Einzelbild herunterladen

Nr. 250 Zweites Blatt

vien?taa.25.Gttober 1938

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Die <Staai5au||id)t über Die Städtischen Spar-

Kreisdirektor des Landkreises ausgeübt, der im

Haus.

Kreisausschuß als Beschlußbehärhe in

Lpd.

schicken.

*

Hochschulnachrichten.

Halter in Hessen, Landesregierung.

In den Stadtkreisen ist nach § 9 der staatliche Polizeiverwalter Verkehrsvolizeibehörde nach der Straßenverkehrsordnung und Derwaltungsbedörde nach der Straßenverkehrszulassurgsordnung: höhere Verwaltungsbehörde für den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen, für die Ausbildung von Kraft­fahrzeugführern, für die Anerkennung von Sach­verständigen im Kraftverkehr; Polizeibehörde nach

Am heutigen Dienstagabend, 20.15 Uhr, eröffnet die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" in feierlicher Form das Dolksdildungswerk für das Winterhalbjahr 1938/39. Die Eröffnungsveranstal­tung findet in Äer Aula der Universität statt. 3m Mittelpunkt des Abends stehen die Vorlesungen des sudetendeutschen Dichters Bruno Brehm, der aus eigenen Werken lesen wird. Kreisleiter Backhaus wird der Winterarbeit des Volksbildungswerkes in einer Ansprache richtungweisende Worte voraus-

die Befugnisse des Kreisamts (Kreisdirektors) auf den Oberbürgermeister über. Befindet sich das Bau­oder bewegliche Denkmal im Eigentum oder Besitz der Stadt, so entscherdet der Reichsstatthalter in

Hochschule Berlin. Gleichzeitig hat der Reichs- erziehungsminister dem bisherigen Rektor Professor Zimmer! seinen Dank ausgesprochen.

Dem Direktor Dipl.-Ing. Johannes Körting in D e s s a u wurde unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Gasverwendung und Industrie- ofenbau in der Fakultät für Maschinenwesen und

Hessen, Landesregierung.

Rach § 8 erhält die Hessische allgem.'.ne Bauord-

NSG. Das Volksbildungswerk der NS.-Ge- meinschaftKraft durch Freude" im Gau Hessen-Nassau hat seiner Arbeit in diesem' Winter einen großen Rahmen gegeben. Be­sonders reichhaltig ist der Winterplan der Dolksbildungsstätten, die in unserem Gau in Frankfurt a. M., Darmstadt, Gießen, Mainz, Oberlahnstein, Offenbach, Wiesbaden und Worms bestehen.'

Als die Zentralen des Bildungswesens unserer Gemeinschaft wollen sie das Wissen der Volksge­nossen auf allen Gebieten erweitern und vertiefen. Die Arbeit der Volksbildungsstätten ist in diesem Winter in zehn Gebiete gegliedert: inBlick in die Welt",Blick m die Natur", ,Deutsches Kultur- und Geistesleben",Geschichte und Politik",Gesundes Volk",Wehrhaftes Volk",Volk an der Arbeit",

Im Vorprogramm läuft die neue Wochenschau- ein Kulturfilm aus Mandschukuo und ein Vorspann Hans Thyriot.

zulernen und uns darnach einguftellen..

Vornotizen

Tageskalender für Dienstag.

leute findet, ist für sie kein Platz mehr auf dem Schiff, das ihr Leben und Heimat bedeutet hätte: sie geht an Land und baut sich dort ein neues Da­sein auf. Das ist nun nicht leicht in der aro zen Stadt Hamburg, und es gibt auch allerhand Wider­stände und Enttäuschungen, aber am Ende findet das Mädchen auf eine crjit selbstverständliche Art ...

ihren Platz, roi fr bing^' "t und F^u und Mutter Elektra'-chmk an der Technischen Hochschule K a r l 3 sein kann. Der Film, nach einem Roman der be-lruhe übertragen.

