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Aus der engeren Heimat.

Wirtschaft.

Achtet auf das Fallobst!

Lpd. Don Tag zu Tag mehr schwellen die Früchte an den Bäumen. Der Wind zaust an den Zweigen und nicht jeder Apfel, nicht jede Dirne ist so fest verankert, dah sie den Anstürmen standhalt. Wer einen Obstgarten besitzt, findet jeden Tag Fruchte im Gras, die freilich noch grün und unreif sind, aber deswegen doch schon ihren vollen Gehalt an Vitaminen und Mineralsalzen besitzen. Darum darf dieses wertvolle Obst nicht umkommen, das wäre nicht nur ein Schaden für den Besitzer, sondern auch am Dolksvermögen.

Gerade aus unreifen Aepfeln läßt sich der köst­lichste Apfelgelee bereiten, do sie Gelierstoffe in rei­cherem Maße besitzen als die ausgereiften. Sind die Mengen Fallobst zu gering, um an eine Geleever­arbeitung zu denken, so kann man aus Aepfeln, Birnen und Pflaumen ein schmackhaftes Mus kochen, das vorzüglich zu Pfannenkuchen oder Milchreis ' schmeckt. Oder man bereitet eine Marmelade aus den Früchten und trocknet die Apfelschalen. Diese ergeben einen ausgezeichneten Tee, der besonders gern von den Kindern getrunken wird.

Schottener Sommermarkt.

d. Schotten, 24. August. Der altbekannte Schottener Sommermarkt wenn er auch im Auftrieb von Vieh gegenüber früher nicht die hohen Zahlen mehr aufweist hat doch noch seine alte Zugkraft behalten. Viele Marktteilnehmer fanden sich schon am ersten Markttag ein. Man sieht, daß auch im Vogelsberg der Pferde- und Fohlenzucht mehr Beachtung geschenkt wird. Diele Bauern züchten neuerdings Fohlen heran. Es waren 112 Fohlen auf den Markt gebracht, dar­unter viele schöne Exemplare, besonders auch stär­kere belgische Fohlen. Die Preise bewegten sich zwischen 550 bis 600 Mark, schwächere Fohlen wur­den mit etwa 300 bis 400 Mark gehandelt. An Rindvieh waren etwa 75 Stück aufgetrieben, viel Vogelsberger Rasse darunter. Die Preise betrugen für trächtige Rinder etwa 450 Mark, ältere Kühe etwa 350 Mark, Rinder etwa 300 bis 400 Mark. Der Handel ging flott. Zum Schweinemarkt waren etwa 600 Schweine und Ferkel aufgetrieben. Der Handel ging gut. Es wurden bezahlt für Ferkel: 5 bis 6 Wochen 26 Mark, 7 bis 8 Wochen 32 bis 35 Mark, 8 bis 10 Wochen 35 bis 38 Mark, 10 bis 12 Wochen 42 bis 46 Mark, Einleger 52 bis 56 Mark. Auch am Schweinemarkt war der Besuch von Landwirten und Fremden gut. Am heutigen Mitt­woch fand Krämermarkt statt. Hundert Verkaufs­buden sind in den Straßen um die Kirche und das Rathaus aufgebaut. Groß war der Zustrom von Marktbesuchern aus den umliegenden Orten, die dieses alte Volksfest, dieSchütter Kerb", von jeher mitfeiern. Karussell, Schießbuden u. dal. Juxge- schäfte vervollständigen den Markt. Zwischen Rat­haus und Krone war ein großer Tanzboden aufge­baut. Im unteren Stock des Rathauses befindet sich der Ratskeller, der zum erstenmal im Betrieb und schön als rheinische Winzerstube eingerichtet war. So verlief der alte Markt in schönster Harmonie.

Geistesgegenwart einer Frau verhütet Unglück.

