Dienstag, 26.3uli 1958
Nr.172 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Pionierarbeit sind in diesem ehemals dürftigsten I nun im märkischen Blücherschloß Buderose einen Gebiet Deutschlands allenthalben zu erkennen. Treffpunkt gefunden hat, enthält Beiträge von Ka-
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meraden, die gleicherweise als Dichter des Weltkrieges, der Freikorpszeit und des Kampfes der Bewegung hervorgetreten sind, einzelne namhaft zu machen, verbietet der Charakter des Buches, sie alle eint die gleiche Gesinnung, die auch den Front-Alltag unter die Gesetze der Pflicht und der Kameradschaft stellte. Fr. W. Lange.
Kronenburg, ein trutziger Bergort. Der rheinische Maler Professor Werner Pein er und sein Freund, der Düsseldorfer Architekt Profejsor Fahrenkamp, sind die Wegbereiter seiner neuen Entwicklung gewesen. Die Sommervillen, die meist nach Entwürfen Fahrenkamps rund um den Ortskern entstehen, wie das ebenfalls von Fahrenkamp stammende Gebäude der Hermann - Goring - Meisterschule für Malerei sind die äußeren Zeugen dieser Umwandlung Kronenburgs. Die Meisterschule baut sich auf dem Werkstattoerhältnis auf und bildet unter dem führenden Meister in mindestens dreijähriger Unterrichtszeit jeweils bis zu 15 Maler aus, die auf das Prinzip von Lehrling, Geselle und Meister verpflichtet werden. Nur hervorragend befähigter Nachwuchs wird ausgenommen. Der Unterricht ist kostenlös, doch bedarf der Schüler eines monatlichen Betrages von etwa 50 RM. für feinen Unterhalt. Der Geist der Werkstatt, der hier wieder lebendig geworden ist, will an die Stelle eines morschen und überlebten Bohemetums den Fleiß und die Gemeinschaftsgesinnung als die Träger jeder aufrichtigen künstlerischen Betätigung setzen. Hier findet der Schüler die Möglichkeiten einer modernen Freizeitgestaltung in Sport, Ausflügen, Besichtigungen, stimmungsvollen Abenden mit den Dörflern und in kleinen Werkstatt- und Atelierfesten, die auch nach draußen Kunde geben von einem neuen geistigen Leben, das sich in der Romantik stiller Eisel- berge zu entfalten beginnt.
Kappten protts Brautfahrt.
Von Ernst Hermann pichnow.
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Vor kurzem ist die erste deutsche Landakademie für Maler, die auf dem mittelalterlichen Werkstattprinzip aufgebaut ist, die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg in der Eifel, von ihrem Schirncherrn, Generalfeldmarschall Göring, eingeweiht worden. Das hier in aller Stille vollendete Werk lenkt die Aufmerksamkeit auf das vielfach so unbeachtete Bergland der Eifel, das sehr zu Unrecht als ein totes Grenzgebiet gilt. Als vor einem Jahrzehnt die Autorennstrecke des Nürburgrings eröffnet wurde, war der nordöstliche Teil der Eifel mit einem Schlag an das Nhein-Ahr-Fremdenverkehrsgebiet angeschlofseü. Die ersten großen Rennen machten den Namen der Eifel zu einem internationalen Begriff. Doch hielt die innere Eifel für den Autoreisenden noch längst nicht das, was die modernen Zufahrtsstraßen und der Nürburgring von ihr versprachen. Der Wegebau war rückständig, und die Eifel mußte zunächst einmal dem Kraftwagen wirklich erschlossen werden, ehe sie ihre Schönheiten vor dem Fremden ausbreiten konnte. Das geschah seit 1934, als die Straßenbauer besonders von Aachen, dann aber auch von Köln und Trier aus der Eifel zu Leibe rückten. Hand in Hand mit einem großzügigen Wegeausbau vollzog sich aber auch die Verwirklichung anderer Pläne, die der Eifellandschaft ein neues Gepräge geben sollte.
