Ausgabe 
25.5.1938
 
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Das Kreuz von Golzheim.

Zum 15. Todestag Albert Leo Lchlageters am 26. Mai.

Seltsam zerrissen, matt, gelb, untermischt mit dem süßlich-herben Duft fallender Herbstblätter endet der Novembertag des Jahres 1918, an dem Deutsch­land zerbrach. Totenstille plötzlich über einem Meer von Schlachtfeldern. An den Wegekreuzungen, auf leeren Feldern, auf nebelverhangenen Bergrücken, am nassen Strand, auf dem die Welle träge auf­läuft, verwunderte, erschrockene, vom Kampf noch erhitzte Soldatengesichter, stockender Atem, ratloses Achselzucken, führerlose Verlassenheit, tiefbanges Fragen:, Aus? Ja, aus! Ein Krieg ist zu Ende. Grinsend hockt ein Gerippe und kichert lautlos über Sieger und Besiegte. Wer ist Sieger? In diesem kurzen Augenblick, in dem selbst die Erde still steht, weiß es keiner. Auch nachher weiß es keiner.

Dann setzt sich uralten, urewigen Gesetzen gemäß die Erdkugel wieder in Bewegung, dreht sich wei­ter. Die Erstarrung löst sich. Einer holt Atem, ein , anderer holt Atem. Hände streichen verloren über die Stirn. Immer schneller wird das Drehen der Erdkugel, schon geht es im gewohnten Takt, schon haben die Klugen verstanden. Auf dem Kölner Hauptbahnhof türmen sich fortgeworfene Gewehre, einsam liegt auf ihnen, hingeschmissen, ein lästiger Degen, und schon rollt, rollt, rollt Zug auf Zug auf blanken Schienen ostwärts. Und nun strömt es von allen Seiten der Fronten ins Herz der Heimat. Zu­rückgeblieben, noch immer festgewurzelt, noch immer verständnislos, noch immer fassungslos steht ein Häuflein Helden im vergessenen Kriegsgelände. Sie wissen nicht, daß sich die Erde schon wieder dreht. Unter ihnen steht Albert Leo Schlageter.

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Feige tritt der Soldatenrat vor den blitzenden, zornigen Augen, noch mehr vor den geballten Fäu­sten des Leutnants und Batterieführers Schlageter zurück und läßt ihn passieren. Aber in der Heimat behalten die Roten recht! Taumel, Brunst, Lebens­gier haben lähmenden Schrecken abgelöst. Likör­gläser klirren. Und wie langsam und nach und nach Magazine und Speicher sich füllen, ist vergessen, daß die Erdrinde barst. Hei! Das jubelt schon wie­der! Das handelt schon wieder! Das geht Arm in Arm mit allem, was Ruhe verspricht und zusagt.

Ruhelos aber sitzt einer da. Unter studierenden Studenten. Schaut immer nach Führung aus. Sie kommt nicht. Soll Deutschland leben oder wer? Un­ter bunten Mützen in Freiberg stöhnt einer auf: Schlageter ... Plötzlich ist er verschwunden. Riga, das deutsche Riga ruft! Flammende Blitze [ sprüht die Batterie auf enger Brücke. Riga wird erlöst. Unter den Tiefaufatmenden und Bejubelten ist Albert Leo Schlageter, der Führer jener Batterie auf der Brücke.

Höher gehen die Wogen in der Heimat. Gierige Hände greifen nach Gold, das in Papier zerflat- tert. Macht nichts! Nur nichts hören! Es ist ja Frieden. Der von Versailles! Einer hört das unter­irdische Grollen der Berge an der Ruhr. Ausge- scheuchter, aufgestachelter, verführter roter Mob steht auf. Der Spießbürger schaudert, aber er sieht nicht die freche, gelbe, moskowitische Maske. Al­bert Leo Schlageter treibt von neuem, un­gestüm seine Batterie abfeuernd, das rote Gesindel auseinander.

