Ausgabe 
26.2.1938
 
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den verschiedenen Voraussetzungen restlos genügt, beobachtete man andererseits bei der Vorführung der Schulfilme m den unteren und mittleren Klas sen em so großes Interesse der Kinder für die fil­misch behandelten Wissensgebiete, daß man sich zu genaueren Beobachtungen der Lehrwirkung ver­anlaßt sah. Man hat lestgestellt daß Kinder im ersten und zweiten Schuljahr mit Hilfe des Films spielend leicht Begriffe lernten zum Beispiel aus der Tierkunde, die sie auf dem gewöhnlichen Lehrwege nur schrittweise verstanden. Es erwies sich, daß die knappe sprachliche bzw textliche Erklärung zu den instruktiven Bildern die Kinder weit mehr interessierte als die Behandlung des gleichen The­mas auf dem üblichen Wege der Fibel Damit soll allerdings keineswegs gesagt werden, daß der Schulfilm das Buch erseht, sondern er ist lediglich als Brücke zum leichteren Verständnis und als Mittel der Interessesteigerung zu betrach­ten. Es ist allerdings klar, daß man den Schulfilm für die einzelnen Lehrgänge der Kinder verschieden aufteilen muß. Erst vom 10. Lebensjahre ab wird man es mit ersteren und gehaltvolleren Filmen ver­suchen können, die allmählich auf die spätere Be­rufswahl der Kinder und ihre Aufgaben als Staats­bürger eingehen. Es bedarf wohl keiner besonderen Betonung, daß der Schulfilm gerade bei diesen äl­teren Jahrgängen einmal eine sehr wichtige Auf­gabe übernimmt, indem er die Kinder auf ihre Verpflichtungen gegenüber Volk und Reich hinzu­weisen hat.. Die gleichen hervorragenden Erfolge, die man mit dem Schulfilm in den untersten Klas­

sen bis fetzt festgestellt hat, wird man später mit dem instruktiven und nationalpolitisch schulenden Film der älteren Klassen erreichen. Es kommt einer Ipäteren Ueberlegung zu, ob man diesen Filmen, die beispielsweise in die verschiede­nen erzieherischen Aufgaben der HI., der SA-, der ff und dergleichen hineinblenden müßten, ein Hand­lung angliedert Wir möchten für eine derartige Gestaltung sprechen, um nicht wieder in den alten Fehler der zu trockenen Inhaltsformung zu verfal­len. Man könnte sich denken, daß die Schulfilm­stunde der älteren Schulklassen lebendige und inter­essante Kurzfilme aus dem Arbeitsdienst, aus dem Soldatenleben im Heer, Luftwaffe und Marine vermittelt. Bei der weiteren Einschaltung des Schulfilms, die nur langsam von Jahr zu Jahr in Angriff genommen werden kann, käme auch die Berücksichtigung beruflicher Themen in Frage.

Wir haben, nur einige Brennpunkte des lehr­haften Schulfilms aufgezeigt, im einzelnen steht feine Skizzierung noch völlig offen, da das ganze Problem mit der erwähnten Verfügung des Reichs­erziehungsministers zunächst in Gang gebracht wer­den muß. Abschließend wäre lediglich noch in den Vordergrund zu stellen, daß sich mit einer groß­zügigen Ausgestaltung der Schulfilmstunden viel­seitige Möglichkeiten für eine Erweiterung d e s Allgemeinwissens unserer Schuljugend ergeben und daraus wieder der Antrieb für die Entwicklung mancher Talente, die jetzt entweder gar nicht ober erst spät entdeckt werden. D. S.

Spanische Reise.

Don unserem Sonderberichterstatter W. E. Freiherr von Medern.

in.

Die allgemeine Lage.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Salamanca, im Februar 1938.

In einer Ausdehnung, die etwa dreimal so groß ist wie die Westfront des Welt­krieges, kämpfen die waffenfähigen Männer des nationalen Spaniens auf einem Gelände und unter klimatischen Verhältnissen, die alle nur denk­baren Schwierigkeiten bieten: Wildeste, rauheste Ge­birge, wie bei Teruel, in denen im Winter der Erfrierungstod eine Alltäglichkeit ist, nicht anders als bei den Dolomitenkämpfen des Weltkrieges oder wasserloses Hügelgelände, auf dem die Sonne im Sommer mit 70 Grad brennt wie auf den maze­donischen Bergen 1916. So sieht der spanische Kriegsschauplatz aus. hier haben die Männer Francos seit dem Ausbruch der Revolution Juli 1936 über 60 o. h. ihrer Heimat, die territorial größer ist als Deutschland, vom Bolschewismus be­freit und, das muß eindeutig klargestellt werden, immer das Gesetz des handeln behalten.

