Ausgabe 
24.6.1938
 
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Die Besprechungen in Prag.

Die sudetendeutschen Forderungen dem NinisterauSschuß dargelegt. Immer noch keine Vorschläge der Regierung.

P a 24. Juni. (DNB.) Am Donnerstag um 17 Uhr wurde im Ministerpräsidium die gemein­same Sitzung des Ausschusses der politi­schen Mini st er mit den Vertretern der Sudeten deutschen Partei fortgesetzt. Ge­genstand der Besprechungen 'bildete das Memo­randum der SDP., das in seinen Grundge­danken und hinsichtlich seiner Durchführbarkeit von den sudetendeutschen Sprechern ausführlich begrün­det wurde. Daran schloß sich eine Aussprache. In seiner Zusammenfassung erklärte der Ministerpräsi­dent, daß er die Aussprache nicht als geschlos­sen betrachte und über die Weiterführung Vorschläge der Regierung mitteilen werde.

Wie das' Presseamt der SDP. hierzu erfährt, hatte die Aussprache den Zweck, die Vorfrage klären zu Helsen, ob die Richtlinien und Vorschläge des Memorandums der SDP. der Neuordnung des Staates zugrunde gelegt werden. Hierbei mußten sich die Vertreter der SDP. auf die Begründung und Erklärung des SDP.-Memo- randums beschränken, da von der Regierung der SDP. noch keine Vorschläge unterbreitet worden sind. Die Vertreter der SDP. entwickelten die Unerläßlichkeit einer öffentlich-recht­lichen Verankerung des Grundsatzes der Gleichberechtigung der Volks­gruppen und die Schaffung einer entsprechenden Rechtsordnung, die inderVerfassungs- urkunde verankert sein muß. In ihren Darlegungen widerlegten sie von vornherein die politischen Argumente gegen die Karlsbader Rede Konrad Henleins. Hierbei stellten sie fest, haß die in dem Memorandum enthaltenen Grundsätze und Durchfübrungsvorschläge Friedensoorschläge aus weiser Beschränkung darstellen. Schließlich erinner­ten sie an die besonders während der letzten Wochen bewiesene Disziplin des Sudetendeutschtums und verlangten die sichtbare Bezeugung guten Willens auch durch das tschechische Volk und die Staatsfüh­rung. Die Delegation der SDP. ließ keinen Zweifel darüber, daß das tschechische Volk auf alle ex­pansiven Methoden gegenüber dem Sudetendeutschtum verzichten muß und in erster Linie das nationale Problem zu lösen hat.

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Die Verhandlungen des Donnerstags haben ge­zeigt, daß das sog. - Nationalitäten st atut der Prager Regierung immer noch nicht fer- tigge stellt ist, obwohl auch dieses Statut zur Grundlage der Besprechungen gemacht werden sollte. Die SDP. hatte daher nur Gelegenheit, ihre For­derungen geschlossen darzulegen und Erläuterungen, zu einzelnen Fragen zu geben. Es liegt nun wieder an der Prager Regierung, von neuem auf das Problem einzugehen.

Teilweise Aufhebung der militärischen Absperrmaßnahmen in Nordböhmen.

Gablonz, 23. Juni. (ÄNB.) Die am 21. Mai getroffenen militärischen Absperrmaßnahmen im Riesengebirge wurden aufgehoben, und das westliche Riesengebirge ist nunmehr endlich wieder zugänglich. Die Staatsstraße NeuweltJakobsthal dagegen ist für Fahrzeuge noch gesperrt. Auch

im Jsergebirge werden die Absperrungen aufgeho­ben. Man wird lange Zeis brauchen, um den hurch diese Maßnahmen entstandenen wirtschaftlichen Schaden nur halbwegs aufzuholen. Die Polizei­direktion in Gablonz hat unter Bezugnahme auf das Staatsverteidigungsgesetz die Durchfüh­rung der Jagd sowie die Ausübung des Jagd­schießens in elf Gemeinden des Bezirkes Gablonz verboten.

Die wirtfchastlichen Folgen der Mobilmachung.

In der sudetendeutschen Landwirtschaft die dringendsten Arbeiten verhindert.

