Ausgabe 
24.8.1938
 
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Mittwoch, 24-August 1938

188. Jahrgang

Nr. I9Z Erstes Blatt

Sietzemr Anzeiger

Ohne Illustrierte

General-Anzeiger für Oberheffen

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Horthy und der Führer in Hamburg.

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HO Linheiien der deutschen Zlotte paradierten vor Admiral von horthy.

Ein schönes Bild von der großen Parade der deutschen Flotte anläßlich des Aufenthaltes des ungarischen Staatsoberhauptes und seiner Begleitung in Kiel: Die Vorbeifahrt der Schiffe an Admiral von Horthy und dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wurde von dem SchlachtschiffGneisenau" (im Bilde links) eröffnet. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Hamburgs erster Gruß an seine Gäste.

Zubelstürme der Menschenmassen im Hafen.

am Ufer stehenden Kränen, auf den Stahlpfeilern der Hochbahn, die sich am Ufer entlang zieht, haben sich Hamburger Jungen erhöhte Beobachtungsplätze gesichert. Auf den im Hafen liegenden Schiffen sieht man die Besatzungen vom Offizier bis zum Schiffs­jungen an der Reeling stehen.

Vor den Sankt-Pauli-Landungsbrücken, wo der DampferAdolf Woermann" der Deutschen Ost- afrika-Linie mit zahlreichen Ehrengästen an Bord iestgemacht hat, ist der Andrang der Massen eben­falls gewaltig. Hier wird der Reichsverweser an der Seite des Führers zuerst den Boden der Hansestadt Hamburg betreten. Mächtige Pylonen überragen den Platz, gekrönt von dem goldenen Hoheitszeichen des Reiches.

Und so wie hier am Hasen stauen sich die freudig bewegten Massen auch in den Straßenzügen, die das Gästepaar mit dem Führer und Reichskanzler auf dem Wege vom Hafen zum Rathaus durchfah» ren wird. Auf dem Adolf-Hitler-Platz, dem Zentrum der Stadt, harrt gleichfalls bereits eine riesige Menschenmenge in tief gestaffelten Reihen der kom­menden großen Ereignisse.

den weiteren Vertretern der Hansestadt Hamburg von derGrille" an Bord derPatria" begibt. Auf dem Deck derPatria" ist inzwischen Reichsver­weser Admiral von Horthy mit seiner Ge­mahlin erschienen. Nicht endenwollende Kundgebun­gen der Verehrung ertönen. Bei der Begrüßung überreicht der Reichsstatthalter Frau von Horthy einen prächtigen Rosenstrauß.

Der Reichsverweser und der F ü h r e r be­geben sich sodann von derPatria" auf die Staats- jachtHamburg", um eine ausgedehnte Rund­fahrt durch den Hafen anzutreten. Im gleichen Augenblick steigen auf dem Mast der Jacht die Standarten des Reichsverwesers und des Füh­rers hoch.

In der Begleitung der beiden Staatsoberhäupter befinden sich: von ungarischer Seite Ministerpräsi-

Francos Bereitschaft.

Die von den Engländern und Franzosen mit einiger Ungedutv erwartete Antwort des Ge­nerals Franco auf die Vorschläge des Nicht- einmischungsausschusses zum langsamen Abbau des spanischen Bürgerkrieges liegt nunmehr vor. Sie ist zu stimmend ausgefallen, wie das nicht an­ders zu erwarten war, aber wiederum nicht so zu­stimmend, wie das jene Kreise erhofften, die Na- tionaljpanien in Fesseln schlagen und auf diese Weise den Rotspaniern die besten Chancen geben möchten. General Franco hat infolgedessen seine grundsätzliche Bereitschaft an gewisse Voraus­setzungen geknüpft, gleichzeitig aber auch auf verschiedene Mängel hingewiesen, die dem Verfah­ren anhasten, das in London beschlossen worden ist. Das mißfällt natürlich denjenigen, die sich den Ab­lauf der Dinge etwas anoers vorgestellt hatten. Sie machen in Unmut, sie üben heftigste Kritik an Gene­ral Franco, ohne Damit natürlich an dem Tatbe­stand etwas ändern zu können, daß Franco aus­reichende Sicherheit und Garantien haben muh, um bei der praktischen Anwendung des Londoner Planes nicht überspielr zu werden.

