3,-
i Durch die Stadtverwaltung finanziert, bis schließlich unter der Initiative von Dr. F e ld die Oeffentliche 'Handelslehranstalt gegründet wurde, die später
durch die Industrie- und Handelskammer allein ge-
landes!
1
ten.
Aus den Gießener Gerichtssälen
QUALITÄTS-ERZEUGNIS DER SIDOL-WERKE
,Zahn" mehr vorgelegt wird.
Echw
Demgegenüber scheinen zahlreiche Fußgänger der
schlag und Neu-Isenburg:
je 50 kg
15 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!/
Ich
noch immer
iu sein, daß dieser Radfahrerweg a n ch
>a ist; dies um so mehr, als Bürger^ ig
als so-
Sie Ich den gab be
sehe es doch an meiner Tochter. Die hat jetzt dritten Buben bekommen. Ein Prachtkerl! Ich was drum, wenn ich da meine alten Tage schließen könnte", seufzt er.
Gestern hatte sich die E. K. aus Gießen vor dem Amtsgericht wegen Diebstahls zu verantworten. Die
jähriger Beziehungen unmittelbar durch den Erzeuger beliefert, der die Kartoffeln in die Stadt bringt. Durch eine Anordnung vom 24. September 1938, die damals schon im „Anzeiger für die Hessische Landesregierung" veröffentlicht worden war, sind bereits, wie in den vergangenen Jahren, Verbraucherhöchstpreise für Speisekartoffeln festgesetzt worden. Die Preisbildungsstelle macht hiermit nochmals sowohl die Verbraucher als auch die Erzeuger auf diese Preise aufmerksam, um jeden Zweifel hinsichtlich der Höhe der Preise beim Bezug der Speisekartoffeln direkt vom Erzeuger auszuschalten.
Bei der Lieferung von Speisekartoffeln durch den Erzeuger an den Verbraucher frei Keller und auf dem Wochenmarkt dürfen folgende Höchstpreise nicht überschritten werden:
1. In Bingen, Darmstadt, Gießen, Mainz^ Offenbach, Worms, Buch-
der Baugenossenschaft wird in absehbarer Zeit eine wenig schöne Baulücke geschlossen und das Straßenbild vervollständigt werden. Das Baugelände ist 1460 Ouadratmeter groß. Es entstehen dort zwei Wohnhäuser (Doppelhäuser) mit einer Gesamtfrontlänge von 38 Meter. Jedes der beiden Doppelhäuser enthält 6-Drei- bzw. Vier-Zimmer-Wohnungen. Die Häuser erhalten ein Erdgeschoß, ein Obergeschoß unit ein ausgebautes Dachgeschoß. Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um ein Objekt, das einen Kapitalaufwand von rund 100 000 Mark erfordert.
Kartoffechöchstpreise einhatten!
LPD. Die Preisbildungsstelle beim Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — teilt mit:
Die Belieferung der Bevölkerung mit Speisekar- tofseln zu Wintervorratszwecken kommt nun allmählich in Gang. In beträchtlichem Umfange werden dabei die Haushaltungen häufig auf Grund lang
em e Geldstrafe nicht für ausreichend, und es verurteilte die Angeklagte zu einer Gefängnis- ftrafe von zwei Wochen.
werden.
Wenn der Verbraucher die Kartoffeln beim Erzeuger holt, gelten folgende Preise: je 50 kg
gelbe Sorten 2,65 RM.
weiße, rote und blaue Sorten 2,35 „
Wer die vorstehenden Preise verletzt, hat mit emp. findlichen Ordnungsstrafen zu rechnen. Die Preise dürfen unter-, jedoch nicht überschritten werden. Es macht sich jeder strafbar, der höhere Preise fordert oder sich auch nur gewähren läßt.
Heute Neitjagv unserer Garnison.
