Ausgabe 
26.8.1938
 
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THE.) 32 (1:2) über Hessen-Nassau (RV. Lim­burg).

Die ersten Spiele im Wasserball brachten fol­gende Ergebnisse: Nordsee Sachsen 4:2; Berlin Oesterreich 5:0; Franken Baden 4:2; Ruhr- Niederrhein Hessen-Nassau 6:1; Schlesien Nordsee 5:1.

Die Kämpfe des Nachmittags.

Als am Donnerstagnachmittag die deutschen Ju- gendmeisterschaften im Frankfurter Sportfeld fort­gesetzt wurden, war die Sonne hinter grauen Wol­ken verschwunden; die Witterung sollte bis zum Abend kühl und regnerisch bleiben.. Das störte in­dessen die jugendlichen Kämpfer bei den Mann­schaftsspielen wenig. Mit großem Eifer ging man daran, die restlichen Borrundenspiele im Fußball, Handball und Hockey zu erledigen.

Ganz vorzügliche Leistungen boten die jungen Fußballer. Die Elf von Hamborn 07 fertigte die Vertretung des Gebietes Berlin (Blauweiß Ber­lin) überlegen mit 6:1 (4:1) ab. Die Mannschaft von Kickers Offenbach, die das Gebiet Hessen-Nassau in den Kampf schickt, gab eine nicht weniger ein­drucksvolle Vorstellung: FTC. Görlitz (Schlesiens blieb 5:1 (3:0) besiegt. In der Zwischenrunde stehen nunmehr Ruhr-Niederrhein, Hessen-Nassau, Franken und Baden.

Im Handballturnier gab es am Nachmit­tag im Gegensatz zu den Morgenstunden äußerst knappe Ergebnisse, die erst nach verbissenen Kämp­fen zustandekamen. Schlesien (Post Oppeln) fertigte Hamburg (Polizei Hamburg) 10:8 (4:2) ab und Westfalen (Eintracht Dortmund) hatte alle Not, um Hessen-Nassau (Allianz Frankfurt) 8:7 (3:3) nieder­zuhalten. In der Zwischenrunde spielen hier: Mit­telelbe (Polizei Magdeburg) Baden (Post Mann­heim) und Schlesien (Post Oppeln) Westfalen (Eintracht Dortmund).

Im H o ck e y brachte der Nachmittag nur ein Vor­rundenspiel, das vom Gebiet Sachsen (Wacker Leip­zig) knapp mit 2:1 (2:0) über das Gebiet Ostland (VfK. Königsberg) gewonnen wurde. Hamburg (Uhlenhorster HE.) hatte Freilos und erreichte zu­sammen mit Niedersachsen (THE. Hannover), Fran­ken (Nürnberger THE.) und Sachsen (Wacker Leip­zig) die Zwischenrunde.

fführer-Zebnkampf.

Die Teilnehmer am Führer - Zehnkampf, der am Morgen die fünf leichtathletischen Hebungen gebracht hatte, erledigten am Nachmittag das 300- Meter-Brustschwimmen. Nach sechs Hebungen führt in der Stufe A (18 bis 32 Jahre) Benz vom Gebiet Württemberg mit 5727 Punkten vor Win­gert (Gebiet Württemberg) mit 5681,5 Punkten.

In S t u f e B (über 32 Jahre) liegt gleichfalls ein Württemberger, Barth, mit 5372,5 Punkten. Birkigt (Reichsjugendführung) folgt mit 4275,5 Punkten.

Um den Titel des Jugendmeisters im Wasser­ball kämpfen in zwei Gruvpen acht Mannschaften. Ausgeschieden ist bereits das Gebiet Sachsen, das als neunte Mannschaft nach Frankfurt a. M. ge­kommen war und das Ausscheidungsspiel gegen Nordsee am 'Vormittag mit 2:4 verlor. Als Favo­riten schälten sich nach zwei Spielen jeder Mann­schaft Berlin in Gruppe 1 und Ruhr-Niederrhein in Gruppe 2 heraus.

Beim Tennis-Turnier erledigte man im HJ.-Einzel die beiden ersten Runden. Im allgemei­nen setzten sich die stärkeren Spieler durch. Als Fa­voriten gelten Loof (Mittelelbe) und Gies (Ruhr- Niederrhein). Im BDM.-Einzel stehen bereits die bekannten Turnierspielerinnen Rosenow (Berlin), Rosenthal (Berlin) und Thiemen (Hannover) unter den letzten Acht.