Sein gesundes Mißtrauen kommt bei der Be­handlung des Freiwilligenproblems klar zum Aus­druck. Einmal wünscht er, daß die von ihm an­gebotene Abbeförderung von zehntausend Freiwil- ligen er ist ohne jede Umschweife für den so­fortigen Abtransport in der gleichen Form von der rotspanischen Seite durchgeführt wird. Mußte er entsprechend dem Inhalt des Londoner Beschlus­ses zur Freiwilligenfrage Stellung nehmen und das hat er, was noch einmal unterstrichen werden soll, in durchaus positivem und zustimmendem Sinne getan so mußte er selbstverständlich auch die Schwierigkeiten beim richtigen Namen nennen, die der Auszählung der Freiwilligen auf rotspanischer Seite hindernd im Weg stehen. Wir kennen sie, sie sind oft genug behandelt worden: Auslöschung der fremden Namen und Herkunft der Freiwilligen, da­für Zulegung spanischer Namen und Aushändigung spanischer Ausweise, also der Form nach eine Un­sichtbarmachung der fremden Waffen­träger Rotspaniens. Und was besonders erschwerend ins Gewicht fällt ist die Nichteinbe- ziehung der Freiwilligen, die aus Staaten kom­men, die nicht im Londoner Ausschuß sitzen. Franco hat ausgerechnet, daß dann von vornherein 50 v. H. aller rotspanischen Freiwilligen überhaupt nicht er­saßt werden würden. Damit würden sich automatisch Verschiebungen ergeben, auf die Franco notwen­digerweise aufmerksam machen muffte, auch auf die Gefahr hin, daß man ihm in London und Paris schlechte Zensuren erteilt.

Wenn Franco von den Mächten fordert, .' die Rechte der Kriegführenden noch vor dem Abtransport der Freiwilligen zugestanden werden, so wiederholt er damit eine schon oft erhobene, aber bisher immer unerfüllt gebliebene Forderung. Sie hat an der Themse den meisten Anstoß erregt; was man ja verstehen kann. Denn erhalten die spanischen Parteien diese Rechte, dann können sie beispielsweise auch außerhalb ihrer Hoheitsgewässer fremde Schüfe durchsuchen und nach Kriegsrecht behandeln, wenn diese Kriegsmaterial an Bord haben sollten. Welche Flagge sieht man aber dauernd in den r 0 tspa - n isch-nHäsen? Die E n g l-> n d s ! Welche Schiff-« geraten bei der Bombardierung rotspanischer Hafen dauernd in den Bombenhagel der Flieger Francos . Englische! England hat also schon ein erheb­liches Interesse Daran, daß dieser Schiffsverkehr nicht gestört wird. Darum weigert es sich bisher hartnäckig, den beiden Parteien die Rechte der Kriegführenden zuzugestehen. Formell steht es aller­dings auf dem Standpunkt, daß dieses Zugeständnis mit dem Sinn der Nichteinmischung unvereinbar sei. Wenn man den ganzen Konflikt lokalisieren, wenn man verhindern wolle, daß der spanische Brand auf andere Staaten überspringe, Dann müsse man auch Konflikte von vornherein ausschalten. Die entstehen könnten, sobald Die spanischen das Recht erhielten, auf hoher See fremde Schiffe wegen ihrer Kriegsmatenalladung anzuhalten und zu beschlagnahmen. Die Konfliktsgefahr wurde so­fort zu einem Nichts zusammenschrumpfen, wenn beispielsweise England mit aller Schärfe Die unter feiner Flagge fahrenden Schiffe zwingen wurde, kein Kriegsgerät an Bord zu nehmen. Daß Franco gar nicht daran denkt, den normalen Handel nach Rotspanien zu unterbinden, geht aus seinem Vorschlag, zwei Häfen im rotspanischen Ge­biet für reing Handelszwecke unangetastet zu lassen, hervor. '