Gloria-palast:

Ein Mädchen geht an Land/'

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie- runa veröffentlicht imAnzeiger der Hessischen Landesregierung" Nr. 148 vom 22. Oktober 1938 eineErste Verordnung zur Durchführung des Ge­setzes über die Bildung der Stadtkreise Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms vom 9. August 1938". Danach wird in Ausführung dieses Gesetzes für die Stadtkreise also auch für die Stadt Gießen gültig folgendes ange­ordnet:

In den Stadtkreisen gehen nach § 1 die Befug­nisse des Kreisamts (Kreisdirektors) über: a) auf

Aufklärung über alle sonstigen Fragen, bie im Zusammenhang mit der Boltsflasmaste auftreten, erteilen die Dienststellen des Reichslustschutzbundes. I zu Lasten

Heute Eröffnung

-es Voiksbiidungswerkes 1938/39

Gudetendeutlcher Dichter liest aus eigenen Werken.

I teiligten zu verhandeln. Soweit hierbei die Gim ! Wendungen ihre Erledigung nicht finden, entscheide! über sie bei der Planaeneymigung der Reichsstatt-

gabten Eva ßeibmann gestaltet, hat vielleicht nicht in allen Stücken ein filmisch ideales Dreh­buch, aber er ist ebenso erfreulich unkonventionell wie seine Hauptdarstellerin. Der Spielleiter Wer­ner H o ch b a u m , der mit Eva Leidmann zusam­men das Buch schrieb, hat die stofflich neuen Mög­lichkeiten empfunden, die sich aus dem Thema er­gaben, und ihm gelingt nicht nur die atmosphärische Gestaltung der eigentümlichen Stadt- und Seeland­schaft von Hamburg, sondern er dringt auch in mancherlei sehr verschiedenartige Lebensbezirke ein, die sich hinter dem Außenbilde auftun. Es ist ein Verdienst des Films, diese Schauplätze samt den Menschen, die sie bevölkern, in einer unromantischen Wirklichkeit gesehen und wiede^rgegeben zu haben. Der Film hat wohl nicht alle erzählerischen Ele­mente völlig im Bild auflösen und konzentrieren können, aber doch das Wesentliche davon, und hat gezeigt, welche Gebiete eine geschickt gelenkte Kamera sich noch zu erobern vermag. Neben der Flicken- schildt entwickelt ein großes Ensemble ein roman­haft farbiges und bewegtes Bild von Menschen und Berufen, von Charakteren und Leidenschaften. Am stärksten belichtet: Karl Kuhlmann (Jonny Ha- fenbein), Friedrich Schmidt (Käptn Lüders), Claire R e i g b e r t (Tante Mariechen), Herbert A. E. Böhme ^Friedrich), Roma Bahn (El­friede), Erika Gläßner (Witwe Juhl), Maria P a u d l er (Lisa), Lotte Lang (Hausmädchen aus Wien); dis Gießener werden in einigen Szenen Herrn Arzdorf wiederbegegnen. Ein paar ein­fache Bilder wie die Trauerbotschaft an Bord und der Kindergeburtstag an Land werden dem Be­schauer lange im Gedächtnis bleiben. (Ufa.)

Volkstum und Heimat",Ein Volk erobert die Freude" undWir steigern die Leistung".

Erstmalig werden in dem diesjährigen Winter­arbeitsplan der Bolksbildungsftät4en auch Arbeits­gemeinschaften gebildet, in denen die Grundlehren des Nationalsozialismus behandelt werden. Durch den Besuch dieser Arbeitsgemeinschaften wird allen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben, sich plan­mäßig in politisch-weltanschauliche Fragen einzu­arbeiten. Besondere Beachtung wird die Arbeitsge­meinschaft bei den Teilnehmern am Berufswett- kampf aller schaffenden Deuffchen finden, denen da­durch die Möglichkeit zur Vorbereitung auf die politisch-weltanschauliche Prüfung offensteht. Die Arbeitsgemeinschaft, nach deren Abschluß den Teil­nehmern auf Wunsch eine Bestätigung über den regelmäßigen Besuch vom Leiter der Arbeitsgemein­schaft ausgehändigt werden kann, steht jeweils unter der Leitung des Kreisschulungsleiters der NSDAP.

