Ausgabe 
26.2.1938
 
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Berliner Prozeß widerlegt ausländische Greuelmärchen. Ossietzkys Bevollmächtigter unterschlug denNobel-Preis".

Berlin, 25. Febr. (DNB.) Eine gewisse Aus­landspasse, die ihren gutgläubigen Losern oorge- lagen hatte, Karl v. Ossietzky habe den Erlös aus dem ihm zuerkanntenNobel-Preis" nicht erhalten, weil das Geld beschlagnahmt wor­den sei, hat jetzt Gelegenheit, der Wahrheit die Ehre zu geben. Im Dezember 1935 wurde wie er- inerlich dem berüchtigten pazifistischen Schreiber­ling Karl von Ossietzky der sogenannteFriodens- Nobelpreis" für 1935 verliehen. Es lag klar auf der Hand, daß das nationalsozialistische Deutschland herausgefordert werden sollte, als man dem bereits im Jahre 1931 wegen Landesver­rats verurteilten Herausgeber der salon- bolschewistischen früheren ZeitschriftDie W e l t - bühn e", diesen Preis zuerkannte. Um diesen Geld­preis es handelt sich um 163 849 norwegische Kronen (das sind etwa 100 000 Mark) wurde nun vor dem Berliner Schöffengericht prozes­siert. Ossietzky, der damals in einem Berliner Sa­natorium lag, hatte dem 51jährigen Angeklagten, einem Dr. Kurt W a n n o w, eine Generalvollmacht erteilt, den Geldpreis nach Deutschland zu bringen. Nachdem 'Wannow sich zunächst einmal eine Provision von 20 000 Mark gesichert hatte, vergeudete er auch bis auf einen Rest von 16500 Mark gegen den Willen Ossietzkys don Preis­erlös. Allein einer Freundin schenkte er 40 000 Mk. Wannow ist bereits vorbestraft; Ende vergan­genen Jahres hat er als Angestellter einer Patent- verwertungssirma 2500 Mark unterschlagen.

An der Dechandlung nahmen zahlreiche aus­ländische Pressevertreter teil, die sich von der Böswilligkeit der Lügen, Ossietzky sei tot, persönlich überzeugen konnten. Ossietzky trat näm­lich als Zeuge vor Gericht auf. Im Verlaufe des Prozesses kam zur Sprache, daß in der Aus­landspresse auch Gerüchte breitgetreten worden waren, die Geheime Staatspolizei habe das Geld aus demNobelpreis" beschlagnahmt,um damit Kanonen bauen zu lassen". Demgegenüber wurde nun einwandfrei, wie Ossietzky dankbar be­stätigte, festgestellt, daß die deutsche Polizei i n ausschließlichem Interesse des Preis- t r ä g e r s z u g r i f f, um chn vor dem Totalver­lust des Geldes zu schützen. Die restlichen 16 500 Mark waren nämlich polizeilich sichergestellt worden, bevor der Vertrauensmann Ossietzkys auch dieses Geld noch unterschlagen konnte. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt.

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Mit dem Auftreten Ossietzkys als Zeuge ist wieder eine ausländische Lüge zerplatzt, wieder ist man um eine Enttäuschung reicher. Denn die auslän­dischen Hetzer brauchten OssietzkysLeiche", um da­mit chre dunklen Geschäfte gegen uns machen zu können. Ein lebender Ossietzky, den noch dazu die Nazipolizei vor der Ausplünderung durch seine Freunde" schützen mußte, ist für sie höchst uninter­essant.

Das rumänische Volk billigt die Verfassung des Königs.

Orahtbericht unseres K. Sch.-Korrespondenten.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Bukarest, 25. Februar 1938.

