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das autoritäre Regime aufgelost fjat. Der Versuch, durch eine nationalistische Regierung unter Goga die Anhängerschaft Codreanus in ein gemäßigteres Fahrwasser zu bringen, war wegen der auftauchenden außenpolitischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten bald wieder aufgegeben worden. König Carol versuchte nun durch ein autoritäres Nedime gewisse Forderungen der Legionärsbewegung selbst zu verwirklichen, die politischen Parteien und Organisationen dagegen aufzulösen. Die Regierung des Patriarchen M i r o n Christen hat den Belagerungszustand verhängt, eine neue Verfassung verkündet und Tausende von Legionären in Haft genommen. Ihrem Führer, Codreanu, wurde d e r Prozeß wegen Landesverrats gemacht, begangen durch Veröffentlichung von Dokumenten, die die Sicherheit des Staates berühren, ferner wegen Verschwörung gegen die soziale Ordnung und wegen Empörung. Bei den Dokumenten handelt es sich um geheime Rundschreiben voy Polizeibehörden mit Anweisungen für den Kampf gegen die Legionärbewegung, die Codreanu im Wahlkampf benutzt hat. Ferner stützte sich die Anklage auf ein Schreiben Codreanus an eine ausländische Organisation
in dem von einer „in erster Linie moralischen Solidarität der Interessen" und von einem zukünftigen wirtschaftlichen und politischen Bündnis die Rede ist.
Der Aufstand in Mexiko.
Mexjko-City, 26. Mai. (Europapreß) Donnerstag kam es an verschiedenen Stellen des Aufstandsgebiets zwischen Gebilligten und Regierungs- truppbn zu erbitterten Kämpfen, in deren Verlaufe die Regierungstruppen immer näher an das neue Hauptquartier General Cedillos im Potofi-Gebiet Herangerückt fein sollen. Auch aus der Provinz Guanajuato werden Zusammenstöße gemeldet; dabei sollen die Cedillisten auch die Stadt Perbabuena überfallen haben. Die Luftstreitkräfte der Regierung haben einen der in den Händen der Cedellisten befindlichen Flugplätze durch Bomben zerstört. Weiter wurde aus Regierungskreisen mitgeteilt, die amerikanische Regierung stehe anscheinend nicht hinter General Cedillo, da sie umfangreiche Maßnahmen getroffen habe, um den Waffenschmuggel über die amerikanische Grenze zu verhindern.
Weitgehende Einigung im Nichteinmischungsausschuß.
Moskau treibt weiter Obstruktion.
London, 26. .Mai. (Europapreß.) Unter dem Vorsitz von Lord Plymouth trat nach einer Pause von drei Wochen der Nichteiymischungs- a u s s ch u ß zusammen, wobei Deutschland zuzn ersten Male von dem neuen Botschafter von Dirksen vertreten wurde. Die Sitzung endigte mit einer Einigung über den englischen Plan zur Lösung der Freiwilligenfrage und die von mehreren anderen Mächten gestellten Zusatzanträge. Gewisse Einwendungen gegen diese Zusatzanträge, die von Deutschland, Italien und Frankreich vorgebracht worden waren, wurden berücksichtigt; die vier Westmächte erreichten verhältnismäßig schnell 'eine Verständigung über die noch offenstehenden Fragen. Im Gegensatz hierzu trieb der sowjetrussische Geschäftsträger K a g a n wieder dauernd Obstruktion und mußte von Lord Plymouth wiederholt zur Ordnung gerufen werden. Kagan erklärte, seine Regierung könne den Plan unter keinen Umständen annehtnen.
Die Grundlage des Planes ist die Entsendung von zwei aus je drei Neutralen bestehenden Ausschüssen nach Spanien, denen die Aufgabe zu- fällt, die Zahl der auf beiden Seiten kämpfenden Freiwilligen festzustellen. Diese Freiwilligen werden in vier Kategorien eingeteilt: Infanterie, Luftwaffe, Marine und Zivilisten. Als Grundziffer für die Ausmerzung der Freiwilligen wurde die Zahl fO OOO beibehalten. Diese Ziffer wurde auch von dem sowjetrussischen Delegierten angenommen. In dem Augenblick, in dem die beiden Ausschüsse spanischen Boden betreten, wird die Landkontrolle, verbunden mit einer Der st.ä rften See- b z w. Hafenkontrolle, wieder durchgeführt. Praktisch bedeutet das die Schließung der spanisch-portugiesischen und der spanisch-französischen Grenze. Die Schließung der Pyrenäengrenze soll vorläufig nur 30 Tage oder — falls technische Schwierigkeiten ein- treten — 40 Tage dauern. Falls bis zu diesem Zeitpunkte nicht die Abbeförderung der Freiwilligen in Angriff genommen ist, behält sich die französische Regierung das Recht vor, die Pyrenäengrenze wie
der zu öffnen. Der Nichteinmischungsausschuß wird nächste Woche erneut zusammentreten, um die F i - nanzieruna zu erörtern. Deutschland und Italien erklärten sich bereit, ihre bis zum 8. Mai fällig gewesenen Unkostenbeiträge zu [eilten.
