Ausgabe 
26.8.1938
 
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Nr.M Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)

Zreitag. 25. August M8

Reue SIMthealer-Miglieder stellen sich vor.

Heinrich Durst, Tenor:

Nachdem ich einige Jahre Musik und Gesang studiert hatte, bemühte ich mich, an irgendeiner Bühne den praktischen Anfang zu machen. Das

Stadttheater Stettin engagierte mich als Anfänger, und ich glaube, daß ich in diesem einen Jahr, da ich Augen und Ohren offen hatte, doch einiges gelernt habe. Ich würde mich freuen, wenn ich bei Publikum und Presse Beifall finden würde.

Thea Maaß, Ballettmeisterin:

Ich stamme aus Stettin. Ich habe mich dem Tanz verschrieben, und mein Beruf hat mich schon in viele schöne Gegenden Deutschlands geführt. In Dresden

(Sämtliche Aufnahmen: Archiv.)

drei tanzbefefsene Jahre an der Wigman-Schule. Dann erste Selbständigkeit in Zwickau. Von dort an die Staatsoper Berlin. Intensives Studium des klassischen Balletts. Wieder Wechsel ans Opernhaus Köln, hier habe ich es am längsten ausgehalten. Auch ins Ausland führte mich mein Beruf: eine schöne Tätigkeit in Zürich und, es ist noch nicht lange her, Paris. Nun gehts nach Gießen. Und wenn ich an die schönen Aufgaben denke, die auf mich in der kommenden Spielzeit warten, dann kann ich mich nur freuen auf das nächste Jahr, und in diesem Sinne: Auf gute Freundschaft!

Gert Buchheim,

Oberspielleiter der Oper und Operette:

1913 wurde in Essen (meiner Geburtsstadt) eine Jugendausstellung veranstaltet. Alle Schulen stellten aus, Schülerarbeiten. Don mir wurden auch einige ausgestellt. Da entschied der Schüler sowie seine Erzieher:Der Junge wird Architekt." Darauf kam ich in die Lehre als Maurer. 1918 bezog ich die Technische Höhere Lehranstalt für Hoch- und Tiefbau

in Essen. Als das erste wohlverdiente Geld einlief, ging es heimlich zum Konservatorium. Als Architekt baute ich Siedlungen, entwarf Kirchen, Ehrenmale, Staütbebauungspläne usw., nebenamtlich sang ich Oratorien, Konzerte. 1925 erfuhr ich, daß meine Vaterstadt einen jungen Tenor suchte. Mit großem Mut sang ich die Max-Arie aus demFreischütz" und die große Arie aus demTroubadour" vor. Der Intendant meinte, es sei eine große Frechheit und verpflichtete mich als Buffo. Zwei Jahre war ich dort und lernte enorm viel. 1927/28 war ich in Rudolstadt und Bad Altheide. Im Herbst 1928 kam ich nach Göttingen, wo ich als erster Buffo und Operettenspielleiter wirkte. Sang hier so ziemlich mein ganzes Fach zusammen, entwarf zu allen Inszenierungen die Bühnenbilder und hatte viel Freude an der Arbeit mit der Oberleitung und dem Personal. In den spielfreien Monaten im Sommer wurde fleißig gebaut. 1932 ging ich nach Bielefeld als erster Buffo für Oper. Am Schluß der Spielzeit war wieder eine Bauarbeit fällig. Dann in Pforz­heim Operettenleitung und Buffofach. Kiel war die nächste Etappe. Hier ging mein großer Wunsch in Erfüllung. Ich sang erstmalig mit großem Erfolg den David in denMeistersingern". In Koburg leitete ich die Operette, sang dazu alle Bufforollen in der Oper. In München gastierte ich am Goethe- saal-Theater, Volkstheater und an der Bayerischen 'Landesbühne mit großem Erfolg. Im kommenden

Jahr bin ich nun in Gießen als Oberspielleiter' und Sänger tätig. Dor allem liegt mir am Herzen die Reinigung und Erneuerung der Operetten vom überlebten und unnützen Ballast im Geiste des Kulturprogramms der NSDAP.

