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Aus der engeren Heimat
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studieren. Diese Seite der Wissenschaft lag um 1890 noch sehr in ihren Anfängen. Man hatte ja stets eine gewisse Scheu gehabt, die Grenze von anorganischer Chemie und organischer, das heißt die Lebensvorgänge erkennender chemischer Wissenschaft zu behandeln. Es schien dort alles so unklar, so schwer zu erfassen zu sein.
Czerny wagte sich auf das schwierige Gebiet, ausgerüstet mit allen Kenntnissen, die dazu notig waren. Als er sich entschlossen hatte, die damals ebenfalls erst neu aufkommende K i nder- h eil künde zum Lebensberuf zu erwMen, stieß er alsbald auf die dringendste Frage. Ueberall litten die Säuglinge unter schweren, oft ihr Leben bedrohenden ' Magen- und Darmstörungen. Die „Sommersterblichkeit" war eine Tatsache, die alle Kinderärzte zur Verzweiflung brachte. Man wußte kaum etwas von ihren Ursachen und stand rat- und hilflos da. Wenn solche Kinder in die wenigen damals schon vorhandenen Kinderkliniken gebracht wurden, lehnten diese die Aufnahme ab. Die besorgten Eltern läsen Anschläge, daß nur Kinder über zwei Jahre ausgenommen werden. Wir können uns heute gar nicht mehr in Sinn und Notwendigkeit dieser barbarisch erscheinenden Maßnahme hineinversetzen. Und doch war sie keine Willkür, sondern sie entsprang der Verantwortung der Aerzte, die wußten, daß sie die kranken Säuglinge mit den damaligen Mitteln der Wissenschaft ohne Muttermilchernährung kaum durchbringen könnten. Darum versagten sie die Aufnahme.
90er Jahre ist heute noch gefährdet.
Was das bedeutet, kann nur der in feiner Tragweite ermessen, der mit ganzer Begeisterung die bevölkerungspolitischen Maßnahmen des Dritten Reiches begrüßt und sich, wo er kann, in ihren Dienst stellt. Es sollen doch vor allem mehr Kinder geboren werden! Die „statistische" Zahl beträgt 3,4 Kinder; das heißt, es müssen in jeder Familie 3,4 Kinder im Durchschnitt geboren werden, damit der Bestand des Volkes aufrechteichalten werden । kann. Praktisch umgerechnet müßten also in zehn Familien 34 Kinder geboren werden, sonst müßten wir aussterben! Diese Zahl ist hoch, und wir wissen, daß alles getan werden muß, um die Kind er- freudigkeit zu heben. Wie aber soll man Freude haben an Kindern, die von Krankheiten und dauernder Lebensschwäche bedroht sind?
Da ist es also die Kinderheilkunde unter der Führung Czernys, die uns Mut macht zum Kinde. Wir wissen nun, daß fast alle Kinder Aussicht haben, am Leben zu bleiben und gesund und stark zu werden. Und noch eines ist bei dieser Ueber- legung wichtig. Es ist trotz aller Maßnahmen der Reichsregierung, trotz aller Patenschaften, Kinderzulagen usw. leider nicht damit zu rechnen, daß das großartige Vorbild, das Familien mit fünf, sieben oder acht Kindern geben, überall Nachahmung findet. So schauen wir gern nach einer „Reserve" aus. Und diese „Reserve" — das ist unser ganzer Stolz — besteht darin, mit den Errungenschaften der Kinderheilkunde die Zahl derer, die „durchkommen", noch weiter zu erhöhen. Unsere mehrfach genannte Zahl von 3,4 beruht auf der Voraussetzung, daß 94 von 100 Säuglingen am Leben bleiben. Steigt diese Zahl von 94 noch, so brauchen theoretisch nicht mehr 3,4, sondern sagen wir beispielsweise nur 3 Kinder geboren zu werden, um den Bestand des Volkes zll erhalten. Wir wollen ja aber nicht nur den Bestand erhalten, sondern wachsen, und so würde also schon eine Zahl von 4 Kindern, die durchschnittlich geboren werden, genügen, um ein Wachstum des Volkes sicherzustellen. Wie hat es mm Czerny zuwege gebracht, so Entscheidendes für die Gesundheit unserer Kinder zu tun? Wir verfolgen das am besten an der Hand seines wissenschaftlichen Lebensweges.
