Ausgabe 
27.1.1938
 
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Me Mdellschau der neuen deutschen Architektur in München

General Kuhschenbach -l 00 Jahre.

e n b a ch wurde am

nen herzlichen Glückwunsch aus.

Die Glück-

len gleich groß. Alle in der gleichen blähen sentracht. Alle die gleichen Hüte auf. Alle

Matrosentracht.

eben wohl nur die immer melancholisch wirkende Ja-

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ein wenig traurig und panerin kann.

Koffer in die Ecke.

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wünsche des Gauleiters Schwede übermit­telte Gauamtsleiter Lambrecht. Vom Reichskrieger- bund Kyffhäuser wurden dem Mars-la-Tour-Reiter die Glückwünsche durch den Bundesführer Oberst Reinhardt und General a. D. von Radowitz überbracht. Ferner gratulierten die 32. Infanterie- Division, vertreten durch Generalleutnant o. Fal- kenhorst, der Standort Colberg durch Generalmajor Strecker vom Jnf.-Regt. 4, die ehemaligen 16er und 12er Dragoner, t»r; Kavallerie-Regt. 5 (früher Blücher-Husaren in Stolp), bei henen der Jubilar vor 80 Jahren eintrat, Vertreter des Generalfeld­marschalls v. Mackensen, des Reichsbundes deutscher Offiziere und viele Kameraden aus Stadt und Kreis Colberg.

Mittwoch 100 Jahre alt. Vor seiner Wohnung war ein Doppelposten aufgezogen, die Musikkapelle des Infanterie-Regiments 4 erfreute ihn durch ein Ständchen. Der Kommandierende General der Jn-

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die ein lau»

sanierte Blaskowitz überbrachte die Glück­wünsche des Führers zugleich mit der Ver­leihung des Charakters als Generalmajor und dem Bilde des Führers mit eigenhändiger Unterschrist. Ministerpräsident Generaloberst Göring ließ ein Glückwunschschreiben mit einer in der staatlichen Porzellanmanufaktur in Berlin hergestellten Ehren- tasse durch Oberbürgermeister Dr. Wegener über­reichen. Generalfelomarschall von Blomberg sandte folgendes Telegramm:In dankbarer Er­innerung Ihrer im Krieg und Frieden für Deutsch­land oeseisteten Dienste als Offizier der alten Ar­mee spreche ich Ihnen zugleich im Namen der neuen Wehrmacht zu Ihrem 100. Geburtstag mei-

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Eine Reise nach Tokio

Don unserem H. Tr.-Äerichterstatier.

Wie der nationalspanische Heeresbe­richt meldet, versuchten die Bolschewisten an der Teruel-Front mit drei Angriffen ihre verlo­renen Stellungen Zurückzuerobern. Trotz Unter­stützung durch Sowjetstanks gelang es, den Gegner jedesmal mit schweren Verlusten abzuweisen. Vier Sowjettanks wurden erbeutet.

Heinrich-Schüh.Fest in Frankfurt a. IN.

Die Neue Schütz-Gesellschaft veranstaltet im Mai das fünfte Deutsche Schütz.Fe st in Frank­furt a. M. Der Leiter des Frankfurter Schütz- Kreises, Dr. Rudolf Holle, wurde mit der Lei­tung des Festes beauftragt. Sechs Veranstaltungen werden vom Chor, bekannten Instrumentalisten und Sängern bestritten. Es siyd bereits gewonnen u. a. August W e n z i n g e r mit anderen Gambisten, Hel- mut W a l ch a am Cembalo und an der Orgel.

Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker

IV. Ankunst.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, Ende Dezember 1937.

Gegen sieben Uhr morgens klopft der japanische Schlafwagen-Boy des Expreß Nr. 7 diskret an die Abteiltür, macht eine lautlose Verbeugunghin­ein" und meldet in seinem schönsten Englisch: Tokio is koernrning" Tok^o komyit!" Japanischer" Boy .. aüch das ist so etwas, was jedem Europäer, der jahrelang in der Mandschurei unter Japanern gelebt hat, beim ersten Besuch des eigentlichen Japans immer so sagen wir mal spanisch" vorkommt! Nämlich daß es dort sancta simplicitas! auch japanische Ar­beiter gibt! Also 'japanische Kulis, japanische Straßenkehrer, japanische Lastträger, japanische Rikschakulis und last not least japanische Bettler! Denn in der Mandschurei tritt der Japaner nur alsHerr" in Erscheinung! Also als Soldat, Beamter, Kaufmann, Angestellter, aber niemals als Handarbeiter oder gar als Proletarier. Denn die Handarbeit wird dort vom Chinesen ausgeführt, und die Vorstellung, daß auch ein Ja­paner eine Rikscha ziehen könnte oder als Straßen­kehrer sein Brot verdienen, ober als armer Last- träger unter Kisten und Kasten daherkeuchen muß, das will dem Mandschurei-Europäer zunächst über­haupt nicht in den Kopf, weil eben in der Man-