Iiißball der heimischen Mnnschafien.

Fachamt Fußball tagt in Gießen.

Für den kommenden Sonntag hat der Kreisfach- wart für Fußball die Dereinsfußballfachwarte (Spielausschußobleute) und .die Mannschaftsführer (Spielführer der Mannschaften) des ganzen Sport­kreises 8 Gießen zu einer Arbeitstagung nach Gie­ßen einberufen. Er wird die Vereine mit den Richtlinien für die Pflichtspiele 38/39 bekannt ma­chen. Auch werden bei dieser Tagung die Ehren­urkunden für die Fußballmeisterschaften der Serie 37/38 ausgegeben.

Aufstiegspiele zur Bezirksklasse am Sonntag.

Lich Ehringshausen.

Dadurch, daß an Stelle des VfB. Aßlar die Sport­gemeinde 1910 Ehringshausen die Aufstiegspiele zur Bezirksklasse bestreitet, muß der VfR/Lich noch ein­mal einspringen. Lich hat auf seinem Platze den Gegnern stets schwer zu schaffen gemacht. Eine Vor­aussage, wer das Spiel für sich entscheidet, ist daher nicht gut zu treffen.

Dillenburg verzichtet freiwillig auf den Aufstieg und macht die Aufstiegspiele nicht mehr mit.

Die Tabelle hat dadurch folgendes Bild bekommen:

Verein Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte.

VfB.-R. Gießen 5

Burgsolms 6

Ehringshausen 3

Lich 4

3 0 2 6:4

3 0 3 6:6

2 0 1 4:2

1 0 3 2:6

Nach dieser Tabelle und den noch ausstehenden Spielen ist eine endgültige Klärung erst dann fest- gestellt, wenn VfB.-R. Gießen in Ehringshausen ge­

spielt hat. Sollte der VfB.-R. in Ehringshausen ver­lieren, dann müßte er schon mit 5 Toren verlieren, wenn Burgsolms für den Aufstieg noch in Frage käme. Demnach werden VfB.-R. Gießen und die Ehringshäufer sich wohl um den ersten und zweiten Tabellenplatz streiten.

1900 mit 3 Zugendmannschasten auswärts.

Alle drei Jugendmannfchaften der Blau-Weißen gehen am kommenden Sonntag auf Reifen.

Die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 hat zu beweisen, daß sie nicht nur auf eigenem Platze zu kämpfen versteht, sondern sich auch auf fremden Plätzen zu behaupten weiß. Daß Leihgesterns Ju­gend aufeigenem Gelände immer schwer zu schla­gen war, braucht nicht besonders erwähnt zu wer­den. Nach dem unvergleichlichen Siegeszug der 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 mit den Er­gebnissen 2:1 über Düsseldorf, 8:0 über den Bann- meifter VFL. Lauterbach und schließlich 5:1 über den Bannmeister Großen-Linden, wäre es eine große Heberraschung, wenn die Blau-Weißen in Leihgestern die Segel streichen würden.

Eine gleiche schwere Ausgabe hat die 2. Jugend der Spielvereinigung 1900 zu lösen. Sie trifft auf einen Gegner, der viel stärker ist. Im Vorspiel be­hauptete sich Queckborn auf dem Trieb und konnte einen glücklichen l:0-Sieg erringen.

Ein interessantes Rennen erwartet man in Allen- dorf a. d. Lahn, wo die Jüngsten der Blau-Weißen gastieren. Die 1. Jugend von Allendorf wird sich erstmals vorstellen. Man kann also sagen: zwei neu- aufgefteUte Jugendmannschaften treffen aufein­ander. Wer siegt, bleibt abzuwarten.

Wirtschaft.

Deutsche Wirtschaft und Börse

In den anglo-amerikanischen und französischen Nationalwirtschaften ist tatsächlich die Börse das Barometer der Wirtschaft. Die liberalistische Wirt­schaftsstruktur dieser Staaten ist auf die Börse aus­gebaut ober, wie man will, die Börse ist ein ziemlich genaues Abbild der Wirtschaft, und daher find gewaltige Kurseinbrüche, wie sie die englischen und die amerikanischen Börsen erlebten und die bis zu 50 v. H. der hochgetriebenen Werte gingen, tat­sächlich als ernstes Zeichen der Wirtschaftslage zu werten. Der Rückgang des britischen Außenhandels und die Tatsache, daß infolge überhöhter Gestehungs­kosten Englands Wettbewerbsfähigkeit auf den Aus­landsmärkten nachgelassen hat, zeigt sich in den Börsenkursen ebenso wie die schlechte Wirtschaftslage in den USA., obgleich natürlich der amerikanische Staatsminister Hüll die amerikanischen Handels­methoden als vorbildlich lobt.