Im Osten des Reiches bricht es auf. Wo bleibt die Führung? Hier! ruft Albert Leo Schla­geter, Freikorpsoffizier in Schlesien. Der Anna- be.rg sieht deutsche Helden. Deutsches Land ist ge­rettet. Rufen die Händler und Schacherer: Nun aber fort mit den Freikorps, die uns gerettet haben! Nun aber endlich Ruhe? Werdet Bürger?

Im Hintergrund lächeln Marxisten, lächeln Kom­munisten, lächeln die Juden.

Nur einer lächelt, nicht! Kommt er denn nie zur Ruhe? Rust Deutschland denn immer noch? Es ruft! Aber nur die, die es hören.. Und die es hören, müssen ausweichen. Müssen heimlich ihre Quartiere wechseln. Müssen sich versteckt halten, vor der Polizei der Bürger! Ruhelos ziehen sie durch Deutschland. Und unter ihnen wieder: er! Da hört tzl jenen rufen,. jenen ungenannten, unbekannten Soldaten, den wenige erst kennen. Der, ohne zur Führung gerufen, auch seinHier!" rief. Unter der Erde, nahe des Reiches Hauptstadt, aber den­noch unter der Erde, weiht Albert Leo Schlageter sich der neuen Fahne dieses Mannes.

Doch das Schicksal des deutschen Bodens ruft Albert Leo Schlageter nach einer anderen Seite. Zwischen Rhein und Ruhr brennt es von neuem. Die Franzofeck find einmarschiert. Ein stummer, stiller Krieg beginnt. Immer ver­steckter, immer geheimer wird der Krieg. Dom offenen Kampf in offener Feldschlacht geht's in nächtliche, fast ohnmächtige Abwehr., Aber die Zähne zusammengebissen, in nur scheinbarer Ohn­macht kämpft der nur geduckte Feuergeist. Dumpfes Bersten und Krachen! Zersplittern von Schienen und Eisenstäben! Brücken fliegen in die Luft!

Neben ungebändigtem Heldentum aber steht dann mit einem Male gemeiner Verrat! Unfaß­bar dieses Untergehen des heiligen Lichtes in das Dunkel der Finsternis! Immer wieder muß es einer auf dieser Welt erleben und mit dem Tode beenden. Eine Salve im fahlen Grau des £6. Mai 1923 blitzt auf, kracht. Albert Leo Schlageter ist tot!

Als die Schüsse in der Golzheimer Heide verhallt waren, ging ein Grauen so schrieb man durch ' das deutsche Vaterland. War es wirklich so? Stand die deutsche Welt starr, stumm, atemlos? Nein! Die Zeit war noch nicht erfüHt! Millionen über Millionen gingen ihrer Tagesarbeit in gewohntem Lauf nach, scherzten, lachten, tranken, tanzten, leb­ten und wußten nichts, nichts vom Sterben Albert Leo Schlageters. Und nur allzuviele fragten: Wer war Albert Leo. Schlageter? Trotzdem aber stieg, erst 'langsam, dann immer stärker aus den toten Gebeinen etwas herauf, das nicht Ruhe fand: das Gewissen. Scheg fühlte man, daß sich ein Mann für das heilige Deutschland geopfert hatte. Albert Leo Schlageter war das deutsche Gewissen, das Gestalt annahm in dem Kreuz von Golzheim.

Kunst und Wissenschaft.

Reichsmusiktage in Düsseldorf.

Der zweite Tag des Festes der deutschen Musik in Düsseldorf begann mit dem ersten jener Werks- konzerte, die als Hauptbestandteil der Reichs- m u f i f t a g e diese zu einem Fest der musikalischen Volksgemeinschaft machen sollen. In der Montage­halle der Werkzeugmaschinensabrik Defries hörten rund 2-000 Gefolgschaftsmitglieder die Darbietun­gen des Reichssymphonie-Orchefters unter Leitung

Die Gauletter der Ostmark.

Vereinfachung der Vermattung in Oesterreich.

