Me Mdellschau der neuen deutschen Architektur in München
General Kuhschenbach -l 00 Jahre.
e n b a ch wurde am
nen herzlichen Glückwunsch aus.
Die Glück-
len gleich groß. Alle in der gleichen blähen sentracht. Alle die gleichen Hüte auf. Alle
Matrosentracht.
eben wohl nur die immer melancholisch wirkende Ja-
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ein wenig traurig und panerin kann.
Koffer in die Ecke.
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wünsche des Gauleiters Schwede übermittelte Gauamtsleiter Lambrecht. Vom Reichskrieger- bund Kyffhäuser wurden dem Mars-la-Tour-Reiter die Glückwünsche durch den Bundesführer Oberst Reinhardt und General a. D. von Radowitz überbracht. Ferner gratulierten die 32. Infanterie- Division, vertreten durch Generalleutnant o. Fal- kenhorst, der Standort Colberg durch Generalmajor Strecker vom Jnf.-Regt. 4, die ehemaligen 16er und 12er Dragoner, t»r; Kavallerie-Regt. 5 (früher Blücher-Husaren in Stolp), bei henen der Jubilar vor 80 Jahren eintrat, Vertreter des Generalfeldmarschalls v. Mackensen, des Reichsbundes deutscher Offiziere und viele Kameraden aus Stadt und Kreis Colberg.
Mittwoch 100 Jahre alt. Vor seiner Wohnung war ein Doppelposten aufgezogen, die Musikkapelle des Infanterie-Regiments 4 erfreute ihn durch ein Ständchen. Der Kommandierende General der Jn-
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die ein lau»
sanierte Blaskowitz überbrachte die Glückwünsche des Führers zugleich mit der Verleihung des Charakters als Generalmajor und dem Bilde des Führers mit eigenhändiger Unterschrist. Ministerpräsident Generaloberst Göring ließ ein Glückwunschschreiben mit einer in der staatlichen Porzellanmanufaktur in Berlin hergestellten Ehren- tasse durch Oberbürgermeister Dr. Wegener überreichen. Generalfelomarschall von Blomberg sandte folgendes Telegramm: „In dankbarer Erinnerung Ihrer im Krieg und Frieden für Deutschland oeseisteten Dienste als Offizier der alten Armee spreche ich Ihnen zugleich im Namen der neuen Wehrmacht zu Ihrem 100. Geburtstag mei-
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Eine Reise nach Tokio
Don unserem H. Tr.-Äerichterstatier.
Wie der nationalspanische Heeresbericht meldet, versuchten die Bolschewisten an der Teruel-Front mit drei Angriffen ihre verlorenen Stellungen Zurückzuerobern. Trotz Unterstützung durch Sowjetstanks gelang es, den Gegner jedesmal mit schweren Verlusten abzuweisen. Vier Sowjettanks wurden erbeutet.
Heinrich-Schüh.Fest in Frankfurt a. IN.
Die Neue Schütz-Gesellschaft veranstaltet im Mai das fünfte Deutsche Schütz.Fe st in Frankfurt a. M. Der Leiter des Frankfurter Schütz- Kreises, Dr. Rudolf Holle, wurde mit der Leitung des Festes beauftragt. Sechs Veranstaltungen werden vom Chor, bekannten Instrumentalisten und Sängern bestritten. Es siyd bereits gewonnen u. a. August W e n z i n g e r mit anderen Gambisten, Hel- mut W a l ch a am Cembalo und an der Orgel.
Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker
IV. Ankunst.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tokio, Ende Dezember 1937.
Gegen sieben Uhr morgens klopft der japanische Schlafwagen-Boy des Expreß Nr. 7 diskret an die Abteiltür, macht eine lautlose Verbeugung „hinein" und meldet in seinem schönsten Englisch: „Tokio is koernrning" — Tok^o komyit!" — „Japanischer" Boy .. aüch das ist so etwas, was jedem Europäer, der jahrelang in der Mandschurei unter Japanern gelebt hat, beim ersten Besuch des eigentlichen Japans immer so — sagen wir mal „spanisch" vorkommt! Nämlich daß es dort — sancta simplicitas! — auch japanische Arbeiter gibt! Also 'japanische Kulis, japanische Straßenkehrer, japanische Lastträger, japanische Rikschakulis und — last not least — japanische Bettler! Denn in der Mandschurei tritt der Japaner nur als „Herr" in Erscheinung! Also als Soldat, Beamter, Kaufmann, Angestellter, aber niemals als Handarbeiter oder gar als Proletarier. Denn die Handarbeit wird dort vom Chinesen ausgeführt, und die Vorstellung, daß auch ein Japaner eine Rikscha ziehen könnte oder als Straßenkehrer sein Brot verdienen, ober als armer Last- träger unter Kisten und Kasten daherkeuchen muß, das will dem Mandschurei-Europäer zunächst überhaupt nicht in den Kopf, weil eben in der Man-
ser Hinsicht wissen die alteingesessenen Tokioter — vor allem, wenn sie'mal besuchsweise aufs sichere Festland herüberkommen — die erbaulichsten und grauslichsten Geschichten zu erzählen. Bei einem „richtigen Beben" — die kleinen zählen nicht, weil sie selbstverständlich sind — sollen die Hochhäuser vis zu 28 Zentimeter nach jeder Seite ausschlagen, was namentlich im elften Stockwerk um so unangenehmer sein soll, als kein Geräusch mit diesem Beben verbunden ist. „Plötzlich hängt die Lampe schief und beginnt wie ein Glockenklöppel zu baumeln" — sagen die Leute — „und wer dann noch nicht gemerkt hat, was los ist, dem sagt das klirrende Geschirr das erforderliche." Dabei soll es in diesen Hochhäusern, die auf Grund der Erfahrungen des letzten großen Erdbebens durchweg erdbebenfest erbaut worden sind, viel sicherer sein als auf der Straße im Freien Denn diese Hochbauten schwanken mit ihrer dicken Beton-Fußplatte lediglich „hin und her", das Stahlgerippe halt das Ganze zusammen, höchstens kann hier und da die . Mauerfüllung heraus- — und den Fußgängern auf den Kopf fallen...
Wie getagt: wer solche und ähnliche Geschichten zu Dutzenden gehört und selbst ein paar große Erdbeben wie einst in Korinth und Philippopel miterlebt hat, der fühlt sich breite in der Tokioter Bahnhofshalle als Neuling etwas unbehaglich und würde am liebsten zu Fuß, auf der Mitte des Fahrdammes ins zuständige und als erdbebensicher" empfohlene Hotel eilen. Aber auf dem Fahrdamm in Tokio zu wandern ist augenscheinlich auch nicht ganz ungefährlich, denn in keiner Großstadt der Erde ist heute die Taxifahrordnung so verbesserungsbedürftig wie gerade hier. Nun — auch dafür gibt es eine Erklärung: der motori fierte Krieg hat den Autofahrer an der Front zu einer sehr gesuchten Persönlichkeit gemacht, die guten Fahrer sind an der Front und der Ersatz fährt sich eben jetzt so langsam „ein" ober gegenseitig ,.an" ober bie Passanten „über" — auch in dieser Hinsicht sink» bie mandschurischen Großstädte mit ihrer ausgezeichneten Fahrerdisziplin besser dran.
Trotzdem greift man sich eine Taxe und stellt schmerzlich bewegt fest, daß in Tokio dieser Spaß wesentlich teurer ist als in der Mandschurei. Mit 50 Sen ober 35 Pfennigen beginnt hier ber „Zeiger" , dafür landet man aber ungefährdet in dem erdbebensicheren Hotel, in dem in Tokio alle Prominenz abzusteigen pflegt, und das hier als „Treffpunkt" ewa bie gleiche Rolle spielt wie einst die Uhr am Potsdamer Pkatz. Das Haus gilt als erd- bebensicher, weil es als eins der ganz wenigen Häuser das große letzte Erdbeben vor einem halben Menschenalter überstanden hat, bei dem allein auf einem Platze 40 000 von den Flammen einge- schlossene Menschen verbrannten.
