So appetitlich läßt sich Fisch Herrichten...
mit drei verschiedenen,
(Nachdruck verboten!)
8. Fortsetzung.
Peter ein gc Tasche und f)i
lolte das Bild heraus.
Krümel übrig.
Später erzählte Peter dem Freunde van den ersten Erfolgen der Anzeige. Selbstverständlich bot auch das verirrte Heiratsangebot eine willkommene Gelegenheit, sich über die humorvollen Streiche des Schicksals zu unterhalten. Und als die Frauen einmal in 5)eüs Zimmer verschwunden waren, machte Peter ein geheimnisvolles Gesicht, langte in die
Pimpf seine erste Fahrt unternimmt, dann wird er noch seinen Angaben von der sorgenden Mutter tüchtig ausgerüstet, so daß ihm wohl nichts fehlen dürste; aber dennoch möchte die Mutter gern wissen, wie es ihrem Jungen geht und wie er aufgehoben ist.
Nach schöner Fahrt über Wetzlar, Weilburg, Limburg fragen wir in Zollhaus zum ersten Male nach dem Gießener Jungvolk. Ein strammer Junge, selbst wohl ein Pimpf, gibt uns Auskunft: „Ja, sie waren hier, sind aber wegmarschiert nach Singhofen. Unserer hieß Karl, sein Vater hat in Gießen ein -Geschäft." Also war das wohl eine Fahrtengruppe, die nach dem Mühlbachtal-Lager marschiert und nicht die von uns gesuchte. Wir fahren durch einen herrlichen Wald nach Katzen- ellnbogen, bekommen dort verschiedene, immer
„So ein Gauner!" sagte Toni, nahm das Bild und betrachtete es neugierig, „Hm, ein hübsches Kerlchen, aber — wie kommst du denn dazu, das Bild zu behalten. Willst du etwa als Nebenbuhler auftreten?"
Peter lachte. „Das wäre eigentlich ein Gedanke! Man müßte mit diesem nach Liebe sich sehnenden Herrn in Wettbewerb treten. Nacktem es einem die junge Dame so bequem macht und gleich den Ort des Stelldicheins angibt!"
„Na also!" sagte Toni.
„Unsinn. Es war doch nur Spaß! Das fehlte mir noch, mit solchen Geschichten meine Zeit zu vergeuden. Mach du es doch! Du hast ja sonst weiter auch nichts zu tun!"
„Ich? Um Gotteswillen! Schönen Dank für dein freundliches Angebot, aber — du weißt doch, daß ich mit dem zarten Geschlecht nichts anzufangen vermag. — Aber du hast mir immer noch nicht gesagt, was du mit der Photographie vorhast."
„Gar nichts! Das Gesicht gefällt mir, darum behielt ich das Bild. Wenn der andere nicht auf das Angebot ein geht, dann wäre das Bild sowieso in den Papierkorb gewandert, und im anderen Fall lernt er ja das Mädchen selber kennen. Also--1"
Zwei hinter Gisela.
Vornan von Hans Hirthammer.
Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa.
behandlung. Während die Hausfrauen dem Vortrag folgten, gingen die Fischgerichte in den He^ den ihrer Fertigstellung entgegen, und schließlich gab es — rascher, als man hätte vermuten können __ Kostproben von den Gerichten, die vor den
Augen der Hausfrauen hergerichtet worden waren. Dankbar für die Anregungen und versehen
' sehr hübsch ausgestatte- ten Rezeptbüchlein verließen die Hausfrauen den
Nach Hause will ferner!
Den Gießener Pimpfen gefällt es auf der Heffen-Naffau-Fahrt ausgezeichnet.
r ’m Mak!
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Gießener wochenmarktpreiie.