ser Hinsicht wissen die alteingesessenen Tokioter vor allem, wenn sie'mal besuchsweise aufs sichere Festland herüberkommen die erbaulichsten und grauslichsten Geschichten zu erzählen. Bei einem richtigen Beben" die kleinen zählen nicht, weil sie selbstverständlich sind sollen die Hochhäuser vis zu 28 Zentimeter nach jeder Seite ausschlagen, was namentlich im elften Stockwerk um so unan­genehmer sein soll, als kein Geräusch mit diesem Beben verbunden ist.Plötzlich hängt die Lampe schief und beginnt wie ein Glockenklöppel zu bau­meln" sagen die Leuteund wer dann noch nicht gemerkt hat, was los ist, dem sagt das klir­rende Geschirr das erforderliche." Dabei soll es in diesen Hochhäusern, die auf Grund der Erfahrun­gen des letzten großen Erdbebens durchweg erd­bebenfest erbaut worden sind, viel sicherer sein als auf der Straße im Freien Denn diese Hoch­bauten schwanken mit ihrer dicken Beton-Fußplatte lediglichhin und her", das Stahlgerippe halt das Ganze zusammen, höchstens kann hier und da die . Mauerfüllung heraus- und den Fußgängern auf den Kopf fallen...

Wie getagt: wer solche und ähnliche Geschichten zu Dutzenden gehört und selbst ein paar große Erd­beben wie einst in Korinth und Philippopel mit­erlebt hat, der fühlt sich breite in der Tokioter Bahnhofshalle als Neuling etwas unbehaglich und würde am liebsten zu Fuß, auf der Mitte des Fahrdammes ins zuständige und als erdbeben­sicher" empfohlene Hotel eilen. Aber auf dem Fahr­damm in Tokio zu wandern ist augenscheinlich auch nicht ganz ungefährlich, denn in keiner Großstadt der Erde ist heute die Taxifahrordnung so verbesse­rungsbedürftig wie gerade hier. Nun auch dafür gibt es eine Erklärung: der motori fierte Krieg hat den Autofahrer an der Front zu einer sehr gesuchten Persönlichkeit gemacht, die guten Fahrer sind an der Front und der Ersatz fährt sich eben jetzt so langsamein" ober gegenseitig ,.an" ober bie Passantenüber" auch in dieser Hin­sicht sink» bie mandschurischen Großstädte mit ihrer ausgezeichneten Fahrerdisziplin besser dran.

Trotzdem greift man sich eine Taxe und stellt schmerzlich bewegt fest, daß in Tokio dieser Spaß wesentlich teurer ist als in der Mandschurei. Mit 50 Sen ober 35 Pfennigen beginnt hier berZei­ger" , dafür landet man aber ungefährdet in dem erdbebensicheren Hotel, in dem in Tokio alle Pro­minenz abzusteigen pflegt, und das hier alsTreff­punkt" ewa bie gleiche Rolle spielt wie einst die Uhr am Potsdamer Pkatz. Das Haus gilt als erd- bebensicher, weil es als eins der ganz wenigen Häuser das große letzte Erdbeben vor einem halben Menschenalter überstanden hat, bei dem allein auf einem Platze 40 000 von den Flammen einge- schlossene Menschen verbrannten.