LPD. Wetzlar, 24. Aug. Beim Ueberschreiten der Bahnstrecke WetzlarDillenburg bemerkte eine Einwohnerin des Kreisortes Aßlar einen Schie­nenbruch an den Gleisen. In geistesgegen­wärtiger Umsicht und Erkenntnis der Gesahren- möglichkeiten setzte die Frau sofort den Bahnhof Aßlar von ihrer Beobachtung in Kenntnis, so daß die Bahnhofsleitung unverzüglich Maßnahmen tref­fen konnte, um den Zugverkehr von der G e f a h r e n st e l l e f e r n z u h a l t e n und für Beseitigung des Schadens zu sorgen.

Ein Landwirt und zwei Kühe vom Blitz erschlagen.

Lpd. Marburg, 24. Aug. Bei einem schweren Gewitter flüchtete in Bellnhausen bei Fronhausen der auf dem Felde befindliche 64 Jahre alte Land­wirt Joh. Jost Schäfer mit seinen zwei Kühen vor dem heftigen Regen unter zwei Apfelbäume und wurde dort mit seinem Gespann vom Blitz getroffen. Er, wie auch die zwei Kühe waren so­fort tot.

Kreis Biedenkopf.

Lpd. Biedenkopf, 24. Aug. Der Oberhessische Gebirgsoerein hat im Kreise überall schöne neue Wegebezeichnungen anbringen lassen und an besonders verkehrswichtigen Stellen holzge­schnitzte Figuren in humoristischer Art aufgestellt. Sie zeigen dem Wanderer den Weg. Diese Neue­rungen haben überall Anklang gefunden.

Erpresser kommt ins Zuchthaus.

Lpd. Frankfurt a. M., 24. Aug. Die' Große Strafkammer verhandelte gegen den 22jährigen Franz K., der feit Jahren jeder Arbeit aus dem Wege geht und wiederholt wegen Bettelns und Zuhälterei bestraft ist. Als er von Hamburg nach Frankfurt kam, ging er hier der gewerbsmäßigen Unzucht nach und erpreßte und bestahl einen Mann. Bei seiner Festnahme widersetzte er sich dem Po­lizeibeamten und verletzte ihn derart, daß dem Be­amten eine Rippe gebrochen wurde. Das Gericht erachtete den Angeklagten als g e wo h n h e i t s - mäßigen Verbrecher und verurteilte ihn zu 3'/r Jahren Zuchtyaus und 5 Jahren Ehr­verlust. Von der beantragten Verhängung der Si­cherungsverwahrung wurde mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten Abstand genommen, weil sich erwarten laßt, daß ihn die harte Straf« zur Besinnung bringen wird und er seine Lebensfüh- rung ändern wird.

Hochschul-Institutsneubauten in Darmstadt.

Lpd. D ar m st a d t, 24. Aug. Die Materialprü­fungsanstalt der Technischen Hochschule Darmstadt, die auf den verschiedensten Gebieten der Werk­stoffkunde über zahlreiche Sonderausgaben ver­fügt und stets in engster Zusammenarbeit mit der technischen Praxis steht, bedurfte im Zusammenhang mit den ihr durch den Dierjahresplan gestellten Auf­trägen dringend einer räumlichen Ausdehnung. Der Raumnot wurde durch einen Erweiterungsbau ab- geholfen, der sich unmittelbar an den Flügel, in dem sich die Materialprüfungsanstalt befin­det, anschließt und seiner Fertigstellung entgegen­geht.

Inzwischen wächst im Nordostteil des nahen Herrngartens, in unmittelbarer Nähe der Hoch­schule, auch der Neubau des Instituts für a n o r - ganische und physikalische Chemie in die Höhe. Schon jetzt läßt sich erkennen, daß sich der Bau, zu dem der Gauleiter und Reichsstatthal­ter im vergangenen Jahre den Grundstein legte, von der Herrngartenseite aus sehr vorteilhaft aus­nehmen wird.