Diesem Börsenbild entspricht nicht etwa die deutsche Börse, wie manche, wenn nicht alle aus­ländischen Pressestimmen annahmen bzw. vorgeben. Die Börse ist in Deutschland lediglich eine Funktion der vielen Funktionen des gesamten Wirtschafts­apparates, und zwar ist sie jo ziemlich an die Peripherie gerutscht. Die Zeiten sind endgültig vor­bei, da Börsenmagnaten den Gang der deutschen Wirtschaft nach ihrem Interesse bestimmen und vor- icgreiben konnten, was die einzelnen Industrien vervienten 'unö wie die Lebenshaltung der Masten sich gestalten sollte. Die bekannten Kursstürze an der deutschen Börse, die sich wieder auszugleichen be­ginnen, haben nicht den Umfang der amerikanischen und der britischen angenommen, und bann hatten sie Ursachen, bie nicht mit dem Niedergang, sondern im Gegenteil mit der Ausbreitung des Geschäfts­ganges der deutschen Wirtschaft etwas zu tun hatten. Der Geldbedarf der deutschen Snbuftrie kann z. B. nicht mehr unbeschränkt über den Emissionsmarkt verfügen. Folglich, da sie sich ausdehnt, versuchte sie, Aktien anzubieten, um sich die nötigen Mittel zu beschaffen. Weiter kamen hinzu einige Verkäufe jüdischer Aktienbesitzer und schließlich durch die Er­höhung der Körperschaftssteuer in ihren Dividenden- hoffnungen enttäuschte Aktionäre.

Wer den Aktienmarkt scharf beobachtete, konnte bemerken, daß schon kleine Posten Aktien genügten, um die Kurse erheblich zu drücken, weil keinerlei Aufnahmebereitschaft vorhanden war, d. h., da die deutsche Wirtschaftsführung die Börse sich völlig frei bewegen ließ: der Kurseinbruch erfolgte, weil nie­mand im Augenblick flüssiges Geld hatte, das er in Aktien anlegen wollte. Er hatte wichtigere Ver­wendungsmöglichkeiten für feine Kapitalien. Die Neuinveftitionen in Werkbauten und die Doll- befchäfttgung haben sicherlich zu einem Nachlassen der Geldflüssigkeit der deutschen Wirtschaft geführt,

aber es ist doch geradezu böswillig, diese guten Zeichen als entgegengesetztes Omen anzusehen. Weiter kam hinzu, daß die Staatsfinanzierung von Sonderwechseln zu Lieferschätzen überging. Im Gegenteil gerade zu der starren und damit für die Allgemeinheit häufig unfruchtbaren amerikanischen oder englischen Finanzierungsmethoden ist bei uns je nach den Umftänben die eine oder die andere wirksam, und zwar find wir, wie Reichswirtschafts- minifter Funk betonte, nicht an ein Dogma ge­bunden.

Das ist der Hnterschied, der zu einer völlig falschen Auffassung der deutschen Börsenoorgänge geführt hat. Aber da mittlerweile Kurssteigerungen ein­setzten und die deutsche Wirtschaft in ihrem Aufstieg überhaupt nicht von den Börsenvorgängen berührt wurde, dürften die ausländischen Betrachter wohl eingesehen haben, daß sie aus Unkenntnis der deut­schen Dinge heraus den Tagen der sinkenden Börsen- konjunktur eine ganz falsche Bedeutung beimaßen, die in Deutschland jeder Kenner der Verhältnisse nur belächelte. rt.

Hafer-pflichtangebot.

Fwd. Die HV. der deutschen Getreide- und Futter­mittelwirtschaft regelt durch eine neue Bekannt­machung die Höhe des Hafer-Pflichtangebotes für den Bereich der einzelnen Getreidewirtschaftsver­bände. Hiernach sind von Verteilern zwischen 20 und 60 v. H. der jeweils monatlich beim Erzeuger er­worbenen Hafermenge der Wehrmachtverwaltung anzubieten. Auf Hessen-Nassau und Kurhessen ent­fallen 20 bzw. 40 v. H.