Am heutigen Dienstagnachmittag wird die erste Reitsagd des Standorts Gießen in diesem Herbst stattfinden. Die Veranstaltung wird aüf dem Gelände zwischen den Gailschen Fabrikgebäuden und der Bergschenke, etwa bis zum Waldrande, durch» geführt. Zuschauer versammeln sich, um einen guten Ueberblick über den Verlauf der Reitjagd zu erhal
ten, am besten auf der Anhöhe, die von der Landstraße (in Richtung Bergschenke) linker Hand gelegen ist und nach Norden zu von dem Feldweg begrenzt wird, der aus der Richtung des Verpflegüngs, amtes nach der Landstraße führt und durch ein Gehöft an der Einmündung des Weges in die Straße nach Leihgestern besonders kenntlich ist. Beginn der Reitjagd um 15 Uhr.
Achtung Radsahrerweq Kaiserallee!
Wer jetzt täglich durch die untere Kaiserallee zu! gehen hat, kann eine Beobachtung machen, die bedenklich stimmen muß: der Radfahrerweg auf der rechten Straßenseite (von Stadtmitte aus gese-
gelbe Sorten
weiße, rote und blaue Sorten
2. In allen übrigen Gemeinden im Land Hessen:
Deutschen Arbeitsfront getragenen großen ,Lrast- durch-Freude"-Werkes bieten die Veranstaltungen des Deutschen Volksbildungswerkes jedem schaffenden Deutschen die Möglichkeit, sich auf allen Gebieten des geistigen und kulturellen Lebens fortzubilden. Die geistigen und schöpferischen Anlagen finden hier ein weites Tätigkeitsfeld, das im gesunden Ausgleich zu der täglichen Berufstätigkeit steht.
3,15 RM.
2,85 „
Entscheidungen des Bezirksverwaltungsgerichts Gießen.
Das Bezirksoerwaltungrgericht Gießen hat in seiner Sitzung am 22. Oktober folgende Entscheidungen gefällt:
Die Klage des Mar Walldorf in Gießen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins für das Kj. 1938 wurde als unbegründet kostenpflichtig abgewiesen.
Der Klage des Konrad R e u ß in Friedberg gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg wegen 93er« sckgung der Genehmigung zur Erweiterung seiner Schankwirtschaft in der Haagstraße 45 wurde statt- gegeben. ’
In der Sache betr.: Klage der Katharine Keller in Wetterfeld gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Schotten wegen Erstattung von Fürsvrqekosten wurde die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Schotten aufgehoben.
Lehrliriaseinffellunq 1939.
Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Nach der Verteilungsanordnung in der Fassung vorn 1.3.1938 dürfen in privaten und öffentlichen Betrieben und Verwaltungen — ausgenommen Betriebe in Land- und Forstwirtschaft, Haushaltungen und die Schiffe der See-, Binnen- und Luftschiffahrt — Lehrlinge, Praktikanten und Volontäre nur mit , vorheriger Zustimmung der zuständigen Arbeitsämter eingestellt werden.
Der Antrcia zur Genehmigung der Einstellung von Lehrlingen (Anlernlingen) in der gewerblichen Wirtschaft hat auf einem eigens dafür bestimmten Vordruck zu erfolgen.
Diese Vordrucke sind außer bei den Arbeitsämtern auch bei den Industrie- und Handelskammern erhältlich. Für das Handwerk werden sie auch von den Kreishandwerkerschaften und Innungsgeschäftsstellen au-gegeben. e
Der ausgeküllte Antragsoordruck ist nicht unmittelbar an das Arbeitsamt, sondern zunächst an die zuständige Industrie- und Handelskannner zu richten; Betriebe des Handwerks reichen ihren Anttag zunächst bei ihren Innungen ein.
Dort müssen die ausgefüllten Anträge bis zum 15. November 1938 eingereicht sein. Verspätet ein- gereichte Anträge können eine Berücksichtigung nicht erfahren.
Neues Bauvorhaben der Gemeinnützen Banq-no^en^cha^ 1894.
Baulücke Friedensstraße wird geschlossen.