Die Errichtung eines Jnstitutsneubaues für Zellulosechemie ist auf dem alten Darmstad­ter Ballonplatz geplant.

Anhänger eines Lastzuges gestohlen!

Lpd. Worms, 24. Aug. Ein Ferntransport­unternehmer aus Gimbsheim verließ in Zwei­brücken kurze Zeit seinen aus einem Motorwagen und zwei Anhängern bestehenden Lastzug. Als er zurückkam, mußte er zu seinem Schrecken feststel­len, daß Diebe mittlerweile seinen zweiten An­hänger abgekuppelt und gestohlen hatten. Die Po­lizei sucht nun nach dem Anhänger und seinen neuenBesitzern".

Oer Gausiedlungshos in Oberstedten.

Rhein-Mainische Börse.

Mittagsbörse schwankend.

Frankfurt a. M., 24. Aug. Im Anschluß an die Abendbörse ergaben sich zu Beginn des amt­lichen Mittagsverkehrs an den Aktienmärkten zunächst weitere Rückgänge um durchschnittlich 0,50 bis 1,50 v. H. Seitens der Kundschaft setzten sich kleine Abgaben fort, denen nur schwache Aufnahme- lüft gegenüberstand. Die Umsätze waren dabei sehr gering, da die Börse im wesentlichen sich selbst über­lassen war. Nach den ersten Notierungen erfolgten auf Teilgebieten Rückkäufe, so daß z. T. die ein­getretenen Rückgänge voll ausgeglichen wurden und darüber hinaus vereinzelt mäßige Erhöhungen ein­traten. Etwas lebhafter waren IG. Farben mit 145 bis 145,75 (145,25) sowie Verein. Stahlwerke mit 98 bis 98,50 (98,75). Don Montanwerten gingen Hoesch auf 104,65 bis 103,90 (105), Mannesmann auf 100,40 (102) und Rheinstahl auf 126,13 (129) zurück. Am Elektromarkt waren Geffürel nach 124,75 (125) auf 125,50 befestigt, Licht und Kraft gaben 1 v. H. nach auf 129. Don Maschinenwerten fielen Adlerwerke Kleyer auf 99,75 (102), Daimler auf 123,50 (124,50) und BMW. auf 142,25 bis 142 (142,50), während Moenus mit 120,50 und Rhein­metall mit 121,50 behauptet lagen. Im einzelnen find Metallgesellschaft mit 120 (122), Süüd. Zucker mit 202 (204), Conti Gummi mit 188,75 (190,50), Aschaffenburger Zellstoff mit 111,25 (112,50) und Bemberg mit 120,50 bis 122 (122,50) zu erwähnen.

Am Rentenmarkt war das Geschäft weiter­hin sehr ruhig. Reichsbahn-VA. bröckelten 0,13 v. H. ab auf 122,25, auch Reichsaltbesitz ermäßigten sich um 0,50 v.H. auf 130 bis 129,90, ferner gingen Kommunal- Umschuldung auf 94,30 (94,40) zurück, Städte-Altbesitz auf 135,75 (136). Am Pfandbriefmarkt waren Liqui­dationswerte teilweise 0,13 v. H. erhöht. Industrie- Obligationen lagen wie üblich nicht ganz einheitlich, während Stadtanleihen vorwiegend behauptete Kurse aufwiesen.

Der F r e i v e r k e h r lag ruhig und im wesent­lichen unverändert. Etwas niedriger nannte man Rastatter Waggon mit 41 bis 43 (42 bis 44) und Growag mit 72 bis 73 (72,50 bis 74,50). Tages­geld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörse gut behauptet.