Regelung der Erzeugerpreise für alle Stroharten.

Fwd. Die HV. der deutschen Getreide- und Futter­mittelwirtschaft hat für die Preisbildung im Ge­treidewirtschaftsjahr 1938/39 im Strohhandel Höchst­preise festgesetzt, die als Richtlinien für die Erzeu­gerpreise der verschiedenen Strohsorten gelten sollen. Danach betragen die Höchstpreise in den zum Preisgebiet IV gehörenden Getreidewirtschaftsoer­banden Hessen-Nassau und Kurhessen für Roggen- stroh 3,00 RM., für Weizenftroh 2,80 RM., für Hafer- und Gerftenftroh 2,70 RM. alles je 100 kg. Diese Preise gelten als Höchstpreise, die der Handel dem Erzeuger für gesunde, handelsübliche, bind­fadengepreßte ober gebündelte Ware bezahlen darf, bzw. die vom Erzeuger gefordert werden dürfen. Die HD. hat sich Vorbehalten, bei jahreszeitlichen Bedarfs- und Lieferungsmöglichkeiten entsprechende Auf- oder Abschläge zu diesen Preisen festzusetzen. Dies kann während der Wochen der Hackfruchternte, oder während der Bestellzeit bei fehlenden Angebo­ten, oder in Wochen der Hauptdruschzeit bei Heber­angeboten eintreten.

Das Auto ohne Kupplung und Gänge.

MH

Unfer Bild gewährt einen Blick in den neuen Automobilmotor, der jetzt in London von Professor Lea und dem italienischen Erfinder Salerni vorgeführt wurde. Wenn sich die Erfindung durchsetzt, dürfte im Kraftfahrzeugbau der Welt eine neue Epoche angebrochen fein; denn die neuartige Konstruktion ermöglicht den Fortfall von Kupplung und Gangschaltung. Trotzdem kann die Geschwindigkeit des Wagens wie die Vorführung bewies durch das hydraulische System, das in unserem Bild gezeigt wird, innerhalb von sechs Sekunden von 8 auf 30 Stundenmeilen gebracht werden. Die Erfinder versichern, daß ihr System auch auf Flugzeuge, Autobusse und Schiffe übertragen werden kann. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Rhein-Mainische Börse.

Mittagsbörse still und uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 25. Aug. Der Mangel an Kundschaftsaufträgen und an sonstigen Anregungen führte an der heutigen Börse zu fast völliger Ge- jchäftsstitte, da auch die Börse selbst in ihrer Zu­rückhaltung verharrte. Vielfach waren die Kursfest- fteüungen rein nominell und teilweise auch vom Zufall abhängig.

Am Aktienmarkt hielten sich die Veränderun­gen in engen Grenzen und meist unter 1 v. H., wo­bei im Verlaufe eher ein leichtes Abgleiten zu be­obachten war. Durch feste Haltung fielen Aschaffen­burger Zellstoff mit 114 (111,25) bei kleinstem Hm- satz auf. Etwas höher notierten ferner Adlerwerke mit 101,50 (100,50), Ceinen! Heidelberg mit 148 (147), Rheinmetall mit 122,40 (121,50) und Rhein- stahl mit 128 (1*27,25). IG. Farben gaben nach uno. 145,50 auf 145 nach. Scheide anstatt ermäßig­ten sich auf 204 (204,50) und Metallgesellschaft auf 119,50 (120,50). Elektroaktien bröckelten vorwiegend 0,50 o. H. ab, ebenso gingen Montanwerte bis 0,65 v. H. zurück. Von Maschinenwerten notierten außer Adlerwerke noch BMW. mit 142 (142,50) und Daim­ler mit 124,75 (125,50), und im einzelnen setzten Bemberg mit 121 (122) und Conti Gummi mit 188 (188,75)'ein.