Mit einer Geschwindigkeit, die wohl ohne Beispiel dasteht,, hat soeben ein europäisches Land den Umbau seines Staatsgefüges vollzogen. Genau 14 Tage hat der Vorgang gedauert, der mit dem Sturz Gogds durch den König einsetzte und über Militärdiktatur (verhüllt durch den greifen Patriarchen und die Häupter der Parteien, die sich 3ur Verfügung stellten), Absage der Wahlen, Be­lagerungszustand, Aufhebung der Autonomie der Hochschulen und der Unabhängigkeit der Richter, scharfe Pressezensur, Verbot der Betätigung für alle Parteien und völlige Entpolitisierung der Beamten- und Priesterschaft bis zur Einsetzung einer neuen Verfassung durch den König führte, die, wie schon gemeldet, am letzten dieser 14 Tage durch das Volk in öffentlicher und kontrollier­ter Abstimmung mit überwältigender Mehrheit an­genommen war!

Die rumänische Demokratie hat ihr inhaltsreiches Leben beschlossen. Inhaltsreich aber nicht segens­reich. Demokratie und Parlamentarismus im Süd­osten ist immer eine Nachahmung des großen west­lichen Vorbildes gewesen, und zwar eine schlechte Nachahmung. Bei der letzten Wahl in Rumänien marschierten rund 60 Parteien auf. Was wollten sie und worin unterschieden sie sich? Eine kommunistische Partei gab es nicht, und die Sozial­demokratie war schwach und für das Regime unge­fährlich. Das Politisieren war Sache einer dünnen, bürgerlichen Schicht, und die große Masse des Vol­kes, die Bauern, durften sich bei den Wahlen von den Schlagworten und geometrischen Zeichen um­werben lassen, mit denen die Parteien sich in die Bauernhirne einzuhämmern suchten und durf­ten dieses Vergnügen mit ihren Steuern bezahlen. Wenn es Herrn Jonescu und Herrn Popescu (dem rumänischen Müller und Schulze) einfiel, machte jeder von ihnen eine neue Partei auf, mit einem hochtrabenden Namen, mit einem Büro und einem wunderbaren Programm, und dann ging die Suche nach den Geldgebern los, wenn die Dummen ge­funden waren, wurde eine Zeitung, einPartei­organ" ins Leben gerufen, mit dem manAnzei­gen" hausieren ging und gelegentlich auch Erpressun­gen verübte. Nur die großen Parteien hatten die Chance, einmal regieren zu dürfen.Regieren" hieß, sich in vier Jahren gesund zu machen und den Staatshaushalt als eine Pfründe anzusehen und demgemäß zu behandeln. Die Wahlkosten trug der Staat das war ganz selbstverständlich, und des­halb übernahm Goga von den Liberalen eine durch die letzte Wahl stark erschöpfte Staatskasse, die nur mit Mühe eine zweite Wahl ausgehalten hätte.

Gegen diese Parteienmißwirtschaft erhob sich in den letzten Jahren eine Volksbewegung, die Reinheit und Sauberkeit des öffentlichen Lebens auf ihre Fahne schrieb. Sie hieß bis 1933 Eiserne Garde, später nannte sie sich ParteiAlles für das Land" oder Legionärsbewegung. Die seit dem 10. Februar getroffenen Maßnahmen sind zu einem großen Teil nur unter dem BlickpunktEiserne Garde" verständlich. Ihr gehörten viele Geistliche der rumänisch-orthodoxen Kirche an, die demCapi-

tanul" Codreanu einen Treueid geleistet hatten. Daher das Verbot, andere als die gesetzlichen Eide abzunehmen und zu leisten, daher die Einberufung der Heiligen Synode der orthodoxen Kirche, um von diesen Eiden zu entbinden. Auch die in der Nacht vom 20. auf den 21. erlassene Verfassung enthält eine Reihe von Bestimmungen, die dem gleichen Zweck dienen. Diese Kampfansage hat Codreanu mit der freiwilligen Auflösung seiner Partei und der Entbindung seiner Unterführer von allen Verpflichtungen beantwortet. Es ist völlig be­langlos, was die übrigen Parteien noch machen, ob sie sich auflösen oder ein beschäftigungsloses Dasein weiterführen un£ auf eine für sie bessere Zukunft warten. Nur die Nationalzara- nisten haben so etwas wie Widerstand gewagt und ihre Anhänger aufgefordert, sich an der Volks­abstimmung nicht zu beteiligen. Die Aufforderung verpuffte ins Nichts. Ueberdies sind die meisten Parteiführer am Regime beteiligt, es besteht für sie daher fern Anlaß, sich über Unterdrückung zu empören.