Wien, 24. Mai. (DNB.) Der Führer empfing im Führerbau in München in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers den Gauleiter B ü r ck e l zur Entgegennahme eines Berichtes über den Auf­bau der NSDAP, in Oesterreich. Der Führer hat folgende Verfügung erlassen:

Mit Sofortiger Wirkung ernenne i ch zum Gauleiter: Im Gau Tirol: Pg. Hofer. Im Gau Salzburg Pg. Rainer. Im Gau Oberdonau: Pg. Ei grub er. Im Gau Niederdonau: Pg. Dr. Jury. Im Gau Wien: Pg. Globotschnigg. Im Gau Kärnten: Pg. Klausner. Im Gau Steiermark: Pg. Uiberreither.

München, den 22. Mai 1938.

(Gez.) Adolf Hitler.

Der Führer hat gleichzeitig eine Reihe von g e - bietsmäßigen Aenderungen in Oester­reich verfügt, sowohl für die parteimäßige wie für die staatliche Gliederung. So wird das Burgen­land dem Gau Steiermark, der Lungau aus dem Gebiete der Landeshauptmannschaft Salzburg ebenfalls der Steiermark zugeteilt. Dem Gau Steiermark werden weiter zugeteilt: Die Bezirks­hauptmannschaften Wiener-Neu st ad t, Neun­kirchen sowie Teile der Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leithä. Der Gerichtsbezirk Aussig (bisher Steiermark) wird dem Gau Oberdonau (bis­her Oberösterreich) angegliedert. Ost-Tirol kommt zum Gau Kärnten. Der Gau Wien erfährt eine Erweiterung durch Gebiete des Gaues Nieder­donau (bisher Niederösterreich). So werden - zum Gaugebiet Wien die Gemeinden Fischamend, Kor- ncuburg, Klosterneuburg, Moedlin und Hadersdorf- Weidlingsau gehören. Die Landeshauptmannschaft Vorarlberg bleibt bestehen, parteimäßig ist sie vorerst dem Gau Tirol angegliedert.

Der Führer und Reichskanzler hat sich ferner zu einer weitgehenden Vereinfachung oer öfter- reichischen Landesregierung entschlossen.

Der R e i ch s st a 11 h a l t e r ist Führer der Lan­desregierung. Er leitet gleichzeitig das Innenmini­sterium, dem das-Ministerium für Unterricht und Kultus angegliedert wird und das künftig den Na­menM inifterium für Inneres und kul­turelle Angelegenheiten" txägt. Vertre­ter des Reichsstatthalters als Führer der Landes­regierung und des Innenministers ist Minister Klausner. Minister Finfchboeck führt neben dem Handelsministerium das Finanzministerium in Personalunion. Minister Rheintaller führt da,s Landwirtschaftsministerium. Er ist gleichzeitig Be­auftragter für den Aufbau des Forstwesens. Mini­ster H u e b e r führt das in Liquidation befindliche Justizministerium. Der Reichsstatthalter hat mit der Leitung des gesamten Polizeiwesens den Staats­sekretär ---Brigadeführer K a 11 e n b r u n n e r, mit der Leftung für innere Verwaltung den Staats­sekretär ^-Standartenführer Dr. W a e ch t e r und mit der Leitung der AbteilungErziehung, Unter­richt und Volksbildung" den Prof. Dr. P l a 11 n e r beauftragt. Der Staatskommissär ^-Obersturmbann­führer R a f e l s b e r g e r ist als Staatskommissär für die Privatwirtschaft und als Leiter der Ver­mögensverkehrsstelle bestätigt.worden. Der bisherige Staatssekretär Wimmer führt die Abteilung Rechtsangleichung" und der bisherige Staatssekre­tär Mühlmann die AbteilungKunst, Propa­ganda und Werbung". Mit der Leitung des Reichs­statthalteramtes ist Ministerialdirektor Burgs­dorf beauftragt. Dr. Hammerschmidt ist zum persönlichen Referenten des Reichsstatthalters be­rufen.

Pionier des wirischastlichen Fortschritts.

Bedeutung des Handels in der nationalsozialistischen Wirtschaft.

Eine Rede deSReWwirtschasts- ministers Funk.

Berlin, 24. Mai. (DNB.) Auf einer aus An­laß der Amtseinführung des neuen Leiters der Reichsgruppe Handel Dr. Franz Hayler und der gleichzeitigen offiziellen Verabschiedung des bisheri­gen Leiters Prof. Dr. Karl Liier einberufenen Tagung des deutschen Handels hielt Reichswirt­schaftsminister Funk eine Ansprache.