Zurechtfinden kann man sich in diesem phantasti­schen Bau eigentlich nur an Hand eines gedruckten Lageplanes,^ denn das Hotel ist eine kleine

Abschied von Generalleutnant Heinemann. In München fand die Trauerfeier für General­leutnant a. D. Bruno Heinemann, den ersten Parteirichter der NSDAP., im Krematorium des Ostfriedhofes statt, vor dem Ehrenformationen der Parteigliederungen mit Fahnen und Standarten Aufstellung genommen hatten. Rudolf Heß, der mit Reichsschatzmeister Schwarz, den Reichs­leiter und Obersten Parteirichter Buch, Reichsleiter Grimm, Reichshauptdienststellenleiter S a u p e r t und ^-Obergruppenführer Freiherrn von Eberstein erschienen war, sprach den Ange­hörigen des Verstorbenen herzliches Beileid aus. Reichshauptdienststellenleiter S a u v e r t erinnerte in seinem Nachruf daran, daß der Verstorbene nicht nur als Soldat, sondern auch in der Partei durch seine Fähigkeiten hervorgetreten fei, Fähigkeiten, die der Führer Ende 1925 durch seine Berufung zum ersten Parteirichter und ein Jahr später zum ersten Oraanisationsleiter der NSDAP, anerkannt habe. Reichsleiter Buch als Nachfolger Generalleutnants Heinemann im Amt des Obersten Parteirichters legte den Lorbeerkranz des Führers nieder, dann widmete der Stellvertreter des Füh­rers Rudolf Heß ebenfalls eine prächtige Kranz­spende.

Der in Colberg (Pommern) im Ruhestand le­bende Oberst a. D. K u tz s ch Mittwoch 100 Jahre alt. Vor

Hamburg gegen den Heinrich Schulz wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnaden­wege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren um- gewcmbelt. Der Verurteilte hatte am 12. Februar 1919 in Hamburg den Hilfspolizeibeamten Lehnert erschossen, der ihn nach einem Diebstahl gestellt hatte; seine Täterschaft konnte erst jetzt, 18 Jahre nach dem Morde, also kurz vor Eintritt der gesetz­lichen Verjährungsfrist, festgestellt werden. Schulz hatte in der Zwischenzeit zu einem einwandfreien Leben zurückgefunden.

Köln und Mainz im Frohsinn eins!"

Am Mittwoch verließ ein Sonderzug mit rund 1500 Mitgliedern der verschiedenen Kölner Karne­val-Gesellschaften die rheinische Metropole zur Fahrt nach Mainz. Nach der Ankunft formierten sich die Mainzer Garden und die Kölner Funken und Korps zum Marsch durch die Straßen zum Kurfürstlichen Schloß. Bürgermeister S ch l o i m a n n sprach von den mehr als tausendjährigen Beziehungen zwischen Köln und Mainz; er wünschte, daß dieser fried­liche Wettstreit zwischen den beiden Städten fort­bauern möge, und hieß die Gäste herzlich willkom­men. Für die Kölner antwortete Bürgermeister Ebel. Er wünschte, daß der Bund zwischen den beiden Städten sich noch enger als bisher gestal­ten möge nach der Devise:Köln und Mainz im Frohsinn eins!" Im Namen des Mainzer Car- neval-Vereins dankte Ministerpräsident Heinrich Bender den Gästen. Thomas Liessem vom Kölner Festausschuß versicherte, die Kölner nähmen regsten Anteil an dem hundertjährigen Jubiläum des Mainzer Carneval-Vereins. Was Einzug und offizielle Begrüßung ber Kölner im kurfürstlichen Schloß versprochen hatten, würbe am Abend in ber FestsitzungKöln gratuliert" vollauf erfüllt. In der ausoertauften Narrhalla herrschte bie über­mütigste Stimmung.

Jteue Kältewelle in Amerika.

Schwere Schnee stürme zusammen mit einer starken Kältewelle legten in vielen Teilen des mittleren Westens der Vereinigten Staaten jeden Verkehr lahm. In Süddakota sind nach bisherigen Berichten neun Me nschen erfroren. Aus Alexandria im Staate Minnesota wird eine Tempe­ratur von26 Grad Celsius gemeldet.

Brücke an den Niagarafällen durch Eisstauung gefährdet. /

Die berühmte internationale Brücke, die gegen­über den Niagarafällen die Vereinigten Staaten und Kanada verbindet, wurde für den Verkehr ge­sperrt. Riesige E i s m a s s e n , die sich an ber Brücke stauen, haben bereits die Stahlträger stark beschädigt, so daß ein Einsturz der Brücke be­fürchtet wird.

Der geflüchtete Eornual verhaftet.