Wer regiert denn nun in Rumänien von jetzt ab? Darauf gibt es eine klare Antwort: Der Kö­nig. Er hat dem Treihen jahrelang zugesehen und hat dann zugegriffen, als das Experiment Goga nach seiner Meinung zu mißglücken schien, als sich ihm aus den Berichten, die man ihm vor­legte, ein Bild des drohenden Chaos und der be- vorstehenden Revolution darbot. Die neue Verfas­sung konnte nur so schnell kund getan werden, weil sie der König aus der Schublade seines Schreib- ttsches hervorziehen konnte. Er hat sich zweifellos feit Jahr und Tag Gedanken gemacht, wie er den Parteienstaat überwinden könnte. Nun gibt es da­für Vorbilder und Beispiele, die allerdings nicht ohne weiteres für Rumänien anwendbar sind. Was König Carol durchgeführt hat, ähnelt am meisten dem diktatorischen Zugriff König Alexanders von Jugoslawien, nur daß in Rumänien der Ver­such gemacht worden und gelungen ist, die oktroy­ierte Verfassung durch das Volk unmittel- bar darauf billigen z u lassen, um eben der Gefahr einetDiktatur" du entgehen. Aber diese Verfassung sagt an jeder Stelle, die dafür in Betracht kommt: Der König regiert. Ihm stehen alle wesentlichen Rechte zu.

Das Parlament ist in feiner Rolle sehr zu­rückgedrängt, und noch ist es völlig ungeklärt, wie man sich seine Wahl vorstellt: nur der allgemeine Gedanke der berufsständischen Zusam­mensetzung ist in der Verfassung niedergelegt, der dafür notwendige Unterbau, der in Rumänien fehlt, und die Art und Weise der Wahl sollen noch geklärt werden. Wie man sieht, ist erst das Gerüst geschaffen, das in Zukunft ausgemauert werden soll. Einstweilen wird in Rumänien Ruhe herrschen, und damit die Möglichkeit gegeben fein, sich den sachlichen Staatsaufgaben zuzuwen­den. Hierbei will der Herrscher öffentlich den Aus­schlag geben, den er bisher schon hinter den Ku­lissen gegeben hat; neu und umstürzend ist, daß er in das volle Rampenlicht tritt und die Derantwor- tung vor der Geschichte auf sich nimmt. Ein König, der regiert!

für die Annäherung der europäischen Staaten seien die Aktionen der Mächte gewesen, die die Gen­fer Liga zu einem antifasch.i st i s ch e n Block hätten umgeftalten wollen. Moskau mache heute keinen Hehl daraus, daß es d l e Weltrevolution anstrebe und daß die einzige Möglichkeit, sie zu verwirklichen, ein Ä r i e g in Europa sei. Der jetzt in die Wege geleitete Der- such einer englisch - italienischen Annä­herung als erster Schritt zu einer Verstän­digung auf breiterer Basis sei, ganz gleich, wie dieser Versuch auslaufe, eine neue Niederlage für die Moskauer Jntri- ganten.

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Journalistische Sekundanten des Bolschewismus.

