Ausgabe 
24.8.1938
 
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Kunst und Wissenschaft.

bedeutende Fortschritte

im Röntgenaufnahmeverfahren

Seit dem schon vor 40 Jahren aufgetauchten Gedanken, das Röntgenbild auf den Leucht- schirm zu photographieren, wurde immer wieder ergebnislos versucht, das Problem der Schirmbild­photographie zu lösen. So setzte sich zunächst das heute gebräuchliche Verfahren durch, bei dem die Röntgenstrahlen nach Durchdringung des Körpers unmittelbar auf eine photographische Schicht auf­treffen und diese schwärzen. Eine vollendete Lösung fand jetzt Professor Dr. Janker (Bonn), der sich seit 12 Jahren mit der Schirmbildphotographie be­schäftigt. Sein Verfahren wurde in Bonn vor Ver­tretern der Reichsärzteführung, der Deutschen Rönt­gen-Gesellschaft, der führenden Röntgeninstitute, der photochemischen Industrie und der Presse vorge-

mana Paolieri als die beiden Gattinnen ernte­ten reichen Beifall. Die vielen Gesangsrollen, die den Hauptinhalt ausmachen, waren Benjcvmino Gigli und Maria Cebotari anoertraut. Zur 125. Wiederkehr von Verdis Geburtstag wird der Film Anfang Oktober in Deutschland zur Urauffüh­rung gelangen. Die japanische Filmkunst konnte sich mit dem WerkKinder im Sturm des Lebens" einen neuen starken Erfolg sichern.

Der deutsche Film setzt Die Kette seiner Erfolge mit ausgezeichneten Leistungen fort. DerM u st e r - gatte" des unvergleichlichen Heinz Rühmann gewann sich die Sympathie des Lidopublikums im Sturm. Von allen Filmen heiterer Art, die bisher auf der Filmschau liefen, hat dieses Werk unstreitig den durchschlagendsten Erfolg davongetragen. All­gemeine Bewunderung erregte der ausgezeichnete Ufa-KulturfilmDer B i e n e n st a a t". Er bringt

Bilder, die zu den schönsten und originellsten Natur­aufnahmen gehören, die je gemacht wurden. Als eine Musterleistung des deutschen Films kann auch das prachtvolle kunstgeschichtliche WerkM ichel- a n g e l o" bezeichnet werden. Der Film, von einer schweizerischen Produktionsgesellschaft hergestellt, stammt von dem Deutschen Curt Oertel (Berlin), der sich in Deutschland bereits durch seine Werke Der Schimmelreiter" undDie Steinwunder des Naumburger Doms" einen Namen gemacht hat. Mit einer Lebendigkeit und ^Ausdruckskraft ohnegleichen ersteht hier das Werk des Michelangelo.

Kunst der Goethezeil" in Frankfurt.

Aus Anlaß der Tagung der Goethe-Gesellschaft in Frankfurt zeigt das Städelsche Kunstinstitut zwei Ausstellungen aus den Beständen seines Kupfer­stichkabinetts:Kunst der G o e t h e z e i t" (Hand­zeichnungen) undD. N. Chodowiecki" (Hand­zeichnungen und Stiche). Beide Ausstellungen wer­den am 28. August eröffnet.

Aus aller Welt.