Der erste Plan dieser Art, der in Angriff genommen wurde, war die Errichtung der
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Wenn er sich nicht sterblich blamieren wollte, blieb Käppten Prott nichts anderes über, als seinen Obolus für das Faß bei der Sternwirtin zu hinterlegen. Er tat es. Darauf begann ein Jubel und Trubel, und Prott rückte auf seinem Stuhl unruhig hin und her. Er war doch nur gekommen, um einen einzigen Schoppen zu sich zu nehmen und dann... Die ließen ihn jetzt nicht wieder fort, und einfach verpatzt galt dann die Brautfahrt. Wieder und wieder sah er nach der Uhr, und schon meldeten sich einige ironische Stimmen: wenn der Kapitän etwa Sehnsucht nach seiner Braut habe, so möge er ruhig gehen, nur bald wiederkommen und möglichst mit dem Fräulein Braut! Es sei für alle eine besondere Ehre und Freude, diese in den Kreis der Fröhlichkeit einbeziehen zu dürfen. Die Ironie schien Prott wirklich nicht zu merken.
Und als er sich erhob, eine eigentliche Brautfahrt erst anzutreten, mußte er versprechen, unbedingt wiederzukommen, und wenn nicht," würde es ein Faß extra kosten. Er versprach es. Ob die Tilly aber mitkäme, nein, dafür könnte er nicht garantieren, Frauen hätten so ihre besonderen Launen.
Es verging eine Stunde, eine zweite, und im , Silbernen Stern" merkte niemand, wie die Zeit verging. Es ließ sich gut sein beim kostenfreien Verlobungstrunk.
Aber dann öffnete sich die Tür und fiel krachend ins Schloß zurück. Käppten Prott, hoch aufgerrchtet, mit hochrotem Kopf und die Adern an der Stirn dick geschwollen, blieb in der Mitte des Gastraumes stehen. Seine Augen suchten wütend die Menschen ab. Mit ein paar langen, hastigen Schritten fegte er in die linke Ecke auf den Bootsmann Krümpe zu, der ihn mit einem überlegenen Grinsen längst erwartet hatte.
Er packte ihn an den Schultern und rüttelte ihn: „Krümpe... du... du bist ein Filou!" schrie er mit erstickter Sttmme, daß die anderen es hörten. Der Bootsmann kam nicht aus der Fassung:
,Wieso, Herr Kapitän? Warum regen Sie sich denn so 'auf, etwa weil ich schon gestern bei der Tilly Wehnert war und sie mir geholt habe? Darum doch nicht? Das kommt nur „von das Supen, Kaptein, nur von das Supen...!" — Und da gab es ein Hallo, denn längst wußte man um den Zusammenhang der Dinge und gönnte dem hochmütigen und herablassenden Kapitän den Rem- ^Prott, der jetzt in allen Gesichtern die Schadenfreude las, drehte sich kurz um, verließ den „Silbernen Stern" und ließ sich am nächsten Tage auf einen anderen Dampfer versetzen,
Die Eifel - ein Musterbeispiel innerer Kolonisation
Von unserem fg.-Korrespondenten.
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Biüjelm Lange, rs: Ernst Blum- K für die Bilder: 0k. Hans Thyriot ); für den übrigen (eiter: Hans Beck n Inhalt der An- . 38: 9035. Druck 'ruckerei R. Lange, Bezugspreis » ühr, mit der Jllu« fspreis 10 Pf. und erten 5 Pf. mehr, 1. September 1937
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Schon als Steuermann war Georg Prott nicht sonderlich beliebt. Er tat immer etwas hochmütig, herablassend, dünkte sich mehr als die anderen, und seine Beinkleider waren für seemännische Begriffe zu scharf gebügelt. Und ganz verdorben mit dem Bootsmann Krümpe, dem er
— Paul Rohrbach: Politische Weltkunde für den Deutschen. Preis in Leinen geb. RM. 9,80, Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam. — (122) — Paul Rohrbach ist als langjähriger Mitarbeiter des Gießener Anzeigers uüseren Lesern als ein Mann bekannt, der die Welt aus eigener Anschauung kennt wie nicht viele Deutsche. Er weiß auch die historischen und kulturellen Voraussetzungen, die erdkundlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge, um die Wurzeln der großen weltpolitischen Probleme aufzuzeigen, ohne über der großen Lime bezeichnende Einzel- züge, charakteristische Kleinigkeiten am Rande zu vergessen, die eine weltpolitische Darstellung interessant und farbig machen. Diese starke Gegenständlichkeit, die schon vor vielen Jahren seinem Bach „Der deutsche Gedanke in der Welt" zu einem damals geradezu aufsehenerregenden Erfolg verholfen hat und die ebenso seine immer wieder stark beachteten Reisebriefe auszeichnen, ist auch