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26.2.1938
 
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Nr. 48 Zweites Blatt

7K./27. Februar 1Y38

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Jugend und Hochschule

die Universität mit dem Jesuitenkollegiurn zu Prag,

Clernentinurn", zusammengelegt.

Die theologische

geliefert, die medizinische und die juristische blieben

erwuchs.

verkleinerte artistisch-philosophische Fakultät übrig.. schule. Die Lehrsprache wurde für einige Jahrzehnte Mit der Reformation schien dagegen der kon-1 ausschließlich deutsch, die Universität wurde zum

Zunächst diente die Verfassung der Pariser Hoch-

der Wittenberger Hochschule ausgebildet worden.

F. K.

handelten Aufgaben verdeutlichen. Eine sta>atsrecht-

und philosophische Fakultät wurde gegen den Wi­derstand des Erzbischofs Hgrrach den Jesuiten aus-

Mit dem raschen Sturz des Prtestantismus in Böh­men und in verschiedenen Teilen Deutschlands zer-

Deutschen wieder die alleinige Verfügung über die alte (Gründung Karls IV. Nach erbitterten Ausein­andersetzungen wurde im Jahre 1882 eine selbstän­dige Tschechische Hochschule abgezweigt. Seit dem Jahre 1918 hat die deutsche Hochschule ihren alten Vorrang vor der tsechischen Gründung verloren

Lehrer und Studenten gezwungen, deutsche Hochschule zu verlassen und nach Leipzig

wirken.

Wie sehr diesem Gesichtspunkt schon durch Aufstellung der Themen Rechnung getragen mögen einige Beispiele aus der Fülle vorliegenden im dritten Reichsberufswettkampf

die ist, der be-

aufständifcbe Protestantismus in Böhmen ausgemordet > tionalitätenstaate geworden. Von ihrer Erhaltung wurde, und als der in Reichsdeutschland gebildete > hängt heute die geistige und volkhafte Stärke der Prager Professor Jessenins unter dem Bell i Sudetendeutschen mit ab. F. K.

geendet hatte, war auch der alten Hochschule Prag1 --------

schen Nationalismus, der sich seit der Jahrhundert­mitte auch an der Hochschule regte, verloren die

Die Lewwand als Le' rer.

Neue Aufgaben für den Unterrichtsfilm.

Nach einem Erlaß des Reichserziehungsministers soll in Zukunft der Sch ul film stark erweiterte Aufgaben übernehmen, indem er pflichtmäßig zum Klassenunterricht gehört. Dazu gehören gewisse tech­nische Voraussetzungen. Außerdem müssen sämtliche Lehrpersonen künftig in der Lage sein. Filme vor- zuführen, um auf diese Weise in allen Schulen und Klassen den Einsatz des Schulfilms zu gewähr­leisten.

Zu dieser Verfügung dürfte in erster Linie die Tatsache geführt haben, daß der belehrende Kul­turfilm in den letzten Jahren eine Vervollkomm­nung erfuhr, die ihm alles Trocken-Lehrhafte ge­nommen hat und dafür den spannenden, unterhal­tenden und dennoch lehrhaften Film entstehen ließ. Ferner hat eine Reihe Beispiele gezeigt, daß der Kulturfilm nicht nur in der Lage ist, ein wissen­schaftliches Thema interessant und gemeinverständ­lich aufzugreifen, sondern fachlich auch so durchzu- sühren, daß selbst der strenge Kritiker keinerlei Ver­wässerung des Gehalts zugunsten einer gemeinver­ständlichen Verdolmetschung^ feststellen kann. Wäh­rend so auf der einen Seite der Kulturfilm, wie er in den Beiprogrammen der Lichtspieltheater läuft.