Prag, 23.Juni. (DNB.) In einer Ausschuß­sitzung der deutschen Sektion des Landeskulturrates für Böhmen befaßte sich der Vorsitzende W i n - disch mit den verheerenden Folgen der militäri­schen Maßnahmen im Grenzgebiet für die Land­wirtschaft. Er führte u. a. aus: Es wurde schon bei früheren Gelegenheiten erwähnt, daß die Bewe­gungsfreiheit der in den Grenzgebieten ansässigen Landwirte durch die getroffenen Einrichtungen zur Grenzsicherung" empfindlich geschädigt worden ist. Die militärischen Maßnahmeit nach dem 20. Mai, haben noch weitere Einschränkungen gebracht unt>' vielen Landwirten das normale Arbeiten auf ihren Wirtschaften überhaupt un- m ö a l i ch gemacht. Es wurden Gespanne in Anspruch genommen, obwohl gerade in die­ser Zeit dringende landwirtschaftliche Arbeiten zu erledigen waren, und Grund st ücke durften von den Besitzern weder betreten, noch befah­ren werden. Das Grünfutter konnte nicht ge­mäht und ein geholt werden, und in den Wäldern wurden Bäume ohne vorherige Fühlung­nahme mit den Eigentümern gefällt.

Wer ersetzt die Schaden?

Prag, 23. Juni. (Europapreß.) Das tschecho­slowakische Verteidigungsministerium teilt mit, daß Feld-, Wald- und andere Schäden, die infolge der außerordentlichen Militärmaßnahmen entstanden sind, von der Militärverwaltung ersetzt werden sollen. Hierzu sotten auch Gewinnentgänge gehören, die darauf zurückzuführen find, daß Felder nicht bebaut werden können. Die militärischen Formatio­nen seien angewiesen worden, kleinere Schäden nach Möglichkeit an Ort unö Stelle zu ersetzen. Streitfälle sollen einem gemischten Ausschuß unter­breitet werden. Die Bereinigung der Entschädi­gungsfrage bildet zweifellos^, einen der Verhand­lungspunkte zwischen der Sudetendeutschen Partei und der Regierung. Der offenkundig zurückhaltende Ton der amtlichen Verlautbarung läßt den Schluß zu, daß sich in dieser Frage noch mancherlei Schwie­rigkeiten ergeben werden, wenn die Militärverwal­tung nicht den Willen zeigen sollte, die durch die außerordentlichen militärischen Maßnahmen entstan­denen Schäden in vollem Umfange und ohne Verzö gerung'wieder gut zu machen.

unter starken Verlusten der Roten von den Natio­nalen abgewiesen werden. Südlich der Straße Teruel Sagunt konnte der Vormarsch der Nationalen nach Ueberwindung heftigen Widerstan­des siegreich fortgesetzt werden; auch hier er­litten die Roten starke Verluste. An der C a st e l - lon-Front warfen nationale Gegenstöße die Bolschewisten aus ihren Stellungen unb-trieben sie weit zurück. Sämtliche Gegenangriffe der Roten sind auf die Erkenntnis der Bedeutung des nationalen Vormarsches zurückzuführen, durch den S a g u n t in immer größere Nähe der Nationalen rückt.

Heute Sitzung

des Nichteinmischungs-Ausschusses.

London, 23. Juni. (Europapreß.) Eine neue Sitzung des Nichteinmischungs-Ausschusses ist für Freitag vormittag anberaumt worden. Man hofft, daß auf dieser Sitzung die Finanzierungs­vorschläge für den englischen Räumungsplan endgültig angenommen werden. Auch die Zusammen- setzung der nach Spanien zu entsendenden zwei Ausschüsse zur Feststellung der Freiwilligen soll am Freitag bereits erörtert werden. Wie verlautet, werden sich diese beiden Ausschüsse aus Vertretern der kleineren Mächte zusammensetzen.

Eifelfahrt der Alten Garde.