Die „Times" spricht angesichts der Tatsache, daß alle anderen Mächte den britischen Plan angenommen hätten, die vage Hoffnung aus, daß Sowjetrußland seine Zustimmung vor der nächsten Sitzung des Ausschusses in der nächsten Woche geben werde. „Daily Telegraph" und „Daily Mail" fordern, daß/ Lord Plymouth bei der Sowjetregierung dringende Vorstellungen erheben müsse, in Anbetracht der Einstimmigkeit der anderen Mächte seine störende Haltung zu ändern. Es sei bekannt, so schreibt- „Daily Mail" weiter, daß die Obstruktionspolitik der Sowjets nunmehr auf die Vernichtung des englisch-italienischen Abkommens äbziele,, dessen Inkrafttreten von der Lösung der spanischen Frage abhänge.
Neue Borstöße der Hofen in Katalonien zurückgeschlagen.
Salamanca, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Roten unternahmen am Donnerstag, wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, an der Kata- lonien-Front mit frischen Kräften neue Angriffe auf ben Brückenkopf von Balaquer unb bie 'nationalen Stellungen bei Tremp. Trotz der Verwendung einer großen Zahl von Tanks verlief der Angriff wiederum völlig erfolglos. Der nationale Verteidiger braute, dem Feind eine verheerende Niederlage bei. Die Verluste der Roten seit Beginn ihrer Offensive werden bereits auf 25 000 Mann geschätzt. Unter dem vor ben nationalen Stellungen zurückgelassenen Material befinben sich abermals sechs Tanks. — An der Castellon-Front konnte bie nationale Navarra-Division wichtige Stellungen östlich von Iglesuela del Gib erobern. Bei Teruel besetzten die I Nationalen den Ort Formiche Alto.
Oer Oeutschtandflug des NGFK.
Erste Zwischenwertung. — Oie Geschicklichkeitsprüfung.
B e r I i n , 26. Mai. (DNB.) Die in vier Gruppen eingeteilten Deutschlanbflieger hatten je nach Stärke ihrer Maschinen am Mittwoch, dem vierten Wett- bemerbstag, einen Reiseflug zu absolvieren ober weitere Wertungsplätze anzuflieaen, um bann in einem Pünktlichkeitswettbewerb zu festgesetzten Zeiten in Rangsdorf einzutreffen. Auf dem Reichssportflughafen hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, die den Besatzungen einen begeisterten Empfang bereiteten. In ununterbrochener Folge träfen die schnellen „Vögel" ein, oft kreisten über dem Platz bis zu 10 Flugzeuge. Bereits vor 16 Uhr waren rund 200 Maschinen in Reihen ausgerichtet. Korpsführer Ghriftiansen erschien mit seinen Klemm Kl. 35/504, vollauf befriedigt über die bisherigen Leistungen unb voll Anerkennung für die vorbildliche Arbeit der Bodenmannschaften. Von den 390 gestarteten Maschinen befinden sich noch 369 im Wettbewerb. Infolge von verspätetem Eintreffen auf dem Uebernachtungshafen, Nichteinhaltung der Wettbewerbsbestimmungen und sonstigen Störungen mußten 21 Flugzeuge aus dem Wettbewerb ausscheiben. Bebauer- licherweise hat ber Wettbewerb infolge bes überaus schlechten Wetters in ben ersten Tagen b r e i X o t e gefordert. Es sind dies Leutnant von Weiher, Unteroffizier Unkrodt und NSFK.-Obetfchar- führer Wiezemann.