liche Arbeitskameradschaft Berliner Juristen unter- sucht das Problem von Judentum und Wehrrecht. Eine andere Gruppe untersucht Pfälzer Siedlungen in der Kurmark nach bauernrechtlichen Gesichtspunk- ten. Eibe rassenkundliche Arbeitsgemeinschaft, an der Studenten aller Fachgruppen teilnehmen, hat sich das Thema gestellt: Hundertfünfzig Jahre Sitten- geschichte eines märkischen Dorfes. Die Geographen behandeln in zwei Arbeitskameradschaften die kul- turgeographischen Grundlagen des Kreises Züllichau- Schwiebus und der Städte Belzig, Niemegk, Treuen- brietzen und ihres Hinterlandes. Mediziner einer mitteldeutschen Universität stellen Untersuchungen über Manganeinwirkungen bei Arbeitern eines Braunsteinwsrkes an, um einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Berufskrankheiten zu liefern. Andere untersuchen die Ernährungsgrundlage in kinderreichen Familien. Mit dem Ziel, eine Ertrags­steigerung durch besondere Düngung zu erreichen, untersuchen Landwirte die Bodenverhältnisse von Wiesen und Weiden. Volkswirtschaftliche Fachschaften arbeiten übet die Ausbaumöglichkeit der deutsch- österreichischen Wirtschaftsbeziehungen. Kunststuden- ten haben sich die Ausgestaltung einer Ehrenhalle und eines Festraumes für den geplanten Neubau ihrer Schule gesetzt, oder befassen sich mit der künst­lerischen Ausgestaltung der im Bau befindlichen Kasernen ihrer Stadt. D- auch der Vierjah­re s p l a n bei der Themenwahl eine große Rolle spielt, versteht sich von selbst.

Wie schon die Aufgabenstellung zeigt, will der deutsche Student durch seine Beteiligung am Lei­stungskampf selbst einen positiven Beitrag zum Le­benskampf des deutschen Volkes liefern. Die Tat­sache, daß im vorigen zweiten Neichsleistungswett- kampf 55 Prozent aller Arbeiten für auswertbar be­funden wurden und bereits 40 Prozent der Arbeiten von den zuständigen Staats- und Parteidienststellen zur Weiterverwendung angefordert worden sind, ist ein schöner Beweis für die Qualität der studentischen Arbeiten. Das Ziel ist auch hier weitere Leistungs­steigerung auf Grund der in den' zwei vergangenen Wettkampfjahren gemachten Erfahrungen: und es steht außer Zweifel, daß die Neuordnung der Hoch­schule nicht zuletzt durch den studentischen Einsatz im Berufswettkampf weiter vorangetragen wird.

Rudolf KeudeL

LmvrrsM präg.

Die älteste deutsche «Hochschule.

-auf die Erfordernisse des deutschen Volkes und seines Existenzkampfes angelegt ist. Der junge Student soll nicht an irgendeinem belie­bigen Gegenstand zeigen, daß erwissenschaftlich" zu arbeiten versteht, sondern er soll bereits durch die Wahl der Themen, durch die Art der Bewälti­gung der Arbeit im Rahmen der von feiner Kame­radschaft selbst gewählten Aufgabe zeigen, daß es ihm mit feinem wissenschaftlichen Einsatz und Dienst ernst ist. Die Arbeitskameradschaft des Reichsberufs- wettk-ampfes wird fb immer mehr zur Trägerin der Hochschulreform, deren Wirklichkeit sich nicht durä) bloße Abhandlungen, sondern durch die Ergebnisse qualitativ hochstehender von völkischer Verpflichtung getragener wissenschaftlicher Arbeit bekundet.

Wie sieht die Praxis des studentischen Berufs­kampfes aus? Im Rahmen des Leitthemas des Be­rufskampfes : Sie Lebensordnungen des deutschen Volkes stellt sich jede Kameradschaft ihre Aufgabe selbst. Bewußt wird die Arbeit schon in der Themenwahl so angelegt, daß ihre Ergebnisse eine möglichst weitgehende praktische Verwer­tung für die heute vordringlichen Fragen finden können. Damit soll keineswegs im Verufswettkampf und überhaupt in Zukunft jede wissenschaftliche Ar­beit abqelehnt werden, deren rein praktisch auswert­barer Zweck nicht gleich in die Augen springt. Aber es kommt darin der Wille der jungen Studenten zum Ausdruck, an der Lösung vordringlicher geisti­ger und materieller Fragen entscheidend mitzu-