Vorstand und Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Baugenossenschaft 1894 Gießen haben den Beschluß gefaßt, ein weiteres Bauvorhaben in Angriff zu nehmen. Nachdem die Häuserreihe an der Iahnstraße bezogen ist und nun auch die drei Doppelhäuser (mit insgesamt 12 Dreizimmer-Wohnungen) am Sannen* weg ihrer Vollendung entgegenaehen, soll im Frühjahr nächsten 3obres mit der Arbeit an zwei weiteren größeren Wohnhau«bauten begonnen werden. Die Verhandlungen um Grund und Boden wurden in diesen Sagen abgeschlossen. Bebaut wird das Gelände in der Friedensstraße zwischen den Häusern der Kriegersiedlung und den neuen Häusern, die für Angehörige der Wehrmacht auf der rechten Seite der Straße erstellt wurden. Mit diesem Bauvorhaben
Monate gelten durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Angeklagte nahm das Urteil fort an.
macht £oaix~ Schukcectn ’ so ficqekct!
erst einmal wissen, was sich der Herr da drüben für Vorstellungen macht. Und wäre es nicht wirklich für Sie besser, in aller Ruhe Ihrer Musik zu leben? Sie sind eine Frau, eines Tages werden heiraten und da Ihre Lebensaufgabe finden.
gelbe Sorten
weiße, rote und blaue Sorten 2,70 "
Diese Preise beziehen sich für bas Verbringen frei Keller, es dürfen also keine weiteren Unkosten, wie z. B. Transportkosten, Verpackungskosten oder Abtragungskosten neben diesen Preisen noch gerechnet
und Radfahrerweg ohne jeglichen Höhenunterschied und ohne besondere Markierung aneinandergrenzen. So sieht man zu jeder Tageszeit viele Fußgänger, die den Radfahrerweg mitbenutzen, wozu an sich keinerlei Notwendigkeit oorliegt, denn der eigentliche Bürgersteig ist breit genug, um auch einem erheblich größeren Fußgängerverkehr gewachsen zu sein. Die nächste Folge ist, daß die Radfahrer, von welcher Richtung sie auch kommen mögen, nicht etwa klingeln und damit die Fußgänger aufforbern, den Radfahrerweg zu verlassen, sondern einfach im Bogen über den Bürgersteig um die Gruppen der Fußgänger herumfahren, um dann wieder auf den Radfahrerweg einzubiegen. Diese Art gegenseitigen Verhaltens läuft den Derkehrsvorschriften natürlich zuwider. Es kann nur ein glücklicher Zufall genannt werden, daß es bisher' ohne Unfall abging.
Es fei in diesem Zusammenhänge darauf aufmerksam gemacht, daß es für die Radfahrer Pflicht ist, überall da, wo Radfahrerwege vorhanden find, diese zu benutzen. Selbstverständlich ist es verboten, daß der Radfahrer auf den Bürgersteig fährt, auch wenn dieser Bürgersteig auf gleicher Hohe liegt. Der Fußgänger dagegen muß sich darüber klar fein,
Erweiterung
-er Oeffentlichen Handelslehransialt
Besihwechsel des Hauses des Kaufmännischen Vereins.
Schwurgericht Gießen.
Gestern hatte sich eine Frau aus Schwickartshausen vor dem Schwurgericht wegen Kindestötung zu verantworten. Die 46jährige Angeklagte ist Witwe und Mutter mehrerer Kinder. Etwa vor einem Jahre knüpfte sie mit einem verheirateten Manne aus dem gleichen Orte, in der Hauptsache auf Bett eiben des Mannes, Beziehungen an, die nicht ohne Folgen blieben. Da sich der Mann trotz mehrfacher Vorstellungen seitens der Angeklagten von ihr zurückzog, als er merkte, daß sie ein Kind erwartete, faßte sie den Entschluß; das Kind zu beseitigen. Als dieses im August dieses Jahres lebensfähig zur Welt kam, ließ es die Angeklagte unter der Bettdecke vorsätzlich ersticken und beseitigte alle Spuren des Verbrechens.
In der gestrigen Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, gab die Angeklagte, nachdem sie zunächst starke Einschränkungen gemacht hatte, tm wesentlichen den Ssch- verhalt zu. Zu ihrer Entschuldigung führte sie an, sie sei zu dieser Tat durch das ablehnende Verhalten des Kindesvaters und aus Angst vor dem Gerede der Leute gekommen. Mit Rücksicht hierauf billigte ihr bas Gericht mildernde Umstände zu und erkannte, gemäß dem Antrag der Staatsanwaltschaft, auf 2% Jahre Gefängnis. Zwei
„Das kann ich gut begreifen, Hägebarth. _ , weiß auch, was Sie solange gehalten hat. Dafür
schule — zunächst in eigener. Rechnung — einzurich- Jahrzehntelang wurde buch die Fachschule auf-
Killer für den 3‘ L-iideM der rt die ,-reMMd-- UengelH* den, daß dst Dank M die in b oünung des daß sie ' Mterhilfswerk bi stellen.