Czerny stammt aus einem alten sudetendeutschen Geschlecht. So ergab es sich von selbst, daß er seine Studien in Prag begann. Er war stets ein treuer Hüter deutschen Geistes und deutscher Wissenschaft in der Ostmark. Von Prag aus berief ihn der große Neugestalter der preußischen Universitäten und „Entdecker" so vieler tüchtiger Forscher, Alt- hoff, nach Breslau. Hier hatte er Gelegenheit, seine in Prag erworbenen Kenntnisse in einer Weise in den Dienst seines großen Aufbauwerkes am Kinde zu stellen, wie sie selbst in der Geschichte der deutschen Forschung nicht eben häufig ist. In Prag hatte er einen vorzüglichen Lehrer in dem Vertreter der physiologischen Chemie, Professor Huppert. Wir trennen heute dieses Fach wohl meist Biochemie. Es handelt sich darum, die chemischen Vorgänge und Wandlungen beim organischen Verlauf, also beim Ablauf der Lebensprozesse, zu
Nahrung vorhanden, aber der Organismus konnte ihn nicht „herausfinden", alfo sich nutzbar machen. Dann war der Haushalt irgendwo gestört — sei es, daß das Kind zu fette Nahrung bekam oder das Verhältnis anderer Stoffe nicht das richtige wär. Also mußte die Nahrung gefunden werden, deren Zusammensetzung garantiert, daß die nötigen Aufbaustoffe auch vom Kinde herausgeholt und an die Stelle ihres Organismus befördert werden, wo sie notwendig sind.
Durch eine sinnreiche und gedankenreiche Verbindung von Versuchen (also „Experimenten") und theoretischen Ueberlegunqen gelang Czerny ein über altes Erwarten großer Erfolg. Allerdings nicht auf den ersten Hieb". Jahrelange Arbeit war nötig. Es wurden nacheinander die „Nährschäden" durch Milch (zu viel oder zu fette Milch) untersucht, dann die „Mehlnährschäden" usw. Auf Grund der Forschungen wurden dann Nährgemische hergestellt, Malzsuppen und vor allem eine Buttermehlnahrung (Mehlschwitze, Einbrenne), die vielen Kindern, die'früher nicht mit dem Leben davongekommen wären, halfen. Nie aber, wurden diese Nahrungen schematisch fabriziert, sondern jeweils nach dem Einzelbefunde, also nach der Eigenart des in seiner Gesamtheit erfaßten „Krankheitsbildes".
Dieser Begriff des Krankheitsbildes ist eine Schöpfung Szernys. Seit er die Grundlage zur neuen Kinderheilkunde legte, kann und darf fein Kinderarzt mehr eine Einzelerscheinung, eine Hautrötung, einen Husten, eine Darmstörung, „isoliert" betrachten, sondern er muß fragen, wie sie durch die Ge- samtstörung, durch ein Versagen des Gesamtorganismus, hervorgerufen wird. Bei den Magendarm- ftörungen etwa der „Sommersterblichkeit" handelt es sich ganz ausgesprochen um eine Gesamtvergiftung des Körpers, Damit wurde Czerny (mit seinem Freunde Kraus zusammen) zum Schöpfer desjenigen Grundbegriffes, ohne den die gesamte heutige Heilkunde nicht mehr denkbar wäre: des Begriffes der Konstitution (der Gefamtveran- lagung).
Wer unseren Ausführungen gefolgt ist, wird den Eindruck haben, daß hier etwas geleistet wurde, das unmittelbar dem Aufstieg unseres Volkes, der Gesundung vieler Kinder dient. Aber das ist nur ein Teil der Lebensarbeit Czernys. Er hat alle Kinderkrankheiten, die Infektionskrankheiten, die Tuberkulose und vor allem auch die mannigfachen Nervenkrankheiten und Nervenschwächen der Kinder erforscht und überall Wichtiges geleistet. Seine großen Arbeiten über das schwer erziehbare Kind, das nervöse Kind, die Schwierigkeiten beim Schulkinde sind für lange Zeit geradezu „klassische" Arbeiten. Und er hat damit das weite Gebiet der Erziehungsfragen nicht nur betreten, sondern auch fruchtbar ausgestaltet. Czerny hat häufig Gelegenheit gehabt, dem deutschen Vaterlande Dienste zu erweisen. Seine größte Tat war, daß er im Jahbe 1919 in Paris die Zurücknahme der französischen Forderung auf Ablieferung vieler Milchkühe erreichte.