Die Frage nach der Notwendigkeit des Handels", so führte er aus,wird für die nationalsozialistische Wirtschaftsführung dadurch beantwortet, daß die heutige Verkehrswirtschaft ohne Handel über­haupt nicht vorstellbar ist, wenn wir nicht in atavistische oder kommunistische Wirtschaftsfor­men verfallen wollen. Der Handel war stets der Pionier des wirtschaftlichen Fort­schrittes und die nationalsozialistische Wirtschaft will die fortschrittlichste Wirtschaft der Welt sein, weil sie anders gar nicht die gewaltigen Leistungen vollführen kann, die die nationalsoziali-^ stische Staats führung von ihr verlangt. Kühne Initiative ist das Lebenselement des Handels und kühne Initiative ist auch das Lebenselement der nationalsozialistischen Wirtschaft. Ohne dieses Element hätte sie niemals den einzigartigen Auf­schwung nehmen können, der heute nach fünfeinhalb Jahren nationalsozialistischer. Führung in der gan­zen Welt anerkannt werden muß. Unter eigener Verantwortung und unter eigenem Risiko schlägt der Handel die Brücke zwischen Erzeu­gung und Verbrauch. Er befriedigt nicht nur die wirtschaftlichen Bedürfnisse, sondern er weckt auch wirtschaftlichen Bedarf. Er reguliert die Märkte durch Vorrats- und Lagerhaltung, durch Kreditgeben und -nehmen und sichert der Ware durch sachgemäße Pflege ihren Wert. Was der deutsche Außen- handel bedeutet, erweist allein die Tatsache, daß sich die deutsche Ausfuhr aus Einzelgeschäften zu- fammensetzt, die täglich die Zahl von 30000 bis 40 000 erreichen und daß allein rund 70 000 deut­sche Betriebe im Auslandsgeschäft tätig sind. Im Jnlandsgeschäft hat der Handel es in der Hand, die Stimmung der Millionenmassen von Käufern zu beeinflussen. Er kann aufklärend und marktaus­gleichend wirken. Und schließlich hat die Staats­politik das größte Interesse daran, daß m ö g l i ch st viele selbständige und gesunde Mit­telbetriebe erhalten bleiben, denn diese Mittel­schicht ist volkspolitisch und sozialpolitisch besonders wertvoll. In einzelnen Handelszweigen beträgt der Durchschnitt der selbständigen Unternehmer mehr

als 40 v. H. und liegt damit um fast 100 o. H. über "dem Gesamtdurchschnitt der aeroerblichen Wirtschaft.

Die autoritäre Wirtschaftsführung die zur Durch­setzung ihres Führungs- und Organisationsprinzips und ihrer Methoden und Pläne die Produktion und den Verbrauch, die Einfuhr und die Ausfuhr, die Löhne und die Preise, die Geldpolitik und die Ka­pitalinvestition weitgehend beeinflußt, muß natur­gemäß auch die Tätigkeit des Handels regeln. Der Staat soll die Wirtschaft führen, aber nicht hie Wirtschaft verwalten. . Eine verbürokrati­sierte oder von öffentlichen Organen verwaltete Wirtschaft wird niemals Höchstleistungen vollbrin­gen, weil Derantwortungsfreudigkeit und Wagemut, kurzum die wertvollsten Jnitiatiokräfte in einer sol­chen Wirtschaft gehemmt werden. Wir wollen keine verbeamtete, verknöcherte und verbürokratisierte .Wirtschaft, sondern eine lebndige, mutvolle, schaf­fensfreudige und wagemutige Wirtschaft. Das gilt besonders für den überaus beweglichen und emp­findlichen Handel.

