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1022 000 betrug, ist im Jahre 1930 auf 750 000 und im Jahre 1937 sogar auf 616 000 gesunken, die Ge­burten von.Kindern der Ausländer mit eingerech­net. Man weiß, daß trotz aller Naturalisierungen und trotz des nie versiegenden Ausländerstromes die Einwohnerzahl Frankreichs zurückgeht, und zwar durchschnittlich um je 14 000 in den letzten drei Jahren. Die französische Familie fühlt sich zurückgedrängt. Sie klagt die Regierung an, daß man für sie nicht genügend tue, aber Millionen­beträge für die Emigranten übrig habe. Beim diesjährigen Herbstschulbeginn hat sich herausgestellt, daß infolge des Andranges der Kinder von Aus­ländern, insbesondere von Emigranten und Juden, die Schulen zu klein geworden sind. In den Pa­riser Schulen gibt es 40 000 ausländische Schüler. Zahlreiche französische Kinder werden wegen Platz­mangel zurückgewiesen. Das schafft natürlich böses Blut, so daß selbst der jüdische Unterrichtsminister Jean Zay hat versprechen müssen, Abhilfe zu schaf­fen. Die Zahl der Ausländer in Paris und Vor­orten ist in zwei Jahre um 150 000 auf über eine halbe Million gestiegen d. i. etwa 12 v. H. der Gesamteinwohnerzahl und die Regierung hat nun ein allgemeines Zuzugsverbot für Aus­länder in das Seinedepartement erlassen. Auch sind Maßnahmen zum Schutze der französischen Kauf­leute und Handwerker gegen die Konkurrenz der Ausländer getroffen worden. Der Pelzhandel z. B. ist in Paris zu 50 v. H. in ausländischen und zu über 95 v. H. in jüdischen Händen.

All diese Tatsachen haben einen bekannten fran­zösischen Journalisten zu der Frage veranlaßt: Gibt es überhaupt gebürtige Pariser? Man weiß, daß die Hauptstädte der alten und noch mehr der neuen Welt immer mächtige An­ziehungspunkte nicht nur für die Menschen aus der Provinz, sondern auch für die Ausländer waren und auch heute noch sind. Aber Paris ist eine der ältesten europäischen Hauptstädte, das eigentlich eine beträchtliche ZahlUrpariser" aufweisen müßte. Das ist aber gerade bei Paris nicht der Fall. Der Journalist hat an einem einzigen Tag 154 Perso­nen, mit denen er in Berührung kam, gefragt. 146 davon waren nicht in Paris geboren. Von den Vätern der übrigen acht waren nur vier in Paris geboren, von den Großvätern nur einer. Weiter erichtet der Journalist, ein Arzt habe ihm ver­sichert, daß eine ausschließlich Pariser Familie nach drei Generationen keine Kinder mehr habe.

Die Pariser setzen sich also zum größten Teil aus P r o vi n z l e r n" zusammen, die. nach Panis kom­men, um ihr Glück zu versuchen, und in ihre Hei- mat wieder zurückzukehren: als Rentner an chrem Lebensabend oder aber als abgekämpfte und ent­täuschte Menschen. Für die Provinz als Kraftquell des Wirtschaftlebens bedeutet dies in beiden Fällen einen Verlust.

'''All dies und noch vieles andere hat die Teil­mobilmachung an den Tag gebracht. Es waren zum Teil erschreckende Erkenntnisse. Aber die Teil­mobilmachung brachte dem Franzosen auch eine große und stolze Genugtuung: die Bestätigung, baß die traditionellen Tugenden der Vater­landsliebe und der Einsatzbereitschaft sich im französischen Volke erhalten haben. In den letzten Septembertagen ging erneut der Hauch der tiefen Volksverbundenheit durch die Massen der französischen Menschen, der am Tage der Rück­kehr Daladiers aus der Stadt des Friedens seinen Höhepunkt erreichte. Und seit diesem histori­schen Tag? Seit diesem Tag sucht das französische Volk diesen Hauch, der ihm unter den Fingern zu zerrinnen droht, erneut zu erfassen, um daraus die Kraft für den neuen Aufbau zu schöpfen. Ueber drei Wochen sind darüber hingegangen, noch sieht man nur die Mühe, noch nicht den Beginn des Er­folgs.