Kurt Haars, Charakterkomiker:

In Braunschweig geboren. Kinderzeit, Schulzeit (lies: Lausbubenzeit), Lehrjahre im Buchhandel, daneben erste Gehversuche auf der heimatlichen Bühne und erste Dorbereitungen für den späteren Beruf. Dann Berlin, Schauspielschule des Deutschen Theaters. Nach einem Jahre erste Verpflichtung an das Stadttheater in Bonn. Die ersten Sporen ver­dient, da ich noch jung und schön war. Schönheit

dagelassen, aber Jugend bringe ich noch mit nach Gießen. Na, wir werden es ja alle erleben!

Zlse Winhold, erste Altistin:

Musik war von Kindheit an meine größte Freude. Zunächst spielte ich Cello, dann sang ich nach mehr­jähriger Ausbildung in Oratorien und Konzerten in meiner Heimatstadt Kassel, und schließlich ließ ich mich in Frankfurt a. M. (Opernschule), Berlin und München zur Bühne ausbilden. In München arbeitete ich mit dem Schwiegersohn von Richard Wagner, Franz Beidler. Gießen ist mein drittes Engagement; zuvor war ich aYn Grenzlandtheater Tilsit tätig, wo mir als erste große Partie die Carmen und der Oktavian imRosenkavalier" zu­erteilt wurden, und zuletzt am Stadttheater Pforz­heim.

Aus der Stadt Gießen.

Wenn Tiere auf Reisen gehen.

Reisezeit! Wochenlang gehegte Pläne sind endlich Wirklichkeit geworden. Man fährt unbeschwert dahin der Koffer liegt geborgen im Gepäcknetz; bequem zurückgelehnt läßt man die Landschaft vor dem Fenster abrollen wie einen schönen bunten Film. Da ein Dorf, dort ein Erntewagen, der hoch­beladen über das Stoppelfeld schwankt, und hier ist schon der Schälpslug an der Arbeit. Felder, Wiesen, Wälder. Unvermerkt sinken die Lider herab. In seiner Ecke schlummert man ein bißchen ein und träumt. Etwa von einer Wiese, auf der die Kühe weiden.

Ein Ruck, der Zug hält, verschwunden ist das geträumte ländliche Idyll. Wir halten auf dem Bahnhof. Es klingt erst wie eine Fortsetzung des Traumes oder, nein! Hier muhen wirklich Kühe. Man sieht überrascht zum Fenster hinaus und er­blickt auf dem Nebengleis einen anderen Zug, auch voll mit Reifenden, aber mit vierbeinigen.

Weg ist der Schlaf, das müssen wir uns doch genauer ansehen! Die Türöffnungen um anderen Zug sind mit Tiergittern verstellt, und frische Luft und Sonne können ungehindert in den Wagen. Aus einem Wagen weiter vorne guckt ein Pferd heraus und scheint den menschlichen Reisenden des anderen Zuges freundlich zuzuwiehern. Das muß aber ein ganz besonders vornehmer Reisender sein! Das Pferd hat ganz allein für sich ein Abteil, es fährt erster Klasse! Die Kühe hier vor uns sind geselliger. Da sind mehrere in einem Wagen. Man sieht, daß sie angebunden und so gestellt sind, daß sie sich nicht gegenseitig versehentlich einen zu harten Freund­schaftsklaps versetzen können.

Während aus dem gegenüberliegenden Fenster

unseres Abteils vom Bahnsteig her die Stimme des Ausrufers tönt, der Erfrischungen anpreist, kommt hier der Begleiter des Tiertransportes mit zwei Eimern frischem Wasser an. Bei der Hitze gibt es natürlich auch bei den Tieren Durst. In langen Zügen trinken die Pflegebefohlenen. Dann knotet der Mann noch einen Bund Stroh auf, damit die Tiere wieder sauber und weich liegen. Im Neben­wagen ist Torfmull gestreut.