ein besonderer Vorzug dieser „Politischen Weltkunde" vor manchen ähnlichen Unternehmen, die entweder sich so ausschließlich in höheren Sphären bewegen, daß sie den Laien unverständlich bleiben, oder durch trockene Aneinanderreihung nüchterner Tatfachen den Leser ermüden. Das Buch, das der Siebzigjährige gerade vor Antritt einer neuen Afrika- Reise abgeschlossen hat, vermeidet dank der großen Erfahrung des routinierten Publizisten und seines immer gleich sprühenden Temperaments die genannten Klippen auf das glücklichste. Es ist ein Handbuch, das jedem politisch interessierten Zeitungsleser — und welcher Deutsche wäre das heute nicht? — hinreichendes Tatsachenmaterial liefert, um auftauchende Fragen schnell zu klären und ein Einzelproblem im großen Zusammenhang zu sehen. Aber es ist so fesselnd geschrieben, daß man die fast 500 Seiten am liebsten in einem Zuge lesen möchte. Und als Ganzes will es natürlich auch gelesen werden, denn Rohrbachs Absicht, die Faktoren der politischen Willensbildung bei allen Völkern aufzuzeigen, die eine solche erkennen lassen, kann der Leser nur dann recht für sich nutzbar machen, wenn er die Darstellung als Ganzes auf sich wirken läßt. Erst dann erwächst ihm aus den geschichtlichen Gegebenheiten, die, wie es bei Rohrbach selbstverständlich ist, mit besonderer Siebe und Eindringlichkeit behändelt werden, eine wirkliche poli-
— Krieg in der Ostsee. Von Korvettenkapitän a. D. Georg-Günther Freiherr v. Forst- n e r. Verlag Gustav Weise, Berlin SW 68. Preis 2 Mark. — (108) — Nach seinem U-Boot-Buch, das wir im Gießener Anzeiger vom 17.12.1937 Nr. 294 unseren Lesern angezeigt haben, hat Frhr. v. Forst- ner, einer unserer geschätzten Mitarbeiter, in diesem neuen Buche' erstmals, neben dem Admiralstabs- werk, eine zusammenhängende Schilderung des Ostseekrieges herausgebracht. Da das Admiralstabswerk aus naheliegenden Gründen nur einen engen Leserkreis hat, bestand in der deutschen Kriegsgeschichtsschreibung für das Volk hinsichtlich der Ostsee bisher eine Lücke, die Frhr. 0. Forstner mit diesem Buche ausfüllt. Die Ostsee war im großen Kriege, in dem zur See das Schwergewicht stets in der Nordsee gegen England lag, nur ein Nebenkriegsschauplatz. Daher waren dort auch nur schwache deutsche Seestreitkräfte eingesetzt, zumal die russische balttsche Flotte sich mit größter Vorsicht stets der stä-ksten Zurückhaltung befleißigte. Wenn also dort auch keine großen Freiwasserschlachten geschlagen werden konnten, so war doch der Kriegsdienst unserer Seestreitkräfte auch an der Front gegen Rußland und zum Schutze der deutschen Ostseeküste schwer. Darüber berichtet der Verfasser in diesem außerordentlich fesselnden Buche eingehend und überzeugend. Der Leser lernt dabei die Bedeutung der Ostsee für unsere Versorgungswirtschaft, hauptsächlich mit schwedischen Erzen, während des Weltkrieges kennen. Bei dieser Gelegenheit erfährt man auch, was bisher nur wenigen Deutschen bekannt war, daß die deutsche Handelsschiffahrt während des Krieges gerade in ber Ostsee schwere Opfer brachte. Forstner hat es als seine besondere Ehrenpflicht angesehen, dieser Opfer hier erstmalig zu gebenden, unb er hat auch angeregt, ben bamals für bas Vaterland gefallenen Angehörigen der Hanbels- marine ein würbiges Denkmal zu errichten, wofür er ein Projekt an ber Hafenausfahrt von Swine- münbe in Vorschlag gebracht hat. Der Leser erfährt in diesem Buche weiterhin mancherlei bisher völlig Unbekanntes über die Kampfhandlungen zur See, insbesondere in der Ostsee, das namentlich bei ben einstigen Frontkämpfern, ben Marschierern an ber ehemaligen beutschen Nordfront gegen Rußlanb besonderes Interesse auslösen wirb. So bringt benn _ auch bieses neue Kriegsbuch bes berühmten U-Boot- Kommanbanten bem beutschen Volke roieber viel Wertvolles unb Denkwiirbiges über die Zeit des ruhmreichen deutschen Ringens gegen eine ganze Welt von Feinden. Darum sei dieses Werk ebenso dankbar begrüßt, wie sein Vorgänger. Möchte auch dieses Buch, bas Frhr. v. Forstner in seiner bekannten frischen unb fesselnben Art geschrieben hat, überall im beutschen Volke, ganz besonders bei. - unserer Jugend, die verdiente warme Aufnahme^ und eifrige Lesergemeinde finden.
