Association, er könne nur sagen, daß es „nicht schlecht gewesen" sei. Im Laufe des Montags wird wiederum eine Kabinettssitzung abgehalten werden, die sich an die englisch-französischen Besprechungen anschließen wird.
Die französische Auffassung.
Paris, 26.Sept. (DNB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt der Pariser Morgenpresse am Montag stehen die Besprechungen zwischen Ministerpräsident D al ad i er und Außenminister Bonnet am Sonntagabend in London. Im übrigen begnügt sich die Mehrzahl der Blätter über die angeblich „unannehmbaren Bedingungen" des deutschen Memorandums Klage zu führen, um durch dieses Manöver zu versuchen, die Geduld Deutschland weiter auf die Probe zu stellen.
Die „Action fran? aise" erklärt, man könne versichern, daß die französische Regierung sich über eine Annahme des Memorandums als Besprechungsgrundlage unter der Voraussetzung einer Aenderung „gewisser Dispositionen" einig gewesen sei. Das sei die Auffassung, die Ministerpräsident Daladier und Außenminister Bonnet einnehmen und im Namen der französischen Regierung in London zu vertreten beauftragt seien. — Pertinax schreibt im „Oeuvre", die französischen Minister werden sich an die enalisch-französischen Vorschläge halten. Sie seien der Ansicht, daß zu einer richtigen Abwicklung des Anschlusses des Sudetenlandes an Deutschland die Mitarbeit einer internationalen Kommission unerläßlich sei.
Das .Journal" rät der Tschecho-Slowakei in nicht mißzuoerstehender Weise, die Forderungen Deutschlands anzunehmen. In der Tat sei, wie das französische Blatt zugeben muß, das Vorgehen Deutschlands durchaus maßvoll, und es sei erneut eine achttägige Frist zugestanden worden, die Prag Zeit gäbe. Das „Journal" ist im übrigen unzufrieden damit, daß sich in diesem Augenblick alles nur zwischen Engländern, Deutschen und Tschechen abspiele. Auch Daladier hätte Adolf Hitler um eine Unterredung bitten können, die beispielsweise mitten^auf
der Kehler Brücke über den Rhein hätte stattfinden Der Führer hätte das gewiß nicht abgelehnt.
Hitler hatte erneut erklärt, daß er k e i n e n K r i e g m l.£ o r ankreich wolle, und Daladier wolle das, weiß Gott, auch nicht. Nichts fei für den Frieden symbolischer als eine Brücke, die ein durch die Zivili- saton geschaffenes Band zwischen den Menschen sei.
Die Londoner Alorgenvresse
London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Morgenpresse berichtet m großer Ausführlichkeit über die jüngsten Vorgänge der tschechischen Krise. Dabei kommt im Un- terton zum Ausdruck, daß Prag die in dein M e - morandum umrissenen deutschen Vorschläge anzunehmen bereit ist. Die pessimistische Haltung der Morgenpresse scheint die Absicht zu verfolgen, Prag Möglichkeiten einer Kompromißlösung zu eröffnen.
„Daily Telegraph" will dahin unterrichtet worden sein, daß es politisch für Prag „ganz unmöglich" sein würde, die tschechische Armee, die jetzt mobilisiert sei und sich in den Verteidigungsanlagen befinde, zurückzuziehen. (!) Die „Time s" setzt sich hier mit Nachdruck für die Politik Chamberlains ein und erklärt, es müsse und werde in der tschechischen Frage ein Urteil getroffen werden, völlig realistisch, unparteiisch und unbeeinflußt von Spekulationen. Dank der Arbeit Chamberlains sei der friedliche Weg immer noch offen und bleibe es. Es fei notwendig, daß die sudetendeutschen Gebiete Deutschland rasch übereignet werden.
Auch (9amdin kommt nach London.
London, 26. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie die französische Botschaft heute bekanntgibt, wird der französische Oberstkommandierende General G a m e- lin heute auf dem Luftwege nach London kommen. lieber den Zweck der Reise ist Näheres nicht gesagt worden. Man nimmt jedoch an, daß Gamelin in London sein will, um sich nötigenfalls an den Verhandlungen mit den britischen Ministern zu beteiligen.