Die Artistenfakultät, später die philosophische ge- i normt, zählte bei weitem die meisten Mitglieder, doch war sie in den ersten Jahrzehnten nur sprach-1 liche und allgemeinbildende Vorbereitungsanstalt! für die anderen Fakultäten. Sie fetzte zunächst die Lehr- und Erziehungsaufgabe der nun zurück- gedrängten Dom- und Klosterfchulen des frühen und hohen Mittelalters fort. Die oft noch sehr jungen Studenten der artistisch-philosophischen Fakultät er­hielten dort den letzten Schliff in den grund­legendensieben freien Künsten", im Latein und in logischer Denkschulung: in den Fächern, die vorher nur in den Kloster- und Domschulen ge­lehrt worden waren.

Die Gliederung der Studentenschaft inNatio­nen" beruhte nicht auf der völkischen Abstammung, sondern auf der gebietsmäßigen Herkunft. Die Schüler Prags stammten in den ersten glänzenden Jahrzehnten aus all den Ländern, die Böhmen umgaben und die deutsch besiedelt oder stark deutsch durchsetzt waren. So war Prag eine überwiegend deutsche Hochschule!

Innerhalb der einzelnen Gebietsnationen bestan­den Bursen, die den Lehr- und Alltagsbetrieb der Hochschüler unter der Leitung von M^'.'tern zu­sammenfaßten. Die Doktoren und Magister gingen damals noch im geistlichen Gewand einher, und erst nach und nach lockerte sich die Zucht und geist­liche Leitung in den Bursen, die geistlichen Inter­naten mit geradezu mönchischer Regelung des Le­bens und des Studiums glichen. Noch lange wurde der Unterricht lateinisch erteilt, er diente mehr der getreuen Uebe-rüeferung des kirchlich überwachten Wissens als der freien Forschung und der wage­mutigen Erweiterung der vorgefundenen Erkennt­nis.

Nach dem Tode Karls IV. begannen, durch die nationale Uneinheitlichkeit des böhmischen- König­reiches bedingt, die völkischen Kämpfe zwischen den Deutschen und den Tschechen. Das konfessionelle Mo­ment kam entscheidend bei diesen völkischen Aus­einandersetzungen hinzu- Am Ende des 14. Jahr­hunderts traten in Prag die Deutschen unter dem Prediger Konrad von Waldhausen für eine gemäßigte Reform der Kirche ein, während die Tschechen unter dem Philosophieprofessor Huß, d"m tapferen Jünger des Engländers W i c l i f, für eine radikale Neuschaffung der Kirche fochten. Nicht zuletzt brach- fick hier ihre völkische Kraft auf konfessionelle und wissenschaftliche Weise Bahn.

Sisbenten im VersfswMawps.

WrffenschafÜ'cher Einsatz für die Aufgaben der Gegenwart.

in einem fremden Staatsverbande leben. Das Be­zeichnende ist also, daß sie eine Minderheiten- schule ist, die sich gegen die Aufsaugung durch das Volkstum des Gastlandes zur Wehr setzt. Ihre Stellung innerhalb des fremden Staatsverfzandes ist ganz verschieden, je nachdem ob dem deutschen Volkstum Kulturautonomie zugesichert ist oder ob der fremde Staat es assimilieren will. Ein weiteres Merkmal ist die gemeinschaftliche Erziehung beider Geschlechter, die schon aus wirtschaftlichen Gründen nötig ist. Wie in der Heimat, so gibt es auch draußen die verschiedensten Arten von Schulen: Volksschulen, Mittelschulen, höhere Schulen, Kon- fessions- und Simultanschulen.