Am Mittwochmittag gelang es der Gendarmerie, den nach der Niederbrennung seines Gehöftes in die Wälder von La Fleche geflüchteten Henri C o r n u a l in ber Umgebung von Seiches (Depar­tement Maine Loire) fest zunehmen.

Die letzte Fahrt derVaterland".

Der DampferLev ' atha n", der vor vier Jah­ren außer Dienst gestellt worden tpar und seither an einem Pier im Hudson in Hoboken (New Jer­sey) lag; hat jetzt seine letzte Fahrt angetreten, nüch­tern eine britische Metallfirma in Schottland ihn zum Abwracken gekauft hat. Die letzte Fahrt des fast 60 000 Tonnen großen Schiffes war durch einen Lohnstreit verschoben worden, ber vorige Woche entstaub, als bie britischen unb bie fana» j bischen Mitglieber ber Mannschaft* erfahren hatten, baß bie amerikanischen Angehörigen der' Besatzung einen höheren Lohn erhielten. Dieser Lohnstreit ist j nun beigelegt worben. DieLeviathan" ist ber 1913 . von ber Hapag gebaute Turbinenschnellbampfer Vaterlan b", der infolge bes Schanbvertrages von Versailles in amerikanischen Besitz übergegan- - gen war. " ,

SS* Un? im Hause ber Deutschen Kunst in München gibt den Besuchern -in eindrucksvolles Bild von

der baulichen Neugestaltung im Dritten Reich. Man steht hier das Modell von dem H a u s d e r H I., das i n B e r l i n errichtet wirb. (Scherl-Bilderd.-M.)

Kunst und Wissenschaft.

Lin Pionier des deutschen Kulturfilms gestorben.

Nach kurzer Krankheit st a r b der Leiter der Theaterabteilung der Unioersum-Film-AG., Direk­tor Alexander Grau. Mit Major a. D. Alexander Grau, der am 1. Januar b. I. seinen 60. Geburts­tag feiern, konnte, erleidet nicht nur bie Ufa, fonbern auch ber deutsche Film einen schweren Verlust. Volle zwei Jahrzehnte seines arbeitsreichen Lebens haben dem Filmschaffen gehört, um besten Aufbau unb Entwicklung er sich große Verdienste erwarb. Alexander Grau ist einer der Pioniere des deutschen Kulturfilmes, den er zur internationalen Bedeu­tung führte. Seit mehr als zehn Jahren leitete die Theaterabteilung der Ufa und den Presse- und Werbedienst mit dem gleichen Erfolge.

Aeues Verfahren zur Bekämpfung der Kopfgrippe.

In Berlin fand eine Festsitzung der Ber­liner Medizinischen Gesellschaft statt, auf ber einer der bekanntesten Neurologen Italiens, Professor Dr. Panegrossi, Leiter des Königin- Elena-Institutes in Rom, über die Ergebnisse sei­ner Erfahrungen sprach die er in der Bekämp­fung der Kopfgrippe gemacht hat. Nach der Begrüßungsrede des Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. v. Eicken verlas Botschaftsrat Graf M a g i st r a t i eine Adresse der italienischen Königin an die deutschen medizinischen Gesellschaften. Darin heißt es u. a., die Königin wolle ihrer Sympathie für die Forschungen zur Heilung ber lethargischen »alitte Ausdruck geben unb danke den tüch- eutschen Aerzten und denen anderer Natio- nen, die die neue Behandlung dieser Krankheit zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht hätten. Allen deutschen Aerzten, die nach Italien kämen, um dort die neue Behandlungmethode zu studieren, werde die größte Förderung zuteil werden. An- schließend schilderte Prof. Dr. Panegrossi die in vier Jahren an Kranken gewonnenen Ergebnisse. Ein Film über das neue Heilverfahren gab eine lebendige Vorstellung von dem vielfältigen Krank­heitsbild der chronischen Encephalitis und den mit der neuen Therapie erreichten erstaunlichen Erfol­gen. Nach dem Vortrag fand ein Empfang statt, bei dem Pros. Dr. Panegrossi mit dem Orden ber 1. Klasse des Deutschen Roten Kreuzes ausgezeichnet wurde, während der Präsident des Reichsgesundheits­amtes Dr. Reiter zum Großoffizier der italieni­schen Krone ernannt wurde.