Daß ein Teil der englischen Presse die erneute schwere Niederlage des Bolschewismus um lernet entweder ganz totschweigt oder sie möglichst klein und versteckt bringt, ist kaum ver­wunderlich, wenn man bedenkt, daß diese Presse seit Beginn des Sowjetkrieges in Spanien ihre Sympathien offen für das Vorgehen des Mörder­staates bekundet hat und noch heute in den Kämp­fern des nationalen SpanienRebellen" und .^In­surgenten" sieht. Immerhin machen sich sehr bürger­liche Blätter im kapitalistisch-bürgerlichen England als Sekundanten des Bolschewismus reichlich selt­sam. Nachdem aber nun der augenfälligste Pro­tektor dieser einseitigen Gunstbezeugung in London zunächst von der politischen Bühne verschwunden ist, ergibt sich die Frage, ob die englische Presse nun wenigstens den bescheidenen Grad von Fairneß aufbringen wird, in Zukunft die albernen Lügen­berichte der Roten wenigstens nicht derart einseitig zu bevorzugen.

Mffolmi gegen die Sögen treffe Die internationale Berlegerorganisation soll für Abhilfe sorgen.

Z ü r i ch, 25. Febr. (DNB.) Dom 14. bis 17. Juni findet in Rom der VI. Kongreß des Internationalen Zeitungsverlogerverbandes statt. Minister A l f i e r i hat das Ehrenpräsidium übernommen. Den wich­tigsten Beratungsgegenstand bildet die B e k ä m p - fung tendenziöser und falscher Nach­richten, deren gefährliche Folgen auch der Führer mit allem Nachdruck unterstrichen hat. Mussolini hat nun den Präsidenten der internatio­nalen Verlegerorganisation Dr. R i e b m a n n (Ver­leger derNeuen Züricher Zeitung"), der augen­blicklich zur Vorbereitung des Kongresses in Rom .weilt, an eine Reihe von Vorgängen aus der letz­ten Zeit erinnert, um darzutun, wie stark das Hebet der tendenziösen Berichterstattung verbreitet ist. So sei z. B. aemelbet worden, er, Mussolini, habe vor der Rede Adolf Hitlers ein 20 Minuten langes Tele­phongespräch mit Schuschnigg geführt. An dieser Be­hauptung sei kein wahres Wort. Oesterreich sei übrigens ein deutsches Land, und es sei töricht, das zu verkennen. Alle diese unrichtigen oder gar unwahren Pressemeldungen schafften einen gei­stigen Zustand, der nicht unbedenklich sei, und den im Interesse des Friedens zu beseitigen alle Länder helfen sollten. Mussolini pertannte in der Unter­redung nicht die Schwierigkeiten zur Beseitigung dieses Hebels, aber er begrüße es sehr, wenn die Verlegeroraanisativnen einen praktischen Weg suchten, soweit als immer möglich bessere Zustände zu schaffen und vor allem für die Auf­nahme von richtigen Darstellungen zu sorgen. Mus­solini wies auf viele Fälle hin, in denen auch schwei­zerische Blätter es nicht nur an Objektivität hätten fehlen lassen, sondern sich sogar bewußt un­freundlich über Italien und italienische Verhält­nisse geäußert hätten. Er habe auf die Gefahr einer daraus entstehenden Trüdung des Verhält- n i s s e s zwischen den Ländern aufmerksam ge- macht.

Oie französische Kammer tagt

24 Interpellationen zur auswärtigen Politik sind der französischen Regierung in der Kammer gestellt worden. Eine Hnzahl von Rednern hat sich vor­merken lassen. Schluß der Debatte wahrscheinlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag... wenn alles gut geht. Zunächst ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß alles gut für die Regierung steht. In einem Punkt hat die französische Republik eine gute Tradition entwickelt: Regierungen sind fast nie über außenpolitische Fragen gestürzt worden. Seit der Gründung der dritten Republik hat es in Frankreich 103 Kabinette gegeben; aber ganz selten ist das Ministerium über eine Frage der auswärtigen Polittk unmittelbar gestürzt worden. Will man in solchen Fällen eine Regierungsänderung herbei- führen, so wirb ein Thema der inneren Polittk zur Hand genommen, wie es diesmal schon in dem verheißungsvollen und erbitterten Streit um das sogenannte Arbeitsstatut bereitliegt. Die Er­klärungen des Außenministers D e l b o s und des Ministerpräsidenten Chautemps werden vermut­lich dieser ganzen Sachlage Rechnung tragen, in einem prächtigenHelldunkel" abaefaßt fein und praktisch auf das berühmtesowohl als auch" hinauslaufen. Immerhin hat der Ministerpräsident schon in einer Unterredung mit dem Satz auf die Zukunft hingewiesen, er sei jederzeit bereit,einem großen Ministeriurn der nationalen Einigung Platz zu machen, das von der Rechten bis zu den Kommunisten (!) geht". Bis auf weiteres wird also anzunehmen sein, daß sich Frankreich von der kommunistisch - sowjetrussischen Kontrolle nicht freimachen kann.