Für die einzelnen Volksbildungsstätten hat jetzt das Volksbildungswerk - in der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" ein aeschmackvolles Heftchen herausgegeben, das die Volksgenossen über die Arbeit der Volksbildungsstätten unterrichtet. Mit schönen Bildern ausgestattet enthält das Heft alle Vorträge, Kulturfahrten, Führungen usw., die im Nahmen der Winterarbeit der jeweiligen Volks- bildungsstätte durchgeführt werden. Die Bedeutung der Volksbildungsarbeit wird durch ein Geleitwort unterstrichen, das Reichsminister des Innern Dr. Frick geschrieben hat und das dem Heftchen voran- gestellt ist. Es lautet:Im Rahmen des von der

Deutsche Arbeitsfront, NSG.,Kraft durch Freude": 20.15 Uhr, Aula der Universität, Vortragsabend: Bruno Brehm liest aus eigenen Werken. Stadt­theater: 20 bis 23 UhrDantons Tod". Gloria- Palast (Seltersweg):Ein Mädchen geht an Land". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Frauenehre". Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Ausstel­lung im Turmhaus am Bränd.

ErstaufführungDantons Tod".

Heute findet zum 125. Geburtstag von Oeorg Büchner die Erstaufführung vonDantons Tod" im Stadttheater statt. Das Gießener Stadttheater ist eines der ersten, das zu diesem Gedenktage durch die Aufführung vonDantons Tod" an die Verpflich­tung des deutschen Theaters gegen den mit 24 Jah­ren verstorbenen Büchner erinnert, dessen Name eng mit der Geschichte Gießens verknüpft ist. Spieltet- tung Dr. Hannes Razum. Bühnenbilder: Karl Löff­ler. Mitwirkende: das gesamte Personal des Stadt­theaters. Dienstag-Miete, 4. Vorstellung. . Anfang 20 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. '

Richtigstellung.

*7* Verschiedentlich ist das Gerückt aufgetaucht, daß bestimmte Organisationen, z. B. SA., Deut­sches Rotes Kreuz, Polizei usw., die Versorgung ihrer Angehörigen mit Dolksgasmasken selbst vor­nehmen. Diese Ansicht ist unzutreffend. t

Soweit Angehörige dieser Organisationen Dienst- Gasmasken haben, sind sie nur für Dienstzwecke zu gebrauchen. Für ihren persönlichen Gasschutz, den sie in ihrer Wohnung oder auf dem Wege zum Dienst benötigen, müssen sie selbst sorgen. Die Be­schaffung einer Volksgasmaske ist deshalb auch für die ' Mitglieder dieser Organisationen erforderlich. Ihre Ausgabe erfolgt ausschließlich durch die NSV., welche im Falle der Bedürftigkeit auch die Verbilligung aus Reichsmitteln besorgt. Eir Be- schaffung der Volksgasmasken durch SA. usw. selbst erfolgt nicht.

unddreißigjährige Bizet mit dem Tode rang, führte die Op£ra ComiqueCarmen" zum dreiund- dreißigsten Male auf!

Am Tage' der Trauerfeier füllte sich die Trini­tatiskirche bis zum letzten Platz. Bizets greiser Lehrer, Charles Gounod, Massenet, Tho­rn a s und andere bedeutende Musiker hielten Ehren­wache. Zwei langsame Sätze aus derLArl£sienne= Suite"und eine Phantasie über Motive ausCar­men" gaben her Feier die musikalische Weihe. Unter den Klangen des Chopinschen Trauermarsches wurde der Sarg hinausgetragen auf den Friedhof von Montmartre, her die sterblichen Reste so vieler be­deutender Künstler bewahrt...