Dorsitz des jetzigen Außenministers Micescu über­haupt keine Juden mehr zugelassen. 600 jüdische Anwälte, bie zwischen 1932 und 1935 eingetragen worden waren, wurden aus den Listen gestrichen Die Zahl der jetzt noch in der Kammer befind­lichen jüdischen Anwälte dürfte sich trotzdem noch auf 2000 belaufen.

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Prinzregent Paul von Jugoslawien empfing den Metropoliten Anastasius und den Erzbischof Nestor von der russisch-orthodoxen Auslands- kirche, bie ihren Sitz in Chardin (Mandschukuo) hat und vergangene Woche ihre europäischen Bischöfe bei Belgrad zusammengerufen hatte.

_ Tschindarattata bum!

Bum!... Musik! Fenster aufgerissen: draußen marschiert eine Mädchenschule vorbei. Alle Mädchi

tragen nach dem gleichen Pagen-Schnitt die glei­chen hartsträhnigen pechschwarzen Haare, alle Ge­sichter gleichen sich... wie oft ist diese merkwürdige Gleichheit dieser japanischen Mädchen-Schülerinnen einem schon ausgefallen. Jedes Mädchen genau wie das andere dieseEinform" ... bie bringt wohl bas Jnfelleben, bas eine Vermischung eher aus­schließt als auf bem Festlande, so mit sich. Alle Mäbchen haben eine kleine Papierfahne mit einem blutroten Sonnen-Klecks in ber Mitte, in ber Hand unb schwenken sie taktmäßig, immer im gleichen Schritt unb Tritt. Es sind vielleicht tausend Mäd­chen ober mehr taufenb Flaggen wippen auf unb wippen nieder, eine wie die andere... sieht sehr hübsch aus und bas Ganze bemonftriert am besten ben BegriffGeschlossen".

N a n k i n g" sagt in diesem Augenblick die kleine, bunte Zimmer-Blume unb macht eine kleine lächelnde Verbeugung.Ach so! Ja richtig! Nanking ist ja gefallen! Schon als gestern abend der Zug in Kobe einlief, zogen kleine Lampion- Paraden durch bie Straßen unb auf die Frage: »Was ist denn hier los?" hatte man den japani­schen Abteilgenossen die ruhige, sachliche Antwort: Vielleicht ist Nanking gefasten!" erhalten. Und bann hatten die Männer wieder schweigend und nachdenklich zum Abteilfenster herausgeblickt und unwillkürlich hatte man gewisse Vergleiche gezogen. Nanking" ist das chinesischeParis" ünd wenn ari irgend einem der letzten Tage des Jahres 1914 üi

dschurei ober auf bem Festland der Japaner als Herr regiert uhb über dreißig Millionen Chinesen herrscht. Zwar hat man immer wieder versucht, einen Teil be^ bäuerlichen und stäbtischen japani­schen Proletariats nach bem Festlanbe umzusiebeln, aber all biese Versuche finb gescheitert, weil ber Japaner als Insulaner auf bie Dauer gegen bas Klima, bie Besonberheiten bes Bobens, bie Fest- lanbsnahrung unb vor allem gegen bie. Anspruchs­losigkeit ber chinesischen Arbeiter nicht auskommt. Daher ist bie Manbschurei das Betätigungsselb für bie japanischeOberschicht" geblieben, unb weil ber japanische Bauer unb Arbeiter bort nicht in Erscheinung tritt, so boch ba verlieren wir uns roieber in Betrachtungen, bie nicht hierher ge­hören!

Jebensalls: auf die Minute genau laust der Ex­preß Nr. 7 im Hauptbahnhof Tokio ein, unb wenn man bann gleich barauf ziemlich hilflos unb ge­blendet von den phantastischen unheimlichen und unlesbaren Aufschriften, allein in der großen Halle steht, wirft man unwillkürlich den ersten Blick nach der Deckenkonstruktion, um dann beschleunigt aus der Halle ins Freie zu eilen. DennTokio unb Erbbebengefahr" bas ist so ziemlich ein unb ber gleiche Begriff aeroorben unb {eben Augen- blick erwartet man als Neuling, baß ber Fußdoben in rhythmischen Schlangenbewegungen einem un­ter ben Füßen weglaufen unb bie jeweiligen Häuser über einem zusammenkrachen werden. Denn in die-

Nach zweijähriger Pause gab Wilhelm Furt­wängler mit den Berliner Philharmo­nikern im Haag wieder ein Gastkonzert. Voll­endet wurden die zweite Leonoren-Ouvertüre von Beechoven, das fünfte Brandenburgische Konzert von Bach und die zweite Symphonie von Brahms geboten. Der Beifall steigerte sich zu nicht enden- wollenden Ovationen für Dirigenten und Orchester. Die gesamte holländische Presse spendet den deut­schen Künstlern hohes Lob.