Unter stärkstem Beifall der Versammlung kün­digte Reichswirtschaftsminister Funk an, daß er eine Prüfung der Möglichkeiten angeordnet habe, um im Außenhandel eine Er­leichterung des Geschäfts durch eine gewisse Lockerung der Devisenbestimmungen herbeizuführen, weil er der Meinung sei, daß eine größere Freiheit in der Verwendung der Valutaguthaben im regulären Außenhandels­geschäft auch eine Verbesserung unserer Export­lage herbeiführen werde. Die Frage der Kon­sumvereine werde von ihm wieder auf­gegriffen werden, mit dem Ziel einer Liqui­dierung der Deutschen Grohein- kaufsgesellschaft und der einzelnen Verbrauchergenossenschaften, weil diese Gebilde als kollektive Großbetriebe von Verbrauchern nicht den Grundsätzen der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung entsprächen. Uns liegt daran, eine möglichst große Zahl von gesunden Einzelunternehmern mit starkem Ver­antwortungsbewußtsein und starker Unterneh- \ merinitiative zu schaffen, aber nicht kollek­tive Wirtschaftsgebilde, die den be­tonteren Interessen eines einzelnen Standes ober Berufes dienen. Es darf bei uns kein be­rufsständisches Denken und Streben, sondern nur noch ein nationalsozialistisches Denken und Streben in der einen, einzigen, großen Volks­gemeinschaft geben."

von Franz Adam. In der Eröffnungskundgebung des Musiklagers des NSD.-Studentenbundes sprach der Musikreserent der Reichsstudentenführung Rolf S ch r o t h. Die Uraufführung der OperS i m - plicius Simplicissimus" von Ludwig Maur ick fand abends statt. Der Komponist Hot nach dem Roman von Grimmelshausen ein musi­kalisch-szenisches Zeitbild aus dem 30jährigen Kriege geschaffen, in der Gestalt des Simplicius wollte er ein Symbol des faustischen Menschen errichten. Un­ter der szenischen Leitung von Hubert Franz und Gustav Vargo und dank der musikalischen Vorbereitung durch Eduard Martini und Michel R u e h l fand die Opek mit Paul Helm in der Titelrolle lebhaften Beifqll.

Der . Komponist Richard Gompf f.

3n Heidelberg ist der Komponist Richard Gompf im Alter von 76 Jahren gestorben, der zahl­reiche Lieder komponierte, die besonders als Mas­senchöre Eingang in die Literatur gefunden haben. Auch auf dem Deutschen Sängerbundesfest sind ver­schiedene seiner Chöre gesungen worden. Ebenso versuchte Gompf sich mit Erfolg auf dem Gebiet rac^11^^5' .^bei ihn ein feiner künstlerischer Geschmack auszeichnete. Gompf stammte aus Stau­fenberg bei Gießen, wo er als Lehrerssohn ge­boren wurde. Seine musikalische Ausbildung hatte endet münd)Cn al9 Meisterschüler Rheinbergers be-

Marburger Festspiele.

Die Marburger Festspiele bringen in ötcfem Jahr drei Shakespeare - Lustspiele. Am 25- Aum flndet die Eröffnung mitW i e es Euch gefallt statt es folgenViel Lärm um £'$*5 unbSommernachtstraum". Die Gesamtlettung liegt in den Händen des Begründers und langiahrigen Leiters Di. Fritz Budde. Franz jJt ertz wurde wieder für die Ausgestaltung der

Szene verpflichtet. Von den besten Bühnen Deutsch­lands, aus München, Dresden, Hamburg, Darm­stadt, kommen die Künstler zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Auch Berlin stellt eine Anzahl durch Theater und Film bekannter Schauspieler.

Oie Arbeitszeit der Beamten.

Berlin, 24. Mai. In einer gemeinsamen Ver­ordnung haben der Reichsminister des Innern und der Reichsminister der Finanzen die Arbeitszeit für alle Beamten in Reich, Ländern und Gemeinden und in den öffentlichen Körperschaften einheit­lich auf wöchentlich 51 Stunden fest- gesetzt. In Berlin, Hamburg, München, Köln und Dresden soll die Arbeitszeit nur 48V? Stunden betragen, soweit nicht eine geteilte Arbeitszeit zu- gelyssen wird. Durch Bereitschaftsdienst kann die Dauer der Arbeitszeit erhöht werden. Da das Deut­sche Beamtengesetz den Beamten verpflichtet, ohne Entschädigung auch über die regelmäßige Dienstzeit hinaus tätig zu fein, kann zum Ausgleich einer außergewöhnlichen Mehrbeanspruchung zu anderer Zeit Befreiung vom Dienst gewährt werden. Grund­sätzlich soll die Arbeitszeit geteilt werden, nur in Städten mit mehr als einer halben Million Ein­wohner soll die durchgehende Arbeitszeit die Regel bilden.