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Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa
In der Urteilsbegründung verurteilte, der Vorsitzende das unwürdige Verhalten des als Zeuge vernommenen Kindesvaters und bezeichnete diesen als den Hauptschuldigen. Immerhin habe die Angeklagte, so führte der Vorsitzende weiter aus, die Mindeststtafe von 2 Jahren nicht verdient, da sie den Entschluß, das Kind zu beseitigen, schon verhältnismäßig stütz gefaßt habe und bei dessen Ausführung planmäßig vorgegangen sei.
Amtsgericht Gießen.
hen!) scheint als solcher n o ch nicht von allen Fußgängern anerkannt zu sein! Die ~ .. - . . . /. - ---------- ~ - Radfahrer dagegen haben rasch davon Besitz er-
Angeklagte, die bei einer hiesigen Familie beschäf- griffen und lassen erkennen, daß der glatte Weg ttgt war, hatte dort zweimal aus einer Handtasche, zwischen Straßenbahngleis und Bürgersteig ihre die sie m der Wohnung vorland, Geldbeträge von Fahrbahn ist. Sie lassen es vor allem daran er- « ... 5,- RM. entwendet. Die Angeklagte be- kennen, daß auf diesem glatten Stück Weges ein
stritt entschieden, die Diebstähle ausgefuhrt zu haben, I ~ - - - - •
sie wurde jedoch durch die Beweisaufnahme eindeu-1 tig überführt. Trotz ihrer Unbestrafttzeit hielt das Meinuna^zi Gericht mit Rücksicht auf ihr hartnäckiges Leugnen für sied.
luna am gestrigen Montagabend wurden die Mitglieder des Kaufmännischen Vereins über den Verkauf des Hauses informiert und ihr Einverständnis herbeigeführt. Die Versammlung erklärte fwd) mit dem Verkauf des Kaufes an die Industrie- und Handelskammer für die Zwecke der Oeffentlichen Handelslehranstalt einverstanden. •
Aus der Geschichte des Hauses ist es interessant zu wissen, daß ursprünglich der Kaufmännische Verein das Haus baute, um darin eine kaufmännische Fach-
danke ich Ihnen.
Aber Geduld! Sie werden nicht lange aüf Ihre Ruhe zu warten haben. Vielleicht verkaufe ich dann ist Ihre Aufbade hier erfüllt. Dann sollen Sie's gut haben bei Ihren Enkeln, dafür w>ll ich schon sorgen!"
„Dafür hat sich der alte Hägebarth schon selbst fein Scherflein zurückgelegt!" lacht er.
Karola merkt, daß sie nicht vorwärtskommen. Hägebarth kann eben nur ein wenig trösten. Helfen — das kann er auch nicht. Das Schwerste muß jeder in feinem Leben allein durchmachen.
„Vielleicht kann man mit dorn Kapital, das man dann in der Hand hat, etwas Neues beginnen —" Karola jagt das so hin, ohne einen Augenblick daran zu glauben.
Aber der Gedanke klingt in ihr weiter.
. Etwas Neues —? Ja, hat sie so ganz im stillen nid)t schon einmal mit dem Gedanken gespielt? — Eigentlich dachte sie ja nur an eine stille Beteiligung, aber vielleicht kann man die ganze Sache -auf die eigenen Schultern nehmen?
Sie wendet sich kurz zu Hägebarth.
„Ich werde den Herrn auffuchen und hären, was er von mir will. Dann wollen wir weitersehen. Melden Sie mich bitte an... ich fahre morgen nach Berlin. Jetzt will ich einmal hinüber in den Ma- schinensaal!"
'.Jawohl", sagt Hägebarth und sieht ihr erstaunt nach. Was ist denn so plötzlich in sie gefahren?