Ernst Blumschein.
— Heinrich Harmjanz: Volk, Mensch und Ding. Erkenntniskritische Untersuchungen zur volkskundlichen Begriffsbildung. Preis kartoniert 5,80 Mark. Ost-Europa-Verlag, Königsberg (Pr.) — Mit diesem viele neue Einzelergebnisse und neue Zusammenhänge in der Volkskunde zeigenden ersten Bande der „Schriften der Albertus-Unioersität" beginnt eine Sammlung mit der die Universität Königsberg eine eigene Publikationsstätte wissenschaftlicher Arbeiten erhält. Die Volkskunde ist eine junge Wissenschaft. Zum erstenmal als philosophischer Lehrzweig dargestellt, erfolgt zugleich eine Auseinandersetzung der Volkskunde mit Völkerkunde und Soziologie. Weiter werden die wichtigsten seither in ber volkskunblichen Arbeit geschaffenen Arbeitsrichtungen auf ihre Bebingungen hin untersucht unb kritisch zu ihnen Stellung genommen.
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einmal in seiner spitzen Art vorwarf:
„Aus dir wird nie mehr als ein Bootsmann! Du supst, Krümpe, unb supen macht dumm, und du bist dumm!" _ ..
Nie vergaß ihm bas ber dreißigjährige Krümpe. Wohl zeigte er seinen Ingrimm nicht offen, aber innerlich wurmte er nach dem Augenblick der Revanche. Der Teufel mochte wissen, warum die beiden einstigen Freunde sich Nicht mehr leiden mochten.
Nun war Prott Kapitän geworden, zwar nur mit dem Patent für kleine Fahrt in der Tasche, aber er war Kapitän und durfte sich einen weiteren glänzenden Goldstreifen auf den Aermel nähen lassen. In funkelnagelneuer Uniform stand er vor Krümpe:
„Siehste, Bootsmann, wir haben's geschafft!", Unb ein wenig Geringschätzung für ben Bootsmann zuckte um feine Munbwinkel. Der reichte ihm die dicke, schwielige Rechte und antwortete selbst- beherrscht, wenn es auch innerlich kochte:
„Na, benn gratuliere ich auch, Herr Kaptein, und das wird ja denn auch nicht trocken abgehen, wie... ?"
„Danke... danke ... und demnächst werden wir uns noch verheiraten, Bootsmann, mit der Tilly Wehnert..." fuhr er wichtig prahlend fort
Krürnpes rechte Hand wanderte in die Rocktasche und ballte sich dort zur Faust. Seine dichten Augenbrauen trafen sich eng an der Nasenwurzel, und für einen Augenblick lag in seinem wetterzerschlissenen Gesicht eine kalte Starre.
„Mit der Tilly Wehnert?" wiederholte der Bootsmann würgend, und sein Herz machte ein paar harte, heftige Schläge. Das wär ja nicht möglich!
„Jawohl, die Tilly!" protzte der Käppten. „Sonntag werde ich mit dem alten Wehnert sprechen, und der Alte wird seine Tochter einem jtapitan nicht abschlagen", behauptete er sehr eitel unb selbstbewußt.
"Und was sagt die Tilly?" stöhnte der Bootsmann auf.
"Wird sich freuen, einen Kapitän als Mann zu vekommen.Mit ihr werden wir schon einig werden!