Betrachtet man die Franco-Note, so darf darüber dieAntwortBarcelonas nicht vergessen wer­den. Barcelona hatte seinerzeit mit verdächtiger Eile zu den Londoner Vorschlägen ja gesagt, aber ein Ja, um das herum sich allerlei mehr oder minder versteckte Vorbehalte gruppierten. Sie waren so be­schaffen, daß Franco Bedenken tragen mußte, ohne sorgfältigste Prüfung des Vorschlages und seiner unbestreitbaren Schattenseiten einen zustimmenden Bescheid zu geben. Er hat ihn schließlich in allen drei Hauptpunkten (Auskämmung der Freiwilligen, ver­schärfte Kontrolle und' Zugestehung der Rechte der Kriegführenden) erteilt, nur mit dem Unterschied, daß er eine andere Gruppierung dieser Vorschläge vornahm. Das geschah ganz gewiß nicht, um die Bestrebungen der Mächte zu sabotieren. Franco sucht ein gutes Verhältnis zu allen, er hat dabei auch schon beachtliche Erfolge erzielt. Er kennt aber nur die eine, durch nichts einzuengende oder abzuschwächende Aufgabe: die Unabhän- gigkeitdes nationalen Spanien sicher- z u ft e l l e n. Folglich muß er in der Niederringung der Roten so verfahren, daß die hinter den Barce­lona-Bolschewisten stehenden Kräfte nicht den ge-

Hamburg, 24. Aug. (DNB. Funkspruch.) Seine Durchlaucht der Reichsverweser des Königreiches Ungarn, Nikolaus horthy von Nagybanya, mit feiner Gemahlin und der Führer und Reichs- kanzler find in Hamburg eingetroffen. 3n den frühen Morgenstunden des Mittwochs haben das Elektroschiffpatria mit dem Reichsverwefer und feiner Gattin und der AvisoGrille mkt dem Führer an Bord an der Ueberseebrücke festgemacht. Große Menschenmassen stauen sich vor der Heber- seebrücke und in den Uferstraßen des Hamburger Hafens, um das hohe ungarische Gästepaar herzlich zu begrüßen und dem Führer ihre Verehrung und Begeisterung zuzujubeln.

Besuch in Helgoland.

Insel Helgoland, 23. Aug. (DNB.) Der Reichsoerweser des Königreiches Ungarn und Frau von Horthy trafen Dienstag um 14.30 Uhr mit dem Führer und Reichskanzler und ihrer Begleitung zu einem Besuch Helgolands auf der festlich geschmückten Anlegebrücke ein.

Zum Empfang hatten sich der Kommandierende Admiral der Marineftation der Nordsee Admiral Böhm, der Kommandant der Befestigungen von Ostfriesland Kapitän zur See Fänger und die Spitzen der Behörden der Insel eingefunden.

Die Bevölkerung und die Gäste der Insel sowie zahlreiche Trachtengruppen bereiteten den beiden Staatsoberhäuptern einen jubelnden Empfang. Nachdem sich die Staatsoberhäupter in das Goldene Buch der Insel eingetragen hatten, besichtigten sie Die Hafenanlagen, die Befestigungen und die Unter­künfte, während Frau von Horthy zunächst Tanzoorführungen der Trachtengruppen beiwohnte und Dann dem berühmten Aquarium der Insel einen Besuch abstattete.