Bacharach, 23/Juni. (DNB.) Auch am zwei­ten Tage wurden des Führers alte Kämpfer überall mit großer Herzlichkeit willkommen geheißen. Zu­nächst ging es durch das Nahetal über Bingerbrück an den Rhein in das alte Bacharach mit seinen historischen Gaststätten, demAlten Haus" und demKurköllnischen Saal". Nach einer Besichti­gung der auf einer alten Ruine aufgebauten Ju­gendburg Stahleck, marschierte die Alte Garde hinunter zum Rhein, um eine dreistündige Damp­ferfahrt nach Andernach anzutreten. Die Fahrt ging am Nachmittag in die Eifel zu dem berühm­ten Laacher See und durch die Laubwälder bts Ahr- und Brohltales ahraufwärts nach Bad Neuenahr. Hier klang der zweite Fahrttag mit einem Unterhaltungsabend aus, bei dem Heinz Goedecke ein abwechslungsreiches, von KdF. gestal­tetes Programm ansagte. Daran schloß sich eine Festbeleuchtung des Kurhauses und des Kurgartens an. In das farbenfrohe nächtliche Bild fügte sich der wundervolle Tanz der jungen Winzerinnen und das bekannteFähndelschwenken", zu dem Winzer­buben aus dem ganzen Ahrtal nach Bad NeueN- ahr gekommen waren. Ein Kameradschaftsabepd in allen Räumen des Kurhauses beschloß den 2. Tag der Westmarkfahrt. Gegen 22 Uhr traf der Reichs­führer ff und Chef der deutschen Polizei, Heinrich - Himmler ein. Er wohnte einem Teil des Kome- radschaftsabends der Alten Garde bei. Der Stell­vertreter des Führers Rudolf Heß hat sich eben­falls nach Bad Neuenahr begeben. Von dort aus wird er Freitag an der Fahrt der Alten Garde teil- nehmen. Am Freitagabend wird die Fahrt in Koblenz ihr Ende finden. In einer- nächtlichen Kundgebung am Deutschen Eck wird Rudolf Heß zu den alten Kampfgenossen sprechen.

Todesstrafe für Autoräuber!

Berlin, 23. Juni. (DBB.) 3m Reichsgesehblatt »ist heule ein Gesetz gegen Straßenraub mittels Autofallen vom 22. 3uni 1938 verkündet worden. Nach diesem Gesetz wird mit rückwirkender Kraft mit dem Tode bestraft, wer in räuberischer Absicht eine Autofalle ftellt. Die neue Strafvorschrift ist aus dem Ent­wurf eines Deutschen Strafgesetzbuches, der dem Reichskabinett seit einiger Zeit zur Verabschiedung vorliegt, entnommen und vorweg in Kraft gesetzt worden, um deutlich zum Ausdruck zu bringen, daß das Dritte Reich gegen Auto­banditen vom Schlage der Brüder Götze mil der vollen Schärfe des Ge­setzes einzuschreiten gewillt ist.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichssportführer von Tscharnrner und O st e n ist von Venedig kommend auf dem Luftwege i y R o m eingetroffen, um dort an der internationa­len TagungFreude und Arbeit" teilzunehmen und die sportlichen Organisationen Italiens zu studieren.

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Der Ches der königlich - bulgarischen Luftwaffe Oberst Boideff ist von dem'Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Ge­neralfeldmarschall ©.ö ring zu einem Aufenthalt in Deutschland eingeladen worden. Oberst Boi­deff ist mit dem Flugzeug in Berlin eingetroffen und wird in den nächsten Tagen verschiedene Einrichtun­gen der Luftwaffe und der Luftfahrtindustrie be­suchen.

Der Kölner Doppelmordprozeß.

In dem Kölner Doppelmordprozeß Schönewald erhielt der Vertreter der Anklage, Staatsanwalt Dr. D ü n tz e r , das Wort zu feiner Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Auch in den verworrenen Zeitverhältnisfen des Jahres 1932 habe der Doppelmord am Rudolfsplatz Grauen und Entsetzen ausgelöst. Das Motiv zur Tat sei das gemeinste, das es gebe, nämlich Geldgier. Zwei ehrenwerte Menschen, ein pflichttreuer Be­amter und eine arme alte Frau, seien die Opfer gewesen. Die Fahndung sei damals so schwierig gewesen, well die Täter mit unglaublicher Vorsicht vorgegangen seien -und bei der Vorbereitung zur Tat wie bei der Ausführung alles genau über­legt hätten. Damals seien die Täter unentdeckt geblieben, aber das Gewissen habe sie nie in Ruhe

gelassen; insbesondere bei dem Manne könne man zweifellos von einem Geständniszwang spre­chen. Es sei erschütternd zu wissen, um wen es sich bei den Tätern handele; alles hätten die beiden ge­habt, ihre Umwelt sei gut gewesen, nur sie selbst seien schlecht gewesen. Man könne sagen, daß die beiden arbeitsscheu gewesen seien, sie hatten auf der Universität gebummelt, einen unsittlichen Lebens­wandel geführt und schließlich mit dem geraubten Geld nichts anderes zu tun gewußt, als ein Auto zu kaufen und damit Vergnügungsfahrten zu machen.