Zurechtfinden kann man sich in diesem phantastischen Bau eigentlich nur an Hand eines gedruckten Lageplanes,^ denn das Hotel ist eine kleine
Abschied von Generalleutnant Heinemann. In München fand die Trauerfeier für Generalleutnant a. D. Bruno Heinemann, den ersten Parteirichter der NSDAP., im Krematorium des Ostfriedhofes statt, vor dem Ehrenformationen der Parteigliederungen mit Fahnen und Standarten Aufstellung genommen hatten. Rudolf Heß, der mit Reichsschatzmeister Schwarz, den Reichsleiter und Obersten Parteirichter Buch, Reichsleiter Grimm, Reichshauptdienststellenleiter S a u p e r t und ^-Obergruppenführer Freiherrn von Eberstein erschienen war, sprach den Angehörigen des Verstorbenen herzliches Beileid aus. Reichshauptdienststellenleiter S a u v e r t erinnerte in seinem Nachruf daran, daß der Verstorbene nicht nur als Soldat, sondern auch in der Partei durch seine Fähigkeiten hervorgetreten fei, Fähigkeiten, die der Führer Ende 1925 durch seine Berufung zum ersten Parteirichter und ein Jahr später zum ersten Oraanisationsleiter der NSDAP, anerkannt habe. Reichsleiter Buch als Nachfolger Generalleutnants Heinemann im Amt des Obersten Parteirichters legte den Lorbeerkranz des Führers nieder, dann widmete der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß ebenfalls eine prächtige Kranzspende.
Der in Colberg (Pommern) im Ruhestand lebende Oberst a. D. K u tz s ch Mittwoch 100 Jahre alt. Vor
Hamburg gegen den Heinrich Schulz wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren um- gewcmbelt. Der Verurteilte hatte am 12. Februar 1919 in Hamburg den Hilfspolizeibeamten Lehnert erschossen, der ihn nach einem Diebstahl gestellt hatte; seine Täterschaft konnte erst jetzt, 18 Jahre nach dem Morde, also kurz vor Eintritt der gesetzlichen Verjährungsfrist, festgestellt werden. Schulz hatte in der Zwischenzeit zu einem einwandfreien Leben zurückgefunden.
„Köln und Mainz im Frohsinn eins!"
Am Mittwoch verließ ein Sonderzug mit rund 1500 Mitgliedern der verschiedenen Kölner Karneval-Gesellschaften die rheinische Metropole zur Fahrt nach Mainz. Nach der Ankunft formierten sich die Mainzer Garden und die Kölner Funken und Korps zum Marsch durch die Straßen zum Kurfürstlichen Schloß. Bürgermeister S ch l o i m a n n sprach von den mehr als tausendjährigen Beziehungen zwischen Köln und Mainz; er wünschte, daß dieser friedliche Wettstreit zwischen den beiden Städten fortbauern möge, und hieß die Gäste herzlich willkommen. Für die Kölner antwortete Bürgermeister Ebel. Er wünschte, daß der Bund zwischen den beiden Städten sich noch enger als bisher gestalten möge nach der Devise: „Köln und Mainz im Frohsinn eins!" Im Namen des Mainzer Car- neval-Vereins dankte Ministerpräsident Heinrich Bender den Gästen. Thomas Liessem vom Kölner Festausschuß versicherte, die Kölner nähmen regsten Anteil an dem hundertjährigen Jubiläum des Mainzer Carneval-Vereins. Was Einzug und offizielle Begrüßung ber Kölner im kurfürstlichen Schloß versprochen hatten, würbe am Abend in ber Festsitzung „Köln gratuliert" vollauf erfüllt. In der ausoertauften Narrhalla herrschte bie übermütigste Stimmung.
Jteue Kältewelle in Amerika.
Schwere Schnee stürme zusammen mit einer starken Kältewelle legten in vielen Teilen des mittleren Westens der Vereinigten Staaten jeden Verkehr lahm. In Süddakota sind nach bisherigen Berichten neun Me nschen erfroren. Aus Alexandria im Staate Minnesota wird eine Temperatur von —26 Grad Celsius gemeldet.
Brücke an den Niagarafällen durch Eisstauung gefährdet. /
Die berühmte internationale Brücke, die gegenüber den Niagarafällen die Vereinigten Staaten und Kanada verbindet, wurde für den Verkehr gesperrt. Riesige E i s m a s s e n , die sich an ber Brücke stauen, haben bereits die Stahlträger stark beschädigt, so daß ein Einsturz der Brücke befürchtet wird.
Der geflüchtete Eornual verhaftet.
Am Mittwochmittag gelang es der Gendarmerie, den nach der Niederbrennung seines Gehöftes in die Wälder von La Fleche geflüchteten Henri C o r n u a l in ber Umgebung von Seiches (Departement Maine Loire) fest zunehmen.