führt. Heute ist das Verfahren soweit vervollkomm­net, daß die Aufnahmen mit jedem normalen Rönt­gengerät bei Verwendung einer lichtstarken photo­graphischen Linse und feinkörnigem Photofilm, wie ihn jeder Amateur verwendet, gemacht werden können. Die neue Erfindung wird voraussichtlich die Röntgentechnik auf eine neue breitere Grund­lage stellen. Aufnahmetechnik und Handhabung sind denkbar einfach, die Verringerung der Kosten ist außerordentlich. Ins Gewicht fallen wird auch die Vereinfachung der Aufbewahrung, lieber die ge­sundheitspolitische Bedeutung der Erfindung äußerte sich der Beauftragte für das ärztliche Fortbildungs­wesen Dr. Kurt B l o m e. Die Billigkeit und Ein­fachheit des Verfahrens ermöglicht feinen Einsatz für die vom Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP, zusammen mit der Deutschen Arbeitsfront geplanten Betriebsuntersuchungen, die In vier deut­schen Gauen schon eingeleitet worden sind. Frühere Erkennung von Tuberkulose, von Kreislaufschäden und von vielen Berufskrankheiten wird durch solche Massen-Röntgenaufnahmen möglich werden. Das Schirmbildoerfahren soll im übrigen die normale Röntgenaufnahme nicht verdrängen, sondern nur ergänzen. Bei festgestellten Schäden oder bei Ver­dacht auf solche wird.mit der bisherigen Methode die weitere gründliche Untersuchung erfolgen.

Schöne deutsche Erfolge

auf der Internationalen Filrnkunstschau

Unter den der Internationalen Film­kunst s ch a u in Venedig vorgeführten Filmen be­fanden sich, wie der DKK.-Sonderberichterstatter be­richtet, solche aus Mexiko, Großbritannien, der Tschecho-Slowakei, Frankreich und Deutschland. Die englische Filmkunst trat u. a. mit einem Farben­film,Die T r o m m e l", hervor.

Von den Kulturfilmen ist der farbige deutsche Ufa-FilmTintenfische" hervorzuheben, der in packender Weise Szenen aus dem Leben der Tief­see wiedergibt. Wir sehen eine Menge der aben­teuerlichsten, an Phantasiegebilde erinnernde Tier­formen, die auf dem Grunde des Meeres ihren Kampf ums Dasein führen. Mne phototechnisch un­erhörte Leistung gibt der hier geschilderte Kampf zwischen einem Polypen und einer Languste. Brau­sender Beifall zeichnete die deutsche Spitzenleistung aus.

Ein großer Abend: die Uraufführung des italie­nischen FilmwerkesG u i s e p p e Verdi". Gar- mine Gallone, der Spielleiter, schuf ein ergrei­fendes Lebensbild Verdis, ein von der Musik des Meisters getragenes historisches Werk. Fosco Giachetti als Verdi, Gaby Morlay und Ger-

Feuer im Kieler Schloß.

Im Dachstuhl des Ostflügels des Kieler Schlosses brach Feuer aus, das sich bald auf den zwischen dem sogenannten Flaggen- und Glockenturm ge­legenen Teil des Geschosses ausdehnte. Die Feuer­wehr bekämpfte den Brand gemeinsam mit Lösch­zügen der Werften sowie SA., ff, Formationen der Partei und der Kriegsmarine. Vor allem war man bemüht, die in diesem Flügel untergebrachte Lan- dcsbibliothek mit ihren wertvollen Buchbeständen ins Freie zu schaffen. Den Bemühungen der Feuer­wehr gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken.

Schneefall in Kärnten und Steiermark.

Infolge des Temperatursturzes der letzten Tage hat sich Kärntens Bergwelt tief herab mit Schnee bedeckt. In den Tauern wie überhaupt im ganzen Oberland liegt Neuschnee bis in die Vorberge her­ab. Auch im Gebiet der Karawanken und der Kar- nischen Alpen ist bis zur 1500-Meter-Grenze Schnee gefallen. Auch in der Oberfteiermark fiel auf den Bergen starker Neuschnee; so sind der Zirbitz- kogel und die Berggipfel des oberen Mur- und Gurktales sowie des Lungaues mit Schnee bedeckt. In den Tälern gab es hingegen heftige Gewitter mit starken Regengüssen, die ein hartes Ansteigen Ifer Bäche und Flüsse verursachten.

Leutnant zur See Paris" erneut zum Fluge nach USA. gestartet.