Am gleichen Abend wurdeCarmen" gegeben. Niemand weder auf der Bühne noch im Zu­schauerraum vermochte sich der Tränen zu ent­halten ... .

Am 30. Oktober 1875 führte die Hofoper in Wien zum ersten Male Bizets Meisterwerk auf. lieber Brüssel und Marseille nahm sie ihren Siegeszug durch England, Italien, Deutschland, Schweden und Amerika. Wir haben erfahren, daß sich Tschai­kowskys Prophezeiung erfüllt hat:Ich bin öa* von überzeugt, daß diese Oper in zehn Jahren die populärste der Welt sein wird!"

So hat sich das Schicksalslied des schöpferischen Menschen Bizet erfüllt.

M arieluise Henmger.

Oie Zuständigkeiten in den neuen Stadtkreisen

Neuregelung auch für die S adt Gi ßen

Nach § 3 gehen die Befugnisse des Kreisamts (Kreisdirektors) oder des Kreisausschusses als B e° schlußbehörde nach der Gewerbeord­nung und nach den auf Grund der Gewerbe­ordnung erlassenen reichs- und landesrechtlichen Vorschriften in den Stadtkreisen auf den Ober­bürgermeister über. Für eine Reihe von Paragraphen der Gewerbeordnung, hie gewerde- polizeilichen Aufgaben gewidmet sind, wurde die Zuständigkeit auf den staatlichen Polizeiver- roalter übergeleitet. Höhere Verwaltungsbehörde ist der Reichsstatthalter in Hessen, Landesregie­rung.

Nach §4 ist in den Stadtkreisen a) der Ob er - bürgermeifter höhere Verwaltungsbehörde im Sinne des Gesetzes gegen Öen unlauteren Wettbewerb, im Sinne des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels, zuständige Behörde und zustän­dige Verwaltungsbehörde im Sinne der Verord­nung über Handelsbeschränkungen, höhere Ver­waltungsbehörde und von der Landeszentralbe­hörde bestimmte Behörde nach der Dritten Der- orönung über den vorläufigen Aufbau des deut­schen Handwerks, Genehmigungsbehörde zum Schutze der Heilquellen, Mitglied her Kommission nach hem Hessischen Berggesetz; b) her staatliche Polizeiverwalter: Erlaubnisbehörde nach hem Gesetz über das Dersteigerergewerbe, zustän­dige Beyörde nach dem Gaststättengesetz und nach der. Verordnung über Speisewirtschaften, Erlaub- nisbehörde für den Verkehr mit unedlen Metal­len, höhere Verwaltungsbehörde nach, dem Gesetz über das Auswandererwesen.

Gchickfalslied.

Zu Bizets 100. Geburtstage am 25. Oktober

Alexander C6sar Leopold Georges Bizet ist in die Musikgeschichte als Komponist derCarmen cingegangen.Garmen" wurde die Trägerin d Botschaft von Kraft und Grazie des Lizetschen Geistes, sie ist neben demDon Jüan und dem Holländer"' stets den Opern zugezahlt worden n denen Musik und dichterischer Stoff einander voll- kommen durchdringen und das Typische in monu mentaler Große spiegeln. - . iurr.rfnpr-

Endlich die Liebe, die m die Natur zuruckver. setzte Liebe einer .höheren Sungfrau ®ent

mentalität! Sondern die Liebe als Fatum, ms Fatalität, zynisch, unschuldig, grausam und eben darin .Natur'", fo formuliert N i e 6f*e f,e wundernnq. Weiter sieht er in den Sarmenmetoöien Sie seligen Blumenhänge Aoaluns erstehen, die! n den Abendröten d-s Westmeere- °°rsunk°n°n °im mal wieder ausgest.egen ans Licht. Er nerwun einen Hauch aus dem Garten Epikurs . Er enevr "Eros, wie die Alten ihn empfanden, Efuhrerifch, ivielend boshaft... das ist ein Epigramm JT L-idenchaft .. das ist südliche G-ntil-zza! Wer vermöchte die einzigartige Wirkung und Auch d ies Werkes mit feiner reichen Skala non All-inm treffender zu charakterisieren als Nietzsche? Um f LXONTMZ abgelehnt wurde und erst auf dem umw y

