dem Mekong es auch für ihn zu einem Erlebnis phantastischer Wirklichkeit macht.
Vollmond! Anlaß, ein Volksfest zu feiern. Die Uferstraße entlang geht ein Zug von vielen Tausenden von Fack/llrägern. Altäre, Fahnen, Paukenschläger und Hornbläser, Tragbahren, auf denen schöne junge Menschen in verzückter Märtyrerpose ein Schwert gegen sich selbst schwingen, umzuckt von den Flammen der duftenden Fackeln ziehen vorbei. Hunderte von Rikschas mit Frauen und Kindern, ein jedes glimmende wohlriechende Opferstäbchen in der Hand, Lamapriester in gelbseidenem Ueberwurf, kahl rasiertem Schädel, einen weißen Regenschirm in der Hand, Knallfeuerwerk und Raketen, Becken- und Trommelwirbel, groteske Tanzmasken, aus riesenhaften Kürbisaugen leuch-
tend, nackte Kinder in Fülle, immer wieder auf Vambusgerusten, die von nackten Schultern getragen werden. Gestalten in kultischer Verzückung (denen dle Jnsektenschwärme durch Wedel ferngehalten ~ Hieht es laut, fröhlich, fromm, in ungezwungener Ordnung am Flußufer entlang und drüben auf der anderen Seite sehen wir, daß auch .ähnlicher Zug flammend entlangschreitet.
Lis tief m die Rocht donnern die Kanonenschläge, • Jl?“ b[e Feuerwerksfrösche, brummen die Pau- kenschloge durch die Vollmondnacht von Pnom Penh, .m dle gepflegte Parkstille um das streng klassizistische Gebäude der Staatsbibliothek, den lustigen Bau des „Cercle militaire“, des Luxushotels, der Wohnun- gen der Protektoren.
Der Führer und Chamberlain in Godesberg.
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Die Aufmerksamkeit der ganzen Well war in diesen Tagen nach Godesberg gerichtet, wo Adolf Hitler und der britische Premierminister Chamberlain berieten.
(Presse-Jllustrationen-Hofsmann-M.)
Die Auswirkungen der Schulreform.
Don unserer Berliner Schristleiiung.
Sn einer Abhandlung über die öffentlichen h ö h e - re n Schulen Preußens 1938 (Monatsschrift für höhere Schulen, Bd. 37, Heft 4) erörtert Eduard Simon die Auswirkungen der Schulreform auf den Bestand der höheren Jungen- und Mädchenschulen. Schon im Jahre 1937 war trotz der Verkürzung der höheren Schule um ein Jahr ^zunächst bei den Jungenschulen) entgegen den Erwartungen insgesamt nur ein geringer Der - lüft von Klassen festzustellen. Die Gesamtklas- fenzahl der öffentlichen höheren Schulen Preußens -alle sich nur von 13153 auf 13 056 verringert. Dieier Klassenoerlust wurde aber mehr als ausgewogen Lurch den Mehrbedarf an Unterrichts- st und e n infolge der Gabelung in der 0 IIb und DII a der Oberschulen für Jungen. Im zweiten Jahr der Schulreform (1938) ergab sich ein weiterer Mehrbedarf an Unterrichtsstunden zunächst aus der Gabelung der 8. Klassen der Jungen-Oberschulen. Dazu kam der Ausbau bisheriger Richtooll uilen -zu Vollschulen, da die Normalform der höheren Schule jetzt die Dollschule ist. Weiter trat hinzu Der Prozeß der Umwandlung privater und konfessio- meller Mädchenschulen in öffentliche, sowie die Herabsetzung der Klassenbesuchszahlen auf 40 in der Unterstufe, woraus sich zahlreiche Klassenteilungen
ergeben mußten.
Die Zahl der Schulanfänger ist bei den Jungenschulen von 37 429 im Jahre 1937 auf 35 136 cm Jahre 1938, mithin um 6,1 v. H. gesunken, bei den Mädchenschulen dagegen nur von 15 802 auf 15 600, d.h. um 1,3 v. H. Die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen belief sich bei den Jun- xenschulen am 1. Mai 1937 auf 249 161, am 1. Mai 1938 auf 247 860; bei den Mädchenschulen am 1. Mai 1937 auf 104 706, am 1. Mai 1938 auf 108 602. Die Gesamtzahl in den höheren Schulen iist mithin von 353 867 auf 356 462, also um 0,73 ». H. gestiegen. Unter diesen Umständen hätte an jfich auch die Gesamtklassenzahl ungefähr die gleiche wie im Vorjahr bleiben müssen. Inzwischen sind aber die neuen Bestimmungen über die Klassenbesuchszahlen herausgekommen, deren Wirkungen eine Steigerung der Klassen bei den Jungen- sschulen um 279 (auf 9355), bei den Mädchenschulen um 221 (auf 4201) gewesen ist. Ein Zuwachs von
500 Klassen erfordert einen Mehrbedarf von etwa 7 0 0 Lehrkräften, so daß schon aus diesem Grunde die Beschäftigungslage der Assessoren günstiger sein mußte als im Vorjahre.