* ® i e 6 e n, 26. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Feine Molkereibutter, % kg, 1*,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück, 4 bis 9, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische 12, Enteneier 11% bis 12%, junge ^)ähne, % kg, 1,10 bis 1,15 Mark, Suppenhühner —,90 bis 1,05 Mark, Wirsing, grün, 10 bis 12 Pf., Weißkraut 12, Rotkraut 17 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 12, % kg 15 bis 18, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20, Rämifchkohl 8 bis 12, Bohnen, grün, 20 bis 35, gelb 25, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 25 bis 45, Zwiebeln, Bündel 10 bis 12, % kg 10 bis 14, Rhabarber 10 bis 15, Pilze 45 bis 55, Kartoffeln, alte, 5, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue 5,30 bis 5,50 Mark, 5 kg 60 bis 65 Pf., % kg 6 bis 7, Pfirsiche 45 bis 60, Himbeeren 50 bis 60, Sauerkirschen 46 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 45, Stachelbeeren 30 bis 50, Johannisbeeren 35 bis 40, Pflaumen 70, Blumenkohl, das Stück, 10 bis 15, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmach- gurken 1% bis 5, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
** 87 Jahre alt. Am heutigen Dienstag, 26. Juli, begeht Frau Else H e n d r^ ch Wwe., Kaiserallee 2 wohnhaft, in geistiger und" körperlicher
Fischlehrküche wirbt für Fischverbrauch
Sa« Wort, die Praxis und Kostproben.
mehr ganz junger Herr mit einer Hornbrille, der I ich in Begleitung von zwei mageren, semmelblonden Mädchen befand. Ihre aufdringlich bemalten Gesichter mit den grellröten Lippen ver- \ rieten deutlich genug, daß es nicht weit mit ihnen , her war.
Der Mann schien schon etwas angetrunken zu ein.
„Kurfürstendamm!" flüsterte Peter, als Lore Jasper ihn fragend anblickte. „Es sind die Typen, die ich besonders ins Herz geschlossen habe!" fugte er mit einem sarkastischen Lächeln hinzu.
Die Angekommenen hatten sich kaum niedergelassen, da begann der Herr mit einer unangenehm lauten Stimme nach der Bedienung zu rufen.
Jetzt erst wurde Toni auf den Mann aufmerk- ] sam. Er drehte sich nach ihm um, stutzte, sah noch einmal hin — er schien eine ganz außergewöhnliche Entdeckung gemacht zu haben.
„Sagt mal, meine Lieben, ich bin doch noch j einigermaßen nüchtern. Oder kann ein einziges { Glas Wein die Wirkung haben, daß man Hirngespinste sieht!"
„Nicht anzunehmen!" beruhigte ihn Peter. „Wa> f um fragst du so albern? Ist dir nicht wohl?"
„Nun, entweder bin ich total besoffen — oder der sympathische Herr dort am Nebentisch ist Radegast, ein kleiner Büroangestellter beim Notar Kindl- mann in Breslau, mit anderen Worten: bei meinem alten Herrn."
„Vielleicht irrst du dich!" meinte Peter, indem er den fraglichen Herrn interessiert musterte. „Es kann sich um eine bloße Aehnlichkeit handeln!"
„Dafür kenne ich Radegasts unangenehme Visage zu gut, wenn er auch jetzt statt seines Klemmers eine Hornbrille trägt.
„Er wird auf Urlaub fein. Warum soll er sich zur Abwechslung nicht einmal in Berlin amüsieren, wenn es seine Verhältnisse erlauben."
„Aber seine Verhältnisse erlauben es nicht. Er bezieht, seiner Tätigkeit entsprechend, ein äußerlt bescheidenes Gehalt. — Sieh nur an, jetzt bestellt er sogar Sekt. Hol's der Teufel, ich werde nach Hause schreiben, was da los ist. — Im übrigei dürfte es gut fein, wenn der Brave mich nicht sieht. Ich schlage deshalb vor, daß wir uns nach obei
1 zurückziehen. Dort vorne an der Brüstung ist noch ; ein Platz frei, von dem aus ich den Halunken ungehindert beobachten kann."
Man verhandelte mit dem Ober, und m wenigen . Minuten war der Umzug vollzogen.
t (Fortsetzung folgt!)
Weg. —
Wie nicht anders zu erwarten, wurde es ein sehr vergnügter Abend. Tonis Geist sprühte, und da auch Lore Jasper viel Kluges und Ergötzliches zu agen wußte, hatten die Geschwister Stoll, die sich in der Hauptsache auf das Zuhören beschränkten, den schönen Genuß.
Nun war Toni ein Mann, der gern über die Stränge schlug, wenn er nur ein bißchen Geld im Beutel hatte und dazu in guter Stimmung mar. Er rückte mit dem Vorschlag heraus, den festlichen Tag in festlicher Weise zu beschließen, indem man ein nettes Lokal aufsuchte, wo es schöne Musik und ein gutes Glas Wein gab.