Frankreich

nach -en Genatswahlen.

Der radikalsozialistische Parteitag.

Paris, 24. DEL (Europapreß.) Ministerpräsident Daladier hat mit seinen nächsten Mitarbeitern das Ergebnis der Senatswahlen geprüft, das in der stanzösischen Oeffentlichkeit mit Ausnahme der linksradikalen Kreise mit Befriedigung ausge­nommen worden ist. Auch die Börsenkreise sind außerordentlich befriedigt. Daladier hatte ferner eine Besprechung mit dem Führer der größten Rechts­partei, der Republikanischen Föderation, Louis Marin. Die Partei Marins, die sich im Senat Radikale Union nennt, ist mit einem Stimmenzu- ivachs von 50 v. H. die Siegerin des Sonntags. Es wird für möglich gehalten, daß Louis Marin, der sich bisher gegenüber dem Gedanken von Neu­wahlen ablehnend verhielt, nunmehr vielleicht in eine Kammerauflösung einwilligen werde, falls diese Frage Mitte November wieder in den Vordergrund tritt. Die Senatswahlen vom Sonntag bedeuten nach Ansicht der meisten politischen Kreise die end­gültige Abkehr von den Volksfrontexperimenten. Man wünscht, daß nunmehr die Uebergangsperiode, die zur traditionellen Politik der sozialen Ordnung und einer gesunden Finanzwirtschaft führen soll, möglichst kurz sei.

Der Ministerpräsident hat beschlossen, bereits am Mittwochabend zum r a ü i k a l s o z i a l i st i s ch e n Parteitag nach Marseille zu fahren und bereits am Donnersta-gnachmittag die erst für Samstag an­gekündigte große Rede zu halten. Man glaubt, daß Daladier die Grundlinien seines Finanzprogramms bekanntgeben und eingehend über die außenpoliti­schen Probleme, insbesondere über das deutsch-fran­zösische Verhältnis sprechen wird.

Schluß mit -em Gowjetpakt

Paris, 25. Okt. (DNB. Funkspruch.) Im rechts» stehendenJour" fordert der ehemalige Justiz. Minister Senator Lemery die Kündigung des französisch-sowjetrussischen Paktes. Die Geschichte der letzten Wochen habe gezeigt, daß Moskau nicht in der Lage sei, eine wirksame militärische Hilfe zu leisten. Die Drohung, den russisch-polnischen Nicht­angriffspakt im Falle einer Militäraktion gegen das tschecho-jlowakische Gebiet zu kündigen, hätte von Warschau eine so selbstbewußte Zurückweisung er­halten, die einer Herausforderung gleich, gekommen sei. Diese Herausforderung habe Moskau unbeantwortet gelassen. Wenn Sowjetruß- land im Kriegsfälle der Tschecho-Slowakei hätte zu Hilfe kommen wollen, hätten seine Truppen durch polnisches oder rumänisches Gebiet marschieren müssen. Polen und Rumänien hätten jedoch einen Durchmarsch sowjetrussischer Truppen nicht zugelassen. Man erschrecke bei dem Ge­danken, in welch heikler Lage sich Frank­reich zwischen seinen Pakten mit der Tschecho- Slowakei und Sowjetrußland und zwischen seinen Bündnissen mit Polen und Rumänien befinde. Die