Am Rentenmarkt war es sehr ruhig und die Haltung eher etwas schwächer, was aber kurs­mäßig nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Gegen­über der Abendbörse höher lagen Kommunal-Hm- schuldung mit 94,30 (94,25) und 5 v. H. Gelsenkir­chen Berg mit 101 (100,90). Dagegen ermäßigten sich Reichsattbesitz auf 129,55 «(129,90) und Reichs­bahn-Vorzugsaktien auf 122,13 bis 122,25 (122,40)

In der zweiten Börsenstunde stockte das Geschäft fast völlig. Die Kurse entwickelten sich, soweit über­haupt noch Hmsätze erfolgten, weiterhin nicht ganz einheitlich, im ganzen übermogen jedoch mäßige Rückgänge. Fest waren Südd. Zucker mit 203 bis 205 nach 202. Auch die erst später notierten Werte zeigten nur geringe Veränderungen gegen den Vor­tag.

Der Fr ei verkehr lag ruhig. Dingler unver­ändert 84,75 bis 86,75, Elsass. Bad. Wolle unver­ändert 77 bis 80, Rastatter Waggon unverändert 41 bis 43, etwas niedriger Katz & Klumpp mit 87 bis 89 (90 bis 92). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörse still.

Gleich dem Mittagsoerkehr herrschte auch an der Abendbörse weitestgehende G e s ch ä f 15 st i l l e, da die allgemeine Zurückhaltung fortbestand. Aufträge lagen nur ganz vereinzelt vor, so daß die Kurse in den meisten'Fällen ohne Hmsatz zur Notiz gelangten. Die Entwicklung war weiterhin nicht einheitlich, im großen und ganzen aber wenig verändert. Am Montanmarkt notierten Buderus mit 105 (105,50), Mannesmann mit 100,75 (101,40), andererseits Hoesch 104,25 (104), Rheinstahl 127,50 (127,25) und Verein. Stahl zum Einheitskurs mit 98,50 (98). Maschinenaktien lagen eher eine Kleinigkeit freund­licher, MAN. 121,25 (121), Demag 138 (137,65), BMW. 142,25 (142), Moenus unverändert 120,50, aber Adlerwerke 100,75 (101,50). In der chemischen Gruppe blieben IG. Farben mit 145,13 (145) voll behauptet, Metallgesellschaft wurden 1 v. H. höher bezahlt mit 121. Von Elektrowerten kamen Bekula mit 144 und Gesfiirel mit 125,50 unverändert, Licht und Kraft.0,25 v. H. höher mit 127,75 und Schlickert mit plus 0,40 v. H. auf 160,40 zur Notiz. AG. für Verkehrswesen gingen auf 115,50 (116,25) zurück. Der Rentenmarkt war sehr ruhig. Farben-Bonds hatten bei unverändert 121,13 kleines Geschäft, Reichsbahn-Vorzugsaktien unverändert 122,25, eben­so im Freiverkehr Kommunal-Hmschuldung mit 94,40.

Frankfurter Schlachtviehrnarkt.

Frankfurt a. M., 25. Aug. Auftrieb: Rinder 851 (gegen 743 am 18. August), darunter 140 (146) Ochsen, 126 (143) Bullen, 417 (320) Kühe, 168 (134) Färsen. Kälber 385 (339), Hämmel und Schafe 191 (44), Schweine 320 (640). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 39 (37 bis 41), c) 35 bis 36