Wenn sich der Bierbankstratege den Kopf dar­über zerbricht, warum es mit Francos Truppen nicht schneller vorwärtsgeht, dann kann man ihm nur sagen: Kommen Sie einmal nach Spanien, und dann werden Sie wissen, warum der Sieg hier nur meterweise vorwärts getragen werden kann, hier muß der Soldat die Charakterstärke des großen Kämpfers haben, der, um das Bild des Boxkampfes zu gebrauchen, nicht nur hart im Ge­ben, sondern auch hart im Nehmen ist, wenn es die Taktik erfordert. Auf der roten Seite stehen keine zerlumpten, schlecht bewaffnete Horden, son­dern von Sowjetrußland und Frank­reich bis an die Zähne bewaffnete Truppen, zusammengehalten durch den eisernen Reifen einer brutalen Terrordisziplin und geführt von sowjetrussischen, französischen Offizieren und sonstigen marxistisch verseuchten Militärtech' nikern verschiedenster Volksfrontstaaten, die ihr Handwerk gelernt haben. Nur das eine, ent­scheidende fehlt ihnen: Die heilige unsterbliche Kraft der nationalen Idee. Franco- Männer aber kämpfen für Spanien, für ihr Volk und ihr Land. Bei Francos Soldaten ist das sitt­liche Recht und die Berge versetzende Stärke des nationalen Glaubens, der dem Bewußtsein einer

großen geschichtlichen Vergangenheit und dem Wil­len zu einer völkischen Zukunft entspringt.

Es will nichts besagen, daß zwischen der großen spanischen Vergangenheit und dem Erwachen der spanischen nationalen Revolution eine lange ge­schichtliche Wegstrecke des Niederganges liegt. Denn die Entwicklung des Freiheitskampfes Francos von 1936 bis heute beweist, daß die Kraft des spanischen Blutes, sein Stolz und seine nationalpolitische Zeu­gungsfähigkeit dennoch erhalten blieb, aber daß es !chon der furchtbaren Geißel des Bolschewismus bedurfte, um diese Kraft, die sich in der Recht­haberei von politischen Querköpfen bis zu den selt­samsten anarchistischen und separtistischen politischen Erscheinungsform vergeudete, in das Gemeinschafts- bewußtfein und den Einheitswillen:Arriba Espana Aufwärts Spanien umzu­fetzen. Das Zeichen der F a l a n g e, die zusammen­gefaßten Pfeile, symbolisiert genau, was im natio­nalen Spanien geschah und geschieht: Pfeile spani­scher Blutskraft, die einmal gegeneinander oder in alle möglichen Richtungen zielten, sind zusammen­gefaßt, indem sie gemeinsam den bolschewistischen Drachen durchbohren.

Als im Sommer 1936 der Bolschewismus die Volksfrontrepublik Spanien für reif hielt zum Sowjetstaat, d. h. zu einer Vasallensektion der Mos­kauer Internationale, gab es in Spanien keine ein­heitliche nationale Organisation zur Abwehr. Wohl loderte in der kleinen Falange die nationalsoziale Idee des jungen Spaniens, wohl war in den Grup­pen der Karlisten der Wille zur Abwehr des Mar­xismus, aber eine über das ganze Land sich er­streckende Organisation zu einer bewußten national­sozialen Gegenrevolution war nicht vorhanden. Was heute ist, mußte aus Kleinstem im Kampfe geschaf­fen werden, mußte sich entwickeln gegen unvorstell­bare Widerstände.

Daß es wurde, beweist zweierlei: Die lebenbige Kraft der 1936 in den ersten Anfängen steckenden jungen nationalen spanischen Bewegung und die Tatsache, daß die nationale soziale Idee von Volk und Staat stärker ist als der terroristische Besitz einer Staatsmaschinerie. Denn am 19. Juli 1936 verfügte die bolschewistische Revolution durch die Madrider Volksfrontregierung über die Machtmittel des Staates, diese Volksttontregierung hatte in einer Art Mobilmachungsvorbereitung für den Bolsche­wismus aus fieer und Verwaltung alle national- verdächtigen Männer systematisch vorher entfernt.