Nach dem schwankenden und unsicheren Verlauf des Mittags herrschte an der Abendbörse zwar starke Zurückhaltung und Geschäftsstille, doch schien die Stimmung wieder zuversichtlicher. Es kamen nur wenig Kurse zur Notiz, die zudem noch über­wiegend nominellen Charakter trugen, aber durch­weg gut behauptet und teilweise auch noch leicht erhöht waren. Von Bergwerkswerten stellten sich Verein. Stahl auf 98,90 (98,75), Buderus aus 105 (104,50), Rheinstahl auf 127,25 (127), Hoesch auf unv. 105 und Deutsche Erdöl auf unv. 118,50. Chemiewerte lagen gut gehalten, JG.-Farben 145,50, Metallgesellschaft 120,50, Bemberg 122. Von Maschinenaktien notierten Daimler 0,25 v. H. höher mit 125,50, die übrigen unverändert: Adlerwerke

100,50, MAN. 121, Demag 137,25, Rheinmetall 121,50. Am Elektromarkt erfolgte nur in Gesfurel einiger Umsatz bei 125,75 bis 125,50 (125,50), Thür. Lieferung nom. 116. Don sonstigen Werten lagen Bankaktien unverändert, ebenso DDM. mit 157, AG. für Verkehr mit 116. Renten lagen sehr ruhig, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 122,40. Kam- munal-Umschuldung 5 Pf. leichter mit 94,25.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 24. Aug. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM t Weizen W 9 196, W 11 198, W 12 199, W 13 200, W 16 203, W 18 205, W 19 207, W 20 209; Roggen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R 16 187, R 17 188, R 18 189, R 19 191 Groß­handelspreise der Mühlen der genannten Preis- qebiete. Futtergerste, Futterhafer. Weizen- mehl, Type 812, W 13 28,85, W 16 28,85, W 18 28,85, W 20 (Kreis Alzey) 28,85 W 20 (Kreis Worms) 29,20; Roggenmehl, Type 997, R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50, alle Mehlpreise plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh­lenstation. Treber, getr.. Wiesenheu bis ein Drittel Besatz an minderwertigen Gräsern 5, Wie­senheu bis etwa ein Zehntel Besatz an minder­wertigen Gräsern 5,80 bis 6, Erzeugerpreis ab Er­zeugers Verladestation; drahtgepreßt bis 0,40 RM. Aufschlag. Weizenstroh, bindfadengepreßt und ge­bündelt, 2,80, Roggenstroh, dasselbe, 2,90 bis 3. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Pferdemarkt.

Frankfurt a. M., 24. Aug. Wie alljjährlich im August zeigte auch in diesem Jahre der August- Markt nur einen kleinen Auftrieb. Die Qualität der zum Verkauf gestellten Pferde war diesmal durch- weg gut und zum Teil sehr gut. Gedrungene Ar- beitspferde rheinisch-belgischen Schlages, Tiere norddeutscher Rasse und mittelschwere Ermeländer wurden in einwandfreiem Zustand zum Verkauf ge­bracht. Die Preise waren von einzelnen Sonder- fällen abgesehen trotz der besseren Qualität nicht höher als bei den letzten Märkten. Die Zufuhr von Schlachtpferden war ungenügend und entsprach nicht der Nachfrage.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 25. Aug. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorouftrieb: 851 Rinder (140 Ochsen, 126 Bullen, 417 Kühe, 148 Färsen), 385 Kälber, 118 Hämmel, 73 Schafe und 300 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 34 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 20 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35 bis 50, Schafe 24 bis 42, Schweine 53 bis 60 Mark. Marktverlauf: Großvieh, Kälber und Schweine zu­geteilt; Hämmel und Schafe mittelmäßig.

SJt.-tfport

Zweite Wiederholungsübung für das SA.-Sportabzeichen.