Der Dienst soll bei allen B ehörden am gleichen Ort gleichzeitig beginnen, im Sommer nicht vor 7 Uhr (bei durchgehender Ar­beitszeit nicht vor 7V2 Uhr), im Winter überall um 7V, Uhr. Die Samstage sollen in Städten mit un­geteilter Arbeitszeit frei fein, in Orten mit geteilter Arbeitszeit soll jeroeils am Mittwoch und Samstag zusammenhängend g e a r b e i= t e t werden. In keinem Falle darf die Arbeitszeit jedoch an einem der anderen Tage neun Stunden überschreiten. Der Samstag vor Ostern soll dienst­

frei bleiben, an den Tagen vor Weihnachten, Neu­jahr und Pfingsten und am Geburtstag des Füh­rers und Reichskanzlers soll der Dienst um 13 Uhr geschlossen werden. Die Eigenart einer Reihe von Behörden erfordert eine abweichende Regelung der Dienstzeiten, die von den obersten Behörden fest­gesetzt werden sollen.

Oer Oeuischlandftug.

Auch am dritten Wettbcwerbstag durchweg ungünstiges Wetter.

Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der dritte Wettbe­werbstag des Deutschlandfluges 1938 brachte die gleichen Aufgaben wie der vorausgegangene Tag. Neben den Anflügen von weiteren Wer­tung splätzen, mit denen Punktegewinne ver­bunden sind, wurden auch wieder Orterauf- gaben verschiedener Art gelöst. Dabei waren u. a. marschierende Kolonnen aufzufinden, ausgelegte Sichtzeichen zu entdecken oder ein Bericht über Beobachtungen an bestimmten. Orten abzufassen. Die Wetter Verhältnisse ließen manchen Wunsch offen, besonders in der Gegend von Ham­burg und der Küste. Bis zum Abend müssen wieder Uebernachtungshäfen ausgesucht sein. Da- "bei war das Bestreben unverkennbar, daß die Teil- nehsner sich schon allmählich u m Berlin sammel­ten, um sich am Mittwoch den Pünktlich-

RU H L Seltersweg Nr. 67

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feitsmettberoerb nach dem Reichssportflug­hafen Rangsdorf zu erleichtern. Korpsführer Christiansen weilt mit seinem Verband,in Erfurt.

Der dritte Tag des Deutschlandfluges war im Bereich der NSFK. - Gruppe 11 etwas mehr vom Wetter begünstigt. Nur am Nachmittag und geg^n Abend traten starke Windböen und Ge­witter auf, die große Anforderungen an die Flie­ger stellten und an manchen Wertungsplätzen die Landung unmöglich machten. Auf dem Wertungs­platz Wetzlar hatten sich, wie -an den vorher­gehenden Tagen, zahlreiche Zuschauer eingefunden, die die° ankommenden Flieger herzlich begrüßten. Bis 16 Uhr waren 32 Flugzeuge gelandet, so daß insgesamt bis jetzt 93 Flugzeuge den Wertungsvlatz Wetzlar angeflogen hatten. Der Korpsführer Chri- ftian fen war am Montag um 17.30 Uhr auf dem Wertungsplatz gelandet. Während am Vormittag die Flugzeuge in größeren Abständen ankamen, landete am Nachmittag fast alle fünf Minuten ein Flugzeug. Die Verpflegung war vorzüglich. Mädel des BDM. reichten den Fliegern Kaffee, Brötchey und Zigaretten. Die meisten Flugzeuge starteten itt Richtung Marburg. Auf dem Wertungsplatz Ko­blenz waren am Dienstag 71 Flugzeuge gelandet. Insgesamt haben am Montag und Dienstag 17H Flugzeuge den W.ertungsplatz angeflogen. War die Wetterlage, am Morgen noch denkbar ungünstig, so klärte es sich gegen Mittag hin auf. Die Nachmit­tags auftretenden Gewitter brachten aber bald einen Umschwung, der sich auf drei unserer Wer­tungsplätze dahin auswirkte, daß sich dort alles zu- sammenzog und den weiteren Anflug nicht mehr zuließ. Auf Grund der von Trier, Koblenz, Wetzlar durchgegebenen Wettermeldungen wur­den diese gegen Abend gesperrt. Da der Rhein-Main-Hafen in den Nachmittags­stunden noch einigermaßen gute Sicht zeigte, wurde er von den noch im Gruppengebiet weilenden Teilnehmern als Uebernachtungshäfen gewählt. Um 19.30 Uhr landete die erste Mannschaft von den Verbänden der Gruppe H. auf dem Abflughafen Rhein-Main.