Das Treffen der Men Garde im Münchener SochkSnhaiis.

Unsere Aufnahme zeigt im Vordergrund Reichsschatzmeister Sch w artz , dahinter (von links) Baldur von Schirach, Reichsleiter B o u h l e r, ferner Gauleiter Julius Streicher Reichsminister R u ft und (halb verdeckt) Reichsfrauenführerin Frau Sch o l tz - K l i n k. Rechts: Reichsminister Dr. Lammers im Gespräch mit Dr. Ley, am Tisch dahinter (ohne Hut) die Gattin des Stabschefs Lutze. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Der Bolschewismus verstärkte diese Machtmittel durch die brutalste Anwendung des Terrors nach den Anweisungen und den Erfahrungen der ge­heimen Dienstvorschrift der Moskauer Komintern für die Durchführung bolschewistischer Revolutionen. Die grauenhafte Mord-, Dergewaltigungs- und Brandwalze, die über Spanien rollte, ist die eis­kalt berechnete Strategie Moskauer Schule für das Anfangsstadium von Revolutionen, so wie die Geiselmorde eine taktische Waffe der sowjetrusfischen Armeeführung sind. Das muß man wissen, um sich nicht verblüffen zu lassen, wenn jetzt die Leiter der bolschewistischen Revolution die Terrorwalze abge­stoppt haben und sich wieder mehr hinter der Volks­front tarnen, sogar gelegentlich mit nationalen Halbtönen propagandistisch operieren. Hielt es Mos­kau anfangs nicht für nötig, sich in Spanien zu maskieren, weil es der französischen Unterstützung sicher war, ja sogar in Paris sich davon eine Stär­kung der französischen Kommune versprach, so hat sich die Lage außerordentlich für die Komintern geändert.

Vor allem aber wird der Chef der Abteilung Sektion Spanien" im Moskauer Komintern aus den bisherigen roten Mißerfolgen gelernt haben, daß die Terrormethoden bepbem harten Stolz und dem Temperament des Spaniers das Gegenteil der seinerzeit beim russischen Menschen erreichten Wir­kung erzielt haben: Zähester Wille zum Siege, Er­kenntnis der früher gemachten Fehler auf sozialem und kulturellem Gebiete und das Erlebnis der Kraft völkischen Gemeinschaftsgeistes, das zwangs­läufig zur Einordnung in die Einheits­front der F. E. T. (Falange Espanola Tradicio- nalista) und zur Unterordnung unter die Führung Francos führte. Das Letztere abex ist bei dem aus her Geschichte des Landes gegebenen Charakter des Spaniers ebenso hoch zu werten wie die soldatischen Erfolge bei der Befreiung der Heimat, und wird, wie die Zukunft lehren soll, die entscheidende Lei­stung sein.

Nur tropfenweise konnte anfangs General Franco seine Truppen aus Spanisch-Marokko herüberwerfen, und tropfenweise nur konnten die Freiwilligen zu ihm und seinen Generalen aus den von den Roten terrorisierten Provinzen kommen. Es wurden

Flüsse daraus und endlich ein großer Strom. Es war keine spontane Erhebung der Massen, es war eine zähe, aber darum um so mehr unter Beweis gestellte Entwicklung, die zu Regimentern, Divisio­nen, Fliegergeschwadern und Flotteneinheiten mili­tärorganisatorisch führte. Alles dies geschah während des Kampfes gegen den roten Feind und zwischen den Schlachten und war nur möglich, weil der Spa­nier ein geborener Soldat ist, und weil Führung

Leistungsfähig sein, vorankommen, mehr verdienen, dazu braucht man gutes SehenI Oder die tadellos angepaßte Brille von Optiker

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und Mannschaft der vorwärtsreißende Geist der IdeeSpanien" beseelt.