und

nur ein

3n Deutschland vermögen derartige Manöver keinen Eindruck zu machen. Deutschland beansprucht nichts für sich, was einem anderen von Rechts wegen gehört. Diese Rechtsauffassung ist nachgerade häufig genug vom Führer und Reichskanzler selbst unterstrichen worden. Dagegen bean­sprucht das Reich jene Besitzungen, die ihm auf Grund verleumderischer Behaup­tungen ein st weggeuommen worden sind, wem sie damalszu heuen Händen" übergeben worden sind, spielt dabei keine Rolle, auch wenn die fraglichen Gebiete gewiß für den be­treffenden Nuhnleßerstaat oder -Dominion als Nutznießung oder Eigentum recht verlockend er­scheinen mögen. Denn die deutschen Kolonien nunmehr zwanzig Jahre lang der Nutznießung anderer überlassen geblieben find, so gebietet nach deutscher Auffassung ein gesunder Sinn für Rechtlichkeit je länger um so dringlicher, daß das frühere Anrecht endlich wieder beseitigt werde und daß der Treuhänder das Eigentum wieder übergibt, dem es unter falschen Voraussetzungen weggenommen wurde. Diese Auffassung Deutschlands ist der Mett be­kannt; sie bedarf weiter keiner Erläuterung und verbietet jede Verdrehung und Mißdeutung. Die Initiative zur Bereinigung der Angelegen­heit liegt nicht bei Deutschland, sondern bei all denen, die für die Inangriffnahme der Wiedergutmachung verantwortlich sind.

B u k a r e st, 24. Okt. (Europapreß.) Der rumä­nische Justizminister I a m a n d i hielt in Czerna-

sozialen Gerechtigkeit und auf der Ar­beitsleistung. Dadurch werde auch die fried­liche Zusammenarbeit aller Bürger garantiert. Die Minderheitenrechte müßten geachtet wer­den. Auf der anderen Seite müßten aber auch dis Minderheiten volle Loyalität dem Staate gegenüber bezeugen. Die Einheit und Unversehrtheit des ru- mänischen Staates sei ein für allemal unantastbar. Die Vorherrschaft in diesem Staate falle dem ru*

mänischen Mehrheitsslement zu, das aber keine Vor­urteile gegen die Minderheiten hege. Zum Schluß kündigte der Justizminister für die nächste Zukunst weitgehende Reformmaßnahmen der Regierung an.

Kleine politische Nachrichten.

Oeuischlands Kolonialforderung

Ein Rechtsanspruch an die Treuhänder deutschen Eigentums.

, daß die gegenwärtige Regierung provisorisches Regime dar­

Oie Lage in Palästina.

Feuergefecht im heiligen Bezirk.

I er u s a l e m, 25. Okt. (Europapreß.) Bei einem Feuergefecht an Her berühmten Haram-Esh-Sherif- Maschee in der Altstadt von Jerusalem fi nb drei Frauen getötet imd mehrere Frauen und Kinder verwundet worden. Das arabischeVertei­digungs-Komitee von Palästina" hat daraufhin eine Note an die e n g l i s ch e n M i l i t ä r b e h ö r - d e gerichtet, daß innerhalb des heiligen Bezirks der Moschee von den englischen Truppen geschossen und Frauen und Kinder getötet bzw. verletzt worden seien. Auch auf die Minaretts sei geschossen wor­den. Die englischen Militärbehörden haben ent­gegnet, daß die englischen Truppen nur gefeuert hätten, wenn sie angegriffen wurden. Der Oberkom­mandierende der arabischen Freischärler, Abdul Nahem, soll einen Befehl an die Araber erlassen haben, daß bis auf weiteres auf die enolifdien Truppen, Polizei und Zioitbeamte nicht geschossen werden dürfe. Die Angriffe gegenüber den Juden und das Regierungseigentum sollen jedoch fortgesetzt werden. Ein offener Konflikt mit den englischen Be­hörden solle aber vermieden werden. Die Anord­nung Abdul Näherns soll ein Zeichen des guten Willens fein im Hinblick auf die Permittlungsaktion des irakischen Außenmini st ers, der dem­nächst, nach Beratungen mit den Araberführern in Syrien, wieder nach London reifen soll. Drei in der letzten Woche zum Tode verurteilte Ara­ber wurden am Montag im Gefängnis in Jeru­salem hingerichtet. Die Urteile waren durch den Militärgerichtshof in Jerusalem ausgesprochen worden, weil sich die drei Araber im Besitze von Schußwaffen und Munitton befunden batten. Die Hinrichtung wurde von der arabischen Bevölkerung mit Protestkundgebungen beantwortet.