Lore Jasper stimmte sogleich zu, stellte aber die Bedingung, daß man ihr die Ehre gab, zu dem Unternehmen einzuladen, sonst mache ihr die Sache keinen Spaß.
Toni versuchte zu widersprechen, mußte aber schließlich nachgeben. Dafür jedoch beanspruchte er das Vorrecht, daß man ihm die Wahl des Lokales überlasse. Er wisse ein russisches Restaurant am Kurfürstendamm, wo es ausgezeichneten Wein gebe.
„Nun schlag einer lang hin?" staunte Peter und blickte den Freund von der Seite an. „Sag mal, woher weißt du da so genau Bescheid? Mir schwant Fürchterliches. Solltest du heimlich auf dem Wege des Lasters wandeln?"
„Mitnichten, teurer Freund? Ich war nur studienhalber ein paarmal dort, als ich mich mit der russischen Frage beschäftigte. Es verkehren nämlich viele Russen in dem Lokal. Ein ehemaliger Großfürst gab mir interessante Aufschlüsse."
„Das ist etwas anderes!" lächelte Peter. „Alsdann, meine Damen und Herren: auf zum Kurfürstendamm, obwohl mir die Straße im allge» meinen nicht besonders sympathisch ist."
Heli zog sich rasch um, und dann begab sich die Schar in Lores Auto.
Im Laufe des geftrigen Montag wurde m unserer Stadt in anregender Form praktische Flsch- werbung betrieben. Auf dem Kirchenplatz mar ein Wagen der Reichsfischwerbung aufgefahren. Gestern vormittag begann der erste von drei Kochlehrgan- gen, die für den Tag vorgesehen waren.
Küchenmeister Bauer, der Letter der Fttch- lehrküche, gab zunächst in eindringlicher Form eine Erläuterung der volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten des gesteigerten Fischverbrauches, er räumte mit unsinnigen Vorurteilen auf, legte dar, warum der Fisch nicht nur in kühleren Jahreszeiten em Gericht für den Mittagstisch ist, sondern wies aus die hohen Qualitäten des Fisches besonders zur Sommerszeit hin. Er ließ auch genau wissen, warum der Fisch im Sommer fett» und nährstoffreicher ist. Er appellierte an die Hausfrauen, sich der Fischverwendung nach neuzeitlichen Gesichtspunkten nicht zu verschließen, und wies abschlie- ;end auf die Pflicht hin, dem Seefischer, der einen überaus schweren Beruf hat, den Lebenskampf nicht schwerer zu machen, als er an sich schon ist.
Dann ging der Leiter der Kurse zu praktischen Vorführungen über, die auf die Hausfrauen sichtlich starken Eindruck machten. Mit erstaunlicher Ge- chicklichkeit bereitete Küchenmeister Bauer in wenigen Minuten die verschiedensten Fischgerichte zum Dünsten und Backen vor, und er tat dies unter Zuhilfenahme von Gemüsen, Gewürzen und son- tigen Zutaten so ansprechend, daß wohl manche Hausfrau wertvolle Anregungen mit nach Hause genommen haben dürfte. Dabei, und ohne die praktische Arbeit irgendwie zu unterbrechen, gab der Kursusleiter wertvolle Anregungen für die Fisch-
anbers lautende Auskünfte, und als mir nach einer Fahrtengruppe mit Spielmannszug fragen, erhalten wir den Bescheid: „Die Jungens sind von hier noch Hahnstätten". Dort erfahren wir, am Sams- taa früh sind sie weg in Richtung Kirberg. In Kirberg hat niemand die von uns gesuchte Fahrtenaruppe gesehen. Wir wenden uns nach Dauborn. Schon am Ortseingana Horen wir: „Ja, Gießener Jungvolk hat hier übernachtet sie müssen noch da fein, vorhin waren sie beim Baden Hinab zum Landdienstlager der HI., und dort treffen wir einen Gießener Jungvolkführer, der uns mitteilt: „Die Gruppe ist bereits wieder abgerückt und befindet sich auf dem Marsch nach Hof ©naäental". Auf dem Weg dorthin treffen nur die Fahrtengruppe, bestehend aus Fähnlein 1 und 21.