Die gemeinsame Aufgabe aller dieser Schulen ift es aber, das Elternhaus im Kampf um das Deutschtum zu unterstützen. Der Vater ift meistens den ganzen Tag inmitten des fremden Volkstums beschäftigt und kann sich daher wenig um die Erziehung der Kinder kümmern. Und wenn die Mutter, deren Sorgen draußen meistens großer sind als daheim, sich aud) die größte Muhe gibt, ihre Kinder im deutschen Geist zu erziehen, so tritt doch immer wieder die bange Frage auf: Ist ihre Autorität groß genug, um den vielen fremdländi­schen Einflüssen standzuhalten? Da muß eben die deutsche Auslandsschule einsetzen und die Er- ziehungs- und Bildungsaufgabe des Elternhauses fortsetzen. Entgegen allen fremdländischen Einwir­kungen muß sie das verantwortungsreiche Ziel ver­folgen, das Kind in seinen deutschen Sprachkennt­nissen zu fördern und zu festigen. Die Gefahren der fremden Einwirkung sind außerordentlich groß. Durch die Berührung mit den Dienstboten des Gast­landes, Geschäftsfreunden der Familie und durch den Umgang mit den Kindern auf öer Straße wachsen diese Kinder zweisprachig auf. Leider kommt es gar zu oft vor, daß die Kinder die Sprache des Gastlandes bevorzugen. Noch viel großer ist die Gefahr, wenn die Kinder aps gemischten Ehen her- oorgegangen sind. Gehört die Mutter dem Ga tlande an, so ist die Familiensrrrache in der Regel nicht das Deutsche. Wie oft ist es schon vorgekommen, daß diese Kinder beim Eintritt m die deutsche schule fast kein Wort Deutsch sprechen oder ver­stehen konnten. Nicht umsonst spricht man immer von der Muttersprache und niemals von der Dctter- sprache. Die Schwierigkeiten, die hierdurch dem Auslanbslehrer bereitet werden, sind außerordent- lich groB. Trotz heftiger Bemühungen wird es meistens nicht gelingen, die Schuler m den Pausen rum Gebrauch der deutschen Sprache zu veranlassen, selbst wenn der Unterricht auch nur in der deutschen Sprache stattfindet, Hinzu komm,.daß^v,e - Kinder des Gastlandes ebenfalls die deut.che Schule ,n,°lge ihres graften Ansehens besuchen Oyne die deutsche Auslandsschule waren die Kmder aus den ge­mischten Ehen zweifellos für das Deutschtum ver

, z und ist zum bitter angegriffenen Rüstort deutscher

brachen auch diese Möglichkeiten. Als 1620/21 der Bildung und deutschen Geistes im tschechischen Na-

schule der neuen Karls-Universität zum Vorbild, fessionelle und mit ihm auch der nationale Gegen-! M i 11 e I p u n f t deutschen Kulturlebens Sie bildete eine selbständige Körperschaft, die zwei- fatz zwischen Deutschen und Tschechen zu schwinden: | in Böhmen. Mit dem neuen Aufglühen des tschechi- fach geteilt wurde: als Unterrichtsanstalt zerfiel sie der freiheitswillige tschechische Protestantismus nch- in Fakultäten, und als Lebens- und Rechts- tete sich am Lutherturm aus, das schon große Tüte gemeinschaft inNationen" und Bursen (Wohn- des deutschen Volkes ergriffen hatte. Schüler Lu- gemeinschaften). Unter ihren vier fachlichen Gliede-1 thers und Melanchthons belebten die Prager Uni- rungen, den Fakultäten, galten die Ideologische, die! versität aufs neue. So war etwa Matthäus Col- rechtswissenschaftliche und die medizinische als bie'^nus, der erste griechische Dozent in Prag, an oberen. Sie bildeten die eigentlichen Säulen der ......

Hohen Schule".