Die letzte Fahrt der „Vaterland".
Der Dampfer „Lev ' atha n", der vor vier Jahren außer Dienst gestellt worden tpar und seither an einem Pier im Hudson in Hoboken (New Jersey) lag; hat jetzt seine letzte Fahrt angetreten, nüchtern eine britische Metallfirma in Schottland ihn zum Abwracken gekauft hat. Die letzte Fahrt des fast 60 000 Tonnen großen Schiffes war durch einen Lohnstreit verschoben worden, ber vorige Woche entstaub, als bie britischen unb bie fana» j bischen Mitglieber ber Mannschaft* erfahren hatten, baß bie amerikanischen Angehörigen der' Besatzung einen höheren Lohn erhielten. Dieser Lohnstreit ist j nun beigelegt worben. Die „Leviathan" ist ber 1913 . von ber Hapag gebaute Turbinenschnellbampfer „Vaterlan b", der infolge bes Schanbvertrages । von Versailles in amerikanischen Besitz übergegan- - gen war. " ,
SS* Un? im Hause ber Deutschen Kunst in München gibt den Besuchern -in eindrucksvolles Bild von
der baulichen Neugestaltung im Dritten Reich. Man steht hier das Modell von dem H a u s d e r H I., das i n B e r l i n errichtet wirb. (Scherl-Bilderd.-M.)
Kunst und Wissenschaft.
Lin Pionier des deutschen Kulturfilms gestorben.
Nach kurzer Krankheit st a r b der Leiter der Theaterabteilung der Unioersum-Film-AG., Direktor Alexander Grau. Mit Major a. D. Alexander Grau, der am 1. Januar b. I. seinen 60. Geburtstag feiern, konnte, erleidet nicht nur bie Ufa, fonbern auch ber deutsche Film einen schweren Verlust. Volle zwei Jahrzehnte seines arbeitsreichen Lebens haben dem Filmschaffen gehört, um besten Aufbau unb Entwicklung er sich große Verdienste erwarb. Alexander Grau ist einer der Pioniere des deutschen Kulturfilmes, den er zur internationalen Bedeutung führte. Seit mehr als zehn Jahren leitete die Theaterabteilung der Ufa und den Presse- und Werbedienst mit dem gleichen Erfolge.
Aeues Verfahren zur Bekämpfung der Kopfgrippe.
In Berlin fand eine Festsitzung der Berliner Medizinischen Gesellschaft statt, auf ber einer der bekanntesten Neurologen Italiens, Professor Dr. Panegrossi, Leiter des Königin- Elena-Institutes in Rom, über die Ergebnisse seiner Erfahrungen sprach die er in der Bekämpfung der Kopfgrippe gemacht hat. Nach der Begrüßungsrede des Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. v. Eicken verlas Botschaftsrat Graf M a g i st r a t i eine Adresse der italienischen Königin an die deutschen medizinischen Gesellschaften. Darin heißt es u. a., die Königin wolle ihrer Sympathie für die Forschungen zur Heilung ber lethargischen »alitte Ausdruck geben unb danke den tüch- eutschen Aerzten und denen anderer Natio- nen, die die neue Behandlung dieser Krankheit zum Gegenstand ihrer Untersuchungen gemacht hätten. Allen deutschen Aerzten, die nach Italien kämen, um dort die neue Behandlungmethode zu studieren, werde die größte Förderung zuteil werden. An- schließend schilderte Prof. Dr. Panegrossi die in vier Jahren an Kranken gewonnenen Ergebnisse. Ein Film über das neue Heilverfahren gab eine lebendige Vorstellung von dem vielfältigen Krankheitsbild der chronischen Encephalitis und den mit der neuen Therapie erreichten erstaunlichen Erfolgen. Nach dem Vortrag fand ein Empfang statt, bei dem Pros. Dr. Panegrossi mit dem Orden ber 1. Klasse des Deutschen Roten Kreuzes ausgezeichnet wurde, während der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Dr. Reiter zum Großoffizier der italienischen Krone ernannt wurde.
Dorsitz des jetzigen Außenministers Micescu überhaupt keine Juden mehr zugelassen. 600 jüdische Anwälte, bie zwischen 1932 und 1935 eingetragen worden waren, wurden aus den Listen gestrichen Die Zahl der jetzt noch in der Kammer befindlichen jüdischen Anwälte dürfte sich trotzdem noch auf 2000 belaufen.