NSG. Der Führer hat in seiner Verfügung vom 18. März, 1937 die Einführung von Wiederholungs­übungen für alle Träger des SA.-Sportabzeichens, beginnend mit dem Jahre 1938, befohlen. Die Män­ner, die das Leistungsabzeichen tragen, sollen durch die Hebungen ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihre einwandfreie charakterliche und weltanschauliche Haltung erneut unter Beweis stellen. Die erste Wiederholungsübung wurde im Mai durchgeführt. Nunmehr steht die zweite in der Zeit vom 1. Sep­tember bis zum 31. Oktober bevor. Diesmal sind Kleinkaliberschießen (liegend aufgelegt) sowie Hand­granatenziel« und -weitwurf abzuleisten. Wer aus

eigenem Verschulden nicht an der Wiederholungs­übung teilnimmt, hat das Recht zum Tragen der Abzeichens verwirkt.

Eapt. Eyston

fährt 558 Stundenkilometer.

Der englische Rennfahrer Capt. Eyston durchraste mit seinem 6000-?8-RennwagenBlitzstrahl" am Großen Salzsee bei Bonneville in USA. die Meile auf der Hinfahrt mit einem Mittel von 558,6 km/st und war auch auf der Rückfahrt nicht viel lang­samer. Aber hier versagte die elektrische Zeitnahme und so kam der Engländer durch dieses an sich kleine technische Mißgeschick um einen Weltrekord, der Staunen und Bewunderung erregt haben würde.

Entstehung und Aufgaben.

Aus Anlaß der Eröffnung der 1. Deutschen Bau- und Siedlungsausstellung in Frank­furt a. M. wird der Siedlungshof des Gaues Hessen-Nassau in Ober- ft e b t e n bei Oberursel durch Reichs- leiter Dr. Ley feiner Bestimmung über­geben werden. Der Gausiedlungshof ist aus­drücklich als ein Bestandteil der Deutschen Bau- und Siedlungsausstellung erklärt wor­den. Bei einer Pressebesichtigung machte der Leiter des Gauheimstättenamtes, Gauamts­leiter A v i e n y , nähere Ausführungen über diese Lehr- und Forschungsstätte, die vor­bildlich in ihrer Art ist.

LPD. Oberursel, 24. Aug. Gauleiter Spren­ge r, der sich die Förderung des Siedlungswerts in ganz besonderem Maße angelegen sein ließ, hat mit demRhein-Mainischen Siedlungswerk eine außerordentlich schlagkräftige Organisation geschaf­fen. Der Gauleiter gründete ferner denG e meinnützigen Verein zur Förderung des nationalsozialistischen Sledlunos- werks im Rhein-Main-Gebiet . Diesem Verein hat der Gauleiter große Aufgaben Vorbe­halten und' ihm als erste die Errichtung des Gau- siedlungshofes übertragen. Diese Musteranlage foll in erster Linie der Weiterbildung aller i m Siedlungswerk tätigen Fachleute Die­nen. Architekten, Handwerker, Baubeamte, Sied- lungsführer, Gemeinschastsleiter, Heimstättenwal- ter, auch politische Leiter und Bürgermeister wer­den zu Aus- und Fortbildungslehr­gängen hierher eingeladen, um Anregungen zu empfangen.

Das Hauptgebäude enthält zwei Hörsäle, gemüt­liche Aufenthalts- und Speiferäume und eine vor- bildlich Küchenanlage. In dem großen langgestreck­ten Wohngebäude können bis zu 60 Lehrgangs­teilnehmer untergebracht werden. Vorbildliche Wasch- und Baderäume tragen dazu bei, daß die Teilnehmer an den Lehrgängen sich wohlfuhlen.

Ein schmuckes Fachwerkhaus stellt das U n i - oersitätsinftitut für B i e n e n k u n d e der Polntechnifchen Gesellschaft dar. Es verfugt über Versuchsanlagen und Laboratorien, so daß der Siedlungshof insbesondere auch für Imker unter den Siedlern wertvolle Anregungen bietet. Drei Mustersiedlerstellen vervollständigen Die baulichen Anlagen des Gausiedlungshoses. Eine der Mustersiedlungsstellen ist als Gästehaus ausgebaut. Seine äußere Gestaltung lehnt sich an die in der hessischen Landschaft bewährte Hausform an.

