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Aus aller Welt.

Wilhelm Backhaus spielt in Santiago.

Auf dem Flugplatz Santiago (Chile) traf der be­rühmte deutsche Klavierkünstler Wilhelm Back­haus in einem Flugzeug der Lufthansa ein und wurde vom deutschen Botschafter und von Mitglie­dern der deutschen Kolonie herzlich begrüßt. Das erste Konzert des Pianisten findet im Zentralthea­ter statt; die Teilnahme ist sehr stark, da allgemein der Wunsch besteht, den Künstler nach elfjähriger Abwesenheit wieder zu hören.

Blutrache in einem polnischen Dorf.

Eine furchtbare Tat der Blutrache trug sich in einem Dorf bei Warschau zu. Ein 19jährlger Bauernsohn hatte vor vier Jahren seinen Spielge­fährten ermordet und war dafür zur Unterbringung in eine Besserungsanstalt verurteilt worden. Nach­dem er erst kürzlich die Besserungsanstalt verlassen hatte, wurde er jetzt von Familienangehörigen des ermordeten Spielgefährten hinterrücks erschos­sen.

küssen auf der Landstraße ist gefährlich.

Ein interessanter Fall kam vor dem Lodzer Ge­richt zur Verhandlung. In der Dämmerung ging ein verliebtes Paar auf einer der Lodzer Ausfall­straßen spazieren. Plötzlich umarmte der junge Mann seine Begleiterin und begann sie mitten auf der Landstraße zu küssen. In diesem Augenblick näherte sich ein Auto, das Signale gab, die aber von dem Liebespaar nicht gehört oder beachtet wur­den. Der Chauffeur konnte das Auto nicht mehr zum Stehen bringen und fuhr in die zärtliche Gruppe hinein. Dabei wurden die jungen Leute schwer verwundet. Bei der Gerichtsverhandlung wurde der Chauffeur freigesprochen.

Festnahme eines jüdischen Hochstaplers und Rassenschänders.

Der Politischen Polizei in Danzig ist es gelun­gen, einen jüdischen Hochstapler namens Achom Jtzek Kronenberg festzunehmen, der seine Welt­gewandtheit und.Sprachkenntnisse zu zahlreichen Hochstapeleien benutzte. Kronenberg gab sich in Dan­zig vor leichtgläubigen Leuten, namentlich vor jun­gen Mädchen, als Beamter des italienischen Gene­ralkonsulats aus und nannte sich Giovanni Monte- corona oder sogar Graf Conti de Montecorona. Er hatte die Frechheit, das Abzeichen der Faschistischen Partei zu tragen. Es gelang ihm, einige junge Mädchen zu täuschen und mit ihnen ein Liebesver­hältnis zu unterhalten. Der gerissene Schwindler wurde von einem Angestellten des italienischen Ge­neralkonsulats entlarvt, der ihn wegen d-es Tragens des Abzeichens der Faschistischen Partei zur Rede stellte. Der Italiener benachrichtigte sofort die Poli­zei, der die Festnahme des jüdischen Gauners sehr bald gelang.

Doolsunglück in Irland. 5 Menschen ertrunken.

Im Seengebiet von Killamery (Irland) stieß ein mit 25 Personen besetztes Boot an einen Brücken­pfeiler und schlug um. Sämtliche Insassen fielen ins Wasser. Während zwanzig von ihnen sich schwim­mend ans Ufer retten konnten, kamen die übrigen fünf ums ß e b e n.

Flugzeugabsturz in Frankreich.

In der Nähe von Grenoble stürzte ein Uefrungs» flugzeug aus geringer höhe ab. Die beiden Insassen erlitten sehr schwere Verletzungen.

Französisches Militärflugzeug verunglückt.

Ein Marineflugzeug des Stützpunktes Cherbourg- Chante-Reyne, das mit einer sechsköpfigen Besatzung zu einem Uebungsflug aufgestiegen war, stieß bei der Wasserung so hart auf, daß es sofort unter- g i n g. Nur drei Mann der Besatzung konnten ge­rettet werden, die anderen gingen mit der Maschine unter. Bei einem der Geretteten waren die Wieder­belebungsversuche ohne Erfolg.

Das Flugzeugunglück bei Tokio forderte bis jetzt 24 Tote und 150 Verletzte.

Die Zahl der Opfer des Flugzeugabstur- z e s in Omori bei Tokio hat sich, wie die neuesten Meldungen besagen, ganz erheblich erhöht. Durch den Absturz der beiden Flugzeuge sind mehrere Benzintanks explodiert. Bisher hat man 24 Tote und 150 Verletzte bergen können, je­doch befürchtet man, daß die Zahl Der Opfer noch weiter steigen wird. Die Aufräumungsarbeiten in der zum größten Zeil zerstörten Fabrik werden fortgesetzt.

