Ausgabe 
27.5.1938
 
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noch groß fei,

noch dort konzen-

Scharfer deutscher Protest in Prag gegen fortgesetzte Grenzverletzungen

Ueberschreitung respektive Ueberfliegung der tsche­choslowakisch-deutschen Grenze eingeschritten. Alle diese Fälle sind Gegen st and der Unters u - chung der tschechoslowakischen Behörden. Die Mili­tärverwaltung hat in dem Bestreben, eventuellen Mißverständnissen ähnlicher Art vorzubeugen, jedoch schon jetzt den übenden Militäreinhei­ten den Befehl gegeben, in dem Fliegen tschechoslowakischer Militärflugzeuge in einer 5 Kilometer breiten tschechoslowaki­schen Zone längs der Grenze verboten wird.

London, 27. Mal. (DHV. Funkspruch.) 3n einem Reisebericht über eine Autofahrt durch das sudetendeutsche Grenzgebiet kommt der Sonder­berichterstatter derDaily Mait" zu der Fest­stellung, daß die Gefahr ernster Zwischenfälle an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze immer

Eine falsche Gegenrechnung.

Oie gefährlichen deutschen Verkehrsflugzeuge

Auch diesmal wurde dem deutschen Gesandten mit dem Ausdruck des Bedauerns für das Dorgefallene versichert, daß seitens der tschechoslowakischen Be­hörden alles Notwendige veranlaßt werde, um derartige Vorfälle jn Zukunft zu ver­meiden.

Ueber den neuen deutschen Protestschritt berichtet das tschechoslowakische'Preßbüro: Der Gesandte des Deutschen Reiches in Prag, Dr. Eisen­lohr, ist heute im Ministerium für Auswärttge An­gelegenheiten in einigen Fällen betreffend die

In kaaden, wo die tschechischen Truppen bei ihrem Einrücken behauptet hätten, es herrsche Kriegszustand", hätten die Soldaten den Dauern Maschinen und wagen beschlagnahmt und Bäume gefällt, um sämtliche Wege zu ver­barrikadieren. Er selbst sei in seinem wagen von tschechischen Soldaten angehalten worden, nach dem Passieren zahlreicher Barrikaden habe er Truppenabteilungen bemerkt, die i n d e n w ä l - dern dicht an der deutschen Grenze versteckt waren. An mehreren Stellen fei er dicht an der deutschen Grenze gewesen, habe keine Anzeichen von militärischen Vorbe­reitungen auf der deutschen Seite bemerkt. In verschiedenen Orten hätten die Tschechen die su­detendeutschen Kommunisten bewaff­net. Diese Kommunisten hätten es mit geschulter­tem Gewehr plötzlich zu einer amtlichen Autorität gebracht, die sie über ihre Rachbarn mit größter Schadenfreude ausüben würden.

Truppen immer

weil die tschechischen

kaufen, der tut es ohnedies! Die breite Masse aber kann es nicht!

Für diese breite Masse nun ist dieser wagen geschaffen worden. Ihrem Verkehrs­bedürfnis soll er entsprechen und ihr soll er Freude bereiten. Ich glaube, dieser wagen kann daher auch nur einen einzigen Hamen bekommen, den ich ihm bereits heute geben will. Er soll den Hamen der Organi­sation tragen, die sich am meisten bemüht, die breitesten Massen unseres Volkes mit Freude und damit mit Kraft zu erfüllen: Er soll KdF.-wagen" heißen !

Wenn wit dieses gewaltigste deutsche Automobil­werk errichten, dann soll mit ihm zugleich auch eine vorbildliche deutsche Arbeiter st adt entstehen. Sie soll eine Lehrstätte sowohl der Stadt­baukunst wie der sozialen Siedlung werden. Wir wollen damit zeigen, wie der Nationalsozialismus solche Probleme sieht, wie er sie anfaßt, und wie er sie löst.