Bei dem soldafischen Wert der Truppen Francos ist sein endlicher Sieg außer Frage gestellt. Nur ein politisches Versagen des von ihm befreiten Lan­des hinter der Front könnte theoretisch daran etwas ändern. Die Entwicklung beweist, daß Hand in Hand mit den soldatischen Befreiungserfolgen poli­tisch für Spanien etwas Großes geschah: Die Eini­gung auf der politischen Front der Falange Espanola Tradicionalista. Auch sie wurde ehrlich langsam, fte ig errungen in einem bei der Mentalität des Spaniens und der in Spanien gegebenen sozialen und kultu­rellen Struktur schwierigen Verschmelzungsprozeß. Daß diese Schwierigkeiten heute noch an kleinen voli- tischen Klüngeln erkennbar sind, die im fieberen Schutz des Hinterlandes sich wichtiger machen, als sie sind, besagt vor der Tatsache der Einigung wenig

Die drei Faktoren, die das neue Spanien schaf­fen müssen, weil sie das heute kämpfende natio­nale Spanien tragen, sind: Erstens: Das Führer- Lum General Francos, das die Regierung bis hinunter zum kleinsten Beamten verkörpert. Zweitens: Die kämpfende Front, in der Falangisten, Requetös und nationalsyndikalistische Arbeiterjugend sich vereinten mit bestem Soldaten» blut, diesem Bindemittel, gegen das politisches Intrigantentum einer auch im nationalen Spanien

Meine Heimat.

Don Agnes Miegel.

O Antlitz, erddunkles, sanftes Muttergesicht, da zuerst erblickt, aber immer und ewig gekannt immer und ewig ersehnt! Wie könnte dein Geschick mir allgegenwärtig sein, wenn ichs nicht in dir, um dich erlebte? Kannte ich dich nicht, längst ehe der Spaten dich beschwor aus Moränengeschiebe und verfallendem Hügelgrab? Sah ich nicht deine Töp­feröfen rauchen, nicht deine bunten Boote landen, hörte ich nicht Trusos frohen Marktlärm, nicht Heldensang am Schmiedefeuer des Memelufers? Sah ich dich nicht hinter verwachsendem Wölder- rvall verwunschen schlafen bei den Schlangen deines heiligen Eschenhains, bis des Deutschherrn Schwert dich erweckte? Sah ich nicht seine gepanzerte Hand dich mit roten Städten schmücken, wie den Christ­baum mit bunten Aepfeln? Thorn und Graudenz, Marienburg, Schrein und Schlüsselburg, Elbing, die Trusotochter, und Königsberg, die gekrönte, Ragnit am Memelstrom und kienduftend oben am Haff Memel, dieentlegene"! Sah ich sie nicht alle werden, kämpfen, leiden und siegen, auferstehn neu und jung aus dem Gletscherwinter, aus der Mur von Krie^ und Pest, aus Hochwasser, aus Hunger, aus Feindesbedrückung?

Ach, immer wieder bin ich von dir fortgezogen, vertrieben von Mißwachs und peitschendem Regen, verlockt von wärmerer Sonne, von frohem Prah­len, von Kriegsruhm, von blankem Geld, von bun­ter Ferne, von dem Glanz Babels und immer wieder, von Heimweh verzehrt nach deiner grünen Weite, nach dem Feldwind deines brauen Ackers, nach dem Salzhauch deiner Brandungsküste, nach den stillen Friedhöfen auf deinen-eln kehrte ich zurück!

Ich war der greife (Botenhäuptling, der den wei­ten Weg zurückwanderte vom Vesuv bis zum Thar- dener See, um satt von Ruhm und Sonne sich dort im Erdgrab der Vorväter zu betten. Ich war der junge Thüringer, der im Pregelsumpl fiel beim Sturm auf den Dwangste. Die junge Bauersfrau war ich, die mit Sack und Pack, sich bekreuzend, über die Nogat setzte, über Wasserfunkeln und trei­bende Eisschollen nach dem Ufer spähend auf das Land wartete, freies Land für die Schar ihrer tret- sehenden, lachenden Kinder! Der Kaufherr bin ich gewesen vom Niederrhein, der vom Kneipboi her­überblickte aus die Speicher und Holzwiesen der Lastadie, die fein Fleiß erwarb Die junge Huge- nottenfrau, die im Garten am Schloßteich psalmen­

summend die feinen Handschuhe nähte. Der alte Schmied, mühselig neben dem hochgepackten Wagen durch die verwachsene Landstraße wandernd, auf das neue weißgekalkte Siedlerhaus zu, den Stecken in der Hand, den er noch von der Hecke hinter dem alten Lehn im Berghof an der Salzach gebrochen hatte. Der junge Schreiber war ich, der Müllers­sohn aus der Oderau uyd du standest vor mir am Zaun in deines Vaters Garten, den Aurikel- strauß in der Hand, und die Pfingstsonne schien auf dein goldenes Haar, du Schöne!