Das französische GroßflugbootLeutnant zur See Pari s", das nach einem mißglückten Start in der vergangenen Woche zurückkehren mußte, um eine Luftschraube auszuwechseln, ist am Dienstag­vormittag erneut zu einem Flug nach Nord­amerika gestartet. Dieser Flug, der in den Rah­men der Versuchsflüge zur Einrichtung eines regel­mäßigen Flugverkehrs nach Nordamerika fällt, wird etappenweise über Lissabon und Horta durchgeführt.

Schiffszusammensloh im Hafen von Cherbourg.

Im Hafen von Cherbourg stieß der schwedische PetroleumdampferAlbadan" mit dem seit fast 50 Jahren im Hafen vor Anker liegenden ehema­ligen französischen KriegsschiffJmprenable" zu­sammen. DieJmprenable",, die inzwischen als schwimmende Werkstatt für die Prüfung von Tor­pedos umgebaut wurde, ist dabei gesunken. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen, aber der Materialschaden ist bedeutend. Die Hafenverwaltung hat beschlossen, das gesunkene Schiff zu heben. Der

schwedische Dampfer erlitt nur leichte Beschädigun­gen und konnte mit eigener Kraft in den Hafen einfahren.

Schwere Anfälle im polnischen Grubengebiet.

Auf dem Notschacht-Gelände in Klimontow un­weit von Myslowitz spielte sich ein schrecklicher Vor­fall ab. Drei Jungen im Alter von 12 bis 14 Jah­ren hatten eine Wette abgeschlossen, bei der es darum ging, möglichst tief in einen stillgelegten Notschacht einzusteigen. Als die Jungen etwa eine Tiefe von zehn Meter erreicht hatten, kamen sie in eine Zone giftiger Grubengase, durch die sie be­täubt wurden und abstürzten. Ein Hirtenjunge hatte den Vorfall beobachtet und alarmierte sofort die Rettungsbereitschaft der Niwkagrube. Obwohl die Rettungsmannschaft die Jungen nach kurzer Zeit zu Tage bringen konnte, waren alle Wieder­belebungsversuche ergebnislos. Unweit die­ser Unglücksstätte trug sich ein weiterer Unfall zu. Zwei Arbeitslose waren beim Fördern von Steinkohlen aus einem Notschacht verschüttet worden. Die gleiche Rettungsmannschaft barg die Verunglückten, von denen nur noch einer am Leben war. Die bedauerlichen Vorfälle lösten bei der Berg­arbeiterschaft der Niwkagrube große Erregung aus. Die Bergleute machten sich unter Führung der Be­amten der Grube sofort an die Sprengung und Ver­schüttung zahlreicher Notschächte, wobei sich ihnen die Arbeitslosen, die ihre einzige Derdienstguelle be­droht sahen, entgegenstellten. Es kam zu heftigen Zusammenstößen, in deren Verlauf ein Ar­beitsloser durch einen Revolverschuß schwer ver­letzt wurde. Polizei konnte die Ruhe wieder her- stellen. Auf Seiten der Bergleute wie auch der Ar­beitslosen gab es eine Anzahl Leichtverletzte.

Japanische Fabrik durch absiürzende Flugzeuge in Brand gesetzt.

Zwei Zivilflugzeuge stürzten ab, als sie in niedriger Höhe eine Fabrik in Omori bei Tokio überflogen. Sie fielen auf das Fabrikdach und fetz­ten die Fabrik in Flammen. Von den 100 Ar­beitern, die in dem Unternehmen tätig waren, wurden sieben getötet und eine große Anzahl verletzt. Die Fabrik wurde eingeäschert.

Goldfelder am Großen Sklavenfee?