Das deutsche Memorandum in Prag überreicht.
^Man muß neue Situationen schaffen", sagt das Prager Preßbüro.
London. 24. Sept. (DNB.) Wie Benker mel- bet, wurde das deutsche Memorandum durch den
britischen Militärattache in Berlin, Oberstleutnant Mac Farlane, nach Prag gebracht. Der Militärattache ist von Köln aus mit dem Memorandum, dem eine große Karte beigefügt ist, abgeflogen. Die tschechische Gesandtschaft in London gab in den späten Abendstunden des Samstag eine amtliche Verlautbarung heraus, welche den Empfang des deutschen Memorandums bestätigt. Es wurde dem tschecho-flowakischen Außenminister von dem britischen Gesandten in Prag am Samstag überreicht.
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Die tschechische Sonntagspresse veröffentlicht eine längere Stellungnahme des amtlichen Tschecho-Slowakischen Preßbüros zur Lage. Darin heißt es: Man muß abwarten, bis der genaue Text der Antwort unserer Regierung auf das Memorandum Hitlers vorliegen wird. Diese hat die Pflicht, jeden Satz und jedes Wort zu prüfen und den Inhalt und den Sinn genau zu erwägen, bevor sie nach dem eingehenden Studium aller Forderungen und Prüfung der internationalen Situation zu dem Memorandum Stellung nimmt Vergessen wir nicht, daß es sich u m die Frage Krieg oder Frieden handelt. In solchen Dingen darf man sich nicht übereilen. In solchen Dingen muß man peinlichst alle möglichen Wirkungen unserer Beschlüsse erwägen und auf Grund vollkommener Kenntnis des Sachverhalts sowie der Dinge die weitere Entwicklung voraussehen und abschätzen,
wie jeder einzelne Staat auf unser Verhalten reagieren wird.
Man muß neue Situationen schaffen, die bisherigen politischen Instrumente ergänzen und vor allem Freundschaftsbündnisse f e ft i g e n (!). Alle diese Tatsachen fordern gesteigerte und nüchterne Vernunft und das ist heute die Aufgabe unserer Regierung und unserer politischen Führer. Sie arbeiten im engsten Einvernehmen mit der Armee. Unsere Pflicht ist es, nun durch unser Vertrauen und unsere Treue ihr jegliche Unterstützung bei ihren Entscheidungen zu gewähren. Die militärischen Maßnahmen garantieren uns die Sicherheit unseres Staates gegen jeden Angriff, auch wenn er plötzlich unternommen wird.
Die gestrige Konferenz des siebengliedrigen pyli- tifchen Ausschusses, welcher unter Vorsitz Dr. Milan Hodza« tagte, war dem Studium der Situation, wie sie sich nach dem Abschluß der Beratungen Chamberlains mit Hitler darstellt, gewidmet. Zur gleichen Zeit fanden Beratungen des wirtschaftlichen Ministerausfchusfes statt, in welchem laufende wirtschaftliche Angelegenheiten erledigt werden. Der siebengliedrige politische Regrerungsausschuß trat noch Samstag abend zu einer weiteren Sitzung zusammen. — Ferner wird aus Prag gemeldet, daß Samstag nachmittag sämtliche Mitglieder der Regierung mit den Repräsentanten der politischen Parteien auf der Burg beim Präsidenten der Republik zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten seien. Bei diesen Beratungen habe sich auch das absolute Einvernehmen und die innige Zusammenarbeit mit den befreundeten Mächten bemerkbar gemacht.
... wird auf der Stelle erschossen.
Häuser mit Hakenkreuz-Fahnen werden angezündet.
Wer SOp.-Abzeichen, Hakenkreuzbinden, Waffen hat, wird erschossen!