-US Ä"

»öWSfis

» g

Streik. Besonders gegen den ersten Akt der Widerstand der ^horisten, der Z ga *n

terinncn, her Straßenjugend, denn ö g Auf­musikalisch viel schwerer als lb" bisher g gaben, zumal auch schauspielerische I <nunöe mit verbunden sein sollten. Als Dritter »n Bun0- mcldete sich das Orchester und brachte ElNwan , Harfen alanz >und Flötensarben schienen verblassen

11»rf6ud) erweckte bei 6er ®en5raJpro6^ schwerste Bedenken. Eine komische Oper, die mit

Die Befugnisse des Kreisamts (Kreisdirektors) und des Kreisausschusses als Befchlußbehärde zur Gnteignung von Grundeigentum werden nach § 5 in den Stadtkreisen von dem Oberbürgermeister wahrgenommen. Bei Gnteignungen zugunsten oder l zu Lasten der Stadt als solcher tritt an. die Stelle

einem Mord endete?! Gin Minister, der zur Ur­aufführung eine Loge bestellen wollte, mußte sich von dem Direktor, Camille du Loele, bedeuten lassen, daß es ratsamer wäre, zur Generalprobe zu erscheinen, da das Stück derartunschicklich sei, daß nur der Minister selbst ein Urteil darüber zu fällen vermochte, ob er es wagen könne, seine Familie in diese Vorstellung mitzubringen...

Cs war nichts unterlassen, um eine sehr gut aus­gestattete und besetzte Aufführung herauszubringen. Neben Mme. Galli-Marie fang Öen Don Jose öer Tenor Lh 6ry , den Stierkämpfer, Hessen Natur Cgrmen sehr verwanöt ist, öer Baritonist Bouyy Öas Lanömäöchen Micaela wuröe von Mlle. C h a p u y gesungen. Alle waren Künstler höchsten Ranges.

Der seltsame Verlauf öer Uraufführung erklärt sich in erster Linie öurch das Wesen öer Opera Comique. Bizet brach mit öer Traöition öieses Familientheaters, in dem man mit Freunöen an­genehme Abenöe mit musikalischer Untermalung zu verbringen pflegte. Nach altem Brauch mürben hier Verlobungen geschlossen, unö man war ge­wohnt, haß im letzten Akt öer Tenor Öen Sopran kriegte". Der erste Akt mit seiner festlichen Be­wegtheit unö Buntheit behauptete sich. Man ap- plauöierte öer Habanera, auch öas Duett zwischen Jose unö Micaela wirkte Öurch seine wunöervolle Melodik. Gs gab Zurufe bei offener Szene. Auch der zweite Akt fanö woblwollenöe Aufnahme. Das stolze Gscamillo-LieÖ unö öas Schmuggler-Quintett zünöeten. Aber als Don Jose gegen Gnöe des zweiten Aktes im Kamvf zwischen Garmens Be- törunq Öurch Tanz unö Gesang unö Öen mahnenöen Trompetensignalen unterliegt unö zum Deserteur wirö sank öie Stimmung unter Öen Nullpunkt. 3m dritten Akt versuchte öie Darstellerin öer Garmen die Temperatur zu erwärmen, währenö öer letzte Akt von einem in Ablehnung erstarrten Publikum angehört wuröe. Der Fehlschlag war so über- zeuqenö, haß man sogar Öarauf verzichtete, ihn noch öurch Pfeifen zu bekräftigen.

