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Donnerstag. 25. August 1958

188. Jahrgang

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Siehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Berlin jubelt Horthy und dem Führer zu.

Hunderttausende als Dolmetsch der (Sympathie des ganzen deuffchen Bottes für Ungarn.

Berlin. 24. Aug. (DRV.) Der hohe Gast des deutschen Volkes, S. D. der Reichsverweser des König­reiches Ungarn Nikolaus horthy von Na­gy b ä n y a, ist mit seiner Gemahlin in der Haupt­stadt des Deutschen Reiches e i n g e t r o f f e n. Die Sonderzüge des Reichsverwesers und des Führers und Reichskanzlers liefen um 18.33 Uhr gleichzeitig in dem in einen herrlichen Schmuckkasten verwan- betten Lehrter Bahnhof ein. Aber Tausende von Ber­linern. die in immer steigender Erwartung auf den Augenblick der Ankunft gewartet hatten, empfingen das hohe ungarische Gastpaar und den Führer mit herzlicher Begeisterung.

Oie Begrüßung auf dem Bahnsteig.

Drei Minuten nach 18.30 Uhr werden die beiden Sonderzüge, die aus der Lokomotive die goldenen Hoheitszeichen der beiden Länder tragen, sichtbar, und laufen zu gleicher Zeit langsam in die Halle ein, von den schmetternden Fanfarenklangen und dem unbeschreiblichen Jubel der Jugend empfangen.

Der Führer verläßt den Sonderzug, begrüßt Generalfeldmarschall G ö r i n g und Frau Goring und tritt dann an den Wagen des Reichsverwesers. Der hohe Gast und Frau von horthy verlassen als erste den Sonderzug, vom Führer herzlich be­grüßt, der ihnen dann Generalfeldmarschall und Frau Göring vorstellt. Frau Göring überreicht I. D der Gattin des Reichsverwesers einen Strautz wundervoller Rosen. Danach stellt der Führer dem Reichsverweser die zum Empfang erschienenen Per­sönlichkeiten aus Staat und Bewegung vor.

Tausende vor dem Bahnhof.

Auf der breiten Fahrstraße hat das aus drei Kompanien sämtlicher Wehrmachtsteile zusammen­gesetzte Ehrenbataillon mit Fahnen und Mußkkorps Aufstellung genommen. Die Männer der Leibstan- darte des Führers, in Paradeuniform mit weißem Lederzeug, bilden Spalier. Dahinter drängen sich zu Tausenden die Berliner. Auf bevorzugtem Platz sieht man eine Abordnung der ungarischen Kolonie mit rot-weiß-grünen Fähnchen in den Händen. Sie werden von Stabskapitän Fischer, einem alten Kriegskameraden Admirals von horthy, geführt.

Fanfarenklänge und brausende Heil-Rufe aus der Bahnhofshalle künden das Eintreffen der Sonder- züqe. Wenige Minuten später erscheint der Füh­rer am Eingangsportal, zur rechten Seite der ungarische Reichsverweser in Admtralsum- form. Frau Göring geleitet Frau v o n h o r t h y. Der Präsentiermarsch klingt auf, und der Komman­dant von Berlin, Generalleutnant Seifert.mel­det das angetretene Ehrenbataillon. In die bran­denden Heil-Rufe der Menge mischen sich die be­geisterten Elfen!-Rufe der Ungarn. Dann ertönt die ungarische Nationalhymne, unter deren Klangen der Führer mit seinem hohen Gast die Front des Ehren­bataillons abschreitet. Die ungarische Nationalhymne wird abgelöst von den Liedern der Nation.

Dann besteigt der Führer mit dem hohen Gast den ersten Wagen, Frau von horthy mit Frau Go­ring den zweiten Wagen, um die Fahrt durch das festlich geschmückte Berlin anzutreten.

Festliche Stimmung am Brandenburger Tor.

Am Brandenburger Tor bietet sich ein prächtiges Bild, das beherrscht wird von den acht hohen Fahnenpyhonen auf dem Pariser und hindenburg- platz. Bon der Decke der Durchfahrt des Lang­hans-Baues wallen riesige Fahnentücher in den Farben des Königreiches Ungarn und des Deut­schen Reiches. Den Hohen Fries des Tores zieren an jeder Seite sechs große Lorbeerkränze. Ein dich­tes SA.-Spalier säumt die Gehsteige, auf denen viele Glieder tief die Menschenmassen sich schon Stunden vor der Ankunft der Sonderzüge dräng­ten.