Zu den Mustersied^erstellen gehört auch ein vor­bildlicher Gemüsebau. An Schulbeispielen wird hier gezeigt, wie es richtig zu machen ist. Vor dem Wohnhaus liegt der Appellplatz zum Antreten bei Dienstbeginn am Morgen und zu Feierstunden bei besonderen Gelegenheiten.

Besonderes Interesse erweckt auch das große Wirtschaftsgebäude, das vielerlei Aufgaben dient. Es enthält Musterställe für Ziegen und Schweine, einen Schlachtraum, einen Aus­stellungsraum für Geräte aller Art, ferner eine Werkstatt mit den erforderlichen Werkzeugen und Maschinen.

Große Bedeutung kommt dem I n st i t u t für Krankheits- und Seuchenbekämpfung bei den Siedlerkleintieren zu. Diese auf dem Gau- siedlungshof untergebrachte Beratungsstelle wird Den Siedlern ständig zur Verfügung stehen und ihnen die Ergebnisse ihrer Arbeit vermitteln.

Da bei Der Beschaffung von Tiermaterial dem Heimstättensiedler immer wieder erhebliche Schwie- rigkeiten entstehen und ein erheblicher Mangel an geeignetem Zuchtmaterial besteht, wurde im Gau- siedlungshof auch ein Aufzuchtbetrieb für Kleintiere geschaffen. Es wurden allein in die­sem Jahre 3000 Hiihner aufgezogen, die im Alter von Drei Monaten an die Siedler abgegeben wor­den sind. Im nächsten Jahre hofft man eine Steige­rung der Hühneraufzucht auf 15 000 vornehmen zu können.

Die Kaninchenzucht ist ähnlich organisiert. Der Hof hat jetzt etwa 200 Tiere, doch wird der Bestand auf 500 gesteigert. Auch auf diesem für die Fleifchversorgung des Siedlungshaushaltes sehr wichtigen Gebiet wird durch die Arbeit des Sied­lungshofes mit der Zeit eine gute, raffenrnäßige Verbesserung des Tiermaterials in den Kleinsied­lungen des Gaues Hessen-Nassau erreicht werden. Schließlich wird auch der Aufzucht von o ft - friesischen Milchschasen, Gänsen, Enten und Puten die gebotene Sorgfalt zu­teil.

Daneben besteht noch eine ganze Reihe von Pro­jekten, wie die Zucht von Pelztieren, die Anlegung eines Heilmittelpflanzengartens, die Aufzucht von Seidenraupen die Maulbeerbäume hat man be­reits gepflanzt, so daß der Gausiedlungshos eine Lehrftatte darstellt, die nach jeder Richtung hm in der Lage ist, die richtigen Anregungen für eine ren­table Heimsiedlerstelle zu geben.

Erfolge der Gießener Schweralhlelen bei den kreismeisterschafien in Alsfeld.

Die schwerathlettschen Kreismeisterschaften mürben am vergangenen Sonntag vomDfK. 09" Alsfeld veranstaltet. Leider wurden die Kämpfe durch das schlechte Wetter sehr beeinträchtigt. Trotzdem gelang dem Breslausieger im Rasenkraftsport Hermann (Marburg) im Gewichtwerfen (Federgewicht) ein neuer deutscher Rekord mit 17,26 Meter. Der alte Rekord wird von Eder (München) mit 16,68 Meter gehalten. Die Gießener Kraftsportler, bei denen verschiedene gute Kräfte nicht -mit von der Partie waren, schnitten recht gut ab. Fritz Funk wurde im Gewichtheben (Federgewicht) Zwei­ter hinter Schott (Alsfeld), und zwar brachte er 430 Pfund im Dreikampf zur Hochstrecke (Drucken 130 Pfund, Reißen 125 Pfund, Stoßen 175 Pfund), Dritter in dieser Klasse wurde Alex Götz. Im Rasenkraftsport (Federgewicht) belegte Funk ebenfalls den zweiten Platz hinter dem deutschen Meister Hermann (Marburg). Götz wurde in der gleichen Klasse Dritter.