die zum größten Teil bis Jahresschluß wieder zurückgezahlt waren. Insgesamt wurden für die Kundschaft 3164 Konten geführt. Der Wertpapierbestand hat sich durch Ankauf von Pfandbriefen und Zeichnung von Reichsschatzanweisungen auf 257 220 Mark erhöht. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1937 = 631. Die Geschäftsguthaben vermehrten sich um 1005 Mark, die Haftsummen um 6000 Mark, die Höhe des einzelnen Geschäftsanteils beträgt 300 Mark, die Höhe der Haftsmnrne je Geschäftsanteil 1000 Mark. Der Reingewinn beträgt 9458,56 Mark. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen folgende Verteilung vor: 7253,17 Mark = 5 v. H. Dividende, 1000 Mark auf Reservefonds, 1000 Mark an Betriebsrücklage und 205,39 Mark Vortrag auf neue Rechnung.
Entflohener Zuchthäusler aufgegriffen.
Lpd. Friedberg, 24. März. Wie kürzlich gemeldet wurde, ist ein Zuchthäusler des Zuchthauses Marienfchloß in Rockenberg bei Außenarbeiten ausgerückt. Dabei kam ihm das neblige Wetter sehr zustatten. Jetzt konnte der Sträfling in Saarbrücken aufgegriffen werden.
Landkreis Gissten.
* Heuchelheim, 24. März. Heute nachmittag ereignete sich hier ein Zusammenstoß zwischen einem 12 Jahre alten radfahrenden Jungen und einem Autofahrer aus Marburg. Dabei trug der Junge einen Knöchelbruch davon, der seine Uederführung in die Klinik zu Gießen erforderlich machte.
£ Wieseck, 25. März. Am morgigen Samstag, 26. März, wird unser Mitbürger Wilhelm Keil, Eichgasse, 8 0 Jahre alt. Herr Keil, der einige Jahrzehnte in verschiedenen Zigarrenfabriken tätig war, erfreut sich noch bester Gesundheit und ist geistig noch sehr rege. Wir wünschen ihm einen schönen Lebensabend.
# Mainzlar, 23. März. Die NS. - Gern e i n s ch a s t „Kraft durch Freude" veranstaltete im Same Müller einen wohlgelungenen Dorfgemeinschaftsabend. Der Gesangverein, der Turnverein sowie-, die Burschen und Mädchen stellten sich in den Dienst der Sache. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Leitung lag in Händen von KdF.-Wart Karl Bolte, der den Abend mit einer Begrüßung in heimischer Mundart eröffnete. Gedichtvorträge, Volkstänze der Mädchen, musikalische Darbietungen der Kapelle Lyncker (Lollar) sowie die Aufführung eines Theaterstückes, die gesanglichen Darbietungen des Gesangvereins und Vorführungen der Turner an Pferd ur.b Barren füllten die Stunden angenehm aus. Dio Darbietungen wurden mit
Adalbert Czerny und die Kinderheilkunde
Zum 75. Geburtstage des hervorragenden Kinderarztes am 25. März.
Von Or. med Hans Hartmann.
Czerny nun hatte den zur Lösung der Frage führenden Gedanken, man müsse einmal ganz genau den Stoffwechsel der Kinder untersuchen, um zu sehen, wo der Fehler in der Aufnahme der Nahrungsmittelbestandteile durch den Darm in den Blutkreislauf und ihre dortige Weiterverarbeitung für den Gesamtkörper liege. So stellte er mit den feinsten chemischen Methoden fest,' was für Gä- rüngserscheinungen in den so anfälligen kindlichen Verdauungsorganen entstehen; er stellte übrigens mit einem großen Stabe tüchtiger und später berühmt gewordener Schüler fest, wie der „Umsatz" in bezug auf Ammoniak, Kalk, Eisen, Phosphor und andere lebensnotwendige Bestandteile der Nahrung und des Körpers vor sich gehe. Wenn er sah, daß etwas fehlte, das heißt, vom Körper nicht angeeignet werden konnte, dann griff er ein. Das konnte grundsätzlich aus zweierlei Weise geschehen. Entweder fehlte der betreffende Stoff, der zur richtigen Verdauung nötig war, bereits in der Nah- mußte eine andere Nahrung gefunden ihn enthält. Oder er war zwar in der
Der Kinderarzt ist im allgemeinen kein gern gesehener Gast in der Familie. Wenn er gerufen wird, dann stimmt etwas nicht. Leise Befürchtungen für die Gesundheit unserer Kleinen und Kleinsten, manchmal auch schwere Sorge, sind vorhanden. Und doch: wie froh sind die Eltern, wenn der Kinderarzt sie erlöst von der Sorge, und ihre Kinder wieder leuchtende Augen und Appetit bekommen und der Spieltrieb sich in ihnen wieder regt.