Dresden, 25. Sept. (BJtB.) Ilüchllinge ans 21 Orten teilen mit, daß dort überall zum Teil gedruckte, zum Teil hektographierte und mit den Unterschriften der Gemeindevorsteher bzw. der Büroermeisler versehene Kundgebungen angeschlagen wurden, in denen ungeheuerliche Strafen für die Sudetendeutfchen festgesetzt werden. Ans liegt ein Original vor, das aus Tissa bei Tetfchen stammt und die Unterschrift des Gemeindevorstehers trägt. Die Kundmachung hat folgenden Wortlaut:
«Laut Weisung des Obersten Genera l st a b e s geben wir folgendes bekannt:
L Das Aushängen von hakenkreuz- und SDP. - Fahnen ist verboten. Im Betre- tungsfalle wird das betreffende Haus a n g e z ü n - bet.
2. Wer ein SDP.-Abzeichen trägt, wirb auf ber Stelle erschossen. Das gleiche trifft benjenigen, ber eine hakenkreuzarmbinbe trägt.
3. Denn aus irgenbeinem Grunbe ein Schuß fällt, fo barf niemanb zu ber Stelle hinlaufen ober weglaufen, sondern soll ruhig w e i t ergeh e n, auf Anruf jedoch sofort stehen bleiben. Der dem zuwiderhandelt, wird erschossen.
4. Auf der Straße dürfen nicht mehr als Zwei Zusammengehen.
5. Das Tragen von Waffen sowie der Besitz derselben, wird mit sofortigem Erschießen bestraft.
6. Falls außergewöhnliche Ereignisse eintreten, ist den Frauen, Kindern und Greisen, soweit gegen dieselben nichts vorliegt, der Grenz- übertritt g e st a t t e 1.“
Neuerdings treffen größere Mengen von Flüchtlingen ein, weil die Soldaten Haussuchungen halten und jeden, bei dem Waffen ober Hakenkreuzfahnen gefunbeu werden, erschießen Diese Tatsache beweist, daß in ber Tschecho-Slowakei bereits nach dem öffentlichen Anschlag verfahren wirb.
In dieser niederträchtigen Anordnung enthüllt Prag sein wahres Gesicht. Hieraus kann alle Welt ersehen, was man in Prag unter Gleichberechtigung der Volksgruppen, unter demokratischer Freiheit und Gleichheit versteht. Diese brutalen Maßnahmen, die durch nichts mehr zu überbieten sind, sollen wohl den Minderheitenschutz illustrieren, den Herr Benesch mit salbungsvollen Phrasen immer versprochen hat. Die Sudetendeutschen haben recht daran getan, die Phrasen mit den Taten zu vergleichen.
Oberster Verteidigungsrat in Prag.
General Krejci zum Oberkommandierenden ernannt.
Prag, 25. Sept. (DNB.) Wie das Tschecho-Slo- wakische Preßbüro meldet, wurden die beiden tsche- chophilen Professoren der Preßburger Universität Matus C e r n a f und Jmrich Karoas durch Handschreiben des Präsidenten der Republik z u Ministern ernannt. Dazu verlautet aus slowakischen Kreisen, daß die Slowakische Volkspartei nicht in die Regierung ein getreten ist. Bei den beiden neuen Ministern handele es sich um gänzlich unbekannte, bisher in der Politik noch nicht hervorgetretene Persönlichkeiten.
Die tschecho-slowakische Regierung hat als besonderes Ministerium für alle kriegswirtschaftlichen Angelegenheiten ein oberstes Wirtschaftsamt errichtet. Zugleich hat die Regierung auf Grund des Staatsverteidigungsgefetzes die Wehrbereit, fchaft des Staates für jeden Staatsbürger angeordnet. Danach kann allen Personen über 17 und unter 60 Jahren beiderlei Geschlechts die Arbeitspflicht auferlegt werden. Das Eigentum der Staatsbürger kann in hohem Maße für den Staatsverteidigungs- dienst beansprucht werden. Der Präsident der Republik hat durch Handschreiben die Minister Cerny, Krofta, Kalfus, Fajnor, Kamenicky, Nosal, Zenkl und Bukovsky zu Mitgliedern des obersten Verteidigungsrates ernannt. Der tschechoslowakische Generalstabschef, General Krejci, wurde durch Dekret des Präsidenten der Republik
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