Im Rasenkraftsport (Leichtgewicht) wurde Klotz erster Sieger, während Noeller in der gleichen Klasse Dritter Sieger wurde.

Im Gewichtwerfen, Einzelwettbewerb, wurde Fritz Funk dritter Sieger mit 11,88 Meter im Federgewicht. Klotz siegte im Leichtgewicht mit 12,35 Meter. In den Ringerwettbewerben belegte Klotz im Weltergewicht den dritten Platz.

Auch Die Jugend wartete mit schönen Erfolgen auf. Büttner wurde im Jugendbantamgewicht erster Sieger vor Kurz (Alsfeld).

Das Jugendfedergewicht war besser besetzt. Fritz Dem belegte hier Den zweiten Platz hinter dem stärkeren Alsfelder Wagner. Dem erzielte zwei Siege, während Hatz mit einem Sieg auf den dritten Platz kam.

Hebeis (Gießen) konnte sich in der aktiven Federgewichtsklasse nicht durchsetzen. Er verlor nach tapferem Widerstand gegen Schott und Schuchmann (Alsfeld).

32 Kämpfe um den Tschaimner-pokal.

1. FE Nürnberg in Klein-Steinheim.

Am letzten August-Sonntag steht der deutsche Fußballsport im Zeichen des Tschammer-Pokals. Von den vielen hundert Mannschaften, die im Früh­jahr innerhalb der Kreise den Kämpf in diesem Wettbewerb aufnahmen, sind 64 übriggeblieben, darunter die 16 an den Spielen um die Deutsche Meisterschaft beteiligten Gaumeister, die bisher von der Mitwirkung befreit waren. Die 32 Spiele Der ersten Hauptrunde werden mit Spannung erwartet, zumal es sich fast durchweg um recht volkstümliche und zugkräftige Paarungen handelt. Besonders ge­spannt darf man auf das Abschneiden der 14 noch im Wettebewerb befindlichen Mannschaften der Be­zirksklasse sein, zumal sie fast alle die Annehmlich­keit haben, zuhause spielen zu können. Da wird mancher Vertreter der Gauliga die Segel streichen müssen? .

Auf Süddeutschland entfällt ein gutes Dutzend von den 32 Spielen des Sonntags. An erster Stelle muß man die Begegnung zwischen dem Freiburger FC. und Hannover 96, dem Deutschen Meister, nennen.

Der FFC. versteht zu kämpfen und gegen den ster wird er mit besonderem Ehrgeiz bei der Sache fein. Die Niedersachsen taten gut Daran, sich vor ihrem Auftreten im Mösle-Stadion einige Tage im Schwarzwald zu erholen. Sie werden alle Kraft« brauchen! Ein Ereignis für die Hanauer Gegend ist das Auftreten des 1. F C. Nürnberg, der beim S V. Klein-Steinheim zu Gast fein wird. Der bayerische Meister hat hier Gelegenheit, fein Können in hellstem Licht erstrahlen zu lassen. Um am Main zu bleiben: Eintracht Frankfurt und 1860 München stehen sich in Frankfurt gegenüber, und man darf gespannt sein, ob Die Niederwälder an ihre im siegreichen Kampf gegen Hannover 96 gezeigte Form anknüpfen können. Nötig Erforderlich wäre es, denn dieLöwen" sind wieder sehr stark geworden. Opel Rüsselheim, jetzt wieder in der Be­zirksklasse, hat den Ehrgeiz, dieMünzenberg^lf Alemannia Aachen zu schlagen. Der FSV. Frank­furt muß zum SC. 03 Kassel, Der kürzlich durch seinen Sieg über Schweinfurt eine Pokalüberraschung