Das Ringen um die zukünftige Stellung und Aufgabe der Wissenschaft innerhalb unseres Volkes hat seit der Machtübernahme eine wahre Flut von Programmen, Broschüren und Vorschlägen hervor­gebracht. Da es sich zumeist um Notlösungen einzel­ner Gelehrter handelte, die nach einem Kompromiß zwischen der von ihnen bisher verfolgten Wissen- schaftsmethode und der neuen vom Nationalsozialis­mus geforderten Wissenschaftshaltung suchten, m<ir die aufgewandte Mühe von vornherein umsonst. Nur wenige Gelehrte haben für sich und ihre For­schung die Konsequenzen zu ziehen vermocht. Wenn wir dennoch davon sprechen können, daß die Wis­senschaft^ heute nicht festgefahren und erstarrt ift, sondern an einem verheißungsvollen Anfang steht, so ist das neben der Arbeit der nationalsozialistischen Gelehrten vor allem dem wissenschaftlichen Einsatz der Studenten zu verdanken. Die studentische Ju­gend weiß, daß sie durch ihre wissenschaftliche Arbeit die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hat, das Faseinsrecht einer Wissenschaft, die mehr ist als bloßer Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, aufs neue zu erkämpfen.

Während die Gelehrten sich über Art und Weise der Reform stritten, sind die nationalsozialistischen Studenten in der Fachschaftsarbeit und auf dieser aufbauend durch ihre Eingliederung in den Reichsberufswettkampf selbst an die Re­volutionierung der Hochschule gegangen. Mebx als alles Gerede von der Notwendigkeit der Wiffen- schaftsreform, so konnte der Reichsstudentenführer nach dem Ergebnis des zweiten Wettkampfjahres feststellen, Ha5d der Reichsberufswettkampf an der Verwirklichung dieses Zieles beigetragen. Hier hat es sich erwiesen, daß die Wissenschaft nichts von ihrerWissenschaftlichkeit" verliert, wenn sie ganz im Hinblick auf die positive Verwertung ihrer Ergebnisse

loren. Die Kinder der Ausländsdeutschen empfinden ja durch die Umgebung nichts Deutsches. Der Ab­lauf des Jahres ist im allgemeinen ganz anders. Sie kennen nicht den deutschen Frühling und Herbst, sie haben niemals die Freuden des deutschen Som­mers und Winters kennen gelernt. Sie erfahren infolge der ganz anders gearteten Vegetation nie­mals etwas von der großen seelischen Wirkung des deutschen Weihnachtsfestes, das in den anderen Ländern ganz anders aufgefaßt wird. Sie haben weder den Zauber des deutschen Waldes noch den stimmungsvollen Reiz einer mittelalterlichen Stadt auf sich wirken lassen.

Alle diese zahlreichen Gemütswerte müssen den Kindern durch Wort und Bild in der Schule ver­mittelt werden. Es handelt fick in der Auslands­schule also nicht nur um das Lehren der Sprache, sondern auch um die lebendige Gestaltung des deutschen Kulturlebens. Durch die Großzügigkeit des Dritten Reiches ist es schon in zahlreichen Fällen gelungen, den Kindern durch eine Reise in die Heimat ihrer Väter den besten An­schauungsunterricht zu geben. Inmitten des Gast­landes erfordert die Erreichung dieses Zieles sehr viel Takt für den Lehrer, dazu eine engere Ver­bindung von Schule und Elternhaus als in der Heimat. Wenn der Lehrer im Ausland sich nicht mit der- ganzen Kraft der Persönlichkeit in den Dienst der nationalen Sache stellt, wird er das ihm oorfchwebende Ziel nicht erreichen. Noch schwieriger wird seine Aufgabe, wenn das Gastland fordert, daß eine bestimmte Anzahl der Unterrichtsstunden in der Landessprache gegeben werden muß. Dann kommt zu der Zweisprachigkeit-der Kinder noch die Zweisprachigkeit der Schule. Da viele Kinder außerdem später einmal Bürger des Gastlandes werden, dazu zahlreiche Kinder anderer Nationen neben den deutschen auf einer Schulbank fitzen, ist es erforderlich, alle Probleme der Erziehung dop­pelt klar zu durchdenken.