Unsere beiden Züge haben etwas Aufenthalt, und so entspinnt sich ein Gespräch mit dem Begleiter da drüben, der für das Wohl der Tiere sorgt. Ja, schon einen ganzen Tag seien sie unterwegs, die Reise gehe fast durch das ganze Deutsche Reich hin­durch. Bequem? O ja, bequem haben es die Tiere schon! Die Wagen sind geräumig und fahren ruhig, und vor Luftzug seien sie gut geschützt. Und während ein Bahnbeamter hinzutritt, fragt man, ob denn jetzt, wo die Seuche so verbreitet sei, solche Tier­transporte nicht gefährlich seien. Nein, meint der Beamte, eine Verschleppung wäre ganz ausgeschlos­sen, denn nach jedem Transport müßten die Wagen nicht nur gereinigt, sondern auch gründlich desinfi­ziert werden.

Da mischt sich mein Nachbar links neben mir am Fenster ins Gespräch. So eine Reise, die müßte den Tieren doch sicher sehr schaden!Aber nicht im mindesten", antwortete der Beamte.Die Tiere werden sehr sorgfältig behandelt. Sie' sollen nur einmal sehen, wie munter die Viecher am Be­stimmungsort ankommen."

Der Begleiter erzählt uns nun, wie die Reise begonnen wurde. Schon ein paar Tage vorher wurde auf dem Heimatbahnhof der Viehwagen be­stellt und stand am Abreisetag vor einer Rampe

Geschichten

um den Prinzen Engen.

Von Alfonö von Czibulka.

Prinz Eugen scheint recht derben Späßen nicht abgeneigt gewesen zu sein. Ein solcher kostete ihm sogar die Freundschaft des ausgezeichneten, freilich auch eitlen Feldmarschalls Grafen Guido Starhem- berg. In der ganzen Armee erzählte man sich im­mer wieder Beispiele von dessen Kaltblütigkeit und unerschütterlicher Ruhe. Und vor allem Starhemberg selbst erzählte davon. Da wollte ihn Prinz Eugen auf die Probe stellen. Er gab seinen hohen Ge­nerälen ein Gastmahl im Freien, im schönen Parke vom Schloßhof. Vorher hatte er unmittelbar hinter Starhembergs Stuhl eine kleine, natürlich unge­fährliche Mine legen lassen. Auf ein bestimmtes Zei­chen wurde sie gezündet und flog krachend hoch. Während die übrigen Gäste, die doch auch nicht gerade schreckhaft waren, an ein Attentat glaubend, aufsprangen, blieb Starhemberg, ohne sich auch mir umzusehen, sitzen und leerte gelassen sein Glas. Nur Humor besaß er keinen. Denn er hat dem Savoyer diesen Scherz sein Leben lang nicht ver­gessen.

*

Als Prinz Eugen infolge eines diplomatischen Auftrags einige Wochen in London weilte, war er auch Gast des Grafen Oxford. Diesem intriganten englischen Staatsmann war es eben gelungen, den weltberühmten britischen Marschall Herzog von Marlborough, den Waffengefährten und Mitfeld­herrn Eugens in den großen siegreichen Schlachten von Höchstädt, Oudenaarde und Malplaquet, zu stür­zen. Bei der Tafel sagte Lord Oxford, sich an den Prinzen Eugen von Savoyen wendend, daß er sich glücklich preise, den größten Feldherrn seiner Zeit bei sich zu Gast zu sehen. Da gab Eugen die schnei­dende Antwort:Wenn ich das wirklich wäre, dann würde ich das einzig und allein Ihnen ver­danken, Mylord."

*

Als man in dem Kronrat, der darüber entscheiden sollte, ob man es wagen könne, den dem Reich auf- gezwungenen Krieg gegen die halbe Welt zu füh­ren, ängstlich nach Verbündeten jammerte, da tat Sugen seinen berühmten Ausspruch:Marschieren wir erst, dann werden wir schon Verbündete finden!"