Das Bild des Kinderarztes hat sich feit einigen Jahrzehnten grundlegend verändert. Er ist heute nicht mehr nur der Mann, den man holt, wenn etwas nicht in Ordnung ist, sondern er ist eine Persönlichkeit, die man auch beim gesunden Kinde zu Rate zieht: denn er weiß Bescheid in allen Fragen, die den Körper und den Geist, die großen Organe und die Nerven, die Störungen und inneren Hemmungen des Kindes betreffen. Er vermag die bevölkerungspolitischen Zusammenhänge zu übersehen: er weiß, auf was es ankommt, damit unsere Kinder stark und gesund heranwachsen und für das Leben erzogen werden. Er weiß, wie von den feinsten körperlichen und nervösen Störungen aus seelische Hemmungen entstehen können, die die Kinder später lebensuntauglich machen würden. Er weiß aber auch um die Wege, wie das zu vermeiden ist.
Der Mann, der das Bild des Kinderarztes so völlig gewandelt hat, daß er genau so gut, ja vielleicht noch mehr, der Betreuer des gesunden Kindes ist als der Heiler des Kranken, ist Professor Dr. Adalbert Czerny, der jetzt — wir haben in den Hochschulnachrichten dieser Tage bereits darauf hingewiesen — nach einer Lebensarbeit von außergewöhnlich großer Reichweite rüstig und in geistiger Frische seinen Lebensabend verbringt. Er hat, das darf man ohne Uebertreibung sagen, das Hauptverdienst daran, daß die Kinder st erblichkeit so ft ar f gesunken ist. Das neue Deutschland sieht in ihm einen der Männer, die am großen Werke vorbereitend mithalfen. Als er mit seiner wissenschaftlichen Arbeit in den 90er Jahren begann, zuerst in Prag, dann in Breslau — da überlebten von 100 Knaben 24 nicht das erste Lebensjahr. Die Mädchen erwiesen sich als etwas widerstandsfähiger, und so waren es immerhin 80, die durchkamen. Im Durchschnitt betrug also das, was man die Säuglinssterblichkeit nennt, 22 Prozent. Heute ist, dank der bahnbrechenden Forschungen Czernys und seinem zähen Festhalten an dem einmal eingetragenen Forschungswege, diese Zahl so gesunken, daß man saft von einem medizinischen Wunder sprechen darf: nur der vierte Teil der Zahl der Säuglinge der
= Mainzlar, 24. März. Die hiesige evan - aelische Frauenhilfe hielt im Saale von Müller einen gut besuchten Unterhaltungsabend ab. Lieder Gedichtvorträge und kleine Theaterstücke, von Schwester Margarete eingeübt, vereinigten die Frauen in bester Stimmung. Der Erlös des Abends wurde dem Winterhilfswerk Angewiesen.
# Daubringen, 24. März. In der jünaften Gemeinderatssitzung wurde die Nutzholzverteilung und die Brennholzverteilung genehmigt. Außerdem wurde der korporattoe Beitritt der Gemeinde zur Reichsfachgruppe der Seidenbauer beschlossen. — Der Gesangverein „Sanger- l u st" beschloß in seiner jüngsten Versammlung, daß die Feier des Stiftungsfestes an den beiden Pfingstfeiertagen stattsinden soll. Die Musik wird vom Musikkorps des Infanterie-Regiments 116 bestritten. _ ,.
4Daubringen,24. Marz. Die hiesige Sauer lief) e Bezugs- und Abfatzgenoffen- schaft hielt in der Wirtschaft Schäfer ihre Jahresschlußversammlung. Direktor Deines erstattete den Jahresbericht. Die Genossenschaft zeigt eine günstige Entwicklung. Der Jahresumsatz stieg auf 20 000 RM. Rechner Grölz und Aufsichtsratsvorfitzender Hch. Weimer V. gaben den Rechenschaftsbericht. Dem Vorstand wurde Entlastung zuteil. Im Verhältnis 3:1 wurde der Reingewinn dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Vorstandsmitglied W. K. Walter' und die Auflichtsratsmitglieder W. L e p p e r und Hch. Weimer wurden wieder- gewählt. Die Anschaffung eines Beizapparates wurde
beschlossen. '
I G r o ß e n - B u s e ck , 21. März. Im Anschluß an eine kürzere Wanderung traf sich der Zweig- verein Buseckertal des Vogelsberger Höhenclub, s im Vereinslokal bei Ger lach zur Hauptversammlung. Dereinsführer Jung berichtete vom letzten Wanderjahr. Es fanden monatliche Wanderungen statt, an denen sich im Durchschnitt drei Viertel der Mitglieder beteiligten. Die Zahl der Mitglieder ist geblieben. Rechner Hahn legte die Rechnung vor, die keinen Ueberschuß aufweist. Wandermeister Weh rum (Gießen) konnte drei der tüchtigsten Wanderer auszeichnen. Mit dem von VHC.-Schwester Brinkmann verfaßten Busecker- tallied wurde die Versammlung geschlossen.
