Deutschfan- die Nachricht eingetroffen wäre: „Pa-4 ris ist gefallen!" dann hätte diese Nachricht sicherlich im ganzen Reiche wilde Freudenausbrüche ausgelöst. Aber hier? ... Hier marschierte eine Schule mit einer Musikkapelle durch die Straßen, aber von den eiligen Fußgängern blieb keiner stehen und als leicht entflammbarer Europäer hätte man eigentlich erwartet, daß Tausende und Abertausende — doch wozu unnütze Betrachtungen am Hotelfenster??? Hinein ins volle Menschenleben! Hinunter mit dem sausenden Fahrstuhl und hinaus ins Freie! Tatsächlich: Nanking war gefallen und die Morgen- blätter brachten die Nachricht auf der ersten Seite. Aber die Menschen?
Da marschierten schweigend die Vereine durch die Straßen, die „Innungen" mit ihren Fahnen, die Knabenschulen mit'Musik... alle schwenkten kleine Sonne-nflaggen aus Papier, flammten aber die Signallampen an den Verkehrskreuzungen auf, dann stoppte der Zug und im Laufschritt versuchten die von den „Messern" der sich stauenden und wieder abfließenden Autos zerschnittenen Teile wieder Anschluß an die vorderen Abteilungen zu gewinnen, dadurch löste sich der ganze Zug allmählich in lauter kleine Einzelabteilungen auf, die sich den Weg durch den Verkehr bahnten und es kam nicht zu jenen imposanten Massen-Märschen, wie man es bei ähnlichen Gelegenheiten in Deutschland beobachten kann.
Und auch sonst: wenn ein mit dem Weltgeschehen nicht vertrauter Marsbewohner urplötzlich in diesem Tokio gelandet wäre, dann wäre er schwerlich auf den Gedanken gekommen, sich in der Hauptstadt eines Landes zu befinden, das im schwersten Kampf um seine Existenz steht. Auch die Schaufenster erinnerten — im Gegensatz zur Mandschurei — in keiner Weise an den Krieg. Daß „etwas besonderes los war", ersah man lediglich aus den phantastischen Dekorationen der berühmten „Ginzah" — sprich „Leipziger Straße" — die die Hauptgeschäftsstraße der Sechs-Millionen-Stadt bildet. Alle Häuser mit deutschen, italienischen, mandschurischen und japanischen Flaggen und Transparenten bespannt. Fahnen auf allen Dächern, Papiergirlanden in allen Farben von Fenster zu Fenster, sogar Fesselballons und kleine Lustschiffe sah man an langen Haltetauen über den Verlagshäusern der großen Tageszeitungen schweben, als „Schwanz" figurierte ein langes Geflecht großer Schrift-Buchstaben, die weithin sichtbar den Fall Nankings meldeten und gleichzeitig die Nation zum weiteren Durchhalten aufforderten. Aber trotz allem und allen... die Sachlichkeit überwog doch bei weitem, und wenn man die Japaner an diesem Tage „nicht so viel Freude bezeugen sah, als diese Siegespost verdienen mag", so war das eben, um mit Schiller zu sprechen, „nicht Mangel guten Willens", sondern die Erkenntnis, daß der Fall Nankings noch nicht das Ende des Krieges bedeutet.
Schwere Explosion in einem pariser Sprengstofflager.
14 Todesopfer einer Unvorsichtigkeit beim Hantieren mit Handgranaten.
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Paris. 26. Jan. (DJIB.) Am Willwochvor- mittag erfolgte im pyrotechnischen Laboratorium von Villejuif bei Jtoris eine heftige Explosion, deren Ursache noch unbekannt ist. 14 Personen wurden getötet. 3m Umkreis von über 200 Nietern wurden durch den Luftdruck sämtliche Fensterscheiben eingedrückt. Die Detonation war viele Kilometer weit zu hören. Villejuif liegt in der südlichen Vororlzone von Paris. Dort befindet sich in Baracken ein Lager, wo Spreng st offe und Munition vom Städtischen Laboratorium g e - prüft werden. Infolge der Waffenfunde, die die Polizei in den letzten Wochen gemacht hatte, und die dorthin geschafft worden waren, lagerte in diesen Baracken augenblicklich sehr viel Sprengmaterial. Diese Sprengstoffe sollten am Wittwochvormittag
abbefördert und in einen Artilleriepark transportiert werden. Zu diesem Zweck waren zwei Wilitärlastkraftwagen am Morgen angekommen und begannen mit dem Verladen der Granatenkisten. wobei sich gegen 10 Uhr die Explosion ereignete.
Wie der „Jnlransigeanl" mitteilt, hat einer der Soldaten eine Bombe faltengelasfen, deren Explosion dann die Katastrophe verursachte.
Unmittelbar nach der Explosion traf die Feuerwehr am Unglücksort ein und richtete sogleich ihre Motorspritzen auf die brennenden Lastwagentrümmer und rauchenden Ileberreste der Munilions- baracken. Dann begann die traurige Arbeit, die Opfer des Explosionsunglücks zu bergen. 7 Schwerverletzte liegen im Krankenhaus. Bisher konnte man
nur die Personalien von 5 Toten fefkftellen, da dke übrigen Toten bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind.
Gegen mittag trafen der Innenminister Sar- raut und andere Vehördenvertreter am llnglücks- ort ein. Der Direktor des Städtischen Laboratoriums, der mit der Untersuchung der von der Polizei beschlagnahmten Waffen betraut war. erklärte. daß das hantieren mit den Handgranaten nicht gefährlich gewesen sei und daß es einer sehr großen Ungeschicklichkeit bedurft habe, um die Explosion hervorzurufen.
Wetterbericht.
Der neue Atlantikwirbel ist bis zur westlichen Ost' fee vorgestoßen. Dabei setzte in der Nacht zum Donnerstag neue Verschlechterung ein, die in den Niederungen von Regen, im Gebirge von Schneefällen begleitet war. Hinter der Störungsfront fetzt die Ueberflutung mit kälterer Meeresluft ein, die in den Niederungen wieder Nachtfröste bedingt. Die Witterung bleibt unbeständig, die Bewölkung wird stark wechseln.
Aussichten für Freitag: Veränderlich, mit häufiger Aufheiterung der einzelnen schauerartigen Niederschläge, im Gebirge Schnee, bei lebhaften westlichen bis nördlichen Winden kälter.
Lufttemperaturen am 26. Januar: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 4,2 Grad-, am 27. Januar: morgens 2,4 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum 1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Januar: abends 3,7 Grad; am 27. Januar: morgens 2,7 Grad. — Niederschläge 0,5 mm.
Wintersport-Wetterbericht.
Rhön. Wasserkuppe: Leichter Schneefall, —4 Grad, 4,9 cm Neuschnee, verweht, Ski gut.
Schwarzwald. Feldberg: Starker Schneefall, — 4 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, 5,9 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski gut.
In den Gebirgen kann mit dem Auftreten weiterer Schneefälle gerechnet werden, Fröste bleiben erhalten.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilderr Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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