So möchte ich an dieser Stelle auch den Männern danken, die sich um die Vor­arbeiten und damit um das Gelingen dieses Werkes bemühten: An der Spitze dem Manne der Auto- Mobilindustrie, der, seit vielen Jahren an meiner Seite stehend, meine Gedanken Überall zu vertreten und damit zu verwirklichen sich bemühte, unserem

triert seien. Ileberall habe er Proteste dagegen gehört, daß die tschechischen Truppen die s u d e - tendeutsche Bevölkerung mißhandel­ten als sei sie ein feindliches Volk in einem eroberten Gebiet. Man habe ihm erklärt, daß, wenn es so weiter gehe, einige leicht erregbare Deutsche zurückschlagen könnten. Man würde sie ohne weiteres erschießen, dentt die tsche­chischen Soldaten seien sehr aufgeregt und ihre Offiziere hätten sie anscheinend n i ch t i n der Kontrolle. Die Folgen würden unübersehbar sein.

Noch immer gespannte Lage.

Englischer Augenzeuge berichtet über seine Eindrücke im sudetendeutschen Grenzgebiet

Umbildung

des japanischen Kabinetts.

Entschlossene Durchführung des Chinakonflikts.

Tdtio, 26. Mai. (DND.) Die seit längerer Zeit angekündigte Umbildung des Kabinetts Konoye wurde bekanntgegeben. Außenminister Jp'irota wurde ersetzt durch General U g a ki, Kriegsminister Sugu- yama durch General T a g a k i, Erziehungsminister * Kido durch General A r a k i, Finanzminister Kaya und Handelsminister Poshino durch den Gouverneur der Bank Dort Japan, Ikeda, der beide Mini­sterien übernimmt. Die Umbildung des Kabinetts bedeutet den Entschluß zur strengsten Durchführung des Generalmobilisierungsgesetzes und der mili­tärischen, politischen und wirtschaftlichen Ziele gegen­über China. Politische Kreise sprechen von dem heutigen Konoye - Kabinett als einem ausge-sproche-. nen Kriegskabinett, das die Aufgabe habe, die vollkommene Mobilisierung von Staat und Volk durchzusühren und militärisch die Ziele durchzusetzen, die in der Januar-Erklärung des Kabinetts Konoye klar herausgestellt wurden. Man hört ferner, daß der neue Kriegsminister.die Reorganisierung "der Armee vornehmen werde. Als stellvertre- tender Kriegsminister wird General To jo genannt. Der bisherige Erziehungsminister, Marquis Kido, wurde zum WohlfahrtsiNinister ernannt. Die Par­teien sind im Kabinett nicht vertreten.

Zehn Fahre Zwangsarbeit für Codreanu.

Das Urteil im Prozeß gegen den Führer der rumänischen Legionäre.

B u k a r e st, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Am Freitag, früh 3.15 Uhr, verkündete der Vorsitzende des Militärgerichts das Urteil im Codreanu-Prozeß. Sämtliche 40 Schuldfragen wurden mit Stimmen­mehrheit bejaht. Codreanu wurde zu zehn Jahren Zwangsarbeit (der schwersten rumä­nischen Freiheitsstrafe) und sechs Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Außerdem ver­urteilte ihn das Gericht zu fünf Jahren Gefängnis und acht Jahren Festung, die durch die zehn Jahre Zwangsarbeit als erledigt gelten. Vor der Verkün­dung des Urteils war Codreanu bereits unter stärk­ster Bewachung in das Militärgefängnis Jilava zu­rückgebracht worden.

Codreanu ist der Führer der Eisernen Garde, der rumänischen Legionärsbewegung, die

einzige Partei kandidiert, ist eine Wahl nicht notwendig. Das letztere ist auch in zahlreichen s u d e t e n d e u t s ch e n O r t e n der Fall, wo aus­schließlich die Sudetendeutsche Partei kandidiert. Von den 2480/Gemeinden liegen 1660 in Böhmen, 740 in Mähren-Schlesien, 22 in der Slo- wakei und' 48 in Karpathorußland. Die größeren deutschen Orte, in denen gewählt wird, sind Silin, der Geburtsort des.Reichsstatthalters Seyß-Jnquart, Stücken bei Jglau, Friedland, Ko m o t a u , G a - b l o n z, Tannwald, Weipert, Freiwaldau, Jauer- nigg und Eisgrub, in der Slowakei Schemnitz und Trentschin-Teplitz. In einigen Prager Bezirken fin- den Wahlen in die Ortsausschüsse statt.

Oer Pittsburger Vertrag auf dem Wege nach Prag. Empfang der slowakischen Abordnung

in Gdingen.