Nach einer Bekanntgabe des englischen Ober­befehlshabers von Jerusalem soll der Aus- nähme zu ft and in beiden Stadtteilen Jerusa­lems vorläufig aufrechterhalten werden.

Rumänien.

Die Absage an das parlamentarisch» drmrkratische System ist endgültig.

Innerpolitische Probleme der neuen Tschecho-Slowakei

Parteien-Zusammenschluß und Iudenfrage.

England auf dem Verhandlungswege nicht durch Krieg bereinigt werden sollen.

Britisches Kanonenboot auf dem Jangtse bombardiert.

London, 24. Okt. (Eurovapreß.) Bei Tschangsa auf dem Jangtse, in der Nähe von Hankau, ist am Montagvormittag das britische Kanonen­bootS a n d p i p e r" (185 Tonnen) bombar­diert worden. In der Verlautbarung der briti­schen Admiralität heißt es: Sechs schwere Bomben« masckünen warfen eine große Anzahl Bomben in der Nähe von Tschangsa ab. Einige Bomben fielen auch in der Nähe des KanonenbootesSandpiper"

bis 21.15 Uhr ein Zwiegespr

der Pressegruppe des Oberkommandos der Wehr­macht, Major von Wedel, und dem Leiter des Drahtlosen Dienstes, Oberregierungsrat Fritzsche,

Berlin, 24. Okt. (DNB.) Die der Wilhelm- straße nahestehendeDeutsche diploma t i s ch - politische Information" nimmt zur Frage der deutschen Kolonien folgende Stellung ein:

Nachdem nunmehr im tschecho-slowakischen Raum die Dinge einer Befriedigung entgegengehen, scheinen es namentlich in England gewisse Kreise darauf abzusehen, neue Momente de r Unruhezu sinden oder zu freiem. Offensichtlich auf ein beson­deres Stichwort hin werden in allen Teilen der englischen Welt Kundgebungen inszeniert, um ohne daß von Deutschland her irgendein Anlaß hierzu geboten wäre die Kolonialfrage in der Weise aufzuwerfen, daß mit den ausgefallen­sten Mitteln und Argumenten den deutschen Ansprüchen entgegengetreten wird. Da­bei scheint jeder Teil des Imperiums etwa auf ihn fallende Belastungen von vornherein von sich ab« wälzen zu wollen. Andererseits ist ganz allgemein die Tendenz festzustellen, Deutschland den Zeitpunkt auf zwingen zu wollen, an dem dfese offene Frage einer von den derzeitigen Nutz­nießern erhofften möglichst ergebnislosen Behand­lung zugeführt werden soll.

Es ist selbstverständlich, daß öerartige Manöver, ob sie von maßgeblicher oder unmaßgeblicher Seite ausgehen, weder Deutschlands Standpunkt noch seine Handlungsweise irgendwie beeinflussen können. Im Grunde ergibt sich ja aus dieser Un­ruhe, daß man in den beteiligten Kreisen selbst das Gefühl hat, daß die Dinge sich so, wie sie sind, nicht weiter a u f r e ch t e r h a l t e n lassen; nur hat jeder den Wunsch, daß unter den Nutznießern ein anderer als er selbst das Opfer zu bringen habe und er dafür verschont blei­ben könne.

unserer Nation im Verhältnis ihrer Zahl eingegliedert werden. Die übrigen mögen in die Länder jener Nationen gehen, zu denen sie sich im Jahre 1930 freiwillig bekannt haben.