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NS. - Ordensburg Vogelsang an dem [teilen Uferberg des herrlichen Urft-Sees bei Gemünd in einem der damals ärmsten Teile des Reiches. Die ganze Gegend hat nun, nachdem rund 1000 Volksgenossen über zwei Jähre lang beim Bau beschäftigt waren, durch die Ordensburg in mannigfacher Hinsicht erhebliche Vorteile. Wo vor wenigen Jähren noch der blanke Wind über einsame, kahle Hänge eines oben Höhengebietes strich, an ber Grenze magerer Aecker unb bürftigen Gestrüpps, erhebt sich nun die Burg als ein steingewordenes Lied von deutscher Aufbauarbeit. Durch eine flache Torfront gelangt man in den plattenbelegten Ehrenhof, den die Verwaltungsräume umsäumen. Man kommt dann in eine große Wandelhalle, die den Blick freiläßt auf den Urft-See tief unten unb die Bergkuppen ringsum. Das Hauptgebäude mit dem Speisesaal unb ben anderen Gemeinschaftsräumen wirb flankiert von einem mäch- tigen Bergfrieb, der weit ins Land grüßt. Seewärts find auf mehreren Terrassen zehn flache Nebengebäude errichtet, die den Insassen als Schlafsäle bienen. Die Treppen führen zu einer steinumfaßten Arena, einem Sportgelände unb ber Schwimmanlage. Alle Gebäude sind im Material einheitlich. Man hat den in der Eifel vorkommenden grauen Bruchstein gewählt und für die Satteldächer den heimischen Grauschiefer.
Durch ben Bau biefer Drbensburg unb bie gewaltige Anlage einer Seenplatte hat eine Land- schaft van Walbbergen unb Felbern in ber nordwestlichen Eifel im Zeitraum von breieinhalb Jahren ihr Gesicht völlig veränbert. Die Talsperre von Schwammenauel, bie zweitgrößte des Reichs, die im vergangenen Herbst fertig geworden ist, verleiht mit ihren Nebenseen und Stauwerken bem romantischen Bezirk der grünen Hänge einen neuen Reiz. Die nahe U r s 11 a l s p e r r e, der Ker- meter Hochwald, das Gemündener Tal, die bizarre Felslandschaft von Nideggen und Heimbach, die den rheinischen Klettersreunden als alpines Uebungs- gelände dient, die tiefe Waldeinsamkeit bis hm zur belgischen Grenze — all das gruppiert sich ah wirkungsvolle Kulisse um das Meer von Schwammenauel, das 100 Millionen Kubikmeter Wasser faßt. Eine Straße wird demnächst über den Staudamm durch den Kermeter Hochwald bis Gemünd führen,
„Unt> so was nennt sich Detektiv'"
Im Gloria-Palast wird seit gestern ein Film gezeigt, der in keinem Bilde seine amerikanische Herkunft verleugnen könnte. Musik, Photographie, Regie und nicht zuletzt bie Handlung sind so amerikanisch, baß von diesem Film in gerader Linie auf ben Geschmack bes amerikanischen Kinopublikums geschlossen werben kann. Wie schon ber Titel ahnen läßt, geht es um einen Kriminalfall, um eine bitterböse Geschichte, in ber brei Morbe Vorkommen und sonst so ungefähr alles passiert, was sich mit einem Kriminalfilm verbinden läßt: also Mord, Erpressung, Scheckfälschung usw. Da wirb ber eine auf nachtdunkler Straße, ber zweite im Hotelzimmer unb ber britte im Keller erschossen, ba geraten berückend schöne Frauen in Mordverdacht unb vor- übergehend hinter schwebische Gardinen, ba fehlt nicht bas monbäne Kabarett, besten Direktor ein Gangster-Häuptling ist, unb es fehlt auch nicht bie Tänzerin zweifelhaften Rufes. Zu ben Figuren bes Spieles gehören ferner ber überlegene Privatdetektiv ä la Sherlock Holmes, bie kalte, irrende, manchmal auch recht griffefte Kriminalpolizei unb schließlich noch ber unheimliche, unburchsichtige Chinese. Die Hanblung ist höchst kompliziert aufgebaut und versetzt den Zuschauer in größte Spannung, bie bann burch eine Überraschung gelöst wirb. Ausgerechnet der sympathische, der nette junge Mann ist--nun, wir wollen nicht das Ende vorweg