Neben der Erhaltung des Deutschtums hat die deutsche Auslandsschule aber noch die Aufgabe, für deutsches Wesen und deutsche Kultur in der Welt zu werben. Es ift immerhin ein prächtiges Zeichen der Einschätzung der deutschen Kultur, wenn ge­rade die führenden Kreise des Gaststaates ihre Zög­linge auf unsere Schulen schicken, damit sie nicht nur die deutsche Sprache lernen, sondern auch die deutsche Literatur in sich ausnehmen. Auf diese Weise sind schon viele Freunde für das Deutschtum gewonnen worden. Ein wichtiges Gegengewicht gegen die lügnerische Weltpresse ist gerade die deutsche Schule, wenn es sich darum handelt, das wahre Wesen des nationalsozialisti- schen Staafes zu verbreiten. Nicht zuletzt tragen auch die deutschen Sprachkurse für Er­wachsene dazu bei, Freunde für unser Volkstum zu werben.

Wie viele sicher glauben mödjten, ist die deutsche Auslandsschule nicht erst eine Schöpfung des 19. oder 20. Jahrhunderts. Die älteste Schule in diesem Sinne dürfte wohl die Domschule in Reval fein, die bereits 1319 gegründet wurde. Aus dem 15. Jahr- bundert weiß man, daß damals schon Lehrer nach Siebenbürgen gerufen wurden. In den folgenden Jahrhunderten entstanden auch deutsche Schulen in Stockholm, Kopenhagen, Moskau, Petersburg, Bu­karest, London und Warschau. Einige von ihnen sind später wieder eingegangen. Zum größten Teil waren es konfessionell gebundene Schulen. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das konfes­sionelle Kleid in den meisten Fällen abgeftreift. Die allgemeine deutsche Schule, die allen Deutschen ihre Pforten öffnete, trat in den Vordergrund. Jetzt er­folgten auch die meisten Schulgründungen in Süd­amerika. Nach dem deutschen Siege von 1870/71 nahm die Zahl der deutschen Schulgründungen in der Welt ungemein zu. Von 1890 bis zum Welt­kriege wurden rund 450 neue deutsche Schulen er­richtet. Die älteren Schulen erlebten gleichzeitig eine ungeheure Steigerung ihrer Besuchszif- f e r n. Daß der Weltkrieg ein gewaltiger Einschnitt war, versteht sich von selber. Fast in allen Ländern, die gegen unsere Heimat kämpften, mußten die deut­schen Schulen ihre Pforten schließen. Dank dem un­gestümen Tatendrang des deutschen Kaufmanns und Lehrers und infolge der althergebrachten Tradition gelang es aber, die alten Bande wieder anzuknüp­fen und weitere Schulgründunben vorzunehmen, so daß unsere Lluslandsschulen wieder in hoher Blüte stehen. Seit 1933 ist abermals ein neuer Zug in unsere Schulen gekommen. Die Bindung an die Heimat wurde viel fester, das Erziehungsideal ein viel höheres, da dem nationalsozialistischen 6aat die deutschen Auslandsschulen besonders ans Herz gewachsen sind. Mit welchem Stolz der Lehrer von heute seine Arbeit verrichtet, ist unbeschreiblich.

Wie wir gesehen haben, erfüllen die Schulen draußen zwei große Ausgaben: Die Erhaltung des Deutschtums und die Werbung von Freunden für unser Vaterland. Sie sollen das wärmende Feuer für alle unsere deutschen Auslandskinder darstellen, um das sie sich sammeln: sie sollen ein Stück deutscher Heimat fein. Die Tatsache, daß das Deutschtum in Siebenbürgen, im Baltenland, in Amerika und in vielen anderen Ländern längst ein­geschlummert wäre, wenn die beittsche Auslands­schule nicht existiert hätte, läßt die Lehrer immer wieder mit Stolz und Freude an die Arbeit geben, um sich in den Dienst der großen Sache zu stellen. Möge die Heimat sich der ungeheuren B'beutun^ der deutschen Schulen, die im Prinzip in Winbbut ober Konstantinopel denselben Charakter tragen wie in Rom, Tokio ober Mexiko, bewußt sein, wenn sie daran denkt, daß 30 Millionen Deutsche im Aus­land leben.

Die deuisHe Auslandsschule.

Von Dr. Fritz Zessel, Malaga.

