nicht mehr zu ertragen. Unb nun sollte sie auch noch auf bas Einzige verzichten müssen, was ihr bas Dasein lebenswert machte? Sie sollte bie Schule nicht mehr besuchen, ihrer Neigung nicht mehr folgen bürfen?
Sie fuhr also doch zum Zoo. Aus Trotz — oder vielleicht auch einer kleinen Hoffnung wegen. „Warum soll ich es nicht tun?" überlegte sie. „Was ist denn schon dabei? Ich kann mir ja den Herrn einmal ansehen. Vielleicht gefällt er mir! Vielleicht ist es alles gar nicht so schlimm?"
Als sie aber am Bahnhof Zoo ausstieg, bekam sie Herzklopfen. Nun mußte man sich entscheiden. Soll man sich wirklich auf dieses Abenteuer ein* lassen?
Gisela warf den Kopf zurück, kaufte bei einer Blumenfrau vor dem Bahnhof ein paar Veilchen unb schritt mit Tobesverachtung auf bie Normaluhr zu.
Es war einige Minuten vor fünf.
Währenb sie vor ber Uhr auf unb ab schritt, durchjagte sie ein Schauer ber Erregung nach dem andern. Genau so war ihr vor ber Aufnahmeprüfung in ber Kunstgewerbeschule zumute gewesen.
Ein paarmal versuchte sie auszubrechen, aber die Uhr wirkte wie ein Magnet unb zog sie immer wieber an.
Fünf Minuten nach fünf. Oh, er schien nicht zu kommen. Gott sei Lob unb Dank, er kam nicht. Er hatte sich für ein andere Zuschrift entschieden.
„Verzeihen Sie, mein Fräulein, ich glaube, Sie sind bie junge Dame, bie ich hier treffen soll."
Gisela starrte erschreckt auf den Herrn, ber sie angesprochen hatte. Sie sah zwei Augen, bie sie hinter einer Hornbrille aufmerksam musterten, sie sah ein schmales, glattrasiertes Kinn, einen hellen Trenchcoat, einen weichen braunen Filzhut.
Der Herr zog einen Brief aus ber Tasche unb zeigte ihn ihr. Es war der Brief, den sie geschrieben hatte.
So sah ber Herr also aus’ Hm, eigentlich hatte sie sich ein ganz anberes Bild von ihm gemacht, laber sie hätte jetzt nicht mehr sagen können, wo-
burd) sich ihr Phantasiebilb von ber Wirklichkeit unterschieben hatte.
Er brückte ihr einen Strauß weißer Nelken in die Hand. „Nehmen Sie! Ein bescheidener Gruß des Frühlings! Ich bin überzeugt, daß Sie Blumen ebenso lieben wie ich."
„Danke schon!" sagte Gisela und nahm den Strauß.
Walter Radegast lächelte und faßte behutsam ihren Arm. ,Zch habe dort drüben einen Wagen stehen. Würden Sie mir gestatten. Sie einzulaben? Vielleicht einen kleinen Ausflug in den Grünewald — ober wohin Sie sonst wollen!"
Giselas Augen verrieten nur allzu deutlich ihre freudige Ueberraschung. ,Zn den Grünewald, ja — bas wäre sehr schon?"
Radegast führte sie über den Damm. Als er sich dem Auto näherte — es war das Kabriolett von Frau Malick —, sprang ein uniformierter Chauffeur aus dem Führersitz und riß den Schlag auf.
Radegast gab ihm einen Wink. „Hören Sit, Willy, ich glaube, wir schlagen das Verdeck zurück. Es ist ein so schöner, warmer Frühlingstag, es wäre ein Verbrechen, in einem geschlossenen Wagen zu fahren."
Er selbst legte mit Hand an unb ließ bann, als bie Arbeit beendet war, Gisela einsteigen.
Gisela würbe sich selbst belogen haben, wenn sie sich nicht eingeftanben hätte, baß der Anfang höchst vielversprechend war.
Radegast erwies sich als ein kluger Schüler seines erfahrenen Lehrers Kagereit. Er verhielt sich eins ganze Zeit schweigend und ließ Gisela ungestört die Fahrt genießen.
Erst als ber Wagen schon weit braußen trat unb in bie Avus einbog, begann er zu sprechen, halblaut, unaufbringlich, fast schüchtern. „Id) danke Ihnen, daß Sie gekommen sind, liebes Fräulein. Ich habe auf meine Anzeigen sehr viel Zuschriften bekommen, aber Ihr Brief — ich gestehe es Ihnen gern — war der einzige, der mich ansprach, der einzige, aus dem mir ein ehrliches, warmfühlendes Herz entgegenzuschlagen schien. Ich habe alle anderen Angebote vernichtet unb meine Hoffnung einzig auf Sie gefetzt. — Ah, sehen Sie nur, ein bei Rehe, wie reizend! — Es tut einem unendlich wohl, einmal wieder dem Trubel ber Großstadt ent* rinnen zu können. Geht es Ihnen nicht auch f°-
Gisela nickte. „Sie haben recht! Es ist schön. Ich komme so selten heraus. Man weiß gar nicht mehr, wie das ist! Bäume und Tiere und ein blauer Himmel!
(Fortsetzung folgt!)
.»Hier oben ist es sogar noch gemütlicher!" stellte Lore fest unb knipste bte Tischlampe an. „Nun wollen wir bei gebämpftem Ächt ibie Geister des Weines beschwören."
Toni warf ab unb zu einen Blick hinunter auf He-rrn Radegast, der sich immer unmöglicher benahm. Die Mädchen kicherten verlegen unb schienen sich ziemlich unbehaglich zu fühlen.
Als -ex später eine nach der anderen zu küssen betonn, wurden auch andere Gäste auf Radegast aufmerksam. Jemand winkte den Kellner heran und flüstert ihm etwas zu.
„Der Kerl ist den Sekt nicht gewohnt. Er hat doch in seinem Leben noch keinen getrunken. — Seht euch diese Peinlichkeit an!"
Der Kellner hatte den Geschästsführer geholt, ber nun an ben Tisch von Radegast trat.
Radegast begann zu toben. Die beiden Mädchen, bie wohl einsahen, daß sie sich in ber Wahl ihres Freunbes geirrt hatten, ftanben naserümpfenb auf, rafften ihre Sachen an sich unb eilten bavon.
Alles begann zu lachen. „Werfen Sie bock; ben Burschen hinaus?" rief jemanb. „Er scheint bas Lokal mit einer Destille verwechselt zu haben!"
Einige von den Gasten standen auf unb stellten sich hinter ben Geschäftsführer.
Nun schien ber Betrunkene boch einzusehen, baß es keinen Sinn hatte, hier zum allgemeinen Gau- bium ben wilben Mann zu spielen. Er zog knirschend seine Brieftasche, bezahlte seine Zeche unb machte sich mit eingezogenem Kopf aus dem Staub.
„Skanbalos!" rief Toni. „Ich bin bloß neugierig, was mein alter Herr zu feinem so seltsam verwarn beiten Rabegast zu sagen hat. Nun aber Schluß ba- mit! Auf bas Wohl unserer Damen! Stoß an. Peterlein."
10.
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