Die Frage, ob ein_M angel an Philologen droht, beantwortet Simon folgendermaßen: „Nachdem die öffentlichen höheren Schulen Preußens im zweiten Jahre der Schulreform die eben gekennzeich- nete Entwicklung erfahren haben, steht ein Mangel an Philologen in sicherer Aussicht. Die ersten Anzeichen sind schon jetzt zu erkennen. Selbst die jüngsten Assessoren müssen, um den steigenden Unterrichtsbedarf zu decken, zur vollen Beschäftigung herangezogen werden. Um Lehrkräfte freizubekommen, müssen Beurlaubungen an Privatschulen usw. zurückgezogen werden. In steigendem Maße müssen Assessorinnen an Jungenschulen beschäftigt werden, darüber hinaus sogar Referendare neben vielen sonstigen Hilfskräften. Wenn die jetzige Altersgrenze bestehen bleibt, so wird der Mangel an Philologen mit voller Wucht um und nach 1942 einsetzen, weil dann die starken Jahrgänge der Lehrkräfte, die den Geburtsjahren von 1880 an entstammen, zum Abgang kommen werden."
Aufschlußreich sind die folgenden Angaben über die Gabelung auf der Oberstufe der Oberschulen. Es ergeben sich folgende Verhältniszahlen: sprachlicher Zweig naturwiss.-math. Zweig v. H v. H.
6. Klasse 42,8 57,2
7. Klasse 42,2 57,8
8. Klasse 42,8 57,2
Die Besucherzahl der Gymnasien fteilt sich auf 29 997 oder 12,1 v. H. aller Schüler der Jungenschulen. Das bedeutet gegenüber dem Stande von 1936, dem letzten Jahre vor der Schulreform, einen Rückgang um etwa 37 000 Schüler, lieber die zukünftige Entwicklung der beiden Arten der Mädchen-Oberschule läßt sich ein abschließendes Urteil noch nicht fällen. Zur Zeit halten sich die 6. Klaffen hauswirtschaftlicher und sprachlicher Form ungefähr die Waage. Die hier wiedergegebenen Zahlen beruhen auf der Statistik für Preußen. Wie aber die Erfahrung gezeigt hat, weicht dies nur wenig von den Derhältniszahlen ab, die sich für das Reichsgebiet ergeben.
Geschichten aus aller Welt.
Gutbezahlte Frauen.
K. Tokio.
Ein- der charakteriststchsten Erscheinungen im modernen japanischen Leben ist die Emanzipation »er Frauen in einer Gesellschaft, die Jahrhundert- Hindurch in ihnen nur einen Schmuck des Hanfes -rblickt und ihnen immer jedes Talent abgefprodjen bat, um sie ganz unter dem Willen der Vater und 3er Gatten zu erhalten. Eine bedeutende Zeitung Der Hauptstadt, „Nichi Nicht", veröffentlicht nun ine Liste der Frauen, denen es gelungen ist, sich öurch ihre geistige Begabung völlig unabhängig zu Zachen, und die mit ihre Arbeit sich ein großes vermögen geschaffen haben. An der Spitze der liste steht die Aerztin Pagoi Poshioka, deren Vermögen auf nahezu eine Million geschätzt wird. Sie sat als Aerztin einen großen Ruf und hat auf < gene Kosten eine Klinik und ein medizinisches Jn- fitut gegründet, das ausschließlich für Frauen be« nimmt ist, und sie erhält diese durch die eigenen Eingänge. An zweiter Stelle kommt eine Schrist- leUerin, Nobuko Poshiya, die durch ihren Roman tJÖie Reinheit der Ehemänner" berühmt geworden
ist; ihr Werk ist kürzlich auch zu einem Film benutzt worden. Sie bezieht aus Urheberrechten jährlich gegen 40 000 Mark. Die dritte Japanerin auf der Liste ist eine Schauspielerin, Toschuken Ungetsu, die die klassischen Balladen des alten Japan rezitiert und sich dabei von Saiteninstrumenten begleiten läßt Ihre Kunst hat sie zum Liebling der Menge werden lassen; sie verdient etwa 25 000 Mark im Jahr. In weitern Abstand folgen ihnen die Schauspielerinnen, die sich im Film betätigen. Der bekannteste und beftbezahlte Star verdient aber nicht mehr als etwas über 12 000 Mark im Jahr, also eine Summe, die sich im Vergleich mit den Stargehältern von Hollywood bescheiden ausnimmt. Die "kleinen Filmschauspielerinnen haben Gehälter, mit denen sie wirklich nicht reich werden können und die niedriger sind als die früherer Geishas, die das Volk durch Singen im Radio oder auf Grammophonplatten unterhalten.
Spate Heirat.
B. Washington.
Jetzt endlich, nach 34 Jahren, hat in Amerika ein Brautstand seinen glücklichen Abschluß durch die l
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Im Eingangslager warten die Tabake der Mischung > R 6 « auf den naturbedingten Zeitpunkt ihrer Einlieferung in die Fermentationsräume.
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