Am Eingang der Wilhelmstraße wurde das Braun des SA.-Spaliers von den schwarzen Uni­formen der -- abgelöst, die hier das Ehrenfpalier fortsetzte. Bon der Brandenburger-Tor-Wache des Heeres wehte die deutsche Reichskriegsflagge. Die französische Botschaft hatte- die Trikolore gehißt.

Zubelstürme begleiten die Vorbeifahrt.

In majestätischem Fluge zog das viermotorige GroßflugzeugGeneralfeldmarschall von Hinden­burg" eine große Schleife über dem Königsplatz. Die Soldaten präsentierten das Gewehr, und schlagartig leuchtete die Illumination der Pylonen und der Säulenreihen Unter den Linden in der abendlichen Dämmerung auf. Ein Sturm des Ju­bels brach los, als die beiden Staatsoberhäupter im offenen Wagen das Brandenburger Tor durch­fuhren, wo die militärische Wache ins Gewehr ge­treten war. In langsamer Fahrt nahm die lange Wagenkolonne mit den hohen ungarischen Gästen und ihren deutschen Begleitern ihren Weg zur Wilhelmstraße, geleitet von dem Jubel der Ber­liner, die zum Zeichen ihrer Freude die ungarischen und die Hakenkreuzfähnchen über ihren Häuptern schwenkten.

Oie Begleitung des Reichsverwesers im Hotel Adlon.

Während die ersten Wagen ntit dem Reichsver- weser und dem Führer sowie Frau von horthy und Frau Göring unter dem Jubel der Menge in die Wilhelmstraße einbogen, fuhr ein Teil der Wagen vor dem Hotel Adlon vor. Ihnen entstiegen der ungarische Ministerpräsident mit den ungarischen Ministern und der Begleitung sowie Generalfeld­marschall Göring, Reichsaußenminister von Ribben­trop und Reichsminister Dr. Goebbels. Begleitet von brausenden Heilrufen begaben fich der Generalfeld­marschall, der Außenminister und Reichsminifter Dr. Goebbels in das Hotel, um sich hier in der Vorhalle von den hohen Gästen zu verabschieden.

Die hohen Gäste

imSause des Reichspräsidenten".

Nach ihrem Eintreffen imHaus des Reichs­präsidenten" wurden nach Verabschiedung von dem Führer Reichsverweser Admiral von horthy von Staatsminister Dr. Meißner und

Frau von horthy von Frau Meißner durch die Räume geleitet, so auch in das schlichte Arbeitszimmer des verewigten Reichspräsidenten, das völlig unverändert geblieben ist.

Menschenmassen auf dem Wilhelmsplah.

Schon Stunden vor der Ankunft des Führers und seines hohen Gastes hatte sich auf dem festlich ge­schmückten Wilhelmsplatz eine erwartungsfrohe Menschenmenge eingefunden. Die ersten Heilrufe brausten auf, als Reichsminister Dr. Goebbels von der Rampe des Propagandaministeriums zum Bahnhof fuhr. Nicht minder freudig wurde General­feldmarschall Göring begrüßt.

Berlin, 25. Aug. (DNB.) Zu Ehren S. D. des ungarischen Reichsverwesers Admiral v. horthy und I. D. Frau von horthy gab der Führer und Reichskanzler am Mittwoch im Hause des Reichskanzlers eine A b e n d t a f e l, zu der auch die den Reichsverweser begleitenden ungari­schen Minister, die Mitglieder des Reichskabinetts und die Reichsleiter der Partei geladen waren.

In langer Folge fahren die Gäste zum Empfang des Führers vor dem Hause des Reichskanzlers vor. Begeisterte Heil-Rufe brausen auf, als die ungari­schen Gäste erscheinen, zuerst der Ministerpräsident von Jmredy mit seinen Ministern und dann Admiral von horthy. t

Kurz vor 21 Uhr ist die Auffahrt beendet. Wie gebannt richten sich alle Äugen zu dem historischen Balkon im ersten Stockwerk der Reichskanzlei. Plötz­lich öffnet sich die Tür. Admiral von horthy und der Führer, gefolgt von Generalfeldmar­schall Göring, treten heraus.