Sammelpunkt für alle Teilnehmer am Deutschlandflug war Mittwoch nachmittag der Flughafen Berlin-Rangsborf, der in einer Pünktlichkeits-Wertung angeflogen werden mußte. Vier Wettbewerbstage waren damit beendet, eine Fülle von Aufgaben in dieser Zeit gelöst. Am Himmelfahrtstage folgte die Geschicklichkeitsprüfung für die einzelnen Flugzeuge, womit die Reihe der Einzelwertungen abgeschlossen war und nun die Verbände in geschlossener Formation ihre Aufgaben zu erfüllen haben. Die Leitung des Deutschlandfluges konnte nach Abschluß der. vier ersten Tage bereits eine Zwischenwertung bekanntgeben, bei ber bas richtige Acksttzen ber Flugzeuge durch den Verbandsführer zu den im Wettbewerb gestellten Ausgaben, die 150 bzw. 300 Gutpunkte einbringen konnten, noch nicht berücksichtigt ist. Die Teilwertung'setzt sich zusammen aus: a) Gutpunkten für Verbandsflug (Pünktlichkeit im Streckenflug), b) Gutpunkten für die angeflogenen Wertungsplätze, c) Gutpunkten für die Lösung der Orteraufgaben, d) Gutpunkten für Pünktlichkeit im Einzelflug.
An der Spitze ber Zwischenwertung liegt bie Kette Z 7 von ber DVL. mit Verbanbsführer Fach auf Klemm Kl 25 mit 1002 Gutpunkten vor der Kette M 8 des Kommandos der Flugschule Quakenbrück (Hptm. Gerken), FW 44, mit 1000 Gutpunkten. An 13. Stelle liegt Kette W 2, NSFK.- Standarte 75, Frankfurt a. M., NSFK.-Oschaf. Entreß, Kl 25, 948 Gutpunkte.
In den Morgenstunden bes Himmelfahrtstages lagen 369 Flugzeuge bereit, zur Prüfung der Ge
schicklichkeit der Besatzungen zu starten. Pünktlich um 7 Uhr flog Kette um Kette, insgesamt etwa 230 Maschinen, nach den Flugplätzen in Oranienburg und Schönfelbe ab. Der Rest blieb in Rangsdorf, um hier die Prüsungen zu erledigen. In Zeitabständen von wenigen Minuten erhob sich ein Flugzeug nach dem anderen, um zunächst als erste Geschicklichkeits-Prüfung ben Zielwurf auszuführen. Ein Melbebeütel mußte beim lieber» fliegen bes Feldes in einen Kreis von 10 Meter Durchmesser geworfen werden, eine Aufgabe bes Orters, "die 15 Gutpunkte einbrachte, wenn bas Ziel wirklich getroffen würbe. Fast alle Teilnehmer kamen zu Punkten, nur ganz wenige hatten sich verrechnet unb für jeden Meter außerhalb des Kreises einen Punkt abgezogen erhalten. Anschließend mußte kurz vor der Landung ein 1,5 Meter hohes Hindernis genommen werden. Ganz niedrig über dem Boden kamen die Flugzeuge angeschwebt, nahmen im Sprung die Hürde, um bann kurz ba» hinter aufzusetzen, gab es doch für jeden Meter, den die Maschine innerhalb eines 200-Meter-Ab- ftanbes von dem Hindernis landete, 0,5 Gutpunkte. Als letzte Einheit startete bie Kette bes Korpsführers, der für btt Leistungen seiner schnittigen Maschine großen Beifall erhielt. Um die Mittagsstunde war die Geschicklichkeits-Prüfung beendet. Alle Flugzeuge wurden zum Start im Verbands- flug fertig gemacht.
Das Lustschutzehrenzeichen.
Berlin, 25. Mai. (DNB.) Am 5. Jahrestag der Machtergreifung hat der Führer und Reichskanzler eine Reihe von Ehrenzeichen geschaffen, die eine Anerkennung für treue Dienste an Volk unb Staat barstellen sollen. Von diesen-ist das Luftschutz ° Ehrenzeichen nicht allein eine Auszeichnung für langjährige hauptamtliche Dienste, sondern eine Auszeichnung für besondere 23 e r b i e n ft e auch bei freiwilliger unb ehrenamtlicher Mitarbeit im Luftschutz. Es wird in zwei Stufen verliehen: die 1. Stufe für besonders hervorragende Verdienste um bie Förderung des Luftschutzes, die 2. Stufe an Personen, bie sich nach dem 30. Januar 1933 im Luftschutz besondere Verdienste erworben haben. Die Verleihung bietet die Möglichkeit, gerade denjenigen Volksgenossen Dank und Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, die feit Jahren Freizeit unb Arbeitskraft ehrenamtlich in den Dienst der Luftschutzarbeit stellten. Als solche gilt die Mitarbeit im Flugmeldedienst, Luftschutz-Warndienst, Sicherheits- und Hilfsdienst, Werkluftschutz, Selbstschutz und erweiterten Selbstschutz, sowie im Luftschutz der Sonderverwaltungen.
3m Interesse einer geordneten und gerechten Erledigung ber Verleihungsanträge können bie Dor- . schlage an die Reichspräsidialkanzlei nur von dem Reichsminister bet Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe eingereicht werden.
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