Oas gleiche Ideal in der Jugenderziehung.

Das Weimarer Reichsführerlager der HI. ..Weimar, 24. Mai. (DNB.) Im. Weimarer Nationaltheater fand die Eröffnung des Reichsfüh­rerlagers der HI. statt. Der Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch sagte, es gebe verschiedene er­zieherische Faktoren, von denen jeder einzelne eine eigene und an Verantwortung reiche Ausgabe be- itze, es gebe aber nur ein Objekt der (Er- Ziehung, nur eine Jugend, die von allen diesen Erziehungsmächten erzogen und geführt werde. Der Pimpf oder Hitlerjunge fei als Schüler oder als Sohn im Elternhaus kein anderer Mensch. Aus diesem Grunde sei es notwendig, daß die Idee und Auffassung, nach der die Erziehung der Jugend des Volkes vollzogen werde, auf weite Sicht ge- ehen, bei allen Erziehungsträgern von dem gleichen Ideal erfüllt fei.

Die Selbstführung der Jugend habe es mit sich gebracht, daß sie einen untrüglichen Instinkt für wirkliche Autorität besitze. Mehr als 1 0 000 HI. - Führer gehörten dem Lehrer st and an, die als Lehrer und Jugendführer gleichzeitig erlebten, wie stark die erzieherische Macht einer Ge­meinschaft von Jungen ist, die sich selbst führe und auftauchende Fehler in sich selbst unterdrücke. Ju- gendsührer und Lehrer, beide müßten von der Lei­denschaft und Begeisterung des wahren Erziehers erfüllt sein:Der Jugend sichrer und Erzieher der Zukunft wird ein Priester des nationalsozialistischen Glaubens und ein Offizier des national ozialistischen Dienstes fein! Gelingt es uns, über die e begeisterte Jugend hinaus zum ersten Male in der Geschichte unseres- Volkes einen Stand zu begründen, der als erzieherische Elite unseres Volkes jeden einzelnen, der ihm angehört, typenmäßig derart formt und ausprägt, daß der Begriff Jugendführer in unse­rem ganzen Volke und darüber hinaus in der"Welt eine bestimmte innere Auffassung und äußere Hal­tung kennzeichnet? Wehe uns", so schloß Baldur von- Schirach,wenn das Lager der jungen Führer zu einer bürgerlichen Gewohnheit würde, zu einer Wiedersehensfeier der zufriedenen und routinierten Erziehungstechniker. Seid immerhin mit anderen zufrieden, aber niemals mit euch selbst!"

100 Prozent für die Deutsche Gemein­schaftsschule in Frankfurt a. M.

NSG. In sechs Massenversammlungen haben die Frankfurter Erziehungsberechtigten am Dienstag- abend die dem Aufruf eines Elternausschusses, der durch schriftliche Einladungen und Plakatierungen - ergangen war, gefolgt waren, sich zu 100 o. H. zur deutschen Gemeinschaftsschule bekannt und an den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger fol­gende Entschließung gesandt:Die am,Diene3 tag, dem 24. Mai 1938 in sechs Kundgebungen ver­sammelten Eltern und Erziehungsberechtigten tra*