Z Steinbach, 23. März. Heute wurde hier auf dem kirchlichen Friedhof Professor Dr. August E i g e n b r o d t, früher Oberlehrer am Gymnasium zu Kassel, zuletzt im Ruhestand in Darmstadt lebend, im Familienerbgrab der Familie Eigenbrodt beerdigt. Der Verstorbene, der am 1. Januar 1852 zu Dornheim (Kreis Groß-Gerau) geboren wurde und am 21. dieses Monats im Krankenhaus zu Heidelberg starb, ruht nun neben feinem Vater, der von 1859 bis zu feinem Tode 1882 Pfarrer in Steinbach war, und feinem Bruder, der schon 1892 gestorben ist. Pfarrer Söll schilderte den Heimgegangenen als treuen Sohn v der Heimat und glühenden Bismarckverehrer und Forscher, der aber auch die himmlische Heimat gekannt und geliebt habe. Da er unverheiratet war, lebt nun von der alten Steinbacher Pfarrfamilie nur noch die einzige Tochter, Frl. Malka Eigenbrodt, die im 84. Lebensjahr in Darmstadt wohnt. Leider ist ihr Gesundheitszustand nicht gut, da sie feit Monaten schon völlig gelähmt im Alicehospital liegt.
*W atzenborn ° Steinberg, 24. März. Die hiesige Landwirtsehefrau Sophie Maid stürzte im Stall beim Viehfüttern so unglücklich, daß sie einen Unterschenkelbruch und einen U n - terarmbrud) erlitt. Die bedauernswerte, 64 Jahre alte Frau mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
# A11endorf (L a h n), 24. März. In der Wirtschaft Henkelmann fand die Sch ule n t-. laffungsfeier für die 9 Jungen und 10 Mädchen, die in diesem Jahre die Schule verlassen, statt. Zahlreich nahmen Eltern, Verwandte und Bekannte der Konfirmanden teil. Lehrer Kimmel hielt eine kurze Ansprache, in der er über die grundsätzliche Wandlung im deutschen Schulwesen im Laufe der vergangenen fünf Jahre sprach. Im Verlaufe des Abends sahen die Besucher ein Spiel: „Nach Ostland geht die Fahrt", das von Gedichten und Liedvorträgen umrahmt war. Die Darbietungen fanden reichen Beifall.
<£ Saasen, 21.März. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz- genoffenschaft hielt im Gasthaus „Zur Traube" ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Auflichtsrats, Paul Schmitt, erstattete Rechner Kutscher den Geschäftsbericht und gab die Bilanz bekannt. Die Genossenschaft konnte im vergangenen Jahre eine rege Tätigkeit entfalten. Der Kassenstand konnte als gut bezeichnet werden. Die Kasse befindet sicb in bester Ordnung. Rechner, Vorstand ünd Auf« sichtsrat wurden Dank und Entlastung erteilt. Abschließend wurden einige landwirtschaftliche Fragen erörtert.
EU Birklar, 23. März. Dieser Tage fand hier eine Hebung und Besichtigung der Feuer- loschgemeinschasten durch die Regierungsräte Dr. Krüger und Dr. Fuhr (Kreisamt Gießen) statt. Die Löschgemeinfchaften (Frauen und Mädchen) traten auf dem Uebungsplatze der Freiwilligen Feuerwehr an. Die Frauen und Mädchen zeigten zunächst eine Geräteübung. Anschließend wurden die Löschgemeinschaften zu einer Luftfchutz- übung eingesetzt, bei der sie nach der Uebungs- annahme einen durch „Brandbomben" entstandenen Dachstuhlbrand zu bekämpfen hatten. Ferner wurde ein Bergungstrupp eingesetzt, der Rettung aus Lebensgefahr zu zeigen hatte. Samariterinnen und Sanitäter wirkten ebenfalls mit und leisteten den Verunglückten erste Hilfe. In einer Würdigung der gezeigten Leistungen gaben die Regierungsräte ihrer Anerkennung für den ausgezeichneten Verlauf der Hebung Ausdruck. Zum Schluffe dankte der Bürger- : meister den Löschgemeinfchaften für ihren pflichteifrigen Einsatz. \
„Cacilia" Lich singt im Rundfunk.