(34 bis 36). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 38

bis 39 (38 bis 39), c) 34 (). Kühe a) 40 bis 43

(40 bis 43), b) 36 bis 39 (35 bis 39), c) 28 bis 33

(28 bis 33), d) 18 bis 25 (20 bis 25). Färsen a) 42 bis 44 (42 bis 44), b) 39 bis 40 (40), c) 35 (35). Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (54 bis 59), c) 46 bis 50 (45 bis 50), d) 37 bis 40 (35 bis 40)' Hämmel b2) 47 bis 52 (48 bis 50), c) 40 bis 45 (42 bis 45), d) 35 (). Schafe a) 38 bis 42 (38 bis 42), b) 32 bis 37 (35 bis 37), c) 18 bis 30 (30 bis 32). Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57), g2) 55 (55). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gestern wurde die Berufung der E. Sch. aus Lau« terbach, die vom Amtsgericht Lauterbach wegen versuchten schweren Einbruchsdiebstahls zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt wor­den war, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Die Angeklagte war im Frühjahr dieses Jahres in Lauterbach in ein größeres Miethaus eingezvgen, wo sie sich zunächst mit ihren Mitbewohnern gut vertrug. Das gegenseitige Vertrauen ging sogar so­weit, daß ihre Flurnachbarn im Falle ihrer Ab­wesenheit der Angeklagten die Heberwachung der Kinder übertrugen und zu diesem Zwecke auch den Korridorschlüssel überließen. Bald fiel den Nach­barn jedoch auf, daß ihnen lausend Geldbeträge bis zu 20 Mark fehlten, ohne daß jie dem Dieb auf die Spur kamen. Der Verdacht richtete sich zunächst gegen die Putzfrau, erwies sich aber bald als un­begründet. Stutzig wurden sie erst, als die Ange­klagte eines Tages erklärte, sie habe den ihr über­ladenen Wohnungsschlüssel verloren. Nach einiger Zeit waren die Nachbarn wiederum einen ganzen Tag aus ihrer Wohnung abwesend. Der Ehemann mußte jedoch wider Erwarten nochmals in die Wohnung zurück, wo er zu seinem Erstaunen die Tür offenstehen und den langvermißten Schlüssel stecken sah. Bei seinem Eintritt in die Wohnung ( kam die Angeklagte verschämt hinter der Tür her- > vor und erklärte, sie habe den Schlüssel auf dem Speicher gefunden und sogleich einmal ausprobiert.

In der gestrigen Hauptoerhandlung bestritt die Angeklagte, ebenso wie in der ersten Instanz, das Geld gestohlen oder die Tür in der Absicht geöffnet zu haben, sich etwas anzueignen. Die Kammer ließ die Frage, ob die Angeklagte die früheren Dieb­stähle begangen hat, offen, hielt sie aber auf Grund des letzten Vorfalls in einem Fall für überführt. Sie nahm aber im Gegensatz zu dem Vorderrichter nur einfachen Diebstahlsversuch an, da es sich nicht um einen Nachschlüssel, sondern um einen ordnungs­mäßigen, noch der geschädigten Familie gehörigen Schlüssel handelte. Mit Rücksicht hierauf hielt die Kammer eine geringere Strafe als einen Monat Gefängnis für angemessen, so daß das Verfahren auf Grund der Amnestie eingestellt werden mußte.

Rundfunkprogramm

Samstag, 27. August.

5 Hhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym­nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gym­nastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland Kinderland. 10: Schulfunk. Die Grenze brennt, Hörspiel. 11.45: Volk und Wirtschaft: Das Wunder der deutschen Werkstoffe. 12: Mittags­konzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Frohsinn heißt die Parole! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Vater, horch mal ich hab doch ein Herz! Eine Kindergeschichte für die Großen. 15.30: Die Jugend und der Zeppelin. Eine Sendung aus der Gondel desGraf Zeppelin" mit Erlebnisberichten, Schilderungen und Liedern. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Spvrtjchau des Tages und für den Sonntag. 19.10: Blasmusik. 20: Nachrichten. 20.15: Bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Be­richte vom Leichtathletik-Länderkampf Deutschland Schweden. 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24: Nachtkonzert. 2 bis 3: Nachtmusik.

Büchertisch.

Hans Friedrich Blunck: Die Frau auf d e m H o l m. Ballade in 18 Holzschnitten von Klaus W r a g e. Volksausgabe mit den verkleiner­ten Holzschnitten der Original-Ausgabe. Kartoniert 2 Mark. Mit einer Einleitung von Hanns Arens. Propyläen-Verlag, Berlin. (257) Blunck und Wrage sind Landsleute. So ist es nicht verwunder­lich, daß beide einmal im künstlerischen Schaffen einen gemeinsamen Weg fanden. Wie sehr die Schwarz-Weiß-Kunst Wrages, der Holzschnitt, zum Klang der Ballade drangt, zeigen uns die Schnitte 3urFrau auf dem Holm" von Blunck. Bild und Text sind zu einer Einheit verschmolzen. Das war nur möglich, weil zwei Künstler sich fanden, die aus demselben schöpferischen Element auffteigen; beide verbindet Herkunft und Kraftquelle desselben Lan­des. Betrachtet man die Schnitte von Wrage zu dieser Ballade, losgelöst vom Text, also rein als Bild, so fehlt ihnen etwas, genau so wie dem Text, wenn wir ihn vom Bilde lösen. Wrages Bilder sind nie willkürliche Begleitung eines Textes, son­dern immer ein organisch zugehöriger Bestandteil eines neuen Ganzen.