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Die trauernden Hinterbliebenen.
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Sonne auch der Tierwelt in Ställen und auf der Weide den Einbruch der Dunkelheit ankündet, seitdem war in uns das Verlangen erwacht, das Innere auch anderer Häuser kennenzulernen.
Die Beerdigung findet in der Stille statt. Kranzspenden auf Wunsch der Verstorbenen verbeten.
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Zum zweitenmal innerhalb weniger Tage wurde die Themseschiffahrt am Montag durch dichten Nebel lahmgelegt. Der Verkehr konnte erst gegen Mittag wieder ausgenommen werden. Der Zugverkehr war aus dem gleichen Grunde auf weiten Strecken Südenglands eingestellt oder stark behindert. Auf den Hauptlinien mußte ein Nebeldienst eingerichtet werden.
keine Altersheime und Altdamenstifte zu geben. Wer miteinander verwandt ist, gehört zusammen und sorgt für alle Hilfsbedürftigen innerhalb der Familie, und wer niemanden hätte, bleibt bis an sein Lebensende in dem Haus, in dem er einst geboren wurde, und es ist niemand, der nicht sein eigenes Haus besäße, auch wenn es schon halb zerfällt.
Ach, deutsche Hausfrau, was würdest du sagen, wenn man dir eine richtige mazedonische Küche zu- mutete, mit Kopfsteinpslaster, zwischen dem das Gras aufsprießt, mit einem Herd, gegen den diejenigen des deutschen Mittelalters unerhört luxuriös waren, mit hundertjährigen unhandlichen Koch- gefäßen, eine Küche ohne Wasserleitung und Ausguß! Und doch zeigt uns die alte Dienerin ihr Reich mit strahlendem Stolz, und Kündigung und neue Lohnforderungen sind sicherlich Begriffe, die sie nicht einmal dem Namen nach kennt.
Gießen (Crednerstraße 12), Sulzbach (Taunus), Berlin, Offenbach am Main, den 24. Oktober 1938.
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Wenn wir nicht das Glück gehabt hätten, die Aerztin von der staatlichen hygienischen Station, dem „Hyhienski-Dorn", kennenzulernen, eine geborene Wienerin, die Sinn hat für das, was alle Journalisten sehen und erfahren möchten: wir wären bestimmt niemals in die Familie eines Türken vorgedrungen. Unerhört reich sind seine Vorfahren einst gewesen, aber von den weiten Bergketten, von den Ländereien ist nichts in seinem Besitz geblieben als ein wackeliges kleines Häuschen in einer der Türkengassen von Ochrid. — Es dämmerte schon, als wir uns durch den winkeligen Hof tasten, eine Tür, nicht besser als die eines Stalles bei uns in der Heimat, wird geöffnet, eine Petroleumlampe leuchtet uns entgegen, eine fchwarzverhüllte Frau hebt scheu den Schleier vor den Augen, und gleich darauf fühlen wir uns lebhaft umarmt, fühlen Küsse auf beiden Wangen. Mit tausend Verneigungen, lebhaften, anmutigen, werden wir in das Empfangszimmer geführt. Erst Armelsutehof und Stalltür und jetzt ein Salon? Peinliche Ordnung verdeckt hier eine Einfachheit, die dennoch etwas von den Gepflogenheiten der Reichen verrät. Polsterbänke, an drei Wänden des weißgekalkten Zimmers entlanggeführt, genau wie in den Häusern von Konstantinopel und Ankara.
Mit Anmut und W'"'rde bittet man uns zum Niedersetzen, reicht uns Zigaretten, und als jetzt der älteste Sohn des Hauses eintritt, sechzehnjährig etwa, Stolz und Glück der Familie wie bei allen Türken, erleben wir eine Vollendung von gesellschaftlicher Sicherheit, die uns in Erstaunen setzt. Er ist und bleibt in Fez und Mantel. „So verlanat es die Sitte", flüstert unsere Dolmetscherin, die Aerztin. — Neben der Eingangstür hat er sich auf eine Matte niedergehockt, mit untergeschlagenen Beinen, während der jüngere Bruder zu unserer Bewirtung als Vorbereitung jedem von uns eine Art Kräuselftosf- Handtuch über die Knie breitet. Bei dieser feierlichen Zeremonie sind die Gastgeber stumme Zuschauer. Nach einem Miniaturgläschen sehr süßen Tees kommt der Hauptganq: auf kleinen Glastellern, mit winzigen Drahtgabeln darqereicht, eine hon'gtrie- fende türkische Bäckerei. Jeder bekommt sein kleines Quantum zu geteilt, liniere deutsche Sitte, mehrfach mit wohlgeMlten Schüsseln dem Gast anzubieten, ist bei Türken unbekannt. Als letzter ..Gang" kommt dann der Kaffee, echt türkisch, heiß, süß und schwarz.