Um Belgiens Unabhängigkeit.

Gegen die marxistischen Kriegshetzer.

Brüssel, 25. Febr. .(DNB.) In der Kammer begann die Aussprache über den Derteidi - gungshaushalt. Der liberale Abgeordnete Ien- nissen wollte wissen, ob trotz der belgischen Unabhän- aigkeitspolitik die Fühlungnahme mit dem französischen General st ab noch aufrecht­erhalten werde. Er ließ durchblicken, daß er die Fortsetzung dieser Fühlungohme zur Verteidigung des belgischen Staates für notwendig halte. Der Führer der nationalflämischen Fraktion, Borginon, erklärte, daß die Antwort des Kriegsministers auf diese Frage für die Zukunft Belgiens von großer Bedeutung sein werde. Auch das Ausland schenke diesem Problem große Beachtung. Die Abgeordne­ten von der Gesinnung Iennissens steuerten auf einen Verband der demokratischen

Länder hin. Eine solche Politik könnte aber g r o ß e s H n h e i l für Belgien mit sich brin­gen. Belgien müsse nach Hnabhängigkeit streben und dürfe keine Bündnispolitik treiben. Immer noch seien die belgischen Derteidigungsmaßnahmen zu sehr gegen D ft e n gerichtet. Wichtiger aber sei es, die Verteidigung Belgiens nach ande­ren Grenzen, die von einem Heberfall noch mehr bedroht seien als die Ostgrenze, vorzubereiten. Es sei zwar bekannt, daß man an der Südgrenze mit Verteidigungsmaßnahmen begonnen habe. Diese seien jedoch^noch ungenügend, während an der Ost- grenje Milliarden für unnötige Zwecke verschwendet würden.

Die Rede des Außenministers Spaak, der vor dem Generalrat der Sozialdemokratischen Partei offen erklärte, daß die Politik der Marxisten einem Kriege entgegensteuere, hat in der Oeffentlichkeit einen tiefen Eindruck gemacht. Der flämisch-katho­lischeStandaard" schreibt, Spaak habe ent­hüllt, daß die Kommunisten und ihre sozialdemokra­tischen Anhänger einenPräventivkrieg" der sogenannten demokratischen Länder gegen denFaschismus" vorbereiten. Man könne nicht bezweifeln, daß Moskau auf dem Wege "kollektiven Sicherheit" und durch die Genfer Liga einen Krieg entfesseln wolle. Die kleinen Staaten und heute auch England hätten dies

eingesehen, und sie wüßten, daß kollektive Sicher­heit und unteilbarer Friede in Wirklichkeitkollek­tive Unsicherheit" undunteilbarer Krieg" bedeuteten.Nation Beige" schreibt, daß sich die Kommunisten und ein gewisser Teil der Sozial­demokraten alsPartei des Krieges" ent­hüllt hätten.

Oie Wahlen zur Ersten Kammer in Estland.