Gdingen, 26. Mai. (DNB.) Die Abordnung der Amerika-Slowaken, die anläßlich des 20jährigen Bestehens des Pittsburger Vertrages die­ses Dokument, das von Masaryk als dem Vertreter der Tschechen in der Emigration mit den Slowaken in den Vereinigten Staaten geschlossen wurde und den Slowaken die volle S e l b st v e r w a l t u n g in der Tschechoslowakei verheißt, zur Einsichtnahme von Amerika nach Prag bringt, traf am Himmel­fahrtstag in Gdingen ein. Die Polen bereiteten den mit einem polnischen Dampfer aus Amerika kommenden Slowaken einen herzlichen Empfang. Die Bevölkerung schwenkte Fähnchen mit den slo­wakischen Farben, eine Kapelle des Sportverban- des spielte die slowakische Hymne. In Warschau hat sich ein Empfangsausschuß gebildet, an dessen Spitze Senator Gwizdz steht; in Gdingen hatte der Kom­battantenoerband die Begrüßungsfeierlichkeiten un­ter Leitung von Major Ruszczyk vorbereitet. Um ihre amerikanischen Brüder zu empfangen, hatte Pater Hlinka, der Führer der autonomen Volks- Partei, eine Abordnung nach Gdingen gesandt, an deren Spitze Senator' Dr. Buday stand. Auch eine slowakische Volksgruppe in Tracht war erschienen. Einiges Erstaunen rief es hervor, als nun auch d i e tschechoslowakische Regierung ein Empfangskortlitee aufrichtete, um es denStam­mesbrüdern" aus Amerika entgegenzuschicken und der Slowakischen Volkspartei den Wind aus den Segeln zu nehmen. An der Spitze stand der tsche­choslowakische Gesandte in Warschau, Slawik. Die Abordnung statte es so eingerichtet, daß sie bereits vor der Abordnung der Slowakischen Volkspartei in. Gdingen erschien. '

Beim Eintreffen des MotorschiffesBatory" be­gaben sich nun drei Begrüßungsabord­nungen auf das Schiff, die Polen, die Abord­nung der Slowakischen Dolkspartei und die Prager. Regierungsabordnung. An Bord gelang es dem' polnischen Empfangsausschuß, eine einheitliche Be­grüßungsfeier zu gestalten. Zunächst sprach Senator Gwizdz aus Warschau. Der Vertreter der tsche- , choslowakischen Regierung Gesandter S l a w i k er­kannte die Rolle an, die die Slowaken bei der Ge­burt des Staates gespielt hätten, forderte aber, nicht zu verkennen, daß die Slowaken es nicht zu einem selbständigen Staat gebracht hätten, wenn sie sich nicht mit den Tschechen verbunden hätten. Er versicherte, daß die Slowaken, die in diesem schweren Augenblick den Pittsburger Vertrag in das Heimatland brächten,auf der freien slowakischen Erde mit den Tschechen auf ewig verbunden im Rahmen der 'tschechoslowakischen Republik leben" wurden. Senator B u d a y als Führer der Abord­nung der Slowakischen Volkspartei wies dann un«' mißverständlich auf die große Rolle hiy, bie Polen unter den slawischen Völkern zu spieT?ss habe. Er sprach den Wunsch aus, daß Polen diese Rolle immer machtvoll spielen könne, denn wenn die Polen stark seien, dann seien auch, die Slowaken stark. Sein Hoch galt zwar der tschechoslowakischen Republik, ihm folgte aber die Hymne der Slowaken.

flog an der Eisenbahnstrecke bis Retz, der deutschen Zollstation, entlang, offenbar um in dem hügeligen Gelände festzustellen, ob besondere Bewegung auf dem Zollbahnhof und auf dem Gelände zu bemerken seien. Das Flugzeug, wurde von der Grenzwache einwandfrei als tschechisches Militärflugzeug erkannt.

Größte Beunruhigung im deutschen Grenzgebiet.