Die rechtsradikalePrazsky List" stellt Berech­nungen über die praktischen Auswirkun­gen der Vorschläge des Sokols an. Danach müß­ten über 200 000 die tschecho-slowakische Republik verlassen, die sich bei der letzten Völkszählung als Juden bekannt haben. Die Mehrzahl davon lebt in der Slowakei und in der Karpatho-Ukraine. In den historischen Ländern (Böhmen und Mähren) hätten sich nur 37 000 zur jüdischen Nation bekannt. Nach ihrem Bekenntnis zur tschechischen Natton bei der letzten Volkszählung wären in den historischen Ländern lediglich etwa 50 000 Juden in das tsche­chische Volk einzugliedern. Das würde zur Folge haben, daß der Anteil der Juden in den einzelnen Berufsgruppen nicht ganz 1 v. H. betragen würde, ein Satz, der jedoch in einer Reihe freier Berufe (Rechtsanwälte und Aerzte) zur Zeit e r - heblich überschritten werde.

Die Neugestaltung des Parteiwesens bildet auch das Hauptthema der Presse.Narodni Listy" sind her Meinung, daß eine mechanische Ver­einigung nutzlos wäre. Es gehe nicht an, daß die alten politischen Parteien einfach ihre alten Möbel in die neue gemeinsame Kanzlei bringen und die alten Akten mitnehmen sollen. Denn es müsse sich um einen wirklichen Zusammenschluß in eine einzige große, neue Partei handeln. Je eher die alten Politiker verschwänden, desto besser sei es. DerNarodni Streb", das Organ der tschechischen Gewerbepartei, erklärt, die Partei sei bereit, sich der neuen Bewegung unterzuordnen, jedoch unter der Voraussetzung, daß der neue Staat die sozialen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten dem Gewerbe­stande gegenüber beseitige. Das sozialdemokratische Pravo Lidu" erklärt, daß die Sozialdemokratische Partei die Bestrebungen nach Vereinigung der Parteien begrüße.Wir stimmen auch mit dem ,Venkov< überein, wenn er schreibt, daß es sich um eine möglichst enge Gruppierung handeln solle, wo­bei allerdings drei politische Parteigrup­pe n zu bilden sind. Die Arbeiterschaft würde sich selbstverständlich in einer Gruppe zusammenschließen müssen..."

Ungarns Antwort an Prag.

Volksabstimmung

in noch strittigen Gebieten vorgeschlagen.

Existenz Frankreichs wäre beinahe aufs Spiel ge­setzt worden. Trotzdem bestehe der Pakt mit den Sowjets immer noch. Morgen könne er vielleicht zur Ursache einer noch fürchterlicheren Gefahr wer- den. Frankreich müsse zwischen natürlichen, der Vernunft entsprechenden Freundschaften und der Verbindung mit einer verdächtigen Macht wählen, die darüber hinaus noch Frankreich moralisch infi­ziere. Noch sei es Zeit, zur Vernunft zurückzukehren. Die erste Geste müsse die Kündigung des absurden und unheilvollen ftanzösisch-fowjetrussischen Paktes jein.

Heute sendet der Deutschlandsender von 21 ..... ~ .sprich zwischen dem Leiter »berkommandos der Wehr-

nieder. Zwei Kabinen und verschiedene andere Telle des Schiffes wurden zerstört. Mehrere Lecks wurden durch Bombensplitter verursacht. Nachdem die eng», tischen Flottenbehörden in Hongkong bereits prote­stiert hatten, hat der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert C r a i g i e, scharfen Einspruch bei dem stellvertretenden japanischen Außenminister erhoben. In Schanghai verlautet, daß der Angriff einem chinesischen Flußboot gegolten hatte, das Truppen beförderte.

Lor- Halifox

über -re politische Lose.