Aus alter Welt.

1 Dr. Eckener operiert.

Der Eckener hat gelegentlich eines Berliner Be­suches die Klinik von Professor Sauerbruch aus­gesucht, um sich einer Operation zu unterziehen; es handelte sich, wie die Frankfurter Zeitung meldet, um einen Eingriff in die Bauchhöhle. Der Befund hat ergeben, daß bie Krankheit zu keiner Besorgnis An­laß gibt. Das Befinden des Patienten ist zufrieden- tellend. Man hofft, daß' er bereits wieder in abseh­barer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Reichsfrauenführerin

empfing Frauen ausländischer Diplomaten.

Aus Einladung ber Reichsfrauenführerin besuch­ten wie bie NSK. meldet mehrere Frauen der in Berlin akkrebierten Diplomaten bie Reichs- frauenführung, unter ihnen bie Gemahlin bes fran­zösischen Botschafters, Frau Fran^ois-Pon- c e t, bes italienischen Botschafters, Frau Atto- lico, bes argentinischen Botschafters, Frau La- b äugte, bie Gattin bes bulgarischen Gesanbten, Frau Karadjoff unb bes Schweizer Gesanbten, Frau D i n i ch e r t. In ben Ausstellungsräumen empfing Frau Scholtz - Klink bie Gäste und gab ihnen einen interessanten Ueberblick, wie in Deutsch­land die Frauen organisiert sind, und wie sie sich für ihr Vaterland einsetzen. Die Gäste zeigten reges Interesse für die Ausführungen der Reichsteouen- führerin.

Kurzwellenverkehr durch Nordlicht beeinträchtigt.

Die Nordlichterscheinungen, die gestern in Europa sichtbar waren, haben nach den Mit­teilungen Washingtoner Radio- und Telephongesell­schaften den Kurzwellenoerkehr über den Atlantik so gut wie lahmgele g t. Die Radio-Gesellschaf­ten konnten Telegramme nur mit langen Wellen hinüber- und herübersenden. Bemerkenswert war, baß bie sogenannte Tageswelle von 16 Meter fast die ganze Nacht hindurch funktionierte, ausgenom­men einige Abendstunden, in denen plötzlich jeder Kurzwellenverkehr unmöglich wurde.

Vom Führer begnadigt.

Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Halle (Saale) gegen Paul Kra­mer wegen Mordes Ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine^ Zuchthausstrafe von fünf­zehn Jahren umgeroanbelt. Der sonst gut beleu­mundete Verurteilte hatte seinen sieben Monate alten kränklichen Sohn getötet, weil er ihn für lebensunfähig hielt unb in feiner primitiven Denk­weise keinen anberen Ausweg aus ber durch bie Krankheit bes Sohnes hervorgerufenen wirtschaft­lichen Bedrängnis fanb. Der Führer unb Reichs­kanzler hat ferner bie von bem Sondergericht in

Stabt für sich. In ben glitzernben Arkaben im Keller kann man von ben herrlichsten Perlen bis zum billigsten Kinberspiel-Krimkrams alles kau­fen, wonach sich bas Herz sehnt, ein eigenes Post- unb Telegraphenamt, Reisebüros, Bars, Restau­rants, Grill, Winter- unb Dachgarten, Väber, Fri­seure, Fest- unb Konferenzsäle, Bücherläden, Kneip, ecken an alles unb jebes ist gebacht, die Hotel­erfahrungen des halben Erdballs sind hier zusam­mengetragen, verwertet unb als geschlossenes Gan­zes in ber Vollenbung herausgestellt. Dabei sind die Preise durchaus erträglich: schon von 6 Mark an ist ein schönes Zimmer mit Bad und allem Zu­behör zu hoben. Unter diesemZubehör" spielen die vielen, kleinen, ausgesucht hübschen Flurmädchen in ihren bunten Kimonos bie Hauptrolle, unendlich sanfte, kleine Mädchen, die unhörbar im Zimmer herumhuschen unb ben Gast in jener vorbildlichen Weise betreuen, wie es "

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