Grauenvolle Vorgänge im Gefängnis von Philadelphia.

Im Kreisgefängnis von Philadelphia sind dieser Tage vier Sträflinge mit schweren Verbrühungen und Verletzungen tot aufgefunden worden. Die Gefängniswärter sagten aus, daß die Sträflinge, die sich in einem Hungerstreik befanden, nachts mit­einander gekämpft hätten, wobei sie die Dampf­rohre abgerissen und als Waffen gegeneinander benutzt hätten. Die amtliche Untersuchung der To-1

Oie Schwimmwettkämpfe.

NSG. Zu den Schwimmwettkämpfen der Hitler- Jugend treten 400 Jungen und 250 Mädel an. Zu­gelassen sind jeweils die Gebietssieger bzw. Ober­gausiegerinnen und darüber hinaus diejenigen, die die gesetzlichen Pflichtzeiten unterboten haben. Da der Schwimmsport ein Sport der Jugend ist, wird gerade auf diesem Gebiet mit besonders guten Lei­stungen zu rechnen sein, sind doch junge Schwim­mer und Schwimmerinnen am Start, deren Na­men bereits allgemein bekannt sind.

Das 100-Meter-Kraulschwimmen ist mit 45 Meldungen am stärksten besetzt. Der Vor­jahrssieger Sobotta (Schlesien) dürfte es sehr schwer haben, sich gegen so gute Schwimmer wie Fied­ler (Sachsen), Müller (Berlin), höhle (Westfalen) und Bornhaupt (Ruhr-Niederrhein) durchzusetzen. Im 200- und 400-Meter-Kraulschwim- men ist mit einem Siege des Sachsen Bret- schneider zu rechnen. Im Bru st schwimmen wird wohl der bekannte Magdeburger Schwimmer Köhne zu einem sicheren Sieae kommen, da er in­folge seiner guten Beherrschung des Schmetter­lingsstiles seinen Mitbewerbern Überlegen ist. Das Rückenschwimmen wird aller Voraussicht nach ein Rennen zwischen Rundmund, dem bekannten Mit­glied der Bremer Schwimmstaffel und Schröder (Mittelrhein) werden. Beide gehören bereits zur deutschen Spitzenklasse. Das Kunstspringen wird für die Zuschauer bestimmt ein besonderer

desfälle nahm jedoch eine sensationelle Wendung, als Oberbürgermeister Wilson plötzlich die Ver­haftung zweier Gefängniswärter anordnete; sie werden des Totschlags beschuldigt. Die ameri­kanischen Nachrichtenagenturen haben sich nun des Aufsehen erregenden Falles bemächtigt und brin­gen breite Berichte über die grauenhaften Vor­gänge, die sich in dem Gefängnis abgespielt haben, hiernach waren 24 der rund 600 im Hungerstreik befindlichen Gefangenen in sogenannteStraf­zellen" gesperrt worden. Obwohl draußen hochsom­merliche Hitze herrschte, verschlossen noch unbekannte Täter sämtliche Fenster und stellten auf Befehl eines Gefängnisbeamten die Dampfheizung an. Nach einer Mitteilung des Staatsanwaltes Boyle hat die Untersuchung festgestellt, daß die einge­schlossenen Gefangenen die ganze Nach Über schrien und jammerten und flehentlich um Abstellung des Dampfes baten. In ihrer Verzweiflung rissen die Unglücklichen ihre Hemden herunter und tauchten sie in die Klosettspülanlagen, um sich Körper und Gesichter mit den angefeuchteten Kleidungsstücken zu kühlen. Nach Mitteilung des Staatsanwalts wurden die Gefangenen im Laufe der Nacht vor Qualen wahnsinnig und sanken nacheinander be­wußtlos zu Boden. Vier der körperlich Schwäch­sten wurden dann am Morgen mit schweren Ver­brühungen tot aufgefunden. Einige andere liegen im Gefangnishospital schwer krank danieder. Einer der Gefängniswärter, ein gewisser Mills, er­klärte, die in den Strafzellen eingeschlossenen Ge­fangenen hätten sich an dem Hungerstreik führend beteiligt. Auf die Frage, wer die Zellen luftdicht verschlossen und die Dampfheizung angelassen habe, behauptete er, das habe einUnbekannter" getan.

Genuß werden, da hier so gute Könner wie Ernst (Westfalen) und Föckel (Sachsen) im Wettkampf stehen. In der 4X100-Meter-Kraulstaffel erwartet man die Sachsen vor Berlin in Front. Die Ber­liner dürften sich dafür die Wasserballmeisterschaft vor Ruhr-Niederrhein sichern.