Wir begrüßen den Führer der Fahrtengruppe der uns sagt, daß in einem Steinbruch vor Hof Gnadental haltgemacht und abgekocht wird. Wir fahren langsam vor und brauchen nicht lange zu warten, bis die beiden Fähnlein fröhlich singend um eine Waldecke anmarschiert kommen. Es sind 40 bis 50 Pimpfe, die sich in dem Steinbruck) niederlassen und bald in froher Bewegung sind. Bald läuft ein Teil von ihnen in der Turnhose umher. Andere ziehen mit den Kochgeschirren nach dem nahegelegenen Hof. Drei oder vier pflanzen auf einer Anhöhe ihren Wimpel auf. Unser Pimpf er- hält von seinem Führer die Erlaubnis, uns, die wir uns etwas entfernt auf einem Hugelrand gelagert haben, zu besuchen. Wir sprechen mit einigen Pimpfen, die sauber, frisch, froh und braungebrannt an uns vorübergehen. Es gefällt ihnen, die Fahrt ist ihnen ein Erlebnis, und nach Hause will keiner. Da ist ein kleiner Pimpf, er hat den Finger verbunden, eine Biene hat ihn gestochen, aber der Führer der Fahrtengruppe hat es inDrb- nung gebracht, und es ist weiter nicht schlimm, agt er. In Katzenelln bogen haben sie einen |l Volksgemeinschaftsabend durchgeführt, von dem sie I begeistert erzählen. Bei Bauern haben sie m Betten f und in Scheunen übernachtet, zu essen bekommen i ie reichlich, und wer bei einem Bäcker war, wie einer erzählt, der bekam auch Sachen, die es bet Bauern nicht gibt, die aber ein Pimpf nicht ver- schmäht. Wieder ziehen die Jungens, vom Hof kommend, mit großen 'Töpfen voll Milch vorbei. N^) einer Weile sagt uns ein Kleiner: Die Milch kocht schon, mir müsse bloß noch de Pudding anrührn.
Wir verabschieden uns von unferm Pimpf, den es wahrscheinlich auch nach dem Pudding zieht, ßr sagt, daß sie am gleichen Tag noch nach Erbach wollen und dort übernachten. Eine Frage noch, was es in Gießen Neues gibt, und dann fahren wir, abschiedwinkend, am lagernden Jungvolk vorbei und wissen, daß die Jungens gut aufgehoben sind in der Obhut ihrer Führer. Rückfahrt über Camberg durch das schöne Weiltal mit dem Be- wußtsein, daß die Jungens, die das Dritte Reich erzieht, einmal ganze Kerle sein werden.
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zugrunde gehen.
Lornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): «... und so was nennt sich Detektiv".
Lucie Englisch im Sladttheater Gießen.
Die Intendanz des Stadttheaters Gießen Hal die Berliner Bühnen- und Filmkünstlerin Lucie Englisch für ein einmaliges Gastspiel am Sonntag, 31. Juli, verpflichtet. Lucie Englisch gastiert mit eige- nem Berliner Ensemble in „Große Rosinen , Lustspiel von Zdenko von Kraft.
Hitler-Jugend Bann 116.
Bdr.: Arbeitsbesprechung
am kommenden Mittwoch. 27. 3ult
Am kommenden Mittwoch, 27. Juli, findet auf der Dienststelle des Standortes Friedberg eine sehr wichtige Arbeitsbesprechung aller Stammführer, Gefolgschaftsführer und Führer der Sondereinheiten des Kreises Friedberg statt. Diese Arbeitsbesprechung beginnt um 20.30 Uhr. Da diese Arbeitsbesprechung von großer Wichttgkeit ist, ist das Entsenden von Vertretern unstatthaft.
Ermäßigung der Lustpostzuschläge für Arieffendungen.
LPD. Die Deutsche Reichspost wird vom 1. August 1938 an die Luftpostzuschläge für Briefsendungen, die auf Verlangen des Absenders mit Luftpost befördert werden sollen, im Inland und nach europäischen Ländern allgemein erheblich herabsetzen. Auch bei einigen außereuropäischen Serbinbungen tritt gleichzeitig eine Ermäßigung ein. Im Jnlandsdienst und nach der Freien Stadt Danzig beträgt der Zuschlag künftig nur noch 5 Pfennig für je 20 Gramm, nach allen übrigen europäischen Ländern wird er auf 10 Pfennig für je 20 Gramm herabgesetzt. Nach außereuropäischen Ländern fällt fortan die Erhebung des Mindestzuschlags von 15 Pfennig für Luftpostbriefsendungen bis 5 Gramm bei einer Anzahl Verbindungen weg. Für Sendungen im Gewicht bis 5 Gramm ist daher nur ein Zuschlag von 10 Pfennig zu entrichten.____________
„Eine gute Ausrede hast du dir da zurechtgelegt, alter Halunke. Na, meinetwegen, tu, was du willst!" — .