nehmen! Uebrigens verdient vermerkt zu werden, daß sich die Amerikaner für diesen Film eine wirklich neue Form des glücklichen Endes .ausgedacht haben. Ein Metro - Goldwyn - Mayer- Film — eine unterhaltsame Stunde! — Die Regie läßt alle für den Kriminalfilm hochentwickelte Technik spielen. Man erreicht mit zuverlässigen Mitteln starke Effekte. Die mondänen Akteure bewegen sich mit unnachahmlicher Sicherheit in ihren Bereichen und treffen zwischen Ernst und Humor immer den rechten Ton. — William Powell ist der in allen Lagen stets beherrschte Privatdetektiv, Myrna L 0 y seine liebenswürdige Gattin, Elista L a n d i die unglückliche Frau eines fragwürdigen Mannes und James Stewart ihr überzeugend harmloser Jugendfreund David. Mit Freude verfolgt man das quicklebendige Auftreten Sam Le v e n e s als Kriminalkommissar Abrams. — In ein anderes Reich, das uns in mehr als einer Beziehung näherliegt, führt der Kulturfilm im Beiprogramm, der unter dem Titel „Vom Rhein zur Donau" heranfuhrt an schönste deutsche Landschaft und — an großzügige Wasserstraßenplanung im Dritten Reich.
Heinrich Ludwig Neuner.
unb eine schlanke Brücke soll sich nahe ber Burg Vogelsang über ben Urft-See schwingen.
Die Talsperren unb Stauwerke bienen bem nüchternen Zweck ber Kraftgewinnung unb der Regulierung ber Wasserzufuhren. Vor allem Düren, die Industriestadt am Eingang zur Eifel, braucht für seine Papier- und Textil-Fabriken größere Wasserreserven. Die eigentliche Eifel hat nur kleinere Industrien. Erwähnt seien die Bleigewinnung bei Mechernich, die Bierproduktion von Bitburg, die Natursprudeloerwertung von Birresborn, Gerolstein usw. sowie verschiedene Steinbrüche. In der Hauptsache ist die Eifel ein Bezirk der Land- und Forstwirtschaft und eines jetzt von Jahr zu Jahr zunehmenden Fremdenverkehrs. Sie hat zahlreiche bäuerliche Musterbetriebe und Versuchsgüter sowie Domänen, auf denen mit Erfolg öde Ländereien in hochwertige Kulturweide umgewandelt worden sind. Im Zeichen des Vierjahresplanes kommt den zahlreichen neuen Schafherden auf den dürftigen Flächen der Hohen Eifel oder Schnee-Eifel beachtliche Bedeutung zu. Alles das gehört zur inneren Kolonisation, für die sich der Arbeitsdienst auch in der Eifel unermüdlich eingesetzt hat. Die Früchte dieser
Der Bootsmann strich sich einmal mif ber flachen Hanb über bie Stirn und atmete schwer:
„Denn viel Glück, Kaptein ...!"
Tags darauf wußte durch Krümpe bie engere unb nähere Bekanntschaft ber christlichen Binnenschiffahrt von Käppten Protts Heiratsabsichten unb feiner Brautfahrt am fommenben Sonntag.
Vergnügt rieb er sich bie Hänbe. Nun würbe bas Schicksal feinen Lauf nehmen, unb wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Bisher war alles nach Wunsch gegangen, unb mit bem Untergang der Welt wäre es gleichzustellen, wenn der Kapitän nicht am Sonntagmorgen seinen gewohnten Frühschoppen machte.
Er machte ihn. Als Prott gegen 10 Uhr ben „Silbernen Stern" betrat, traute er nicht recht seinen Augen. Voller Blumen stand der Stammtisch, und zwei Dutzend Hände streckten sich ihm zur Gratulation entgegen. Fein hatte der Bootsmann die Sache eingefädelt. Das wäre ja eine lieber» raschung, baß ber Käppten sich so schnell verlobt habe, aber, na ja, einmal mußte man boch ben Sprung in bie Ehe wagen unb bas liederliche Jung- gefellenleben aufgeben, bas einem Mann in seinem Alter nicht anstände! Dazu, wo er jetzt Kapitän
Zwischen Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit verteilte bie christliche Binnenschiffahrt ihren Hahn unb Spott, unb Prott lief es babei etwas kalt über ben Rücken.