Dich suchte ich, dir lebte ich, um dich starb ich aus dir erstand ich aufs Neue für dich! Mein Staub wuchs aus dir als Linde und Birke und rote Quitsche, wurde Gras und grüner Klee, wurde Aehre und Frucht, speiste Mensch und Tier und tranfz aus den Adern deiner Quellen neues Leben. Ich selber mar's, der sein Leben mit dir einte, es aus dir nahm, sich neu zu erbaun. Immer und ewig, Heimat, wurde ich du, bliebst du ich!

Es steht her Abendstern weißspühend am lichten Frühlingshimmel, es dampft der umgebrochene Acker, das sprießende Gras duftet neu wirst du wieder. Neu wurdest du Land, jung wieder die Seelen deiner Kinder. Durch die Helle Abendluft höre ich ihr Singen, höre ich ihre festen Schritte.

Nicht mehr in ihren Sommer, nicht in ihren Herbst werde ich mehr wandern. Wo wirst du mich rufen, weißes Gestirn, das dort über den knospen­den Obstbäumen auffteigt am rötlichen Abendhim­mel? Wo es auch fei im deutschen Land unter dem Schatten der Loferer Berge, am breiten Rhein ober in der grünen Au unter den Linden und Kie­fern der Grenzmark überall wird Staub sich einen mit meinem Staub, der ihm verwandt! Aber schwer wird die Erde auf mir liegen, wie Steine, eisig wird das Wasser über meinen Sarg rinnen, wie Wintertod wird der Wind darüber gehen ferne von dir, Ostpreußen! In dir nur will ich wich betten! Gras wird wehen über meinem Grab, Daum seine Wurzeln senken in Erde und zerfallen­den Sarg, Regen wird sanft brüber fingen, wirb Wurzel tränken unb Asche, Winb von her See, Wind vom Acker wird fingen über dem Grab, wo sie olle schlafen. mit mir vereint, die dir dienten!

Wenn in deines Werdens Kreislauf einging die Hülle, die ich aus ihnen und dir empfing heim­kehren wird in die Klarheit über dir, Klarheit die dieses sich wählte, höher als bas Flugzeug deiner hingen Söhne, höher als Storch unb Seeabler im Frühl'naslicht werb? tz steigen Njeberblicken werbe ch aut bich, geliebtes Lanb. Grün wie ein buntes Tuch wirst bu unten liegen, gehalten an den Zipfeln oon Memel und Danzig Namen, wie Lerchen­

lieb noch einmal herhallenb. Aus grüner Weide- wiese, aus grünen Felbern unb dunklen Forsten, von lehmigem Hügel, aus roter Stabt, von blitzen- bem Hafen und blauem See wirt) bas Arbeitslieb beiner Kinber aufsteigen wie Bienensummen. In Meeresbläue, im Schoß der Niederung liegst du, blickst auf zu dem weißen Gestirn über mir, das mich auftrinkt Heimat, geliebtes Kind meines Herzens immer und ewig!

Kunst und Wissenfchast.

Die Jahreslagung der Relchsfilmkammer.

Die Reichsfilmkarnrner hält ihre Jahres- tagung am 3. unb 4. März in Berlin ab. Bereits jetzt haben etwa 1500 Filmtheaterbesitzer aus dem Reiche ihre Teilnahme angemelbet; zahlreiche An- melbungen liegen auch aus bem Auslande vor. Die Tagung wirb burch ben Präsidenten her Reichs­filmkammer, Prof. Lehnich, eröffnet. Im An­schluß baran hält Spielleiter Karl Ritter einen VortragVom Wesen echter Filmkunst". Am 4. März erfolgt die feierliche (Brunbfteinlegung der Filmakabemie in Babelsberg burch Reichsminister Dr. Goebbels. Abenbs findet eine große Kund­gebung der Filmschaffenden statt, in deren Mittel­punkt eine richtungweisende Rede von Reichsmini­ster Dr. Goebbels stehen wird.