Eine große Ueberraschung gab es, als Toni später erklärte, daß er sich die Ehre erbitte, für die Beschaffung des Abendbrotes zu sorgen. Es stellte sich heraus, daß er gerade Geld hatte. Eine Zeitung hatte ihm für einen Aufsatz Honorar überwiesen.
Lore Jasper vernahm es mit großem Erstaunen. „Da sind wir ja gewissermaßen Kollegen! Ich gratuliere jedenfalls herzlich. Darf man nicht einmal etwas von Ihnen lesen?"
„Ach, es find ganz unbedeutende Sachen!" wehrte Toni bescheiden ab. Dann borgte er sich von Heli ein großes Einholnetz und machte sich auf den
Die Eltern eines an der Hessen-Nassau- Fahrt teilnehmenden Pimpfs aus Gießen haben am vorgestrigen Sonntag eine Fahrt in das Marschgebiet der Pimpfe unternommen, um die Jungens auf ihrer Wanderung unverhofft zu besuchen. Darüber schickt uns der Vater dieses Pimpfs folgenden interessanten Bericht zu.
Nachdem unser Pimpf seine drei Tage im Muhl- bachtal-Lager hinter sich hat, sind sie, wie er schrieb, nach einem Marsch von 11 Kilometer am Donnerstag in Katzenellnbogen angekommen. Wohin die Fahrt von dort aus geht, kann er uns noch nicht berichten, und wir wissen es nicht, als wir Sonntag vormittag mit dem Wagen in Gießen aufbrechen, um den Jungen beileibe nicht zu besuchen, sondern •um ihn im Dorbeifahren zu begrüßen. Wenn em
Aus der Stadt Gießen.
Gefährliche Gesellen.
ZdR. Es ist herrliches Wetter. Heller Sonnen, schein liegt auf Straßen und Gärten. Frau Muller hat den Kaffeetisch gedeckt, um den der Vater und die Kinder erwartungsvoll sitzen. Da kommt etwas durch das Fenster geflogen und gerade auf den gedeckten Tisch zu — eine Fliege? Sie laust über das Tischtuch, schnuppert ein wenig, und schon hat sie das Marmeladeglas entdeckt, um dort zu lecken. Nun nascht sie an der Zuckerdose. „Eine Fliege . rufen die Kinder und schlagen nach ihr. — „Ach. laßt doch die arme Fliege", sagt die Mutter, „sie will doch auch leben; sie hat euch doch nichts zuleide getan. Sie ist unsere Brotfliege, die darf man nicht töten."
„Hast du eine Ahnung davon, wie sich diese so- qenannte ,Brotsliege< für deinen Schutz bedankt. fragt ba der Vater. „80 bis 100 Eier legt em über- wintertes Fliegenweibchen im Frühjahr ms Freie. Der größte Unrat ist ihr zur Abladestelle gerade nut genug. Viermal im Jahr wiederholt sich dieser Vorgang, so daß ein einziges Fliegenweibchen an 2 Millionen Nachkommen haben kann. Deshalb muß man Jagd auf diese gefährlichen Gesellen machen." _, v .
Der Vater hat recht. Wieviel Schaden wird dem Dolksvermögen und der Volksgesundheit allein durch die Fliegen jährlich zugefügt. Hunderte von Bakte» rien hat eine einzige Fliege an ihren Beinen, mit denen sie auf unseren Nahrungsmitteln herum» kriecht. Deshalb,muß man vor allem Lebensmittel gegen dieses Ungeziefer schützen Gerade auf Nahrungsmittel legen die Fliegen ihre Eier mit Vorliebe ab und verseuchen sie dadurch. Je mehr mir alles Eßbare vor diesen gefährlichen Gesellen schützen, je weniger Abfälle wir offen herumiegen und faulen lassen, um so eher müssen die Fliegen
großen Schulungsraum Kirchenplatz.