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Prinzregent Paul von Jugoslawien empfing den Metropoliten Anastasius und den Erzbischof Nestor von der russisch-orthodoxen Auslands- kirche, bie ihren Sitz in Chardin (Mandschukuo) hat und vergangene Woche ihre europäischen Bischöfe bei Belgrad zusammengerufen hatte.
_ Tschindarattata — bum!
Bum!... Musik! — Fenster aufgerissen: draußen marschiert eine Mädchenschule vorbei. Alle Mädchi
tragen nach dem gleichen Pagen-Schnitt die gleichen hartsträhnigen pechschwarzen Haare, alle Gesichter gleichen sich... wie oft ist diese merkwürdige Gleichheit dieser japanischen Mädchen-Schülerinnen einem schon ausgefallen. Jedes Mädchen genau wie das andere — diese „Einform" ... bie bringt wohl bas Jnfelleben, bas eine Vermischung eher ausschließt als auf bem Festlande, so mit sich. — Alle Mäbchen haben eine kleine Papierfahne mit einem blutroten Sonnen-Klecks in ber Mitte, in ber Hand unb schwenken sie taktmäßig, immer im gleichen Schritt unb Tritt. Es sind vielleicht tausend Mädchen ober mehr — taufenb Flaggen wippen auf unb wippen nieder, eine wie die andere... sieht sehr hübsch aus und bas Ganze bemonftriert am besten ben Begriff „Geschlossen".
„N a n k i n g" — sagt in diesem Augenblick die kleine, bunte Zimmer-Blume unb macht eine kleine lächelnde Verbeugung. — „Ach so! Ja — richtig! Nanking ist ja gefallen! Schon als gestern abend der Zug in Kobe einlief, zogen kleine Lampion- Paraden durch bie Straßen unb auf die Frage: »Was ist denn hier los?" hatte man den japanischen Abteilgenossen die ruhige, sachliche Antwort: „Vielleicht ist Nanking gefasten!" erhalten. Und bann hatten die Männer wieder schweigend und nachdenklich zum Abteilfenster herausgeblickt und unwillkürlich hatte man gewisse Vergleiche gezogen. „Nanking" ist das chinesische „Paris" ünd wenn ari irgend einem der letzten Tage des Jahres 1914 üi
dschurei ober auf bem Festland der Japaner als Herr regiert uhb über dreißig Millionen Chinesen herrscht. Zwar hat man immer wieder versucht, einen Teil be^ bäuerlichen und stäbtischen japanischen Proletariats nach bem Festlanbe umzusiebeln, aber all biese Versuche finb gescheitert, weil ber Japaner als Insulaner auf bie Dauer gegen bas Klima, bie Besonberheiten bes Bobens, bie Fest- lanbsnahrung unb vor allem gegen bie. Anspruchslosigkeit ber chinesischen Arbeiter nicht auskommt. Daher ist bie Manbschurei das Betätigungsselb für bie japanische „Oberschicht" geblieben, unb weil ber japanische Bauer unb Arbeiter bort nicht in Erscheinung tritt, so — boch ba verlieren wir uns roieber in Betrachtungen, bie nicht hierher gehören!
Jebensalls: auf die Minute genau laust der Expreß Nr. 7 im Hauptbahnhof Tokio ein, unb wenn man bann gleich barauf ziemlich hilflos unb geblendet von den phantastischen unheimlichen und unlesbaren Aufschriften, allein in der großen Halle steht, wirft man unwillkürlich den ersten Blick nach der Deckenkonstruktion, um dann beschleunigt aus der Halle ins Freie zu eilen. Denn „Tokio unb Erbbebengefahr" — bas ist so ziemlich ein unb ber gleiche Begriff aeroorben unb {eben Augen- blick erwartet man als Neuling, baß ber Fußdoben in rhythmischen Schlangenbewegungen einem unter ben Füßen weglaufen unb bie jeweiligen Häuser über einem zusammenkrachen werden. Denn in die-
Nach zweijähriger Pause gab Wilhelm Furtwängler mit den Berliner Philharmonikern im Haag wieder ein Gastkonzert. Vollendet wurden die zweite Leonoren-Ouvertüre von Beechoven, das fünfte Brandenburgische Konzert von Bach und die zweite Symphonie von Brahms geboten. Der Beifall steigerte sich zu nicht enden- wollenden Ovationen für Dirigenten und Orchester. Die gesamte holländische Presse spendet den deutschen Künstlern hohes Lob.