Drüben im Maschinensaal 3 wartet der junge Dr Grote. Er hat seinen „Chef" heute zum ersten- mal gesehen, und er ist ehrlich genug, sich einzuge- stehen, daß er sich ein wenig verliebt hat. Was ist das für ein Mädel — nein, eine Frau! Dieser Gang, diese Haltung, diese herrliche Art, sich zu geben!
Gs ist ihm heiß in die Knochen gefahren, daß sie sich ausgerechnet bei ihm ansagt. Vielleicht soll er ihr zeigen, was er geschaffen hat, was er für reformbedürftig hält.
Ach, das ift eine ganze Menge! Er hat längst ge
denken!"
Nun ist Grote in seinem Fahrwasser. Jetzt stottert er nicht mehr, jetzt spricht er frei und ohne Hemmung, denn das ist ja „sein" Gebiet.
„Ich kenne Karajan persönlich. Das heißt... ich habe einige Vorlesungen gehört, die er bei uns in Leipzig als Gast hielt. Und hinterher haben wir einige Stunden zusammengesefsen... einige Kameraden und Doktor Karaian. Aber das ist wohl unwichtig, gnädiges Fräulein?"
„Ich bin Fräulein Westner. Außerdem ist das alles sehr wichtig. Mehr als Sie begreifen können. Bitte, berichten Sie ganz ausführlich!"
Wie Sie es wünschen. Diese einzige persönliche Berührung mit Doktor Karajan hat mir die lieber« Zeugung gegeben, daß er ein ganz überragender Kopf ist. Er ist der geborene Forscher, den fein Mißerfolg abschrecken kann. Seine Arbeit auf dem Gebiet der künstlichen Werkstoffe hat bestimmt große Zukunft. Man müßte ihm nur die Möglichkeit geben, alles in Ruhe zu vollenden."
„So. Und fein Mißerfolg bei der ,Union*...?" fragt Karola und dabei sieht sie irgendwohin und bittet in ihrem Herzen: „Sei m:r nicht böse, Her- .bert, daß ich hier' so mißtrauisch frage, aber ich
Zwei
* Dutenhc 15.15 Uhr ereigi fiulenfoen unb Mtigg nad) 3} ftertebrsunf wagen, befett Aachen, wollte ein« bei. geriet der Le Straßenseite aus X B au m, der um; an einem zweite' den heftigen Ans besitzers sehr s Der Lenker des Uche Lru stqu Mßten sofort in bradji werben. A N tie flrau in »W für sie wiwts hat sich ^chl schwer, a W über die Ursc geschlossen. Der Wf gegeben, 21- öer verunM ist ander,
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Hägebarth ist ganz leise hinter sie getreten und streichelt ihr übers Haar. Er kann jetzt nicht „Fräulein" saaen und so tun, als sei er der Angestellte , und sie Die Herrin, wenn's ja auch so ist.
„Sehen Sie, es kommt nun so, wie ich's gefürchtet habe, seit Ihr Großvater die Augen schloß. — Ihre beiden Väter — Gott hab sie selig — waren keine outen Kaufleute. Erst ein Künstler, bann ein Gelehrter, der sehr klug war, aber beide hatten nicht das, was dazu gehört, ein solches Werk ZU halten und auszubauen. Ich hab's auch nicht. Ader Ihr Herr Großvater, der hatte bas: Genie möchte man sagen. Es fiel ihm eben etwas ein. Er tarn plötzlich mitten während der Bürostunden, holte mich von meinem Schreibtisch und ging mit mir hinaus in die Berge... und dabei bekam ich dann zu hören, was ihm eingefallen war: ein neuer Artikel ober eine neue Form der Verpackung ober des Vertriebes.
Ach Gott, er war so erfinderisch; er hatte den Mut dazu, so etwas zu tun, auch wenn's zunächst ganz verrückt aussah. Es gab eine Zeit, da waren die „Vereinigten" beinahe tonangebend in der Branche, soweit es sich um Spezialitäten handelte. Ich denke sehr, sehr gern an diese Zeiten zurück... und an den alten Herrn da oben..."
Er weist kurz auf das Bild.