Nach dieser Niederlage irrte der Komvomst mit einem Freunde durch die Straßen von Paris, bis der Morgen graute. Die Kritik sparte nicht mit einfältigen und übelwollenden Phrasen, obwohl sie die eminente Begabung Bizets anerkannte. Gegen die Ausführung an sich hatte man nichts einzu- wenden, und Madame Galli-Mar 16 als Far­men fand öie allerhöchste Dewunöerung Gm Knttker stieb'Quelle v£rit£, mais quel scandaleCar- men" war d-nnach fein Fiasko. Di- Op-r stand fast '"Öen örit^n Tag auf d"in Spfflvlan. unö wahrend hraufi-m in seiner Villa in Bougival, nm das Meisterwerk komponiert worden war, der sieben-

__ 4 tinl9ClXond Ver-

^pUe9end£B^BgS

Öen Oberbürgermeister ober den staatlichen Polizei­verwalter, ober als Beschwerdestelle gegen deren Entscheidungen bestimmt ist, tritt nach § 12 an Stelle des Kreisamts (Kreisdirektors) her Reichs­statthalter in Hessen Landesregierung. Soweit außer auf den in den vorstehenden Bestimmungen geregelten Gebieten sonst noch das Kreisamt /Kreis- direktor) oder der Kreisausschuß im Beschlußver- iahren zuständig ist, tritt nach § 13 in den Stadt­kreisen an ihre Stelle der Oberbürgermeister.

Diese Verordnung tritt nach § 14 am 1. Novem­ber 1938 in Kraft. Den Zeitpunkt des Uebergangs her Befugnisse nach § 9 dieser Verordnung bestimmt der Reichsstatthalter in Hessen, Landesregierung.

Aus Oer Stadt Gießen

Erster Reif.

Kaum traut man seinen Augen: in her Frühe waren die Dächer weiß! Das Thermometer verzeich­nete wenige Grad unter Null. Und man wagte auch nicht, es zu denken, nämlich, daß vielleicht gar schon erster Schnee gefallen sei. Immerhin, Schnee war es nicht, aber doch sein Halbbruder, der Reif. Mit Reif überzogen hatten sich die Dächer und die Aeste manch kahler Bäume. Wer in den Morgenstunden zur Arbeitsstätte ging, stellte fest, daß es empfindlich kühl, um nicht zu sagen kalt war.

Allerdings blieb der Reif nicht lange liegen. Nur allzu rasch machte ihm die Sonne, die bald darauf am.blauen Himmel erschien, ein Gnbe. Indem sie höher und hoher stieg, wiederum den Glanz und die Milde eines herrlichen Spätsommertages verbreitend, ließ sie den Reif der Pacht als einen weißen Traum vergessen. Ja, die Sonne brachte mehr als einen nachdenklichen Menschen in einen ordentlichen Zwie­spalt der Gefühle und Betrachtungen. Denn: sollen wir nun an die Fortdauer des schonen Herbstes glauben, der noch wenig von einem fommenoen Winter ahnen läßt, oder vielleicht was das Gegen­teilige wäre an den Ginbruch eines frühen Winters?

Folgen wir am besten den Gingebungen der Natur selbst! Solange sie noch ihr lächelndes, sonniges Ant­litz zeigt, wollen wir ihm ebenso frohgestimmt zu­gewandt bleiben. Später bekommen wir sicher noch reichlich Gelegenheit, auch die andere Seite kennen-

Die Grscheinung der Schauspielerin Elisabeth Flick enschildt, die hier die Hauptrolle spielt, cin ...............

ist sehr fern von aller Filmstar-Eleganz und Post-1 Am seidenen Faden". kartenschönheit, aber ihr Gesicht hat Charakter, und wie sie spricht, handelt und sich gibt, das formt bas runde und gülfge Bild eines ganzen Menschen, eines jungen Mädchens von der Wasserkant, still, ehrlich unö zuverlässig, mit einem auf norddeutsche

des Oberbürgermeisters der Reichsstatthalter in dem Gesetz über die Beförderung von Personen zu Hessen Landesregierung. Lande, mit öer Aufsicht beauftragte Behörde nach