Aus alter Welt.
1 Dr. Eckener operiert.
Der Eckener hat gelegentlich eines Berliner Besuches die Klinik von Professor Sauerbruch ausgesucht, um sich einer Operation zu unterziehen; es handelte sich, wie die Frankfurter Zeitung meldet, um einen Eingriff in die Bauchhöhle. Der Befund hat ergeben, daß bie Krankheit zu keiner Besorgnis Anlaß gibt. Das Befinden des Patienten ist zufrieden- tellend. Man hofft, daß' er bereits wieder in absehbarer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.
Reichsfrauenführerin
empfing Frauen ausländischer Diplomaten.
Aus Einladung ber Reichsfrauenführerin besuchten — wie bie NSK. — meldet mehrere Frauen der in Berlin akkrebierten Diplomaten bie Reichs- frauenführung, unter ihnen bie Gemahlin bes französischen Botschafters, Frau Fran^ois-Pon- c e t, bes italienischen Botschafters, Frau Atto- lico, bes argentinischen Botschafters, Frau La- b äugte, bie Gattin bes bulgarischen Gesanbten, Frau Karadjoff unb bes Schweizer Gesanbten, Frau D i n i ch e r t. In ben Ausstellungsräumen empfing Frau Scholtz - Klink bie Gäste und gab ihnen einen interessanten Ueberblick, wie in Deutschland die Frauen organisiert sind, und wie sie sich für ihr Vaterland einsetzen. Die Gäste zeigten reges Interesse für die Ausführungen der Reichsteouen- führerin.
Kurzwellenverkehr durch Nordlicht beeinträchtigt.
Die Nordlichterscheinungen, die gestern in Europa sichtbar waren, haben nach den Mitteilungen Washingtoner Radio- und Telephongesellschaften den Kurzwellenoerkehr über den Atlantik so gut wie lahmgele g t. Die Radio-Gesellschaften konnten Telegramme nur mit langen Wellen hinüber- und herübersenden. Bemerkenswert war, baß bie sogenannte Tageswelle von 16 Meter fast die ganze Nacht hindurch funktionierte, ausgenommen einige Abendstunden, in denen plötzlich jeder Kurzwellenverkehr unmöglich wurde.
Vom Führer begnadigt.
Der Führer und Reichskanzler hat die von dem Schwurgericht in Halle (Saale) gegen Paul Kramer wegen Mordes Ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in eine^ Zuchthausstrafe von fünfzehn Jahren umgeroanbelt. Der sonst gut beleumundete Verurteilte hatte seinen sieben Monate alten kränklichen Sohn getötet, weil er ihn für lebensunfähig hielt unb in feiner primitiven Denkweise keinen anberen Ausweg aus ber durch bie Krankheit bes Sohnes hervorgerufenen wirtschaftlichen Bedrängnis fanb. — Der Führer unb Reichskanzler hat ferner bie von bem Sondergericht in
Stabt für sich. In ben glitzernben Arkaben im Keller kann man von ben herrlichsten Perlen bis zum billigsten Kinberspiel-Krimkrams alles kaufen, wonach sich bas Herz sehnt, ein eigenes Post- unb Telegraphenamt, Reisebüros, Bars, Restaurants, Grill, Winter- unb Dachgarten, Väber, Friseure, Fest- unb Konferenzsäle, Bücherläden, Kneip, ecken — an alles unb jebes ist gebacht, die Hotelerfahrungen des halben Erdballs sind hier zusammengetragen, verwertet unb als geschlossenes Ganzes in ber Vollenbung herausgestellt. Dabei sind die Preise durchaus erträglich: schon von 6 Mark an ist ein schönes Zimmer mit Bad und allem Zubehör zu hoben. Unter diesem „Zubehör" spielen die vielen, kleinen, ausgesucht hübschen Flurmädchen in ihren bunten Kimonos bie Hauptrolle, unendlich sanfte, kleine Mädchen, die unhörbar im Zimmer herumhuschen unb ben Gast in jener vorbildlichen Weise betreuen, wie es "
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