Da die große Zahl der Grenzverletzungen durch ischechische Militärflugzeuge innerhalb kurzer Zeit mit Verfliegen nicht erklärt werden kann, handelt es sich hier um ein S y st e m von befohlenen Erkundungsflügen über das deutsche Grenzgebiet. 3m deutschen Grenzgebiet, das von Militär völlig ent­blößt ist, weil sich in den Grenzstädten keine deutschen Garnisonen befinden, ist die Be­völkerung durch die täglichen tschechischen Provoka­tionen, insbesondere durch die umfangreichen mili­tärischen Vorgänge jenseits der Grenze, außer­ordentlich beunruhigt und evregt. Ost kommen große Truppenabteitungen bis auf wenige Meter an die Grenze heran. Die A n - läge von Befesligungswerken unmittel­bar an der Grenze aus sudetendeulschem Gebiet trägt ebenfalls nicht zur Beruhigung der Bevölke­rung bei, zumal auf deutscher Seite ähnliche Vor­bereitungen nicht getroffen worden sind. Der Reichsaußenminister hat den deutschen Ge­sandten in Prag angewiesen, gegen die neuen Grenzverletzungen durch tschechische Militärflugzeuge scharfen Protest zu erheben.

Der deutsche Gesandte wiederholt bei Minister Krosta

Prag, 25. Mai. (DNB) Der Prager deutsche Gesandte Dr. E i s e n l o h r sprach am Dienstag, 24. Mai, beim tschechoslowakischen Außenminister Dr. Krofta vor und brachte die Grenzzwi- s ch e n f ä l l e, die sich in den letzten Tagen ereignet hatten, zur Sprache. Außenminister Dr. Krofta sprach sein Bedauern über die Vorfälle aus und erklärte, es sei alles veranlaßt worden, um solche Zwischenfälle i A Zukunft zu vermei- den. Am 25. Mai wurde ein neuer Protest- schritt des Gesandten unternommen, d-a sich neue Grenzzwischen fälle ereignet hatten.

andere Richtungen hinlenken. Das find Probleme, über die sich allerdings unsere früheren Nationalökonomen den Kopf nicht zerbrochen haben.

Wir aber müssen diese Gegebenheiten begreifen und die daraus entstehenden Ausgaben lösen Und unter die vielen anderen derartigen Maß­nahmen, die dazu dienen, der Kaufkraft des deutschen Volkes ein gleichwertiges Kaufobjekt zu sichern, wird auch der Volkswagen eingereiht! hier werden jähr­lich Hunderte von Millionen Mark ihre Anlage finden; und die Erfüllung dieser Bedürfnisse kennen wir befriedigen aus unserer Ar­beit und unseren eigenen Roh- {(offen, aus unseren Erzen, aus unserer Kohle usw.

Die Bedeutung dieses. Werkes in seiner weiteren Auswirkung wird heute noch von den wenigsten erkannt. Der Volkswagen wird für die übrige Automobilerzeugung keine Konkur­renz fein! Wer diesen Wagen kauft und keinen Mercedes, der tut es nicht, weil er etwa ein Feind der Daimler-Fabrik ist, sondern weil er sich z. B. einen Mercedes nicht kaufen kann. Es sind sehr einfache, nüchterne Erwägungen, die die Men­schen zwingen, sich den billigeren Produkten zuzu­wenden. Wem es möglich ist, sich das Teuere zu

Berlin, 25. Mai. (DNB.) Am Dienstag über­flog gegen 12.15 Uhr westlich von Eger in einer Höhe von etwa 80 bis 100 Meter bei guter Sicht ein tschechisches Militärflugzeug, Las mit zwei Piloten besetzt und mit einem Ma­schinengewehr bewaffnet war, die deutsche Grenze bei Schirnding, etwa 3 Kilometer von der Grenze entfernt. Kurze Zeit darauf erschien das Flugzeug über dem Ort Waldsassen, etwa 7 Kilometer von der Grenze entfernt. Auch hier flog die Maschine sehr niedrig, und die Insassen waren offenbar mit genauen Geländefest­stellungen beschäftigt.Südwestlich von Zittau überflog ein tschechisches Militärflugzeug, das eben­falls mit einem Maschinengewehr ausgerüstet war, die deutsche Reichsgrenze am Galgenberg und dann den Ort Groß-Schönau. Bei Hinter-Hermsdorf in d e r Nähe von Bad Schandau im Elb- janbfteingebirge überflog ebenfalls ein tschechisches Militärflugzeug etwa 20 Minuten lang deutsches Gebiet und den deutschen Ort, offenbar in enger Verbindung mit umfangreichen militärischen Hebungen, die die Tschechen am Durchbruch des Elbsandsteingebirges unmittelbar an der deutschen Grenze abhielten. Ueber Klin­genthal im Vogtland erschien aus südwestlicher Richtung ein tschechisches Militärflugzeug. Es be­schrieb über der Stadt Klingenthal ganz niedrig einige Kreise und flog dann in Richtung auf den sudetendeutschen Ort Graslitz weiter. Nach Mit­teilung der Zollwache in Jedenspeigen nord- östlich von Wien an der March hat am 24. Mai um 9.30 Uhr ein tschechisches Militärflug­zeug, ein einmotoriger mit einem Maschinengewehr ausgerüsteter Doppeldecker, in etwa 200 Meter Höhe d i e Greyze überflogen, die hier auf viele Kilometer hin durch das breite Flußbett der March unverkennbar ist. In der Nähe von Jeden­speigen werden auf reichsdeutschem Gebiet Deich- bauten vorgenommen, um die Niederung vor den dauernden Ueberschwemmungen durch die March zu schützen. Das Flugzeug kreiste sehr niedrig über Len Baustellen, und die Insassen photogra­phierten die Baustellen. Das Flugzeug kehrte dann über den Fluß auf tschechisches Gebiet zurück. Es trug die Kennzeichen Bl. Am Mitt­woch 6.55 Uhr erschien über der Eisenbahnstatton Unterretzbach an der Eisenbahnstrecke Wien UnterrehbachZnaim ein tschechischer Doppeldecker in etwa 300 bis 400 Meter Höhe. Das Flugzeug