Reval, 25. Febr. (DNB.) Die Wahlen zur Ersten Kammer der in der neuen Verfassung des Freistaates E st l a n d vorgesehenen Staatsver­sammlung, brachten 55 Kandidaten der hinter der Regierung stehenden Einheitsfront, während die restlichen 25 Mandate Gegenkandidaten gewannen, von denen sieben bis ad)t in den meisten Fragen die Regierung unterstützen werden, so daß diese eine Mehrheit von 78 v. H. haben würde. Die deutsche Minderheit ist in der Ersten Kam­mer nicht vertreten, da in keinem Wahlkreis so viele Deutsche wohnen, daß sie bei der Personal­wahl einen Kandidaten hätten durchbringen können.

Stoffenmifrüffang.

Don Konteradmiral a. O. Gabow.

Das Weltnachrichtennetz ist wieder einmal erfüllt von Lärm um Flottenprogramme, Schlachtschiff- zahlen und -Tonnage, und zwar meist mit so vagen Angaben und Begründungen, daß kritische Aufsicht am Platze ist. Es ist natürlich richtig, daß .die Welttage die Probleme der Seemacht wieder stär­ker in den Vordergrund gestellt hat, feit über dem Mittelmeer Kriegswolken hängen oder seit die ja- panische Seeherrschaft die großen Operationen in China ungestört ermöglichte. Die Besorgnis der durch frühere Eroberungen reich gewordenen Groß­mächte um ihren Besitzstand und um die künftige Gewichtsverteilung verbündet sich heute mit dem dumpfen Widerstand ihrer Volksfronten und demo­kratischen Mehrheiten gegen den Aufstieg und Er­folg der autoritären Staaten und erhöht dadurch die' Spannungen, die sich in eben diesen Flotten- rüstungsplänen und einer teilweise unverantwort­lichen Propaganda äußern.^

Um ihr die realen Tatsachen gegenüberzustellen^ Es steht zunächst 1 feft, daß die bisherigen Flottenverträge eine leidliche Ruhe ver­bürgt hatten, allerdings unter dem Gesichtspunkt einer starken und führenden Heber!egenheit der angelsächsischen Mächte, die Iap an schließlich nicht mehr ertragen wollte. Das Schlus- selverhältnis 5:5:3, das von 1922 stammt, galt seit 1936 nicht mehr, ohne daß sogleich Derschiebun-

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gen eintraten. In den Jahren bis dahin hielten die Flotten sich im ganzen im bisherigen Gleich­gewicht, nur daß die japanische, italienische und französische vielleicht etwas regelmäßiger auf zeit­gemäße Erneuerung ihrer leichten Streitkräfte be­dacht waren als z. B. die englische und amerika­nische. Anfang 1938 waren die Flottenstärken wie folgt bemessen (nur fertige Schiffe):

England 1 225 000 t

Amertka 1 095 000 t

Japan 766 000 t

Frankreich 536 000 t

Italien 408 000 t

Das leichte Zurückbleiben Amerikas im Stärkever­hältnis infolge der Hooverschen Sparperiode hatte das Vinson-Trammell-Flottengesetz von 1934 aiß- gelöst, wonach bis 1942 der vertragliche Rang wieder- hergestellt sein soll. Der Unterschied zwischenüber- a 11 e r t e m" undjüngerem" Material in den Flotten, oft zur Polemik benutzt, ist nicht so groß, um sensationelle Aufwendungen zu begründen. Insbesondere waren die Schlachtschiffe überall lange ohne Ersatz geblieben, und hier war es Frankreich, das mit zwei vertraglich übrigens berechtigtes Neubauten in Front ging, an­geblich, um den drei deutschen Panzerschiffenzu begegnen". Italien faßte den gleichen Entschluß, um mit seiner ohnehin schwächeren Schlachtschiffflotte (4:6) nicht völlig zurückzubleiben, Frankreich er­widerte mit zwei weiteren, und Italien folgt jetzt mit gleichem. Es find also beiderseits vier Neubauten miteinander zu vergleichen, oder mit den älteren zusammen sechs italienische Schlachtschiffe mit zehn französischen. Aber französische Vergleiche und zwar amtliche bestehen darauf, auchdiedeut- schen Neubauten heranzuziehen und errechnen damit für sich für 1941 einMißverhältnis" von 10:13, wobei die Panzerschiffe ohne weiteres als große Schlachtschiffe erscheinen. Mit dieser Begrün­dung bereiten sich neue französische Flöt- tenforberungen von mindestens zwei Schlacht­schiffen vor. Hier liegt also eine voreingenommene Auffassung von Sicherheit vor, die sich auf die euro­päischen Gewässer bezieht und den Ehrgeiz bekundet, stärker als zwei friedliche Nachbarn zu sein. Wie leicht es bei gutem Willen wäre, diesen Teil der Weltspannungen stillzulegen und damit alle euro­päische Rüstungspolemik,- ist von hervorragender Stelle oft genug gesagt morden.