Die deutsche Schule im Ausland hat eine viel größere Bedeutung und Ausdehnung, als die meisten in Deutschland lebenden Volksgenossen sich nur im entferntesten träumen lassen. Wer weiß denn, um gleich eine Zahl von Überzeugender Wir­kung zu nennen, daß es außerhalb der Reichs- grenzen rund 3000 große und kleine deut che Schulen in der Welt gibt? In dem großen ötaate Brasi­lien sind davon allein über 1000. Die meisten von ihnen liegen tief versteckt im Urwald, Hunderte von Lm-t-r entfeint Jon der Küste. Welch eme ent- behrungsvolle Arbeit wird dort von deutschen Leh- rern geleistet, um den Kindern der wenigen dort eingewanderten Deutschen ihr Volkstum zu erhall^"- Buenos Aires hat allein 10 (!) deutsche Schulew lieber 700 stehen im ganzen unter der Betreuung der Schulabteilung im Auswärtigen Amt. Sprechen diese Zahlen nicht eine beredte 16 01urJ'

ten allein schon genügen, um allen Deutschen m der Heimat die ungeheure Bedeutung unserer Aus­landsschulen vor Augen zu führen.

Gerade im heutigen Staate bricht sich lmmer mehr die Erkenntnis Bohn, daß wir raJNMeie&" alle eine große Familie bilden, von der w>r kem Glied entbehren möchten. Das gesam e A>usla deutschtnm steht und sollt mit^^der deut,ch-n «chule^ Sie ist der Lebensnerv, ohne den die Erha l tun 9 des Volkstums einfach mcht denkbar w . Gewiß gibt es draußen auch noch and^e Ä. r . di- volkstumerhaltend wirken, f>i- Bande^ d r Blutsverwandtschaft, die Bindung an d,° Kirche der Heimat, das deutfche Wort und das deut ch-^ e°. Aber im Mittelpunkt des deutschen 5

l-bens steht die Schule. S.e

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Will man das Wesen der deustchen Au-mn°^ idiulen richtig erkennen, so bars man >3ni) sSSSSgQ MSMI

Im Januar 1409 würben bie Deutschen, trotzbem 1 her Weg zum Anschluß an eine protestantische unb sie an ber Universität bie Mehrheit hatten unb späterhin aufklärerische Entwicklung an ber Seite f Böhmen zum großen Teil seit alters her deutsch ber innerbeutschen Universitäten für fast zwei Jahr- befiebelt war, mit Hilfe des schwachen Königs hunberte ganz abgeschnitten. Jrn Jahre 1654 würbe Der deutsche Kaiser Karl IV. war es, der um (Wenzel entrechtet unb ihrer Stimmen fast beraubt, die Universität mit dem Jesuitenkollegium zu Prag, ein Gegengewicht gegen die Universitäten Bologna 2m Mai des gleichen Jahres sahen sich deutsche dem seit 1556 ber Gegenreformation dienenden unb Paris zu bilden feinen weiten Ländern Lehrer und Studenten gezwungen, diese erste -»AtAnmmoMnoiont ix;«

1347 eine eigene Hochschule gab. Er legte sie in t. '7, C--7 --___2 -1 r , 1 o

feine vorwiegend deutsch besiedelte Hauptstadt überzusiebeln. Dieser Auszug ber Deutschen hatte Prag. Die neue Gründung sollte der geistigen siicht nur lange, schwere Drangsale ber Deutschen i geliefert, die medizinische und die funfti'che blieben Festigung unb Eigenentwicklung des Deutschen Rei-, in Prag und in Böhmen im Gefolge, fonbern brach bagcgen weltlich.

ches bienen, war aber im Grunde noch unberührt aud) die ursprüngliche Blüte der Prager Hohen! Erst unter dem Reformkaiser Josef II. verschwan- von dem Strom des unkirchlichen Humanismus, | Schule. Von ber stolzen Schöpfung Karls IV. blieb den ber kirchlich-scholastische Druck unb bie latei- ber aus dem Geiste des vorchristlichen Altertums für bie nächsten zwei Jahrhunberte nur bie stark nische Unterrichtssprache auch von ber Prager Hoch-

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