Loudon 25. Oft (DNB.) Außenminister Lord Halifax hielt am Montagabend in Edin­burgh eine Rede. Ausgehend von dem tschecho­slowakischen Problem, gab er ein umfassendes Bil­der Entwicklung der Lage dis zu den Münche- uer Vereinbarungen mit ihren Auswir­kungen und erörterte dann eingehend die Bedeu­tung der Aufrüstung für das britische Volk. Lord Halifax beschäftigte sich weiter mit den B e - Ziehung en der Völker untereinander, um schließlich festzustellen, daß jede Möglichkeit er­griffen werden müsse, um die Grundlage eines wirklichen Friedens zu errichten. Der Vlfchof von London foroert Verständigung mit Deutschland.

London, 25. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der Bischof von London berührte auf einer Konferenz in London auch die vergangene Krise und erklärte, für ihn sei es unfaßbar, daß diejenigen, die noch vor 14 Tagen vor Angst gezittert hätten und die durch den Mut und die Fähigkeit Chamberlains gerettet worden seien, sich jetzt gegen diesen roan'.ten und erklärten, daß sie es besser gemacht haben würden. Die "Leute, die erklärten, daß Hit­ler für die letzte Krise verantwortlich sei, hätten die Geschichte der letzten 20 Jahre nicht studiert. 4£r habe in seiner Jugend anderthalb Jahre in Deutschlands verbracht, er kenne und liebe die Deutschen und feiner fönne eine Entschul­digung für die Art und Weise Vorbringen, wie sehr England die deutsche Natton nach dem Kriege be­handelt habe. Er sei der Ansicht, daß die Englän­der die Hand annehmen müßten, die jetzt zum fünften Male von Deutschland ausge­streckt worden sei. Wolf Hitler habe viele Frie­densangebote England gegenüber gemacht; er habe aufrichtig den Flottenpakt eingehalten. Jetzt wiedex habe er ein Versprechen unterzeichnet, wodurch alle offenstehenden Fragen zwischen Deutschland und

3m Umbau.

Die Tschecho-Slowakei gleicht einem Unternehmen, das sich von oben bis unten in einem völligen Um­bau befindet. Kaurn eine Einrichtung dieses Staats­wesens gibt es, die sich nicht in irgendeiner Form den neuen Verhältnissen anpassen muß. Dabei sind aber die Grenzen des Staates noch keineswegs fest­gelegt, wie auch die inneren Abgrenzungen, also die zwischen dem tschechischen, dem slowakischen und dem karpatho-ukrainischen Gebiet noch der Markie­rung bedürfen. Hinzu kommt eine starke Gärung im Volk selbst, nicht eine Gärung im Sinne des revolutionären Umsturzes, sondern im Sinne der Erneuerung und Gesundung. Darüber ist man sich überall einig, daß beispielweise das alte Parteiensystem grü *<*'<*) Z rholt wer­den muß. Die Parteien selbst Hao-» r h das Be­dürfnis, sich zu neuen Gebilden zu, unmenzuschlie- ßen ober sich eine andere Firmierung beizulegen, weil sie wissen, daß sie nicht ganz unschuldig an den Geschehnissen der letzten Wochen sind. Noch ist hier alles im Fluß bis auf die Kommunisten, deren Parteigebilde wenigstens dem Namen nach ver­schwunden ist. Wieweit die Kommunisten eine illegale Organisation aufgebaut haben, wird abzu­warten bfeiben. Schwärmte man einst bis tief in die Reihen des Bürgertums hinein für die Sowjet­union und deren kommunistischen Unterbau, so will man heute von beiden nichts mehr wissen, eben weil man sich durch beide verraten und verkauft fühlt.