Thiko von Trotha tödlich verunglückt.

Die Nationalsozialisttsche Parteikorrespondenz mel­det: Auf der Rückkehr von der Uraufführung feines SchauspielsGudrun" in Schleswig ist Pg. Thilo von Trotha, Leiter der Hauptftelle Norden beim Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP., töd­lich verunglückt. Hauptstellenleiter von Trotha ist bewährter Mitarbeiter des Reichsleiters Rosenberg; als Leiter der Hauptftelle Norden nahm er tätigen Anteil an dem Aufbau der Nordischen Gesellschaft. Neben feiner umfangreichen parteiamt­lichen Tätigkeit ist Trotha als Dichter hervorge­treten; feine Themen sind dem nordischen Kulturgut entnommen.

Erzähler-Preis derneuen linie".

Der Erzähler-Preis derneuen linie", für den innerhalb von sieben Jahren insgesamt 21 000 Reichsmark ausgesetzt waren wurde für 1938 in Höhe oon 2500 RM durch die Preisrichter Werner Beumelburg. Paul Fechter Helene oon Nostiz. Wil­helm oon Scholz, Bruno E Werner verteilt Die fünf Preisträger werden m März Heft der .neuen linie" vorgestellt; es sind: August Scholtis,

Berlin; Eugen Roth, München; Erwin Witt- stock, Hermannstadt; Rudolf Kreutzer, Dorfen; Rolf Mayr, Köln. Der Verlag zeichnete ferner durch Ankauf ihrer Arbeiten folgende Autoren aus: Ulrich Sander, Rostock; Walther Georg Hartmann, Berlin; Agnes Dürr, Gießen; Nellie Porten, Berlin; Colette Hocheneder, Graz. Die Preiserzählungen werben in derneuen linie" laufend veröffentlicht. Die ungewöhnlich hohe Beteiligung an dem Wettbewerb aus allen Teilen des deutschen Sprachgebietes bezeugt die von Jahr zu Jahr wachsende Bedeutung dieses Erzähler- Preises für das gesamte deutsche Schrifttum.

Großer Erfolg des Polnischen Balletts in Darmstadt.

Das auf einer Gastspielreise durch Deutschland befindliche Polnische Ballett tanzte im Hes­sischen Landestheater in Darmstadt. Die Darbietun­gen unter der künstlerischen Leitung von Branislav« N i s i n s k a und der musikalischen Leitung von M. Mierzejewski fanden die lebhafte Anerken­nung der Zuschauer.

DieSckönheiien-Äalene-'.

Für dieSchonheiten-Galerie" der Münchener Residenz, die im Münchener Karneval dieses Jayres eine fröhliche Auferstehung gefeiert hat, ließ Kö­nig Ludwig I. von Bayern die reizvolle Nonette Koula als Siebzehnjährige malen, unb er war be­geistert von bem romantischen Reiz ihrer Erschei­nung, den er in allen Tonarten pries Nach vielen Jahren, als Nanette längst Frau Gütermakler Heine geworben war, begegnete sie bem König , einmal auf her Straße unb begrüßte ihn ganz oer- traut mit einem tiefen Hofknicks. Da trat der Kö­nig an sie heran und fragte:Wer sind Sie?" Majestät", antwortete Frau Heine,hatten die Gnade, mich für Ihre .,Schonheiten-Galerie" malen zu lassen!" Worauf König Ludwig sie ungläubig ansah unb brummte:Tät's jetzt nimmer."

Es war nicht bie einzige Enttäuschung, bie her König bei seiner Jagb auf Schönheiten erlebt bat. Gleich bie erste. Auguste Strobl, auf bie her König sofort ein Gedicht machte, erwiderte ihm. als er >hr auf einem Ball die Worte zuftüsterte:Schöne Auguste, wenn du einen Wunsch hast, will ich ihn dir erfüllen", ohne sich einen Augenblick zu be­denken:Majestät, befördern Sie bitte den Forst- gehilfen Hüber. damit ich ihn heiraten kann " Was blieb bem feurigen Verehrer auf bem Thron weiter übrig, als biefe abkühlenbe Bitte zu gewähren, und so wurde Auguste bald darauf Frau Reviersörsterin