Helgoland, das Kleinod der Nordsee, hatte sich zu seinem großen Tag würdig vorbereitet. Der Hafen, das Unterland und das Oberland waren mit zahllosen ungarischen und deutschen Fahnen ge­schmückt. Die auf der Reede und im Hafen liegen­den Schiffe hatten alle über die Toppen geflaggt. Die Brandungsboote zeigten die ungarische und deutsche Flagge. Die Bootsmänner trugen die ur­alte Helgoländer Fischertracht.

Bei der Abfahrt des Führers und feiner hohen Gäste bereiteten die Bevölkerung und die Kurgäste her herrlichen Insel den hohen Gästen stürmische Abschiedskundgebungen der Verehrung und der Dankbarkeit.

Konzert an Bord derpatria".

AnBordderPatri a", 24. Aug. (DNB.) Zu Ehren S. D. des Herrn Reichsverwesers des König­reiches Ungarn und I. D. Frau vonHorthy fand am Dienstagabend an Bord derpatria" ein Konzert des Elly-Ney-Trios statt, dem das Reichsverweferpaar und der Führer sowie die übri­gen an Bord befindlichen hohen ungarischen und deutschen Persönlichkeiten beiwohnten. Professor Elly Ney, Professor Max Strub und Professor Ludwig Hölscher spielten mit vollendeter Meisterschaft Werke von Beethoven, Schubert und Chopin. Lange anhaltender herzlicher Beifall dankte den hervor­ragenden deutschen Künstlern für ihre einzigartigen Darbietungen.

Jrn Laufe des Abends kehrte der Führer mit einer Reihe ungarischer Herren und seiner Beglei­tung zum AvisoGrille" zurück, während das Reichsverweserpaar an Bord derPatria" blieb.

Festlich gestimmtes Hamburg.

Hamburg, 24. Aug. (DNB. Funkspr.) Wäh­rend sonst in früher Stunde nur eilige Barkassen und Hafenfahrzeuge mit den ihren Arbeitsplätzen zustrebenden Schaffenden die Wasser der Elbe durchfurchen, trägt Deutschlands WeltHafen heute das Gepräge eines großen Tages. Zwar setzt zur üblichen Morgenstunde das brausende Lied her Arbeit ein, dröhnen die Niethämmer weithin ihren Takt, heulen die Signal­sirenen her Schiffe unb schwingen Hunderte von Kränen ihre Lasten. Doch über allen Schiffen, über allen Werften und Hafenanlagen wehen heute die leuchtenden Banner zweier großer befreundeter Völker im Morgenwind.

ringsten Vorteil erlangen können. Würden sie auch nur einen erringen, so müßte sich Franco vorwerfen, wegen der Unabhängigkeit und Selbständigkeit Spa­niens nicht genügend wachsam gewesen zu sein. So betrachtet, konnte Francos Bereitschaft nur so aus­fallen, wie er sie schriftlich dargelegt hat. Sbt.

Weitere Fühlungnahme mit Franco.

Reuter ist optimistisch.

London, 23. Aug. (DNB.) Jrn Zusammenhang mit der Antwortnote General Francos auf den Freiwilligenplan hat der Vorsitzende des Nichteinmischungsausschusses, Lord Plymouth, am Montagabend den deutschen, italienischen und französischen Geschäftsträger empfangen. Im Laufe des Dienstagvormittag empfing Lord Plymouth außer dem sowjetrussischen Botschafter auch den portugiesischen Geschäftsträger.

Reichsverweser Nikolaus von Horthy und der Führer Adolf Hitler weilen im Hamburger Hafen. Vor der Ueberseebrücke hat der Aviso Grille" Halt gemacht. Hell hebt sich das strahlende Weiß des Schiffsleibes neben dem hohen Rumpf des ElektroschiffesPatria" ab. Im Sonnenschein glänzt die Standarte des Führers, die auf der Grille" gesetzt ist, während auf derPatria" die Standarte des Reichsverwesers leuchtet.