Nach Meldungen aus Kanada soll der Engländer Fred Thomson im Gebiet der Gelbmesser-Jndia- ner am Großen Sklaoensee (Nord-Alberta) bei einem Fluge über unbewohntes Gebiet bedeutende Goldminen entdeckt haben. Nachdem es ihm

gelungen sei, zu landen, will Thomson in der Nähe eines unbekannten Sees drei Goldminen von je 1,50 Meter Breite entdeckt haben und nach längerem Suchen noch auf weitere Goldminen gestoßen sein. Nach seinen Angaben will Thomson tagelang in dem unbekannten Gebiet umhergestreift sein und täglich neue Entdeckungen gemacht haben. Dabet habe er goldhaltiges Quarzgestein im Ausmaße von 10:20 Meter feststellen können. Bei Untersuchung der Schlammerde des Sees habe er gefunden, daß auch der Grund des Sees stark mit Goldstaub durch­setzt sei. Dem von ihm entdeckten Gebiet habe er den NamenSchatzinsel" gegeben.

Zeitschriften.

Hessenlan d", Heimatzeitschrift für Kur- Hessen, herausgegeben von Dr. C. Hitzero th, Marburg. Im letzten Heft (Juli / August) berich­tet u. a. Willi Görich an Hand einer Karte über Straße, Burg und Stadt in Oberhessen von der Frühzeit bis zum Ausgang des Mittelalters". Al­brecht Kippenberger fetzt in einem mit vielen guten Abbildungen geschmückten Beitrag seinen Bericht über die Neuerwerbungen des Marburger Univer­sitäts-Museums aus dem reichbestellten Gebiete der Volkskunst fort. Ueberaus anziehend und sprach­geschichtlich aufschlußreich ist eine Arbeit des be­rühmten Göttinger Germanisten Edward Schröder unter der ÜberschriftGesegnete Mahlzeit!" Fritz Jütte handelt über das Spangenberger Bürgerrecht, Dr. Gottfried Würfel über deutsche Weltwaren kur­hessischer Prägung, Helmut Kramm, unseren Lesern als Mitarbeiter derHeimat im Bild" bekannt, über Wilhelmsbad bei Hanau (mit Abbildungen), Wilhelm Schoof über Jacob Grimm und dessen Entlassung, zum 75. Todestage am 20. September. Doiy übrigen Inhalt des reichhaltigen und gut redi­gierten Heftes feien die Gespenster-Geschichten aus der Schwalm, die Bücherschau, die Personalien und die Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde heroorgehoben.

Philippinischer Querschnitt heißt der einleitende Aufsatz in der neuesten Nummer derJllustrir- ten Zeitung Leipzi q"; er macht uns in Bild und Wort mit der politischen Entwicklung dieses Jnsellandes und den Eigenarten seiner Bewohner vertraut. Der folgende Beitrag führt durch Süd­frankreich und zeigt im Bild die Denkmäler altrömi- jcher Baukunst. Eine Bildseite berichtet vom portu­giesischen Fischerleben, eine andere von der Expe­dition zum Fang wilder Pferde für die Schorfheide; Professor Dr. Lutz Heck, der Direktor des Zoologi­schen Gartens in Berlin, hat den Text dazu ge­schrieben.

Wetterbericht

Im Bereich eines sich von Skandinavien nach Deutschland erstreckenden Hochdruckgebietes hat sich im Westen und Süden des Reiches Aufheiterung eingestellt. Im Osten macht sich jedoch zuströmende und zum Aufgleiten gezwungene Warmluft in ver­breiteten Regenfällen bemerkbar, die sich auch nadj Mitteldeutschland erstrecken. Ein stärkeres Ueber- greifen dieses Schlechtwettergebietes zu uns hin ist jedoch unwahrscheinlich, wenn auch zeitweise mit Bewölkungsaufkommen zu rechnen ist.

Vorhersage für Donnerstag: Heiter bis wolkig und trocken, tagsüber jedoch warm. Winde meist aus Nord bis Ost.

Vorhersage für Freitag: Im wesentlichen freundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 23. August: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 24. August: morgens 8,4 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum heute nacht 6,5 Grad. Erdtemperaturen in IQ cm Tiefe am 23. August: abends 16,4 Grad; am 24. August: morgens 12,4 Grad. Sonnenschein- dauer 5,4 Stunden.

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Gießen, den 24. August 1938.

Die Beerdigung findet in der Stille statt

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