Man habe eine Pistole gekauft und im Grün­gürtel Schieß- und Zielübungen veran­staltet. Man habe auch die Tat mit Bedacht an den Monatsanfang gelegt in der Annahme, daß her Geldbriefträger dann größere Beträge als gewöhn­lich bei sich führen werde. Nachdem die Wohnung am Rudolfsplatz gemietet war, erfolgte die Absen­dung der Postanweisung. Am Tatort selbst sei der Mordplan genau festgelegt worden. Die Frau habe hinter der Tür gestanden und gelauert; sie habe, als das Fräulein Korte gekommen sei, in eisiger Ruhe so lange gewartet, bis sie den günstigen Schuß auf den Kopf der Frau habe anbringen kön­nen. So habe Frau Schön ewald gewisser­maßen auf den Anstand gesessen. Um einen zweiten Knall zu verhindern, habe mqn die noch röchelnde Frau geknebelt. Dann haben die beiden auf den Geldbriefträger gewartet; man »habe diesen durch mehrere genau durchdachte Umstände getäuscht, bann sei Frau Schönewald mit entsicherter Waffe hinter den Beamten getreten und habe ihn mit ruhiger Hand durch einen Genickschuß getötet. Planmäßig haben die Täter hinterher alle Spuren vernichtet. Was die beiden zugäben, genüge schon zur Ver­urteilung; aber man habe ihnen darüber hinaus noch mehr nachweisen können. So seien die Schieß­versuche nachgewiesen, ferner sei nachgewiesen, daß beide Morde von Anfang an geplant waren, und daß die Täter sich genaue Auskunft darüber verschafft hatten, wann der Briefträger komme.

Der Staatsanwalt rekonstruierte noch einmal den Tatbestand und fuhr dann fort, es ergebe sich ganz klar und eindeutig, daß der Schuß auf Fräulein Korte aus der Richtung abgegeben wurde, in der Frau Schönewald, nicht Otto Schönewald, ge­standen habe. (Die Verhandlungen dauern an.)

Aus aller Welt.

Schweres Flugzeugunglück über Prag.

lieber der Stadt Prag kam es bei der General­probe für den Flugtag, der im Rahmen des 10. So- kolkongresfes arh 7. Juli stattfinden soll, zu einem schweren Flugzeugunglück, das zwei T o - desopfer forderte. Als ein Jagdgeschwader über dem Stadtteil Smichow eine Uebung ausführte, versuchte der mittlere Flieger einer Dreierkette einen Looping. Hierbei stieß er an die Tragflächen der beiden neben ihm fliegenden Jagdflugzeuge; alle drei Maschinen stürzten ab. Die Maschine des mittleren Fliegers fiel brennend in den Garten der Villa Rulc, die früher Staatspräsident Bene sch als Außenminister bewohnt hatte. Von den beiden anderen Maschinen stürzte die eine ebenfalls in den Garten einer Villa, während die andere auf das Dach eines Hauses und von hier auf die Straße fiel. Die Piloten der beiden letzten Maschinen versuchten sich durch Fallschirm-Absprung aus ungefähr hun­dert Meter Höhe zu retten, was jedoch nur einem gelang. Der Gerettete ist der bekannte tschechoslowa­kische Militärkunstflieger S m o l i k. Es handelt sich um Jagdflugzeuge der tschechoslowakischen Wehr­macht, die nur je einen Mann Besatzung an Bord hatten. Das Unglück erregt in der Stcät großes Auf­sehen. /

Schweres Flugzeugunglück in Frankreich.