alten Parteigenofien Jakob Merlin. Und weiter jenen Herren, die dieses Werk nun mit ihm zur praktischen Ausführung bringen: Unserem gro­ßen Idealisten Pg. Ley, dem genialen Konstruk­teur Porsche und schließlich Herrn Laffe- rentz. Das sind die Männer, denen im wesentlichen die Verwirklichung dieser gewaltigen Aufgabe zu danken sein wird. So schreite ich zur Grundstem- legung eines Werkes, von dem ich überzeugt bin, daß es ein Symbol ber nationalsozia­listischen deutschen Volksgemeinschaft sein wird!"-

Immer wieder wurde die Rede des Führers von stürmischen Kundgebungen unterbrochen. Reichs­amtsleiter Dr. Lafferentz verlas dann die Urkunde der Grundsteinlegung und legte sie in den Grund­stein. Dann traten die Maurer und Steinsetzer in ihren Trachten herzu urrb fügten Stein und Mörtel. Der Polier überreichte dem Führer den Hammer, und bann vollzog, während die Zehntausende ihre Arme zum deutschen Gruß erhoben, der Führer den Akt mit den Worten:

Ich vollziehe die Grundsteinlegung im Namen des deutschen Volkes! Das Werk soll entstehen aus der Kraft des ganzen deutschen Volkes, und es soll dienen der Freude des deutschen Volkes!"

Mit den Liedern der Nation, die von den Zehn- taujenben freudigen Herzens mitgesungen werden, schließt der Staatsakt.

Zu diesen unglaublichen Behauptungen schreibt derD e u t s ch e Dien ft": Das Prager Preßbüro hat es für nötig befunden, am 26. Mai, nachdem ber beutsche Gesandte in Prag mehrmals schärfsten Protest gegen zahlreiche Grenzverletzungen durch tschechisches Militär und Militärflugzeuge und das Photographieren deutschen Gebietes erhoben hatte, eine sog. Gegenrechnung aufzustellen. Plötz-- lich, nachdem durch hunderte von Zeugen zahlreiche tschechische Grenzverletzungen der Pelt zur Kennt­nis gekommen sind, will man in Prag eben­falls Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge festgestellt haben, die größtenteils bereits eine Woche zurückliegen. Man hat offenbar vor­sichtshalber diese weit zurückliegenden Termine ge­wählt, um eine Nachprüfung dieser Angaben zu erschweren. Es ist kaum anzunehmen, daß bie tsche­chischen Stellen auch nur einen Tag gezögert haben würben, wirkliche deutsche Grenzverletzungen zu diplomatischen Schritten zu benutzen und die ganze Welt um Hilfe anzurufen. Man hat es sich am Schreibtisch in Prag bei der Zusammenstellung der Liste sehr bequem gemacht, dabei aber übersehen, auch die Wetterberichte mit heranzuziehen. Man hätte bann nämlich in einem Teil ber angegebenen Fälle sofort erfahren, baß bie Grenzverletzungen unmöglich stattgefunden haben können, weil durch Nebel und niedrige Wolken bei der schlechten Wetterlage in den Tagen vom 20. bis 23. Mai die Flugmöglichkeit außerordentlich stark beschränkt war.