Minutenlang brausen die Heil-Rufe über den Platz den Männern entgegen, die mit sicherer Hand das Staatsschiff der beiden befreundeten Nationen führen. ,,r, _

Die Begeisterung nimmt immer stürmischere For­men an. Die Hände recken sich zum Gruß empor, und zahllose Fähnchen in den ungarischen und deut­schen Farben flattern, voller Begeisterung empor­gestreckt, in der Luft.

Zum Zeichen des Dankes für die überaus herz­liche Begrüßung hebt der Reichsverweser Admiral von horthy die Hand. Dann verabschieden sich auch der Führer und Hermann Göring.

Der Führer und Reichskanzler hielt im Verlaufe der Tafel folgende Ansprache an die hohen Gäste:

Euer Durchlaucht!

Es ist mir eine große Ehre und Freude, Eure Durchlaucht, den Reichsverweser des Königreichs

Oer Führer kehrt

in die Reichskanzlei zurück.

Jubelnde Bewegung ging durch die Menge, als der lange Zug der Kraftwagen die Wilhelmstraße erreichte. Trommelwirbel klangen auf, die Ehren­kompanie in der Reichskanzlei präsentterte, und schon hielt der Wagen des Führers als erster im Vorhof. Während immer wieder Jubelrufe auf­klangen, stieg der Führer aus und begab sich in die Reichskanzlei. In dem langen Zuge der Wagen, die dem Führer das Geleit gaben, kehrten auch Generalfeldmarschall Göring und Dr. Goeb­bels wieder in ihre Ministerien zurück.

Ungarn, und Ihre Durchlaucht, Ihre verehrte Fran Gemahlin, in der Hauptstadt des Deutschen Reiches willkommen heißen zu können.

In der Person Eurer Durchlaucht begrüße ich das Oberhaupt der ungarischen Nation, die mit dem deutschen Volk in alter und treuer Freund­schaft verbunden ist. Zahlreich sind die Be­ziehungen, die unsere beiden Vöker im Laufe der Jahrhunderte zu''Freunden werden ließen; sie gehen zurück bis auf die Zeiten'des Königs Ste­phan des heiligen und haben in immer engerer Ge­staltung durch die wechselvollsten Schicksale hindurch fortbestanden. In der jüngsten Vergangenheit haben die Waffenbrüderschaft im schweren Kampfe des Weltkrieges und das gemeinsame Ringen um eine bessere Zukunft unsere alte Freund­schaft aufs neue bestätigt und besie» gelt.

Diese fest begründete, auf gegenseitigem un­erschütterlichem Vertrauen beruhende Gemein­schaft wird vor allem jetzt, nachdem wir durch die geschichtlichen Ereignisse als Nachbarn un­sere endgültigen historischen Grenzen gefunden haben, für beide Völker von besonderem Werte sein. Ich bin überzeugt, daß sie nicht nur den Interessen unserer Länder selbst dient, sondern auch im engen Zusammenwirken mit dem uns befreundeten Italien ein Unterpfand eines wür­digen und gerechten allgemeinen Friedens ist. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Eure Durch­laucht während Ihres Aufenthaltes in Deutschland empfunden haben, wie tief eingewurzelt die über­aus herzlichen Gefühle sind, die das ganzedeutfche Volk Ihrer Person und Ihrem Vaterlande entgegenbringt. Seien Sie versichert, daß Deutschland und seine Regierung den natio­nalen Neuaufbau, den Eure Durchlaucht un­ter so schweren Nachkriegsverhältnissen begonnen und so weise und erfolgreich fortgeführt haben.

Unterpfand eines würdigen und gerechten allgemeinen Friedens."

Herzliche Ansprachen der beiden Staatsoberhäupter bei der Abendtafel.

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Die Ankunft auf dem L-hrl-r Bahnhof in Berlin

Auf unserem Bilde sieht man den Reichsverweser Admiral von Harth -de b^ I, |d)e des Auswärtigen Amtes begrüßt, G-neralseldmarschall H-rmann Gor in g, der das Ungarn Staatsoberhaupt in Berlin willkommen hieß, und - weiter hinten - den Führer.

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So empfing die Reichshauptstadt die hohen ungarischen Gäste.

Unser Bild zeigt einen Blick auf den Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor im hinter» qrunb in dem Augenblick, in dem der Wagen mit dem F uh r e r und Admiral v o n h o r tHy unter dem Jubel der dichten Menschen,poliere von der F-ststrahe Unter den Lmden in in» Wilhelmstraße einbiegt. (Scherl-Bilderdienst-M.)