Aehnlich äußerte er sich auch bei einer anderen Gelegenheit. In Wien hatte man die vielberufene Pragmatische Sanktion verkündet, die die Unmittel­

barkeit der kaiserlichen Erblonde und die Thronfolge der Erzherzogin Maria Theresia aussprach. Durch endlose diplomatische Verhandlungen und durch noch endloseres Papier versuchte man die Anerkennung dieses habsburgischen Hausgesetzes durch die aus­wärtigen Mächte zu erreichen. Es gelang mit sehr viel Worten und noch mehr Geld. Aber viel Ver­trauen zu dieser Flut von Verträgen hatte man in Wien wohl selber nicht. Da fragte man den Prinzen Eugen, wie man denn dieses habsburgische Hausgesetz den ländersüchtigen Nachbarn gegen­über eigentlich schützen solle. Trocken gab er zur Antwort:Das einzige Mittel, die Pragmatische Sanktion zu sichern, ist, 140 000 Mann auf den Beinen zu halten." Und ein anderes Mal sagte er:In gefährlichen Zeiten bestehen Rat und Tat in nichts anderem als in der Armee."

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Ein Armee-Auditeur hatte ein gesetzwidriges Ur­teil gefällt. Als man sich darüber bei Prinz Eugen beschwerte, antwortete er:Man beruhige sich! Ich habe dem Auditeur einen meiner Offiziere geschickt und ihn für diesmal noch mit Worten ermahnen, ihm aber zugleich sagen lassen, daß ich ihm näch­stens meinen Stallknecht schicken werde, der ihn mit Stockschlägen an feine Pflichten erinnern wird, falls er sie noch einmal vergessen haben sollte."

In der großen Schlacht bei Malplaquet wurde der Feldmarschall des Reichs erheblich verwundet. Seine Umgebung drang in ihn, er solle das Schlacht­feld verlassen und sich zu einem Arzt begeben. Er weigerte sich. Als man ihn daraufhin bat, sich doch wenigstens verbinden zu lassen, antwortete er: Wenn es mir bestimmt ist, heute zu fallen, wozu bann der Verband? Wenn aber nicht, hat es am Abend immer noch Zeit."

*

Als Prinz Eugen durch Ludwig XIV., den er um eine Kompanie gebeten hatte, in verletzender Weife abgewiesen worden war und nach Oesterreich ging, da hat er als Zwanzigjähriger den Schwur getan, den Boden Frankreichs hie anders wieder als mit Dem Degen in der Faust zu betreten. Er hat diesen Schwur gehalten. Aber «ich jonst stand er zeitlebens zu seinem Wort.

Wie groß das Vertrauen zu ihm in aller Welt war, davon zeugt ein Ausspruch, der in dem von den Franzosen belagerten Turin getan wurde. Mo­nate dauerte schon die Belagerung Proviant und Munition gingen zu Ende. Wohl stand ein kl em es Entsatzheer' unter dem Kommando Eugens in S>'d- tirol Aber die Pässe nach Oberitalien waren durch eine starke französische Armee verriegelt. Und zwi­

schen Verona und Turin standen noch zwei weitere feindliche Armeen, von denen eine jede allein stär­ker war als die gesamte Truppenmacht des kaiser­lichen Marschalls. Die Lage Turins schien hoff­nungslos. Da erhielt der dort kommandierende kaiserliche General Botschaft von Eugen, daß er zwar immer noch in Tirol sei, aber fein Wort ver­pfände, daß er Turin entsetzen werde. Als der in der belagerten Stadt mit eingeschlossene englische Gesandte dies hörte, sagte er:Nun schlafen wir ruhig in Turin!" Er behielt recht. Drei Wochen später schlug Prinz Eugen seine berühmte Turiner Schlacht.

Gloria-palast:Andalusische Nächte/'