ihm. von einem dieser kleinen schwärzlichen Fett- Wasser, da spüren wir an der Feierlichkeit der
Polster geführt, in fein Zu-Hanse gefolgt waren, Bewirtung, daß es eine Vermessenheit wäre, sie
und das Loch gesehen hatten, in das er sich mit | umzustoßen, indem wir auf sie verzichteten, so
-----i.c.ixk:. roenj3 uns in diesem Augenblick auch an süßem
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Elise Pfeffer, geb. Junk
im 71. Lebensjahr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Sie starb im festen Glauben an ihren Erlöser.
„Slavko" und schwarzer Kaffee
Als (Soft in einem türkischen Hause.
Iffe'seerlef nisse in Südmazcdrnien von Charlotte Kühl von Keckstem.
Einladungen zu den Olympischen Spielen 1940.
Für das finnländische Oraanisationskvmitee hat Bankdirektor I. W. Rondell die offiziellen Einladungen zur Teilnahme an den Olympischen Spielen 19 4 0 in Finnland unterschrieben. Die Einladungen sind in fünf Sprachen gedruckt, in deutsch, englisch, französisch, spanisch und schwedisch. Für die Einladungen wurde ein Spezial- papier verwandt, das im Wasserzeichen die Olympischen Ringe mit der Jahreszahl 1940 und Finnlands Wappentier, den Löwen, zeigt. Die Einladungen gehen an 56 Länder.
Auto beim Ueberholen verunglückt.
Ein von Heidelberg nach Mannheim fahrender Omnibus aus Speyer hatte auf der Eifenbahn- überfübrunq Friedrichsfeld—Nord mehrere Wagen überholt. Als er im Begriff war, wieder auf Die rechte Seite zu fahren, auch dementsprechend den rechten Winker herausstellte, wollte ihn ein anderes Auto überholen, streifte' aber den vorderen Kotflügel des Omnibusses, wurde herumgeschleudert und ging in Trümmer. Dabei wurde eine Person getötet und eine verletzt.
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gegen* die sich nichts einwenden ließ.
| Der Herr Bankdirektor wehrt lachend,
mißglückten Notlandung in den Ravel-See. Beide Fliegeroffiziere und der Beobachtungsoffizier wurden auf der Stelle getötet, während der Mechaniker in der nächtlichen Kälte erfror. Innerhalb einer Woche hat die rumänische Militärluftfahrt zehn Todesopfer zu verzeichne aehabt, davon sechs Offiziere. Der Minister für Kriegsmarine und Luftfahrt hat für die Dauer einer Woche in der gesamten rumänischen Militärluftfahrt tiefe Trauer angeordnet.
Zwei italienische Militärflugzeuge abgestürzl.
Zwei Flugzeuge des italienischen Militärflug- hasens Lucca stießen zusammen und stürzten ab. Die beiden Besatzungen, im ganzen sechs Mann, kamen ums Leben.
Die allerletzten Gäste sind wir im kleinen Hotels Gibt es etwas Reizvolleres als in diesen am Ochrider See, und unsere höflichen Wirtsleute, mazedonischen Winkelgäßchen umherzuklettern, zwi- die aus Slowenien hergekommen sind, um an diesem | scheu diesen Häuschen, die wie Schwalbennester aufblühendcn Ort ein gu.es Geschäft zu machen, am Berge Heben bis hinauf zu den riesenhaft aus- scheinen es für ihre Pflicht zu halten, uns zu be-! gedehnten Festungsruinen? Diese sind so alt, daß dauern. Aber dem Himmel sei Dank, daß wir die niemand, auch der Gebildete nicht, eine Jahreszahl unfaßbar klare Ferne der albanischen Schneegipfel über ihre Baugeschichte anzugeben weiß. „Sie sind brüoen über dem See, die zarten Morgenscyleier I »schon immer' da", hieß es mit einer Ueberzeugung, über dem Wasser, das ganze Schauspiel dieser be--1 hi» fi* nirfite Hnmonhon li-K rauschenden Natur genießen dürfen, ohne überall auf Strandpyjamas zu stoßen. , , .....
In Ochrid muß man sich innerlich umstellen. Was energisch ab: „Allerdings: noch steht ja mein Haus, erscheint von unserer wohlgeordneten großstädtischen aber es vorzeigen —?"