Es kommt nun hinzu, daß die Tschechen in ihrer Großzügigkeit auch alle planmäßigen deut­schen Verkehrsflugzeuge der Strecke Ber­linPragWien und BreslauWien in ihre Auf­stellung mit hineinbezogen haben und harmlose drei- motorige Junkersflugzeuge, deren angegebenen Kennzeichen auch auf dem Prager Flughafen genau bekannt sind, plötzlich zu gefährlichen deutschen Mi­litäreinbeckern würben. 11. a. wird von tschechischer Seite angegeben, daß am Freitag, 20. Mai, bei Friedland ein zweimotoriger Eindecker gesichtet worden sei, der als Kennzeichnung die Zahl 2511 getragen habe. Es gibt in ber ganzen deut­schen Luftwaffe wie in ber Verkehrsluftfahrt kein Flugzeug mit biefer Kennzeichnung. Sämtliche Flugzeuge ber Luftwaffe tragen sechs

Prag, 26. Mai. (DNB.) Das P r a g e r P r e ß- b üro veröffentlicht eine Aufzählung, nach ber an­geblich in ber Zeit vom 20. bis 25. Mai, hauptsäch­lich am 20. unb 21. Mai, in 17 Fällen beutsche Militärflugzeuge tschecho­slowakisches Gebiet verletzt und 16 Flug­zeuge bie tschechoslowakisch-beutsche Grenze ,ch e - rührt" hätten.

Kennzeichen, und zwar vier Zahlen, stas Balken­kreuz und einen Buchstaben. Die genannten Zahlen kommen als Kennzeichnung eines Flugzeuges nicht vor.

Am Schluß der Liste wird ein angeblicher deutscher Militäreindecker D-ANAD genannt, der über Pilsen, also 8 0 Kilometer von der tschechoslowakisch - deutschen Grenze, gesichtet worden sei. Lin Flugzeug D-ANAD gibt es nicht, dagegen ein deut­sches Verkehrsflugzeug D-ANAO. Bei der Ähnlichkeit der Buchstaben D und O dürfte es sich hier um einen Lesefehler handeln. Das Flugzeug D-ANAO ist das Streckenflug­zeug Berlin W i e n, das vertragsmäßig über tschechisches Gebiet fliegt und am 25. von Wien »nach Berlin und von Berlin nach Wien geflogen ist. Es hat dabei einer Schlechtwetter­zone westlich ausweichen müssen und wohl auch die Stadl Pilsen berührt. DasZeichen D-ANAO ist allen tschechischen Luftbehörden bekannt, da die Streckenmaschinen bei lieber- , fliegung tschechischen Gebietes im funkentele­graphischen Verkehr auch mit tschechischen Funk­stellen zu stehen pflegen und auch diese ihr Rufzeichen kennen.

Es bleibt also von ber tschechischen Liste angeb­licher Grenzverletzungen nichts übrig als ber peinliche Nachgeschmack, baß man hier, um sich aus ber unhaltbaren Lage herauszumanövrieren, in bie bie Tschechoslowakei burch bie Erkunbungsflüge ihrer Militärflugzeuge auf beutsches Gebiet gebracht wor­ben ist, unb um gegenüber den westeuropäischen Mächten bas Gesicht zu wahren, einfach wahllos eine Liste a n g e b l i ch e r G r e n z v e r l e tz u n- g c n zur Kompensation aufstellte. Man spekulierte babei folgerichtig auf bas Sensationsbebürfnis ge­wisser westeuropäischer Blätter, bei denen nicht bie Richtigkeit einer Melbung bie Hauptrolle spielt, sonbern nur bie Frage, ob sie interessant ist unb sen­sationell.

Die zweite Etappe der Gemeindewahlen.

P r a g , 27. Mai. (DNB.) Für den k o m m e n d e n Sonntag sind in 2480 Gemeinden, davon 697 sudetendeutschen Orten, Gemeindewahlen ausgeschrie­ben. In solchen Orten, vor ollem in kleineren Ge­meinden, in denen sich die Parteien auf eine g e meinfame Liste geeinigt haben ober, nur eine