Interessant war es, von dem Kursusleiter zu hören, daß die Fischlehrküche seit Mitte März unterwegs ist und an ungefähr 130 Tagen täglich etwa 800 Hausfrauen mit den volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten des Fischverbrauches und mir zeitgemäßen Methoden der Fischverwertung für den Mittag, und Abendbrottisch vertraut gemacht hat. Sicherlich wird durch diese Kurse, die nun gestern (nachmittags fanden zwei weitere Kurse statt) auch in unserer Stadt abgehal- ten wurden, manches Vorurteil gegen den Fischver- Fisch-Kostproben stark gefragt! Allen hat es vortrefflich geschmeckt! brauch im Sommer gefal- (Aufnahmen (2]: Neuner, Gießener Anzeiger.) len fern.
„Ich konnte nicht wissen, daß ihr die Verfasserin kennt. Aber nun gestattet, daß ich erst einmal meinen Kaffee trinke. Darf man sich auch mit Kuchen bedienen?" Seine Augen glitten begehrlich über die ansehnliche Zahl von Tortenstücken, die noch auf dem Teller lagen.
Heli lächelte, sie kannte Tonis Schwäche. „Du kannst alles aufessen."
Das ließ sich der junge Mann nicht zweimal sagen, und als eine Viertelstunde verstrichen war, waren von dem ganzen Kuchenberg nur noch einige
rb
Toni runzelte, nachdem er bineingekrochen war, bedenklich die Stirn. „Wird das schmucke Dingelchen einer solchen Belastung gewachsen fein?"
„Mal sehen!" lachte Lore und gab Gas. — i Tonis Voraussagen bezüglich des Lokales er- i wiesen sich nicht als übertrieben. Es war an dem 1 Wochentag nicht übermäßig voll, so daß die Ankommenden einen schonen Platz fanden.
Die Wände des geschmackvoll ausgestalteten Raumes waren mit altrussischen Mottven in hell : leuchtenden Farben geschmückt. Auf einem Podium : spielte eine Kosakenkapelle eine schwermütige russische Weise.
„Ganz entzückend!" lobte Lore. „Auch die Musik scheint sehr gut zu sein. Ich liebe die russische Musik."
Ein älterer Herr trat an den Tisch. Er fragte mit halblauter Stimme nach den Wünschen der Gäste. Sein Deutsch hatte einen fremden Akzent.
Man einigte sich auf einen milden Mosel, den der Kellner unaufdringlich empfahl.
Dor dem Musikpodium wurde ein Tisch ausgestellt. Ein Mann von der Kapelle sprang hinauf und tanzte den Krakowiak.
Einige der Gäste mit, unverkennbar russischem Typ klatschten im Takt der Musik mit den Händen. Der Tanz wurde immer schneller, immer leiden- schriftlicher. In gleicher Weise nahm der Rhythmus der klatschenden Hände an Geschwindigkeit zu, bis schließlich in einem tollen, schwindelerregenden Wirbel der wilde Tanz sein Ende fand.
Im übrigen hatte Toni allen Anlaß, sich über Heli Stoll zu wundern. Sie geriet schon nach dem ersten halben Glas in eine Gelöstheit, wie er sie kaum je an dem herben Mädchen gesehen hatte.
Außerdem schien sie tatsächlich entschlossen, es in bezug auf Toni „brauf ankommen" zu lassen. Der Arme wußte nicht, wie ihm geschah und wie er sich zu den ebenso ungewöhnlichen wie offensichtlichen Beweisen von Zuneigung verhalten sollte. Heli schenkte ihm ihr strahlendstes Lächeln, sie gefiel sich darin, ihn mit halben Sätzen zu verwirren und fein der Liebe abholdes Herz zu schmerzhaften Zuckungen zu bringen.
Peter war nicht wenig erstaunt über diese neue Heli, die in ihrer sandfarbenen Bluse allerdings i verlockend genug aussah, um selbst einen so einge» । fleischten Junggesellen, wie es Toni Kindlmann war, aus der Fassung zu bringen. Peter fügte sich > jedoch gern in die Rolle eines unbeteiligten Zu- - schauers, denn sie gab ihm Muße, mit Lore Jasper ■ die Gedanken weiter auszutauschen, über die sie beide schon am Nachmittag gesprochen hatten.
> Indessen ließen sich am Nebentisch, der bisher leer geblieben mar, neue Gäste nieder, ein nicht
KSK:
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