Bürgerlichkeit noch wichtig angesichts dieser unbe- C“1, - —-** ' ' '/ ~* * ,
kümmerten Lebenseinstellung, was bedeutet der Be- grobgmflasterter Hof, weißblau getüncht die nied- griff „modern" inmitten dieser Welt, in der man rige Mauer, weißblau die Gartenbank, die Stämme so konservativ am Alten festhält, als gäbe es nicht der Obstbäume, die Oleanderkübel. Weißblau auch einmal Wandel der Zeit? | die Wände. — Auf der schmalen, steilen Stein-
Mit einem kleinen Gassenjungen haben wir uns treppe liegt ein hausgewebter Läufer. Da erscheint angefreundet. Untere Verständigung beruht auf den 1 auch schon der Hausherr. Wieder lacht er und deu- Ausdrucksmöglichkeiten der Augensprache und der tet zum Dach hinauf. Bon den Wänden da oben Gesten. Einen kleinen verstaubten, einstmals roten ist längst der Putz abgefallen, und die Sparren Fez trägt er und ein zerrissenes- Männerjakett, hängen wild in die Gegend. Die weißgescheuerte das ihm bis an die Waden reicht. Die Aermel hat Stiege knackt denn auch höchst verdächtig, und der irgend eine mitleidige Seele bis zur Hälfte abge-' Stubenfußbvden ist eine Berg- und Talbahn. Auf schnitten. Seine braunen rundlichen Kinderhände,, dem Vorflur stehen eisenbeschlagene Truhen, und um das das viel zu weite Zeug herumschlenkert,1 als die alte Dienerin den „Sladko" bringt: für jeden
Zum Schluß kommt mit hundert bedauernden Gesten der Hausherr selber von einem Geschäftsgang zu. rück, ein Frühgealteter, mit dem müden Blick derer, die verzichten gelernt haben im Laufe ihres Lebens' Wir bewundern seine kunstvoll mit Perlmutter eingelegte Zigarrenspitze: der Erfolg, den wir nicht voraussehen konnten, war der, daß er sie uns mit den liebenswürdigsten Mienen zum Geschenk machte. — Als letzte Ueberraschung mußten wir dann noch einen Blick in die Zukunft tun! Kissen wurden auf den Teppich gebreitet, schnell knieten wir uns alle- samt um die Hausfrau. Stimmt: bisher fjatten. wir immer verächtlich gelacht, wenn davon gesprochen wurde, daß primitive Menschen dem Wahrsagen aus Kaffee gründ (!) Glauben schenkten, aber was wußte diese fremde Türkin von uns, von unserer Einstellung auf das Leben als solches? Und doch war das, was sie uns sagte, so verblüffend zutreffend, daß wir noch tagelang über ihren Ausspruch nachdenken mußten.
Als Abschiedsfreude brachte sie uns ihren schön- ften und kostbarsten Familienschatz, ein goldstrotzendes herrliches Hochzeitsgewand von schwerem dunkelblauem Tuch. Dreihundert Jahre ist es in der Familie, und wenn auch ein Weinberg, ein Haus, ein Gartengrundstück nach dem anderen verkauft werden mußte, wenn aus fürstlichem Reichtum eine geradezu erschütternde Armut wurde, dies eine Glanzstück bleibt und wird weiteroererbt von Sohn auf Sohnessohn. „Möge Allah es so wollen!" murmeln sie alle, Hausherr, Frau und Söhne ...
Wetterbericht
Die Gesamtwetterlage ist wenig geändert. Deutschland steht im wesentlichen noch unter dem Hochdruckeinfluß, wobei vor allem der Westen und Süden des Reiches überwiegend heiteres Wetter mit verbreiteten westlichen Strahlungssrösten hatte, während in Mittel- und Ostdeutschland bewölktes Wetter überwiegt. Eine durchgreifende Aenderung der Wetterlage ist noch nicht zu erwarten.
Vorhersage für Mittwoch: In den Niederungen vielfach Nebel, stellenweise auch Hochnebel, sonst heiter bis wolkig, Nachtfrostgefahr nachlassend, Winde meist um Ost.
Vorhersage für Donnerstag: Vielfach neblig, sonst noch troefen und zeitweise auch heiter, etwas müder.
Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 3,9 Grad Celsius, abends 0,2 Grad; am 25. Oktober: morgens —2,0 Grad. Maximum 4,7 Grad, Minimum heute nacht —3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Oktober: abends 2,9 Grad; am 25. Oktober: morgens 1,8 Grad. — Sonnenscheindauer 1,9 Stunden.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange ; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeili ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 38: 9143, Druck und Verlag: Drühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Mönatsbezugspreis NAh 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig
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