In der Nähe von Tours stürzte ein französisches Militärflugzeug ab. Außer dem Piloten befanden sich vier Offiziere des Generalftabs des Luftfahrt­ministeriums sowie ein Funker an Bord, die sämt­lich ums Leben kamen. Zu dem Unglück werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Absturz ereignete sich zwischen den Gemeinden ßangennerrie und Beaumont la Ronce (etwa 30 Kilometer nörd­lich von Tours). Das zweimotorige Militärflugzeug war in Dillacoublay- (bei Paris) gestartet und in Tour 3ur Brennstoffergänzung gelandet. Auf dem Weiterflug stürzte dann die Maschine aus bisher nicht geklärten Gründen über einem Torfmoor ab

und explodierte. Sie wurde geführt von dem ständigen Piloten des Luftfahrtministeriums, Leut­nant R e y n a u d.

Die in der Nähe der Unglücksstelle wohnenden Bauern wurden durch den Knall der Explosion aus dem Schlaf geschreckt und alarmierten die Gen­darmerie von Beaumont la Ronce. Bisher konnten vier verkohlte Leichname geborgen werden, während drei noch vermißt werden. Pach den Aussagen einiger Bauern dürfte das Flugzeug in der Luft explodiert sein. Für diese Annahme spricht auch die Feststellung, daß die.Flieger ihre Fallschirme zur Hälfte entfaltet hatten; augenscheinlich konnten sie aber wegen der geringen Flughöhe vom Fallschirm keinen Gebrauch machen. Bon dem Flugzeug war nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig. Der Luftfahrtminister Guy la Chambre hat sich in Begleitung seines Stabschefs, General Bou- c a t, im Flugzeug von Villacoublay aus an die Unglücksstelle begeben.

Schwere Bluttat auf dem Belgrader Bahnhof.

Zu einem blutigen Vorfall kam es auf dem Bahn­hof von Belgrad. Wenige Minuten vor Abfahrt des Agramer Schnellzuges feuerte ein junger Mann auf eine Gruppe von Personen sechs Revol- verschüsse ab, durch die der Ministerialrat des Volksministeriums Divjak und der Holzhändler Bilbija auf der Stelle getötet und der Direk­tor einer Holzsirma und ein Prioatanaestellter schwer verletzt wurden. Auf dem Bahnhof entstand eine Panik. Ein Polizist verhaftete den Mörder. Im Verhör gab der Täter, der geistes­gestört zu sein scheint, eine unzusammenhängende Schilderung der Beweggründe seiner Tat. Die Polizei hat den Eindruck, daß es sich um einen Racheakt handelt, da der Täter bei der gleichen Holzfirma angestellt war.

Der Fall Reventlow in London.

Der angebliche Entfüh.rungsversuch an dem Sohn der Woolworth-Erbin, von dem die eng­lischen Blätter in großer Aufmachung zu berichten wußten, scheint sich als ein Familienzwist auf­zuklären. Die Londoner Zeitungen berichten jetzt, zwischen dem Grafen und der Gräfin Revent- l o w seien erhebliche Differenzen aufgetreten, die die Gräfin veranlaßt hätten, ihren Sohn unter den Schutz der englischen Gerichte zu stellen, da sie be­fürchte, er könne durch seinen Vater entführt wer­den. Die Villa der Familie, so berichten die Blätter weiter, werde von Geheimpolizisten Tag und Nacht bewacht. Gräfin Reventlow habe gegen ihren Gat­ten, der sich gegenwärtig in Paris aufhalte, einen Haftbefehl erwirkt. Weiteren Andeutungen der Presse ist zu entnehmen, daß die ziemlich undurch­sichtigen Familienstreitigkeiten möglicherweise noch ein Nachspiel vor englischen Gerichten haben werden.

Scheußlicher Racheakt. 55 Menschen vergiftet.

In der bessarabischen Gemeinde Recea erkrankten in der Gemeinde 55 Personen unter verdächtigen Umständen. Sieben von ihnen konnten nicht mehr gerettet werden. Da alle Opfer in derselben Ge­meinschaftsküche zu essen pflegten, glaubte man zu­nächst, daß die Massenvergiftung durch verdorbenes Fleisch verursacht sei. Nun hat die Untersuchung er­geben, daß jemand Rattengift in das Essen gemischt hatte. Der Verdacht richtete sich gegen eine in der Gemeinschaftsküche beschäftigte Frau. Es konnte ermittelt werden, daß die Frau, die bereits seit längerer Zeit zu einem in der Gemeinschafts­küche essenden Bauern in Feindschaft stand, an die­sem Mann Rache nehmen wollte und dabei auch die übrigen Gäste nicht verschonte. Anstatt Salz mischte sie Rattengift in das Essen, wodurch die Massenoer- giftung verursacht wurde.

kanadisches Dorf durch Feuer vernichtet.