..Und immer frage ich mich: Was hätte er wohl getan, wenn er nun plötzlich neben uns säße, Karola? Wollen wir nicht einmal darüber Nachdenken? Er war zu klug, um mit dem Kopf gegen die Mauer zu rennen. Ganz bestimmt. Und das wollen wir gerade jetzt tun. Denn etwas anderes wäre es nicht, wenn wir bas Angebot der .Union' jo rundweg abschlckgen würden. Wir wollen einmal in Ruhe überlegen, ob das Angebot für uns nicht ganz annehmbar ist."
„Sie wissen ganz genau, Hägebarth, baß man unsern Betrieb einfach schließen wird. Ich werde niemals zugeben, daß dreihundert Menschen morgen auf der Straße liegen."
„Das ist doch nicht gesagt, Fräulein Karola!" widerspricht Hägebarth mit sanfter Hartnäckigkeit. „Melleicht läßt man uns mehr Selbständigkeit, als wir es vermuten. Auf jeden Fall muß man doch
merkt, daß hier einige ältere Herren sitzen, die eigentlich hinter einen Balkon voller Geranien geboren. Der ekelhafteste ist dieser Reklamemensch, den er vom ersten Tage an nicht leiden konnte.
Nun wartet ,er. Und die zehn Minuten, nach denen sie kommen wollte, sind lange herum. Die Maschinen liegen schon still, die Leute sind längst aus dem Betrieb. Er geht ein wenig nervös in seinem Glasoerschlag am Ende des Maschinensaals auf und ab. Sollte sie es vergessen haben/... Aber nein, sie sieht nicht so aus, als vergäße sie, was sie vor einer halben Stunde gesagt hat. Sie wird kommen, das weiß er.
Als sie nun wirklich in der Tür steht, schlägt ihm das Herz wie einem Primaner, er wird rot und weiß sich gar nicht zu benehmen. Ach, es ist schrecklich. Er .tonnte sich selbst vor Wut ohrfeigen.
Karola, die an anderen Tagen an seiner jungenhaften Verlegenheit sicher ihre stille Freude gehabt hätte, merkt aar nichts. Sie ist mit ihren Gedanken . da oben bei Hägebarth.
„Entschuldigen Sie..." fährt sie sich über die Stirn, als Grote seine Anwesenheit durch ein leises Räuspern in Erinnerung bringt. „Ich habe ein wenig viel im Kopf in diesen Tagen Aber... trotzdem ist mir eine Bemerkung von Ihnen aufgefallen. Sie fa-gten da etwas von der Erfindung eines Doktor Karajan. Wollen Sie mich bitte Darüber unterrichten? Insbesondere, was Sie darüber
zu klein erwiesen. Zwischen der Industrie- und Handelskammer als Trägerin der Schule und dem Kaufmännischen Verein wurden nun Verhandlungen gepflogen mit dem Ziel, Haus und Grundstück des Kaufmännischen Vereins, die unmittelbar an die Oeffentliche Handelslehranstalt angrenzen, für Zwecke der Schule käuflich zu übernehmen. Die Verhandlungen sind nunmehr zum Abschluß gekommen. In einer außerordentlichen Hauptversamm-
tragen wurde.
Durch die Hinzunahme des Gebäudes des Kaufmännischen Vereins kann der Lehrbetrieb der Oef- fenllichen Handelslehranstalt eine günstige Aus« Weitung erfahren. In der Hauptsache wird das neue Gebäude für Klaffenräume Verwendung finden. Vor allem sollen drei Klassen, die gegenwärtig gastweise in der Alten Pestalozzischule und in der Goetheschule untergebracht sind, in eigenen Räumen unterrichtet werden. Die räumliche Erweiterung gestattet die Auflockerung einiger bisher zu großer Klassen. Da einige Klassenzimmer im bisherigen Schulhaus frei werden, wird ein großer Raum für den warenkundlichen Unterricht herge- richtet. In den neu gewonnenen Schulräumen wird auch ein Saal mit Buchungs - und Rechenmaschinen ausgestattet werden können, so daß auch auf diesem Gebiete ein großzügig gestalteter Unterricht aufgenommen werden kann.
muß doch Horen, wie dieser Junge so herrlich begeistert von dir erzählt..." •
„Dieser Mißerfolg ist in erster Linie ein Mißerfolg des famosen Doktor Meßdorff, der die Zeit nicht abwarten konnte!" Grote ist aufgesprungen, seine Augen flammen.