Im Kraulschwimmen der Mädel wird die Berlinerin Inge Schmitz und die Schlesierin Ursel Groth nicht am Start sein. Sie werden am gleichen Tage ,bie deutschen Farben beim Länder­wettkampf gegen Frankreich vertreten. Sv sollte die Entscheidung über 100 Meter zwischen Kar- natz (Ruhr-Niederrhein) und Zölfsel (Schlesien) lie­gen. In der Mittelstrecke dürfte Marga Driever (Ruhr-Niederrhein) zuerst das Ziel erreichen. Im Bru st schwimmen sind Heidemann (Mittel­elbe und Picheida (Ruhr-Niederrhein) die aussichts­reichsten Anwärterinnen auf den Sieg. Wir rechnen mit Zeiten, die unter 3:10 Minuten liegen. Das Rückenschwimmen der Mädel dürfte eine Beute von Kellermann (Westfalen) werden, allerdings erst nach dem Kampf Heins (Mittelelbe). Im Kunst- springen wird Susanne Heinze (Berlin) in An­wesenheit von Gerda Daumerlang unangefochten zum Siege kommen. In den Staffeln über 3X200-Meter-Brust und 4X50-Meter- Kraul werden die stärksten Mannschaften von den Obergauen Ruhr-Niederrhein, Mittelelbe und Schlesien gestellt.

Angesichts des hohen Standes des deutschen Ju­gend-Schwimmsports ist zu erwarten, daß es nicht

nur gute Spitzenleistungen, sondern auch einett ausgezeichneten Durchschnitt geben wird.

Oie Meisterschaftsspiele im Tennis.

Das Meldergebnis zu den Tennisspielen ist über alles Erwarten gut ausgefallen. Zu den Einzel­spielen der HI. sind 60 Teilnehmer zugelassen wor­den. Man erwartet Gies, Ruhr-Niederrhein, Loof, Mittelelbe oder Rose, Schlesien, in Front. Sämtliche Einzelspieler bestreiten auch die Doppelspiele. Bei der Leistungssteigerung im Jugendtennis bleiben Ueberraschungen nicht ausgeschlossen.

Ebenfalls 60 Teilnehmerinnen gibt es bei den Einzelspielen des BDM. und auch diese Einzelspie­lerinnen bestreiten alle das Doppel. Die Tenms- spiele des BDM. sind eine völlig offene Sache. Die Spielerinnen der Obergaue Berlin, Hamburg und Sachsen sind vielleicht etwas stärker einzuschätzen, als die übrigen Mitbewerberinnen.

Alitterungsvorhersage

für die Zeit vorn 25. August bis 3. September, herausgegeben vom Forschungsinstitut für lang­fristige Witterungsvorhersage des Reichswetter­dienstes in Bad Homburg v. d. h. am 24. August abends.

In Norddeutschland westlich der Oder sowie in West- und Süddeutschland in den nächsten Tagen überwiegend heiter bis wolkig und trocken. Stellen­weise Frühnebel. Nach kühlen Nächten tagsüber warm. Im Osten und Südosten sowie den Rand­ländern der Alpen kühl, vielfach trübe und regne­risch. Gegen das Wochenende hin im Osten Nach­lassen der Niederschläge und Aufheiterung; bei noch kühlen Nächten tagsüber wärmer. Im Westen da­gegen neueinsetzende Unbeständigkeit. In der ersten Hälfte der nächsten Woche im ganzen Reichsgebiet recht unbeständige Witterung, Wechsel heiterer und trockener Tage, dabei aber im ganzen im Nord­osten des Reiches schöner als im Westen und Süden. In der zweiten Hälfte der nächsten Woche vermutlich überwiegend heiter und trocken.

Wetterbericht

Nachdem Westdeutschland unter dem Einfluß eines ausgedehnten Hochdruckgebietes am Mittwoch hei­teres, jedoch im ganzen nicht sehr warmes Wetter hatte, macht sich jetzt ein ausgedehntes Schlecht­wettergebiet, das am Mittwoch langsam zur Nord­see vorrückte, besonders nördlich des Taunus, durch stärkere Bewölkung bemerkbar. Auch in Nord- und Westdeutschland wird nun Bewölkungszunahme zu erwarten sein, doch ist eine weitere Verschlechterung nicht wahrscheinlich.

Vorhersage für Freitag: Meist auf­geheitert, ttocken. Temperaturen wenig geändert. Winds um Nord.

Hauptschriftleiter vr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (in Urlaub), i. 93.: Ernst Blum­schein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (in Urlaub). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theod. Kümmel. D.A. VII. 38: 9034. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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