Unweit liegen die grauen Stahlleiber des Zer­störersFriedrich Ihn" und des Torpedobootes Jaguar" vertäut. Alle Schiffe im Hamburger Hafen haben aus Anlaß des festlichen Tages Über die Toppen geflaggt; golddurchwirkte Girlanden ziehen sich am Ufer entlang. Unzählbar ist die Zahl der Flaggenmasten mit den Bannern des Dritten Reiches und des Königreiches Ungarn.

Dor der Ueberseebrücke und entlang des Weges zu den Sankt-Pauli-Landungsbrücken stauen sich ungeheure Menschenmassen in froher Erwartung des Augenblicks, in dem der Reichs­verweser mit seiner Gemahlin und der Führer und Reichskanzler auf Deck erscheinen werden. Kein Platz ist unbesetzt; auf den Mauervorsprüngen, auf den

Hamburg, 24. Aug. (DNB. Funkspr.) Kurz nach 8.30 Uhr trifft Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann am Hafen ein. Mit ihm erscheinen u. a. Bürgermeister Krogmann, der Komman­dierende General des X. Armeekorps General der Kavallerie Knochenhauer, der Führer des Oberabschnitts Nordwest ^-Gruppenführer Pruetz- mann, der Stadtkommandant Generalleutnant von Heineccius, der ungarische General­konsul in Hamburg Foß. Der Reichsstatt­halter begibt sich zum AvisoGrille", um sich beim Führer zu melden und ihn in Hamburg willkommen zu heißen.

Als der Führer auf Deck erscheint, schwellen die Heilrufe der Massen zum Orkan an, der un­vermindert anhält, als sich der Führer mit seiner Begleitung, mit Reichsstatthalter Kaufmann und

Der sowjetrusfische Botschafter M a i s k y stattete am Dienstag im Außenamt einen Besuch ab. In der vergangenen Woche bereits hatte er Lord H a - lifax aufgesucht, dem er erklärt haben soll, daß die Sorofetregierung weiteren Abän­derungen des britischen Planes zur Zurück­ziehung der Freiwilligen nicht zustimmen könne. Man nimmt an, daß Maisky Lord Plymouth gegenüber heute diese Sowjethaltung abermals be­stätigt hat.

Nach Besprechungen zwischen Chamberlain und Halifax über die durch die Franco-Note entstandene politische Lage und nach den Ver­handlungen Lord Plymouths beurteilt Reuters diplomatischer Korrespondent Dienstag abend die Lage 0 p t i m i st i s ch e r. Es herrsche allgemein Übereinstimmung unter den Mitgliedern des Nicht­einmischungsausschusses darüber, daß ein Weg, um den britischen Plan zur Zurückziehung der Frei­willigen zur Ausführung zu bringen, gefunden werden müsse und könne. Lord Plymouth habe mit denAusschußmitgliedernFühlungge-

nommen. Nach seiner Unterredung mit Halifax werde er sobald wie möglich diese informellen Be­sprechungen fortsetzen. Man stimme allgemein darin überein, daß die Einberufung des Nichtein­mischungsausschusses bereits für den jetzigen Zeit­punkt keinem glücklichen Zweck dienen würde. Der Korrespondent hält es für wahrscheinlich, daß eine weitere Fühlungnahme mit General Franco ausgenommen wird.

Nach den Kommentaren der diplomatischen Korre­spondenten der Mittwoch-Morgenblätter wird in her spanischen Freiwilligenfrage voraussichtlich kein Beschluß gefaßt und auch keine Sitzung des Nicht­einmischungsausschusses einberufen, ehe weitere Aufklärungen von Burgos in London ein­getroffen find. So schreibt der diplomatische Korre­spondent derTimes", die Vertreter der Nichtein­mischungsmächte müßten sich zunächst mit ihren Regierungen in Verbindung setzen. Im Augenblick liege noch keine amtliche Erklärung über die britische Ansicht vor.