Das Dorf St. Luc in der kanadischen Provinz Quebec ist yon einer Brandkatastrophe heim­gesucht und fast völlig z e r st ö r t worden. Es brann­ten 30 Wohnhäuser nieder. Sechs Häuser und die Kirche konnten nur durch die Sprengung der um­liegenden Hofe mit Dynamit gerettet werden. 250 Einwohner sind obdachlos.

In Polen

wird ein neuer Stratosphärenflug geplant.

Die staatlichen Jngenieurwerke in Warschau bauen zur Zeit einen Stratosphärenbai- l o n, mit dem im Herbst ein Aufstieg in eine Hohe' von 30 Kilometer geplant ist. Der Aufstieg soll in der Tatra erfolgen und wird von dem Flie­gerhauptmann Burczynski, dem Berufsflieger Hynek und einejn wissenschaftlichen Besbachter, Prof. Narkiewicz, unternommen werden. Der Ballon, der den NamenStella Poloniae" erhält, wird mit 35 000 Kubikmeter Helium gefüllt werden., Hauptmann Burczynski hält sich gegenwärtig in den Vereinigten Staaten auf, wo er die Ausfuhrerlaub­nis für das Helium erwirkt hat.

550-Jahr-Feier der Universität Köln.

Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 5 5 0 jähri - gen Bestehens der Kölner Universität wurden mit einer Gedenkstunde der Studentenschaft am Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen Studenten eröffnet. Neben der Studentenschaft nahmen die Professoren und Dozenten der Univer­sität geschlossen an der Ehrung teil. Der Rektor und der Studentenführer legten im Namen der Lehrer und der Studierenden der Kölner Universität Kränze am Ehrenmal nieder und gedachten in ihren Ansprachen der gefallenen Studenten. -

Ein Eoubertin-Denkmal in Baden-Baden.

In Baden-Baden veranstaltete der zweite deutsch- französische Kongreß eine Gedenkfeier für den ver­storbenen Erneuerer der Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin. Zunächst schilderte Marquis Pollignac, einer der ältesten Mitarbeiter, von Cou­bertin, dessen Leben und Wirken. Nachdem der Vor­sitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Pro­fessor v. Arnim, dem Redner gedankt hatte, be­gab man sich in die an der Oos gelegene Garten­anlage, wo ein Denkmal für Pierre de Coubertin

besonders fein

vr. Oetkers Backpulver

THg: Diehl unögackln" werden gemilcht und auf ein Backbrett gesiebt. In die Mitte macht man eine Vertiefung, w welche man Zucker. Eigelb unö wasser gibt. Man verrührt mit etwas Teia- 150 ß IDeiienmehL Mehl-..gackln"-Gemifdl zu einem dicken, Brei, gibt die halte, in Stücke geschnittene Butter

b J darauf, bestreut mit etwas Mehl und oechnetet alles schnell zu einem glatten Teig. 2/z öes

1 geflc. TeeL (3g) Dc. OethersBq* in", Teiges tollt man auf dem Boden einer Springform aus. von dem Nest formt man eine Rolle

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200g3u*ec. 1/2 flafchchen Dr.Oetker s Bachol3itrone, Milch hinzu, daß die Masse eine hactoffelbceiähnliche Beschaffenheit hat. Dana* gibt man 1 Dach*. Dr. Oethers Soßenputoer vanille-6eschmock. öie gereinigten fiorinthen hinein. Das Eiweiß wird zu Scknee gefchlagen. in den man na* n - . <- <v- und na* den Rest des Zuckers gibt. Man muß einen seht steifen Eischnee erhalten, der den,

oll g ur. Deiner sou|an , Belag Öen nötigen qalt gibt Man zieht ihn vorsichtig mit dem Schneebesen unter die Quach-

1 geftr. TeeL (3 g) Dr. OethersBttdrirT mässe. Den Belag füllt man auf Öen Boden und haust ihn zur Mitte hin etwas an. weil er na*

' dem Backen leicht etwas emsinht. Backzeit: 50-60 Minuten bei guter Mittelhitie.

50-75 g fiorinthen. ____________________________________________________________ Bitte aU0|*nejötn!