„Ich sage Ihnen das hier in aller Oeffentlichkeit: an diesem Doktor Karajan hat man sich schwer versündigt! Wie konnte man mit einem solchen Kopf so Schindluder treiben? Und wenn Sie mich auf Der Stelle vor die Tür setzen, Fräulein Westner, denn ich weiß ja, daß er bei Ihnen gearbeitet hat, das kann ich nicht verschweigen. Vor das Gericht zerren, weil er seine Arbeit nicht sang- und klanglos für einen Hundelohn abgeben will... nein, das werde ich nie begreifen können! Ich bitte Sie, gnädiges Fräulein, da muß dieser Mann, der in seinem kleinen Finger mehr Verstand hat als mancher Gerichtshof einschließlich Zeugen, sich hinstellen und den blutigen Laien Dinge auseinander- setzen, die sie doch niemals verstehen! Stundenlang! Na, das war eben die Sauerei in jenen Jahren vor dem Großreinemachen...."
Er unterbricht sich entsetzt. „Verzeihung... ich rede da so frei und formlos..."
Doch Karola winkt lächelick) ab.
„Ich kann eine ganze Portion vertragen! Aber..« übertreiben Sie nicht, Herr Doktor?"
„Mögen Sie von mir denken, was Sie walten! Ich halte den Mann für ein Genie. Und es gibt noch mehr, die der gleichen Meinung sind. Gewiß, er scheint persönlich nicht ganz umgänglich zu sein, das kann stimmen. Aber wer verlangt von ihm, daß er ein Salonlöwe fein soll? Ich nicht, wir alle nicht, die wir ihn damals gehört haben. Wir würden uns die Hacken ablaufen, wenn wir mit ihm auch täglich nur eine Stunde Zusammenarbeiten konnten! Und in dieser Stunde konnte er mit uns tun, was er wollte, konnte uns anschnauzen wie die Schuljungs, wir wären trotzdem stoh! Denn er ist ein Könner und Dabei doch... ein ganzer Kerl. Und was für einer! Aber solche Kerle hat man damals hier nicht brauchen können, die muhten ins Ausland!"
Karola muß doch -ein wenig lächeln. Wenn der Junge da ahnte, wem er seinen Hymnus auf Karajan vorsingt, dann würde er wahrscheinlich Augen machen! Aber wir werden ihm nichts verraten! Im Gegenteil! Soll er sich ruhig noch ein wenig ereifern! Jedes Wort, das er berichtet, füllt Karolas Herz mit einem glühenden Stolz! Ach, Herbert... denkt sie glücklich,... daß ich dich ge* funden habe!
(Fortsetzung foiy!)
Möge daher kein Erwachsener an diesem so wich
tigen Feierabendwerk achtlos vorübergehen, daß Bereits feit einiger Zeit ist man bemüht, für die s rechterhalten. Nach dem Kriege wurde dann die gerade dem Werktätigen im Gegensatz zu stüher die Oeffentliche Handelslchranstalt, die gegenwärtig von Schule gemeinsam durch Den Kaufmännischen Vergeistigen und kulturellen Besitztümer unseres Volkes nahezu 500 Schülerinnen und Schülern besucht ist, | em, durch die Industrie- und Handelskammer und erschließt und sie zum Gemeinbesitz aller Deutschen mehr Raum zu schaffen, Denn Das Haus an Der Durch Die Stadtverwaltung finanziert, bis schließlich macht." i Ecke Steinstraße/Werner-Wall hat sich infolge Der r*“1*“ «*-■*•-* F"fk
Die Parole in Diesem Winter muß lauten- IeDer erfreulichen Entwicklung Der Schule sehr bald als Handelslehranstalt gegründet wurde, Volksgenosse Hörer in Den VolksbilDungsstätten unD — or-;- —’•«* *’”•* h.» Hnhitit™, «mh Damit Mitarbeiter am kulturellen Aufbau Des Vater-