Carmen" als Film: wenn man es sieht und hört, wundert man sich, daß der Film sich der Oper noch nicht bemächtigt hat. Aber das Drehbuch (von Florian R e y, Fred Andreas und Ph. Lothar May ring) aeht überraschenderweise nicht auf die Oper zurück,, sondern unmittelbar auf die Novelle von Meri'mee: das ist an sich da es sich ohnehin nicht um ein selbständiges Drehbuch han­delt kein Fehler; immerhin muß man staunen, daß die Bearbeiter auf Bizets Musik verzichtet haben, die doch allein den Stoff bis heute lebendig und zugkräftig erhalten hat, und zwar mit Recht. Die Fabel schöpft ihre entscheidenden Wir­kungen aus der Vorstellung von einem romantischen Spanien mit viel Liebe, Schenkenmusik, Kastagnet­tentanz und Stierkampf, außerdem aus der natur­gegebenen Spannung zwischen Schmugglern und Soldaten: zwischen diesen Gegnern Carmen, der spa­nische Weibsteufel, dem die Männer verfallen sind, derkein Glück bringt" und die Männer zugrunde richtet. Das kennzeichnet die vom Ensemble mar­kant abgehobene darstellerische Leistung der Jmperio A r g e n t i n a: sie bringt von Natur aus alle Eigenschaften mit, die man in der Figur der Car­men zu finden erwartet, das zigeunerhaft unstete, rassige Temperament, das jeder Aeußerung einen eigentümlichen Schwung gibt und selbst über be­denkliche Momente wie die üble Rauferei in der Kneipe hinweghilft; außerdem verfügt sie neben einer sehr flüssigen Beherrschung des spanischen Tanzstiles über eine locker angesetzte, sauber arti­kulierte und biegsame Singstimme; dies kommt der Rolle außerordentlich zustatten, die auf breite Strecken wie eine ausgesprochene Gesangspartie wirkt. Endlich ist Argentina eine typisch romanische Schauspielerin, die Freude hat an der großen Szene, am routiniert beherrschten Theater und am szenischen Effekt. Die Spielleitung von Herbert Maisch arbeitet solche Wirkungen sehr bewußt

und mit nachdrücklicher Betonung heraus; die Ufa hat ihm für die Inszenierung beträchtliche Mittel an Statisterie und Ausstattung (besonders auch für die Architektur) zur Verfügung gestellt. Darstellerisch sind neben der Argentina, freilich in weniger ergie­bigen Aufgaben, in erster Linie Friedrich B e n f e r (Don Jose), Karl K l ü s n e r (Antonio), Jür­gensen, Schürenberg, Legal und Margit Symo zu nennen. Die Musik schrieben Jose Muncz - Molleda und Juan Mostazo- Murales.

Im Beiprogramm sieht man neben der Wochen­schau einen auch textlich bemerkenswert gut redi­gierten Kulturfilm, der in die amerikanischen Na­tionalparks, dasSehnsuchtsland unserer Jugend", führt: aber wo einst die Rothäute auf dem Kriegs­pfade waren, schlagen heute Vergnügungs- und Hochzeitsreisende ihr Lager auf und werden zu festen Preisen mit Romantik bedient.

Hans Thyriot.

Hochschulnachrichten.

Geh.-Rat Professor Dr. Martin Benno Schmidt, ehern. Ordinarius der Pathologie an der Universität Würzburg, beging seinen 75. Geburtstag, nachdem er im April vorigen Jahres fein Goldenes Doktorjubiläum hatte feiern können. In Straßburg wurde er 1900 zum außerordentlichen Professor er­nannt. 1906 wurde er als Ordinarius und Direktor des Pathologischen Instituts an die Akademie für praktische Medizin in Düsseldorf berufen, ging später nach Zürich, dann nach Marburg und 1913 nach Würzburg. 1934 wurde Geh.-Rat Schmidt auf fein Gesuch von den amtlichen Verpflichtungen ent­bunden. Seit 1903 gab er dasZentralblatt für allgemeine Pathologie" heraus.

An der Universität G r e i f s w al d wird der ao. Professor Dr. Curt Heidermanns in Bonn, die durch das Ausscheiden von Professor Matthes freigewordene Professur für Zoologie vertre­tungsweise übernehmen. Dozent Dr. Freiherr von Gemmingen - Homberg in Greifswald ist unter Berufung in das Beamkenverhältnis auf Lebenszeit zum persönlichen o. Professor ernannt worden. Ihm wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1938 ab an der Universität Halle die freie Planstelle eines ao. Professors mit der Verpflichtung verliehen, das Strafrecht, das Strafprozeßrecht ' und die Rechtsphilosophie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Gleichzeitig ist Professor von Gemmingen zum Direktor des Rechtswissenschaftlichen Seminars der Universität Halle ernannt marben.