♦ Lich, 24. März. In Anbetracht der an Pfingsten stattfindenden 100-Jahrfe i e r wurde es dex Sängervereinigung „Cäcili a" Lich durch den Reichssender Frankfurt ermöglicht, in der Stunde des Chorgesangs am kommendes Sonntag von 9.30 bis 10 Uhr zu fingen. Es werden Chore von Schubert, Dürrner, Kirchl, Zenger und Neeb zum Vortrag gebracht, von denen u. a. das „Nachtwächterlied" des 1805 zu Lich geborenen Komponisten Hch. Neeb besondere Beachtung finden dürfte.
Vergangene Woche hatte der geschäftsführende Ausschuß den Bau-, Wohnungs- und Finanzausschuß zu einer gemeinsamen Sitzung in den „Holländischen Hof" eingeladen, um die Richtlinien für die kommenden Arbeiten zu geben. Vereinsführer Karl Lotz begrüßte zu Beginn die Anwesenden und dankte ihnen für ihr Erscheinen. In großen Zügen gab er einen Ueberblick über die vom ge- schäftsfuhrenden Ausschuß bisher geleistete Arbeit (gesamte Festplatzvergebung, Wirflchaftsvergebung, Einladungen an die Vereine ufw.) und bat die einzelnen Ausschüsse, auf dieser Basis die ihnen übertragenen Arbeiten fortzusetzen. Weiter gab er davon Kenntnis, daß das Fest am 1. Psingstfeier- tag mit der Einweihung des Neeb-Gedenkfteines seinen Anfang nimmt. Mittags. findet ein Jubiläumskonzert befreundeter Vereine statt, abends folgt der offizielle Kommers, so daß auch der Würde des 1. Feiertages Rechnung getragen ist. Am 2. Pfingstfeiertag ist Hauptfesttag mit Festzug, Kundgebung, Singen der Gastvereine, Volksfest usw. Der 3. Feiertag bringt schließlich den Festausklang. Gegen 23 Uhr konnte die von Gesangsvorträgen umrahmte Sitzung in der üblichen Weise geschlossen werden.
Vereinsbank Butzbach.
pb. B u tzb.a ch, 23. März. Die Vereinsbank für Butzbach und Umgegend hielt ihre Generalversammlung im Saale des „Deutschen Hauses" ab. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes zu entnehmen: Das Jahr 1937 brachte der Bank eine weitere günstige Entwicklung. Der Gesamtumsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr um 9 622 000 Mark und hat sich seit 1932 beinahe verdoppelt, 1932 = 33 498 000, 1937 = 65 670 000 Mark. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahre um 318 829 Mark, die Spareinlagen erhöhten sich um etwa 20 Prozent auf 1 691572 Mark, ebenso die Einlagen in laufender Rechnung, die 415 916 Mark betragen. Gegen 1932 haben sich die Gesamteinlagen ungefähr verdoppelt, 1932 = 1 178 424, 1937 = 2107 533 Mark. Die Gesamtkredite einschl. Wech
sel erfuhren eine Erhöhung auf 1825 000 Mark.
An neuen Krediten wurden 339 200 Mark bewilligt, großem Beifall aufgeno nmen.
Getpürihudien
(3 g) Reihen
200 g rohe geriebene Möhre» 500 g IDeijenmeM
I Päckchen Dc. Oethefe „BadtiflT
2 EfiL wasser etwa I Milch 75 g Zitronat
I fläTdidwn Dc. Oetkers Btuhöl Zitrone 50 g Kakao
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250 g Zucker
I gestr. leel (3 g) Timt
01 Zucker, GeioOc] und Kakao werden gut miteinander verrührt. Dann fügt man die Mähren hinzu und rührt das mit dem Vorhin“ gemischte und gesiebte Mehl abwechselnd mit der Flüssigkeit hinein. 3um Schluß gibt man das in feine würfel geschnittene Zitronat in den teig und füllt Ihn In ein» gefettete, mit Papierfutter ausgelegtr Kastenform. BnAjeit: 60-70 Minuten bei Mittelhihe.
Bitte oaslckneweok
mit
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