Die seit 1936 beginnende englische Aus­rüstung konnte sich, trotz der imponierenden Tonnenzahlen, auf eine gewisse Zurückhaltung und Stagnation in den vorausgegangenen Jahren und auf wiederholte Versuche berufen, die Flottenver- träne zu erneuern. Ein außerordentlicher Hmschwung in der Einstellung von Regierung, Parlament und öffentlicher Meinung hat den Entschluß erneuert, die führende Seemachtrolle um jeden Preis zu wahren und den Gefahren, eingebildet ober nicht, für die englische Stellung auf den Meeren, b. h. die Beherrschung ber entscheidenden Verbindungs­wege, ins Auge zu sehen. Ein mächtiges B a u Programm von 89 Kriegsschiffen, dar­unter fünf Schlachtschiffe, zusammen 532 000 Ton­nen, soll heute schon nicht mehr genügen und u. a. um weitere fünf Schlachtschiffe ergänzt werden. Das bedeutet einen Endbestanb von 25 statt 15 Schlachtschiffen, ba bas ältere Material bestens modernisiert unb noch für lange brauchbar ist. Ohne Zweifel sollen bie Verstärkungen sich bei genügender Heimatreserve auf bas Mittelmeer und Dftafien auswirken, wo sie sich mit den amerikanischen Ab- sichten begegnen. Aucy hier wäre es vergeblich, die vorhandene und eingewurzelte Heberzeugung von einer drohenden Sicherheitsgefährdung zu be­kämpfen, ba bas ostcstiattsche Problem die Grenzen des britischen Weltreichs tatsächlich berührt.

Anders steht es mit ber amerikanischen Auffassung. Wenn die USA. ihre altroerbenben Schlachtschiffe burch Neubauten ersetzen, ist es ein natürlicher Vorgang. Aber wenn sie bie Flotte nicht nur auf ben Vertragsbestanb bringen, sondern um 20 v. H., b. h. auf 1 517 000 Tonnen verstärken unb dafür basübermächtige Anwachsen" ber j a - panis ch e n Flotte unb die Gefahr eines Angriffs von bort unb die gleichzeitigeSicherung nach'zwei Seiten" als Grunb anführen, so hat ber Abgeord- nete Board im Kongreß dazu im Namen des gefun­den Menschenverstandes zu bemerken gehabt, baß diese Vorstellung hirnverbrannt sei. Außer­dem haben Kongreß unb Oeffentlichkeit mit stete genber Dringlichkeit barüber Aufklärung verlangt, was an den geheimen Besprechungen mit ber eng­lischen Admiralität Wahres sei, ob Bindungen ober Abmachungen mit England über Zusammengehen gegen dieautoritären Staaten", über Verteilung ber Seeherrschaft im Atlantik unb Pazifik unb ähn­liches getroffen seien. Die amerikanische Regierung hat bas mit einer Salve von Dementis beantwortet, jedoch bäs weitverbreitete Gefühl nicht beruhigen können, baß eine Verständigung solcher Art tat­sächlich erfolgt dft unb USA. auf einen Pfad

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