Nack 8 6 gehen öie Befugnisse des Kreisamts dem Persoiienbeförderungsgesetz

(Kreisdirektors) hinsichtlich der Bach- und der nicht Die S.aawauuicht über Oie Städtischen Spar- ständia fli-tzend-n Gewässer in den Stadtkreisen, katzen in den Stadtkreisen ubt nach § 10 der Reichs- auf den Oberbürgermeister über. Soweit dem j statthafter in Hessen - Landesregierung - aus. Kreisamt in diese? Hinsicht Befugnisse gegenüber Die Staatsau,>icht über die Kirchen m den Stadt- öer StaÖt als solcher zustynöen, weröen öiese auf, kreisen wirö nach § 11 bis auf weiteres von ö.m Öen Reichsstatthalter in Hessen Lanöesregierung Krelsölrektor öes Landkreises ausgeuht, öer im überqeleitet. i Staötkreis seinen Wohnptz hat.

Hinsichtlich öer Denkmalpflege gehen nach § 71 Soweit öas Kreisamt in lanöes«

die Befugnisse öes Kreisamts (Kreisdirektors) auf rechtlichen Vorschriften als AufsichtsbehorÖe über

eyrncy um> <juutuu||iy. mu einem uu| »i ^e*5ßr/Mn r°h a

Weise versteckten, aber warmen unö mütterlichen , lichen Professor Dr. Paul G i e s eck e i" M ? rb n r g Gefühl. Als öer Verlobte Öes Mädchens eines zum Rektor her Universität Marburg be^ en Pro- Tages kurz vor her Hochzeit Öen Tod vieler See- feffor Glesecke war früher Rektor Öer WiEafts- . . .... r. r r- m r _ i- -1. - ~..C X«fR ort in flUpirh IP 111 rt hnf öer Reicks-

Öen Oberbürgermeister hinsichtlich Öes Na­turschutzes, Öes GrunÖstücksverkehrs, öer Bauland­umlegung, öes Schornsteirffegerwesens, der Brand- versicherungsanstalt für Gebäude; b) auf den staatlichen Polizeiverwalter hinsichtlich | ,o, -

des Staatsangehörigkeitswesens, des Vereinswesens, nung als Artikel 6a folgenden Zusatz: In den des Fischereiwesens, der Einweisung in das Arbeits- Stadtkreisen sind die Ortsbaupläne dem Reichsllatt- haus. ' i halter in Hessen Landesregie,rung nach Auf-

Soweit das Kreisamt <Kr°isdirektor) oder der i st-llung zur Begutachtung und nach Durchführung Kreisausfchuß als Befchlußbehärde in den des Verfahrens zur Genehmigung norzulegen. lieber Stadtkreis auf nachstehenden Gebieten noch Be- die gegen den Plan erhobenen Einwendungen ist fugniffe ausübt- gehen i- nach § 2 über: a) auf Zunächst durch den Oberburg-rm-ift-r mit den Be­den O b e r b u r g e r m e! st e r hinsichtlich der Bau- teiligten zu °°rhandeln. Sowe, hierbei d e Cm polizei Feldpolizei, Forftpoliz-i, Feuerpolizei, fo- wendungen^hr^ Erledigungfinden,^entzch^^^ weit sie zum Bereich der Baupolizei gehört, unö öer Feuerlöschpolizei, öer Gesunöheitspolizei, Vete­rinärpolizei, Lebensmittelpolizei, Marktpolizei, Schlachtvieh- unö Fleischbeschau, Wegepolizei hin­sichtlich her Unterhaltung, Beleuchtung uni) Reini­gung, Jaghpolizei, mit Ausnahme öer Bestimmun­gen über Öie Erteilung, Versagung unö Entziehung öer JagÖscheine, öer Wohnungspolizei; b) auf Öen staatlichen Polizeiverwalter hinsichtlich öer Erteilung, Versagung unö Entziehung öer JagÖ­scheine, ferner aller sonstigen in öiefer VerorÖnung nicht genannten polizeilichen Aufgaben.