Du lieber Himmel, noch war es nicht so weit, es sollte sich erst in ben nächsten Stunben entscheiden, aber bloß keine Blamage, die Sache wurde ohne Zweifel gutgehen.
Und bann stieß man ihn an, klopfte ihm auf die Schulter: es wäre von jeher Sitte und Brauch unter ihnen gewesen, derartige freudige Ereignisse in einen würdigen Rahmen zu stellen. Darum die Blumen, darum auch das Faß Bier und diverse Flaschen Weinbrand, welche die Sternwirtin extra habe kommen lassen, in ber felsenfesten Ueberzeu- gung, ber Herr Kapitän würbe sicher beabsichtigen, seiner Verlobung eine feuchte Unterlage zu geben. Ohne eine entsprechenbe Feuchtigkeit könnte überhaupt eine so herrliche Blume, wie eine Verlobung, niemals fruchtbar unb segensreich gedeihen. Und ob man nun barangeben fönnte, bas ^afjJBier aus bem Keller zu holen und es auf Kosten bes Kapitäns und fein unb des Fräulein Brauts Wohl aus- .wtrinfen! Alsdann wollte man ihn unb die Braut b reim al hochleben lasten unb mit einem kräftigen Seemannsgefang bas festliche Beginnen murbig em- leiten.
tische Weltkunbe, immer gesehen vom Blickpunkt des Deutschen und bezogen auf Deutschland und seine Stellung zu den anderen Völkern der Welt.
Dr. Fr. W. Lange.
— Langemarck, das Opfer der Jugend an allen Fronten, herausgegeben von Günter Kaufmann, in Perbinbuna mit dem Arbeitsausschuß Langemarck beim Jugendführer bes Deutschen Reiches, mit 80 Tiefbruckbilbern, in Leinen gebunben Preis 4,80 RM. Verlag Ehr. Velser in Stuttgart. —(172)— Hier ist in vorbilb- licher Zusammenarbeit vieler ein Werk geschaffen, bas ebenso sehr ehrenbes Gebächtnis wie forbernbe Mahnung bebeutet. Eine im tiefsten empfunbene Ehrfurcht vor bem wahrhaft Helbischen unb beshalb so ganz unpathettschen Sterben unserer beutschen Jugenb auf allen Schlachtfelbern bes großen Krieges, für bas uns Langemarck Symbol geworben ist, hat dies Buch zu einem burch seine Schlichtheit tief ergreifenden Ehrenmal gestaltet. Auf 80 Bilb- feiten legen Kriegsgräberstätten von allen Fronten rings um Deutschlanb in besonders sorgfältig roieber« gegebenen Aufnahmen Zeugnis ab von ber Sorge für eine würdige, von ber Achtung für bie Gebote ber Kunst ebenso wie vom Geist ber Front getragene bleibenbe Ehrung unserer gefallenen Väter, Söhne unb Brüder. Die erschütternden Briefe ber Gefallenen von Eberhard Wolfgang Möller, Verse von Hans Gstettner, Werner Beumelburgs „Sturm auf Langemarck" vereinigen sich zum Dankopfer für bie, bie unserer Jugenb Vorbilb würben. General- felbmarschall Göring unb ber Reichskriegsopserführer haben bem Buch Geleitworte gemibmet, der Reichs- jugenbführer Baldur von Schirach hat außer feinem Geleitwort und einer Gedächtnisrede auch Verse stolzen Bekenntnisses zum Geist von Langemarck dem Buche mitgegeben. Fr. W. Lange.
— Jürgen Hahn-Butry: Die Mannschaft. Frontsoldaten erzählen vom Front-Alltag. Preis: in Seinen geb. 4,80 RM., Verlag Wilhelm Limpert, Berlin SW 68. —(186)— Der soeben erschienene vierte Band beschließt die Anthologie deutschen Frontschrifttums, die den Alltag des Frontsoldaten für die Nachwelt festhält in Schilderungen, die Frontsoldaten nach ihrer ganz persönlichen Eigenart durchweg wohltuend unpathettsch gestaltet haben. Dieser letzte Band der Frontdichterkameradschaft „Die Mannschaft", die