Aus diesem Gefühl heraus ist auch die im Zu­nehmen begriffene antijüdische Bewegung im Lande entstanden. Die judenfeindliche Haltung der breiten Massen wird auf die Dauer an der in­neren Gesetzgebung des auf sein natürliches Maß zurückgeführten Staates nicht vorübergehen können. Aber die Juden find ein Faktor zweiter Ordnung. Zunächst will man das Staatsgerüst neu Herrichten, will die Präsidentenfrage regeln, sich ein neues Par­lament schaffen, will mit den Slowaken und Ukrai­nern einen Ausgleich herbeiführen. Aber da­neben lassen sich die wirtschaftlichen Probleme nicht auf die lange Bank schieben. Wenn vorerst auch noch das Meiste unklar ist, wie z. B. auch die Namens­gebung des Staates, so muß doch die Tatsache re­gistriert werden, daß man namentlich an verant­wortlicher Stelle sehr nüchtern denkt und auch bei der Aufbauarbeit im Rahmen der gegebenen Mög­lichkeiten bleibt, sowohl innen- wie außenpolitisch.

Forderungen des Sokol.

Prag, 24. Okt. (Europapreß.) In einer Sitzung der Leitung der tschecho-slowakischen Sokolge- meinhe, der führenden nationalistischen Turner- oraanisation, wurden Vorschläge zum Staatsumbau bekanntgegeben. Darin heißt es: Der Sokol bleibt den grundlegenden Idealen treu. Damit die Demo­kratie erhalten bleibt,- müssen jedoch b i e bis­herigen Fehler beseitigt werden. Der Sokol verlangt daher nachdrücklich, daß die poli­tische Zersplitterung vermieden wird. Eine bloß mechanische Vereinigung der Parteien würde nichts helfest, wenn nicht gleichzeittg der Geist und das System erneuert werden. Neben dem Parlament mit freien Abgeordneten, die nicht auf gebundenen Kandidatenlisten gewählt werden dürfen, möge ein mit den entsprechenden Voll­machten ausgestatteter Präsident stehen.

Die Judenfraae möge auf nationaler und sozialer Grundlage so gelöst werden, daß die seit dem Jahre 1914 zugewanderten Juden i n ihre ursprüngliche Heimat zurückkeh« r e n. Van den übrigen Juden mögen die, die sich im Jahre 1930 zur tschecho-slowakischen Nationalität bekannt haben, allmählich in die soziale Gliederung

Budapest, 24. Okt. (DNB.) In der in Prag überreichten Antwortnote Ungarns wurden, wie in unterrichteten Büdapester Kreifen verlautet, hinsicht­lich der gebietsmäßigen Probleme zwei Gesichtspunkte besonders beachtet. Einmal habe die ungarifdhe Regierung mit Genugtuung konstatiert, daß in vezug auf einen ansehnlichen Teil der unga-, .......------

rischen Forderungen zwischen den beiden Regierun- witz eine Rede, in der er die Gerüchte energisch in gen eine Übereinstimmung bestehe, und Abrede stellte, ---------"

habe daher den Vorschlag gemacht, daß die ungari-* ': 7 schen Truppen das n i ch t st r i 11 i g e Gebiet in- stelle, und daß bald wieder die Zeiten zurückkehren nerhalb eines festgesetzten Zeitpunktes besetzen würden, wo man auf Grund des parlamentarisch­sollen. Zum anderen habe die ungarische Regierung s demokratischen Systems regieren werde. Diese Zetten betont, daß Ungarn auf gewisse Gebiete selbst im würden nie wiederkehren, sagte der Mini- Geiste des Münchener Abkommens nicht verzichten i ster. Die ganze Welt sei gegenwärtig'in einer Um­könne. Trotz allem aber wünsche die una'ari-sche Re- Wandlung begriffen. Auch in Rumänien könne das gierung noch einmal den Beweis weitgehender System der parteipolitischen Intrigen und frucht- Friedfertigkeit zu liefern. Sie beantrage daher, e i n e losen parlamentarischen Debatten nicht wieder- Volksabstimmung in jenen Gebiets-' hergestellt werden. Das neue System beruhe auf dec teilen abzuhalten, die sich zwischen der Don'1 ~ : ~ r' ** m---44 * 6': 1 K

der ungarischen Regierung vorgeschlagenen e t h n o - graphischen Grenzlinie und'her Grenzlinie bes von der tschecho-slowakischen Regierung letz - hin angebotenen Gebietes erstrecken.